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	<title>Isa &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Isa &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Ste</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/06/16202/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Isa]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Jun 2024 12:29:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Sport - Deine Story über Schweiß und Tränen]]></category>
		<category><![CDATA[Turnen]]></category>
		<category><![CDATA[Workout]]></category>
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					<description><![CDATA[In ihrem neuen Text erzählt Isa, wie sie mit Ende 20 zum Sport gefunden hat, was es dafür gebraucht hat und welche Rolle eine bestimmte Person dabei gespielt hat. Meine Beziehung zu sportlichen Aktivitäten könnte man wahrscheinlich mit einem Wort als dysfunktional beschreiben. Schon als kleines Mädchen vergrub ich meine Nase viel lieber in Büchern]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In ihrem neuen Text erzählt Isa, wie sie mit Ende 20 zum Sport gefunden hat, was es dafür gebraucht hat und welche Rolle eine bestimmte Person dabei gespielt hat.</strong><span id="more-16202"></span></p>
<p><span lang="de-DE">Meine Beziehung zu sportlichen Aktivitäten könnte man wahrscheinlich mit einem Wort als dysfunktional beschreiben. Schon als kleines Mädchen vergrub ich meine Nase viel lieber in Büchern und schaute zu, wenn die anderen auf Bäume kletterten oder irgendwelchen Bällen nachliefen. Bei unumgänglichen Ballspielaktivitäten in der Schule wurde ich meistens – nicht bloß aufgrund meiner allgemeinen eher geringen Beliebtheit bei meinen Mitschüler*innen &#8211; als Letzte ins Team gewählt. Bis heute, im Alter von 30 Jahren, habe ich noch nie ein Rad geschlagen. Ich wechsele die Straßenseite, wenn mir Menschen morgens am Weg nach Hause joggend entgegenkommen. </span></p>
<p><span lang="de-DE">Trotz meiner Aversion gegen alles, was sich in athletischen Gefilden finden lässt, würde ich dennoch sagen, dass ich in den letzten Jahren doch eine gewisse Freude an Bewegungsarten gefunden habe, die sich zumindest nicht wie Sport anfühlen. Dazu gehören zum Beispiel Aktivitäten wie das Plantschen im Meer oder das berauschte Tanzen zwischen verschwitzten Körpern in dreckigen Diskotheken. Zudem zähle ich – gemeinsam mit den Mitmenschen über 65 – zu den exzessiven Spaziergängern. Dennoch lassen sich natürlich die gesundheitlichen Vorteile schweißtreibender Aktivitäten sogar von einem Sportmuffel wie mir nicht negieren. Vor allem an den Trendsportarten Yoga und Pilates hatte ich jahrelang Interesse, aber die toxisch spirituelle Atmosphäre in den Yogastudios ließ mich sofort das Weite suchen, sobald ich in der Umkleidekabine ein Osho-Buch entdeckte. Die Klangschalen und anderen esoterischen Instrumente waren mir immer etwas unheimlich, ich konnte ebenfalls meine negativen Gefühle und Gedanken im Gegensatz zu den anderen Teilnehmer*innen nicht so einfach ausatmen und wegstretchen. </span></p>
<p><span lang="de-DE">Da war ich also: Mit Ende zwanzig fühlte ich mich sowieso schon zu alt, um etwas Neues zu beginnen, zu unsportlich, um selbst bei den Anfängerkursen mithalten zu können und überhaupt gab es immer einen guten Grund (oder besser gesagt eine gute Ausrede) um meine sportlichen Versuche bereits im Keim zu ersticken. </span></p>
