<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Sara &#8211; meinTestgelaende.de</title>
	<atom:link href="https://www.meintestgelaende.de/author/sara/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.meintestgelaende.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Tue, 16 Dec 2025 12:10:52 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.7</generator>

<image>
	<url>https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/06/cropped-unnamed-32x32.jpg</url>
	<title>Sara &#8211; meinTestgelaende.de</title>
	<link>https://www.meintestgelaende.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Abtreibung als Menschenrecht – Her body her choice!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/12/abtreibung-als-menschenrecht-her-body-her-choice/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Dec 2025 09:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Abtreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17254</guid>

					<description><![CDATA[Selbstbestimmung über den eigenen Körper ist unverhandelbar. Und zwar unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Lebensentwurf. In ihrem neuen Text macht Sara deutlich, wie eng reproduktive Rechte mit ökonomischer Sicherheit, Care-Arbeit und patriarchalen Machtverhältnissen verknüpft sind. „Es gibt ein Frauenrecht und das ist kein Männerrecht. Das ist das Recht auf Abtreibung. Und es ist eine Unverschämtheit,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Selbstbestimmung über den eigenen Körper ist unverhandelbar. Und zwar unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Lebensentwurf. In ihrem neuen Text macht Sara deutlich, wie eng reproduktive Rechte mit ökonomischer Sicherheit, Care-Arbeit und patriarchalen Machtverhältnissen verknüpft sind.</strong><span id="more-17254"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">„Es gibt ein Frauenrecht und das ist kein Männerrecht. Das ist das Recht auf Abtreibung. Und es ist eine Unverschämtheit, dass bei allen Kundgebungen dagegen so viele Männer rumturnen. Die können sich die Situation einer ungewollten Schwangerschaft gar nicht vorstellen, deshalb müssen sie ausnahmsweise mal die Klappe halten.“</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Diese Worte habe ich letztens in einem Video von Gregor Gysi zum Wahlkampf der Linken in diesem Jahr gesehen – und damit ist eigentlich schon alles gesagt. Ergänzend lässt sich hinzufügen, dass natürlich auch alle anderen Geschlechter, die gebären können, dieses Recht auf Abtreibung haben sollten.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ich würde sagen, dass ich mich überwiegend in privilegierten Umfeldern aufhalte – meist studierte, weiße Menschen, die Zugang zu Bildung, sexueller Aufklärung, finanziellen Mitteln haben und damit als Cis-Frauen so frei in ihrem Denken und Handeln sind, wie man es als (überwiegend weiße) Cis-Frau in dieser Gesellschaft sein kann. Ihre Beziehungen sind überwiegend gleichberechtigt, und auch deren Partner übernehmen Aufgaben im Haushalt und schaffen zumindest das bare Minimum als Mann.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Auch mit diesen Frauen spreche ich über Themen wie Kinderkriegen, Abtreibung etc. Und es ist ziemlich eindeutig: Selbst in der Mittelschicht, die gesellschaftlich einigermaßen gut aufgestellt ist, sind Kinder ein riesiger Kostenpunkt. Abgesehen von Krippen- und Kitaplätzen, die mittlerweile sündhaft teuer sind, Schulmaterialien, Kindergeburtstagen in der Trampolinhalle und Klassenfahrten, kommen natürlich auch Verdienstausfälle durch Teilzeitarbeit hinzu.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Als Frau gibt es zwangsläufig einen Zeitraum, in dem es enorme Verdienstausfälle gibt, während gleichzeitig die Care-Arbeit und die Kosten steigen. Es gibt immer noch viele Frauen, die trotz ihres Bildungsstands und all dem, was sie sich im Beruf erarbeitet haben, dennoch zu Hause bleiben – weil die gesellschaftlichen Verhältnisse auch im Jahr 2025 ein klares Frauen- und Männerbild vorgeben, sobald ein Baby da ist.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Welche prekäre Lage für Frauen entstehen kann, wenn sie in diesem Umfang vom Alleinverdiener abhängig werden, hat viele Facetten. Die hohe Belastung durch unbezahlte Care-Arbeit ist dabei nicht der einzige Punkt – auch Lücken im Lebenslauf, die einen späteren Wiedereinstieg erschweren, oder Lücken in der Altersvorsorge, die in Zeiten der Rentenunsicherheit fatal sein können, spielen eine große Rolle.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Parallel dazu ist es vor allem bei Frauen ohne höheren Bildungsabschluss oder abgeschlossene Ausbildung/Studium oft fast unmöglich, den Partner bei Gewalttätigkeit zu verlassen. Emotionale Abhängigkeit ist ein Faktor, der es Gewaltopfern sehr erschwert, Hilfe zu suchen und die Beziehung zu beenden – finanzielle Abhängigkeit ist ein weiterer. Wenn in dieser Ausgangslage noch ein Kind dazukommt, das man vielleicht nie bekommen wollte, wird es umso schwerer, sich ohne große finanzielle Mittel ein gutes Leben für sich und das Kind aufzubauen.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Dementsprechend ist Teilzeitarbeit oder gar nicht zu arbeiten ein enormes Risiko für Frauen. Gleichzeitig ist auf Social Media der Trad Wife-Trend groß, und das Alleinverdiener-/Hausfrauenmodell wird romantisiert – was an dieser Stelle völlig unangebracht ist.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Letzten Endes ist es völlig egal, in welcher Lebenssituation sich eine Frau befindet – egal, wie ihre finanziellen Mittel, ihre Herkunft, ihr Bildungsstand etc. sind: Es ist und bleibt unverhandelbar, dass jede Frau ein Recht auf ihren eigenen Körper hat und selbst entscheiden darf, was mit diesem Körper passiert – und was sie möchte und nicht möchte.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Geburten bergen Risiken – neben den oben genannten auch physischen Verletzungen oder sogar den Tod. Dass diese Entscheidung jede Frau selbst treffen darf und muss, sollte im Jahr 2025 selbstverständlich sein.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">In diesem Sinne: My body, my choice!</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Freundschaft &#8211; Wünsche und Bedürfnisse im Spätkapitalismus</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/11/freundschaft-wuensche-und-beduerfnisse-im-spaetkapitalismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Nov 2025 12:35:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Freizeit]]></category>
		<category><![CDATA[Freund*innenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17194</guid>

					<description><![CDATA[Wir reden ständig über Self Care und Beziehungen, aber kaum darüber, warum für Freund*innen oft keine Zeit bleibt. In ihrem neuen Text schreibt Sara darüber, warum Nähe fast nur in romantischen Partnerschaften vorkommt – und wie wir das ändern können. Warum haben wir immer Zeit für unsere Partner*innen, aber nicht für unsere Freund*innen? Wie oft]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Wir reden ständig über Self Care und Beziehungen, aber kaum darüber, warum für Freund*innen oft keine Zeit bleibt. In ihrem neuen Text schreibt Sara darüber, warum Nähe fast nur in romantischen Partnerschaften vorkommt – und wie wir das ändern können.</strong><span id="more-17194"></span></p>
