<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Romy &#8211; meinTestgelaende.de</title>
	<atom:link href="https://www.meintestgelaende.de/author/romy/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.meintestgelaende.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Wed, 20 May 2026 10:12:58 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>

<image>
	<url>https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/06/cropped-unnamed-32x32.jpg</url>
	<title>Romy &#8211; meinTestgelaende.de</title>
	<link>https://www.meintestgelaende.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Aufwachsen in Schubladen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/05/aufwachsen-in-schubladen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 May 2026 09:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Coming of Age]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Schubladen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17481</guid>

					<description><![CDATA[Anhand des fiktiven Mädchens Silvie, beschreibt Romy wie Kinder in stereotype Geschlechterrollen gedrängt werden und welche Folgen das hat. Die Geschichte verdeutlicht, wie früh Erwartungen ihr Selbstbild prägen können und wie wichtig es ist, Kindern die Freiheit zu geben, ihre Talente ohne Einschränkungen zu entdecken. Ein wichtiger Schritt für eine offenere und vielfältigere Zukunft! „Wir]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Anhand des fiktiven Mädchens Silvie, beschreibt Romy wie Kinder in stereotype Geschlechterrollen gedrängt werden und welche Folgen das hat. Die Geschichte verdeutlicht, wie früh Erwartungen ihr Selbstbild prägen können und wie wichtig es ist, Kindern die Freiheit zu geben, ihre Talente ohne Einschränkungen zu entdecken. Ein wichtiger Schritt für eine offenere und vielfältigere Zukunft!</strong><span id="more-17481"></span></p>
<blockquote><p>„Wir werden nicht als Frauen geboren, wir werden dazu gemacht“ – Simone de Beauvoir.</p></blockquote>
<p>Mit diesem Satz zeigt die französische Schriftstellerin und Philosophin einen zentralen Aspekt des Aufwachsens und Erwachsenwerdens auf, der uns alle betrifft. Ein Aspekt, dem wir zunächst mehr oder weniger ausgeliefert sind – ob wir wollen, oder nicht: Sozialisation.</p>
<p>Wir alle sind geprägt, gerade im jungen Alter, von unserem Umfeld. Von den Menschen, die uns großziehen. Von denjenigen, mit denen wir unsere Zeit verbringen, die oft auch Vorbilder für uns darstellen. Sie alle können einen großen Einfluss darauf haben, wer wir später sind, und wie wir uns selbst wahrnehmen. Nicht jeder erlebt die Sozialisation dabei auf eine gleiche Art und Weise – wir als Individuen werden natürlich auch von den unterschiedlichsten, individuellen Menschen aufgezogen und geprägt. Das macht diesen Prozess aber nicht frei von Strukturen. Im Gegenteil. Gerade in Bezug auf die Geschlechter lässt sich sehen: bei Mädchen und Jungen gibt es ein sich stark unterscheidendes Muster. Aufgrund unseres Geschlechtes geschieht die Sozialisation unterschiedlich und drängt uns nach und nach, ob latent oder deutlich, in eine bestimmte Rolle. Das nennt sich geschlechtsspezifische Sozialisation. Ich werde in dem Text sowohl darauf eingehen wie geschlechtsspezifische Sozialisation sich äußern kann, als auch, was das für die spätere Identität von Kindern bedeuten kann.</p>
<h3>Silvie – ein Beispiel für das System</h3>
<p>Um den Prozess zu verdeutlichen, werde ich nun aus der Perspektive eines heranwachsenden, fiktiven Mädchens namens Silvie sprechen. Was sie hier erlebt, was ihr gesagt und vermittelt wird, hat noch einen maßgeblichen Einfluss darauf, wie sie später ihr Leben gestalten möchte.</p>
<p>Silvie liebt es eigentlich, in die Schule zu gehen. Sie ist jetzt in der vierten Klasse und freut sich schon riesig auf die weiterführende Schule. Sie möchte auf ein naturwissenschaftliches Gymnasium gehen, um ihrem Traum, eine Physikerin zu werden, noch näher zu kommen. Gleich hat Silvie Matheunterricht. Kurz vor Unterrichtsbeginn fällt dem Lehrer auf: die Stühle reichen nicht. „Können kurz drei starke Jungs mitkommen, um mir beim Stühletragen zu helfen?“, fragt der Lehrer in die Runde. Silvie hätte zwar auch gerne geholfen, aber ihre Hilfe ist hier wohl nicht angebracht, denkt sie.</p>
<p>Die Stunde geht vorüber, es ist an der Zeit, dass die Noten der letzten Mathe-Schulaufgabe herausgegeben werden. Vorher äußert sich ihr Lehrer noch kurz zu den Noten: „Ich soll sowas eigentlich nicht sagen, aber mir ist dieses Mal besonders aufgefallen, dass sich die Mädchen beim Lernen wohl etwas mehr ins Zeug gelegt haben als die Jungen. Schon ungewöhnlich, Naturwissenschaften liegen nämlich Jungs viel mehr, das ist auch irgendwie ein Jungsfach. Aber genug geredet, hier die Schulaufgaben!“</p>
<p>Silvie freut sich sehr über ihre Zwei, verunsichert ist sie trotzdem. Wenn Naturwissenschaften „Jungssache“ ist, macht ihr Traum dann überhaupt noch Sinn?</p>
<h3>Geschlechtsspezifische Schubladen</h3>
<p>Was Silvie dort erlebt, ist ein konkret veranschaulichtes Beispiel dessen, wie geschlechtsspezifische Sozialisation aussehen kann. Kindern wird schon im jungen Alter ein Bild vermittelt von einem binären Geschlechtersystem, dessen zwei Geschlechter sich angeblich signifikant unterscheiden in ihren Talenten und Stärken. Männliche Attribute fokussieren sich dabei meist auf Stärke, körperlich und emotional. Weibliche Attribute drehen sich meist um Fürsorge, Liebe, Emotionalität.</p>
<p>Kindern werden dabei Schubladen offenbart, in die sie sich, ihrem biologischen Geschlecht gemäß, einordnen sollen. Diese Schubladen stehen in Verbindung mit einer Erwartungshaltung an Kinder, wie sie sich später Verhalten sollen – „ihrem Geschlecht gemäß“, natürlich.</p>
<p>Auch Sätze oder Begriffe wie „Jungssache“ oder „Mädchensache“ können dazu führen, dass Kinder zum einen ihren Talenten nicht nachgehen, wenn sie eher dem anderen Geschlecht zugeordnet werden. Zum anderen kann es sie davon abschrecken, verschiedenste Dinge auszuprobieren, um festzustellen, was sie wollen und worin sie gut sind. Das kann auch signifikante Auswirkungen auf ihr späteres Leben und ihre Karriere haben, wenn sie das Gefühl bekommen sich in dem zurückhalten zu müssen, was sie wirklich machen wollen.</p>
<p>Auch Spielzeuge können einen Einfluss darauf haben, in welcher Rolle sich Kinder schon früh beginnen einzuordnen. So vermitteln beispielsweise Spielzeuge wie Puppen oder der Kochherd, die unter anderem in der Werbung meist an Mädchen adressiert werden, früh die erwartete Rolle von Frauen als Fürsorgerinnen, Kümmerinnen und Mütter. Das kann den Eindruck vermitteln, dass die Mädchen später einmal für genau das Verantwortung übernehmen sollen – nämlich für die Care-Arbeit. In diese werden Mädchen auch früher eingebunden, beispielsweise für Aufgaben wie das Aufräumen der Spülmaschine oder den Frühjahrsputz.</p>
<h3>Die Folge geschlechtsspezifischer Sozialisation</h3>
<p>Diese Art von Sozialisation, die uns unserem Geschlecht gemäß in bestimmte Kategorien steckt, hat allerdings nicht nur einen möglichen Einfluss auf unseren späteren Karriereweg. Sie kann auch der mentalen Gesundheit schaden.</p>
<p>So wird Männern beispielsweise ein Männlichkeitsbild vermitteln, in welchem sie dauerhafte Stärke zeigen müssen – diese „Stärke“ wird hier verbunden mit dem Unterbinden vom Zeigen der eigenen Emotionen, beispielsweise mit dem Weinen. Dieses Bild von „Stärke“ kann außerdem dazu führen, dass Männer sich keine oder zu spät Hilfe holen, wenn sie welche bräuchten, beispielsweise im Umgang mit psychischen Krankheiten oder auch suizidalen Gedanken. Auch Attribute wie „das Zeigen von Dominanz“ kann für jene Männer belastend sein, die sich davon distanzieren, und dafür auf Ablehnung, insbesondere von anderen Männern, stoßen können.</p>
<p>Eine solche Form von Ablehnung erleben auch Frauen, die sich nicht den Charaktereigenschaften gemäß verhalten, die von Ihnen erwartet werden. Im schlimmsten Fall äußert sich diese Form von Ablehnung in beispielsweise häuslicher, psychischer oder sexueller Gewalt – oder auch in einem Femizid.</p>
<p>Es ist wichtig zu verstehen, dass das, was wir unseren Kindern vermitteln, sich auf ihr späteres Leben, ihre Partnerschaften und sich selbst auswirken. Wir sollten Kindern die Möglichkeit lassen, sich in ihren Talenten und in ihrem Charakter frei entwickeln zu lassen – abseits von dem, was wir gesellschaftlich klar als stereotypisch „männlich“ und „weiblich“ in Schubladen einordnen möchten.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sie nennen es Liebe, wir nennen es unbezahlte Arbeit</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/03/sie-nennen-es-liebe-wir-nennen-es-unbezahlte-arbeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Mar 2026 10:14:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Cash & Care]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Lohn]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17360</guid>