<p><span lang="de-DE">Und dann trat (oder sollte ich besser sagen turnte?) </span>Ste (she/them) in mein Leben. <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-16204 " src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/09/ste1-300x200.jpg" alt="" width="386" height="257" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/09/ste1-300x200.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/09/ste1.jpg 713w" sizes="(max-width: 386px) 100vw, 386px" />Ich lernte Ste in Athen bei einem Workshop zu Body Movement kennen und war sofort interessiert, als ich hörte, dass Ste Pilatestraining anbot. Mit ihrem Instagramhandle <a href="https://www.instagram.com/antifitnessss/">@antifitnessss</a> hatte Ste bereits meine Sympathie gewonnen. Nach einer Bedenkzeit von circa einem Monat fasste ich mir ein Herz und buchte meine erste Pilatesstunde bei Ste in einem wunderschönen Studio, im Zentrum von Athen. Aus einer Stunde wurden zwei und schon bald war ich eine regelmäßige Besucherin des Studios. Zudem entdeckte ich dort meine Liebe zum Reformer-Pilates, das sich dadurch auszeichnet, dass es sich (Überraschung) nicht wie Sport anfühlt, aber dennoch riesige Effekte bei der Stärkung meiner Muskulatur erzielt.</p>
<p>Was ist diesmal also anders als bei den Malen zuvor? Warum kann ich mich plötzlich auf diese sportliche Betätigung einlassen? Die Antwort ist ganz einfach: Ste. Das Training, das Ste anbietet, nimmt nicht nur Rücksicht auf den Sportlichkeitsgrad jedes einzelnen Teilnehmenden, sondern lässt den Teilnehmenden (insbesondere mir) auch Raum negative Gefühle gegenüber der Betätigung zu äußern. Ste begegnete meinen schmerzverzerrten Mienen und Flüchen stets gelassen und mit Humor. Ich fühle mich niemals herabgewürdigt oder ausgelacht, auch wenn ich weiß, dass meine Figuren nicht einmal ansatzweise so graziös aussehen, wie die von Ste oder den anderen Teilnehmenden. Inklusivität ist bei Ste etwas, das natürlich passiert. Wenn beispielsweise Menschen, die kein Griechisch sprechen, teilnehmen, switcht Ste mühelos ins Englische und macht ihren Unterricht zweisprachig um auch diejenigen, die kein Englisch verstehen, miteinzubinden.</p>
<p>Selbst jetzt, wo ich nicht mehr in Athen wohne, buche ich bei jedem Besuch in der <img decoding="async" class="alignright wp-image-16203 size-medium" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/09/ste2-294x300.jpg" alt="" width="294" height="300" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/09/ste2-294x300.jpg 294w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/09/ste2-588x600.jpg 588w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/09/ste2.jpg 683w" sizes="(max-width: 294px) 100vw, 294px" />alten Heimat ein paar Stunden bei Ste. Dass ich dabei jedes Mal fast wieder bei Null anfange, liegt daran, dass ich nach meinem Umzug meine Bewegung nun ausschließlich alleine zu Hause praktiziere. Bei jedem Cat-Cow-Move denke ich jedoch dankbar an Ste.</p>
<p>Das Blossom-Studio, in dem ich das Training in Anspruch nehme bzw. das Training mich in Anspruch nimmt, zeigt keine Spur von toxischer Spiritualität. Es wird auch keine toxische Body Positivity propagiert. Dass sich alle Geschlechter, Alter und Körperformen dort wohlfühlen, zeigt die Diversität an Menschen, die dort zum Training kommen, von allein. Willkommen sind alle, die vorurteilsfrei anderen gegenüber sind. Homophobe, rassistische oder andere exkludierende Haltungen werden in keinster Weise toleriert. Die Inklusivität zeigt sich ebenfalls bei den selbst für griechische Verhältnisse erschwinglichen Preisen der Trainingseinheiten, die es auch den weniger gut situierten Leuten ermöglichen, etwas für ihre physische wie psychische Gesundheit zu tun.</p>
<p>Das Blossom Studio ist meine große Empfehlung für alle, die auch bei einer Reise oder einem möglichen Umzug nach Athen nicht auf ihr Workout verzichten wollen, oder wie in meinem Fall damit erst anfangen möchten.</p>
<p>Ich empfehle allen wärmstens, <a href="https://www.instagram.com/antifitnessss/">Ste</a> und dem <a href="https://www.instagram.com/antifitnessss/">Blossom Studio</a> auf den sozialen Netzwerken zu folgen, da hin und wieder auch Online-Session angeboten werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Weiberdiwan</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/03/weiberdiwan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Isa]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Mar 2023 13:58:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Der WEIBERDIWAN hilft Isa dabei, feministische Literatur zu finden. Darin kann sie sich “stundenlang verlieren”. Wir leben in einer Zeit, in der so viel Literatur produziert und publiziert wird wie noch nie zuvor. Inmitten dieses Überangebots ist es manchmal nicht so leicht, den Überblick zu behalten und gezielt nach qualitativen Texten zum Selberlesen oder Schenken]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der WEIBERDIWAN hilft Isa dabei, feministische Literatur zu finden. Darin kann sie sich “stundenlang verlieren”.</strong> <span id="more-15395"></span></p>
