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	<title>Phuong &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Phuong &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Nobody said it was easy</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Phuong]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jun 2026 09:01:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Coming of Age]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensfragen]]></category>
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					<description><![CDATA[Warten auf die Bahn, Fragen über Kinderkriegen und die Realität des Erwachsenwerdens: Wie viel Verantwortung kann und will ich wirklich übernehmen? Inmitten von Unsicherheiten und Zukunftsträumen reflektiert Phuong über Freiheit, Erwartungen und das Streben nach dem eigenen Weg. Es ist schon spät und kalt. Meine befreundete Person und ich warten auf die Bahn. Ich teile,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Warten auf die Bahn, Fragen über Kinderkriegen und die Realität des Erwachsenwerdens: Wie viel Verantwortung kann und will ich wirklich übernehmen? Inmitten von Unsicherheiten und Zukunftsträumen reflektiert Phuong über Freiheit, Erwartungen und das Streben nach dem eigenen Weg.</strong><span id="more-17511"></span></p>
<p>Es ist schon spät und kalt. Meine befreundete Person und ich warten auf die Bahn. Ich teile, dass ich vor Kurzem die Entscheidung getroffen habe, keine Kinder zu wollen. Die Reaktion daraufhin hallt noch bis heute nach. Während ich darüber nachdenke, <strong>ob</strong> ich will, beschäftigt sie viel mehr die Frage, ob sie überhaupt kann. Sie realisiert nämlich, dass sie gar nicht fähig dazu wäre, so viel Verantwortung zu übernehmen.</p>
<p>Lange Zeit war das Kinderhaben für mich keine Frage des Ob, sondern des Wie und Wann. Wie viele Kinder möchte ich? Wo würden sie aufwachsen? Welche Sprachen würde ich ihnen beibringen? Mit welchen Menschen würde ich diesen Weg gehen? Ist eine polycule-artige Familie überhaupt möglich? Will ich das selber überhaupt? Wie viel vietnamesische Kultur könnte ich weitergeben, obwohl ich selbst nur begrenzt Zugang habe? Werden meine Eltern meine Kinder jemals kennenlernen und andersrum? Weil ich gerne mit Kindern bin, stellte ich mir ein erfülltes Leben mit drei Kindern vor. Mittlerweile erkenne ich, dass ich Elternschaft viel zu sehr romantisiert habe und die Realität um einiges herausfordernder ist. Während Kinder zu haben etwas Wundervolles ist und ich großen Respekt vor Eltern bzw. Elternschaft habe, hat es auch seinen Preis. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich diesen Preis zahlen möchte oder kann, wenn ich meine Freiheit zu sehr mag. Ich erkenne auch, dass die Option, auf die Frage des Kinderwollens mit Nein zu antworten, viel damit zu tun hat, welche sozialen Erwartungen auf mir liegen. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Zweifel habe ich, ob ich es verantworten kann, ein Kind in diese Welt, in der wir leben, zu setzen und zu erziehen.</p>
<p>Meine Mama hatte bereits in meinem Alter meine Schwester geboren und ich war auch kurz davor, auf die Welt zu kommen. Ich hingegen springe von einem Bewerbungsgespräch zum nächsten. Mein Leben ist in vieler Hinsicht instabil. Gerade deshalb bin ich froh, keine Kinder zu haben. Nach mehreren Jahren habe ich meinen Abschluss gemacht und habe ziemlich Angst vor dem Arbeitsleben. Der Gedanke, mich mein ganzes Leben selbst finanzieren und arbeiten zu müssen, fühlt sich schwer an. Manchmal denke ich, ein Masterstudium wäre der einfachere Weg gewesen, aber weiter zu studieren konnte ich mir gar nicht vorstellen. Das Leben nach dem Studium ist härter, als ich erwartet habe, besonders wenn man keinen geradlinigen Lebenslauf hat. Ich habe bislang verschiedene Dinge erlebt, berufliche Erfahrungen gesammelt und in verschiedenen Städten gewohnt, in WGs, Hausprojekten und habe alleine gelebt. Ich war schon immer viel unterwegs und verbringe tatsächlich die meiste Zeit im Zug. Mir ist es wichtig, in Bewegung zu bleiben, auch wenn es nur zwischen zwei Städten ist. Ich möchte mir sagen, dass ich noch jung bin und viel Zeit habe, Dinge herauszufinden. Die Vorstellung aber, eine feste Sache zu finden und mich mein Leben lang dafür zu investieren, scheint auch nicht zu passen. Ich bin unentschlossen darüber, was ich machen will, aber ich möchte mir die Möglichkeit geben, immer wieder Neues auszuprobieren.</p>
<p>Wenn ich in mein Umfeld blicke, sehe ich Menschen, die auch verschiedene Lebensabschnitte durchlaufen</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Hast du schon gegessen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/04/hast-du-schon-gegessen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phuong]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Apr 2026 15:03:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Cash&Care]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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					<description><![CDATA[„Hast du schon gegessen?“ bedeute für Phuong mehr als nur die Frage nach Hunger. Es geht um Fürsorge und das Gefühl, dass sich jemand kümmert. Auch wenn Sorgen groß und Zeit knapp sind. „Hast du schon gegessen?“, fragt mich meine Mama. Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass das in meiner Familie die]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong data-renderer-mark="true">„Hast du schon gegessen?“ bedeute für Phuong mehr als nur die Frage nach Hunger. Es geht um Fürsorge und das Gefühl, dass sich jemand kümmert. Auch wenn Sorgen groß und Zeit knapp sind.</strong><span id="more-17406"></span></p>
<p>„Hast du schon gegessen?“, fragt mich meine Mama.</p>
<p>Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass das in meiner Familie die Art und Weise ist, Fürsorge und Liebe auszudrücken. In diesem Zusammenhang habe ich später auch begriffen, dass meine Familie anders ist als die der meisten in meinem Umfeld. Meine Eltern haben nicht die finanzielle Freiheit und sozialen Privilegien vieler deutscher Normalbürger*innen. Sie waren oft von morgens bis abends unterwegs, um Geld zu verdienen. Um zu überleben. Um ihre Kinder zu versorgen. Diese chronische Abwesenheit führte dazu, dass meine große Schwester für viele Jahre meine Care-Person war, obwohl sie selber noch viel zu jung war, um diese Verantwortung zu tragen.</p>
<p>Die Armut, in der ich aufgewachsen bin, war für mich mit viel Scham, Neid und Frustration verbunden. Ich habe oft gelogen, wenn es um den Beruf meiner Eltern ging. Wenn ich das einzige Kind war, das ein Formular vom Jobcenter für die anstehende Klassenfahrt ausfüllen lassen musste, wollte ich mich oft vor den anderen Kindern verstecken. Meine Mama arbeitet als Reinigungskraft, deren Schicht täglich von fünf bis sieben Uhr morgens ist. Mein Papa ist Lieferant für ein vietnamesisches Restaurant und deshalb meist den ganzen Tag unterwegs.</p>
<p>Diese Formen von Prekarität haben meine Biografie beeinflusst und wie ich mich zu finanzieller Sicherheit, sozialer Klasse und Wohlstand beziehe. Während ich selten neue Kleidung und tolle Geschenke bekam und nie Urlaub in den Ferien gemacht habe, erinnere ich mich gleichzeitig daran, egal wie hart die Zeiten waren und sind, dass ich nie Hunger hatte. Es gab zwar nie die fancy Frühstücksbox, aber im Gegensatz zu meinen Eltern habe ich mir nie Gedanken um Essen machen müssen. Manchmal gab es Pizza, Chicken Nuggets, Döner. Meine Highlights waren die Sonntage, an denen wir zu McDonald’s gelaufen sind.</p>
<p>Meine Mama trägt einen Körper, der alt, krank, zerbrechlich, müde und erschöpft ist. Es ist ein Körper, der trotz Bandscheibenvorfall, chronischen Rücken- und Handgelenkschmerzen täglich ein Autohaus putzen muss, weil sonst Sanktionen vom Jobcenter drohen. Trotz allem kocht sie für die Familie, bedingungslos.</p>
<p>Es ist mein Vater, dessen Körper trotz starkem Schneesturm hart arbeiten muss, um Menschen, die sich an solchen Tagen zu Hause einkuscheln, das Essen zu liefern. Gebratene Nudeln und Frühlingsrollen. Das ist kein vietnamesisches Essen, das es bei uns zu Hause gibt, aber wer weiß das schon. Wenn er dann spät abends nach Hause kommt, schläft meine Mama längst schon. Sein Abendessen liegt für ihn jeden Tag auf dem Küchentisch bereit.</p>
<p>Meine Eltern sind einer von vielen Migrant*innen in Deutschland, die unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen arbeiten müssen. Viele, die in der Pflege unter hoher Arbeitsbelastung arbeiten; diejenigen, die beim Schneesturm nachts den Schnee von den Zuggleisen wegräumen; die, die Amazon-Pakete verpacken und ausliefern.</p>
<p>Für die Mehrheitsgesellschaft ist ihre Arbeit so unsichtbar, weil sie als selbstverständlich genommen wird. Wir sprechen oft von Care-Arbeit in familiären und häuslichen Verhältnissen, von Emanzipation und Feminismus. Jedoch sprechen wir viel zu selten über Körper wie diese, deren Arbeit das Land am Laufen hält. Dennoch werden sie gesellschaftlich nicht wertgeschätzt und behandelt, als wären sie austauschbar. Stattdessen bestimmen rassistische Vorwürfe den Diskurs um Arbeit und Migrationspolitik, wie Faulheit oder sie würden „den Deutschen die Arbeit wegnehmen“.</p>
<p>Ich glaube, dass wir im Kapitalismus verlernen, miteinander zu leben und füreinander zu sorgen. Wenn für einige die Basic Needs als selbstverständlich gelten, während andere hart arbeiten müssen, um diese zu erfüllen, läuft etwas ganz falsch im System. Ich denke, dass wir, wenn wir finanzielle Freiheit haben, den Luxus und die Rahmenbedingungen haben, uns um uns selbst kümmern zu können, uns zu verwirklichen und unsere Liebe einander stets aufmerksam zu zeigen. Nicht in ständiger Existenzangst zu leben, nicht genug Geld auf dem Konto zu haben.</p>
<p>Dies ist deshalb keine Geschichte einer patriarchalischen, rückständigen oder konservativen migrantischen Familie. Sondern die einer, wie unzählige andere, die unter dem Kapitalismus und sozialen Ausschlüssen auf diese Art und Weise überleben muss.</p>
<p>Und weil ich verstehe, dass meine Geschichte kein persönliches, sondern ein systematisches Versagen ist, weiß ich um die Bedeutung von „Hast du schon gegessen?“ und bin stets dankbar, eine Mama zu haben, die für mich bedingungslos kocht.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vielleicht ist auch eine Option</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/02/vielleicht-ist-auch-eine-option/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phuong]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Feb 2026 09:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzen]]></category>
