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	<title>Luisa Galli &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Luisa Galli &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Der Umweg als Regel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Luisa Galli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 May 2026 09:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Berufsorientierung]]></category>
		<category><![CDATA[Coming of Age]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Manchmal verläuft das Leben ganz anders, als man denkt. Von der Tagesschau-Moderatorin über die Alternative Bundeskanzlerin bis zur Begleiterin – der Weg ist oft ein Umweg. Luisas Text zeigt, wie gesellschaftliche Erwartungen und Geschlechterrollen unsere Entscheidungen beeinflussen. Es kommt oft anders, als man denkt Vor allem, wenn es um den eigenen Weg geht. Auch ich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Manchmal verläuft das Leben ganz anders, als man denkt. Von der Tagesschau-Moderatorin über die Alternative Bundeskanzlerin bis zur Begleiterin – der Weg ist oft ein Umweg. Luisas Text zeigt, wie gesellschaftliche Erwartungen und Geschlechterrollen unsere Entscheidungen beeinflussen.</strong><span id="more-17491"></span></p>
<h3>Es kommt oft anders, als man denkt</h3>
<p>Vor allem, wenn es um den eigenen Weg geht. Auch ich dachte lange, es gäbe diesen einen Lebensplan, der einfach funktioniert, wenn ich mich nur genug anstrenge.</p>
<p>Es begann als Grundschulkind, da wollte ich Tagesschau-Moderatorin werden, weil ich so gern redete. Bis ich gemerkt habe, dass ich nicht neutral bleiben will. Als Teenager wollte ich dann als alternative Bundeskanzlerin werden. Bis mir klar wurde, dass dieser Weg Parteistrukturen braucht, die ich so nicht wollte. Heute, als junge Erwachsene, geht es mir mehr darum, andere dabei zu unterstützen, sich selbst zu helfen.</p>
<p>Ich bin also durch drei Phasen gegangen, mit drei völlig unterschiedlichen Richtungen. Die Wendepunkte waren dabei immer ähnlich. Es waren keine großen Entscheidungen, sondern eher ein leises Gefühl, dass etwas nicht mehr stimmt. Genau da wird es schwierig, denn wir wachsen stets in einem Spannungsfeld zwischen eigenen Wünschen und den Ansprüchen von außen auf. Sich darin zu finden, erzeugt Druck. Und schnell passiert es, dass man sich daran orientiert und nicht mehr an sich selbst. Dass Entscheidungen sinnvoll wirken, aber sich nicht richtig anfühlen – so wie es bei mir der Fall war – ist dann die Konsequenz. Deswegen ist die Reflexion mit sich selbst auch so wichtig. Wer bin ich? Wer will ich sein? Wovor habe ich Angst?</p>
<p>So gelingt es, bei sich zu bleiben. Denn Außenstehende wissen nie so viel wie man selbst. Für Außenstehende wirkt vieles riskanter als für einen selbst. Deswegen ist es kein Maßstab, sondern nur eine Perspektive von vielen. Wenn sich etwas richtig anfühlt, reicht das oft als Ausgangspunkt. Und selbst wenn es nicht aufgeht, bleibt etwas: die Erfahrung.</p>
<p>Bei mir verlief es von der Moderatorin zur Kanzlerin zur Begleiterin. Drei Richtungen ohne einen roten Faden. Aber jede davon hat etwas hinterlassen. Und genau deshalb kommt es oft anders, als man denkt. Vielleicht sogar viel besser.</p>
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		<title>Gleichberechtigung beginnt im Geldbeutel</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/04/gleichberechtigung-beginnt-im-geldbeutel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Luisa Galli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2026 14:38:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Cash & Care]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
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					<description><![CDATA[Luisa zeigt, warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen mehr ist als nur Einkommen: Sie ist Freiheit, Schutz und die Möglichkeit, das eigene Leben selbst zu bestimmen. Wer über Geld verfügt und entscheidet selbstbestimmt. Und genau hier beginnt echte Gleichberechtigung. Seit ich vierzehn bin, arbeite ich. Zunächst waren es kleine Honorare für Moderationen, später Schichten als Kellnerin,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Luisa zeigt, warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen mehr ist als nur Einkommen: Sie ist Freiheit, Schutz und die Möglichkeit, das eigene Leben selbst zu bestimmen. Wer über Geld verfügt und entscheidet selbstbestimmt. Und genau hier beginnt echte Gleichberechtigung.</strong><span id="more-17411"></span></p>
