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	<title>Claire &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>How to mansplain Feminism</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Claire]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 May 2024 08:22:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Warum Feminismus scheitert&#8220; &#8211; Parabelritters Video missversteht Männer als Opfer. Johanna &#38; Claire dröseln das auf. 2021 wurden vom Bundeskriminalamt der Bundesrepublik Deutschland insgesamt 7.417 sexuelle Belästigungen nach Paragraph § 184i StGB erfasst. Davon wurden 7.248 Straftaten von männlich gelesenen Personen verübt und 169 Straftaten von weiblich gelesenen Personen. Zahlen, die der YouTuber Alexander Prinz,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Warum Feminismus scheitert&#8220; &#8211; <a href="https://www.youtube.com/watch?v=gMVHnbGl99w">Parabelritters Video</a> missversteht Männer als Opfer. Johanna &amp; Claire dröseln das auf.</strong><span id="more-16045"></span></p>
<p>2021 wurden vom Bundeskriminalamt der Bundesrepublik Deutschland insgesamt 7.417 sexuelle Belästigungen nach Paragraph § 184i StGB erfasst. Davon wurden 7.248 Straftaten von männlich gelesenen Personen verübt und 169 Straftaten von weiblich gelesenen Personen. Zahlen, die der YouTuber Alexander Prinz, auch bekannt als „Der Dunkle Parabelritter“, in seinem Video „Warum Feminismus scheitert!“ nicht erwähnt. Generell finden FLINTA* &#8211; Personen überraschend wenig Erwähnung in dem Video, das sich dem Titel und Thumbnail zufolge ganz um das Thema Feminismus drehen soll &#8211; stattdessen spricht er 19 Minuten und 24 Sekunden über Männer. Männer, die Opfer der Unterdrückung des Patriarchats seien, Männer, die deshalb nichts für ihre Handlungen könnten, Männer, die Angst davor haben müssten ihre Meinung zu äußern und so weiter. Mit bewundernswerter Leichtfertigkeit schafft Prinz es, an dem Inhalt eines Themas (Feminismus) vorbeizureden.</p>
<p>Prinz produziert seit 2012 Videos für seinen Kanal “ Der Dunkle Parabelritter “. Bis 2021 veröffentlichte er dort Videos zum Musikgenre Metal und allem drum herum. Seitdem spricht er in seinen Videos über politische und gesellschaftskritische Themen. Am 06.12.2022 veröffentlichte er ein Video mit dem Titel “ Warum Feminismus scheitert!”.</p>
<p>Zuerst sollte die Richtige Definition des Wortes “Patriarchat” geklärt werden, wobei es sich nicht, wie fälschlicherweise vom Dunklen Parabelritter angenommen, um eine ausschließliche Ausübung der Macht durch “Vaterfiguren” und Männern in Machtpositionen handelt. Zwar ist der Ursprung des Wortes auf beschriebene Machtpositionen zurückzuführen, doch hat sich die Bedeutung seit den alten Griechen weiterentwickelt: der heute gängige feministische Patriarchatsbegriff “beschreibt dabei das System, das von Männern für Männer gemacht wurde und wird”, so Ulla Scharfenberg in ihrem Feministischen Blog “Der Hase im Pfeffer”. Weiter beschreibt sie treffend: “Das Patriarchat umfasst alle Normen und Wertvorstellungen unserer Gesellschaft, die die Vormachtstellung des Mannes aufrechterhalten und schützen. Dabei sind im Patriarchat alle benachteiligt, die vom cis männlichen, heterosexuellen Ideal abweichen, also längst nicht nur Frauen!”. Dass nicht auch weiße heterosexuelle cis Männer unter dem Patriarchat leiden, bestreitet weder sie, noch andere moderne Feminist*innen. Doch, dass Männer vom Patriarchat ebenso unterdrückt würden wie Frauen, ist, auch wenn Laurie Penny das in ihrer 2015 veröffentlichten Arbeit “Feminismus: Die Befreiung der Männer” schreibt, nicht richtig. Denn die Gender Pay Gap oder die Statistiken zu sexueller Belästigung und Vergewaltigung sind nicht frei erfunden. Auch im Jahr 2023 arbeiten weniger FLINTA*-Personen in Machtpositionen als Männer. Mehr Frauen arbeiten in Care-Berufen und werden dementsprechend schlechter bezahlt. Es ist leider nicht nur ein Reddit-Witz, dass es 2017 mehr Bürgermeister mit dem Vornamen Thomas in deutschen Großstädten gab als Bürgermeisterinnen*. Das Patriarchat wurde von Männern gemacht und wird auch heute von ihnen aufrechterhalten.<br />
