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	<title>Marv &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Lass mal wieder Kind sein!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/06/lass-mal-wieder-kind-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marv]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jun 2026 10:19:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Coming of Age]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein poetischer Text über die Sehnsucht, sich Leichtigkeit, Fantasie um den Blick des inneren Kindes zu bewahren. Zwischen Alltagsdruck und Erwachsenenerwartungen erinnert Marvmallow daran, dass Lebensfreude oft dort beginnt, wo man wieder spielerisch auf die Welt schaut. Du stehst vorm Spiegel im Bad. 1001 Cremes füllen den Schrank. Du schaust dich an: Die Haut war]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein poetischer Text über die Sehnsucht, sich Leichtigkeit, Fantasie um den Blick des inneren Kindes zu bewahren. Zwischen Alltagsdruck und Erwachsenenerwartungen erinnert Marvmallow daran, dass Lebensfreude oft dort beginnt, wo man wieder spielerisch auf die Welt schaut.</strong><span id="more-17519"></span></p>
<p>Du stehst vorm Spiegel im Bad.</p>
<p>1001 Cremes füllen den Schrank. Du schaust dich an:</p>
<p>Die Haut war schon mal straffer, frischer und wacher; da sind erste Falten, vom Feiern, vom Lachen, vom Ärgern über Steuererklärung und Politik und von der ewigen Frage, was es morgen zu essen gibt. Was … ist nur mit dir passiert?!</p>
<p>Dein Blick ist müde und leer. Erwachsen sein wirkt einfach nur schwer und verkehrt. Wo ist denn die leichte Zeit geblieben? Wann hast du unterschrieben, so zu leben?</p>
<p>Hättest du das alles vorher gewusst, dann hättest du den AGBs nie zugestimmt, anstatt Kind endlich erwachsen sein zu dürfen. Denn nun erwartet die Gesellschaft von dir, dass du dich entsprechend verhältst. Dass du Verantwortung übernimmst, Geld verdienst. Dass du genau weißt, was du willst, und am besten bald eigene Kinder kriegst.</p>
<p>Doch das alles sind starre Schablonen, die sich nicht lohnen, auszumalen.</p>
<p>So bist du vielleicht gar nicht; so wolltest du nie sein!</p>
<p>Nein, du wolltest noch etwas länger Kind sein; frei sein. Völlig losgelöst davon, was andere sagen und erwarten. Und du begreifst langsam: Das ist schwer mit 18, 35 oder 70. Verdammt schwer, …</p>
<p>aber nicht unmöglich. Mir geht es genauso! Du bist nicht allein mit diesem Gefühl.</p>
<p>Darum komm! Nimm meine Hand! Und zusamm’n schlüpfen wir dann durchs Rabbit-Hole und besuchen Alice in ihrem Wunderland. Dort gibt es erst einmal eine Tasse Tee, oder auch fünf Tassen – hier kannst du nichts verpassen und die Fünfe gerade sein lassen.</p>
<p>Lass mal alles liegen und steh’n (auch die Antifaltencreme!) und lass lieber mal wieder schaukeln geh’n. So doll, dass die Angeln quietschen; so doll, dass wir quietschen – vor Freude, als wär‘s das allergrößte Heute. Denn das ist es!</p>
<p>Lass nochmal Schwung holen. So doll, dass wir abheben, die ganze Welt aus den quietschenden Angeln heben und über allen Erwachsenen-Sorgen schweben. Mehr braucht es nicht, glücklich zu sein, in diesem leichten Moment.</p>
<p>Wieder am Boden angekommen: Lass uns rutschen! Und wippen! Einen Eimer Wasser in die Sandkiste kippen und alles durchkneten: schwarze Fingernägel – diese Haptik! Wie ‘n Drogen-Trip, nur krasser und gesünder.</p>
<p>Wir kneten eine riesige Burg aus Sand. Schmücken sie mit bunten Streuseln und Steinen vom Wegesrand. Steine, in allen Formen und Farben; solch wunderschöne Pracht, wie Juwelen aus „1001 Nacht“. Doch: Alle Steine sind gleich viel wert. Denn Kinder urteilen nicht.</p>