					<description><![CDATA[Pflegen, erziehen, kümmern – unverzichtbare Arbeit, aber schlecht bezahlt oder gar unsichtbar. Warum Care-Arbeit nicht nur ein Thema für Familien ist, sondern ein strukturelles Problem von Arbeitsmarkt, Geschlechterrollen und ökonomischer Abwertung beschriebt Romy in ihrem neuen Text. Erziehung, Haushalt, Kinderbetreuung – viele haben haushaltszentrierte Tätigkeiten im Kopf, wenn es um das Thema „Care-Arbeit“ geht. Wie]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Pflegen, erziehen, kümmern – unverzichtbare Arbeit, aber schlecht bezahlt oder gar unsichtbar.</strong><br />
<strong>Warum Care-Arbeit nicht nur ein Thema für Familien ist, sondern ein strukturelles Problem von Arbeitsmarkt, Geschlechterrollen und ökonomischer Abwertung beschriebt Romy in ihrem neuen Text.</strong><span id="more-17360"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">Erziehung, Haushalt, Kinderbetreuung – viele haben haushaltszentrierte Tätigkeiten im Kopf, wenn es um das Thema „Care-Arbeit“ geht. Wie der Begriff schon vermuten lässt, geht es in der Care-Arbeit zentral um das Sich-Kümmern und die Fürsorge um andere Menschen. Diese Leistungsanforderungen gehen aber weit über die Arbeit in Haus und Familie hinaus – um das gesamte Spektrum der Care-Arbeit erfassen zu können, muss der Blick auch auf die Ebene der Erwerbsarbeit, also der bezahlten Lohnarbeit, geworfen werden. Eine Ebene, die in dieser Thematik oft ignoriert wird.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ich werde in diesem Text keinen persönlichen oder privaten Blick auf die Aspekte rund um die Care-Arbeit richten. Vielmehr geht es um die soziologische Perspektive – und darum, inwiefern Care-Arbeit weit über die eigenen vier Wände hinausgeht.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p aria-level="3"><strong>Geschlechterrollen auf dem Arbeitsmarkt </strong></p>
<p><span data-contrast="auto">Geschlechterstereotypen ziehen sich durch jede gesellschaftliche Schicht und Struktur. Auch in der Erwerbstätigkeit sieht man: Es gibt eine Einteilung in „Männer- bzw. Frauenberufe“. In der Geschlechtersoziologie wird für diese Unterscheidung gerne der Begriff der „horizontalen Segregation“ verwendet. Als „Männerberufe“ zählen unter anderem Tätigkeiten im technischen und handwerklichen Bereich, während sich „Frauenberufe“ tendenziell rund um das Thema Pflege, Erziehung und Sorge drehen – Bereiche, die man so bereits aus der Care-Arbeit im Haushalt kennt.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Noch alarmierender als diese geschlechtsspezifische Aufteilung ist aber, dass sich diese Berufsspaten nicht auf Augenhöhe befinden. Sowohl aus finanzieller als auch aus prestigezentrierter Sicht wird deutlich: „Frauenberufe“ liegen weit hinten. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Die Aufstiegschancen sind geringer, die Löhne niedriger, das Ansehen gering. Sogar innerhalb von frauendominierten Berufsfeldern sind gravierende Unterschiede vorzufinden. Obwohl Frauen häufiger in diesen Berufen tätig sind, sind es meist Männer, die eine höhere Stellung genießen und sich in Führungspositionen befinden (in der Soziologie als „vertikale Segregation“ bezeichnet). </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p aria-level="3"><strong>Die ökonomische Abwertung von Care-Arbeit  </strong></p>
<p><span data-contrast="auto">Um erklären zu können, weshalb „Frauenberufe“ deutlich schlechter entlohnt werden als ihr Pendant, lohnt sich nun ein Blick auf die Care-Arbeit im eigenen Haushalt, für die in der Soziologie häufig der Begriff „Reproduktionssphäre“ verwendet wird.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Die Care-Arbeit der Erwerbsphäre und der Reproduktionssphäre sind nicht voneinander getrennt, sie beeinflussen sich gegenseitig und stehen in Wechselwirkung zueinander – die Abwertung unbezahlter Care-Arbeit setzt sich in der schlechten Bezahlung und Anerkennung von Care-Berufen fort, obwohl sie unter anderem dafür sorgt, dass Menschen überhaupt erwerbsfähig sind. Zu der sichtbar geringeren Bezahlung solcher Berufe gibt es verschiedene Erklärungsansätze.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Aus neoklassistischer Sicht der Volkswirtschaftslehre basiert diese Differenz auf der persönlichen Produktivität: Frauen übernehmen im privaten Bereich prinzipiell eher die Care-Arbeit, gehen in den Mutterschaftsurlaub und sind somit weniger erwerbstätig. Weniger Erwerbstätigkeit hat eine geringere Entlohnung zur Folge.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Allerdings sollte hier ein wichtiger Aspekt ergänzt werden: Weshalb übernehmen Frauen die Care-Arbeit? Warum leisten Frauen in Deutschland mehr als doppelt so viel Sorgearbeit wie Männer? Diese Frage lässt sich mithilfe der soziologischen Sicht auf die Gender-Pay-Gap ein Stück weiter beantworten. Hier wird davon ausgegangen, dass verschiedene Entlohnung nicht schlicht ein Ausdruck von ungleicher Produktivität sei, sondern von Diskriminierung: Frauenberufe sind gesellschaftlich deutlich weniger anerkannt, oft werden sie entwertet – eben, weil sie von Frauen ausgerichtet werden. Doch warum ist das so?</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p aria-level="3"><strong>Die „Natur“ der Frau – wie Care-Arbeit naturalisiert wird </strong></p>
<p><span data-contrast="auto">„Sie machen es aus Liebe“ – dieses Argument ist gerne eine Rechtfertigung für unbezahlte Care-Arbeit in der Reproduktionssphäre. Es läge in der „Natur der Frau“ sich um Kinder und Haushalt zu kümmern. Frauen seien dazu gemacht, Kümmerinnen und Fürsorgerinnen ihrer Familie zu sein. Ignoriert wird dabei, dass es biologisch gesehen kaum „typisch männlich“ oder „typisch weiblichen“ Eigenschaften gibt. Vielmehr sind weiblich- und männlich konnotierte Persönlichkeitsmerkmale das Ergebnis von Sozialisation, in dessen Prozess Frauen diese Fürsorge, Zärtlichkeit und der Fokus auf dem Kümmern um das Wohlbefinden anderer anerzogen wird. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Die Übernahme von Care-Arbeit ist also kaum natürlich, es ist das Produkt einer Gesellschaft mit patriarchalen Strukturen. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Das Ideal der „aus Liebe handelnden Frau und Mutter“ hört allerdings nicht an der Türschwelle auf. Vielmehr zieht sie sich bis in die Erwerbssphäre und könnte somit einen Einfluss auf die prinzipiell schlechtere Bezahlung von frauendominierten Berufen nehmen.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p aria-level="3"><strong>Liebe ist keine Lohnform </strong></p>
<p><span data-contrast="auto">Schon seit Jahrzehnten Kämpfen Frauen für eine faire Bezahlung der Care-Arbeit, die sie leisten müssen – sowohl im Haus als auch im Beruf. Und dennoch: Care-Arbeit wird gesamtgesellschaftlich immer noch häufig als eine reine Selbstverständlichkeit angesehen. Etwas, dass sich „für Frauen so gehört“. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Es ist ein Kampf, der vermutlich noch lange andauern wird. So lange, bis Care-Arbeit keine „Frauensache“ mehr ist. Denn hier geht es um etwas anderes als „natürliche Gegebenheiten“. „Sie nennen es Liebe. Wir nennen es unbezahlte Arbeit“ (Silvia Federici im Manifest „Wages Against Housework“, 1975).</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Körperliche Selbstbestimmung und Schwangerschaftsabbrüche</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/12/koerperliche-selbstbestimmung-und-schwangerschaftsabbrueche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Dec 2025 16:01:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17250</guid>

					<description><![CDATA[In diesem Video spricht Romy über Selbstbestimmung und warum die weiblicher Körper weiterhin zentrales Element feministischer Bewegungen ist.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In diesem Video spricht Romy über Selbstbestimmung und warum die weiblicher Körper weiterhin zentrales Element feministischer Bewegungen ist.</strong><span id="more-17250"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Misogynie und Männlichkeit – wenn toxische Ideale zum Hass werden</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/09/misogynie-und-maennlichkeit-wenn-toxische-ideale-zum-hass-werden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Sep 2025 11:58:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Misygonie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17104</guid>