<p>Warum haben wir immer Zeit für unsere Partner*innen, aber nicht für unsere Freund*innen? Wie oft habe ich schon gehört, dass Leute keine „Kapas“ mehr haben, wenn es um Freundschaften geht. Gleichzeitig scheint aber immer Zeit für die Partner*innen da zu sein, mit denen man teilweise sogar zusammenwohnt. Natürlich ist es nichts Neues, dass es mit einer 40-Stunden-Woche, Care-Arbeit, Ernährung, Sport und all den anderen Verpflichtungen schwer ist, alles unter einen Hut zu bekommen.</p>
<p>Und in der Freizeit hängen wir dann auch noch stundenlang an unseren Handys, scrollen durch Reels, bis wir gerade so noch unsere eigenen To-dos schaffen. Für Self Care bleibt da kaum noch etwas übrig – und für Menschen mit Kindern, besonders für Mütter, praktisch gar nichts.</p>
<p>Und trotzdem fällt mir eines sehr stark auf: Nähe und das Bedürfnis nach Verbindung werden fast ausschließlich in romantischen Beziehungen gestillt. Es ist, als wäre Einsamkeit nur dort erlaubt und nur dort heilbar. Dabei zeigen die Zahlen, wie schief dieses Bild eigentlich ist. 2024 gaben 60 % der Menschen in Deutschland an, sich einsam zu fühlen – und das waren nicht nur Singles. Auch die Hälfte der 16- bis 30-Jährigen fühlt sich einsam, obwohl es theoretisch so einfach wäre, Kontakt aufzunehmen. Eine Nachricht reicht dafür aber nicht. Virtuelles Schreiben kann keine Nähe ersetzen, die spürbar ist, die uns wirklich trägt.</p>
<p>Und genau hier liegt das Problem: Wer hat eigentlich damit angefangen, dass es ein guter Rat sei, Freund*innen abzusagen, wenn es einem nicht gut geht? Natürlich darf man sich zurückziehen, wenn es nötig ist, aber ehrlich: Wenn man sich sowieso schon elendig fühlt, macht das Alleinsein in den eigenen vier Wänden es meistens schlimmer. Stattdessen bräuchte es in Freundschaften mehr Alternativen. Nicht immer Aktivitäten, die groß und geplant sind, sondern etwas, das leichter fällt. Zusammen einen Tee trinken, schweigend einen Film schauen, das Zimmer aufräumen, mehrere Portionen Essen vorkochen, den Glasmüll wegbringen – all diese kleinen Dinge sind Begegnung. Sie schaffen Nähe, ohne dass sie anstrengend sind.</p>
<p>Freundschaft muss nicht perfekt durchorganisiert sein, um wichtig zu sein. Es reicht, füreinander da zu sein – so, wie man gerade kann. Und es braucht Ehrlichkeit: zu sagen, dass man keine Energie für ein großes Treffen hat, aber trotzdem nicht alleine sein möchte. Solche Momente sind oft wertvoller als das nächste große Event, weil sie zeigen, dass es nicht um Leistung geht, sondern darum, wirklich füreinander da zu sein.</p>
<p>Einsamkeit ist ein massiver Risikofaktor für die psychische Gesundheit. Sie wird nicht weniger, wenn wir absagen und uns zurückziehen, sondern wenn wir Kontakt zulassen – auch im Kleinen, auch im Banalen. Lasst uns also aufhören, Treffen reflexartig abzusagen, und stattdessen lernen, ehrlich zu sagen, was wir brauchen. Denn manchmal reicht es schon, gemeinsam den Glasmüll wegzubringen, um sich weniger allein zu fühlen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Male Loneliness Epidemic</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/09/male-loneliness-epidemic/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2025 09:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17124</guid>

					<description><![CDATA[Der neue Text von Sara zeigt, warum alte Rollenbilder nicht nur Frauen, sondern gerade auch Männer schaden – und warum echte Gleichberechtigung der Ausweg sein kann. Nichts stößt mich mehr ab als Männer, die über ihre eigene Einsamkeit jammern und dabei völlig ausblenden, dass es vielleicht ihre eigene Art ist, die sie von echten, gesunden]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Der neue Text von Sara zeigt, warum alte Rollenbilder nicht nur Frauen, sondern gerade auch Männer schaden – und warum echte Gleichberechtigung der Ausweg sein kann.</strong><span id="more-17124"></span></p>
<p>Nichts stößt mich mehr ab als Männer, die über ihre eigene Einsamkeit jammern und dabei völlig ausblenden, dass es vielleicht ihre eigene Art ist, die sie von echten, gesunden Beziehungen abhält und nicht die „bösen emanzipierten Frauen“.</p>
<p>Wir leben in Zeiten, in denen Männer nicht mehr automatisch durch patriarchale Machtstrukturen eine Partnerin auf dem Silbertablett serviert bekommen. Heute reicht es nicht mehr, einfach „Mann zu sein“. Heute müssen sie etwas bieten: emotional, menschlich, partnerschaftlich. Männer sind keine gottgegebenen Instanzen, denen Frauen als Besitz übergeben werden. Zum Glück. Diese Zeiten sind, zumindest weitgehend, vorbei.</p>
<p>Und dann stehen sie da: Männer wie Elon Musk, die lauthals klagen, der moderne Feminismus sei schuld an der Vereinsamung des Mannes. Die Realität ist viel unbequemer: Ja, Männer leiden. Besonders, wenn es um mentale Gesundheit geht. Viele haben nie gelernt, sich Hilfe zu suchen, sich zu öffnen oder einfach zu sagen: „Mir geht’s nicht gut.“ Das Leiden ist real – aber es hat nichts mit dem Feminismus zu tun.</p>
<p>Es liegt daran, dass Männer von klein auf dazu erzogen werden, hart zu sein, unabhängig, emotional abgestumpft. Gefühle zeigen? Schwäche. Hilfe annehmen? Unmännlich. Kein Wunder, dass viele Männer sich keine echten Netzwerke aufbauen, keine Freundschaften pflegen, in denen man sich fallen lassen kann. Und dann sind sie allein – nicht wegen Frauen, sondern wegen einem Männlichkeitsbild, das von anderen Männern aufrechterhalten wird.</p>
<p>Was Männer brauchen, ist nicht mehr Dominanz oder die Rückkehr zu alten Geschlechterrollen. Was sie brauchen, sind andere Männer, die sie auffangen, die sagen: „Es ist okay zu weinen.“ „Es ist okay, Hilfe zu wollen.“ Gefühle zu zeigen ist keine Schwäche, es ist menschlich. Und wenn ein Mann weinende Männer verachtet, dann zeigt das nur, wie sehr er selbst in einem zerstörerischen Männerbild gefangen ist.</p>
<p>Ich kenne viele Frauen, die in Beziehungen mit Männern leben, die von Rechten und Alpha Males sofort als „Soyboys“ beleidigt würden – nur weil sie Care-Arbeit leisten, empathisch sind, Verantwortung in Beziehungen übernehmen und ihre eigene Sozialisation reflektieren. Diese Männer führen keine Frau, sie leben in einer Beziehung, auf Augenhöhe. Und das funktioniert. Weil sie kein Machtspiel spielen, sondern sich gegenseitig als Menschen begegnen.</p>
<p>Und ja, wir leben in einer Zeit, in der Frauen in Deutschland immer liberaler werden, während viele Männer ins Konservative zurückfallen. Das ist kein Zufall. Die „male loneliness epidemic“ zeigt uns nicht, dass Männer von Frauen verlassen werden. Sie zeigt, dass einige Männer sich in ein rückwärtsgewandtes Frauenbild flüchten, in dem Frauen wieder Objekt, wieder Dienerin, wieder still sein sollen. Wer dieses Bild von Beziehung für richtig hält, braucht sich über mangelnde Resonanz von Frauen nicht wundern. Denn heute wollen Frauen – zurecht – auf Augenhöhe leben. Als Mensch, nicht als Trophäe.</p>
