Filmempfehlung – „Girl Rising“

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(c) Ryan Merritt:  creativbroafing.tumblr.com  (CC BY 2.0)

Falls ihr über die freien Tage an Ostern noch etwas zum Zeitvertreiben sucht, haben wir heute eine Filmempfehlung für euch. Unsere Autorrin Lilith hat sich „Girl Rising“ angeschaut und einen Artikel darüber geschrieben. Also erst die Empfehlung lesen – und dann den Film schauen 😎

9 Mädchen, 9 Geschichten, 9 Wege zu Bildung

Während meines Bioinformatikpraktikums an der University of Sheffield bekam ich einen Flyer der Aktion „16 Days Against Gendered Violence“ in die Hand gedrückt. 16 Tage lang Programm, das sich von einem friedlichen Protestmarsch „Girls claim the night“ über Diskussionsveranstaltung bis hin zu Vorträgen spannte. An einem Abend fand zudem eine kostenlose Vorstellung des Films „Girl Rising“ statt, den ich euch wärmstens ans Herz lege. Einen kleinen Eindruck bekommt ihr im folgenden Artikel.

Girl Rising ist nicht nur der Name eines Films, sondern der Name einer ganzen globalen Kampagne, die versucht mithilfe von Geschichten, die auf wahren Begebenheiten beruhen, die Bildungssituation von Mädchen in aller Welt zu verbessern. Die Initiatoren möchten keine Schulen bauen, oder Stipendien vergeben, stattdessen verfolgt die Kampagne das Ziel, die Sichtweise auf Mädchen und deren Bildung nachhaltig zu verändern und deren Wichtigkeit in den Köpfen durchzusetzen. Besonders über Fernsehen, Radio und Fotos verbreiten sie Fakten über die inakzeptablen Situationen von Mädchen in den verschiedensten Ländern der Welt, wie Indien, Peru, Nigeria, dem Kongo oder auch den Vereinigten Staaten.

Der Film an sich, entstand aus dem Projekt, gemeinsam mit dem Regisseur Richard E. Robbins um die Welt zu reisen, um vor Ort Geschichten zu drehen, die nach wahren Begebenheiten von weiblichen Autorinnen geschrieben wurden. Diese Geschichten wurden teils mit den erzählenden Mädchen selbst, teils mit berühmten Schauspielerinnen, wie Selena Gomez, Liam Neeson und Anne Hathaway verfilmt. Insgesamt kommen auf diese Weise neun Mädchen in Sequenzen von 12-15 Minuten zur Sprache, die mit ganz unterschiedlichen Problemen zu kämpfen haben. Doch, was sie alle verbindet, ist ihr Ziel, in die Schule zu gehen und Zugang zu einer richtigen Ausbildung zu haben. Da dieser Artikel zu lang werden würde, würde ich alle Mädchen vorstellen, habe ich mir drei von ihnen herausgesucht.

Nepal – Suma

Eine junge Frau ist zu sehen, die mit dem Fahrrad durch die Landschaft fährt. Ihr Name ist Suma. Sie stammt aus einer armen Familie in Nepal und berichtet von ihrer Kindheit während sie vom einem Ort des Geschehens zum nächsten fährt. Dabei führt sie den Zuschauer an insgesamt drei Häuser, in denen jeweils ihre „Master“ lebten, denen sie als junges Mädchen diente. Mit sechs Jahren gaben ihre Eltern sie an den ersten Master. Sie waren zu arm und wollten so erreichen, dass ihrem Kind genug Nahrung und eine Unterkunft zur Verfügung steht. Während Sumas Bruder jedoch bei den Eltern bleiben und die Schule besuchen konnte, musste sie bei den Mastern schwere Arbeiten verrichten. Von morgens bis abends wusch sie Geschirr und sammelte im Wald Feuerholz, während sich die Kinder des Masters über sie lustig machten.

Der Name „Unlucky Girl“ den das zweite Ehepaar ihr verlieh, bei dem sie arbeiten musste, ließ Suma noch wertloser erscheinen und Befehle wie „Hey! Unlucky Girl. Do this!“ standen an der Tagesordnung. Sie kann noch nicht einmal alles erzählen, was ihr an diesem Ort wiederfahren ist, wird die Geschehnisse gleichzeitig aber auch nie vergessen. Die Zeit konnte sie nur durch das Liederschreiben aushalten, das sie zu diesem Zeitpunkt begann.