					<description><![CDATA[Romys neuer Text handelt von Misogynie, toxischer Männlichkeit und wie Hass in sozialen Netzwerken Form annimmt. [Trigger Warnung: In diesem Artikel geht es unter anderem um das Thema Gewalt an Frauen. Nummern für Hilfstelefone und Beratungsstellen findet ihr am Ende des Artikels.]  „Es spielt keine Rolle, ob eine Frau Anwältin, Hausfrau oder Webcam-Girl werden will.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span class="a_GcMg font-feature-liga-off font-feature-clig-off font-feature-calt-off text-decoration-none text-strikethrough-none">Romys neuer Text handelt von Misogynie, toxischer Männlichkeit und wie Hass in sozialen Netzwerken Form annimmt.</span> </strong><span id="more-17104"></span></p>
<p><strong><i>[Trigger Warnung: In diesem Artikel geht es unter anderem um das Thema Gewalt an Frauen. Nummern für Hilfstelefone und Beratungsstellen findet ihr am Ende des Artikels.]</i> </strong></p>
<p><em>„Es spielt keine Rolle, ob eine Frau Anwältin, Hausfrau oder Webcam-Girl werden will. Wenn sie keinen Mann hat, der sie anleitet, wird sie es vermasseln. Sie sind einfach nicht dazu geschaffen, völlig unabhängig zu sein. […] So etwas wie eine unabhängige Frau gibt es nicht, sie sind alle bis zu einem gewissen Grad von einem Mann abhängig.“  </em></p>
<p><span data-contrast="auto">Das ist ein Zitat des ehemaligen Kickboxers und Influencers Andrew Tate. Ein Mann, der in den sozialen Medien vor allem eines verbreitet: Hass und Gewalt. Mit Aussagen wie „Ich hole die Machete raus, schlage ihr ins Gesicht und packe sie am Hals. Halt’s Maul, Schlampe“ auf die Frage was er tun würde, wenn ihn seine Partnerin des Betrugs beschuldige, macht Tate eine Form des Frauenhasses sichtbar, dessen Ausmaß den meisten so noch gar nicht bewusst ist: In der sogenannten „Manosphere“ in den sozialen Medien werden sexistische Überzeugungen und besonders toxische Männlichkeitsbilder rasend schnell verbreitet.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p aria-level="2"><span data-contrast="none">Der Abgrund der „Manosphere“</span><span data-ccp-props="{&quot;134245418&quot;:true,&quot;134245529&quot;:true,&quot;335559738&quot;:160,&quot;335559739&quot;:80}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Die Manosphere kann in verschiedenen Formen und in unterschiedlichen Onlinecommunities auftreten. Das können Dating- oder Männlichkeitcoaches sein, Pick-Up-Artists oder beispielsweise Inzels – das sind Männer, die unfreiwillig keinen Sex haben. Schuld am „unfreiwilligen Zölibat“ seien natürlich die Frauen. </span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Auch in ihren Zielen unterscheiden sich die Communities der Manosphere. Manche Männer wollen Sex von Frauen, von dem sie fest davon überzeugt sind, er stünde ihnen zu. Andere streben es an, endlich ein „richtiger Mann“ zu werden – in dem Kontext fällt gerne mal der Begriff „Alpha“. Viele wollen auch nur eines: Ihren tiefverwurzelten und abgründigen Hass gegenüber Frauen verbreiten. </span><span data-contrast="auto">Obwohl sich die Gruppen innerhalb der Manosphere teils voneinander differenzieren, bauen sie alle auf derselben Basis auf: auf toxischen Männlichkeitsbildern.</span> <span data-contrast="auto">Unterstützer dieser Netzwerke sind meist fest davon überzeugt, es gäbe eine einzige „richtige“ Männlichkeit. Ein gutes Beispiel davon ist Maximilian Krah von der AfD – auch er versucht auf TikTok und Instagram jungen Männern zu vermitteln, was es bedeuten solle, ein „echter Mann“ zu sein: „Echte Männer sind rechts, echte Männer haben Ideale, echte Männer sind Patrioten, dann klappt es auch mit der Freundin“, sagt er in einem Video. </span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Weitere scheinbar anstrebende und „männliche“ Charaktereigenschaften in der Manosphere seien außerdem: führend, bestimmend, stark, unsensibel, … und das Schlafen mit vielen, vielen Frauen.</span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span><span data-contrast="auto">In diesen Communities liegt der Fokus nämlich sehr oft auf dem Thema Sex. Sex stünde ihnen zu. Frauen „schulden“ Sex. Sex sei ein Recht. </span><span data-contrast="auto">Manche gehen dabei einen Schritt weiter: Wenn sie den Sex nicht bekommen, dann holen sie ihn sich.</span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p aria-level="2"><em>Das Vergewaltiger-Netzwerk auf Telegram </em></p>
<p><span data-contrast="auto">Im Dezember letzten Jahres wurde von einem Reportagenteam von STRG_F ein abscheuliches Netzwerk auf Telegram aufgedeckt. Ein Vergewaltiger-Netzwerk. </span><span data-contrast="auto">Beteiligt waren tausende von Männern, die sich in den Gruppen gegenseitig über Betäubungsmittel und K.O-Tropfen austauschten: welche Dosis die Täter brauchen, wie man den Frauen die Drogen am besten in Getränke mischt, wann sie wirken – und wann die Täter freie Bahn haben würden, das Opfer zu missbrauchen. Es wurden Bilder geteilt, Tipps gegeben, zu Taten angestachelt. „Irgendwelche starken Drogen, um diese Prinzessin in den Schlaf zu schicken und sie zu vergewaltigen?”, schreibt ein User in der Gruppe. Es ist ein Netzwerk von Abscheu und Unmenschlichkeit. Es ist die Spitze an Frauenhass.</span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p aria-level="2"><em>Kein Einzelfall </em></p>
<p><span data-contrast="auto">Gerade weil solche Gruppen nicht täglich aufgedeckt werden, gehen viele davon aus, all das seien nur Einzelfälle – tragisch, aber Einzelfälle. Die Realität sieht aber anders aus. Gewalt an Frauen findet nicht nur in den dunklen und tiefen Ecken des Internets statt. Sie passiert jeden Tag. Sie passiert in den meisten Fällen in den eigenen vier Wänden, das zeigte unter anderem der Fall von Gisèle Pelicot: eine unglaublich mutige Frau, die von ihrem eigenen Mann und zahlreichen weiteren Tätern über Jahrzehnte hinweg betäubt und missbraucht wurde. </span><span data-contrast="auto">Solche Netzwerke der Manosphere sind also keine Randerscheinung, sondern ein radikaler Ausdruck der Misogynie, die tief in unserer Gesellschaft feste Wurzeln geschlagen hat. Und nicht nur die Frauenfeindlichkeit wird in dieser Sphäre deutlich: Die Netzwerke zeigen auf, das toxische Männlichkeit töten kann. Wenn männliche Personen tief davon überzeugt sind, Kontrolle über eine Frau haben zu dürfen, das Recht auf den Körper einer Frau zu haben, kann das ein Todesurteil sein. Gerade deshalb ist es so wichtig, niemals wegzusehen. </span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><b><i><span data-contrast="auto">Beratungsstellen und Hilfstelefone:</span></i></b><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><i><span data-contrast="auto">Deutschlandweites Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: </span></i><b><i><span data-contrast="auto">116 016</span></i></b><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><i><span data-contrast="auto">Anrufstelle bei häuslicher Gewalt: </span></i><b><i><span data-contrast="auto">116 006</span></i></b><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><a href="https://www.hilfetelefon.de/beratung-fuer-frauen/"><i><span data-contrast="auto">Weitere Informationen zur Beratung bei Gewalt</span></i></a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Until you all have your rights“ – Die vergessene Geschichte eines Aufstands </title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/06/until-you-all-have-your-rights-die-vergessene-geschichte-eines-aufstands/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Jun 2025 09:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[pride month]]></category>
		<category><![CDATA[stonewall]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16990</guid>

					<description><![CDATA[Der Christopher-Street-Day wird oft als fröhliches Fest, welches bunt und laut queeres Leben zelebriert, wahrgenommen. Doch im Kontext von zunehmender Repression und Gewalt gegen queere Menschen, erinnert Romy an die Geschichte des CSD. Wilde Musik, bunte Kleidung und eine ausgelassene Stimmung, die sich den ganzen Tag lang durch die gesamte Stadt zieht – die meisten haben]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Der Christopher-Street-Day wird oft als fröhliches Fest, welches bunt und laut queeres Leben zelebriert, wahrgenommen. Doch im Kontext von zunehmender Repression und Gewalt gegen queere Menschen, erinnert Romy an die Geschichte des CSD.</strong><span id="more-16990"></span><span data-ccp-props="{}"> </span><span data-contrast="auto">Wilde Musik, bunte Kleidung und eine ausgelassene Stimmung, die sich den ganzen Tag lang durch die gesamte Stadt zieht – die meisten haben solche beschwingten Bilder im Kopf, wenn sie an den Christopher-Street-Day denken. Ein Tag, an dem das queere Leben gefeiert wird. Ein Tag, an dem man frei sein kann.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Vor 56 Jahren sah das ganze noch ganz anders aus. Dort nahm der Christopher-Street-Day am 28.06.1969 seinen Ursprung – ausgehend von untragbarer Polizeigewalt.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">In den 70er Jahren in New York gab es für queere Personen alles andere als viele Möglichkeiten, sich frei in ihrer Identität und in ihrer Sexualität auszuleben. Ganz im Gegenteil – in den meisten Staaten der USA war Homosexualität noch illegal und alle anderen Sexualitäten, Identitäten und Identifizierungen abseits des binären, heterosexuellen Geschlechtersystems standen unter starker Repression. Orte, an denen sich queere Menschen nicht verstecken mussten, gab es wenige. Doch einen Ort gab es, mitten im New Yorker Stadtteil Greenwich Village: Die Bar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Am Morgen des 28. Junis stürmten einige Polizeikräfte die Bar. Das war nicht das erste Mal. Normalerweise verschwanden sie nach einer geraumen Zeit wieder – doch nicht an diesem Tag. Mit einer enormen Brutalität durchsuchten sie BesucherInnen und verlangten nach Ausweisen, was für einige queere Personen, die sich aufgrund von Diskriminierung und Repression im Hintergrund halten mussten, verheerend sein könnte: wenn ihre Namen beispielweise von der Zeitung veröffentlich würden, könnte das für sie gefährlich werden. Viele PolizistInnen verhafteten wahllos Personen, die nicht in ihr heteronormatives Bild passten – es war eine Razzia, angetrieben von Hass. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Die Bar was das Zuhause von vielen mehrfachdiskriminierten Personen: Schwarze Dragqueens, lesbische Frauen, BIPoC-Transpersonen, männliche Prostituierte und auch obdachlose Jugendliche konnten dort Schutz und ein Stück Freiheit finden. Und das wollten sie beschützen.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto"> „We shall overcome“ und „Gay Power“ waren Rufe und Gesänge, die kurze Zeit später durch die Straßen hallten. Immer mehr Protestierende kamen vor das Lokal, um sich gegen die Gewalt und Diskriminierung durch die PolizistInnen zu wehren. Der Aufstand dauerte ganze vier Tage. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Drei Personen, die einen besonders großen Anteil an dem Auf- und Widerstand hatten, waren die drei queeren Aktivistinnen: Die schwarze Transfrau Marsha P. Johnson, die Homosexuellen- und Transrechte-Aktivistin Sylvia Rivera und Stormé Delarvarie, LGBTQIA+ Aktivistin und aktiv in der Dragszene. Sie mobilisierten und ermutigten umstehende Personen, sich gegen die Brutalität zu wehren. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Der Widerstand war nicht umsonst: Der Stonewall-Aufstand löste eine riesige Welle von politischem Aktivismus und einer Bewegung für die Rechte von Homosexuellen und Transpersonen aus. Ein Jahr nach dem Widerstand gründeten Marsha und Sylvia die Organisation „Street Transvestite Action Revolutionaries“, kurz „STAR“. Die Organisation setzte sich vor allem für queere Jugendliche und auf der Straße lebende SexarbeiterInnen ein, die im „Star House“ eine Unterkunft und Schutz finden konnten. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Bis zu ihrem Tod hat Marsha für marginalisierte Gruppen gekämpft und war eine der Leitfiguren des Stonewall-Aufstandes, der so viel Leid verursacht, und gleichzeitig zu so viel Veränderung geführt hat. Und Veränderung ist weiterhin nötig, bis ausnahmslos alle die gleichen Rechte haben. Wie Marsha gesagt hat: „You never completely have your rights, one person, until you all have your rights“.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zu laut, zu viel, zu emotional?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/05/zu-laut-zu-viel-zu-emotional/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 May 2025 09:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Mental Health]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstliebe]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16901</guid>