<p>Und als die Burg fertig ist, lassen wir sie hinter uns und ziehen weiter. Wir rennen einfach los, ohne Ziel. Wir stolpern bloß über Stock und Stein, und über Hänschen-Klein. … Hoppla! Wir plumpsen hin: „Hoppe hoppe Reiter*in“ – selbst Kinder kriegen das Gendern hin.</p>
<p>Lass mal wieder aufstehen. Dann wirst du sehen: Dieses „Hinfallen“ ist wild! Halb so wild.</p>
<p>Wir blättern durch Stickeralben, ohne Neid, ohne Geiz. Nein, such dir welche aus! Ich schenk sie dir. Und ja, du darfst auch die nehmen mit Glitzer und Filz. (Das waren doch die besten!)</p>
<p>Und so strahlst du wieder, voller „Daylight in your eyes“ – und in der Hand ein Eis: Du ein Bum-Bum und ich ein Mini-Milk-Vanille. Arm in Arm am Strand genießen wir … die Stille.</p>
<p>Aber nicht allzu lange: Mit Captain Balu und seiner tollkühnen Crew geht’s im Nu nach Neverland. Hier essen wir mit Peter Pan die nach ihm benannten Burger. Dazu gibt’s Bandsalat und Freibadpommes. Danach sind wir zwar unser ganzes Taschengeld los, doch wir sind trotzdem reich: reich an Fantasie und Leichtigkeit. Da ist kein Zeitdruck. Nur wir und die Sonne und weiße Watte-Wonne. Mehr brauchen wir nicht.</p>
<p>Wir liegen auf dieser Wiese und „Ich sehe was, was du nicht siehst!“ und das ist diese Wolke da: Die sieht aus wie ein Gameboy.</p>
<p>Und die da, wie unser Schicksal.</p>
<p>Und die da drüben! Die sieht aus wie Barbara Schöneberger inklusive der großen … Augen.</p>
<p>Kann meinen kaum trauen, was da alles für Wunder am Himmel zu sehen sind!</p>
<p>Lass dich versinken im Zuckerwatte-Wolkenmeer.</p>
<p>Lass das innere Kind frei aus den Fängen von dieser Frau Stahl.</p>
<p>Lass uns nochmal sitzen bleiben, auf den Dächern dieser Wunderwelt, bis in die Puppen durchquatschen, und damit aufhören, andere zu judgen – alle Menschen sind gleich viel wert. (Außer vielleicht Trump und Nazis.)</p>
<p>Lass mal nicht, typisch erwachsen, immer über ALLES meckern, sondern lieber mit dem Tuschkasten kleckern. Wir malen nichts mehr schwarz, sondern alles kunterbunt. … Und da: eine Sternschnuppe! Was hast du dir gewünscht?</p>
<p>Und du singst: „Ich will ein Haus, ein kunterbuntes Haus. Ein Äffchen und ein Pferd … ?</p>
<p>Nein, will ich gar nicht. Macht viel zu viel Arbeit! Ich… will kein Haus, will nur zufrieden sein, ein Käffchen &#8211; nicht verkehrt, – und wir schauen zum Fenster raus und lachen unbeschwert! So doll, dass wir Schluckauf kriegen.”</p>
<p>Und ich nicke dir zu; du hast es endlich begriffen, ja: Lass mal wieder Kind sein!</p>
<p>Den Kopf aus- und das Herz aufmachen. Wir dürfen im Hühnerstall Motorrad fahr‘n (sofern du ‘ne gute Haftpflicht hast). Wir dürfen schaukeln, rutschen, wippen. Wasser durch die Sandburg kippen – egal, was andere denken. Wir sind niemals zu alt für irgendetwas. Alle Träume sind gleich viel wert. (Außer vielleicht die von Trump und Nazis.)</p>
<p>Bitte hab keine Angst: Jedes Hinfallen ist ‘ne Chance. Alles ist immer noch möglich – mit Leichtigkeit und Fantasie. Sie ist keine Flucht, nein: Fantasie ist nur eine andere Art und Weise, die Realität zu begreifen.</p>
<p><strong>Und die Moral von dem Gedicht:</strong></p>
<p>Unser inneres Kind lebt auch noch mit 18, 35 oder 70.</p>