<p>Wir leben in einer Zeit, in der so viel Literatur produziert und publiziert wird wie noch nie zuvor. Inmitten dieses Überangebots ist es manchmal nicht so leicht, den Überblick zu behalten und gezielt nach qualitativen Texten zum Selberlesen oder Schenken zu suchen. Gerade wenn es um feministische Literatur geht, gibt es nicht genug Angebot an Plattformen, die sich gezielt mit der Verbindung von Feminismus und Literatur befassen und es den Leser*innen ermöglichen, ehrliche und unabhängige Meinungen zu Büchern zu bekommen. Ein Projekt, das sich genau das zur Aufgabe gemacht hat, ist der Weiberdiwan.<br />
Der Weiberdiwan ist eine feministische Rezensionszeitschrift, die vierteljährlich in Österreich erscheint. Seinen Ursprung hatte er vor circa 15-20 Jahren in der nicht mehr existenten Frauenbuchhandlung im 9. Wiener Gemeindebezirk.<br />
Das Konzept ist genauso einfach wie genial: Frauen, die sich für feministische Themen interessieren und eine Liebe zum Lesen haben, arbeiten als Redakteurinnen und Rezensentinnen im Kollektiv zusammen, um die in der Literaturszene durchaus unterrepräsentierten Bücher, die von Frauen geschrieben werden, zu lesen und kritisch aufzuarbeiten. Die Auswahl an Texten ist vielfältig und reicht von Sachbüchern über Belletristik bis hin zu Kinder- und Jugendliteratur.<br />
Bezahlung gibt es keine, dafür darf jede Rezensentin das Buch, für das sie sich entschieden hat, behalten. Das sichert eine neutrale Haltung zum Werk und garantiert, dass die Rezensionen keine bloßen Werbetexte, sondern ehrliche Auseinandersetzungen mit den Büchern sind. Zudem ist die Entschädigung in Buchform etwas, womit sich jede*r bibliophile Mensch gut arrangieren kann.<br />
Was im Endeffekt daraus entsteht, ist eine wunderschön gestaltete Zeitschrift, die die Leser*innen zum Stöbern anregt und inspiriert. Auf ihrer Webseite veröffentlicht die Redaktion die alten Ausgaben des Weiberdiwan zum Download als PDF. Daraus entsteht ein Archiv, in dem man sich (meiner eigenen Erfahrung nach) stundenlang verlieren kann. Somit wächst die Wunschliste an Büchern unaufhörlich.<br />
Die physische Version der Zeitschrift wird in ausgewählten Buchhandlungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz erhältlich (die genauen Standorte sind ebenfalls auf der Webseite aufgelistet).<br />
<a href="https://weiberdiwan.at/">Ein Projekt von Frauen für Alle!</a></p>
<p>Wer sich noch näher mit dem Weiberdiwan befassen möchte, kann sich ebenfalls einen Radiobeitrag mit zwei Redakteurinnen anhören, der unter folgendem Link zu finden ist:<br />
<a href="https://cba.media/512857">https://cba.media/512857</a></p>
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		<title>Zackie Oh</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/05/zackie-oh/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Isa]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 May 2022 09:40:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 21. September 2018 ist Zacki, ein griechischer LGBTQ+-Aktivist, in Athen umgebracht worden. Eine homophobe Attacke mitten im Zentrum der griechischen Hauptstadt. Über den Tag und die Hintergründe berichtet Isabella und auch über dasempörende Gerichtsurteil. Athen. Wir schreiben den 21. September 2018. Durch die noch vom Sommer aufgeheizten Straßen ertönen schon mittags wirre Stimmen und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="Body"><strong>Am 21. September 2018 ist Zacki, ein griechischer LGBTQ+-Aktivist, in Athen umgebracht worden. Eine homophobe Attacke mitten im Zentrum der griechischen Hauptstadt. Über den Tag und die Hintergründe berichtet Isabella und auch über dasempörende Gerichtsurteil.</strong></p>
