Mein Körper, mein Recht

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(c) The Aurora Hunter:  Love  (CC BY-ND 2.0)

Rechte und konservative Kräfte wie die AfD oder die „besorgten Bürger“ warnen davor, Kinder mit Fragen von Sexualität und Köperlichkeit in Kontakt zu bringen: Das schade der kindlichen Entwicklung. Was aber passiert, wenn Sexualität und körperliche Nähe zwischen sich liebenden Menschen von klein auf als verboten und etwas Unmoralisches vermittelt werden, das beschreibt unser Autor Memo eindrücklich in seinem Gedicht. Wie soll – so fragt er – ein Kind Sexualität lernen, wenn sie doch von Anfang an versteckt werden muss?

Es wird dir beigebracht, mit viel Druck und Schmerz, schon in der Kindheit fängt es an.
Das Konzept der Unreinheit wird dir vorgeworfen, es gibt etwas schlechtes an dir…
Etwas, was im verborgenen bleiben muss und nicht an die Öffentlichkeit darf.
Unter keinen umständen…!!!!

Was mag es nur sein? Und spricht man hier wirklich von einem Wir?

Als Mann lebst du es nach Lust und Laune aus, es ist alles gut,
wenn du es heimlich tust!

Als Frau schaust du nur drauf,
du bist Verdorben und man nutzt es oft nur aus.
Wichtig ist die Sexualität! Doch wer bringt sie dir bei? Geht das so leicht?
Es fühlt sich an wie ein innerlicher Schrei…..
Viele Fragezeichen stellt man sich schon, auch als Kind,
Ein Kuss, eine Umarmung das sieht man alles, aber dennoch bleibst du blind.

Ich kenne viele Situationen, in denen ich mich zurückziehen musste, weil im Fernsehen etwas „obszönes“ lief. Ein Kuss im Fernsehen von Disney Figuren und die Welt ging unter, dies fing leider schon alles in frühen Jahren an… Ist die Serie nicht für Kinder und was war so schlimm daran?

Liebe war ein Tabu in unserem Elternhaus,
schlecht war diese, sogar zwischen Minnie und Micky Maus.
Es wurde mir verboten! Es war falsch!
Dies ist mein Werdegang….
Jegliche Harmonie und Gefühl zwischen Frau und Mann war nicht richtig,
Natürlich ist Verantwortung und Schutz wichtig,
leider gab es weder das eine noch das andere bei mir,
Aufklärer waren Google, YouTube und natürlich auch Ihr…!
Was macht es mit uns wenn wir keine Liebe sehen und spüren dürfen,
wenn alles geprägt ist mit Schuld und Vorwürfen…
Was passiert mit uns wenn jeder Kontakt verboten wird?
Was ist, wenn dieses Gefühl in uns wirklich stirbt?
Ist es schlecht verliebt zu sein? Ich bin verwirrt,
und das schlimme daran, es wird oft mit Religiösität legitimiert.
Wenn alles schlecht ist, wie wachsen wir auf?
Wie sind wir im Jugendalter dann drauf?

Jede Berührung wird sexualisiert, Kommunikation streng bewacht.
„Ich darf nicht mit dir reden, du bist ein Mann“ oder „eine Frau“                                                                                               „Die Kinder sollten nicht zusammen spielen, Mädchen spielen mit Mädchen und Jungs mit Jungs. Sonst gewöhnen sie sich noch daran“???

An was bitte??
AN WAS GEWÖHNT MAN SICH???

Ich hatte keine Aufklärung, nichts von meinen Emotionen war natürlich, es durften auch keine Fragen gestellt werden, jeglicher Gedanke über meine Sexualität war begleitet von Schuldgefühlen. Mein Umfeld verteufelte alles, was auch nur in die Richtung ging.

Eine Beziehung zu haben,
gleicht der Flucht vor dem Gesetz, kam es raus, wurdest du gehetzt,
nichts mehr an dir wurde geschätzt,
und man warf dir vor du hättest geketzt!
Es soll nicht sein, Selbstbestimmung über deinen Körper gab es nie,
man entschied über dich, wie ein Vieh.
Du wächst heran und kommst in die Pubertät, du hast keinen zum Reden und keinen, der dir etwas erzählt.
Alleine stehst du geplagt von Schuldgefühlen. Du darfst nicht lieben,
es wurde für dich so entschieden,
tatest du es doch, wurdest du gemieden.
Ich frage mich, warum wurde Sexualität so verteufelt, warum durfte man nicht darüber sprechen?
ist es nicht normal und angeboren?
warum tat jeder so als wäre man besessen?
Als hätten meine Eltern ein Herz aus Stein, und waren nie verliebt und hätten alles in sich verloren.

Maschinell klingt dieses konservative Gerüst und genährt aus einer riesen Heuchelei.
Ein Geltungsanspruch wird erhoben und begründet auf der Stärke des Patriacharts.
Aufgebrechen muss man diese Wand der Ungerechtigkeit, es führt kein Weg daran vorbei. Letztendlich sind wir alle eigene Persönlichkeiten mit einem eigenen Willen.
Die eigene Sexualität darf man nicht verbergen, das gehört nämlich zu unserer Persönlichkeit,
vielmehr sollten wir diesen natürlichen Drang nach Aufklärung versuchen best möglichst zu stillen.
Dies ist ein wichtiger Schritt im Streben nach unserer eigenen Freiheit……

 

 Mehr dazu:

Hi, Ich heiße Memo und studiere momentan Lehramt an der Universität in Essen. In meiner Freizeit engagiere ich mich viel, an sozialen Projekten und bin auch im Heroes Projekt in Duisburg tätig. Ich habe damals vor Jahren mit der Projektarbeit angefangen. Anfangs nur als Teilnehmer, mittlerweile auch als Projektleiter. Die Themenbereiche sind dabei sehr unterschiedlich, Rassismus, Genderarbeit, Sexismus, Homophobie und Antigewalt-training sind nur ein paar Schwerpunkte, mit denen ich mich beschäftige. So kam es auch dazu dass, ich das Schreiben von Texten ebenfalls als Ventil nutze, um Emotionen bzw. Auch Probleme, die uns als Gesellschaft betreffen zu nutzen. Mein Test Gelände ist für mich von daher, eine super Plattform, um genau, diesen Poetry Slam Texten, ein Gehör zu geben. Hier kann ich auch Denkanstöße geben und mich gleichzeitig durch kreative Art selbst Weiterentwickeln. Ich freue mich dass ich hier mit vielen verschiedenen Menschen zusammen arbeiten kann und hoffe in der Zukunft, dass Mein Test Gelände noch weiter wächst.

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