Auch scheint Prinz das Konzept des modernen Feminismus nicht verstanden zu haben. In mehreren Abschnitten des Videos nennt er Aussagen und Argumente, die er im weiteren Verlauf zu widerlegen gedenkt. Dabei benennt er aber die Personen, die diese Aussagen getätigt haben sollen, nicht. Da dieses Video nun “Warum Feminismus scheitert!” heißt, liegt es nahe, dass er diese Aussagen dem Feminismus oder den Feminist*innen in den Mund legt. Für den Kontext hier kurz die Definition von Feminismus des Dudens: “Oberbegriff für verschiedene Strömungen, die sich für die Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Freiheit aller Geschlechter, v. a. von Frauen, und gegen Sexismus einsetzen, z. B. durch das Anstreben einer grundlegenden Veränderung gesellschaftlicher Normen (z. B. der traditionellen Rollenverteilung) und der patriarchalischen Kultur”. Feminismus will Gleichberechtigung. Dass männlich gelesene Personen nicht auch unter dem Patriarchat leiden, ist im modernen Feminismus mittlerweile common sense. Ebenso unterstützt die feministische Bewegung Aussagen wie, dass Männer von Natur aus gefährlich seien und unabwendbar Täter seien, wie Prinz es in besagtem Video behauptet, nicht. Keine männlich gelesene Person ist von Geburt an “Täter”; zu einem*r Täter*in wird man durch Handlungen. Und das erkennt der Feminismus an. Männer werden zu Tätern, wenn sie andere Personen belästigen, unterdrücken und Schaden zufügen. Niemand ist von Geburt an Täter*in. Bei Feminismus geht es nicht, wie von dem Dunklen Parabelritter beschrieben, um eine Umerziehung der Männer, bei der sie nicht mitsprechen dürften und jedes “kleine bisschen Mann sein herausgelöscht werden” müsse. Es geht um FLINTA*-Personen und ihre Rechte.<br />
“Wenn du pauschal die Hälfte der Gesellschaft zu Tyrannen erklärst, bist du ein Sexist”, sagt Prinz im weiteren Verlauf des Videos. Abgesehen davon, dass dies kaum eine*r tut, ist auch diese Definition von Sexismus inkorrekt. Laut Duden ist die korrekte Definition die “Vorstellung, nach der ein Geschlecht dem anderen von Natur aus überlegen sei, und die<br />
(daher für gerechtfertigte gehaltene) Diskriminierung, Unterdrückung, Zurücksetzung, Benachteilung von Menschen, besonders der Frauen, aufgrund ihres Geschlechts”.</p>
<p>In dem gesamten Video spricht Prinz Männern immer wieder eine Opferrolle zu, die sehr kritisch zu betrachten ist. Durch Aussagen wie “die meisten Männer wissen noch nicht mal, dass es sie krank macht, dass sie fremdbestimmt sind”, wenn er über toxisches männliches Verhalten spricht, nimmt er den Männern die Verantwortung für ihre Taten und Handlungen. Zwar sind Männer ebenfalls Opfer von Rollenbildern und leiden bestimmt sehr unter dem ihrem Geschlecht zugewiesenen Stereotypen, doch sind sie genauso entscheidungsfähig wie alle anderen (Geschlechter) auch und dementsprechend auch selber verantwortlich. Man(n) kann nicht das “Verhalten gegenüber anderen Männern, gegenüber Frauen” oder den sehr interessanten Fakt, dass Männer ihren Stress nach Außen kanalisieren würden und das zu Gewalt führen würde, mit der toxischen Wirkung der gesellschaftlichen Normen auf Männer entschuldigen, wie es der Parabelritter tut.<br />
Dazu verbreitet er schwerwiegende Falschinformationen. Angeblich würden Männer umerzogen werden, wobei sie nicht mitsprechen dürften, erklärt er seinen Fans, wobei er sich höchstwahrscheinlich mal wieder auf “den Feminismus“ bezieht. “Jedes kleine bisschen Mann sein [muss] ausgelöscht werden“, zitiert Prinz (ohne Quellenangabe). Falsche Definition von Aktivismus, Extremismus und Sexismus folgen, wodurch ein hetzerisches Bild gegen “den Feminismus“ geprägt wird. Auch Laurie Penny missinterpretiert Prinz: in seinem Video, das ja eigentlich alles erklären soll, lässt er nur leider Zitate wie “Ziel des Feminismus ist ja nicht nur, dass sich Frauen von Männern emanzipieren, sondern dass sich alle Menschen aus der Zwangsjacke geschlechtsspezifischer Unterdrückung befreien” oder “Frauen merken, dass Männer sie schon von ihrer Erziehung her nicht als Individuen betrachten, sondern als Kategorie, als soziales Problem, das es zu lösen gilt. Wenn Männer merken, dass Frauen sie genauso sehen – als feindliches Terrain –, reagieren sie häufig verletzt und zornig” aus. Letzteres beschreibt das Verhalten des Youtubers erschreckend treffend.<br />