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					<description><![CDATA[Nein sagen gilt als klar. Ja sagen als verbindlich. Doch was, wenn dazwischen etwas liegt? Phuong denkt Grenzen neu, zwischen Politik und Alltag, Beziehung und Selbstschutz. Über Macht, Nähe und das unterschätzte „Vielleicht“ in einer Welt, die eindeutige Antworten verlangt. Es gibt verschiedene Formen, Nein zu sagen, sagen sie. Es gibt Grenzen, die starr sind]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nein sagen gilt als klar. Ja sagen als verbindlich. Doch was, wenn dazwischen etwas liegt? Phuong denkt Grenzen neu, zwischen Politik und Alltag, Beziehung und Selbstschutz. Über Macht, Nähe und das unterschätzte „Vielleicht“ in einer Welt, die eindeutige Antworten verlangt.</strong><span id="more-17296"></span></p>
<p>Es gibt verschiedene Formen, Nein zu sagen, sagen sie. Es gibt Grenzen, die starr sind wie rassistische Migrationsmaßnahmen an den EU-Außengrenzen. Es gibt Grenzen wie: Hier darfst du nicht einreisen. Dann gibt es Grenzen, wie die, die zwischen Kleingärtnern als Holzzäune verkleidet sind, tief genug, dass Mensch auf die andere Seite komplett blicken kann. Zwar ist diese Art von Grenze eine Illusion, hat sie Wirkung und kann sogar zu Konflikten führen, wenn die unsichtbare Linie überschritten wird.</p>
<p>Meine Therapeutin sagt mir, dass unsere Grenzen verschiedene Töne, Geschmäcker und Bilder haben können, wie zum Beispiel in Form einer Wiese mit Schmetterlingen oder wie ein Stachelzaun. Dass Nein sagen und Grenzen setzen nichts Schlimmes sei und wir das lernen können.</p>
<p>Dann höre ich Eltern oft sagen: <em>„Manchmal wollen wir nicht Nein sagen, aber wir müssen, zum Wohle des Kindes. Es muss nun mal zu einer bestimmten Zeit schlafen gehen.“</em> Heißt das also, dass Grenzen per se nichts Schlimmes sind, obwohl das Kind weint und traurig ist, weil es nicht länger spielen darf?</p>
<p>Ich denke daran, wer das Recht hat, eine Grenze zu setzen und zu sagen: Bis hier und nicht weiter. Was braucht es, um so etwas sagen zu können, und wie kann man darauf vertrauen, dass Menschen diese Grenzen respektieren? Ich frage mich, was die Intention von Grenzen ist, wann sie notwendig sind und wann sie obsolet werden.</p>
<p>Und was passiert, wenn Grenzen trotzdem überschritten werden? Muss man erst zu weit gehen, um zu wissen, dass es zu weit war? Nicht jedes Nein wird gehört oder respektiert. Wer glaubt, die Welt sei kein schlimmer Ort, lebt ein zu gutes Leben ohne viele Einschränkungen.</p>
<p>Tagtäglich begegnen wir Situationen, die wir uns nicht aussuchen. Die Verkäuferin bei Aldi ist schnippisch. Der Mann in der Straßenbahn hört nicht auf, dich anzustarren. Freund*innen reden nur über ihren Liebeskummer, ohne nach dir zu fragen. Auf der Arbeit ist deine Chefin passiv-aggressiv. Menschen projizieren ständig etwas auf dich – auf dein Gender, deine Herkunft, dein Auftreten.</p>
<p>Während in den Nachrichten über humanitäre Krisen berichtet wird, setzt die Welt klare Grenzen bei Konsumentscheidungen, aber nicht bei Kriegsverbrechen. Gleichzeitig versuchen viele, People-Pleasing-Muster aufzubrechen, weil sie merken, dass sie die Bedürfnisse anderer ständig über ihre eigenen stellen.</p>
<p>Es ist schwer, die eigenen Grenzen zu erkennen, wenn man dafür bestraft, belächelt oder als zu sensibel abgestempelt wurde. Grenzen setzen kann zu Ausschluss führen. Und doch gibt es Unterschiede: Einschränkungen, die wir nicht kontrollieren können. Äußere Zwänge wie Termine. Momente, in denen wir lügen, um uns oder andere zu schützen.</p>
<p>Ein Nein kann sich wie Ablehnung anfühlen. Oft geben wir dem Wort zu viel Gewicht. Vielleicht, weil wir nie gelernt haben, es auszusprechen, ohne Schuldgefühle zu haben. Manchmal fühlt es sich sogar gefährlich an.</p>
<p>Doch es gibt viele Arten, Nein zu sagen: <em>„Ich weiß noch nicht.“</em> Später antworten. Den Raum verlassen. Die Energie nicht erwidern. Kontakt abbrechen. <em>„Stopp. Hör auf. Das reicht.“</em></p>
<p>In Beziehungen wird es noch komplizierter. Wie fühlen sich Grenzen zwischen Freund*innen und Liebenden an? Was hat das alles mit Liebe zu tun? Bedeutet Liebe, immer verfügbar zu sein? Immer ein enthusiastisches Ja?</p>
<p>Vielleicht nicht. Vielleicht sind wir mehr als Ja oder Nein. Vielleicht sind wir auch ein Zögern, ein Unsichersein, ein Noch-nicht. Manchmal braucht es andere Worte. Manchmal Zeit. Manchmal den Mut, den Zwischenraum auszuhalten.</p>
<p>Grenzen zu haben heißt nicht, weniger zu lieben. Es heißt, ehrlich zu sich selbst und zu anderen zu sein. Zu wissen, wann wir Ja meinen, wann Nein – und wann wir einfach noch keine Antwort haben.</p>
<p>Zwischen dem Ja, das Nähe sucht, und dem Nein, das Nähe ermöglicht, liegt vielleicht ein Raum, in dem wir nicht alles sofort wissen müssen.</p>
<p><strong>Vielleicht ist das genug. Für jetzt.</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Metamorphosis</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/11/metamorphosis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phuong]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Nov 2025 09:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Phuong schreibt über einen Körper, der sich manchmal fremd anfühlt – und über den Versuch, ihn neu zu verstehen. Über Angst, Wandel, Erwartungen und die Frage, wie wir in unserem eigenen Körper Heimat finden können. Manchmal wache ich auf und meine Lunge schmerzt, verengt von den Kippen letzter Nacht; Kopfschmerzen, weil ich kaum Wasser trinke.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Phuong schreibt über einen Körper, der sich manchmal fremd anfühlt – und über den Versuch, ihn neu zu verstehen. Über Angst, Wandel, Erwartungen und die Frage, wie wir in unserem eigenen Körper Heimat finden können.</strong><span id="more-17212"></span></p>
<p data-start="226" data-end="572">Manchmal wache ich auf und meine Lunge schmerzt, verengt von den Kippen letzter Nacht; Kopfschmerzen, weil ich kaum Wasser trinke. Ich spüre die Angst in meiner Brust und die Gedanken, die in meinem Kopf rasen. Oft fühlt es sich so an, als gehöre mein Körper nicht mir, als hätte ich keine Kontrolle über ihn. Und doch ist er alles, was ich habe.</p>
<p data-start="574" data-end="1229">Manchmal beschützt mich mein Körper. Wenn ich achtsam genug bin und auf ihn höre, versucht er mir zu signalisieren, dass etwas nicht stimmt, dass Gefahr droht. Mein Herz schlägt schneller, mein Körper versteift sich, und ich finde keine Worte für das, was ich fühle, für die Bedeutung der Energie, die aufsteigt. Doch manchmal reagiert der Körper auch, wenn wir nervös oder aufgeregt sind. Es sind dieselben Hormone, die ausgestoßen werden, und mein Kopf kann nicht differenzieren. Manchmal sagt er uns auch, wenn wir müde sind und viel Schlaf brauchen. Oder wenn unser Nacken und unsere Schultern verspannt sind, bedeutet es, dass wir viel Stress tragen.</p>
<p data-start="1231" data-end="2153">Der Blick in den Spiegel fällt mir deshalb so schwer, weil es kein Körper ist, den ich begehrenswert finde. Ich wünschte, ich könnte mir nach Lust und Situation aussuchen, wie ich aussehe; manchmal ohne Brüste, manchmal mit. Ich möchte meinen Körper verändern, formen, deformieren, aber ich weiß nicht, welche Stellen genau und wie ich am Ende aussehen könnte. Wenn ich so überlege, verändert sich mein Körper ohnehin. Wir altern, wir wachsen, unsere Gesichtszüge tragen mit der Zeit die Schwere des Lebens. Im Sommer steigt der Druck, im Winter können wir uns unter unseren Pullovern verstecken. Deswegen fühle ich mich im Winter wohler. Ich kann die Teile meines Körpers verstecken, die im Sommer sonst für die Augen der anderen sichtbar und bewertbar sind. Die mehrfachen Schichten, die auf meiner Haut liegen, verstecken die Brüste, die zu viel Projektionsfläche bieten für all die Bewertungen und Erwartungen anderer.</p>
<p data-start="2155" data-end="2801">So nimmt der Körper je nach Umgebung eine andere Form an. Ich erscheine in meinem Hoodie mit meiner Kapuze und Beanie androgyner, vielleicht nicht einzuordnen, vielleicht sogar männlich. Bis sie jedoch meine Stimme hören, die irritierend auf sie wirken kann und ihre Erwartungen von dem, was sie sehen, bricht. In Vietnam gehe ich in der Mehrheitsgesellschaft unter, beinahe bin ich unsichtbar, anonym, ein Mensch wie jeder andere. Bei Aldi dagegen in der Schlange spüre ich schon von weitem den genervten Blick der Kassiererin, und mein Versuch eines freundlichen „Einen schönen Tag noch“ ändert nichts daran, dass sie Körper wie meinen ablehnt.</p>
<p data-start="2803" data-end="3684">Ich möchte glauben, dass ich manchmal vielleicht doch Kontrolle darüber haben kann – trotz der Umstände – über die soziale Bedeutung meines Körpers und über die Konsequenzen, die daraus für mich folgen. Aber wenn ich ehrlich bin, bin ich mir dessen nicht einmal sicher. Es fühlt sich absurd an, wenn Klamotten dabei helfen, im sozialen Gefüge zu überleben, und dass sie aber auch entscheiden können, ob Gefahr auf uns wartet, weil es Menschen nicht passt, dass wir aus dem Raster fallen. Vielleicht ist Kleidung genau deswegen nicht immer ein Ausdruck von Persönlichkeit, von Style, von Selbsterfahrung – besonders nicht dann, wenn wir mit Klamotten kompensieren müssen, was wir eben nicht ändern können: unsere Haarfarbe, unsere Hautfarbe, unsere Gesichtsmerkmale, unsere Sprache. Weil ein weißes Hemd dazu beitragen kann, unsere Chancen, den Job zu bekommen, um 10 % zu steigern.</p>
<p data-start="3686" data-end="4064">Die Bewertung meines Körpers ist beinahe abhängig von der Person mir gegenüber. Sie ist nicht Zeugin meiner Vielfältigkeit, sondern nur ein Bruchteil davon, ein Spiegel, der nur einen Teil des Mosaiks meiner Selbst widerspiegelt. Manchmal ist dieser Spiegel in Wirklichkeit eine Schablone, die ich mir nicht selber zusammengeschnitten habe, aber in die ich hineingepresst werde.</p>
<p data-start="4066" data-end="4668">Unser Körper ist verwundbar.<br data-start="4094" data-end="4097" />Er ist so vieles – vieles, was ich selber nicht verstehe oder greifen kann.<br data-start="4172" data-end="4175" />Ich kann ihn modifizieren, formen, trainieren, ihm Gutes tun, durch Bewegung spüren und in Kontakt treten, Medikamente nehmen, Drogen nehmen. Durch Hormone, Operationen, Bewegung, Ernährung, Kleidung, Make-up.<br data-start="4384" data-end="4387" />Er trägt viel Wissen in sich. Erinnerungen, Gerüche, Melodien, Geschichten.<br data-start="4462" data-end="4465" />Er schwitzt, um sich zu kühlen. Er wird krank und heilt wieder. Er speichert, regeneriert, stößt ab, was nicht zu ihm passt. Er atmet, verarbeitet, fühlt, menstruiert, schläft. Er trägt uns durchs Leben.</p>