					<description><![CDATA[Als “unkompliziert” wahrgenommen zu werden, erschien Romy für lange Zeit erstrebenswert. Insbesondere weil dies ein Bild von Frauen zeichnet, das gesellschaftlich anerkannt ist. In ihrem neuen Text zeigt Romy ihren eigenen Weg zur Selbstakzeptanz und ermutigt dazu, Raum einzunehmen, eigene Meinungen zu äußern und Emotionen zuzulassen. „Lass dir nicht einreden, dass du lieb, soft schwach]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Als “unkompliziert” wahrgenommen zu werden, erschien Romy für lange Zeit erstrebenswert. Insbesondere weil dies ein Bild von Frauen zeichnet, das gesellschaftlich anerkannt ist. In ihrem neuen Text zeigt Romy ihren eigenen Weg zur Selbstakzeptanz und ermutigt dazu, Raum einzunehmen, eigene Meinungen zu äußern und Emotionen zuzulassen.</strong><span id="more-16901"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">„Lass dir nicht einreden, dass du lieb, soft schwach und links zu sein hast“ – das sagt AfD-Politiker Maximilian Krah in einem seiner TikTok Videos, dass er gezielt an junge Männer richtet. Und er ist nicht der Einzige, der mit seinen Videos toxische Männlichkeitsbilder vermittelt. Er ist nicht der Einzige, der „lieb sein“ bei Männern mit „Schwäche“ in Verbindung bringt. Auf den Sozialen Medien wimmelt es von Dating Coaches, die zur Übergriffigkeit aufrufen, die ein „Nein“ als „Herausforderung“ bezeichnen. Die sich wünschen, dass „Männer endlich wieder richtig männlich sind“ – was auch immer das genau heißen mag.  Auch andere Content CreatorInnen, die ZuschauerInnen erklären, warum wir wieder zur „wahren Weiblichkeit“ zurückkehren müssen, finden immer wieder ihren Weg auf die For-You-Page. Die „Wahre Weiblichkeit“ impliziert hier: Bereitwillig folgen und nicht zu viele Umstände machen.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Aber nicht nur durch die sozialen Medien, auch durch unser gesellschaftliches und soziales Umfeld, wie beispielsweise der Schule, merken wir schon sehr früh, wie wir uns zu verhalten haben. Wir merken, was von uns erwartet wird. Wir merken, dass diese Erwartungen sich oft darin unterscheiden, ob wir als biologisch männlich oder weibliche Person geboren werden. Meistens beugen wir uns dem und versuchen, uns daran zu halten. So ging es auch mir – und ich arbeite schon lange daran, mich von diesen Eigenschaften zu lösen.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">„Unkompliziert“ sein: Das ist eine Eigenschaft, die ich früher als sehr erstrebenswert angesehen habe. Ich wollte es allen, gerade den männlich sozialisierten Personen in meinem Umfeld, immer recht machen. Ich wollte simpel sein, keine Umstände machen, immer zustimmen. Und wenn ich doch mal nicht die Meinung teilte, habe ich höchstens ganz leise widersprochen. Raum einnehmen, laut sein, diskutieren – das kam für mich nicht ansatzweise in Frage. Ich dachte mir: „Wenn ich unkompliziert bin, dann werde ich gemocht“. Und so habe ich angefangen, meine Bedürfnisse, meine Ansichten und Meinungen hintenanzustellen. Wenn Personen sich mir gegenüber respektlos verhalten haben, dann habe ich das akzeptiert. Still und leise.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Und das ist nicht alles. Über eine sehr lange Zeit habe ich mich dafür geschämt, viel zu fühlen. Es war mir unangenehm, dass ich selten für mich selbst einstehen konnte, und mich gleichzeitig vieles sehr stark mitgenommen hat. Ich habe lange noch über Gespräche nachgedacht, warum ich mich nicht anders verhalten habe, warum ich nichts gesagt habe. Ein „Warum“ nach dem anderen. Ich habe eine ganze Palette an Emotionen ganz ausführlich durchlebt – und das tu ich auch heute noch. Ich habe nur meinen Umgang damit verändert. Und ganz signifikant dabei ist: Ich bin nicht mehr so streng zu mir selbst.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Wir sind fast im Dauertakt dabei, uns selbst zu bewerten. Warum haben wir dies getan und nicht jenes, warum haben wir das gesagt und nichts anderes, weshalb haben wir so reagiert und nicht unterschiedlich. Und gerade als weibliche Personen machen wir uns dabei besonders Gedanken, ob wir es allen Recht machen konnten, ob wir keinem auf den Schlips getreten sind, ob wir nicht zu viel Raum eingenommen haben, zu laut waren, zu viel waren. Das alles sind Verhaltens- und Denkmuster, von denen wir nach und nach versuchen können, uns zu trennen. Und ich muss ganz ehrlich sagen: Ich habe keinen „ultimativen Tipp“, wie man sich endgültig davon lösen kann – ich bin selbst noch mittendrinnen. Sein eigenes Verhalten zu reflektieren und zu überlegen, was man akzeptiert und woran man arbeiten möchte – das ist ein Prozess, der sich vermutlich durch unser gesamtes Leben zieht. Und das ist auch gut so. Also möchte ich alle LeserInnen dazu aufrufen: Es ist nicht falsch, Raum einzunehmen. Genauso wenig wie eine eigenständige Meinung zu haben oder zu widersprechen. Und genauso okay ist es, viele Emotionen zu spüren und die auch zuzulassen und zu zeigen. Das gehört zu uns.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sexismus auf Social Media</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/04/sexismus-auf-social-media/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Apr 2025 07:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[#unfiltered]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Netzsexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16717</guid>

					<description><![CDATA[Es ist Reaction Time mit Romy! Als Aufreger hat sie uns heute ein paar Pick Up Artists mitgebracht. Wir finden: auch wenn deren Weltbild anti-feministisch und gefährlich ist, darf man trotzdem beim Betrachten dieser Sorte Creator auch mal laut Lachen!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist Reaction Time mit Romy! Als Aufreger hat sie uns heute ein paar Pick Up Artists mitgebracht. Wir finden: auch wenn deren Weltbild anti-feministisch und gefährlich ist, darf man trotzdem beim Betrachten dieser Sorte Creator auch mal laut Lachen!</strong><span id="more-16717"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Politische Wut: Mein Rückblick auf das Jahr 2024</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/01/politische-wut-mein-rueckblick-auf-das-jahr-2024/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jan 2025 07:00:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivistisch ins neue Jahr]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Recap]]></category>
		<category><![CDATA[Rückblick]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16583</guid>

					<description><![CDATA[Das neue Jahr ist gerade einen Monat alt und es ist schon wieder zu viel passiert. Zeit also, sich das letzte Jahr nochmal anzuschauen (wir haben einiges überstanden). Romy führt euch durch die Low Lights des Jahres 2024 und Friedrich Merz&#8216; peinlichsten Aussagen. &#160;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das neue Jahr ist gerade einen Monat alt und es ist schon wieder zu viel passiert. Zeit also, sich das letzte Jahr nochmal anzuschauen (wir haben einiges überstanden). Romy führt euch durch die Low Lights des Jahres 2024 und Friedrich Merz&#8216; peinlichsten Aussagen.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Feministische Pornos – Gleichberechtigte Lust</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/10/feministische-pornos-gleichberechtigte-lust/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Oct 2024 07:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Pornos]]></category>
		<category><![CDATA[S*explore]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16352</guid>

