Erst einmal weg! (Teil 1)

2017_06_16
(c) fdecomite:   travel  (CC BY 2.0)

Der Sommer ist da und viele Schüler*innen haben gerade die Abitur-Prüfungen hinter sich gebracht. Zeit ein paar Pläne zu machen um die neugewonnene Freiheit zu genießen. Unsere Autorin Lilith hat einige davon – aber erst einmal will sie weg!

Wer träumt nicht davon. Irgendwann einmal auf dieser Bühne zu stehen und stolz das Abiturzeugnis in den Händen zu halten. Nach zwölf Jahren Schulzeit. Jedes Jahr davor waren die Abiturienten irgendwie etwas Besonderes. Egal ob man aus den Augen eines Fünft-, Siebt-, oder Elftklässlers auf sie blickte. Die Ältesten an der Schule, die, vor denen man noch Respekt besitzt, die man bemitleidete, wenn sie im Prüfungsraum verschwinden und auf die man an den Abiturtagen Rücksicht nehmen muss – auf einmal gehört man selbst zu ihnen. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Doch am Ende seiner Schullaufbahn heißt es nicht nur zurückblicken auf die ereignisreichen, manchmal entspannt und manchmal stressigen, teils erfreulich und teils glücklich verlaufenden Jahre – sondern auch nach vorne schauen. Denn so schön es auch ist, nun keinen vorgeschriebenen Tagesablauf mehr zu haben und nicht mehr zu einer ganz bestimmten Uhrzeit zu einem ganz bestimmten Fach erscheinen zu müssen, muss man auch mit der neu gewonnenen Freiheit umzugehen wissen.

Blicke ich mich in den Reihen der Schüler um, sind nicht wenige unter ihnen, die selbst am Tag der Abiturzeugnisübergabe noch nicht wissen, was sie nun mit ihrer hart erkämpften Freiheit anfangen sollen. Sie zucken mit den Schultern, wenn man sie darauf anspricht, oder meinen „Ja, ein bisschen Geld verdienen, irgendwo und dann mal schauen!“. Es gibt aber auch die Anderen. Diejenigen, die schon einen festen Ausbildungsplatz haben, oder bei denen der Duale Studienplatz schon seit einem Jahr feststeht. Dazwischen noch ein paar Wochen Partyurlaub zur Entspannung und dann ab in den Hörsaal oder in den Betrieb. Ich gehöre zu keiner dieser Gruppen. Auch meine Zeit nach dem Abitur ist schon vollkommen durchgeplant, aber mit ganz anderen Aktivitäten.

Ich bin immer sehr gerne zur Schule gegangen, habe mich dafür interessiert, was mir die Lehrer erzählt haben, mir gefiel zudem die Vielfalt an unterschiedlichen Fächern, die man nie mehr auf diese Art und Weise haben wird. Dennoch waren zwölf Jahre nun erst einmal genug, und ich will etwas Anderes erleben – wie so viele von den Abiturienten will auch ich etwas mehr von der Welt sehen, als nur ein paar Dörfer in der Nähe von Karlsruhe, in denen ich bisher einen Großteil meines Lebens verbracht hatte.

Ich war schon immer gerne auf Reisen gegangen. Meine Familie war zum Glück ähnlich urlaubsbegeistert wie ich, sodass es fast in jeden Ferien mit dem Auto, Bus, Zug oder Flugzeug los ging. Doch auf viele andere Kontinente als Europa und ein paar portugiesische sowie spanische Inseln war ich bisher nicht gekommen. Außerdem waren wir zwar nie die typischen Touristen, die sich entweder nur an den Strand legten oder nur Sightseeing betrieben, aber dennoch realisierte ich mit zunehmendem Alter immer mehr, dass es schwierig ist, ein Land in einem zweiwöchigen Aufenthalt mit der gesamten Familie wirklich zu verstehen. Also hegte ich schon immer den Plan, mindestens ein halbes Jahr weiter weg zu gehen – alleine. Ein Auslandsjahr während der Schulzeit hatte ich mir lange durch den Kopf gehen lassen, aber dann sagte es mir doch mehr zu, erst einmal den einen Lebensabschnitt Schule abzuschließen, und mich danach auf andere Bereiche zu konzentrieren. Und so kam es schließlich zu meinem jetzt stehenden „Nach-Abiturplan“ auf dessen Umsetzung ich schon jetzt gespannt bin.