<p>Es wird Zeit, dass patriarchale Strukturen aussterben. Nicht nur für FLINTA, sondern gerade auch für Cis-Männer. Sie leiden oft mehr darunter, als sie selbst verstehen. Sie merken nicht, dass eine Welt, in der sie sich öffnen dürfen, in der sie nicht dauernd „stark“ sein müssen, auch für sie besser wäre. Weicher. Ehrlicher. Gesünder.</p>
<p>Aber leider profitieren gerade die reichsten und mächtigsten Männer so stark von diesen alten Strukturen, dass ihnen ihre eigene mentale Gesundheit am Ende völlig egal ist. Solange sie gewinnen, ist alles andere egal. Und das ist vielleicht der traurigste Teil: Dass sich Männer selbst opfern, für ein System, das ihnen vorgaukelt, stark zu sein, während es ihnen Stück für Stück schadet.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Post Pride Month Gedanken</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/07/post-pride-month-gedanken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Jul 2025 07:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[pride month]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17040</guid>

					<description><![CDATA[Der Pride Month ist vorbei und Sara hat sich im nachinein einige Gedanken gemacht – über Unsichtbarkeit, Angst, Privilegien und warum queere Sichtbarkeit heute wichtiger ist denn je. Der Pride Month ist schon seit einigen Tagen vorbei, und mir ist aufgefallen, dass ich ihn dieses Jahr gar nicht richtig gefeiert habe.Als queere Person mit vielen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-start="224" data-end="592"><strong>Der Pride Month ist vorbei und Sara hat sich im nachinein einige Gedanken gemacht – über Unsichtbarkeit, Angst, Privilegien und warum queere Sichtbarkeit heute wichtiger ist denn je.</strong><span id="more-17040"></span></p>
<p data-start="224" data-end="592">Der Pride Month ist schon seit einigen Tagen vorbei, und mir ist aufgefallen, dass ich ihn dieses Jahr gar nicht richtig gefeiert habe.<br data-start="363" data-end="366" />Als queere Person mit vielen queeren Freund*innen war ich all die Jahre über in verschiedenen Städten unterwegs. Ich hatte die Termine schon Wochen im Voraus im Kalender stehen und habe dem Ganzen regelrecht entgegengefiebert.</p>
<p data-start="594" data-end="940">Für uns war Pride nie nur Party – es war immer auch Demonstration. Ein bewusster Rückbezug auf die Ursprünge von Stonewall, mit kämpferischem Charakter und dem Ziel, für unsere Rechte einzustehen – und nicht nur für unsere eigenen, sondern vor allem für die Rechte von trans* Personen, BIPoC und anderen mehrfach diskriminierten queeren Menschen.</p>
<p data-start="942" data-end="1325">Dieses Jahr war ich noch auf keiner einzigen Parade. Die einzige Pride, die ich fest eingeplant habe, ist die in meiner Heimatstadt. Als ich vor Kurzem Aufnahmen vom CSD in Köln auf Social Media gesehen habe, war mein erster Gedanke nicht – wie sonst jedes Jahr – „Mist, schon wieder Köln verpasst, nächstes Jahr muss ich unbedingt hin“, sondern:<br data-start="1288" data-end="1291" />„Hoffentlich passiert nichts.“</p>
<p data-start="1327" data-end="1853">Als bisexuelle Cis-Frau, die in einer Beziehung mit einem Cis-Mann lebt, ist meine queere Identität im Alltag kaum sichtbar – weder auf der Arbeit noch sonst irgendwo. Ich erfülle klassische Geschlechterrollen, bin optisch unauffällig und werde oft als hetero wahrgenommen. Meine Sexualität, meine Beziehung oder mein Genderausdruck sind selten Thema. Und genau mit diesen Privilegien habe ich im Alltag die Möglichkeit, mich für weniger privilegierte queere Menschen einzusetzen – ohne mich dabei selbst in Gefahr zu bringen.</p>
<p data-start="1855" data-end="1962">Und trotzdem habe ich dieses Jahr das Gefühl, dass ich einen Teil von mir in der Pride-Zeit versteckt habe.</p>
<p data-start="1964" data-end="2385">Als Tochter von Migrant*innen – vor allem mit einem Vater, der viele Rassismuserfahrungen gemacht hat – weiß ich genau, wie sich Ausgrenzung anfühlt. Auch wenn ich vieles nicht direkt miterlebt habe, spüre ich seinen Schmerz fast körperlich.<br data-start="2205" data-end="2208" />Um ähnliche Erfahrungen selbst zu vermeiden, habe ich – auch, weil ich einigermaßen white-passing bin – früh gelernt, mich sprachlich, kulturell und optisch komplett anzupassen.</p>
<p data-start="2387" data-end="2637">Diese Strategie macht meine Angst vor dem Rechtsruck und vor Nazis zwar nicht kleiner, aber sie bietet mir die Möglichkeit, möglichst wenig Angriffsfläche zu geben. Mit meiner Sexualität gehe ich ähnlich um – nur dass ich sie komplett verbergen kann.</p>
<p data-start="2639" data-end="2988">Die aktuelle Entwicklung in der Welt macht mir große Angst. In meiner Heimatstadt auf den CSD zu gehen, fühlt sich für mich trotzdem sicherer an – weil ich das Privileg habe, in einer Stadt zu leben, die einigermaßen akzeptierend ist.<br data-start="2873" data-end="2876" />Aber auch hier werden trans* Personen vor Clubs zusammengeschlagen. Und wenn ich daran denke, wird mir schlecht.</p>
<p data-start="2990" data-end="3354">Mein Herz tut weh. Besonders wegen der queeren Menschen, die sich nicht verstecken können – die jeden Tag Hass, Ausgrenzung und sogar körperliche Gewalt erleben.<br data-start="3151" data-end="3154" />Sie verdienen ein freies, selbstbestimmtes und vor allem sicheres Leben.<br data-start="3230" data-end="3233" />Queer people deserve to grow up.<br data-start="3269" data-end="3272" />So viel Schmerz könnte vermieden werden, wenn diese Welt endlich eine andere wäre.</p>
<p data-start="3356" data-end="3631">Und genau deshalb gilt für mich: rausgehen, laut sein, sichtbar bleiben. Ein Zeichen setzen.<br data-start="3452" data-end="3455" />Black trans people haben uns den Weg zu Menschenrechten eröffnet.<br data-start="3520" data-end="3523" />Lasst uns diese Rechte schützen – und weiter demonstrieren. Vor allem für die, die es nicht mehr können.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Psychische kranke Eltern oder auch &#8222;bin ich eigentlich schuld?&#8220;   </title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/05/psychische-kranke-eltern-oder-auch-bin-ich-eigentlich-schuld/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 May 2025 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Mental Health]]></category>
		<category><![CDATA[Mentale Gesundheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16890</guid>

					<description><![CDATA[In ihrem neuen Text reflektiert Sara über ihre herausfordernde Kindheit mit einem psychisch kranken Vater und den Auswirkungen auf ihr Leben. Sie beschreibt den Kampf um emotionale Nähe, die Suche nach Identität und die Erkenntnis, dass die Verantwortung für familiäre Konflikte nicht bei ihr liegt. Solange ich denken kann, war bei uns zuhause irgendwas anders]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>In ihrem neuen Text reflektiert Sara über ihre herausfordernde Kindheit mit einem psychisch kranken Vater und den Auswirkungen auf ihr Leben. Sie beschreibt den Kampf um emotionale Nähe, die Suche nach Identität und die Erkenntnis, dass die Verantwortung für familiäre Konflikte nicht bei ihr liegt.</strong><span id="more-16890"></span></p>