					<description><![CDATA[Keiner gibt es zu aber alle tun es: Pornos schauen. Leider sind die Darstellungen von Sex in Pornographie häufig unrealistisch, sexistisch und durchzogen von männlichen Vorstellungen. Zur Aufklärung sind sie nicht geeignet und weibliche Lust kommt meistens zu kurz. Das ist schade, findet Romy, und hat ein paar Verbesserungsvorschläge. Sei es aus Neugierde oder Lust,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span data-contrast="auto"><strong>Keiner gibt es zu aber alle tun es: Pornos schauen.</strong><br />
<strong>Leider sind die Darstellungen von Sex in Pornographie häufig unrealistisch, sexistisch und durchzogen von männlichen Vorstellungen. </strong><strong>Zur Aufklärung sind sie nicht geeignet und weibliche Lust kommt meistens zu kurz. Das ist schade, findet Romy, und hat ein paar Verbesserungsvorschläge.</strong><br />
</span><span id="more-16352"></span><br />
<span data-contrast="auto">Sei es aus Neugierde oder Lust, die meisten Menschen haben sich bestimmt schon einmal auf eine Pornoplattform begeben. Davon gibt es ja auch so einige, auf die man ganz einfach zugreifen kann – mit schier unendlich vielen Videos, die oftmals kostenlos zu sehen sind. Hunderte von Kategorien, zahlreiche DarstellerInnen – man hat fast den Eindruck, als seien die erotischen Websites ein nicht endendes Meer an Inhalt, in dem man vor lauter Auswahl zu ertrinken droht. Manche Pornos in diesem unendlichen Meer können auch durchaus lehrreich, inspirierend und schön sein – der Großteil sollte aber durchaus kritisch hinterfragt werden. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ganz häufig machen erotische Plattformen den Eindruck, dass viele dieser Videos durch die sogenannte „Male Gaze“ entstehen – also sozusagen durch eine patriarchale, männlich geprägt Perspektive. Die Handlungen und DarstellerInnen wirken oft so, als sollten die Filme genau einer Gruppe gefallen: Und zwar den männlichen Nutzern. Das ist ziemlich schade, denn Pornos sollten nicht nur für Männeraugen da sein. Wo bleibt die gleichberechtigte Lust?</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Natürlich gibt es auch Pornografie, bei denen der Fokus auf der Lust aller Beteiligten und jenseits von Geschlechterklischees liegt, in der Branche ist das trotzdem selten der Status Quo. Aber Ausnahmen sind zu finden: Für feministischere Pornografie gibt es ganz bestimmte Plattformen, die bspw. nach dem Motto „Von Frauen für Frauen“ geleitet werden. Die sind zwar rar, aber sie existieren. Die „Von Frauen für Frauen“ Filme kann natürlich auch jeder sehen, sie haben dann eben einen feministischen Touch mit weiblicher Perspektive: Zwei Dinge, die bei den meisten pornografischen Videos fehlen. Und dieses Defizit kann durchaus das Sexleben von KonsumentInnen beeinträchtigen.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Der Mittelpunkt vom Großteil der Pornofilme liegt nämlich weniger auf tatsächlichem, realistischem Sex. Vielmehr geht es darum: Der Mann soll leisten, die Frau soll mitziehen &#8211; die Darstellung entspricht häufig geschlechtsbinären, patriarchalen Rollenbildern. Wenn man sich also solche Pornos als beispielhaften, realen Sex zum Vorbild nimmt, ist das für keine Person zum Vorteil oder bringt mehr Genuss, im Gegenteil: Die Ideologisierung von erotischen Filmen kann unter anderem zur Entstehung eines Schamgefühls beitragen: Oft passieren im echten Leben Dinge während dem Sex, die komplett normal sind &#8211; sei es ein ungewohntes Geräusch, eine Stellung die nicht funktioniert, das Einlegen einer Pause, ein „Ich habe keine Lust mehr“ oder „Das gefällt mir nicht, probieren wir etwas anderes“… all das ist absolut normal und kann passieren. Gezeigt wird sowas in Pornofilmen aber nicht, wodurch diese normalen Vorkommnisse weniger normalisiert, sondern entfremdet werden.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Noch dazu kann für KonsumentInnen beim Sex eine Art Leistungsdruck entstehen: Gerade männliche Personen können das Gefühl bekommen, während dem Sex quasi wie Maschinen arbeiten zu müssen, und das gleichzeitig möglichst lange. Außerdem können besonders weiblich sozialisierte Personen den Eindruck bekommen, bei allem mitmachen zu müssen &#8211; weil nun einmal nicht gezeigt wird, dass die DarstellerInnen während des Filmes abbrechen, „Nein“ sagen oder doch etwas anderes machen wollen. Das passt nicht in stereotypische Rollenbilder und findet somit kaum Platz in der Art von Pornografie, die am verbreitesten ist. Würden auch solche realistischen Szenarien und Situationen gezeigt werden, könnte bei NutzerInnen der Plattformen ein Bewusstsein geschafft werden: Es ist okay, wenn der Sex unperfekt ist, es ist okay, „Nein“ zu sagen und man darf immer kommunizieren, was man nicht mag und worauf man keine Lust hat – selbst, wenn es der anderen Person gerade gefällt. Solche realistischen Szenarien passen aber nicht in die durchaus realitätsferne Welt der Pornografie. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Erotische Videos sind natürlich nicht durch und durch etwas Schlechtes. Wenn sie sich sowohl auf die weibliche, männliche als auch auf jede Lust abseits des binären Geschlechterkonstrukts konzentriert, können Pornos inspirierend sein, Ideen geben oder auch durchaus lehrreich sein. Es kann schön sein, sich zusammen mit einer Person, bspw. mit dem oder der PartnerIn solche Filme anzusehen. Es ist aber wichtig im Hinterkopf zu behalten, dass realer Sex unperfekt sein darf. Es muss nicht zwingend laut sein, es muss keine zeitliche Bestleistung geben oder ein Rekord an möglichst vielen Stellungen gebrochen werden. Sex darf einfach Sex sein. Aber das Wichtigste dabei ist ausnahmslos: Es muss einen Konsens geben, und zwar immer. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zwischenstopp: Semi-erwachsen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/10/zwischenstopp-semi-erwachsen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Oct 2024 07:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Erwachsenwerden]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben - wie ich will]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16240</guid>

					<description><![CDATA[Über das Reinwachsen ins Erwachsensein: Romy befindet sich in einem Zwischenstopp, denn Erwachsen ist man nicht einfach plötzlich. „Erwachsenwerden“ – das ist das Thema des Monats, über das wir für „Meintestgelände“ schreiben können. Als ich das erste Mal diesen Themenvorschlag gelesen habe, dachte ich ganz leichtsinnig: Perfektes Thema! Ich bin jetzt 19 Jahre alt, studiere]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Über das Reinwachsen ins Erwachsensein: Romy befindet sich in einem Zwischenstopp, denn Erwachsen ist man nicht einfach plötzlich.</strong><br />
<span id="more-16240"></span></p>
<p><span data-contrast="auto"><br />
„Erwachsenwerden“ – das ist das Thema des Monats, über das wir für „Meintestgelände“ schreiben können. Als ich das erste Mal diesen Themenvorschlag gelesen habe, dachte ich ganz leichtsinnig: Perfektes Thema! Ich bin jetzt 19 Jahre alt, studiere bald, ich ziehe im Oktober zum Ersten Mal um – diesen Text schreibe ich im Schlaf. Aber je mehr ich über einen möglichen Aspekt des Erwachsenwerdens mit Schreibpotential nachgedacht habe, desto schwerer fiel es mir. „Erwachsenwerden“ – was bedeutet das eigentlich? Ab wann gilt mal als „erwachsen“? Geht es beim Erwachsensein mehr um die Mentalität, um ein Gefühl? Fühle ich mich selbst überhaupt erwachsen? All diese Fragen standen mir im Weg beim Ideensammeln, und sie tun es noch. Also stelle ich mich jetzt jeder einzelnen Frage. Kalte Konfrontation quasi.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ab wann gilt man denn jetzt als erwachsen? Ganz offiziell gesehen hat man mit dem Erreichen des 18. Lebensjahres die Volljährigkeit erlangt. Aber was heißt das denn genau? Ja, es gelten rechtlich gesehen andere Regeln: Man darf jetzt Alkohol, Tabak und anderen „Erwachsenenkram“ kaufen. Sich auf Dating-Apps registrieren. Eigenständig Auto fahren. Aber macht das einen gleich erwachsen? Ich finde: Nein. Wenn ich zurückdenke an meinen 18. Geburtstag, der tatsächlich noch gar nicht so lange her ist, dann fällt mir auf: Ich war mit 18. nicht plötzlich ein anderer, neuer Mensch. Ich bin nicht aufgewacht und dachte mir: „Toll, ich bin jetzt offiziell Teil der Erwachsenen!“. Es war ein Geburtstag wie jeder anderer. Ich habe nicht direkt gespürt, jetzt endlich erwachsen zu sein, auch wenn mir das von jeder Seite im Rahmen jeglicher Glückwünsche so gesagt wurde: „Glückwunsch, Romy! Endlich erwachsen!“ – aber warum fühlte sich das nicht so an?</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Und damit kommen wir gleich zu der zweiten Frage, die sich mir im Laufe des Brainstormings in den Weg gestellt hat: Geht es beim Erwachsensein um eine Mentalität? Um ein Gefühl vielleicht? Ich finde den Begriff „Gefühl“ eigentlich ganz passend. Aber das Erwachsenwerden ist nicht wie eines der Gefühle, die mal kurz hochkommen und schnell wieder verschwinden. Es ist keine direkte, ganz spontane Emotion. Erwachsenwerden fühlt sich mehr an wie ein innerer Prozess: Ich rede anders, artikuliere mich anders, ich denke auch anders. Ich kann besser reflektieren, meine Emotionen verstehen, Situationen besser einordnen. Entscheidungen treffe ich nicht mehr impulsartig, sondern denke lange darüber nach – manchmal vielleicht zu lange. Und ich habe gelernt aus Dingen, mit denen mein früheres Ich nicht umzugehen wusste, und treffe jetzt andere Entscheidungen.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">„Erwachsenwerden als innerer Prozess“ &#8211; das in meinem Alter zu sagen fühlt sich fast paradox an. Mit meinen 19 Jahren stehe ich ja selbst irgendwie noch ganz am Anfang. Ich kann jetzt noch nicht auf das Leben zurückblicken und sagen: „Das war ein tolles, erfolgreiches Leben!“. Ich kann maximal an mein früheres Ich zurückdenken: Wie es das erste Mal in eine Beziehung gekommen ist, wie ihm das erste Mal das Herz gebrochen wurde. Wie es dachte, der Schmerz ginge nie vorbei: Und er ging es doch. Wie es das erste Mal beim Lernen auf das Abitur eine Panikattacke hatte und sich dachte: „Was passiert hier gerade?“</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Und selbst wenn all diese Dinge gerade einmal innerhalb der letzten drei Jahre passiert sind: Ich merke, dass gerade diese letzten Jahre unglaublich prägend für mich waren. Es ist so viel passiert, so vieles, mit dem ich zuvor noch keinen angemessenen Umgang finden konnte. So vieles, dass ich nicht einordnen und verstehen konnte. Und heute? Heute gibt es immer noch ein Ausmaß an Dingen, die ich nicht verstehe und noch lernen muss. Aber der Druck ist weniger geworden. Ich gehe jetzt anders an all das heran und weiß: Das muss ich auch alles noch nicht verstehen. Ich weiß, dass ich noch lernen werde. Das noch viele Entscheidungen bevorstehen, und dass ich oft die Falschen davon treffen werde. Und ich weiß, dass sich mein späteres Ich irgendwann darüber freuen wird: Weil es daran gewachsen ist. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Somit komme ich zu meiner letzten Frage: Fühle ich mich schon erwachsen? Ich würde mein aktuelles Gefühl mehr als eine Art Zwischenstopp beschreiben. Ja, ich bin durch mein früheres Verhalten, auch durch meine Fehlentscheidungen, gewachsen. Und sehr bald ziehe ich um, was sich irgendwie wie das ultimative Abkoppeln der Kindheit anfühlt. Aber ganz erwachsen bin ich noch nicht. Ich bin heranwachsend, semi-erwachsen, fast-erwachsen. Und ich freue mich darauf, noch etwas in diesem Zwischenstopp zu verweilen. Irgendwann werde ich auch dieses Stadium verlassen. Aber bis dahin fühle ich mich ganz wohl – als eine semi-erwachsene, junge Frau. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die „komplizierte“ Frau – Feministin sein beim Dating</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/08/die-komplizierte-frau-feministin-sein-beim-dating/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Aug 2024 10:09:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Dating]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe Leben]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16101</guid>