<p><span id="more-14828"></span></p>
<p>Athen. Wir schreiben den 21. September 2018.<br />
Durch die noch vom Sommer aufgeheizten Straßen ertönen schon mittags wirre Stimmen und Parolen. „Da wurde jemand umgebracht“, heißt es. Mitten im Zentrum der Wiege der Demokratie, in einem Juwelier in der Glastonos Straße, kam es am helllichten Tag zu einem Mord. In den nächsten Stunden werden Details der Tat bekannt, die eine Welle von Ereignissen lostreten. Den Menschen Athens wird allmählich klar, dass dieser Mord nicht von der Öffentlichkeit unkommentiert bleiben kann. Riesige Menschenströme versammeln sich innerhalb nur weniger Stunden im gesamten Zentrum der Stadt, um zu demonstrieren und gemeinsam zu trauern. „Die Schweine haben Zackie getötet. Zak ist tot.“, heißt es.</p>
<p>Das Opfer? Es handelt sich dabei um den Aktivisten Zak Kostopoulos*, der in der Stadt ebenfalls unter seinem Drag-Namen, Zackie Oh, einen redlichen Bekanntheitsgrad erlangt hatte. Eine zentrale Figur in der Solidaritätsbewegung für die LGTBQ+ Gemeinschaft, HIV-Positive, Sexarbeiter*innen und Migrant*innen.<br />
Sofort wird klar, dass es sich bei dem Verbrechen um eine homophobe Attacke gehandelt haben muss. Stündlich kommen mehr Informationen über den Tathergang ans Licht, die Stimmung kippt. „Η Ζάκι ζει, τσακίστε τους ναζί“ [dt.: Zackie lebt, zerschmettert die Nazis!] lautet die Parole der Demonstration.</p>
<p>Die Täter? Der Besitzer des Juwelierladens und einer seiner Kunden, der eines der führenden Mitglieder einer rechtsextremen Partei in Griechenland ist. Beide behaupten, Zak hätte den Juwelierladen betreten, um ihn bewaffnet und im Drogenrausch auszurauben. Die forensischen Untersuchungen, Augenzeugenberichte und Aufnahmen von Sicherheitskameras zeigen jedoch ein völlig anderes Bild. In Zak Kostopoulos‘ Blut wurden weder Spuren von Drogen gefunden, noch ließen sich seine Fingerabdrücke auf den im Laden sichergestellten Messern finden. Viel eher scheint es, dass sich Zak auf der Flucht vor einer homophoben Attacke auf der Straße hilfesuchend in das Geschäft geflüchtet hat. Die Kameras zeigen, wie er von den beiden Tätern gelyncht wird, während er mit letzter Kraft versucht, die Glasfront des Juwelierladens von Innen mit einem Feuerlöscher zu zerschlagen, um ihnen zu entkommen. Als es ihm endlich gelingt, durch das gesprungene Fenster ins Freie zu gelangen, verlassen ihn seine Kräfte. Er bricht auf dem Bürgersteig vor dem Geschäft zusammen.</p>
<p>Wie auf den Aufnahmen der Kameras sichtbar wird, ist die Polizei zu dieser Zeit schon an Ort und Stelle. Doch anstatt zu helfen oder zu deeskalieren, beteiligen sie sich an dem Blutrausch. Einige der Beamten treten Zak mehrmals gegen den Kopf. Ein anderer Polizist legt dem regungslosen und mit Blut überströmten Opfer Handschellen an und presst ihn mit dem Gesicht nach unten auf den Boden, sodass er keine Luft bekommt. Von erster Hilfe keine Spur.<br />
Noch am Weg ins Krankenhaus erliegt Zak Kostopoulos seinen Verletzungen.<br />
Zackie ist tot.<br />
Athen. Wir schreiben den 21.10.2021.<br />
Der durch die COVID-19 Pandemie um ein Jahr verschobene Gerichtstermin beginnt. 3 Jahre nach der Tat. Auf der Anklagebank sitzen 6 Männer. Der Besitzer des Juwelierladens, besagter rechtsextremer Kunde sowie vier Polizeibeamte. Das medizinische Gutachten stellt fest, dass die Todesursache rein auf die dem Opfer zugefügten Verletzungen durch die Angeklagten zurückzuführen ist. Zugegen ist auch Zaks Mutter, die vor Gericht eine Aussage über ihren Sohn macht und Gerechtigkeit für die schreckliche Tat verlangt.<br />
Das Urteil ist bis dato [16.11.2021] noch nicht gesprochen.</p>
<p>Der Fall Zackie Oh zeigt ein weiteres Mal, dass auf Heteronormativität fundierende Diskriminierungsmechanismen kein Phänomen der Vergangenheit sind. Es sind sehr reale und sehr gefährliche Tendenzen, die es zu bekämpfen gilt.<br />