<p>Wir müssen es nur frei lassen. Uns ‘nen Ruck verpassen und einfach machen, worauf wir Lust haben – egal was andere sagen. Darum, lass mal im Herzen für immer Kind bleiben – weil: Kinder wissen einfach am besten, wie so-richtig-leben geht. Denn irgendwann ist es dafür sonst zu spät.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Toll – 2.600 Wochen dasselbe!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/04/toll-2-600-wochen-dasselbe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marv]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Apr 2026 12:03:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Cash & Care]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
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					<description><![CDATA[Aufstehen, arbeiten, funktionieren und dann wieder von vorne. In seinem neuen Text nimmt Marv den Alltag auseinander, bis klar wird: Es ist nicht nur Routine, es ist ein System, das erschöpft. Wie viel Leben bleibt übrig, wenn alles nur Arbeit ist? Und was passiert, wenn wir anfangen, auszubrechen? (1) Aufstehen – Wecker. Frühstück – lecker.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Aufstehen, arbeiten, funktionieren und dann wieder von vorne. In seinem neuen Text nimmt Marv den Alltag auseinander, bis klar wird: Es ist nicht nur Routine, es ist ein System, das erschöpft. Wie viel Leben bleibt übrig, wenn alles nur Arbeit ist? Und was passiert, wenn wir anfangen, auszubrechen?</strong><span id="more-17442"></span></p>
<p><strong>(1)</strong></p>
<p>Aufstehen – Wecker. Frühstück – lecker. Danach wie immer ins Badezimmer: ein Hoffnungsschimmer. Rein in die Klamotten, dem Tage wohlgesonnen. Frisch gestylt ein Muss, und dann los zum Bus. 8 Stunden Geld verdienen, oder mehr – ist doch nicht so schwer. Denn um 17 Uhr zum Glück geht es schon nach Haus zurück. Etwas Feines essen, die Familie und auch das Sozialleben nicht vergessen. Kurz am Handy das Neueste checken. Bemerken, wie gut die Antipasti heute schmecken, und um 22 Uhr nur noch einschlafen, endlich, friedlich.</p>
<p>Von vorne:</p>
<p>Aufstehen – Wecker! Frühstück – lecker! Danach wie immer ins Badezimmer: ein Hoffnungsschimmer. Rein in die Klamotten, dem Tage wohlgesonnen. Frisch gestylt ein Muss, und dann los zum Bus. 9 Stunden Geld verdienen, oder mehr – ist doch nicht so schwer. Denn um 18 Uhr zum Glück geht’s doch schon nach Haus zurück. Etwas Feines essen, die Familie und auch das Sozialleben nicht vergessen. Kurz am Handy das Neueste checken. Bemerken, wie gut die Chips heute schmecken, und um 22 Uhr nur noch einschlafen, endlich, friedlich.</p>
<p>Von vorne:</p>
<p>Aufstehen – Wecker! Frühstück – lecker! Danach wie immer ins Badezimmer: ein kleiner Hoffnungsschimmer. Rein in die Klamotten, dem Tage wohlgesonnen. Frisch gestylt ein Muss, und dann los zum Bus. 9 Stunden Geld verdienen, oder mehr – ist doch nicht so schwer. Denn um 18 Uhr zum Glück geht’s doch schon nach Haus zurück. Etwas Kleines essen, Familie und Sozialleben nicht vergessen! Kurz am Handy das Neueste checken. Bemerken, wie gut die Chips heute schmecken, und um 23 Uhr doch noch einschlafen, endlich, friedlich.</p>
<p>Von vorne!</p>
<p>Aufstehen – Wecker! Frühstück – lecker?! Danach ins Badezimmer: kein Hoffnungsschimmer. Rein in die Klamotten, dem Tage wohlgesonnen. Frisch gestylt – Muss! LOS! Zum Bus! 10 Stunden Geld verdienen, oder mehr – ist doch nicht so schwer. Denn um 19 Uhr zum Glück geht’s doch schon nach Haus zurück. Etwas Schnelles essen, Familie und Sozialleben vergessen. Kurz oder lang am Handy das Neueste checken. Runterschlucken, ohne zu schmecken, und um 24 Uhr doch nur noch einschlafen. Endlich. Friedlich … oder auch nicht.</p>
<p>Von vorne!</p>