<p data-start="4670" data-end="4953">Vielleicht muss ich ihn gar nicht vollständig verstehen.<br data-start="4726" data-end="4729" />Vielleicht existiert er einfach so – wissend, was zu tun ist.<br data-start="4790" data-end="4793" />Vielleicht müssen wir ihn nicht verbiegen, um den Blick in den Spiegel zu ertragen.<br data-start="4876" data-end="4879" />Vielleicht reicht es, wenn wir lernen, ihn zu halten, zu hören, zu lassen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Expired Crush</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/07/expired-crush/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phuong]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jul 2025 09:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[pride month]]></category>
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					<description><![CDATA[Was passiert, wenn ein Crush nicht verschwindet – sondern sich einfach verändert? Eine intime Reflexion von Phuong über queere Verbindungen, Unsicherheiten und das, was bleibt, wenn das Knistern nachlässt. Können unsere Gefühle eigentlich irgendwann einfach verschwinden?Einfach so, zu Staub werden?Hat die Liebe, die wir füreinander empfinden, ein Verfallsdatum?&#8222;Nichts bleibt für immer&#8220;, sagt man. Also wohl]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was passiert, wenn ein Crush nicht verschwindet – sondern sich einfach verändert? Eine intime Reflexion von Phuong über queere Verbindungen, Unsicherheiten und das, was bleibt, wenn das Knistern nachlässt.</strong><span id="more-17027"></span></p>
<p data-start="107" data-end="597">Können unsere Gefühle eigentlich irgendwann einfach verschwinden?<br data-start="172" data-end="175" />Einfach so, zu Staub werden?<br data-start="203" data-end="206" />Hat die Liebe, die wir füreinander empfinden, ein Verfallsdatum?<br data-start="270" data-end="273" />&#8222;Nichts bleibt für immer&#8220;, sagt man. Also wohl auch Gefühle nicht.<br data-start="339" data-end="342" />&#8222;Ich liebe dich nicht mehr&#8220; –<br data-start="371" data-end="374" />Aber heißt das wirklich, du liebst mich nicht mehr? Oder bist du nur müde von der Arbeit, die es braucht, um mit mir zu sein?<br data-start="499" data-end="502" />Kann Liebe überhaupt jemals genug sein? Genug, damit zwei Menschen alles schaffen – zusammen?</p>
<p data-start="599" data-end="768">Diese Neugier, wenn sich Blicke zum ersten Mal treffen.<br data-start="654" data-end="657" />Die Art, wie sich unsere Körperrhythmen anpassen, wenn wir uns auf der gleichen Laufbahn zu einander bewegen.</p>
<p data-start="770" data-end="1138">WER BIST DU?<br data-start="782" data-end="785" />Doch die Schönheit deiner Bewegung hat mich eingefangen – ich weiß nicht warum – und mein Verlangen zu dir gezogen.<br data-start="900" data-end="903" />Es fehlen mir die Worte, vielleicht könnte ein Lied all das ausdrücken:<br data-start="974" data-end="977" />Die Blicke, die Veränderung in der Stimme, wie sich die Augen weiten, wenn Sicherheit entsteht.<br data-start="1072" data-end="1075" />Das Herz schlägt noch, aber es fühlt sich weniger unruhig an.</p>
<p data-start="1140" data-end="1654">Manchmal können wir nicht unterscheiden, ob es Nervosität oder Vorfreude ist, das wir fühlen. Dabei sind es ähnliche Hormone, die durch uns fluten.<br data-start="1287" data-end="1290" />ES PRALLT AUFEINANDER.<br data-start="1312" data-end="1315" />Öfter, als man beabsichtigt.<br data-start="1343" data-end="1346" />Wir formen Erwartungen im Kopf und enden voll Verbitterung oder Enttäuschung.<br data-start="1423" data-end="1426" />Wir sehen, wie unterschiedlich wir sind – und wie ängstlich wir selbst sind, uns verletzlich zu machen.<br data-start="1529" data-end="1532" />Das ist nicht einfach.<br data-start="1554" data-end="1557" />Meist endet dann hier der Spaß.<br data-start="1588" data-end="1591" />Doch er kehrt zurück. Manchmal. In neuen Farben, neuen Tönen.</p>
<p data-start="1656" data-end="2130">Ich beobachte dich (auf der Bühne),<br data-start="1691" data-end="1694" />verletzlich. Nervös. Dein Blick neigt sich Richtung zum Boden.<br data-start="1756" data-end="1759" />Jetzt wirst du wieder nervös, weil sich unsere Augen treffen.<br data-start="1820" data-end="1823" />Du schaust weg – schnell – doch dann wieder hin, nur um sicherzugehen.<br data-start="1893" data-end="1896" />Nur um sicherzugehen.<br data-start="1917" data-end="1920" />Du schwankst. Links, rechts. Weißt nicht, wohin mit dir. Weiß nicht, wo du hingucken sollst, während dich jemand von Weiten sieht.<br data-start="2050" data-end="2053" />Scham und Schüchternheit steigt auf. Die Wangen werden warm.<br data-start="2113" data-end="2116" />Okay. Chill.</p>
<p data-start="2132" data-end="2379">Mein Blick folgt dir, während die Zeit vergeht. In diesem Raum.<br data-start="2195" data-end="2198" />Voller Körper, voller Geräusche.<br data-start="2230" data-end="2233" />Plaudern, rauchen, trinken, sozial ängstlich, aufgehend, zuhörend.<br data-start="2299" data-end="2302" />Manche tun vielleicht dasselbe wie wir – oder sie beobachten uns. Wer weiß?</p>
<p data-start="2381" data-end="2709">Irgendwann kreuzen sich unsere Wege.<br data-start="2417" data-end="2420" />Wir stellen uns vor – mit einem Blick, einer Pause, die von Anziehung und Neugier erzählt, die durch uns fließt.<br data-start="2532" data-end="2535" />Unsere Bewegungen beeinflussen sich. Du bleibst sichtbar in meinem Augenwinkel, egal wie weit wir voneinander entfernt sind.<br data-start="2659" data-end="2662" />Und plötzlich gehen wir in dieselbe Richtung.</p>
<p data-start="2711" data-end="3145">Irgendwann sind wir Freunde. Und doch meidest du ab und zu meinen Blick.<br data-start="2783" data-end="2786" />Aber wart mal – sind wir jetzt zusammen oder nicht? Oder nur Freunde?<br data-start="2855" data-end="2858" />Oder lernen wir uns einfach kennen, ohne Kategorien? Vielleicht ist es egal.<br data-start="2934" data-end="2937" />Vielleicht ist es schön, genau so, wie es ist.<br data-start="2983" data-end="2986" />Wenn zwei Menschen sich in dieser Welt begegnen – zufällig oder nicht – und einen Teil ihres Weges teilen. Dieser kleine Moment, der einen Tag erhellen kann.</p>
<p data-start="3147" data-end="3695">Wir teilen Dinge: Unsere Unsicherheiten, Ängste, gemeinsame Interessen.<br data-start="3218" data-end="3221" />Wie wir mit anderen umgehen. Wir verurteilen uns, vielleicht wächst sogar Groll oder Verletzungen.<br data-start="3319" data-end="3322" />Kann ein Crush eigentlich vergehen? Was ist dieses Gefühl überhaupt?<br data-start="3390" data-end="3393" />Meine Hormone spielen verrückt, ich kann nicht klar denken.<br data-start="3452" data-end="3455" />Oder vielleicht denke ich klarer als je zuvor.<br data-start="3501" data-end="3504" />Wenn mein Verlangen die Oberhand gewinnt, Teile meines Gehirns stimuliert –<br data-start="3579" data-end="3582" />vielleicht ist das nicht nur Fantasie, sondern auch Kreativität.<br data-start="3646" data-end="3649" />Denn eigentlich kenne ich dich ja gar nicht.</p>
<p data-start="3697" data-end="3908">Plötzlich fühlt sich das Leben weniger langweilig an.<br data-start="3750" data-end="3753" />Es ist eine gute Ablenkung, dich aus der Ferne zu lieben.<br data-start="3810" data-end="3813" />Diese ersten, wenigen Momente, die wir teilten.<br data-start="3860" data-end="3863" />Dein Körper, deine Energie, die ich spürte.</p>
<p data-start="3910" data-end="4307">Ich weiß nicht, ob sich meine Gefühle zu dir verändern – oder ob wir uns verändern.<br data-start="3993" data-end="3996" />Aber ich weiß: Veränderung ist das einzig Beständige.<br data-start="4049" data-end="4052" />Ich glaube, ich mag dich immer noch.<br data-start="4088" data-end="4091" />Mittlerweile kann ich mit dir abhängen, ohne ständig unter Strom zu stehen.<br data-start="4166" data-end="4169" />Vielleicht habe ich immer noch einen Crush auf dich.<br data-start="4221" data-end="4224" />Aber jetzt sind wir Freunde. Schon seit Jahren.<br data-start="4271" data-end="4274" />Und alles ist plötzlich normal.</p>
<p data-start="4309" data-end="4793">Ich kenne deine Erfahrungen mit anderen, deine Dating-Muster, deine Probleme.<br data-start="4386" data-end="4389" />Manchmal finden sich Schnittstellen.<br data-start="4425" data-end="4428" />Warum muss es zwischen Queers eigentlich immer so ambivalent sein?<br data-start="4494" data-end="4497" />Vielleicht hatte ich ja auch nur einen platonischen Crush auf dich.<br data-start="4564" data-end="4567" />Ein paar Küsse zwischen Freund:innen – das schadet doch nicht, oder?<br data-start="4635" data-end="4638" />Vielleicht bist du jetzt realer für mich, als ich dachte.<br data-start="4695" data-end="4698" />Fern von meinen Projektionen, von meiner Einsamkeit, von meinem Verlangen, geliebt zu werden.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Horny nach Sex oder emotional connection?!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/04/horny-nach-sex-oder-emotional-connection/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phuong]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Apr 2025 07:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[#unfiltered]]></category>
		<category><![CDATA[Chat]]></category>
		<category><![CDATA[Dating Apps]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Horny&#8220; bedeutet aus dem Englischen übersetzt eigentlich &#8222;geil&#8220; oder &#8222;Lust auf Sex haben&#8220; aber man kann auch &#8222;geil&#8220; sein auf die Verbindung zu einem anderen Menschen. Dating Apps haben es stark vereinfacht mit anderen in Verbindung zu treten und Sex scheint leichter verfügbar. Aber was ist mit Verbindungen ohne Sex? Chatverläufe in vier Akten von]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p lang="en-US"><strong>&#8222;Horny&#8220; bedeutet aus dem Englischen übersetzt eigentlich &#8222;geil&#8220; oder &#8222;Lust auf Sex haben&#8220; aber man kann auch &#8222;geil&#8220; sein auf die Verbindung zu einem anderen Menschen. Dating Apps haben es stark vereinfacht mit anderen in Verbindung zu treten und Sex scheint leichter verfügbar. Aber was ist mit Verbindungen ohne Sex? Chatverläufe in vier Akten von Phương.</strong></p>
<p lang="en-US"><span id="more-16769"></span><br />
<span lang="de-DE"><b>A</b></span>: Wie stehst du zu Sex?<br />