Wer sich näher mit diesem Fall beschäftigen möchte, oder sich über den weiteren Verlauf des Gerichtsverfahrens informieren möchte, kann dies über folgende Social Media Plattformen und Links tun:<br />
https://zackieohjustice.watch/en/<br />
https://www.facebook.com/justice4ZakZackie/<br />
https://thinkbricks.gr/shop/accessories/brooches/support-zackie-oh/</p>
<p>* Zak Kostopoulos wurde im August 1985 als Sohn griechischer Auswanderer in Amerika geboren und kam im Alter von 7 Jahren mit seinen Eltern zurück nach Griechenland. In der dörflichen Gegend, in der er fortan heranwuchs, merkte er schnell, dass er den Männlichkeitsansprüchen der dortigen Gesellschaft nicht entsprach. Bis zu seinem Coming-Out sollte es allerdings noch bis zu seinem Umzug nach Athen, wo er Schauspiel studierte, dauern. Sowohl auf sein Coming-Out, als auch auf seine eigene HIV-Infizierung reagierten seine Eltern unterstützend. Erst nach und nach merkte er, dass seine persönlichen Erfahrungen mit Unterdrückung und homophoben Attacken keine bloßen unglücklichen persönlichen Erfahrungen sind, sondern das Symptom gesellschaftlicher und politischer Mechanismen. Zak Kostopoulos widmete sein ganzes Leben dem Aktivismus und dem Kampf für die Gleichstellung von Menschen, die keine heteronormativen Rollen erfüllen, oder aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Herkunft Opfer von Hass und Gewalt werden. Er arbeitete ehrenamtlich bei dem HIV-Testzentrum Positive Voice und fand in seiner Kunst das richtige Ventil, um seine Erlebnisse zu verarbeiten, Menschen zu unterhalten und dabei zu erreichen. 2012 entstanden die ersten Drag-Performances von Zackie Oh!, einer ehemals zur gehobenen Gesellschaft gehörenden Dame, die in ihrem sozialen Status gefallen war und nun als Prostituierte durch die Straßen Athens zog. Zackie, wie auch Zak, propagierte stets eine antirassistische und antihomophobe Haltung. Ihr ganzes Dasein war von einer friedlichen und Liebe predigenden Eistellung geprägt.</p>
<p>UPDATE vom 03.05.2022<br />
Im Fall ‚Zackie Oh‘ wurde am Dienstag, den 03.05.2022, das erste Urteil gesprochen.<br />
Das Gericht hat entschieden, dass die Schuld der Angeklagten Dimopoulos und Chortarias für die Straftat der Körperverletzung mit Todesfolge (nicht Mord) anerkannt wird.<br />
In Bezug auf die angeklagten Polizisten entschied das Gericht, sie freizusprechen.<br />
Genauer:<br />
Dimopoulos: Schuldig wegen Körperverletzung mit Todesfolge<br />
Chortarias: schuldig der Körperverletzung mit Todesfolge<br />
Polizeibeamte:<br />
Rusakos: Freispruch,<br />
Seferis: Freispruch<br />
Tsopanis: Freispruch<br />
Alexandris: Freispruch</p>
<p>Was das bedeutet:<br />
Das von dem (fragwürdig) unabhängigen Gericht gesprochene Urteil ist für die Familie und Freund*innen von Zak Kostopoulos sowie für die Aktivist*innen und Mitglieder der LGBTQI+ Gemeinschaft in ganz Griechenland ein Schlag ins Gesicht.</p>
<p>Die Strafe von 10 Jahren, die der schuldig gesprochene Juwelierladenbesitzer Dimopoulos aufgrund seines Alters (77) im Hausarrest absitzen darf und der Rechtsextreme Chortarias im Gefängnis verbringen wird, ist für eine*n jede*n mit einem halbwegs intakten Gerechtigkeitssinn in vielerlei Hinsicht zu mild. Den Mord an Zackie Oh zu einer Körperverletzung mit Todesfolge herabzustufen, bedeutet, die Täter nicht als das anzuerkennen, was sie in Wahrheit sind: Mörder.<br />
Das gleiche gilt für die 4 Polizeibeamten, deren Beteiligung an dem Mord sich durch einschlägiges Videomaterial nachvollziehen lässt. Ihr Freispruch lässt an der Gerechtigkeit und Sinnhaftigkeit der Justiz zweifeln. Denn wozu braucht mensch eine Justiz, die sich davor scheut, Mörder und Straftäter zu verurteilen, bloß weil sie Teil der Exekutive sind?<br />
Das aggressive Auftreten der Polizei bei der rund 5000 Menschen starken Demonstration am Abend der Urteilsverkündung lässt ebenfalls darauf schließen, dass der Freispruch ihrer Kollegen den Polizeieinheiten ein weiteres Mal das Selbstvertrauen gestärkt hat zu wissen, dass sie für ihre Gewaltakte nicht bestraft werden.<br />