<p>Aufstehen! Wecker! Frühstück FÄLLT AUS! Im Badezimmer: kein Hoffnungsschimmer. Rein in dieselben Klamotten, dem Wochenende wohlgesonnen. Kaum gestylt, Maske auf – MUSS. Los, zum Bus! 10 Stunden Geld verdienen, oder mehr – fällt so tonnenschwer. Denn erst um 19 Uhr zum Unglück geht’s nach Haus zurück. Nichts mehr da zum Essen. Die Familie und dein Sozialleben so gut wie vergessen. Zu lange das Handy checken, nichts mehr fühlen oder schmecken. Und um 24 Uhr doch nur noch einschlafen, endlich, friedlich. Nein, sicherlich nicht.</p>
<p>Ausatmen.</p>
<p>Endlich Wochenende – mal zwei. Doch der Kopf wird nicht auf Knopfdruck frei. Deine Partnerin fragt bereits panisch: „Alles okay bei dir?!“ Und du antwortest wie automatisch: „Joa, und bei dir?“, denn du weißt es selbst nicht mehr.</p>
<p><strong>(2)</strong></p>
<p>Zielstrebig, aber träge arbeitet die Säge an dem Wirtschafts-Ast, auf dem du dich gesetzt hast, mit dem Rücken zur Bürowand, das Smartphone in der Hand. Jede Woche dasselbe. Unsichtbare Erschöpfung. Unentschieden mit dir selbst; du bist nie so recht glücklich und eigentlich unzufrieden mit dem Alltag. Doch „es wird ja so von dir erwartet.“ – ein ewiger Kreislauf. Stetige Erwartung deiner Familie, dieselbige zu ernähren.</p>
<p>Ein Hamsterrad. Tödliches Kettenkarussell, denn deine Zeit verrinnt viel zu schnell. Woche für Woche, Jahr für Jahr. 50 Jahre sind 2.600 Wochen. Hast bislang deine Lebensmasterplanentscheidung nie getroffen. Einfach im Alltag verpasst. Die Arbeit sagt, es ist viel wichtiger, dass du stets weiter- und weiter- und weitermachst – mal 7. Darum arbeitest du in Frieden, kommst irgendwie so gerade eben über die Runden und natürlich hörst du niemals: „Danke für die ganzen unbezahlten Überstunden!“</p>
<p>Denn es geht schon weiter; von vorne, von vorne, von vorne, …</p>
<p>7 Tage sind 1 Woche.<br />
1 Woche mal 2.600.</p>
<p>Toll – 2.600 Wochen dasselbe!</p>
<p>Und dann wirst du verwundert ins Gras beißen, nur um zu begreifen, dass du im ganzen Kapitalismus völlig vergessen hast, das grüne Gras mal zu mähen. Mal das Schöne zu sehen. Mal das Leben zu leben.</p>
<p>Doch noch ist es nicht zu spät. Noch ist es nicht zu spät, etwas zu ändern!</p>
<p>Frag dich mal: 5-Tage-Woche – muss das sein? Arbeit geht von sich aus keine Kompromisse ein. Nein, die Arbeit macht freiwillig keine 4-Tage-Woche oder weniger. Darum ist es echt wichtig, dass du allein (du allein!) das Muster durchbrichst. Überlegst, wie du zufrieden und fair bezahlt lebst. Dass du dich nicht vergleichst.</p>
<p>Keine vorgefertigte Geschlechterrolle aus der Vergangenheit wird dich erfüllen! Sondern bitte fang an, auf dich und deine Intuition zu hören: Was sind deine Bedürfnisse? Was sind deine Ziele? Und wenn du das wieder weißt, dann leb dich aus.</p>
<p>Brich aus diesem unterbezahlten Alltag aus! Er ist ein verdammter Dämon. Er ernährt sich von deiner Routination, lange, lange Zeit schon. Daher wird es sich lohnen, die Routine zu durchbrechen – das kann ich dir versprechen. „Danke für die ganzen unbezahlten Überstunden!“, wird nämlich nicht auf deinem Grabstein stehen, nein.</p>
<p>Es ist an der Zeit, das Leben wieder in vollen Zügen zu schmecken, mit allen Sinnen. Mal wieder aufstehen ohne Wecker, Frühstück wirklich lecker. Um dann draußen, ohne Klamotten, wohlgesonnen und ungestylt, aber mit Sonnenlicht auf deinem Gesicht, fröhlich und nackt das grüne Gras zu mähen. Mal wieder das Schöne ganz bewusst zu sehen.</p>
<p>Alles wahrnehmen: Wärme, Freude, Leichtigkeit. Hoffnung, Zufriedenheit, Liebe und vor allem Selbstliebe. Mal wieder dein Leben selbstbestimmt und kreativ, und nicht nur im Konjunktiv, zu leben.</p>
<p>Darauf kommt es doch an.<br />
Oder nicht?</p>
<p><strong>(3)</strong></p>
<p>Von vorne.<br />