<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><span data-contrast="none">Solange ich denken kann, war bei uns zuhause irgendwas anders als bei anderen Familien. Meine Eltern haben sich getrennt, als ich 8 Jahre alt war, und haben sich auch vorher nicht großartig gut verstanden. Es gab Zeiten, in denen wir als Familie verreist sind oder Dinge unternommen haben, aber auch das war irgendwann vorbei.</span><br />
<span data-contrast="none">Meine Mutter war eine eher unternehmenslustige Person, die mich öfter zu ihren Freund*innen mitnahm und dort lange Zeit verbrachte. Schon damals störte sich mein Vater daran, dass sie &#8222;zu viel unternehmen würde&#8220; und &#8222;man gar nicht so viel rausgehen müsse&#8220;. Er lebte er zurückgezogen und vertraute auch seinen eigenen Freund*innen nicht, zu denen er den Kontakt in Laufe der Zeit vollständig verlor.</span></p>
<p><span data-contrast="none">Als meine Eltern sich trennten, entschied ich mich weiterhin bei meinem Vater wohnen zu bleiben, da er der Hauptverdiener war und aus anderen Gründen wie das stabilere Elternteil wirkte. Meine Mutter wanderte irgendwann zurück nach Georgien zurück und der Kontakt versiegte allmählich.</span></p>
<p><span data-contrast="none">Zurück verblieben mein Vater und ich, der sich als wesentlich instabiler erwies als ich. Schon früh merkte ich, dass er einen sehr kurzen Geduldsfaden, fast keine Frustrationstoleranz und vor allem keinen gesunden Umgang mit seinen Emotionen hatte. Ein richtiges Familienleben war ebenfalls sehr schwer, besonders viel Geld hatten wir nicht und selbst kleine Aktivitäten wie ein Eis draußen essen oder einen Kaffee trinken empfand er als reine Zeitverschwendung. Jegliche Aktivität, die für mich mit Unbeschwertheit zusammenhing, war mit ihm unmöglich zu schaffen.</span></p>
<p><span data-contrast="none">Wenn ich bei Freund*innen zu Abend aß oder mit ihnen Zeit im Garten beim Grillen verbrachte, merkte ich vor allem eins: Hier waren alle willkommen und es wurde sich sogar über jede einzelne Person gefreut. Wenn ich dann zurück nach Hause kam, wurde ich angeschrien, warum ich nie zuhause sein würde und ständig bei Fremden sein muss. Es war klar erkennbar, dass mein Vater erkannte, dass er nicht der Familienvater sein konnte, der er eigentlich gerne wäre. Andere nahmen diesen Platz an seiner Stelle ein.</span></p>
<p><span data-contrast="none">Vor allem im Teenageralter fiel mir immer mehr bedenkliches auf, unsere Toilette war nie sauber, weil es aufgrund der Depression meines Vaters zu viel Aufwand war zu putzen. Ebenso war es mit der Wäsche, die ich angeblich zu kurz tragen würde. Meinem Vater war es egal, dass seine irgendwann anfing zu riechen. Staubsaugen oder andere Putzeinheiten kamen ebenfalls kurz, wenn ich diese mal übernahm, wurde ich ebenfalls zusammengefaltet, weil dies nicht meine Aufgabe sei. Das mochte vielleicht stimmen, der Anspruch war, dass er alles allein schaffen wollte, aber es war schlicht und einfach nicht möglich.</span></p>
<p><span data-contrast="none">Die Anwesenheit meines Vaters war wie eine dunkele Wolke im Haus. In meinen Teenagerjahren kam ich nur aus meinem Zimmer, um zu essen, zu trinken und zu duschen. Ich wartete bis um 12 Uhr, bis ich frühstückte, weil ich wusste, dass er dort immer täglich das Haus verließ. Ich hörte jeden einzelnen nahenden Schritt und das Hoftor, damit ich schnell in mein Zimmer verschwinden konnte. Wenn ich mit ihm sprach, endete es immer im Streit. Mein Vater hatte nie gelernt eine Beziehung mit Harmonie zu gestalten und konnte Nähe nur durch immerwährende Konflikte erzeugen.</span></p>
<p><span data-contrast="none">Alles, was ich tat, um dieser Umgebung zu entkommen und mit meinen eigenen Lieblingsmenschen zu gestalten war falsch. Essen zu gehen war falsch &#8211; er hätte ja selber kochen können. Nach Kanada zu fliegen sei falsch &#8211; es ist viel zu gefährlich und ich kann das doch gar nicht. Abends wegzugehen war falsch &#8211; das ist auch viel zu gefährlich.</span></p>
<p><span data-contrast="none">Ich erkannte irgendwann, dass nicht ich das Problem war und ich nicht schuld an unseren ständigen Streits war. Zwar erst nachdem ich alle fragwürdigen Wege an Nähe und Beziehung zu kommen, abgeklappert habe, aber der Punkt kam dennoch. Auch nach vielen Gesprächen erklärte sich mein Vater nie bereit eine Therapie zu machen, obwohl er mich jahrelang fast täglich anschrie oder auf andere Art und Weise, versuchte kleinzuhalten, damit ich ihn ja nicht verlassen würde. Er erkannte niemals an, dass sein monotones Leben, dass er abends mit Bier und Weinbrand versuchte erträglicher zu machen, nicht alles sein konnte, was es im Leben gab.</span></p>
<p><span data-contrast="none">Meine jetzige Berufsausbildung war ihm ebenfalls ein Dorn im Auge, weil es nicht das Prestige einer Anwältin oder Ärztin mitbrachte, dass er als angemessen erachtete. Dass ich heutzutage trotzdem ein gutes akademisches Gehalt bekomme, eine glückliche Beziehung führe und allgemein ein sehr stabiles Leben führe, passt nicht in seinen Lebensentwurf. Und nach jahrelangem Zweifeln an meiner eigenen Wahrnehmung und der Frage, ob ich daran Schuld bin, dass ich keine Beziehung zu meinem Vater habe, verstehe ich, dass es nicht das ist.</span></p>
<p><span data-contrast="none">Vielleicht hätte ich ohne die Depression meines Vaters eine &#8222;normale&#8220; Vaterfigur gehabt, vielleicht wären meine Eltern noch zusammen, vielleicht wären aber doch die konservativen Werte zwischen uns gekommen?</span></p>
<p><span data-contrast="none">Letzten Endes ist es nicht die psychische Erkrankung, die ihn vollständig ausmacht, hätte er sich therapeutische Hilfe gesucht, wäre ich natürlich mit ihm in Kontakt getreten. Wenn ich heutzutage Menschen begegnen, die mentale Herausforderungen haben, weiß ich vor allem eins: Das ist alles kein individuelles Problem, das nur einen Mann wie meinen Vater betrifft, es ist der gesellschaftliche, kapitalistische Druck, es ist Gewalt, es ist Armut, es sind Schicksalsschläge, es ist Genetik oder es passiert einfach so, aus dem Nichts.</span></p>
<p><span data-contrast="none">Die einzige Medizin, die da hilft, ist Aufklärung, Ausbau von therapeutischen, psychologischen und psychiatrischen Stellen und natürlich Enttabuisierung. Es ist nie zu spät ein neues Leben zu beginnen und den Mut zu fassen, sich Hilfe zu suchen.</span></p>
<p><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>wie das patriarchat jungs schadet</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/03/wie-das-patriarchat-jungs-schadet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Mar 2025 07:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[patriarchat]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16707</guid>