					<description><![CDATA[Romy ist Feministin, nur beim Dating merkt sie, dass sie sich nich so verhält wie in anderen Settings. Weniger Meinung, weniger anecken, weniger kompliziert sein. Aber warum eigentlich? Vor etwa fünf Jahren habe ich mich entschieden: Ich bin jetzt eine Feministin. Und das auf allen Ebenen. In der Schule, zu Hause, in meiner Freundesgruppe, bei]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Romy ist Feministin, nur beim Dating merkt sie, dass sie sich nich so verhält wie in anderen Settings. Weniger Meinung, weniger anecken, weniger kompliziert sein. Aber warum eigentlich?</strong><span id="more-16101"></span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Vor etwa fünf Jahren habe ich mich entschieden: Ich bin jetzt eine Feministin. Und das auf allen Ebenen. In der Schule, zu Hause, in meiner Freundesgruppe, bei der Arbeit – Feminismus war und ist schon immer ein Teil meines Lebens, der mich begleitet und für den ich mich einsetzen möchte, so gut wie es nur geht. Die einzige Ebene, in der ich den Feminismus bis jetzt noch nicht integrieren konnte wie überall sonst, ist beim Dating.</span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Auf einer romantischen Ebene stelle ich meine feministischen Wertevorstellungen oft ganz nach hinten. Ich verstecke sie. Ich stecke mich automatisch in ein ganz bestimmtes Rollenbild. Wenn ich eine Person kennenlernen möchte, dann werde ich oft zurückhaltender, weniger meinungsstark. Ich verkneife mir die Kommentare auf Aussagen, die ich problematisch finde. Ich ignoriere meine feministische Seite – obwohl die am lautesten an mir ist. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Warum genau ich das mache, habe ich sehr lange nicht verstanden. Es war wie eine Art Automatismus: „Oh, ein Mann mag mich? Dann sollte ich jetzt die Klappe halten!“ Inzwischen verstehe ich, warum das so ist: Ich hatte immer schon Angst davor, die „komplizierte Frau“ zu sein. Ich habe gemerkt, dass mein Feminismus auf viele männliche Personen abschreckend wirkt. Sobald es zur Sprache kommt, nehmen die meisten Abstand. So war das schon, als ich mich das erste Mal offen für den Feminismus in der Schule eingesetzt habe. Ich war die frauenfeindlichen Kommentare meiner Mitschüler leid. Ich machte ihnen irgendwann klar, dass ich das nicht in Ordnung fand &#8211; schon war ich unten durch. Und das nur, weil ich nicht ihre Meinung teilte. Weil ich sie kritisiert hatte. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Generell sind mir hauptsächlich zwei Reaktionen von männlichen Personen aufgefallen, wenn der Feminismus zur Sprache kam: Entweder sie nahmen sofort Abstand, ich könnte ja zu kompliziert sein, oder sie machten mich klein. Mit Aussagen wie: „Irgendwie voll niedlich, dass dir das so wichtig ist“ fühlte ich mich weder gehört noch respektiert. Als wäre der Kampf, den so viele Frauen seit Jahrhunderten gegen das Patriarchat führen, einfach unnötig. Als sei ich eine kleine Maus, die piepend einen riesigen Tiger beschimpft. Durch Reaktionen dieser Art habe ich gemerkt wie viel einfacher es ist, nicht die „Komplizierte“ zu sein. Einfach bei allen Witzen mitzulachen, allen Aussagen zuzustimmen, mich in das Rollenbild einzufügen, dass es für die andere Person am einfachsten macht. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Aber genau so sollte es nicht sein, erst recht nicht im Dating. Es ist sehr frustrierend, nicht gehört zu werden. Kleingehalten zu werden. Es ist unschön zu merken, dass eine Sache, die einem selbst so am Herzen liegt, die andere Person abschreckt. Gerade wenn es eine Person ist, die man eigentlich sehr gerne mag. Aber das ist schlicht nicht mein Problem. Es ist nicht mein Problem, wie angegriffen sich jemand fühlt, wenn ich einen sexistischen Witz nicht okay finde. Es ist nicht mein Problem, wie eingeschüchtert sich jemand fühlt, weil ich laut und meinungsstark bin. Ich muss mich in kein Rollenbild einfügen, wenn ich das nicht möchte. Das ist nicht meine Aufgabe. Und wieso sollte ich überhaupt eine Person daten wollen, die mich zu „kompliziert“ findet, nur weil ich nicht alles einfach hinnehme? Wenn ich „kompliziert“ bin, was auch immer das bedeutet, dann bin ich das gerne. Wie Autorin und Journalistin Caroline Criado-Perez am Anfang ihres Buches „Unsichtbare Frauen“ schon gesagt hatte: „Für die beharrlichen Frauen – bleibt verdammt nochmal schwierig!“</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn ein „Nein“ nicht ausreicht</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/09/wenn-ein-nein-nicht-ausreicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Sep 2023 11:08:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Nein heißt Nein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=15720</guid>

					<description><![CDATA[Nein heißt Nein, eigentlich eine ganz einfache Regel. Doch wie Romy in ihrem neuen Text zeigt, ist diese wohl nicht für alle so leicht zu verstehen. „Nein“ ist ein mächtiges Wort, dass umgehend respektiert und akzeptiert werden muss, dass sollte jedem bewusst sein. Doch wie sich in den letzten Wochen herausstellte, ist das nicht jedem]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nein heißt Nein, eigentlich eine ganz einfache Regel. Doch wie Romy in ihrem neuen Text zeigt, ist diese wohl nicht für alle so leicht zu verstehen.</strong><span id="more-15720"></span></p>
<p>„Nein“ ist ein mächtiges Wort, dass umgehend respektiert und akzeptiert werden muss, dass sollte jedem bewusst sein. Doch wie sich in den letzten Wochen herausstellte, ist das nicht jedem bewusst. Oder besser gesagt, manchen ist es einfach egal. Und was für ein Gefühl die grenzüberschreitende Ignorierung eines „Neins“ in einem auslösen kann, erzähle ich in diesem Artikel, anhand meiner eigenen Geschichten. Nicht nur anhand meiner Geschichten, unserer Geschichten. Und ziemlich sicher auch anhand der Geschichten sehr vieler jungen Frauen.<br />
Bis vor ein paar Tagen dachte ich noch, ich hätte diese mehrfach vorkommenden Belästigungen, die meine Freundinnen und ich im Club erlebten, gut verarbeitet. Wie sich aber nun herausstellt, habe ich das nicht. Dieses Wochenende bin ich zu einer Party mit über einhundert Gästen eingeladen, fremden Gästen, und der Gedanke an einen engen Raum mit so vielen Fremden löst ein starkes Gefühl von Unruhe in mir aus. Ich merke mehr und mehr, wie die verdrängten Situationen und die damit verdrängte Angst in mir hochsteigt. Die Angst, dass sowas noch einmal passiert. Etwas, das in den vergangenen Nächten des Feierns mehrmals geschehen ist.<br />
Ein paar männlich sozialisierte Personen waren in den Clubnächten wohl der Meinung, sie hätten mit der Eintrittskarte auch eine Lizenz zum Anfassen und Bedrängen gekauft, denn genau das machte den Eindruck. Nachdem meine Freundinnen und ich im Club mehrfach von demselben männlichen Besucher belästigt wurden, der uns auch nach einem wiederholten „Nein“ und deutlicher Ablehnung nicht in Ruhe lassen wollte, wurde dieser zum Glück, nachdem ich den Türsteher darum gebeten hatte, direkt aus dem Club befördert. Die Gefahr war weg, könnte man meinen. Doch obwohl die physische Präsenz dieser Person nicht mehr vorhanden war, so merkte man doch, dass dieser Vorfall Spuren hinterlassen hatte. Diese Situation löste ein unglaubliches Gefühl von Ohnmacht aus. Wenn unsere Worte, unser deutliches „Nein“ keinerlei Einfluss auf das Handeln von diesem männlichen Besucher hatten, was braucht es dann? Unseren Worten wurde jegliche Macht genommen, so fühlte es sich zumindest an, als der Mann sich dazu entschied, trotz unserer Ablehnung bei uns zu bleiben und uns weiterhin zu bedrängen. Und wenn man merkt, wie machtlos man in dieser Situation ist, ist das Gefühl von Ohnmacht unbeschreiblich schrecklich. Auch lange nach dem Vorfall war die Furcht nicht verschwunden.<br />
„Was, wenn er vor dem Gebäude darauf wartet, dass wir nach Hause gehen und uns verfolgt oder abfängt?“, ist eine leider berechtigte Frage, die wir uns stellten. Als wir das Gebäude verließen, war von dem Mann glücklicherweise keine Spur.<br />
Die Nacht war noch jung, also ging es in den nächsten Club. Aber auch hier schienen einige männliche Besucher der Meinung zu sein, sie hätten einen Streichelzoo betreten, in dem sie alles und jeden anfassen und berühren dürfen, wie es ihnen gerade passt. So spürte ich mehrmals fremde Hände, die plötzlich meinen Arm streichelten oder sich an meiner Taille befanden, nachdem ich den besagten<br />
Besuchern zuvor sehr deutlich meine Ablehnung durch ein Rückenzukehren, Kopfschütteln oder ein „Nein, ich will nicht mit dir tanzen“ symbolisiert hatte. Obwohl diese Gesten und Worte klar genug waren, sahen sich die männlich sozialisierten Personen dennoch im Recht, meinen Körper zu berühren. Man habe mir ja einen Shot ausgeben dürfen, also wäre ich einem doch mindestens ein kurzes Anfassen meines eigenen Körpers schuldig, obwohl ich danach „Nein“ gesagt hatte, meinte wohl der junge Mann, dessen Hände sich für einige Sekunden lang ungefragt an meiner Taille befanden. Und dass, nachdem ich mich für den Shot bedankte aber sofort klar machte, dass ich nicht mit ihm tanzen möchte und sich unsere Wege nun trennen sollten. Sich von jemandem etwas spendieren lassen bedeutet nicht, dass man dieser Person etwas schuldet. Dennoch sah er sich im Recht, mich anzufassen. Was diese Berührungen mit mir machten, war für ihn dabei ohne Bedeutung. Wichtig für ihn war nur, dass er bekam, was ihm seiner Meinung nach zustand.<br />
Diese Situation nach einigen Sekunden vergessen, wendete er sich von mir ab, ohne noch einen Gedanken daran zu verschwenden. Währenddessen stand ich da, perplex über das, was gerade passiert ist. Es war doch nur eine kurze und kleine Berührung, könnte man meinen. Aber diese Berührung war auf meinem eigenen Körper. Mann hat Hände auf meinen Körper gelegt, obwohl ich es sehr deutlich gemacht hatte, dass ich diese dort nicht haben wollte, mann hat sich das Recht genommen, mich anzufassen, als wäre ich eine Ware im Supermarkt, die mann sich aussucht und in den Einkaufswagen packt. Wenn ich jetzt an diese Situationen denke, an diese Männer, an diese Berührungen, dann steigen sowohl eine Welle von Unwohlsein und Ekel als auch pure Angst in mir hoch. Angst, dass ich beim nächsten Clubbesuch erneut ungefragten Berührungen ausgesetzt bin. Angst, dass erneut jemand Anspruch auf meinen eigenen Körper erhebt, um diesen anzufassen. Das ist mein Körper. Er gehört mir, und mir allein. Und absoluter keiner hat die Befugnis oder das Anrecht auf diesen Körper.<br />
Ich möchte nicht, dass so etwas meinen Freundinnen, anderen Besucherinnen oder mir jemals wieder passiert. Wir sind keine Waren im Supermarkt, wir sind Menschen, wir sind Frauen mit dem Recht „Nein“ zu sagen. Ein „Nein“ ist Antwort genug. Ein „Nein“ reicht aus. Das muss es.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>The Big Bang Sexism</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/05/the-big-bang-sexism/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 May 2023 12:16:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=15546</guid>