Von vorne, von vorne, von vorne, von vorne.</p>
<p>Nicht unendlich. Nicht unbesiegbar. Unbezahlbar.<br />
Du bist unbezahlbar! Vergiss das nicht.</p>
<p>Von vorne.<br />
Von vorne.</p>
<p>Zu Ende.<br />
Zu… frieden.</p>
<p>Bitte lebe in Frieden,</p>
<p>denn wir haben nur dieses eine Leben,<br />
und Geld ist nicht das Ziel.<br />
Auch der Weg zur Arbeit ist nicht das Ziel,<br />
sondern das Ziel ist selbstbestimmte Zufriedenheit.<br />
Immer.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Spieglein, Spieglein in der Hand</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/12/spieglein-spieglein-in-der-hand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marv]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Dec 2025 09:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
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					<description><![CDATA[Marv wagt einen poetischen Blick auf das, was wir Schönheit nennen und das, was wir wirklich sind.Dieses Spoken-Word-Stück lädt dazu ein, den eigenen Spiegel mit neuen Augen zu sehen: warm, ehrlich und frei von Perfektionsdruck. Ein Moment der Ruhe, der daran erinnert, wie wertvoll es ist, sich selbst zu erkennen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Marv wagt einen poetischen Blick auf das, was wir Schönheit nennen und das, was wir wirklich sind.</strong><br data-start="1388" data-end="1391" /><strong>Dieses Spoken-Word-Stück lädt dazu ein, den eigenen Spiegel mit neuen Augen zu sehen: warm, ehrlich und frei von Perfektionsdruck. Ein Moment der Ruhe, der daran erinnert, wie wertvoll es ist, sich selbst zu erkennen.</strong><span id="more-17234"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nächster Halt: Wunderland. Ausstieg links.</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/09/naechster-halt-wunderland-ausstieg-links/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marv]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Sep 2025 09:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
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					<description><![CDATA[„Nächster Halt: Wunderland.“ – Eine U-Bahn-Fahrt zwischen Hass, Tränen und Hoffnung. Im ersten Text von Marv auf meintestgelände geht es um Mut, Verletzlichkeit und die Kraft des Zusammenhalts. Vorwort: Am 12.6.2016 wurden im „Pulse“, einem schwulen Nachtclub in Orlando, 49 Menschen getötet und 53 verletzt. Im Nachgang fanden einige Gedenkveranstaltungen statt. Dort sang Sia ihren]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Nächster Halt: Wunderland.“ – Eine U-Bahn-Fahrt zwischen Hass, Tränen und Hoffnung. Im ersten Text von Marv auf meintestgelände geht es um Mut, Verletzlichkeit und die Kraft des Zusammenhalts.</strong><span id="more-17100"></span></p>
<p><em>Vorwort: Am 12.6.2016 wurden im „Pulse“, einem schwulen Nachtclub in Orlando, 49 Menschen getötet und 53 verletzt. Im Nachgang fanden einige Gedenkveranstaltungen statt. Dort sang Sia ihren Song „Titanium“ in einer Balladen-Version. Es ist ein Song, der (nicht nur queeren Menschen) Mut macht und ausdrückt, dass wir stärker sind, als wir manchmal glauben. Schon vor jenem Vorfall hatte sie den Song bei LGTB*-Events performt, nach dem Anschlag umso häufiger. Er bestärkt fortan auch das Gemeinschaftsgefühl.</em></p>
<p>U3. Ich sitze am Rande eines Dreier-Sitzes.<br />
Ich trage Brille, Bart und grüne Fingernägel – das heißt, ich bin einfach nur ich selbst.<br />
Fühlt sich gut an.<br />
Zwei Männer steigen in die U-Bahn ein.<br />
Ihre Blicke bleiben an mir hängen, irritiert – und trotzdem setzen sie sich neben mich auf den leeren Dreier-Sitz. Absichtlich.<br />