					<description><![CDATA[Unsere Autorin Sara arbeitet im Sozialen Bereich mit Kindern und Jugendlichen. Sie bemerkt: auch wenn schon vieles besser geworden ist, einige patriarchale Verhaltensweisen lassen sich schon im Grundschulalter beobachten. Das schadet nicht nur den Mädchen, sondern auch den Jungs. Ich arbeite schon seit 6 Jahren in der Kinder- und Jugendhilfe und mache genauso lange dieselbe]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Autorin Sara arbeitet im Sozialen Bereich mit Kindern und Jugendlichen. Sie bemerkt: auch wenn schon vieles besser geworden ist, einige patriarchale Verhaltensweisen lassen sich schon im Grundschulalter beobachten. Das schadet nicht nur den Mädchen, sondern auch den Jungs.</strong><span id="more-16707"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ich arbeite schon seit 6 Jahren in der Kinder- und Jugendhilfe und mache genauso lange dieselbe Erfahrung: auch hinter dem größten Macho und dem männlichsten kleinen Mann steckt immer ein verletzlicher Junge, dem mehr als ausführlich eingetrichtert wurde, keine Gefühle zu zeigen, anderen Jungs gegenüber dominant aufzutreten und natürlich Mädchen als etwas niederes zu sehen. Auch zwischen diesen kleinen Prinzen gibt es immer die bedürfnisorientiert erzogenen Jungs, die freundlich und sensibel sind (bitte mehr davon!!!).</span><span data-ccp-props="{}"><br />
</span><span data-contrast="auto">Schon in der Grundschule wird den Kindern immer noch eingetrichtert, dass Jungs nicht weinen und nicht emotional sein dürfen, was dazu führt, dass 7-Jährige schon vor mir stehen und ihre Tränen unterdrücken und nicht in der Lage sind ihre Gefühle zu spüren und mit etwas anderem außer Wut zu reagieren.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Wozu diese Männlichkeit bei erwachsenen Männern führt, die nicht gelernt hat mit Gefühlen umzugehen, sich Hilfe zu suchen und ihre Ängste anderen anzuvertrauen, lässt sich gut in Kriminalstatistiken finden. Die Brutalität und Dominanz, die man schon in der Grundschule sieht, führt später zu Strafdelikten, die anderen auch Schaden zufügen. Femizide, Vergewaltigungen, häusliche Gewalt, Mord, Totschlag etc., alles Statistiken, die von Männern intensiv gefüllt werden.</span><span data-ccp-props="{}"> </span><span data-contrast="auto">Eine männerdominierte Welt ist und bleibt immer gewalttätig, denn auch in der Grundschule ist schon sichtbar, dass Übergriffigkeiten stattfinden und die Grenzen anderer (vorrangig Mädchen) nicht respektiert werden. Mädchen wird immer noch erzählt, dass Jungs sie ärgern, weil sie sie mögen, anstatt zu lernen, dass Mögen daraus besteht, dass man sensibel und mit Wertschätzung behandelt werden soll.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Das Patriarchat tötet, nicht nur Frauen, sondern auch Männer, wenn man sich Selbstmordraten anschaut. Männer suchen sich seltener Hilfe für psychische Notlagen oder vertrauen sich seltener Freund*innen an, was dazu führt, dass der &#8222;starke Mann&#8220; mit seinen Schwierigkeiten allein bleibt und nicht damit umgehen kann.</span><span data-ccp-props="{}"><br />
</span><span data-contrast="auto">Und deshalb kann es nur einen Auftrag geben: Junge Männer im Erziehungssektor abzuholen und ihnen zu zeigen, dass es okay ist Gefühle zu haben. Es ist okay zu weinen, es ist okay sich Hilfe zu suchen und es ist auch okay, nicht dem Bild des maskulinen Manns zu entsprechen. Für ein wertschätzendes gesellschaftliches Miteinander und eine Welt, die sich dem Rechtsruck entgegensetzt, brauchen wir empathische Männer, die Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit erkennen und sich dieser in den Weg stellen.</span></p>
<p>Und wo könnte man damit besser anfangen, als bei unserer Jugend?</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bitte ein März ohne Merz: Wo ist diese Cancelculture?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/03/bitte-ein-maerz-ohne-merz-wo-ist-die-cancelculture/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Mar 2025 07:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16670</guid>

					<description><![CDATA[Deutschland, März, Merz. Ich kann und will nicht mehr. Überall im Land wird gewetteifert wer die meisten Ausländer gerade abschiebt oder abschieben wird, wie sehr man arme Menschen hassen und finanziell noch mehr benachteiligen kann und, natürlich, wer am besten reichen Menschen politisch in den Arsch kriechen kann. Zwischendrin der weiße Jürgen, der sich mal]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Deutschland, März, Merz. Ich kann und will nicht mehr. Überall im Land wird gewetteifert wer die meisten Ausländer gerade abschiebt oder abschieben wird, wie sehr man arme Menschen hassen und finanziell noch mehr benachteiligen kann und, natürlich, wer am besten reichen Menschen politisch in den Arsch kriechen kann. Zwischendrin der weiße Jürgen, der sich mal wieder darüber aufregt, dass der Syrer ein iPhone hat und der sich einen &#8222;Opas gegen Grün&#8220; Sticker auf seinen fetten SUV haut. In diesen Zeiten ist jegliche Lektüre wie &#8222;1984&#8220; oder &#8222;Animal Farm&#8220; völlig überflüssig, da man sich ganz einfach umschauen und live mitansehen kann, wie Milliardäre sich jegliche politische Macht erkaufen können.</p>
<p>Der kurze Blick nach Amerika zeigt, dass es völlig egal ist, wie offensichtlich ein Musk seine finanziellen Möglichkeiten spielen lässt, es lässt die meisten kalt. Die Migranten sind ja schuld! Und natürlich die Ökoterroristen! Und Frauen! Scheiß Feminismus! Der Gender Gaga!</p>
<p>Ich laufe an einem &#8222;Zeit für freie Meinung&#8220; Wahlplakat von der AfD vorbei und möchte kotzen.<br />
Von wegen man kann in diesem Land nix sagen. Man kann alles sagen. Man kann gegen die Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe stimmen, man kann fordern, dass Geflüchtete an den Grenzen erschossen werden sollen, man kann so viele Nazi-Codes verwenden, wie man will, man kann Transmenschen konsequenzlos am Arbeitsplatz bedrohen, man kann über bewaffnete syrische Jugendliche reden, die ja in Syrien auch immer Waffen mit sich führen, man kann sogar für Vergewaltigung verurteilt werden und trotzdem ganz entspannt und easy Präsident werden. Gar kein Problem das alles.</p>
<p>Meine Zundschnür wird jeden Tag kürzer. Währenddessen sitzt die weiße Gabi bei mir im Büro und will mir versichern, dass alles gut ist. Niemaaand wird abgeschoben und es ist ja noch Demoookratie. Als hätte es die Weimarer Republik nicht gegeben. Digga, halt den Rand.</p>
<p>Und während sich meine Geschwister aus allen möglichen Communitys Szenarien vorstellen, Todesangst haben und über eine Flucht aus Deutschland nachdenken, ist Gabi völligst entspannt. Und wenn was passiert, hat sie ja von nix gewusst.<br />
Das alles zeigt vor allem eins: Die Mehrheitsgesellschaft will uns migrantische Menschen weder hier haben noch unsere Rechte schützen. In der Sekunde in der angefangen wurde, über Asylrecht, GEAS und anderen Scheißdreck mit den Rechten zu diskutieren und sich ihnen anzubiedern, ist dieses ohnehin schon empathielose Land, in dem man nie willkommen war, noch mehr nach rechts gerutscht. Und was alle immer wieder gerne vergessen: Am liebsten wird immer das Original gewählt. Nämlich Nazis. Und Armut verschwindet auch nicht einfach so, wenn alle Ausländer weg sind.</p>