<span lang="de-DE"><b>B: </b></span>Ich? Ähm. Ich hab Sex, ja. Also ich hatte mal ne Phase wo ich richtig verwirrt war, über mein gender, trans-sein und so. So wirklich verwirrt, richtig dysphorisch und hatte gar kein Gefühl für zwischenmenschliche Beziehungen. Da dachte ich, dass ich asexuell bin. Ich bin immer noch asexuell, aber sehe mich mittlerweile als demi.<br />
<span lang="de-DE"><b>B:</b></span> Ja.. und du?<br />
<span lang="de-DE"><b>A: </b></span>Was ich?<br />
<span lang="de-DE"><b>B: </b></span>Wie stehst du zu Sex?<br />
<span lang="de-DE"><b>A:</b></span> Also ich hab Sex. Einmal die Woche.<br />
<span lang="de-DE"><b>B: </b></span>Einmal die Woche?? Das ist voll viel.<br />
<span lang="de-DE"><b>A: </b></span>Findest du?<br />
<span lang="de-DE"><b>B: </b></span>Ja, schon. Für mich idealerweise wäre so 1x die Woche, oder mehr. Halt so: Arbeit, Freunde und Sex, weißt du? *lacht*<br />
<span lang="de-DE"><b>A: </b></span>Ja. Lol. Ich weiß nicht, manchmal wird Sex so ne krasse Bedeutung zugeschrieben, aber Sex ist auch nur Sex.<br />
<span lang="de-DE"><b>B: </b></span>Ich weiß nicht..ich hab irgendwie so ne ganz bestimmte Vorstellung von Sex. Kann ich gar nicht richtig beschreiben, aber ich hatte glaube diese Art von Sex, die ich im Kopf hab, auch nicht nicht.<br />
<span lang="de-DE"><b>A:</b></span> Hmm.<br />
<span lang="de-DE"><b>B:</b></span> Hast du das manchmal, wenn du horny bist, dass du eigentlich was anderes willst<br />
<span lang="de-DE"><b>A: </b></span>Was anderes als Sex?<br />
<span lang="de-DE"><b>B: </b></span>Ja. Weil bei mir ist das manchmal so, wenn ich horny bin, dass da eigentlich was anderes drunter steckt. Also dass sich irgendein anderes Bedürfnis von mir sich in sexuelle Lust oder hornyness übersetzt. Manchmal will auch nur einfach Sex, und das mag ich auchl.<br />
<span lang="de-DE"><b>A:</b></span> Hmm.<br />
<span lang="de-DE"><b>B: </b></span>Halt zum Beispiel aktuell bei mir, ich bin jetzt hier für 3 Monate und habe noch keine Freunde, keine Routine, kein soziales Netzwerk, muss mich in ein neues Umfeld einfinden und es verstehen lernen. Das macht mich schon einsam. Also es ist auch aufregend, aber ein Teil von mir ist überfordert und fühlt sich eben einsam. Ich masturbiere auch voll viel in letzter Zeit haha. Und ich bin schon horny und will Sex, aber ich glaub was ich grad brauche ist so enge friends oder so irgendeine Form von emotionaler Intimität.<br />
<span lang="de-DE"><b>A:</b></span> Ja. Hmm. Manchmal schreib ich Leuten so, dass ich sie geil und attraktiv finde und Lust auf Sex mit ihnen habe, aber dann merke, dass ich eigentlich nur desperate und horny bin.<br />
<span lang="de-DE"><b>B:</b></span> *lacht* Ja, passiert haha! &#8211; Benutzt du Feeld?<br />
<span lang="de-DE"><b>A: </b></span>Feeld?<br />
<span lang="de-DE"><b>B:</b></span> Ja, Feeld &#8211; diese sexpositive App.<br />
<span lang="de-DE"><b>A: </b></span>Ahhh ja! Bei mir wird aber nichts angezeigt, in meinem Umfeld.<b><br />
</b><span lang="de-DE"><b>B: </b></span>Ja, das ist nicht so ein Ding hier. So die foreigners und expats bringen die App hier her. Aber in Berlin ist sie ziemlich gängig.<br />
<span lang="de-DE"><b>A: </b></span>Ich hab das Gefühl, dass da nur couples sind, die nach nem third suchen. Was eigentlich auch cute ist, i guess.<br />
<span lang="de-DE"><b>B: </b></span>Ja. *lacht*<br />
<span lang="de-DE"><b>B: </b></span>Soll ich dir mal meine Chats zeigen?<br />
<span lang="de-DE"><b>B:</b></span> Keine Ahnung, ich find Dating Apps sind voll viel Arbeit so.<br />
<span lang="de-DE"><b>A: </b></span>Ja, weißt du noch, die beiden waren so geschockt, dass wir uns über bumble kennengelernt haben.<br />
<span lang="de-DE"><b>B:</b></span> Ja, die meisten Menschen, die ich hier getroffen oder kennengelernt habe, sind alle über Bumble. Selbst mein Gitarrenlehrer!<br />
<span lang="de-DE"><b>A:</b></span> *lacht* Ja, das ist so ein Phänomen unter queers einfach.<br />
<span lang="de-DE"><b>B:</b></span> Ja.<br />
<span lang="de-DE"><b>A:</b></span> Wann trennst du dich eigentlich von deiner Partnerperson?<br />
<span lang="de-DE"><b>B: </b></span>*schmunzelt* Ich weiß nicht, sollen wir uns trennen?<br />
<span lang="de-DE"><b>A: </b></span>Als ob das noch ne Frage ist. Er weiß glaub ich, dass er alles machen kann, was er will, und du trotzdem die ganze Zeit da sein wirst.<br />
<span lang="de-DE"><b>B: </b></span>Meine Partnerperson ist nicht-binär.<br />
<span lang="de-DE"><b>A:</b></span> Okay, they dated bestimmt die ganze Zeit rum. Und du scheinst jemand zu sein, der viel zu geben hat, und glaube ich immer das Gefühl haben wirst, das niemand deine Intensität matchen kann.<br />
<span lang="de-DE"><b>B:</b></span> Hmmm…<br />
<span lang="de-DE"><b>A: </b></span>Mein friend und deren Partner haben sich auch getrennt und dann hatten sie Sex und jetzt sind sie wieder zusammen lol, ich glaub bei dir wird das dann auch so sein *lacht*<b><br />
</b><span lang="de-DE"><b>B: </b></span>Lol. Ich glaub nicht. Aber lass mal über was anderes reden. Soll ich dir mal meine Chats zeigen?<br />
<span lang="de-DE"><b>A: </b></span>Ja voll.<br />
<span lang="de-DE"><b>B:</b></span> Ich weiß nicht, irgendwie denken alle, ich bin hetero oder so. Und es gibt auch nicht so viele poly Leute, habe ich das Gefühl.<br />
<span lang="de-DE"><b>A: </b></span>Zeig mal.<br />
<span lang="de-DE"><b>B:</b></span> Ist voll normal geworden sich zu ghosten ne..<br />
<span lang="de-DE"><b>A:</b></span> Ja. Ich mach das auch oft.</p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica Neue, serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"><b>1. Chat </b></span><br />
Sie: wieso steht bei dir sex?? hahaha<br />
Ich: *fühlt sich angegriffen* hmm, und was ist daran jetzt problematisch? Lol</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica Neue, serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"><i>/Als ich das nächste Mal wieder Bumble öffne, sehe ich: Profil gelöscht/ </i></span></span></span></span></p>
<p><span lang="de-DE"><b><br />
</b></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica Neue, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>2. Chat   </strong>                                                                                                                                                                                                                            </span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica Neue, serif;"><span style="font-size: small;">Sie: hmm ich glaub ich habe mit deinem partner gematched<br />
Ich: Oh jaa hehe voll lustig<br />
/ wird geghostet /<br />
<b></b></span></span></span></p>
<p lang="en-US"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica Neue, serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"><b>3. Chat </b></span><b><br />
</b>Ich: hey<br />
Sie: hey<br />
Ich: Bist du gerade hier zu Besuch?<br />
Sie: Ja, noch bis nächste Woche<br />
Ich: Ach cool. Wir können abhängen wenn du Lust hast<br />
Sie: Ja, ich bin mit einem friend hier, ich muss nochmal mit ihm einchecken<br />
Ich: Okay. Ich bin so ab 8 frei und könnten uns in ner bar treffen<br />
Sie: Ok ich meld mich später<br />
Sie: btw hast du kurze haare<br />
Ich: Ja<br />
Sie: oh okay…<br />
Ich: Ist das ein Problem?<br />
/ Chat wird beendet /</span></span></span></p>
<p lang="en-US"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica Neue, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>4. Chat   </strong>                                                                                                                                                                                                                              </span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica Neue, serif;"><span style="font-size: small;"> Ich: cutie                                                                                                                                                                                                                             </span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica Neue, serif;"><span style="font-size: small;"> Sie: :))) shy .. macht mich mehr shy. Möchtest du heute Abend was mit mir trinken gehen?                                                                                            </span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica Neue, serif;"><span style="font-size: small;">Ich: heute Abend bin ich nur zuhause, bin bissl erschöpft<br />
Sie: wo wohnst du denn?                                                                                                                                                                                                  Ich: ich bin nicht so lange hier<br />
</span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica Neue, serif;"><span style="font-size: small;">Sie: ich bin auch nur bis zum 14. hier. Falls du also lust hast rauszugehen, sag bescheid, ich komm vorbei<br />
Ich: was ist mit morgen Abend?<br />
Sie: morgen Abend hab ich schon Familientreffen. Wie ist mit heute Abend? Aber erst so 22 Uhr. Bier trinken? Alkohol? Kaffee oder Non-Kaffee?<br />
Ich: oki dann heute Abend. Ich trink kein Kaffe, kein Alkohol lol, nur Saft haha<br />
Sie: Ahh, warum trinkst du kein Alkohol?<br />
Ich: ich mag’s nicht. Ich rauche nur lol<br />
Sie: Lass mich schauen welches cafe nachts noch auf hat. Soll ich vorbei kommen dich abholen?<br />
Ich: jaa, hol mich gerne ab<br />
Sie: okieee. Adresse und Telefonnummer<br />
Ich: /Telefonnummer und Adresse/<br />
Sie: bis spatter dann!<br />
Sie: Achso, spielst du Billard? </span></span></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schlechtes Gewissen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/02/schlechtes-gewissen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phuong]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Feb 2025 07:00:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivistisch ins neue Jahr]]></category>
		<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
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					<description><![CDATA[Ob im Kino, zu Hause oder im politischen Aktivismus: Phuong ist im Dazwischen und das schlechte Gewissen ein treuer Begleiter. Die Eltern haben noch nicht den Zugang zu Queerness gefunden und die queeren Freund*innen haben keinen Zugang zu Phuongs Diaspora Erfahrungen. Ein Text über Phuongs Kino-Alleingänge und Hoffnungen für die Zukunft. Liebes Tagebuch, heute bin]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ob im Kino, zu Hause oder im politischen Aktivismus: Phuong ist im Dazwischen und das schlechte Gewissen ein treuer Begleiter. Die Eltern haben noch nicht den Zugang zu Queerness gefunden und die queeren Freund*innen haben keinen Zugang zu Phuongs Diaspora Erfahrungen. Ein Text über Phuongs Kino-Alleingänge und Hoffnungen für die Zukunft.<br />