<p data-ccp-border-bottom="0px none #000000" data-ccp-padding-bottom="0px" data-ccp-border-between="0px none #000000" data-ccp-padding-between="0px"><span data-contrast="none">Seit ich vierzehn bin, arbeite ich. Zunächst waren es kleine Honorare für Moderationen, später Schichten als Kellnerin, parallel zum Abitur und zur freien Arbeit in der politischen Bildung. Heute kann ich mich auf diesen Bereich konzentrieren. Was erst als pragmatische Notwendigkeit begann, wurde zu einer Erfahrung von Selbstwirksamkeit. Denn Arbeit war für mich nie nur Einkommensquelle, sondern ein Instrument der Freiheit.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;134245418&quot;:false,&quot;134245529&quot;:false,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335557856&quot;:4278190080,&quot;335559685&quot;:0,&quot;335559731&quot;:0,&quot;335559737&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:240,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p data-ccp-border-bottom="0px none #000000" data-ccp-padding-bottom="0px" data-ccp-border-between="0px none #000000" data-ccp-padding-between="0px"><span data-contrast="none">Für Frauen ist dieses Instrument historisch betrachtet jung. Bis 1977 durften verheiratete Frauen in Deutschland nur mit Zustimmung ihres Ehemannes erwerbstätig sein. Die Verfügung über ihre Arbeitskraft stand unter Vorbehalt, ein Zustand, der heute kaum vorstellbar ist. Die wirtschaftliche Eigenständigkeit von Frauen war zu der Zeit keineswegs eine Selbstverständlichkeit, sondern eine juristisch regulierte Ausnahme. Denn wer über das Einkommen entscheidet, entscheidet über Lebenswege. Schon Louise Otto-Peters, eine zentrale Figur der ersten Frauenbewegung in Deutschland, betonte, dass Frauen nur dann wirklich frei sein können, wenn sie finanziell auf eigenen Füßen stehen.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;134245418&quot;:false,&quot;134245529&quot;:false,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335557856&quot;:4278190080,&quot;335559685&quot;:0,&quot;335559731&quot;:0,&quot;335559737&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:240,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p data-ccp-border-bottom="0px none #000000" data-ccp-padding-bottom="0px" data-ccp-border-between="0px none #000000" data-ccp-padding-between="0px"><span data-contrast="none">Diese historische Perspektive verändert den Blick auf die Gegenwart. Wenn heute über Gleichberechtigung gesprochen wird, geschieht das häufig in kulturellen Kategorien wie Sichtbarkeit oder Sprache. Doch die materielle Dimension bleibt dabei oft außen vor, obwohl sie so zentral ist. Denn ohne ökonomische Eigenständigkeit bleibt Freiheit prekär. Diese historische Schieflage wirkt nach, auch wenn sich die Gesetzeslage verändert hat. Wer eigenes Einkommen hat, kann Beziehungen freier gestalten. Eine Frau kann bleiben, weil sie will, nicht weil sie muss. Diese Differenz ist existenziell.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;134245418&quot;:false,&quot;134245529&quot;:false,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335557856&quot;:4278190080,&quot;335559685&quot;:0,&quot;335559731&quot;:0,&quot;335559737&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:240,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p data-ccp-border-bottom="0px none #000000" data-ccp-padding-bottom="0px" data-ccp-border-between="0px none #000000" data-ccp-padding-between="0px"><span data-contrast="none">Natürlich ist nicht jede Erwerbsarbeit automatisch emanzipatorisch. Arbeitsverhältnisse können auch in Deutschland erschöpfen. Auch ich kenne Tage, an denen ich kaum geschlafen habe, weil ich bis in die Nacht gearbeitet habe und am nächsten Morgen wieder im Unterricht saß. Doch selbst in der Anstrengung lag eine existenzielle Erfahrung, da ich für mich selbst verantwortlich war. Ich finanzierte mein Leben durch Arbeit und diese Verantwortung veränderte wiederum mein Selbstbild. Es ist also kein Zufall, dass frühe Feministinnen der ersten Welle die wirtschaftliche Unabhängigkeit ins Zentrum stellten. Sie wussten, dass weibliche Freiheit ohne materielle Basis reine Symbolik war.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;134245418&quot;:false,&quot;134245529&quot;:false,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335557856&quot;:4278190080,&quot;335559685&quot;:0,&quot;335559731&quot;:0,&quot;335559737&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:240,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p data-ccp-border-bottom="0px none #000000" data-ccp-padding-bottom="0px" data-ccp-border-between="0px none #000000" data-ccp-padding-between="0px"><span data-contrast="none">Wenn wir also in diesen Tagen die Frage nach der Gleichberechtigung ins Zentrum stellen, sollten wir uns an alle Kämpferinnen mit ihren Botschaften vor uns erinnern. Daran, dass mögliche Abhängigkeiten, die aus Machtgefügen entstehen, selten romantisch sind. Wir sollten uns auch daran erinnern, dass in einer kapitalistischen Ordnung Geld ein Machtmedium ist. Das muss man nicht feiern, um es anzuerkennen. Solange jedoch wirtschaftliche Ressourcen über Handlungsspielräume entscheiden, bleibt die Frage nach finanzieller Unabhängigkeit zentral. Für Frauen bedeutet eigenes Einkommen nicht nur Konsumfähigkeit. Es bedeutet eben auch Schutz, Entscheidungsfreiheit und Würde.