Mit 11 schließlich gelangte sie an ihren dritten Master. Hart und lange war auch dort die Arbeit, aber sie durfte abends den Unterricht besuchen und liebte es, endlich schreiben und rechnen lernen zu dürfen. Geleitet wurden diese Unterrichtsstunden von Sozialarbeitern, die nach einiger Zeit damit begannen, dem Master vorzuhalten, dass die Beschäftigung Sumas illegal sei. Sie erzählten ihm von den herrschenden Gesetzen und Kinderrechten und ließen sich nicht abwimmeln, bis Suma schließlich in die Freiheit entlassen wurde.

Seitdem hat sie sich vorgenommen, die Letzte in ihrer Familie gewesen zu sein, die nicht von Geburt an frei ist und setzt sich gemeinsam mit anderen dafür ein, Mädchen wie sie von ihren Mastern zu befreien.

Peru – Senna

Senna stammt aus einem hochgelegenen Dorf in Peru. Wie alle Einwohner arbeitet auch ihr Vater in den Goldminen. Nach einem Unglück, das er zwar überlebt, jedoch ein schweres Trauma davonträgt, kehrt er nicht mehr zu den Minen zurück und seine Frau und Sennas ältere Schwester müssen seinen Platz einnehmen und nach Gold suchen, das die Minenarbeiter übersehen haben könnten. Senna kann zur Schule gehen und ihr Vater ist davon überzeugt, dass dies der einzige Weg ist, aus ihrem Leben ein besseres zu machen, als er es konnte. Er möchte, dass Senna die Chance hat, all das zu lernen, wozu er nie Zugang hatte und wünscht sich für sie eine Zukunft als Ingenieurin. Denn Ingenieure sind in dieser Region die Wohlhabenden, die das Sagen haben. Sie jedoch ist in der Schule durch seine sich stets verschlechternde Gesundheit stark abgelenkt. Ihr erster Job, den sie findet besteht darin, Toiletten zu putzen und von jedem Benutzer Geld einzusammeln. Als Sennas Vater schließlich stirbt, ist sie am Boden zerstört. Doch dann entdeckt sie die Welt der Lyrik. Sie ist begeistert und beginnt, selbst Gedichte zu schreiben und vorzutragen. Die Filmsequenz endet mit Sennas Zukunftsplänen. Sie möchte nicht Ingenieurin werden, sondern Dichterin.

Indien – Rukana

Auch Ruksana hat ähnlich wie Senna das Glück, dass ihr Vater die Bildung als hohes Gut einschätzt. Ihre Familie ist ebenfalls arm, Ruksanas Vater zieht es aber trotzdem nicht in Betracht, auf dem Land zu wohnen, da es dort deutlich schwieriger ist, seinen Töchtern eine gute Bildung zu bieten. Ruksana weiß, wie hart ihr Vater dafür arbeitet, dass sie diese Möglichkeit erhält. Sie ist ein phantasiereiches junges Mädchen, das gerne zeichnet und der Tag, an dem ihr Vater ihr einen Zeichenblock und Buntstifte kauft, ist der glücklichste ihres Lebens. Die Lage in der Innenstadt wird jedoch immer angespannter. Ältere Jungen belästigen die Mädchen und die Straßen sind nicht mehr sicher. Auch auf erneute Aufforderung durch Ruksanas Mutter gibt ihr Vater nicht nach und besteht darauf, in der Stadt zu bleiben. Die Kinder werden nun jeden Abend in eine Betreuung gebracht, in der sie vor den Gefahren der Nacht beschützt werden sollen und die meiste Zeit damit verbringen, Aufgaben zu machen. Eines Tages zerstört die Polizei die Wohnsiedlung, in der auch Ruksanas Familie eine bescheidene Unterkunft hat. Nun sitzen Eltern samt Kinder auf der Straße und wissen keinen Ausweg. Während Ruksanas Vater bereits aufgeben und doch in ein Dorf ziehen möchte, hat nun ihre Mutter verstanden, wie wichtig die Ausbildung ihrer Kinder ist und ist bereit, dafür zu kämpfen. Ob sie es schafft, ihre Kinder weiter in der Stadt großzuziehen? Ob Ruksana ihren Schulabschluss machen und ihrer Passion des Malens weiter nachgehen kann? Das verrate ich an dieser Stelle nicht.