</strong></p>
<p><span id="more-16565"></span></p>
<p>Liebes Tagebuch,<br />
heute bin ich etwas down. Gestern Abend war ich alleine im Kino. Das letzte Mal, dass ich im Kino war, war mit einer meiner engsten Freund*innen. Es war ein Film, der während der queeren Filmreihe hier in meiner Stadt lief &#8211; um genauer zu sein: ein vietnamesischer Film. Der Film war schwer, langsam und still. Ich wollte meinen Eltern danach davon erzählen, aber ich wusste nicht wie. Ich wusste nicht, wie ich<br />
den Part, dass es sich um ein schwules Pärchen handelte, einbringen oder rauslassen soll. Es war kein typischer liberaler westlicher queerer Film, deswegen mochte ich ihn so sehr. Wäre ich doch nur mit Mama und Papa gegangen. Sie hätten aber bestimmt eh Nein gesagt, und zu Hause Netflix oder YouTube geschaut und wären früh schlafen gegangen um am nächsten Tag wieder zu arbeiten. Ich fühle mich ziemlich schlecht. Als ich das letzte Mal ins Kino ging, habe ich einen Film geschaut, den mein Vater bestimmt mögen würde. Er meinte, dass er und Mama lange nicht mehr im Kino waren und gerne mal wieder gehen würden… Ich wünschte es würde mehr Filme auf vietnamesisch oder zumindest mit vietnamesischen Untertiteln geben. Ich erinnere mich daran, wie ich vor ein paar Jahren sehr aktivistisch war: von Klimabewegungen zu Antirassismus. Dann habe ich Workshops gegeben. Und irgendwann habe ich aufgehört.</p>
<p>Ich war in diesen ganzen weißen linken aktivistische Kreisen und hatte nie das Gefühl wirklich dazu zu gehören. Oft war ich nur eingeschüchtert. Heute weiß ich noch immer nicht was ich machen kann. All das was ich getan habe, hätte nie irgendetwas daran geändert, dass meine Eltern oder viele andere Migrant*innen in Deutschland ein besseres Leben hätten. In meiner eigenen Bubble, in der alle eigentlich nur zu viel lesen, gemütlich sind und auf Soli Parties gehen, weil sie Geld sparen wollen. Gleiche Floskeln, gleiche Narrative, gleiche Diskurse, gleiche Diskussionen. Besonders anstrengend wird es dann, wenn diese Diskurse als universal gesehen werden, dabei können wir viel von Kämpfen und Bewegungen aus dem globalen Süden lernen. Während ich mehr über Vietnam Krieg lernen möchte, die Rolle globaler Mächte und die Spuren, die er im Land hinter lassen hat; haben meine Eltern ihr Land verlassen, damit sie ein besseres Leben haben können.</p>
<p>Noch immer weiß ich aber nicht, ob ein Post auf Instagram zu reposten irgendetwas ändert. Gleichzeitig ist das Internet ein sehr machtvolles Medium geworden, was Genozide live filmt, sodass die Propaganda westlicher Medien entlarvt und entschärft wird. Oft fühle ich mich auch schlecht, wenn ich mir nicht jeden Post durchlese. Es passiert so viel jeden Tag, so viel Leid. Ich gucke oft weg,<br />
wenn ich ehrlich bin. Ist aktivistisch sein und menschlich sein zwei verschiedene Dinge? Wenn ich auf eine Demo gehe, ändert es nichts daran, dass viele Migrant*innen tägliche Barrieren durchbrechen müssen und mit ihnen, durch sie, wegen ihnen, überleben müssen. Eigentlich möchte Mama ja nur mehr Zeit mit mir verbringen. Ich möchte auch mehr Zeit mit Mama verbringen, weil das viel wertvoller ist, als<br />
wenn ich auf eine Migrantifa Demo gehe oder einen Artikel für&#8217;s AK schreibe. Ich hab zu viel Zeit damit verbracht wütend auf <em>weiße</em> zu sein, auf weiße Queers, meine Enttäuschung und mein Schmerz war so groß, ist er immer noch, aber es gibt wichtigeres. Das weiß ich jetzt. Denn ich wollte eigentlich besser in Vietnamesisch werden, damit ich Vietnames*innen bei Behördengängen oder Arztterminen begleiten kann. Und dann wollte ich eigentlich nach einem KüFa-Kollektiv schauen, weil ich gerne für andere und viele Menschen koche. Eigentlich<br />
möchte ich mich nur um Menschen sorgen. Dabei habe ich noch immer nicht meinen Bachelor-Abschluss. Die Zeit rennt und ich weiß nicht, wie ich meinen Eltern alles zurück geben kann…täglich sterben Menschen auf unseren Handys…</p>
<p>Ich möchte viel Geld sparen, damit ich meinem Papa ein neues Auto kaufen kann, weil seine Beine weh tun.. aber solche Sorgen haben im deutschen Aktivismus auch keinen Platz wirklich. Er ist oft performativ, exorzisierend und auf irgendeine Art und Weise müssen wir uns gegenseitig beweisen, wie woke und antikapitalistisch wir sind &#8211; dabei geht es immer um Kontext. Dieser diasporische Kontext hat auch oft wenig Gewicht, selbst in BiPoC Kreisen, während es nur um Identitäten statt um Geschichten und globale Verhältnisse geht. Ach, ich weiß nicht… ich bin eher überfordert. Mit meiner Kunst verändere ich auch nichts und teilen kann ich sie mit Mama und Papa auch nicht. Sie ist zu explizit. Aber ich wünsche mir, ich kann sie mit ihnen eines Tages teilen und vielleicht wenn wir mal wieder in Vietnam sind, können wir mal zusammen ins Kino gehen…</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Dazwischen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/10/dazwischen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phuong]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Oct 2024 07:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben - wie ich will]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Dazwischen&#8220; ist das Unklare, nicht schwarz-weiß, sondern Abstufungen; nicht Eindeutigkeit, sondern der Text zwischen den Zeilen. Der Einblick in Phuongs ganz persönliches Dazwischen. ich existiere zwischen regen &#38; wind. der boden, der meine füße küsst. meine füße, die mich durchs leben tragen. mein atem existiert zwischen erde &#38; kosmos. mein gemüt zwischen herbst und frühling]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Dazwischen&#8220; ist das Unklare, nicht schwarz-weiß, sondern Abstufungen; nicht Eindeutigkeit, sondern der Text zwischen den Zeilen. Der Einblick in Phuongs ganz persönliches Dazwischen.</strong><br />
<span id="more-16298"></span></p>
<p>ich existiere zwischen regen &amp; wind.<br />
der boden, der meine füße küsst.<br />
meine füße, die mich durchs leben tragen.<br />
mein atem existiert zwischen erde &amp; kosmos.<br />
mein gemüt zwischen herbst und frühling<br />
ich liebe zwischen selbsthass &amp; tiefer schuld.</p>
<p>meine seele zwischen melancholie &amp; zukunftsängsten.<br />
meine träume zwischen projektion &amp; selbstzweifel.<br />
meine sprachen zwischen quê hương &amp; „vaterland“.<br />
meine augen zwischen wahrheit &amp; verzerrter realität.<br />
meine hände zwischen schöpfung &amp; verletzlichkeit.<br />
meine nase zwischen heimweh &amp; selbstverleugnung.<br />
meine haut zwischen sonne &amp; schmetterlingen im bauch.<br />
mein geschlecht zwischen tiefer liebe &amp; verwirrung.</p>
<p>mein herz zwischen emotionaler komplexität &amp; vergangenheit.<br />
meine verbindungen zwischen zärtlichkeiten &amp; verlustängsten.<br />
meine nächte zwischen fruchtbaren ideen &amp; der angst des loslassen.<br />
mein schlechtes gewissen zwischen verantwortung tragen &amp; weglaufen.<br />
meine fehler zwischen den schriften &amp; meinem blick, der nach unten geht.<br />
mein wille zwischen selbstkritik &amp; stundenlangem scrollen.<br />
meine worte zwischen sehnsucht &amp; dem wünsch neu anzufangen.<br />
meine vergangenheit zwischen scham &amp; verdrängung.<br />
meine fürsorge zwischen zuneigung &amp; erwartungen.<br />
mein lachen zwischen sorgenlos sein &amp; unsicher sein.</p>
<p>mein körper zwischen fetischisierung &amp; selbstzerstörung.<br />
mein körper zwischen dem, was sein kann &amp; imagination.<br />
mein körper zwischen begehren &amp; gefängnis.<br />
mein körper &#8211; eine ressource.<br />
mein körper &#8211; in der diaspora.<br />
mein körper &#8211; tausend welten &amp; geschichten.</p>
<p>mein zuhause zwischen trauma, warmen blicken &amp; hoffnung, füllendem essen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Liebe Leben</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/08/liebe-leben-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phuong]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Aug 2024 11:29:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Heilung]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe Leben]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16120</guid>

					<description><![CDATA[Wir haben schon viele schöne Texte von Phương gelesen, wir freuen uns in diesem Video von Phương zu hören.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir haben schon viele schöne Texte von Phương gelesen, wir freuen uns in diesem Video von Phương zu hören.</strong><span id="more-16120"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Asexuelle Lust als Erfahrung</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/11/asexuelle-lust-als-erfahrung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phuong]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Nov 2023 09:31:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Asexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Text über Zuneigung, Abneigung und die vielen Facetten der Lust von Phuong Ich liebe lange Kuscheleinheiten, sanfte Berührungen auf meinem Körper, das Gewicht eines anderen Körpers auf meinem; ich mag es, fest gehalten zu werden, ich mag es, stundenlang zu knutschen und mich an jemandes Bein zu reiben; ich mag gegenseitige und gemeinsame Masturbation;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Text über Zuneigung, Abneigung und die vielen Facetten der Lust von Phuong</strong><span id="more-15837"></span></p>
<div>