<p>Die Kohle ist nämlich woanders: bei den Superreichen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was tun mit der Welt?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/01/was-tun-mit-der-welt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jan 2025 07:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivistisch ins neue Jahr]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16543</guid>

					<description><![CDATA[Deutschland ist verschnupft: Man möchte sich nicht mehr auf Debatten über den Holocaust einlassen (ist ja schon so lange her), die Deutschen gehen selten demonstrieren und über Diskriminierung sprechen meist nur die, die selbst davon betroffen sind. Saras Diagnose: Untätigkeit. Erst letztens saß ich zusammen mit einem alten Menschen zusammen und wir haben trotz unseres]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Deutschland ist verschnupft: Man möchte sich nicht mehr auf Debatten über den Holocaust einlassen (ist ja schon so lange her), die Deutschen gehen selten demonstrieren und über Diskriminierung sprechen meist nur die, die selbst davon betroffen sind. Saras Diagnose: Untätigkeit.</strong><br />
<span id="more-16543"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">Erst letztens saß ich zusammen mit einem alten Menschen zusammen und wir haben trotz unseres Altersunterschiedes viele gemeinsame Themen gefunden, Männer, Kinder in der Nachmittagsbetreuung, wie man idealerweise eine Luftmasche häkeln kann und wie gruselig die Welt momentan ist und welche Angst in uns aufkommt. </span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span><span data-contrast="auto">Wir kamen zu dem Schluss, dass nicht die Weltlage das größte Problem ist, sondern die absolute Ignoranz der Menschen in ihr. Die Welt könnte augenblicklich untergehen und das Interesse aller Mitmenschen daran wäre beschränkt. Keine*r würde sich auf die Straße stellen und gegen ebenjenen Zustand protestieren.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span><span data-contrast="auto">Mein Vater erzählte mir schon in der Grundschule, dass er von den Menschen in diesem Land und ihrer Untertänigkeit erschrocken sei, in Frankreich zünden sie immerhin Autos an.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span><span data-contrast="auto">Daran musste ich denken, als ich dort an diesem Tisch saß und wir düstere Wahrheiten aussprachen. </span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ich bin müde und erschöpft von dem alltäglichen Kampf. Von der Tatsache, dass ich meinen Job politisch verstehe und mich jederzeit mit Diskriminierung auseinandersetze, aber gleichzeitig mit meinen weißen Kolleg*innen am Tisch sitzen muss und höre, dass ihre Reaktion auf Antisemitismus &#8222;Die Schuldfrage muss endlich weg, was habe ich mit dem zu tun, was meine Großeltern getan haben?&#8220; ist. Ich bin müde davon jeden Tag die Schule zu besuchen und das mangelnde Engagement von &#8211; surprise ebenfalls weißen &#8211; Menschen zu sehen.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span><span data-contrast="auto">Die Welt, sie scheint nichts wert zu sein, weder unsere Demokratie, Sicherheit bla bla bla, es erscheint nicht kostbar genug, um eine Haltung zu entwickeln und klar zu vertreten. Nazis zu hassen und Rechtsextremismus und andere -ismen anzuprangern. Fortbildungen zu besuchen, die explizit Rassismus, Sexismus etc. aufdröseln, Stammtischargumente entkräften und Dialoge in unzugänglichen Räumen zu fördern. </span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span><span data-contrast="auto">Ich bin es leid bei ebenjenen Veranstaltungen nur queere, migrantische und generell marginalisierte Menschen zu sehen. Es macht mich müde, anderen Menschen Empathie zu erklären, auch dann mit zu fühlen, wenn es nicht die eigene Person betrifft.</span></p>
<p><span data-contrast="auto">All das was gerade passiert, schmerzt enorm. Es schmerzt so sehr, dass es fast unmöglich scheint Nachrichten zu hören, zu lesen, zu fühlen, weil das Ausmaß dieser gesellschaftlichen Spaltung unendlich erscheint. Die Hoffnung auf ein gutes Leben sinkt.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span><span data-contrast="auto">Mehr als diese Gedankenfetzen bringe ich nicht zusammen, denn das Ausmaß des Grauens in dem meine Freund*innen und ich, die alle queer, migrantisch oder anderweitig marginalisiert sind, ist nicht greifbar. Der Blick in die USA zeigt einiges, was noch kommen wird und ich hoffe, dass der letzte Funken Engagement für die Demokratie irgendwann entfacht werden kann, denn sonst ist alles verloren.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Scham, Sexualität und Nachbarschaft </title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/10/scham-sexualitaet-und-nachbarschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Oct 2024 07:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[S*explore]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16326</guid>

					<description><![CDATA[Wie kann Aufklärung funktionieren, wenn die Scham im Weg steht? Sara hätte sich eine bessere Aufklärung seitens ihres Vaters gewünscht. Warum die Überwindung der Scham so wichtig ist und sie ihrem Vater trotzdem keinen Vorwurf macht, erfährst du im Text. Seitdem ich ein Kind war, kann ich mich daran erinnern, wie unbeholfen mein Vater mit]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span data-ccp-props="{}" data-contrast="auto"><strong>Wie kann Aufklärung funktionieren, wenn die Scham im Weg steht? Sara hätte sich eine bessere Aufklärung seitens ihres Vaters gewünscht. Warum die Überwindung der Scham so wichtig ist und sie ihrem Vater trotzdem keinen Vorwurf macht, erfährst du im Text.</strong><br />
</span><span id="more-16326"></span></p>
<p>Seitdem ich ein Kind war, kann ich mich daran erinnern, wie unbeholfen mein Vater mit dem Thema Sexualität umgegangen ist und er über diese Themen kein Wort verloren hat. Sein Wunsch war es, dass seine einzige Tochter damit keinen Kontakt hat, bis sie erwachsen ist und verheiratet. <span data-contrast="auto">Als ich das erste Mal mit 13 menstruierte war ich vollkommen aufgeschmissen und wusste gar nicht, was da passiert. Mein Vater bekam es dennoch mit und erzählte mir nichts darüber, was mit meinem Körper geschah und was das für mich bedeutet.<br />
Er schickte mich zu einer Nachbarin von uns, zu der wir beide eine gute Beziehung hatten, damit diese den Job des &#8222;Aufklärens&#8220; übernahm.</span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ich fand es damals unangenehm, dass mein Vater nicht natürlich mit dem Thema umgehen konnte, im Nachhinein verstehe ich, dass er auch nie einen offenen Umgang mit dem Thema im Iran bei seinen Eltern erlebt hatte.</span><span data-ccp-props="{}"><br />