Trauer und Wut haben sich über die Straßen Athens gelegt. Die einzige Hoffnung bleibt, dass dieser Fall noch einmal vor einem höheren Gericht aufgerollt werden kann. Doch das kann noch Jahre dauern.</p>
<p>Zak Kostopoulos Mutter veröffentlichte noch am Dienstagabend eine Nachricht an die Öffentlichkeit. [Anm.: Übersetzung der Autorin] :<br />
Heute war der erste Schritt, um den Mord an Zak vor Gericht zu stellen. Ich werde euch nicht sagen, wie ich mich fühle, aber ich werde euch beschreiben, was ich denke.<br />
Ich denke an den Juwelier Dimopoulos. Ich denke an ihn, wie er in seinem Haus gefangen ist, wie mein Kind in seinem Laden, wie er versucht, seinen Enkelkindern zu erklären, warum Opa nicht mit ihnen spazieren gehen kann.<br />
Ich denke an den Makler Chortaria, wie er versucht, seinen Insassen im Gefängnis zu erklären, dass er einen Mann brutal getreten habe, „um die Menge zu schützen“, die seine kriminellen Handlungen per Video aufzeichnete, damit sie sie später verkaufen und damit Geld verdienen könnten.<br />
Ich denke an die &#8222;unschuldigen&#8220; Polizisten, die versuchen, ihren Familien zu erklären, dass ihre Aufgabe darin besteht, Täter zu fassen, aber auch einen Verletzten zu schlagen, zu treten und auf den Bürgersteig zu ziehen und ihn vor ihren Augen sterben zu lassen und die Schuld danach einander zuzuschieben.</p>
<p>Ich denke an Zak hoch am Himmel, wie er überall tonnenweise Glitzer verstreut, der überall klebt und nicht abgewaschen werden kann.<br />
Es wird denen bleiben, die ihn berührten, mit ihm sprachen, ihn ansahen, ihn lasen, ihn verteidigten und für immer und ewig an ihn dachten.</p>
<p>Seine Mutter<br />
Eleni Kostopoulou</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ciocia Wienia – Kriegsverbrechen, Vergewaltigung und das Abtreibungsverbot in Polen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Isa]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 May 2022 09:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Schwangerschaftsabbruch]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualisierte Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[TW Sexualisierte Gewalt/Vergewaltigung Vergewaltigung wird auch im aktuellen Krieg in der Ukraine von Soldaten als Mittel der Gewalt und Demütigung eingesetzt. Isa schreibt über die gewaltvolle Situation vieler Frauen auch nach der Flucht und stellt NGOs vor, bei denen die Frauen Hilfe bekommen. Das Recht auf (sichere) Abtreibung ist eine der wichtigsten Errungenschaften des feministischen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>TW Sexualisierte Gewalt/Vergewaltigung</strong></p>
<p><strong>Vergewaltigung wird auch im aktuellen Krieg in der Ukraine von Soldaten als Mittel der Gewalt und Demütigung eingesetzt. Isa schreibt über die gewaltvolle Situation vieler Frauen auch nach der Flucht und stellt NGOs vor, bei denen die Frauen Hilfe bekommen.</strong></p>
<p><span id="more-14794"></span></p>
<p>Das Recht auf (sichere) Abtreibung ist eine der wichtigsten Errungenschaften des feministischen Kampfes im letzten Jahrhundert. Dass es nun – im Jahre 2022 wohlgemerkt – vermehrt Diskussionen über eine erneute Abschaffung des Abtreibungsrechts in manchen Ländern gibt, ist in vielerlei Hinsicht erzürnend. Die schockierenden Nachrichten über einen solchen Gesetzesentwurf in den USA haben die Diskussion neu entfacht. Doch auch in der Europäischen Union gibt es Mitgliedstaaten, deren Abtreibungspolitik seit Jahren zunehmend strenger wird.<br />
Seit Jahren ist die immer strenger werdende „Pro-Life“ Einstellung im streng katholischen Land Polen im Zentrum der Kritik vonseiten der EU sowie der Frauen, die in dem Land leben. Jedes Jahr sterben Frauen mitunter daran, dass der bereits im Mutterleib verstorbene Fötus nicht aus dem entfernt wird, was zu tödlichen Blutinfektionen im Körper führt. Die LGBTQ+-feindliche Haltung der polnischen Regierung hat weiters dazu geführt, dass das Land in den letzten Jahren immer wieder von der EU sanktioniert wurde. Im Lichte der rezenten Geschehnisse in der Ukraine, offenbart die Abtreibungspolitik Polens eine weitere scheußliche Dimension:<br />