Bei seinen teilweise angeführten Quellen lässt er auch gerne ausschlaggebende Informationen weg: Das Magazin “Men’s Health” reproduziert, wie vom “Parabelritter” treffend gesagt, männliche Schönheitsideale. Dabei ist jedoch der Verantwortliche für die Inhalte gemäß § 18 Abs. 2 MStV, der Director Digital Ulrich Dehne &#8211; kurz gesagt ein Mann. Hier reproduzieren Männer Schönheitsideale über Männer und für Männer.</p>
<p>Durch den Titel des Videos könnte suggeriert werden, dass der Inhalt desselben sich mit dem Thema Feminismus kritisch auseinandersetzt. Doch im Verlauf besagten Videos wird deutlich, dass es lediglich der inkompetente Hilfeschrei eines weißen Mannes ist, der seine Privilegien nicht checkt. Eine Antwort auf die Frage, weshalb der Feminismus nun scheitern würde, erhält die zuschauende Person nicht, dafür aber ein beachtliches Maß an „Argumenten“, frei nach der Definition des Dunklen Parabelritters selbst. Mit seinem in höchstem Maße eingeschränkten Blick auf die „Probleme der Männer“ gelingt es ihm diese als gleichwertig denen der feministischen Bewegung zu setzen – ein wunderbares Beispiel für den sogenannten whataboutism. Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass eigentlich alle Punkte, die der Feminismus kritisiert in diesem Video zusammengefasst dargestellt werden: mansplaining, Diskriminierung (auch anderer nicht weißer, cis-Männlicher Personengruppen), Diskreditierung, Sexismus und natürlich auch Unterdrückung der FLINTA*. Kurz gesagt, diese 19 Minuten sind ein großes Argument, weshalb Feminismus auch heute noch dringend notwendig ist.<br />
Da Meinungsfreiheit herrscht, darf jede*r über jedes Thema sprechen. Mensch sollte sich nur gut überlegen, ob Mensch eine Qualifikation hat, um über betreffendes Thema zu reden. Falls Mensch diese nicht hat, wird Mensch nahegelegt, betroffene und qualifizierte Personen über das Thema sprechen zu lassen. Niemand wird in die “repressive, in die politisch rechte Ecke gestellt”, wenn sie sagt, dass Männer auch Opfer sind (an dieser Stelle wurde bewusst das generische Femininum verwendet). In die Antifeministische Ecke wird gestellt, wer Männern die gleichwertige Opferrolle wie FLINTA*s zuspricht, wer die Ideologie Maskulinität vertritt, wer ein Video dreht und es “Warum Feminismus scheitert!” nennt.</p>
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		<title>Der große Schwanz ist Privatsache</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/11/der-grosse-schwanz-ist-privatsache/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Claire]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Nov 2023 08:21:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Belästigung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Sexuelle Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Belästigung von Flinta* Personen im öffentlichen Raum ist keine Privatsache! Ein Text über das Gefühl bedrängt zu werden und über Menschen, die Privat und Öffentlich verwechseln, von Claire. Ich laufe, ich schaue mich regelmäßig um. Es ist zwar hell, aber die Gegend nicht sicher für FLINTA*-Personen. Es sind kaum Menschen auf dem Weg, der an]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Belästigung von Flinta* Personen im öffentlichen Raum ist keine Privatsache! <span class="" style="color: #000000;">Ein Text über das Gefühl bedrängt zu werden und</span> über Menschen, die Privat und Öffentlich ver<span class="" style="color: #000000;">wechseln, von Claire.</span></strong><span id="more-15825"></span></p>
