Erst einmal weg (Teil 3)

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(c) Steve Cadman:  Globe  (CC BY-SA 2.0)

Unsere Autorin Lilith hat nach der Schule einiges vor. ‚Erst einmal weg‘ ist dabei ihr Motto. Was zunächst nach entspanntem Backpacking-Urlaub in Südostasien klingt, entpuppt sich dann doch als größeres Projekt. Jugendbotschafterin für das Goethe-Institut, Praktikum bei der deutschen Zentrale für Luft- und Raumfahrttechnik, Praktikum im Bereich Bioinformatik in Sheffield oder arbeiten in einem Kinderheim in Burkina Faso – das sind nur einige Sachen, die Lilith nach der Schule gemacht hat. Was sie noch so vor hat, lest ihr im dritten Teil ihrer Geschichte.

Nach einem kurzen Aufenthalt am CERN in der Schweiz, den ich ebenfalls bei einem Wettbewerb gewonnen habe, heißt es dann: Auf nach China!

Jedes Mal, wenn ich gefragt werde, wie ich gerade auf China komme, kann ich meine Zufallsgeschichte auspacken. Wie so oft wartete ich einmal wieder am Lehrerzimmer auf eine der Lehrkräfte, die sich verspätete. Die Zeit nutzte ich dazu, die Flyer zu betrachten, die vor dem Lehrerzimmer ausliegen und zu denen ab und an dann doch ein neuer Flyer hinzukommt. Unter den vielen Prospekten und Werbematerialien, die nicht sehr interessant für mich waren, fiel mir schließlich ein roter Flyer von „starexchange“ in die Hände, den ich direkt durchblätterte. Auf den ersten Blick klang das angepriesene Au-Pair-Programm sehr attraktiv – keine Kosten, sondern zusätzliche Bezahlung, Kindergeld, Sprachunterricht an der Universität… Ich informierte mich also direkt noch am gleichen Tag über die Organisation und schrieb eine erste Mail. Es folgten Anmelde- und Bewerbebögen sowie Skypetermine und das Einrichten sowie reges Nutzen von WeChat – auch mit Chinesen vor Ort. Bereits diese ersten Kontakte waren sehr interessant und aktuell befinde ich mich in der Familienfindungsphase. Eine Familie aus Chonquin plant für chinesische Verhältnisse erstaunlich früh und zeigt schon jetzt Interesse an mir als Au-Pair für das erste Halbjahr 2018. Ein erstes Videotreffen mit der Betreuerin vor Ort hat bereits stattgefunden, es werden jedoch innerhalb der nächsten Wochen weitere Gespräche mit meinen deutschen Betreuern, der Familie selbst und dem Au-Pair, das aktuell bei der Familie lebt, folgen. Es bleibt also weiterhin spannend, ob die vorgeschlagene Familie zu mir passt oder es mich doch in eine andere Ecke Chinas verschlagen wird. Fest steht aber schon jetzt, was ich vor Ort dann zu tun haben werde – meine Aufgabe besteht darin, den Kindern der Familie die englische Sprache näher zu bringen. Dies soll jedoch nicht nach dem Vorbild klassischen Unterrichts erfolgen, sondern es gilt: je kreativer, desto besser. Ich kann also z.B. Töne auf dem Klavier mit irgendwelchen Worten verbinden lassen, mit den Kindern kochen und ihnen dabei Zutaten auf Englisch zeigen und so weiter. Diese Tätigkeit führe ich jedoch nur zwei Stunden pro Tag aus. Die restliche Zeit befinde ich mich an der Universität und lerne selbst Chinesisch und besuche andere Kurse, wie z.B. sportliche oder musikalische Aktivitäten – ganz, was mich interessiert. An den Wochenenden werde ich zudem von der Familie auf Ausflüge und zu Familienfesten mitgenommen. Ich bin gespannt auf China und die ganz andere Kultur, der ich zum ersten Mal persönlich begegnen werde.

Und danach? – Ich habe mir schon einige Studiengänge sowie Studienorte herausgesucht, bei denen ich mich während meines Chinaaufenthaltes bewerben möchte, aber so ganz sicher bin ich mir noch nicht. Außerdem kann sich das natürlich auch durch die innerhalb der nächsten Monate gesammelten Erfahrungen verändern.

Wie ihr sehen könnt, ist mein Jahr „Pause“ schon jetzt voller als voll, sodass ich mich auf ein sehr anstrengendes, aber auch sehr interessantes, aufregendes und vielseitiges Jahr freuen kann – ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, welche Erfahrungen ich sammeln werde.

 

Mehr dazu:

  • Hier könnte ihr nochmal Teil 1 und Teil 2 von Liliths Geschichte „Erst einmal weg“ lesen.

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