Im Zuge des Angriffskrieges vonseiten Russlands auf die Ukraine hat sich Polen zu einem solidarischen Nachbarland und einer sicheren Auffangstation für Geflüchtete aus der Ukraine stilisiert. Die kritische Haltung gegenüber Polen schien vor allem in der Anfangsphase des Krieges fast wie weggeblasen. Doch schon bald kristallisieren sich die Schwierigkeiten der Geflüchteten in Polen heraus. Frauen und Kinder verschwinden an den Grenzübergängen. Neonazis und Hooligans aus der Gegend attackieren gezielt die Menschenströme, die nach Polen flüchten.<br />
Neben der offensichtlich rassistischen Haltung der polnischen Regierung gegenüber Geflüchteten aus Afghanistan oder Syrien, die seit Monaten an der Grenze zwischen Polen und Belarus ausharren müssen, stehen die ukrainischen Geflüchteten, die es beim Grenzübertritt durchaus einfacher haben, vor einem anderen Problem.</p>
<p>Frauen, die in der Ukraine durch Vergewaltigung schwanger wurden, haben in Polen keine Möglichkeit, eine Abtreibung durchführen zu lassen. Während es in der Ukraine legal ist, bis zur 12. Schwangerschaftswoche eine Abtreibung durchzuführen, werden Frauen sowie Ärzte, die solche Prozeduren in Polen durchführen, zu Haftstrafen von bis zu 5 Jahren verurteilt. Die Organisation Abortion Without Borders meldete vergangene Woche, dass sich seit Anfang März bereits 200 Ukrainerinnen wegen Abtreibungen an sie gewandt hätten.<br />
Sexualisierte Gewalt und Vergewaltigungen sind ein grausames Mittel der Kriegsführung und passieren oft organisiert. Das Ziel solcher Grausamkeiten ist, das soziale Gefüge in den Soldatentruppen der Gegner und somit eine Demoralisierung der gegnerischen Truppen herbeizuführen. Den Männern an der Front soll dadurch vermittelt werden, dass sie nicht in der Lage sind, ihre „eigenen“ Frauen und Kinder zu schützen, während sie im Schützengraben liegen.<br />
Seit Jahren gibt es anonyme Gruppen von Aktivist*innen, die Polinnen und in jüngster Zeit Ukrainerinnen, die nach Polen geflüchtet sind, die Möglichkeit geben, für eine sichere und legale Abtreibung ins Ausland zu fahren. Die Frauen werden dort untersucht und informiert sowie moralisch und emotional unterstützt.<br />
Alle diese Organisationen sind NGOs und finanzieren sich durch Spenden. Wer sich näher zu dem Thema informieren möchte und sie unterstützen will, kann dies auf den folgenden Websites tun:</p>
<p><strong>Ciocia Czesia ist die Anlaufstelle in Tschechien.</strong><br />
https://ciociaczesia.pl/<br />
<strong>Ciocia Wienia ist eine Schwesternorganisation in Wien.</strong><br />
https://ciociawienia.net/de#about<br />
<strong>In Berlin operiert die Organisation Ciocia Basia</strong><br />
https://www.facebook.com/ciociabasiaberlin</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Süß</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/01/suess/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Isa]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jan 2022 07:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns sehr, mit Isa eine weitere neue Autorin hier auf meinTestgelände begrüßen zu dürfen! Isa hat das Buch &#8222;Süß&#8220; der Journalistin Ann-Kristin Tlusty gelesen und für uns besprochen. Worum es geht? Das lest ihr hier. Sanft. Süß. Zart. Diese Attribute werden Frauen nicht nur zu- und vorgeschrieben, sondern teilweise auch von ihnen selbst]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns sehr, mit Isa eine weitere neue Autorin hier auf meinTestgelände begrüßen zu dürfen! Isa hat das Buch &#8222;Süß&#8220; der Journalistin Ann-Kristin Tlusty gelesen und für uns besprochen. Worum es geht? Das lest ihr hier.</strong></p>
<p><span id="more-14366"></span></p>