<p>Ich laufe, ich schaue mich regelmäßig um. Es ist zwar hell, aber die Gegend nicht sicher für FLINTA*-Personen. Es sind kaum Menschen auf dem Weg, der an Zuggleisen entlang führt. Ein Mann kommt mir entgegen. Ich versuche Blickkontakt zu vermeiden, ich will schnell an ihm vorbei. Aus dem Augenwinkel sehe ich, dass er mich anschaut, mir wird schlecht. Er läuft eine Kurve und kommt direkt auf mich zu, ausweichen kann ich nicht mehr. Er lächelt mich an und fragt nach einer Zigarette. Ich möchte nicht unhöflich sein und gebe ihm mein Drehzeug. Er fängt an sich eine zu drehen. Ich fühle mich unwohl. Er ignoriert meine ablehnende Haltung und beginnt ein Gespräch, in dem er mich nach meinem Namen und Alter fragt. Ich fühle mich nicht wohl damit, diese Fragen zu beantworten und lüge. Ich erzähle ihm, ich sei 16 Jahre alt. Das lässt ihn kalt, während mir ganz heiß wird und ich weiß, ich muss schnell hier weg. Er fragt mich, ob Sex mit ihm haben wolle. Dabei ist er so freundlich, dass ich mich nicht traue, ihm klar zu sagen, dass er mich in Ruhe lassen soll. Ich lehne höflich ab und bedeute ihm, dass ich mein Drehzeug gerne wiederhaben möchte, er gibt es mir nicht. Er geht langsam um mich rum, ich will ihn nicht aus den Augen lassen, ich fühle mich eingekesselt. Menschen sitzen auf einer Wiese und beobachten die Situation. Ich wünsche mir so sehr, dass mir jemand hilft, aber ich traue mich nicht zu schreien, ich möchte nicht die Aufmerksamkeit auf mich und die mir unangenehme Situation ziehen. Ich möchte nicht unhöflich sein, ich habe ja kein recht dazu. Er läuft in Richtung Gebüsch und bedeutet mir mitzukommen. Ich sage noch einmal, dass ich nicht mitkommen werde und lege mein ganzes Selbstbewusstsein in diesen Satz. Ich traue mich nicht, laut oder aufbrausend zu werden, er macht mir Angst. Ich kann die Situation nicht einschätzen und suche nach einer Möglichkeit, die Oberhand zu gewinnen und einfach gehen zu können. Ich greife nach meinem Drehzeug, während er mir immer näher kommt und mir sagt, es würde ja auch ganz schnell gehen und er hätte einen sehr großen Schwanz. Ich gehe. Ich will nur noch weg, so weit weg wie möglich von diesem Mann. Er ruft mir noch hinterher, ich aber tu einfach so, als höre ich ihn nicht. Hoffentlich folgt er mir nicht. Ich traue mich nicht, mich umzudrehen, damit er sich nicht aufgefordert dazu fühlt. Ich werde immer schneller und schneller, ich renne. Ich spüre die Tränen in meinen Augen. Mir kommt ein Mann entgegen, ich schrecke zusammen. Ich habe das Gefühl mich schauen alle an, als würden sie mir meine ekelerregende Begegnung ansehen. Ich schäme mich dafür.<br />
Ich will über mein Erlebnis schreiben. Mir ist es wichtig, andere zu warnen und Aufmerksamkeit auf das Thema, sowie die Hilfseinrichtungen zu lenken. Ich erzähle dem Chefredakteur davon, er wirkt betroffen. Ich fühle mich nicht mehr so schrecklich bei dem Gedanken an diese Erfahrung. Er sagt, dass er hoffe, dass es mir gut geht, ich mir aber nochmal überlegen soll, ob ich meine persönliche Erfahrung veröffentlichen möchte, es sei ja schließlich meine Privatsache. Ich kann es nicht glauben – wieso ist das meine Privatsache? Ich habe mir doch nicht ausgesucht, dass mir so etwas passiert? Muss ich mich dafür schämen? Anstatt den Mut zu haben und ihn all das zu fragen, nicke ich nur. Ich habe keinen Artikel dazu geschrieben, ich habe das Thema auch nie wieder angesprochen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Cro das Genie</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/02/cro-das-genie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Claire]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Feb 2023 15:28:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Rap]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Rapper Cro hatte vor ca. 10 Jahren mit seinem Song &#8222;Easy&#8220; einen riesen Hit und damit auch zahlreichen Menschen einen Soundtrack für Erinnerungen von früher geliefert. So auch für Claire, die in ihrem ersten Beitrag auf meinTestgelände einige seiner Textzeilen gesammelt hat und zeigt, seine Vorstellung von Geschlechtergerechtigkeit ist gar nicht so easy und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Rapper Cro hatte vor ca. 10 Jahren mit seinem Song &#8222;Easy&#8220; einen riesen Hit und damit auch zahlreichen Menschen einen Soundtrack für Erinnerungen von früher geliefert. So auch für Claire, die in ihrem ersten Beitrag auf meinTestgelände einige seiner Textzeilen gesammelt hat und zeigt, seine Vorstellung von Geschlechtergerechtigkeit ist gar nicht so easy und locker, eher anstrengend und staubig. </strong><span id="more-15336"></span></p>