					<description><![CDATA[Romy analysiert den Sexismus der Charaktere in der Serie und ergründet, wie er in der Produktion bewusst eingebaut und versteckt wird. „The Big Bang Theory“ ist eine der beliebtesten Comedy Serien Deutschlands. Es geht um eine Freundesgruppe, bestehend aus vier sehr schlauen Physikern, die alle Probleme beim Finden einer Lebenspartnerin haben. Das kombiniert mit eingespielten]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Romy analysiert den Sexismus der Charaktere in der Serie und ergründet, wie er in der Produktion bewusst eingebaut und versteckt wird.</strong><span id="more-15546"></span></p>
<p>„The Big Bang Theory“ ist eine der beliebtesten Comedy Serien Deutschlands. Es geht um eine Freundesgruppe, bestehend aus vier sehr schlauen Physikern, die alle Probleme beim Finden einer Lebenspartnerin haben. Das kombiniert mit eingespielten Lachern, und schon ist die Serie komplett. Bei „The Big Bang Theory“ wird einfach alles ins Lächerliche gezogen: Das Interesse für Superhelden, die Physik, und sogar der in jeder Folge vorhandene Sexismus. Und warum gerade das sehr problematisch ist, erläutere ich in meinem Artikel.</p>
<p>In „The Big Bang Theory“ gibt es vier männliche Protagonisten: Howard, Lennart, Raj und Sheldon. Als Studenten an einer Forschungsuniversität mit einem Faible für Comics werden die Charaktere wie die typischen „Nerds“ dargestellt: zu schlau, zu seltsam, aber irgendwie niedlich. Durch das eingespielte Gelächter der Serie nicht sofort zu erkennen ist der tiefsitzende Sexismus in jedem der Hauptcharaktere. Und dieser Sexismus sollte mehr unter die Lupe genommen werden.<br />
Howard beispielsweise ist gerade zu Beginn der Serie als Single, aber auch im weiteren Verlauf der Serie als Ehemann ein durch und durch misogyner Charakter. Während seines Single – Lebens stalkt er gerne Frauen, er lokalisiert unter anderem auf illegalem Wege den Aufenthaltsort von Models und bringt anschließend eine Kamera in ihrem Haus an, um diese weiterhin beobachten zu können. Damit greift er in jegliche Privatsphäre der weiblich gelesenen Personen ein und er überschreitet diese Grenze nur für sein eigenes sexuelles Vergnügen. Auch als er später die Mikrobiologin Bernadette heiratet, lassen seine sexistischen Züge nicht nach: er weigert sich, seine Frau im Haushalt zu unterstützen und lässt sie die gesamte Care – Arbeit sowie alle Putzangelegenheiten erledigen, selbst wenn Bernadette ihn ausdrücklich um Hilfe bittet.<br />
Nicht nur Howard benimmt sich enorm problematisch in der Serie, auch sein Freund Lennart zeigt deutlich, dass er trotz seiner freundlich dargestellten Seite seine feste Freundin Penny auch mal gerne als sexuelles Objekt ansieht. Das wird besonders in der vierten Folge der siebten Staffel sehr deutlich: Lennart gibt sich Penny gegenüber traurig und frustriert, um als Trost von ihr Sex zu erhalten. Er manipuliert seine eigene Freundin also emotional, um seine sexuellen Bedürfnisse zu stillen. Die Geschichte hinter der Beziehung Pennys und Lennarts ist ebenfalls sehr interessant: Sie sind erst zusammengekommen, nachdem er ihr gegenüber jahrelang aufdringlich war. Ein „Nein“ hat er nicht akzeptiert. „Romantisch“ könnte man sagen. „Belästigend“ würde ich es eher nennen.<br />
Auch die sexistischen und grenzüberschreitenden Taten des dritten Freundes, Raj, werden in „The Big Bang Theory“ ins Lächerliche gezogen: So wird eine Szene, in welcher Raj betrunken im Café eine Frau anspricht und sich schließlich in aller Öffentlichkeit komplett auszieht, obwohl die Frau in der Szene verängstigt ist und sich eindeutig unwohl fühlt, einfach mit einem Lachen unterlegt. Auch als sich Raj mit einem Freund auf einer Dating Website anmeldet, und eine Dame mit dem Nutzernamen „Jenny209“ kennenlernt, hofft er darauf, dass „209“ nicht ihr Gewicht sei. Sein Freund Stuart bietet ihm an, Jenny gerne zu „übernehmen“, falls die Zahl ihr Gewicht darstellen sollte. Gleich zwei problematische und misogyne Aussagen innerhalb von zehn Sekunden, die durch die Produzenten als pure Comedy dargestellt werden.<br />
Der letzte Mann der Freundesgruppe, Sheldon, wirkt auf den ersten Blick gar nicht so, als ob er frauenfeindliche Aussagen von sich geben würde. Er scheint sich nicht einmal für Frauen zu interessieren, und dennoch hört man ihn in der Serie des Öfteren durchaus sexistische Dinge sagen. So fragt er die Vorsitzende der Personalabteilung, ob sie ihre Periode habe, weil sie ja so gereizt sei. Sheldon ist außerdem der festen Überzeugung, Männer seien besser als Frauen, wie er in der ersten Folge der neunten Staffel von sich gibt. „Willst du noch einen Grund hören, warum Männer besser als Frauen sind? […] weil du ein Mann bist, der Champagner unter den Geschlechtern“, sind seine genauen Worte.</p>
<p>Aber wie kann es sein, dass die Zuschauer:innen in jeder Folge sexistischen und misogynen Witzen und Aussagen begegnen, ohne, dass es ihnen direkt auffällt?<br />
Die Antworten ist recht simpel: Die Produzenten der Serie, Chuck Lorre und Bill Prady schaffen es, Mitleid gegenüber den Protagonisten zu erregen, wenn diese mal auf ihr frauenfeindliches Verhalten hingewiesen werden. Das geschieht beispielsweise durch traurige Musik oder dem Wegbleiben von eingespieltem Gelächter. Man sympathisiert daraufhin automatisch mit den männlichen Charakteren, obwohl es absolut richtig und wichtig war, dass diese auf ihren tiefsitzenden Sexismus hingewiesen werden.<br />
Außerdem spielt es eine Rolle, wie die vier Freunde dargestellt werden: sie sind nun einmal nicht die „typischen Machos“, von denen wir als Gesellschaft solch misogynes Verhalten erwarten. Sie werden dargestellt als niedliche und irgendwie bemitleidenswerte „Nerds“, denen Charaktereigenschaften wie Sexismus nicht direkt zugeordnet werden. Durch die stetig eingespielten Lacher in jeder Szene wird der Sequenz die Ernsthaftigkeit genommen und die Frauenfeindlichkeit wird in Humor verpackt, sodass man diese zunächst gar nicht kritisieren möchte oder kann.<br />
„The Big Bang Theory“ ist als Serie so problematisch, weil sie sich über ernsthafte Themen lustig macht, die einfach nicht ins Lächerliche gezogen oder als Witz dargestellt werden sollten.<br />
Sexuelle Belästigung, Stalking, Manipulation von Frauen und stereotypische Rollenbilder wie die „Hausfrau“ sind kein Witz. Für uns Frauen ist das die harte Realität.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die misogyne Schublade der Frau</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/03/die-misogyne-schublade-der-frau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Mar 2023 09:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=15376</guid>