<div>Ich liebe lange Kuscheleinheiten, sanfte Berührungen auf meinem Körper, das Gewicht eines anderen Körpers auf meinem; ich mag es, fest gehalten zu werden, ich mag es, stundenlang zu knutschen und mich an jemandes Bein zu reiben; ich mag gegenseitige und gemeinsame Masturbation; ich liebe es, mich schick zu machen und stundenlang mit mir selber zu tanzen; ich liebe es, die Schulter von anderen zu berühren; ich liebes es die Nase und Augen eines anderen zu küssen; ich liebe es, mit anderen Körpern zu tanzen; ich liebe es, laut und schamlos zu einem Lieblingslied zu singen; ich liebe es, das von meiner Mutter gekochte Essen zu essen; ich liebe es, mir Zeit zu nehmen, um meinen Taro-Milchtee zu trinken; ich liebe es stundenlang in der Badewanne zu sitzen; ich liebe es gemeinsam Mittagsschlaf zu machen; ich mag Schwimmen und die Art, wie das Wasser mich küsst; ich liebe es, Fahrrad zu fahren und den Wind, der alle meine Sorgen wegbläst; ich liebe es zu schlafen und die Berührung weicher Laken auf meiner Haut; meine Füße, die den Boden und sein nasses Gras berühren; ich fühle mich frei, wenn ich mit einer geliebten Person laut lachen kann; ich liebe es, ein Lied so laut wie möglich mit meinen Kopfhörern zu hören, der Geruch von Bernstein gibt mir Klarheit und Ruhe; ich liebe es, gemeinsam zu kochen und bei Kerzenlicht und schöner Musik zu essen; ich mag den sanften Geruch von Schweiß, der Geruch von brennender Kohle gibt mir Heimweh; der Schmerz und die Verletzung in Beziehungen lassen mich lebendig fühlen, das Geräusch des Lachens meiner kleinen Nichte und meines kleinen Neffen berühren mich tief; ich liebe es mit meiner Nichte zu koexistieren und kreativ zu sein; ich liebe es lange zu texten; ich liebe random Telefonate; ich liebe Regen und Donner; &#8230;</div>
<div></div>
<div>Aber ich mag das soziale Konstrukt von Sex nicht; wie Sex Positivity, Body Positivity, Antirassismus, Anti-Ableismus und Anti-Fetischisierung von BiPoC-Körpern nicht in den Mittelpunkt stellt; ich fühle mich unwohl in hypersexuellen cis-schwulen Szenen, die Hypersexualisierung von Teenager-Mädchen und BiPoC-Körpern, ich mag das Konzept nicht, dass ältere Frauen nicht begehrenswert sind und nicht begehren können. Ich hasse den sexuellen und sexualisierten Blick, den die Leute auf mich projizieren, ich hasse die rassistischen und sexuellen Stereotypen über BiPoC-Körper und das Konzept von &#8222;Sub&#8220; und &#8222;Dom&#8220;, ich hasse es, dass es beim Flirten nur um Berührung geht, es verunsichert mich dass es in Beziehungen oft nur um Genitalien geht und ich verstehe nicht warum es immer um Sex gehen muss.</div>
<div></div>
<div>Ich würde doch so gerne über deine und meine Kindheitstraumata, Kindheitsträume, liebste Kindheitserinnerungen, Traumberufe, Lieblingsbücher und -filme, Lieder, die wir gehört haben, als wir jung und emo waren, reden; erzähl mir von deinem ersten Liebeskummer, wer hat dir dein Herz gebrochen; erzähl mir von deinen inneren Dämonen, wofür schämst du dich, was hasst du und was magst du an dir, welche Erfahrungen haben dein Leben verändert, welche Menschen hast du bisher getroffen, was gibt dir Orientierung und Hoffnung, wovor hast du Angst im Leben, Ich würde gerne wissen, wie du kämpfst, ich bin neugierig darauf, die Energie in der Luft zu spüren, wenn wir nur nebeneinander chillen, was ist dein Lieblingsgericht, das wir kochen könnten, bist du ein Sommer-, Frühlings-, Winter- oder Herbstmensch, Lieblingsessen und -geschmack, Lieblingsgeräusch, ich würde gerne fünf Minuten lang Augenkontakt haben, ich würde mir gerne einfach etwas mehr Zeit nehmen, einen Tee trinken, zusammen campen gehen und die Sterne beobachten, gemeinsam malen; gemeinsam nichts machen, zusammen einkaufen gehen und uns gegenseitig bei den Haushaltsaufgaben unterstützen; deinen Abwasch machen, dir Essen mitgeben, für dich da sein wenn es dir schlecht geht und deine Siege mit dir feiern; ich würde gerne von dir lernen wollen, weil du die Dinge anders siehst und machst als ich; ich würde gerne mit dir im Park unter der Sonne liegen, Liebesbriefe schreiben nur des Lieben wegen, ich würde gerne verzeihen lernen, gemeinsam verreisen, uns über Zeit und Umstände hinweg lieben und wertschätzen, ehrlich lieben und gehen wenn uns die Wege trennen und zurück zueinander finden wenn wir es möchten.</div>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Feuerengel, die Meerjungfrau &#038; die Nachteule</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/10/der-feuerengel-die-meerjungfrau-die-nachteule/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phuong]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Oct 2023 12:21:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute haben wir eine Kurzgeschichte für euch. Phuong schildert euch darin die Begegnung mit dem Feuerengel. Es war einmal ein Feuerengel, dem ich begegnet bin. Sie war so sanft und ich war von der Schönheit ihrer Bewegungen angezogen. Der Geruch des Feuers erinnerte uns an einen Ort, der sich Heimat nannte und sehr weit weg]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute haben wir eine Kurzgeschichte für euch. Phuong schildert euch darin die Begegnung mit dem Feuerengel.</strong><span id="more-15762"></span></p>
<p>Es war einmal ein Feuerengel, dem ich begegnet bin. Sie war so sanft und ich war von der Schönheit ihrer Bewegungen angezogen. Der Geruch des Feuers erinnerte uns an einen Ort, der sich Heimat nannte und sehr weit weg war. So schauten wir beide in das Feuer, das zwischen uns brannte. Sie tanzte zärtlich mit dem Feuer, wie Regentropfen auf Blättern nach einem starken Regen. Es war ihr Werk, das sie mit Gewissheit und Mut zähmte. Ich wurde auserwählt, zu sehen, wie sie eine Freundschaft mit dem Feuer einging. Meine Augen waren müde, meine Seele unruhig, langsam aber sicher fand die Schwere in meinem Herzen Ruhe in den Funken.<br />
In diesem Moment waren keine Sterne am Himmel zu sehen.<br />
&#8222;Manchmal bleibt uns nichts anderes übrig, als die Sterne anzuschauen&#8220;, sagte sie, setzte sich und nahm einen Schluck von ihrem Tee.<br />
Das Feuer, der Feuerengel und die Meerjungfrau fanden mich, und ihre Energien waren poetisch und doch nostalgisch, dass sie Geschichten über das Erinnern erzählten.<br />
&#8222;Ich werde nicht aufgeben, und ich hoffe, du auch nicht&#8220;, sprach die Meerjungfrau. Ihre Melodie hat die Farbe eines lavendelfarbenen Flusses, der durch die Wälder unserer Welt fließt. An manchen Stellen glitzert es, wo die Vögel sich ausruhen, bevor sie ihre Reise fortsetzen. Eines Tages tauchte eine Katze am Fluss auf, verängstigt durch die Schrecken, denen sie begegnen musste, und begierig durch den Durst nach dem Leben, den sie spürte. Sie folgten ihrem Instinkt und überquerten die Brücke.<br />
Dies war ihr letztes Leben, und am nächsten Morgen wachten sie glücklich auf, am Leben zu sein. Sie wussten, dass sie in ihrem letzten Leben ein Wassergeist waren und als Feuerengel wiedergeboren würden.<br />
Deshalb machten sie sich auf die Suche nach dem Feuer, von dem sie gerufen wurde. Das Feuer hatte eine Energie, die sie sprachlos machte, so beeindruckend war die Seele dieses Feuers. Und so wusste die Katze, dass sie hier richtig war. Am Feuer sitzend, war sie ein wenig zurückhaltend, vielleicht schüchtern, aber auch voller Neugierde. Ihre Unabhängigkeit brachte sie an diesen Ort, zum Feuerengel, zur Meerjungfrau, zu mir, der Nachteule.<br />
Das Feuer flüsterte ihnen zu: &#8222;Lass los, Katze, und empfange die Liebe.&#8220;<br />
Ich schaute in das Feuer, sprach in Vergebung und suchte Akzeptanz für die Dinge, die außerhalb meiner Kontrolle liegen. Ich wusste nicht, dass das Feuer mir Frieden brachte und dass der Tag kommen wird, an dem ich keine Angst mehr haben werde, zu sprechen.<br />
Sprich.<br />
Die Magie dieses Feuers hat dich zum Tanzen eingeladen. Auch wenn dein Schatten kleiner ist als du, so trägt er dich doch. Und du hast Angst, aber vielleicht musst du nur deine Arme um das Leben legen. Ein Kuss auf deine Stirn wird dich finden, und Arme, in die du dich fallen lassen kannst.</p>
<p>Zu wissen, dass nicht die Erde, sondern das Feuer unter deinen Füßen dich trägt, ist die Kraft des Vertrauens.</p>
<p>Was sollst du sonst sein im Leben?</p>
<p>Der einzige, der dich daran hindert,bist du selbst.</p>
<p>So, bitte (Sprich)</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Körperbrief</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/07/koerperbrief/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phuong]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jul 2023 09:29:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstliebe]]></category>
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					<description><![CDATA[„Du veränderst dich in letzter Zeit. Oder meine Wahrnehmung auf dich verändert sich“, schreibt Phuong. Lieber Körper, ich habe nie daran gedacht dir jemals zu schreiben, als ein Etwas zu betrachten, als ein Konstrukt, als etwas Eigenständiges. Ich sehe dich viel zu sehr als etwas Getrenntes von mir an; und gleichzeitig bist du mein Gefängnis.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Du veränderst dich in letzter Zeit. Oder meine Wahrnehmung auf dich verändert sich“, schreibt Phuong.</strong><span id="more-15649"></span></p>
<p>Lieber Körper,<br />
ich habe nie daran gedacht dir jemals zu schreiben, als ein Etwas zu betrachten, als ein Konstrukt,<br />
als etwas Eigenständiges. Ich sehe dich viel zu sehr als etwas Getrenntes von mir an; und<br />
gleichzeitig bist du mein Gefängnis. Mein ganz persönliches.<br />
Du veränderst dich in letzter Zeit. Oder meine Wahrnehmung auf dich verändert sich. Irgendwie<br />
sehe ich dich jetzt anders. Ich weiß nicht wann und wie dieses Chaos schon wieder angefangen<br />
hat und anfangen konnte.<br />
Heute beim Duschen habe ich dich nur wage betrachtet: Die Haare sind noch immer lang.<br />
Manchmal würde ich sie dir alle abrasieren wollen, aber dann bin ich doch zu faul. Und eigentlich<br />
mag ich diesen Achselgeruch an dir.<br />
Ich bin so verwirrt, ich weiß nicht was lost ist. Du bist so dünn geworden. Irgendwas ist anders<br />
geworden. Oder bilde ich mir das nur ein? Denn deine Taille ist noch immer da und dein Becken<br />
stickt auf einmal so hervor. Aber deine Oberschenkel werden muskulöser, besonders in der<br />
Schmertterlingsstellung ist das gut zu sehen. Trotzdem hast du noch deine Hüfte und deine<br />
haarlosen Oberschenkel.<br />
Ich will dich verändern. Ich möchte, dass du dich schnell veränderst.<br />
Aber ich weiß nicht in welche Richtung und wie und warum und welche Teile von dir. Und ich weiß<br />
auch gar nicht, ob ich es wirklich will, oder besser gesagt, brauche.<br />
Oder ob es irgendetwas ändern würde.<br />
Weißt du, ich träume davon mit dir im Sommer oberkörperfrei am See liegen zu können, die Hände<br />
hinter deinem Kopf verschränkt, Kopfhörer in deinen Ohren, dein „Fuck You“ unter der Brust<br />
tätowiert und in deinem Mund ein Joint.<br />
Ich hab so vieles ausprobiert, aber deine Brüste sind zu groß. Dieses scheiß Tape war nicht fest<br />
genug. Dabei hättest du so schön aussehen können. Vor allem mit den Härchen, die unter deinem<br />
Bauchnabel verlaufen. Wie hot du aussehen würdest!<br />
Ich weiß nicht was ich tun soll; ich will ja nicht gegen dich ankämpfen. Vielmehr habe ich das<br />