Sie machen die Beine breit (typisch Mann!) und blicken mich angewidert an, besonders meine Fingernägel.<br />
In meinen Kopfhörern läuft „Titanium“ von Sia. Sie singt mir bestärkend zu: „I’m bulletproof, nothing to lose. Fire away, fire away.“, da höre ich, wie mich die Typen beleidigen: „Schwuchtel. Krankes Schwein!“<br />
Aber von sowas lasse ich mich doch nicht provozieren! …<br />
Dachte ich.<br />
Die beiden Männer reden noch lauter. Absichtlich! Sie meinen: „Es gibt ja zum Glück noch genug alte KZs. Da MUSS man solche Leute alle verbrennen.“ Sie lachen eklig und rutschen mir noch dichter. Es riecht nach Alkohol und braunem Hass.<br />
Obwohl sie mich nicht kennen, sagen sie solch unmenschliche Dinge. Und obwohl ich sie nicht kenne, verliere ich eine Träne. Denn es macht mich traurig… nein: wütend. Es macht mir Angst. Will sagen „Es reicht jetzt!“, aber ich bleibe still.<br />
Denn „Bulletproof und Nothing to loose“ stimmen nicht: Die Würde mag unantastbar sein, mein Körper ist es nicht. Ich habe hier sehr wohl etwas zu verlieren: z.B. meine restlichen Zähne, und ich möchte auch nicht verbrannt werden, nur weil ich ICH selbst bin.</p>
<p>Endlich tönt es: „Ding-dong! Nächster Halt: Sierichstraße, Ausstieg links“, auch wenn die Situation hier gerade sehr rechts ist.<br />
Ich stehe auf.<br />
Die beiden Männer brüllen noch irgendwas von „Hoffentlich kriegt er AIDS und verreckt daran“, doch niemand anderes im Zug scheint es mitzubekommen.<br />
Ich steige aus. Nächster Zug in 4 Minuten.<br />
Ich warte nahe der Notrufsäule.<br />
Neben mir steht eine junge Frau mit einer Katze auf dem Arm und einem Buch in der Hand: „Alice im Wunderland“. Sie lächelt mich hoffnungsvoll an.<br />
Ich schaue weg, aus Scham, sie könnte meine Tränen sehen.<br />
Erst einmal kurzer Reality-Check in der Amygdala: Sie meldet noch immer Alarm. Der Puls schlägt bis in die Ohren. Ich zittere. Tränen laufen meinen Wangen herunter. All das wegen dieser eben erlebten verbalen Gewalt.<br />
Sie verletzt genauso, wie körperliche Gewalt.<br />
Wenn du „Glück“ hast, dann triggert sie „nur“ ein ganzes Trauma. Und das hat nichts damit zu tun, dass du schwach oder empfindlich wärst, oder dass du „ein dickeres Fell“ bräuchtest – nein, Manfred, das sind keine echten Ratschläge. Das sind nur Schläge!<br />
Ich meine: Ist es noch sicher, alleine unterwegs zu sein?<br />
Wer würde mir helfen, wenn etwas Schlimmeres als eben passiert?<br />
Andere Fahrgäste, die im Handy vertieft sind?<br />
Das Pfefferspray, das ich erst ab 18 besitzen darf?<br />
Die Polizei, deine Freundin und Helferin? (Dieselbe Polizei, die zuletzt von hinten eine Person of Colour erschießt, während die Bodycams ausgeschaltet sind?) …<br />
Weiß nicht.<br />
Ist wohl wahrscheinlicher, dass die junge Frau neben mir wirklich diese „Alice“ ist und mich mit in ihr Wunderland nimmt. Kann ja nur besser dort sein.</p>
<p>500 Herzschläge fährt die nächste U3 ein. Ich trete ein.<br />
Ich schaue mich um, ob alle Menschen einigermaßen freundlich aussehen. Hier in Hamburg heißt das: Sie gucken aufs Handy, hören Musik, unterhalten sich feucht-fröhlich, oder haben ein Stück Rasen dabei, weil der HSV nach 7 Jahren endlich wieder aufgestiegen ist.<br />
„Alles sicher!“, meldet meine Amygdala an das erschöpfte Herz.<br />
Erleichtert lasse ich mich in einem Vierer-Abteil fallen.<br />
Mir gegenüber sitzt bereits die junge Frau vom Bahnsteig eben, inklusive Katze, die zu grinsen scheint. Die Frau schaut kurz von ihrem Buch auf und lächelt mich wieder hoffnungsvoll an.<br />