 

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Mein Name ist Lilith und ich wohne in einem kleinen, aber wunderschönen Dorf in der Nähe von Karlsruhe. Geboren bin ich 1999 jedoch in Hessen in Heppenheim. Nachdem ich die Grundschule ein paar Jahre lang besuchte, habe ich im Alter von neun damit begonnen, mein erstes Buch zu verfassen. Schon einige Zeit zuvor hatte ich den Spaß am Schreiben entdeckt und mir seitdem ich denken kann Geschichten ausgedacht, die ich seitdem aufs Papier bringe. Zwei Jahre nachdem ich die Überschrift des ersten Kapitels auf ein DinA4 Blatt gekritzelt hatte, begann ich schließlich mit dem Projekt, mein Buch zu veröffentlichen. Inzwischen sind diesem ersten zwei weitere Bücher gefolgt. Neben den bisherigen Werken, die hauptsächlich für Kinder und Jugendliche geeignet sind und sich bunt mit Themen beschäftigen, die von Elfen über Umweltschutz bis hin zur Pubertät reichen, bin ich momentan dabei, parallel an meinem vierten und fünften Buch zu schreiben, von denen eines eine Zusammenstellung verschiedener Kurzgeschichten sein wird und sich das andere rund um Katzen dreht. Ich verfasse aber nicht nur gerne Romane und Kurzgeschichten, sondern auch Gedichte und Poetry Slams, mit denen ich auch schon einige Wettbewerbe gewonnen habe. Leider aber habe ich für all dies viel zu wenig Zeit, da ich mich noch für zahlreiche andere Dinge interessiere. Klavier-, Gitarren-, Schlagzeug- und Saxophonunterricht, Proben in Chor, Jazzband, Orchester, Kunstturntraining, Mitglied in zahlreichen AGS (z.B. fairtrade, SMV, Amnesty, Leiterin einer Turn-AG) und Mitglied in zahlreichen Vereinen und Gruppen außerhalb der Schule (z.B. dem EYP, der JEF(Junge Europäische Föderalisten…) und nebenher noch der Besuch der 12 Klasse, die ich dieses Jahr mit meinem Abitur abschließen werde, nehmen doch einiges an Zeit in Anspruch. Wenn ich neben diesem vollen Wochenplan noch Zeit finde, gehe ich im Winter liebend gerne Ski- und Snowboard fahren, oder im Sommer Surfen und Tennisspielen oder Klettern. Ihr seht schon – ich bin für wirklich alles zu begeistern. Von Mathe, Physik und Chemie über Technik hin zu Sprachen, Geschichte und Geisteswissenschaften, Sport und Musik – es gibt wirklich kaum etwas, was mich nicht interessiert. Durch diese vielseitigen Aktivitäten ist es auch nicht verwunderlich, dass ich über viele Seiten mit den auf dieser Seite behandelten Themen in Berührung komme. In technischen und naturwissenschaftlichen Kursen und Feriencamps habe ich es nur zu oft selbst erlebt, wie auch hier immer noch die Stereotypen zum Vorschein kommen und auch im Zuge meiner Arbeit an der hector-Kinderakademie und dem KinderCollege in Karlsruhe sowie in Bretten, bei denen ich als Dozentin aktiv bin, erfahre ich ununterbrochen, wie sehr auch Grundschüler noch zwischen angeblichen Mädchen- und Jungentalenten unterscheiden. Auf der anderen Seite habe ich auch im politischen Bereich einiges in diese Richtung mitbekommen, sodass ich mich letztes Jahr dazu entschlossen habe, eine ganze Aktion über Mädchen- und Frauenrechte zu kreieren –  diese hat nicht nur zu Aktionen an der Schule und einer ganzen Ausstellung in einem nahe gelegenen Museum geführt, sondern mich schließlich auch zu mein Testgelände geführt. Ich finde diese Seite eine super Sache, weil sich jeder trauen kann, das zu schreiben, was ihn bedrückt und sie Mädchen und Frauen eine ganz eigene Stimme verleiht. Daher möchte auch ich diese Plattform in naher Zukunft mit meinen Beiträgen bereichern und jetzt bleibt mir nur noch eins zu sagen: Viel Spaß beim Lesen und Hören!

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