 

Mehr dazu:

Mein Name ist Lilith und ich wohne in einem kleinen, aber wunderschönen Dorf in der Nähe von Karlsruhe. Geboren bin ich 1999 jedoch in Hessen in Heppenheim. Nachdem ich die Grundschule ein paar Jahre lang besuchte, habe ich im Alter von neun damit begonnen, mein erstes Buch zu verfassen. Schon einige Zeit zuvor hatte ich den Spaß am Schreiben entdeckt und mir seitdem ich denken kann Geschichten ausgedacht, die ich seitdem aufs Papier bringe. Zwei Jahre nachdem ich die Überschrift des ersten Kapitels auf ein DinA4 Blatt gekritzelt hatte, begann ich schließlich mit dem Projekt, mein Buch zu veröffentlichen. Inzwischen sind diesem ersten zwei weitere Bücher gefolgt. Neben den bisherigen Werken, die hauptsächlich für Kinder und Jugendliche geeignet sind und sich bunt mit Themen beschäftigen, die von Elfen über Umweltschutz bis hin zur Pubertät reichen, bin ich momentan dabei, parallel an meinem vierten und fünften Buch zu schreiben, von denen eines eine Zusammenstellung verschiedener Kurzgeschichten sein wird und sich das andere rund um Katzen dreht. Ich verfasse aber nicht nur gerne Romane und Kurzgeschichten, sondern auch Gedichte und Poetry Slams, mit denen ich auch schon einige Wettbewerbe gewonnen habe. Leider aber habe ich für all dies viel zu wenig Zeit, da ich mich noch für zahlreiche andere Dinge interessiere. Klavier-, Gitarren-, Schlagzeug- und Saxophonunterricht, Proben in Chor, Jazzband, Orchester, Kunstturntraining, Mitglied in zahlreichen AGS (z.B. fairtrade, SMV, Amnesty, Leiterin einer Turn-AG) und Mitglied in zahlreichen Vereinen und Gruppen außerhalb der Schule (z.B. dem EYP, der JEF(Junge Europäische Föderalisten…) und nebenher noch der Besuch der 12 Klasse, die ich dieses Jahr mit meinem Abitur abschließen werde, nehmen doch einiges an Zeit in Anspruch. Wenn ich neben diesem vollen Wochenplan noch Zeit finde, gehe ich im Winter liebend gerne Ski- und Snowboard fahren, oder im Sommer Surfen und Tennisspielen oder Klettern. Ihr seht schon – ich bin für wirklich alles zu begeistern. Von Mathe, Physik und Chemie über Technik hin zu Sprachen, Geschichte und Geisteswissenschaften, Sport und Musik – es gibt wirklich kaum etwas, was mich nicht interessiert. Durch diese vielseitigen Aktivitäten ist es auch nicht verwunderlich, dass ich über viele Seiten mit den auf dieser Seite behandelten Themen in Berührung komme. In technischen und naturwissenschaftlichen Kursen und Feriencamps habe ich es nur zu oft selbst erlebt, wie auch hier immer noch die Stereotypen zum Vorschein kommen und auch im Zuge meiner Arbeit an der hector-Kinderakademie und dem KinderCollege in Karlsruhe sowie in Bretten, bei denen ich als Dozentin aktiv bin, erfahre ich ununterbrochen, wie sehr auch Grundschüler noch zwischen angeblichen Mädchen- und Jungentalenten unterscheiden. Auf der anderen Seite habe ich auch im politischen Bereich einiges in diese Richtung mitbekommen, sodass ich mich letztes Jahr dazu entschlossen habe, eine ganze Aktion über Mädchen- und Frauenrechte zu kreieren –  diese hat nicht nur zu Aktionen an der Schule und einer ganzen Ausstellung in einem nahe gelegenen Museum geführt, sondern mich schließlich auch zu mein Testgelände geführt. Ich finde diese Seite eine super Sache, weil sich jeder trauen kann, das zu schreiben, was ihn bedrückt und sie Mädchen und Frauen eine ganz eigene Stimme verleiht. Daher möchte auch ich diese Plattform in naher Zukunft mit meinen Beiträgen bereichern und jetzt bleibt mir nur noch eins zu sagen: Viel Spaß beim Lesen und Hören!

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