Gefühl, dass du gegen mich kämpfst. Und ja ich weiß, du kannst ja nichts dafür. Ich weiß nur<br />
einfach nicht wie ich das alles aushandeln soll, mit dir. Ich mein, dich sieht zwar eh niemand außer<br />
ich, und auch nur ich weiß wie du dich anfühlst. Ich kenne alle deine Stellen, über die du dir<br />
unsicher bist. Aber dein Ekzem auf dem Bauch und unter den Brüsten wird besser. Dein<br />
Schamhaar, das seitlich aus der Unterhose hinauswächst, sieht schön aus. Dein Lachen und<br />
Lächeln finde ich auch voll schön, du strahlst dann immer so. Und mittlerweile finde ich deine<br />
Augen auch schön.<br />
Ich weiß eigentlich gar nicht, ob ich dich jemals schön fand. Ich weiß, dass ich mit dir schon immer<br />
unzufrieden war, und dass ich dich immer biegen wollte und es auch versucht habe. Ich weiß auch,<br />
dass du nie genug sein wirst.<br />
Und deshalb hab ich auch so Angst, weißt du. Ich habe so Angst davor, dass Menschen dich eklig<br />
finden werden, oder abstoßend, oder hässlich. Ich habe auch insgesamt Angst davor dich anderen<br />
zu zeigen. Nicht mal ich guck dich an, nehme mir Zeit jede Einzelheit deiner Teile anzusehen, sie<br />
zu fühlen, sie vielleicht auch zu streicheln. Und ich weiß auch, dass ich dich niemanden zeigen<br />
muss; dass ich alles Schritt für Schritt machen kann. Dass deine sexy Hände, deine Oberarme,<br />
deine Tattoos am Rücken deiner Oberarme oder dein Nacken auch voll ausreichen, um Menschen<br />
total aus der Bahn zu bringen. Oder ich. Und wir.<br />
Ich weiß, dass wir irgendwann als Team arbeiten müssen&#8230;<br />
Wir haben keine Wahl.<br />
Ich möchte mich nicht mehr getrennt fühlen, von dir; weinen, wenn ich masturbieren will, weil mir<br />
das einfach nicht gefällt und es sich einfach komisch anfühlt. Oder wenn ich in den Spiegel schaue<br />
und dir ins Gesicht schaue..manchmal frage ich mich: Wer ist das? Wer sind wir?<br />
Ich fühle mich wie in der Schwebe und als würde niemand sehen, was für ein Chaos eigentlich in<br />
dir herrscht.<br />
Wenn ich dir die Leggins anziehe, dann sehe ich, dass deine Beine dünner werden und mehr an<br />
Form gewinnen; das ist ein Erfolg! Gleichzeitig wirkst du so feminin dann. Aber meine einzige<br />
Jogginghose kann ich dir nicht die ganze Zeit anziehen. Zum Beispiel jetzt: Die Jogginghose muss<br />
dringend gewaschen werden und wir haben keine weitere und müssen die ganze Zeit in der<br />
blauen Schlafhose chillen. Aber eigentlich auch okay, die Hose haben wir auch in Viet Nam<br />
gekauft. Ey und aktuell finde ich, dass wir mit Mütze, dem schwarzen Hemd und der filigranen<br />
Kette und dem Septum unglaublich gut aussehen.<br />
Jetzt bin ich aber wieder voll gesprungen und weiß gar nicht worauf ich eigentlich hinaus will.<br />
Gestern haben wir uns endlich mal diese App heruntergeladen. Ich wollte das schon die ganze Zeit<br />
ausprobieren, aber hatte die ganze Zeit Angst und jetzt bin ich eher verwirrt, und das ist alles ganz<br />
neu für mich. Und für uns ebenso, weil du ein Problem sein könntest. Etwas Ekliges, Verwirrend,<br />
ein Fetisch. Ich habe fünfmal die Bilder geändert, und war panisch, dass man uns erkennt. Und<br />
dein Körper sah viel zu feminin aus. Oder was auch immer. Jedenfalls habe ich mich nicht wohl<br />
damit gefühlt. Eigentlich bin ich auch ganz froh, dass wir gerade nicht so viel rausmüssen; dann<br />
sind wir gar nicht mit so vielen Sachen und Reibungspunkten konfrontiert.<br />
Heute warst du dann wieder sehr präsent auf einmal. Ich bin froh, dass wir für gute Klamotten<br />
sorgen. Das gibt mir zumindest viel Sicherheit. Als du die Tage dich mal wieder bewegt hast und<br />
wir getanzt haben, habe ich mich ein bisschen wohler gefühlt. Heute aber will ich dich keiner<br />
Person mehr zeigen. Und hier komme ich denke auch langsam zum Ende. Ich habe fürs Erste<br />
nichts weiter zu sagen, denn ich glaube, dass jetzt erstmal die Zeit für sich sprechen wird. Ich habe<br />
auch ein wenig Angst; ich weiß einfach nicht&#8230;aber vielleicht ist das ja auch okay so. Und vielleicht<br />
ist diese Angst wichtig, weil sie uns beide voranbringt; und wir über uns hinauswachsen werden.<br />
Und ich versuche daran zu glauben, dass wir liebevolle und zärtliche Begegnungen erleben<br />
werden. Wir sind doch noch so jung. Und jede Verletzung wird uns lehren, wir tragen den Schmerz<br />
mit uns weiter, transformieren ihn und finden wieder Hoffnung und fühlen Verbundenheit. Wie<br />
immer eigentlich.<br />
Und um ganz ehrlich zu sein; manchmal glaube ich zwar an sowas, aber ganz oft denke ich mir,<br />
dass sich manche Dinge auch einfach nie ändern werden. Vielleicht ist das ja auch okay, dann bin<br />
das eben ich. Aber ich weiß mit Sicherheit, dass du dich verändern wirst. Das werden wir aber mit<br />
aller Ruhe machen und mit ganz vielen Zärtlichkeiten.<br />
Und vielleicht hören wir auch irgendwann mal mit dem Rauchen auf. Aber dafür lassen wir uns<br />
auch erstmal Zeit&#8230;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Touch me where you feel water</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/06/touch-me-where-you-feel-water/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phuong]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jun 2023 12:59:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[Was bedeutet es, in Berührung… in touch zu sein…, Phuong? – Ein Gedicht. I In touch, we fear of losing our spirit in someone In touch, we say words of intimacy we are ever afraid of vocalizing In touch, we speak when there’s no language that can build bridges between worlds In touch, we carry our traumas]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was bedeutet es, in Berührung… in touch zu sein…, Phuong? – Ein Gedicht.</strong><span id="more-15585"></span></p>
<p>I</p>
<p>In touch,<br />
we fear of losing our spirit in someone</p>
<p>In touch,<br />
we say words of intimacy we are ever afraid of vocalizing</p>
<p>In touch,<br />
we speak when there’s no language that can build bridges between worlds</p>
<p>In touch,<br />
we carry our traumas projecting on one other’s skin</p>
<p>In touch,<br />
we tell our story and give a piece of our culture</p>
<p>in touch,<br />
souls can meet deeply</p>
<p>II</p>
<p>when it‘s dark and quiet, the night becomes our universe</p>
<p>two trans bodies laying close too each other yet so close they might be strangers</p>
<p>In reciprocative anxiety one is breathing, calming their mind one is quite hoping they will fall asleep soon</p>
<p>one more sensitive than the other sweat and shyness when love speaks truth in breathing not in sex and sexual performance cautious and deeply connected dancing between the stars</p>
<p>III</p>
<p>the candle in my back, far away  its shadow on the wall shows me your believe</p>
<p>with the morning in its slowest movement fear arises  dreams are clouded<br />
to be seen is rare<br />
to let being seen is brave   in summer’s air I smell curiosity<br />
but we fear the other’s word<br />
in my eyes, you are scared to hurt me</p>
<p>In summer’s heat<br />
we feel homesick</p>
<p>like water,<br />
we flow,<br />
like water,<br />
we let go like autumn<br />
slowly but surely<br />
touch me where you feel water</p>
<p>I<br />
In Berührung,<br />
haben wir Angst unsere Seele in jemand anderes zu verlieren</p>
<p>In Berührung,<br />
sagen wir Worte der Intimität, vor denen wir Angst haben jemals auszusprechen</p>
<p>In Berührung,<br />
sprechen wir wenn es keine Sprache gibt,<br />
die Brücken zwischen Welten aufschlagen kann</p>
<p>In Berührung,<br />
tragen wir Traumata, die wir auf die Haut des anderen projizieren</p>
<p>In Berührung,<br />
erzählen wir unsere Geschichte<br />
und schenken ein Teil unserer Kultur</p>
<p>in Berührung,<br />
können sich Seelen tief berühren</p>
<p>II</p>
<p>Wenn es dunkel und still ist,<br />
wird die Nacht zu unserem Universum</p>
<p>zwei trans Körper liegen nah beieinander so nah, dass sie Fremde sein könnten</p>
<p>In gegenseitiger Angst<br />
eine atmet, beruhigt ihren Geist<br />
eine ist ruhig und hofft, dass sie bald einschläft</p>
<p>Die eine sensibler als die andere<br />
&#8211; Schweiß und Schüchternheit.<br />
Wenn die Liebe Wahrheit im Atmen spricht nicht in Sex und sexueller Performance behutsam und tief verbunden:<br />
tanzend zwischen den Sternen.</p>
<p>III</p>
<p>die Kerze in meinem Rücken, weit weg<br />
ihr Schatten an der Wand zeigt mir deinen Glauben</p>
<p>mit dem Morgen in seiner langsamsten Bewegung<br />
entsteht Angst<br />
Träume sind getrübt<br />
gesehen zu werden ist selten<br />
gesehen werden zu lassen ist mutig<br />
in der Sommerluft rieche ich die Neugierde,<br />
doch wir fürchten das Wort des anderen<br />
in meinen Augen hast du Angst, mich zu verletzen.<br />
In der Hitze des Sommers<br />
fühlen wir Heimweh</p>
<p>wie Wasser,<br />
fließen wir<br />
wie Wasser,<br />
lassen wir los wie der Herbst langsam aber sicher<br />
berühre mich, wo du Wasser fühlst</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Jemand, den ich liebe, ist asexuell</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/03/jemand-den-ich-liebe-ist-asexuell/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phuong]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Mar 2023 10:40:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Poesie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=15400</guid>

					<description><![CDATA[“‘Ich sage dir nicht, dass du genug seist, denn das würde bedeuten, dass dir etwas fehlen würde.’” – Phuong schreibt eine asexuelle Fiktion. Deren Liebe ist intensiv, doch ich kann kaum atmen. Ich möchte wegzulaufen, ich möchte auf they zulaufen. Gott sei Dank, bin ich noch am Leben. Wir haben uns das erste Mal geküsst,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>“‘Ich sage dir nicht, dass du genug seist, denn das würde bedeuten, dass dir etwas fehlen würde.’” – Phuong schreibt eine asexuelle Fiktion.</strong><span id="more-15400"></span></p>
<p>Deren Liebe ist intensiv, doch ich kann kaum atmen. Ich möchte wegzulaufen, ich möchte auf they zulaufen. Gott sei Dank, bin ich noch am Leben.<br />
Wir haben uns das erste Mal geküsst, als they auf meinem Schoß saß und mir einen süßen Eyeliner malte. Ein kleines Feuerwerk, rosige Lippen.<br />