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;134245418&quot;:false,&quot;134245529&quot;:false,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335557856&quot;:4278190080,&quot;335559685&quot;:0,&quot;335559731&quot;:0,&quot;335559737&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:240,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
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		<title>Zwischen Stoff und Stimme</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/01/zwischen-stoff-und-stimme/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Luisa Galli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jan 2026 09:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Kleidung]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Stimme]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit 15 leitet Luisa ihre ersten Sitzungen und merkt schnell: Bevor Frauen gehört werden, werden sie gesehen. Ein Text über Kleidung, Macht und warum Sichtbarkeit in der Politik nie neutral ist. Ich erinnere mich noch gut an die ersten politischen Sitzungen, die ich leitete als Vorsitzende. Doch die prägendste musste wohl im Sommer 2023 gewesen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit 15 leitet Luisa ihre ersten Sitzungen und merkt schnell: Bevor Frauen gehört werden, werden sie gesehen. Ein Text über Kleidung, Macht und warum Sichtbarkeit in der Politik nie neutral ist.<span id="more-17272"></span></strong></p>
<p>Ich erinnere mich noch gut an die ersten politischen Sitzungen, die ich leitete als Vorsitzende. Doch die prägendste musste wohl im Sommer 2023 gewesen sein. Fünfzehn Jahre alt war ich an diesem Nachmittag und hatte vorher alles vorbereitet. Ich trug dabei eine knallpinke Hose, ein bauchfreies Top, Wimperntusche. Für mich war das kein großes Statement, sondern einfach ich. Doch das sahen viele anders. Als nach und nach die ersten Gäste den Raum betraten, war das Erste, was im Raum ankam, nicht mein Wort, sondern mein Körper. Manche lächelten irritiert, andere schauten weg. Und ich fragte mich einfach nur: but why?</p>
<p>An diesem Abend verstand ich jedoch etwas, das mich bis heute begleitet und schmerzt. Nämlich, dass Kleidung für Frauen in der Politik nie nur Kleidung ist, sondern Projektionsfläche für alle anderen. An dieser Stelle könnte man mir entgegenhalten, dass dies bei allen Menschen geschieht. Und ich würde sogar sagen: yes! Alle Menschen werden gesehen, bevor sie gehört werden, aber bei Frauen ist dieses Sehen nie neutral. Ihre Kompetenz bleibt an ihren Körper gebunden. Und dieses Muster ist kein Zufall, sondern ein historisches Erbe.</p>
<p>Über Jahrhunderte galt die öffentliche Rede als männliches Privileg. Schon der Philosoph Aristoteles schrieb: „Frauen haben zwar das Vermögen zur Überlegung (bouleutikon), aber ohne Autorität (akyros).“ Der männliche Körper stand seit der Antike für Vernunft, der weibliche für Irrationalität. Auch in der Aufklärung wurde diese Geschlechtergrenze nur selten infrage gestellt. Der französische Philosoph Rousseau betonte in seiner Pädagogik, dass Frauen lernen sollten, Männern zu gefallen und sich ihnen unterzuordnen.</p>
<p>Dieses Muster zog sich über Jahrhunderte, bis ein Umdenken stattfand. Doch auch nach 1949 passten sich viele Politikerinnen in Deutschland den vorherrschenden männlichen Normen an, um akzeptierter zu werden. Zwar setzte Elisabeth Selbert als eine der vier Mütter des Grundgesetzes mit dem Gleichberechtigungsgebot einen entscheidenden Meilenstein, doch das gesellschaftliche Rollenverständnis blieb träge. Viele Politikerinnen jener Zeit orientierten sich bewusst an männlichen Konventionen, um ernst genommen zu werden. Die große Frage war: Anpassung mit Ohnmacht oder Selbstbestimmung mit Konsequenzen.</p>
<p>Ich für mich habe irgendwann aufgehört, diesen Widerspruch zu bekämpfen. Stattdessen versuche ich, ihn zu nutzen. Wenn ich heute zu einer Sitzung gehe, teile ich mein Outfit auf Instagram, weil es Teil meiner Sprache ist. Ich mag meine Adidas-Joggi, ich mag jede Kollegin, die selbstbestimmt durch das Rathaus zieht, und ich mag, wenn wir unsere Subjekthaftigkeit ausleben.</p>
<p>Für mich bedeutet ein gleichberechtigter Blick auf Politik nicht nur, dieselben Ämter zu besetzen, sondern sich darin auch zeigen zu dürfen, wie frau möchte.</p>
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