<div id="pageContainer1" class="_page_1gl8y_100 " data-index="0">Hubba Bubba kauen, mit der Regenbogen-Spirale spielen und dabei über den MP3 Player Cro hören – das weckt Erinnerungen an die Kindheit oder? Da wird man doch gleich ganz nostalgisch. Musik an sich ist ja Geschmackssache und auch mit über 30 kommt Cro, mit bürgerlichem Namen Carlo Waibel, immer noch wie der freche, coole Junge aus der Nachbarschaft rüber; bisschen Gangster, aber im Herzen eigentlich ein ganz Lieber.</div>
<div class="_page_1gl8y_100 " data-index="0">Dass wir als Kinder die Musik feierten kann man uns kaum vorwerfen; wir waren zu klein, um die Texte zu verstehen. Heute ist es anders. Wir sind erwachsen oder zumindest auf dem Weg es zu werden. Wir als Gen Z stehen für Offenheit und Toleranz, wir leben unsere Sexualität vielfältig aus und setzen uns für Gleichberechtigung ein &#8211; wir wollen das sein, was unsere Elterngeneration nichtwar. Deutschrap wird für seine vielen sexistischen und höchst problematischen Aussagen kritisiert,Cro jedoch kaum. Wenn Cro bei einer Party gespielt wird, freuen sich alle, es entsteht eine entspannte Atmosphäre und alle singen den Refrain mit. Gestandene Feminist*innen machen sich keine Gedanken über den Text, den der Pop-Rapper da singt. Bei den Top 50 meistgehörten Songs 2022 auf Spotify belegt Cro mit seinem alten Hit „Traum“ sogar Platz 25. Dabei ist der Sexismus so offensichtlich: in seinem Hit „Easy“ singt er offen darüber, wie er eine Person mit weiblichen Pronomen Gewalt antun will, wenn sie eigene Vorstellungen von ihrem Leben hat und ihre Wünsche und Gefühle äußert, die nicht seinen Vorstellungen entsprechen: „und wenn sie heiraten will und nach drei Tagen chilln schon dein ganzes Haus und deinen Leihwagen will ersch easy [&#8230;]“. Er ersetzt das Ende des Wortes „Erschießen“ mit „easy“, sodass er zwar nicht ausspricht was er sagen will, man als Hörer*in jedoch trotzdem „Erschießen“ versteht. Auch Aussagen wie „scheiß auf Bitches“, in dem Lied „Unendlichkeit“ sind äußert frauenfeindlich und beleidigend. Besitzansprüche gegenüber Personen erhebt er in dem 2014 veröffentlichten Song „Traum“ („Und ich glaub ich fänd es cool wenn du mir gehörst“). FLINTA*-Stereotype fehlen in seinen Texten genauso wenig; „Sachen, die Frau&#8217;n halt eben brauchen“ sind dabei nicht etwa Gleichberechtigung oder die Abschaffung des Patriarchats, nein, seiner Auffassung nach bräuchten Frauen einen Bikini und „ne neue Tasche“ (Bye,Bye). Dazu wolle „sie“ auch nur sein Geld. In „Einmal um die Welt“ erzählt er von den ganzen kostspieligen Dingen, die „sie“ von ihm haben wolle („Sie will Kreditkarten und meinen Mietwagen“).</div>
<div class="_page_1gl8y_100 " data-index="0">Toxische Männlichkeit darf für das perfekte Gesamtpaket natürlich auch nicht fehlen: in seinem Song „Bye Bye“ projiziert Cro das konservative Bild, dass der Mann die Frau ansprechen muss. Er singt in der Perspektive des Mannes, dass er ein Versager sei, wenn er sich nicht trauen würde, sie anzusprechen („Ich bin ein Versager, weil ich mich doch nicht trau“). In der Perspektive der Frau erwartet er von dem Mann angesprochen zu werden („bitte komm, sprich mich an“). Auch glaubt der Rapper zu wissen, dass ein Mensch ein „richtiger Mann“ sei, wenn er das erste mal Sexgehabt hat, wie er in „Nie mehr“ erklärt („Jetzt bin ich ein richtiger Mann“).</div>
<div class="_page_1gl8y_100 " data-index="0">Auf der einen Seite setzen wir uns gegen das Patriarchat und Sexismus ein, wir diskutieren mit unseren Eltern und Großeltern für mehr Gleichberechtigung – gleichzeitig hören wir weiter Cros Lieder..</div>
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