<p>Sanft. Süß. Zart. Diese Attribute werden Frauen nicht nur zu- und vorgeschrieben, sondern teilweise auch von ihnen selbst internalisiert. Wie kommt es, dass Frauen in Zeiten eines salonfähigen und weitverbreiteten Feminismus immer noch die Aufgabe zukommt, als Zuckerguss auf dem von Männern dominierten Alltag zu fungieren? Und wie haben sich solche zuckrigen Ansprüche an Weiblichkeit nahezu unbemerkt in feministische Ansätze eingewoben? Vor diesen Fragen nimmt die Streitschrift von Ann-Kristin Tlusty ihren Ausgang. Zudem stellt sie schon zu Beginn ihrer Schrift klar, dass sich ihr Weiblichkeitsbegriff auf alle Menschen bezieht, die sich als Frau fühlen und nicht bloß jene, die als solche geboren werden. Intelligent, nahbar und authentisch analysiert die Autorin die Sphären der sanften, sich stets selbst aufopfernden; der süßen, sexuell verfügbaren sowie der zarten, anmutig schwächlichen Frau und bettet sie in einen Kontext von Macht und Ohnmacht, ökonomischer Ungleichheit und fragwürdiger sexueller Mündigkeit ein.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die sanfte Frau geht vollkommen in ihrer Aufgabe als Pflegerin und Ernährerin auf, ohne sich dabei zu beschweren. Aus diesem Grund ist die sanfte Frau oftmals in Pflegeberufen anzutreffen, die ihrerseits innerhalb einer neoliberalen und kapitalistischen Gesellschaft vernachlässigt werden und unterbezahlt sind. Diese Sanftheit resultiert, so Tlusty, aus dem gesellschaftlichen Anspruch an Frauen, sich stets mütterlich und aufopfernd zu verhalten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die süße Frau wird von anderen – aber auch von sich selbst – als eben solche empfunden. Schüchtern kichert sie, wenn sich Männer auf der Tanzfläche an sie anschmiegen, obwohl sie sich dabei eigentlich alles andere als wohl fühlt. Hauptsächlich ist die süße Frau aber eines: sexuell befreit bzw. jederzeit sexuell verfügbar. Diesen Anspruch an sexuelle Offenheit um jeden Preis verortet die Autorin in den feministischen Bewegungen der 1960er Jahre und analysiert diese Sphäre vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Lebensrealität. Um als Feministin zu gelten, scheint ein offenherziger Umgang mit Sex unumgänglich.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der Sphäre der zarten Frau, der in dem Buch ebenfalls Beachtung geschenkt wird, begegnet man häufig in medialen Darstellungen von Weiblichkeit. Anmutig schwächlich ziert diese Frau leicht bekleidet und dementsprechend fröstelnd die bunten Seiten diverser Modemagazine. Man trifft die zarte Frau natürlich sehr oft auf Kinoleinwänden, während sie als Schönheit darauf wartet, von einem Mann aus einer brenzligen Lage gerettet zu werden (ohne dass dabei ihr Make-Up verwischt, selbstverständlich).<span class="Apple-converted-space">   </span></p>
<p>In erster Linie dient dieses Buch der Auseinandersetzung mit den antifeministischen Unterdrückungsmechanismen in unserer Gesellschaft. Tlusty stellt sich aber ebenfalls vehement gegen eine Ansammlung feministischer Strömungen, die sie unter dem Namen ‚Potenzfeminismus‘ subsumiert. Unter Potenzfeminismus versteht sie all jene feministischen Strömungen, die auf verschiedensten Social Media Plattformen Konzepte wie Female Empowerment und radikale Selbstliebe propagieren und dabei außer Acht lassen, dass sich die Kämpfe des Feminismus nicht rein auf einer individuellen Ebene ausfechten lassen. Vielmehr bedarf es grundlegender, kollektiver Bemühungen, um einen gesellschaftlichen Wandel herbeizuführen und dem klebrigen Stigma der süßen Frau ein Ende zu setzen.</p>
<p>Eine Leseempfehlung für alle, die sich sowohl mit den zeitgenössischen feministischen Strömungen als auch mit ihren eigenen Ansprüchen an Weiblichkeit kritisch auseinandersetzen wollen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Das Buch findet ihr <a href="https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/suess/978-3-446-27101-2/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier</strong></a>.</li>
</ul>
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