Ich verliere noch eine Träne.<br />
Sie sieht es, ebenso wie meine bunten Fingernägel.<br />
Ich schaue wieder weg und verliere mich in Gedanken.</p>
<p>Manchmal wäre ich gern woanders. Oder jemand anderes. Aber bitte nicht so breitbeinig-respektlos, und nicht so unzufrieden mit dem eigenen Leben, wie die Typen vorhin.  Jener Vorfall ist nur eine Mini-Spitze des Eisberges. Der Hass schläft nicht. Er wächst in der Stille und in den feigen Kommentarspalten. Und mit diesem Hass kommt die Gewaltbereitschaft, körperlich und verbal. Beängstigend!<br />
Manchmal habe ich keine Kraft mehr. Bulletproof- und „Einfach-nur-du-selbst sein“ fühlt sich gerade tonnenschwer an, schwerer als all das Titanium dieser Erde zusammen.<br />
Manchmal will ich nicht mehr kämpfen und Angst haben müssen, weder um mich, noch um meine Freund*innen.<br />
Solch ein Wunderland wäre echt schön: Wo alles voller Respekt und Frieden ist. Ein Land, wo ich, du, wir in Ordnung sind, so wie wir sind.<br />
Ein Land, wo nicht Alice, sondern Rechtsextreme und Hass als „verrückt“ gelten, Diagnose: kein Gehirn vorhanden (#afd). Ich meine, wir haben 2025 und queerfeindliche Gewalt, Rassismus, Femizide und mehr sind echt noch ein Ding?<br />
Wie abgefuckt ist das?!<br />
Es geht also nicht länger um mich oder um eine Minderheit (zumal Flinta* eigentlich nie eine Minderheit waren). Es geht ums uns alle als Gesellschaft. Um Demokratie und Sicherheit.<br />
Wir Menschen sind bunt. Alle Farben zählen gleich viel (außer vielleicht braun und hellblau).</p>
<p>Meine Gedanken werden durchbrochen von der jungen Frau, die sich nun neben mich gesetzt hat: „Schschsch. Hey! Ich bin Alice.“, stellt sie sich vor, „Gemeinsam kriegen wir das hin. Versprochen! Komm mal mit!“</p>
<p>Da tönt es: „Ding-dong! Nächster Halt: Wunderland. Übergang zu Respekt, Sicherheit und weiteren Eigenschaften einer modernen Gesellschaft. Ausstieg links.“</p>
<p>Wir steigen aus, und ich … wundere mich: „Wunderland“?! Nein, das ist U-Bahn Kellinghusenstraße?! Es ist alles wie immer: Menschen, die aufs Handy schauen, Notrufsäulen, irgendwo chillt eine Grinsekatze.<br />
Irritiert schaue ich zu Alice.<br />
Sie nickt mir zu, lächelt wieder hoffnungsvoll und schlägt vor: „Lass uns was singen!“</p>
<p>„Ich?? Nein, ich kann nicht singen.“</p>
<p>„Doch, du kannst ALLES!“, bestärkt sie mich und nimmt meine Hand.</p>
<p>Und tatsächlich, ich beginne es zu fühlen: Gemeinsam sind wir stärker als all der Hass.<br />
Also singen wir. Ziemlich schief, aber egal; wir singen drauf los:<br />
“You shoot me down, but I won’t fall – I am Titanium!<br />
They shoot us down, but we won’t fall – we are Titanium!”</p>
<p>Ja! Gemeinsam sind wir standhaft wie verdammtes Titan. WIR sind laut, damit wir uns alle sicher fühlen können – ganz egal welche Hautfarbe, Identität, Sexualität oder welches Geschlecht du hast.<br />
Ich begreife: Das Wunderland ist bereits direkt vor unseren Augen. Wir müssen es nur gestalten und beschützen, sowohl die Welt selbst als auch uns Menschen.<br />
Lasst uns also das tun, was im Sitzen (vor allem Männer) in der Bahn mit ihren Beinen tun sollten: zusammenhalten. So wie es schon Hunderttausende; Millionen vor uns taten.</p>
<p>Das Wunderland beginnt heute, genau hier in der Kellinghusenstraße, weil wir laut sind. „Hoffen und stillsein“ reicht nicht länger.<br />
Gemeinsam nie wieder still.<br />
Für Respekt. Für Liebe.<br />
Für eine sichere Demokratie<br />
für uns alle.<br />
//</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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