</span><span data-contrast="auto">Aber auch meine Nachbarin redete mit mir weder über Konsens, eigene Bedürfnisse, Grenzen oder wie man Wünsche beim Sex äußert. Sie gab mir eine Packung Binden und fragte mich, ob ich weiß wie Geschlechtsverkehr funktionierte. Das konnte ich nur bejahen, weil wir das Thema bereits in der 4. Klasse behandelt hatten. Somit war alles abgehakt und in meiner Vorstellung hatte Sex gar nichts mehr mit mir zu tun, es war irgendwas abstraktes, was ausschließlich als Erwachsene und verheiratete Frau stattfindet.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Fast forward: Pubertät. Natürlich wird da alles verworfen, was ich als 13-Jährige gedacht habe. Und natürlich ist da nichts mehr mit &#8222;Ich warte bis zur Ehe&#8220;. Vor allem zwischen meinem 16. und 17. Lebensjahr zeigte sich deutlich, wie mangelnde Aufklärung über Konsens, eigene Bedürfnisse, Grenzen oder wie man Wünsche beim Sex äußert, mir alles schwer machte. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, und tat dadurch immer das, was andere Leute von mir wollten. Ich brachte mich in prekäre Situationen, die mein Verhältnis zu Sexualität vollkommen zerstörten und in mir im Nachhinein ein Gefühl der Leere auslösten. Bis ich 20 war und meinen jetzigen Freund kennenlernte, dachte ich immer nur, dass Sex eine Performance ist, die ich abliefern musste und die hauptsächlich bei meinem Gegenüber gut ankommen muss. Was ich fühle oder was ich will, dazu hatte ich schon lange keinen Zugang mehr.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Wenn ich auf meine Teenagerjahre und meinen Umgang mit Sex zurückblicke, kann ich nur daran appellieren, wie wichtig es ist enttabuisiert über Sexualität zu sprechen. Tabuisierung führt nicht dazu, dass Teenager Dinge nicht ausprobieren und warten, bis Erwachsene denken, dass sie &#8222;reif&#8220; genug sind, sondern dass man Dinge ausprobiert und keinen Fahrschein dafür in der Hand hat.</span><span data-ccp-props="{}"> Keinen Fahrschein, der dafür sorgt, dass man erstmal schaut, ob man sich bei dem Menschen, mit dem man Sex haben möchte, überhaupt wohlfühlt. Ob man die Person mag. Was man gerne machen möchte und was man nicht möchte. Zu wissen, dass ein Nein immer ein Nein bedeutet.</span><span data-ccp-props="{}"><br />
</span><span data-contrast="auto">Als Pädagogin habe ich selbst schon mit Anlaufstellen wie Pro Familia zu tun gehabt und auch die Auswirkungen gesehen, die durch genau diese Aufklärung bei jungen Menschen stattfindet. In den 2000ern gab es solche Veranstaltungen nicht in diesem Maße und schon gar nicht in den Jahrzehnten davor, worüber ich wirklich sehr glücklich bin.</span><span data-ccp-props="{}"><br />
</span><span data-contrast="auto">Meiner Nachbarin und meinem Vater kann ich trotzdem keinen Vorwurf machen, sie sind in Zeiten aufgewachsen, wo ihnen auch nicht gesagt wurde, wie wichtig körperliche Grenzen sind und dies auch ganz klar kein Thema in konservativen Haushalten war. Wenn ich allerdings heutzutage konservative und rechte Strömungen sehe, die sogar noch mehr Schritte gehen und Abtreibung als Recht auf Selbstbestimmung verbieten möchten, wird mir mulmig. Als hätte sich doch nicht besonders viel gesellschaftlich verändert, obwohl wir im 21. Jahrhundert leben.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Meine Hoffnung ist dennoch, dass es irgendwann aufhört, dass Sex vor allem in heteronormativen Kontexten eine Ware ist, um den Male Gaze zu füttern und der Fokus nicht nur auf dem Cis Mann liegt. Bis dahin ist meine Empfehlung: Feministisch weiterkämpfen, Freund*innen vor übergriffigen Männern warnen und einen Satisfiyer zulegen!</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Freundschaft im Kapitalismus</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/09/freundschaft-im-kapitalismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Sep 2024 09:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Freizeit]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Leben - wie ich will]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16157</guid>

					<description><![CDATA[Her mit dem schönen Leben, weg mit Kalendern und der 5-Tage Woche fordert Sara. In den 20ern ist alles anders als mit 18 in der Schule. Damals konnte man seine Freund*innen den ganzen Tag sehen und das eigentlich jeden Tag. Es gab fast keine Verpflichtungen, die davon abhielten, sich ständig zu treffen und man konnte]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Her mit dem schönen Leben, weg mit Kalendern und der 5-Tage Woche fordert Sara. </strong><span id="more-16157"></span></p>
<p>In den 20ern ist alles anders als mit 18 in der Schule. Damals konnte man seine Freund*innen den ganzen Tag sehen und das eigentlich jeden Tag. Es gab fast keine Verpflichtungen, die davon abhielten, sich ständig zu treffen und man konnte diese Freund*innenschaften unlimitiert vertiefen und halten. Kein Terminkalender, der jedes Mal gezückt wird, wenn es darum geht Zeit zu verbringen. Zeit, die erst in zwei Wochen genommen werden kann.</p>
<p>Wenn ich heute nach meiner 5-Tage Woche nach Hause komme, bin ich völlig verbraucht. Meine Kräfte reichen gerade so dafür aus, den Haushalt zu machen, ausgewogen zu essen, Zeit mit meinem Partner zu verbringen und regelmäßig zum Sport zu gehen.</p>
<p>Unter der Woche nach meinem Job sich mit jemandem zu treffen erscheint mir fast unmöglich. Dies wird auch noch dadurch erschwert, dass ich in meinem Job bereits den ganzen Tag sozialisiere und keine Minute habe, wo ich nicht über die Bedürfnisse anderer nachdenke.</p>
<p>Wenn ich dann lese, dass die 6-Tage-Woche im Raum steht, damit Deutschland wieder wirtschaftlich aufsteigt, muss ich schlucken.</p>
<p>Der Kapitalismus hat mich bereits so in seinen Fängen, dass ich kaum eine Minute für mich alleine habe, um meine eigenen Gedanken zu hören, wenn ich gleichzeitig andere Menschen treffen möchte.</p>
<p>Je öfter ich höre, dass Arbeit der Lebenssinn sei und man ja nichts mehr zu tun hätte, wenn man nicht oder weniger arbeiten würde, muss ich lachen.</p>
<p>In einer Welt, wo ich keine 5 Tage Woche hätte, wären paradiesische Zustände. Ich wüsste gar nicht wofür ich die Zeit nutzen könnte, weil es so viele unendliche Möglichkeiten gibt. Wahrscheinlich würde ich Gärtnern, Segeln, Wandern, jeden Tag im Café sitzen, endlich Nähen lernen, eine Tour durch Lateinamerika machen, neue Freund*innenschaften schließen und tausend andere Dinge tun, für die ich gerade zu ausgebrannt bin.</p>
<p>&#8222;Her mit dem schönen Leben&#8220; denke ich mir und steige wie jeden Tag um 7 Uhr in die Bahn, um zur Lohnarbeit zu fahren.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Verweichlichte Gen Z und Bedürfnisse in Beziehungen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/09/16161/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Sep 2024 10:09:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Bedürfnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe Leben]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16161</guid>