Es dämmerte bereits, als der Regen seinen Höhepunkt erreichte und deren Bett von unserer Zuneigung geformt war, die wir uns gegenseitig gestanden haben. Morgens sehe ich they gerne beim Schlafen zu &#8211; lila in deren verträumten Augen, gelb wie deren schüchternes Lächeln von der Seite, und blau in deren Händen und Lippen, die auf meiner Haut tanzen. Deren Selbsthass spiegelt mir die tiefen Wurzeln unserer Verbindung wider. Während der Herbst mich die Schönheit des Loslassens lehrt, habe ich mich in deren Arme fallen lassen. Diese Liebe besteht aus Kerzen, Kochen, Singen, Weinen, Malen, Tanzen, Rauchen, Poesie, Koexistieren, der klaren Luft des Winters, Waldspaziergängen, kiffen nach dem Aufwachen, heißen Bädern.<br />
They spürt jede Bewegung, ist neugierig über sich selbst, aber they ist auch schamvoll. They will gesehen werden, scheut sich aber auch vor der Liebe, weil they verletzt ist und sich vor ihrer Macht fürchtet. Ich habe gesehen, wie they sich selbst bestraft und sich so sehr anstrengt. Ich möchte they in den Arm nehmen, es tut mir fast weh, aber ich halte mich zurück, weil ich weiß, dass they deren Kämpfe allein ausfechten wird, so wie jedes verdammte Mal.<br />
Manchmal, wenn they Vertrauen gefunden habt, tanzt they so schön mit mir, wie ein Kind, das mit deren Schatten experimentiert. Wenn ich they berühre, atmet they in mein Herz. Ich sehe deren Narben zwischen deren Beinen, deren Angst in deren Nacken, deren Freude in deren Hüften und deren Hoffnung in deren Füßen. Ich erzähle they Geschichten über meine Traurigkeit und Einsamkeit, ich schwimme in deren poetischen Melodie und möchte they unter der Sonne lieben.<br />
Deren Rehaugen haben mir damals gesagt, dass they Angst hat, dass ich they verlasse. Eines Tages habe ich einen Brief erhalten: &#8222;Bitte bleib.&#8220; Ich habe beschlossen, meine Füße mit deren unter heißem Wasser zu berühren und they eines meiner Lieblingsgedichte vorzulesen. Ich habe zu they gesagt: &#8222;Ich sage dir nicht, dass du genug seist, denn das würde bedeuten, dass dir etwas fehlen würde. Bitte bleib auch.&#8220;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ausnahmezustand auf der Welt</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/01/ausnahmezustand-auf-der-welt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phuong]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2023 14:35:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=15281</guid>

					<description><![CDATA[Romantische Beziehungen werfen oft viele Fragen auf. Einige davon hat Phuong festgehalten und damit eine wunderschöne Beschreibung von Emotionen geschaffen. Kennt ihr das auch? Kennst du das Gefühl, wenn du Realität und Fantasie miteinander verwechselst oder gar nicht voneinander unterscheiden kannst? Kennst du das, wenn du tausend Gespräche durch redest, die du gerne mit Personen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Romantische Beziehungen werfen oft viele Fragen auf. Einige davon hat Phuong festgehalten und damit eine wunderschöne Beschreibung von Emotionen geschaffen. Kennt ihr das auch?</strong></p>
<p><span id="more-15281"></span></p>
<p>Kennst du das Gefühl, wenn du Realität und Fantasie miteinander<br />
verwechselst oder gar nicht voneinander unterscheiden kannst?<br />
Kennst du das, wenn du tausend Gespräche durch redest, die du gerne mit<br />
Personen hättest?<br />
Kennst du das, wenn dich ein Blick komplett rausbringen kann?<br />
Oder das eine Gefühl, wenn du ein Buch liest, und es dich ganz tief<br />
trifft?<br />
Oder, wenn du denkst, dass dich niemand mag oder dass du niemanden*<br />
wichtig bist?<br />
Hast du manchmal auch die Angst, dass Menschen im Hintergrund schlecht<br />
über dich reden und sie sich gegen dich zusammentun?<br />
Kennst du das, Angst zu haben too much zu sein?<br />
Oder diese Momente, wenn du einfach wieder zu viel darüber nachdenkst,<br />
dir den Kopf zerbrichst?<br />
Kennst du das wenn du dir in deinem Kopf durchgehst wie dein Leben und du<br />
selbst sein könnte?<br />
Kennst du das, wenn du eifersüchtig wirst und Angst bekommst, dass dir<br />
jemand die Liebe für dich nehmen kann?<br />
Kennst du das, wie du manchmal traurig deswegen werden und dich klein<br />
fühlen kannst?<br />
Kennst du das, wenn du einfach gerne Nähe und Intimität hättest? Wenn du<br />
eine Person kennenlernst, die du so magst und gerne mit ihr einfach<br />
stundenlang quatschen magst?<br />
Kennst du das, wenn du das Bedürfnis nach Sicherheit und Verbindlichkeit<br />
hast? Jemanden wichtig zu sein?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Kennst du das, wenn du Menschen einfach so richtig kennenlernen möchtest?<br />
Wissen möchtest, wer sie sind, wovon sie träumen, was ihre Ängste sind,<br />
wie sie sind wenn sie verletzlich sind, was sie wütend macht, wie sie zu<br />
anderen Menschen sind, wie sie die Beziehung mit sich selbst führen?<br />
Kennst du das, dass crushen allein schon so schön ist, das Gefühl frei zu<br />
lieben und zu genießen nur des Liebens wegen?<br />
Kennst du das, wenn du einfach kuscheln magst? Und dich mit den<br />
jeweiligen Personen im Bett verkriechen möchtest?<br />
Kennst du das, wenn du wissen möchtest, wie die Person aussieht wenn sie<br />
morgens aufwacht?<br />
Kennst du das, wenn du dich in Erinnerungen festhängst?<br />
Wenn du die Person, trotz allem noch unendlich liebst &#8211; sie und die alte<br />
Zeit vermisst?<br />
Wenn du dich an so viele kleine schöne, intime und zärtliche Momente<br />
erinnern kannst?<br />
Kennst du das, wenn du eine Person so sehr vermisst, dass es schmerzen<br />
kann?<br />
Kennst du das, dich neu zu verlieben, dich frei und lebendig fühlen<br />
lässt?<br />
Kennst du diese Tage, wo du dich selber richtig gut aussehend findest?<br />
Kennst du das, wenn du so richtig zu dir selber zurückfindest und<br />
aufblühst?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Kennst du das, wenn du so sehr mit dir selber als Person so kämpfst, und<br />
dich die ganze Zeit in einem Streit mit dir aufhältst?<br />
Kennst du das, dass du deine eigene Selbstkritik nicht loslassen kannst?<br />
Wenn du so nach Aufmerksamkeit, Bestätigung und Anerkennung sehnst, und<br />
wenn sie da ist, du trotzdem für dich selber nicht gut genug bist?<br />
Kennst du das, wenn sich Menschen in deinem Umfeld gut verstehen und sich<br />
lieb haben und du dich einfach für sie freust?<br />
Kennst du das, wenn du Angst davor hast Entscheidungen mitzuteilen, weil<br />
du die Personen verletzen könntest, aber sie sich dann mit dir freuen?<br />
Kennst du das, wie du so oft in Schutz gehst, weil du dein ganzes Leben<br />
gelernt hast Schutzmechanismen aufzubauen?<br />
Kennst du das, wenn die dir Welt einfach so richtig beschissen und<br />
dramatisch erscheint? Oder sie in deiner Realität auch so ist?<br />
Kennst du das, wenn du einfach nicht aufhören kannst an diese eine Person<br />
zu denken?<br />
Kennst du das, wenn du Angst davor hast dich neu zu verlieben, dich zu<br />
öffnen, dich nackt und verwundbar zu zeigen?<br />
Kennst du das, wenn du dich davor schämst Gefühle offen zu zeigen?<br />
Kennst du das, dass du dich sogar davor schämst dich selber zu lieben und<br />
toll zu finden?<br />
Kennst du das, wenn du außer Kontrolle bist, irrational, machtlos,<br />
ohnmächtig?<br />
Kennst du das, nicht ernstgenommen zu werden und Menschen sich über dich<br />
lustig machen</p>
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		<title>Sichtbar</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/10/15090/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phuong]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Oct 2022 08:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit Phuong begrüßen wir eine*n neue*n Autor*in auf meinTestgelände. Phuongs erster Beitrag ist ein Gedicht, das den Kampf zwischen sich-selbst-sehen und bewundern, sowie den Blicken von außen auf einen „queeren trans Körper“, beschreibt &#8211; eine hochspannende Perspektive. mein Blick in den Spiegel zeigt mir einen Jungen, dessen Blick so sanft und so angstvoll scheint. seine]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit Phuong begrüßen wir eine*n neue*n Autor*in auf meinTestgelände. Phuongs erster Beitrag ist ein Gedicht, das den Kampf zwischen sich-selbst-sehen und bewundern, sowie den Blicken von außen auf einen „queeren trans Körper“, beschreibt &#8211; eine hochspannende Perspektive.</strong></p>
<p><span id="more-15090"></span></p>
<p>mein Blick in den Spiegel zeigt<br />
mir einen Jungen, dessen Blick<br />
so sanft und so angstvoll scheint.<br />
seine Lippen leicht angewinkelt und<br />
seine Augen träumen von Anerkennung,<br />
und dem verbunden-Sein.<br />
Seine Arme hinter dem Kopf verschränkt,<br />
lassen filigrane Tattoos hervorblicken.<br />
Seine haare sind verstrubbelt und seine<br />
verrauchte lunge lässt ihn fast ersticken.</p>
<p>es folgt ein richten des t-Shirts,<br />
ein abdecken der Titten.<br />
die richtigen Worte sind ihm eben entglitten<br />
er verlässt sein Spiegelbild, und vergisst;<br />
sich zu sagen wie schön er ist.</p>
<p>drei Tage sind vergangen:<br />
die Schwere des Alltags haben ihn verschlangen.<br />
er meistert, und fühlt sich einsam und klein.<br />
in Gesellschaft gibt er sich als guten freund<br />
und übt sich weiterhin im Verbunden-Sein.<br />
Schritt für Schritt sagt er sich,<br />
die übergriffigen Aussagen können ihm nichts.<br />
er sei stark, er habe von klein an 5-mal mehr als alle kämpfen müssen.<br />
ein Gespräch folgt, ein blick trifft auf ihn<br />
&#8211; der instinktive Reflex des Wegmüssen.</p>
<p>drei stundenlang in der Sonne liegend,<br />
weint er unter seinem Cap.<br />
er ist gar nicht so taff.<br />
er ist verwundbar und verletzlich.<br />
er fühlt sich getrennt und zerbrechlich.</p>
<p>manchmal da ist er dir unglaublich nah.<br />
er teilt, schenkt und ist verwundbar.<br />
er kann so liebevoll und zärtlich mit dir sein und dann; lässt er niemanden mehr rein.<br />
wenn du ihn liebst, musst du Geduld mit ihm haben und ihm helfen das Chaos und die Zerrissenheit nicht alleine zu tragen.<br />
er weiß, dass er widerständig ist.<br />
nur diese Frustration, die ihn beinahe zerfrisst<br />
er kämpft schon so lange<br />
er steht wieder auf und hofft dort zu gelange<br />
er kämpft nicht nur gegen die Welt und Mitmenschen<br />
sondern es sind die Welt und die Mitmenschen, die gegen ihn kämpfen.</p>
<p>Mein Blick in den Spiegel zeigt mir einen sehr alten Mann,<br />
er gibt nicht auf, aber er weiß auch nicht ob er noch kann.<br />
er weiß nicht wer „er“ ist,<br />
es sind die alten „Zeiten“, die<br />
er manchmal vermisst<br />
ein tiefes Schamgefühl,<br />
das in ihm lebt<br />
welches seine Träume prägt.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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