					<description><![CDATA[Komische Feministin, Hausfrau, schwaches Geschlecht: Romy sind schon so einige Klischees begegnet. Warum das Problem Sexismus heißt, erklärt sie in ihrem Text. Ich gehe an den Tisch meiner männlichen Mitschüler und bitte sie darum, die sexistischen Kommentare, die zu oft im Unterricht gefallen sind, zu unterlassen. „Romy, du bist so peinlich“, erhalte ich als Reaktion.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Komische Feministin, Hausfrau, schwaches Geschlecht: Romy sind schon so einige Klischees begegnet. Warum das Problem Sexismus heißt, erklärt sie in ihrem Text.</strong><span id="more-15376"></span><br />
Ich gehe an den Tisch meiner männlichen Mitschüler und bitte sie darum, die sexistischen Kommentare, die zu oft im Unterricht gefallen sind, zu unterlassen.<br />
„Romy, du bist so peinlich“, erhalte ich als Reaktion. Ich laufe über den Schulhof und höre meinen Namen. Als ich mich zu den Jungs umdrehe, die ihn gerufen haben, brechen diese in Gelächter aus. „Haha, die Feministin hat uns angeschaut!“, höre ich sie zueinander sagen. Und mit einem Mal landete ich in einer Schublade, kreiert von den männlichen Mitschülern aus meiner Klasse. Eine Schublade, aus der ich mich bis heute nicht befreien konnte: „Die komische, politische Feministin“.</p>
<p>Ist man einmal in einer Schublade drinnen, kommt man da nicht mehr so schnell raus. Gerade als Frau ist das besonders schwierig: Man wird abgestempelt, in eine Schublade gesteckt und bleibt auch in dieser, egal wie sehr frau sich wehrt.</p>
<p>In meinen 17 Jahren des Lebens wurde ich schon sehr oft abgestempelt, von den verschiedensten Männern, aus den verschiedensten Gründen. Als Frau steckt man(n) einen in unterschiedliche Schubladen, die sich alle in einem großen Regal befinden: Sexismus.</p>
<p>All diese Schubladen basieren auf Vorurteilen, Klischees und frauenfeindlichen Weltbildern, die einige, vor allem männlich sozialisierte Personen, stets in sich tragen. Die Schubladen haben verschiedene Namen:</p>
<p>Da gibt es die der Frau als das „schwächere Geschlecht“. In diese wird frau gerne mal beim Sport gesteckt. Ich war gerade mal acht Jahre alt, als unser Tennislehrer uns klar machte, dass meine Mitspielerinnen und ich angeblich niemals so gut spielen würden wie die männlichen Sportler meiner Altersklasse. Als ich es ein paar Jahre später beim Boxen versuchte, landete ich in derselben Schublade: Ich solle doch lieber mit den kleinen Kindern trainieren, weil ich für die gleichaltrigen Jungen zu schwach sei.</p>
<p>Eine weiter Schublade, die den meisten weiblich sozialisierten Personen nur allzu bekannt vorkommt, ist die des Rollenbildes einer „Hausfrau“. Ich unterhielt mich auf einer Party mit einem Jungen meines Alters, der sich nicht für meine Hobbies und Leidenschaften zu interessieren schien. Was ihn aber sehr anregte, war die Tatsache, dass ich putzen kann, was eine seltsam ungezügelte Begeisterung in ihm auslöste. Die Schublade der „Hausfrau“ bleibt in unserer Gesellschaft wie von selbst bestehen und es wird als eine Selbstverständlichkeit angesehen, dass eine Frau putzt und den Großteil der Care-Arbeit übernimmt. Als wäre es fraglos die Aufgabe der Frau, sich um den Haushalt und die Kinder zu kümmern, und so entsteht eine Care-Arbeits-Gap von rund 110,6 %.</p>
<p>Eine Schublade, die mir gerade als junge, heranwachsende Frau, sowohl im echten Leben als auch auf Social Media sehr oft begegnet, ist die einer Frau als „sexuelles Objekt“.</p>
<p>Als ich in der siebten Klasse war kursierte eine Liste, die meine männlichen Mitschüler erstellt hatten. In dieser Liste wurden meine Mitschülerinnen und ich nach Aussehen und Körper bewertet und abgewertet. Und auch heute noch sieht man, besonders in den sozialen Medien, Männer, die misogyne Videos posten, in denen sie Frauen als Objekte darstellen, die nur für das sexuelle Vergnügen des anderen Geschlechts existieren. So kursieren einige Clips, in denen der Produzent des Videos seine männlichen Zuschauer beispielsweise dazu anstachelt, die Trunkenheit und damit entstehende Unzurechnungsfähigkeit einer Frau auszuschöpfen, um sie sexuell auszunutzen. Gerne verbreiten männlich sozialisierte Content Creator auch Videos, in denen sie sich auf eine frauenverachtende Art und Weise darüber beschweren, dass Frauen sich freizügig anziehen und dennoch nicht von fremden Männern angefasst werden möchten. So reagiert ein junger Mann auf das Video einer weiblichen Content Createrin, die sich gerne freizügig anzieht und sagt, es sei ihr Körper und ihre Entscheidung, mit den Worten: „Du kannst nicht sagen ‚My body my choice‘ und dann im Nachhinein sagen ‚Ich will aber nicht, dass Männer mich begrabschen‘“. Und dieser Satz repräsentiert leider die Meinung von erschreckend vielen Männern der sozialen Medien, die Frauen in die Schublade des „sexuellen Objektes“ stecken.</p>
<p>Diese Schubladen sind nicht nur anstrengend, sondern auch gefährlich. Sie unterstützen misogyne Frauenbilder und nehmen uns Frauen die Chance zu zeigen, wer wir wirklich sind, ohne dabei auf unser Geschlecht und damit einher kommende Stereotypen reduziert zu werden. Wir Frauen sind so viel mehr als unser Geschlecht und werden niemals damit aufhören, uns aus den Schubladen zu befreien.</p>
<p>Romy Hölzel</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Endlich wütend sein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/12/endlich-wuetend-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Dec 2022 12:42:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Wut]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=15240</guid>

					<description><![CDATA[Romy hat in ihrem Umfeld oft wahrgenommen, dass Frauen sich selbst die Schuld an Dingen geben, &#8222;die man(n) ihnen angetan hat&#8220;. In ihrem ersten Text versucht sie zu verstehen, warum dass so ist und fordert, als Frau, endlich wütend zu sein. „Vielleicht hätte er mich ja nicht betrogen, wenn ich blond wäre oder große Brüste]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Romy hat in ihrem Umfeld oft wahrgenommen, dass Frauen sich selbst die Schuld an Dingen geben, &#8222;die man(n) ihnen angetan hat&#8220;. In ihrem ersten Text versucht sie zu verstehen, warum dass so ist und fordert, als Frau, endlich wütend zu sein.</strong><span id="more-15240"></span></p>
<div id="pageContainer1" class="_page_1gl8y_100 " style="text-align: center;" data-index="0">„Vielleicht hätte er mich ja nicht betrogen, wenn ich blond wäre oder große Brüste hätte&#8230; vielleicht wäre dann alles anders ausgegangen&#8230;“</div>
<div class="_page_1gl8y_100 " style="text-align: center;" data-index="0">„Ich traue mich nicht ihm zu sagen, dass ich kein Interesse mehr an ihm habe. Ich möchte nicht die Böse sein.“</div>
<div class="_page_1gl8y_100 " style="text-align: center;" data-index="0">„Ich werde ihm jetzt aber nicht sagen, dass mich das verletzt hat&#8230; wir streitenunsdann nur und er denkt bestimmt, ich würde total überreagieren.“</div>
<div class="_page_1gl8y_100 " style="text-align: center;" data-index="0">„Ich wurde in der Stadt die ganze Zeit wegen meinem kurzen Rock angemacht, ich hätte ihn lieber einfach nicht tragen sollen&#8230;“</div>
<div data-index="0"></div>
<div class="_page_1gl8y_100 " data-index="0">
<p>Das sind reale Sätze, die ich von weiblich sozialisierten Personen aus meinem Umfeld und auch von mir selbst erschreckend oftgehört habe. Warum aber neigen wir Frauen dazu uns so häufig selbst die Schuld für Situationen geben, in denen man(n)uns verletzt hat und wir selbst keine Schuld tragen? Das liegt daran, dass uns Frauen oft eingeredet wird, dass wir keine Wut haben dürfen. Wir seien dafür da, andere zu umsorgen und gut fühlen zu lassen, selbst, wenn diese Person uns schlecht behandelt hat – das ist zumindest das Bild, welches uns seit Beginn unserer Kindheit vermittelt wird. Egal ob durch romantische Komödien, Disneyfilme oder Märchen – die Frau nimmt in den meisten Filmen die Rolle der liebevollen, friedlichen und umsorgenden Dame an. In dieses Bild passt nun mal keine weiblich gelesene Person hinein, die Wut nach außen zeigt, denn die Gesellschaft stellt eine wütende Frau nur als „hysterisch“ da, oder gerne mal als „überempfindlich“. Und wer möchte so schon gesehen werden? So kommt es also, dass die Frau sehr oft dazu tendiert, es allen um sich herum Recht machen zu wollen. Man möchte ja nicht als eine Person gesehen werden, die total „überreagiert“ und „aufbrausend“ ist. Man sucht die Schuld also nur bei sich, um keine möglichen Diskussionen anzufangen, die man doch auch durch die eigene Schuldaufnahme umgehen kann. Mir ist schon immer sehr aufgefallen, dass eine Frau leider oft, beispielsweise bei einem Betrug, den Fehler bei sich sucht. Man war nicht blond genug, nicht kurvig genug, nicht hübsch genug&#8230; und dadurch wird der Part des Partners, der einen verletzt hat, komplett verdrängt.</p>
<div class="_linksLayer_1gl8y_42"></div>
<div class="_imgLayer_1gl8y_63">Irgendwann merkt aber jede weibliche Person, dass es schlichtweg nicht möglich ist, es allen recht zu machen, und dass man mit der Zeit daran kaputt geht. Eine Frau sollte sich trauen dürfen, den Fehler bei den jenigenzu suchen, die ihn auch begangen haben. Eine Frau sollte endlich mal etwas sein dürfen, was von jeder Ecke der Gesellschaft abgelehnt wird: wütend</div>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