					<description><![CDATA[Sie sind keine Snowflakes: Die Gen Z wünscht sich nicht weniger als eine Revolution in Sachen Beziehung &#8211; zum Wohle aller. Eine Streitschrift von Sara. Jedes Mal, wenn ich Menschen sagen höre, dass die Gen Z übersensibel und &#8222;Snowflakes&#8220; in Beziehungen sind, werde ich wütend. Wütend darüber, dass eine ganze Generation über einen Kamm geschert]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sie sind keine Snowflakes: Die Gen Z wünscht sich nicht weniger als eine Revolution in Sachen Beziehung &#8211; zum Wohle aller. Eine Streitschrift von Sara.</strong><span id="more-16161"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">Jedes Mal, wenn ich Menschen sagen höre, dass die Gen Z übersensibel und &#8222;Snowflakes&#8220; in Beziehungen sind, werde ich wütend. Wütend darüber, dass eine ganze Generation über einen Kamm geschert wird und auch wütend darüber, dass die Wahrnehmung von Bedürfnissen als lächerlich dargestellt wird. Als ob das nicht zu einem Instrument werden könnte, dass ehrliche und schöne Beziehungen auf Augenhöhe schaffen kann.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Vor allem innerhalb von Beziehungen profitiert jede*r davon, wenn über Wünsche, Ängste und andere Gefühle gesprochen wird, damit Sicherheit entstehen kann. Warum genau das Unbehagen bei teilweise älteren Menschen auslöst, lässt sich vielleicht so erklären: wer selber keinen sensiblen Umgang in einer Beziehung erlebt und insgeheim das Bedürfnis hat Rücksicht und Empathie kennenzulernen, reagiert emotional. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Grundbedürfnisse wie &#8222;Essen, Trinken etc.&#8220; sind uns alle bekannt aber dass es ebenjene auch auf emotionaler Ebene gibt, scheint nicht jede*m bekannt zu sein. Respektiert und akzeptiert werden, Liebe erfahren, ein Gefühl von Sicherheit zu erleben, Erfüllung und Glück zu haben und noch vieles mehr, verbindet uns als Menschen.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Vor allem Cis Männer in Beziehungen sind oft in dem Rollenbild &#8222;starker und kalter Mann&#8220; gefangen, der keine Gefühle zeigen darf und würden selber von einem sensiblen Umgang profitieren. Kein &#8222;boys will be boys&#8220; und &#8222;Männer weinen nicht&#8220;, sondern ein &#8222;Echte Männer reden über ihre Gefühle und finden einen Umgang mit ihnen.&#8220; Wir würden alle davon profitieren, wenn bedürfnisorientierte Kommunikation auf dem Vormarsch wäre, da wir endlich über die richtigen Themen anfangen würde zu reden. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Nicht darüber, dass sie &#8222;nie Blumen mitbringt&#8220;, sondern &#8222;dass er ein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit in Form von Gesten hat&#8220;*. Nicht darüber, dass &#8222;they nie Körperkontakt initiiert&#8220;, sondern dass &#8222;sie ein Bedürfnis nach körperlicher Nähe hat&#8220;. Nicht darüber, dass &#8222;er keine Dates plant&#8220;, sondern &#8222;they das Bedürfnis nach einer gemeinsamen, bewussten Zeit hat&#8220;.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Wann endlich Bedürfnisrevolution?</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Dünn sein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/05/duenn-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 May 2024 10:21:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Sport - Deine Story über Schweiß und Tränen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16060</guid>

					<description><![CDATA[Als junger Mensch war Sara überzeugt sie müsste mit mehr Sport und entsprechender Ernährung ihr Gewicht reduzieren. Warum das so war und was sie aus dieser Zeit gelernt hat, erzählt sie in ihrem Text. TW Gestörtes Essverhalten Fitness begleitet mich als Thema schon ein Leben lang, aber so richtig begann das Thema mit 15. Ich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als junger Mensch war Sara überzeugt sie müsste mit mehr Sport und entsprechender Ernährung ihr Gewicht reduzieren. Warum das so war und was sie aus dieser Zeit gelernt hat, erzählt sie in ihrem Text.</strong><span id="more-16060"></span></p>
<p>TW Gestörtes Essverhalten</p>
<p>Fitness begleitet mich als Thema schon ein Leben lang, aber so richtig begann das Thema mit 15. Ich hatte damals einen besten Freund, der viel trainiert hat und einer von den Kandidaten war, die Spiegelbilder von ihrem angespannten Rücken gemacht haben. Eines Tages beschloss ich, dass jetzt auch der Tag gekommen war, wo ich auch mal anfange was für meinen Körper zu tun.</p>
<p>Ich war mein ganzes Leben schon sportlich aktiv und habe viele Sportarten ausprobiert wie z.B. Badminton oder Tischtennis. Bei den Bundesjugendspielen in der Schule hatte ich immer nur Ehrenurkunden und war somit alles anderes als unsportlich und auf keinen Fall übergewichtig.</p>
<p>Von einem auf den anderen Tag änderte sich meine Einstellung zu Sport völlig. Ich war geprägt von Körperbildern mit glatten Beinen, flachen Bäuchen und großen Pos. Meine Vorbilder waren Menschen wie Pamela Reif oder Lealoveslifting. Wenn ich früher vor dem Fernseher saß und mir das 5. Booty Workout ansah, war mein Gedanke nicht, dass es total Spaß macht, sondern wann ich endlich auch so dünn bin. Ich trainierte bis zu 2 Stunden täglich und aß kaum was, außer Obst und Magerquark.</p>
<p>Mein Vorhaben funktionierte und ich nahm tatsächlich ab. Ich rutschte nicht ins Untergewicht und doch hatte ich kaum meine Periode und ich sah mir ständig Videos von Menschen an, die Dinge aßen, die ich mir nicht erlaubte: z.B. Schokolade, Aufläufe oder andere &#8222;ungesunde&#8220; Sachen.</p>
<p>Wenn ich heute Bilder von früher sehe, erschrecke ich immer ein wenig. Nicht, weil ich besonders auffiel mit meiner Figur, sondern weil der Mensch, den ich auf den Bildern sehe, stets den Gedanken hatte, dass sie zu dick sei. Und das obwohl sie so weit davon entfernt war. Ich sehe einen Menschen mit einem völlig normalen und unauffälligen Körper, der aber gleichzeitig gelitten hat und sich alles verboten hat, was zu einem guten ausgewogenen Leben gehört hat.</p>
<p>Wenn ich für eine Sache dennoch dankbar bin, dann ist es der beste Freund, den ich damals hatte. Ohne ihn wäre ich so weit unter meinem Grundumsatz gewesen, dass die Konsequenz definitiv ein Klinikaufenthalt gewesen wäre. Nach diesem Erlebnis habe ich jahrelang keine Berührungspunkte mit Fitness gehabt, weil meine Angst wieder abzurutschen und in alte Muster zu verfallen zu groß war.</p>
<p>Ich war damals so jung und beeinflussbar, dass es bestimmt gereicht hätte mir klarzumachen, dass mein Körper gut genug ist und keine Optimierung braucht. Aber dass diese Gesellschaft kollektiv diese Werte vermittelt ist undenkbar, schließlich bringen unzufriedene Menschen mehr Profit und mehr Potenzial Diätshakes und Geschmackspulver zu verkaufen.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>DU</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/10/du/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Oct 2022 08:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=15096</guid>

					<description><![CDATA[Heute freuen wir uns über ein neues Gedicht von Sara. Darin geht es um die Liebe zu einem anderen Menschen und wie heilsam sich dies anfühlen kann. Als ich dich das erste Mal sah, im weißen Shirt und grüner Kappahose – grün wie deine Augen – wusste ich, ich bin angekommen. Deine Grübchen brannten sich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute freuen wir uns über ein neues Gedicht von Sara. Darin geht es um die Liebe zu einem anderen Menschen und wie heilsam sich dies anfühlen kann.</strong></p>
<p><span id="more-15096"></span></p>
<p>Als ich dich das erste Mal sah,<br />
im weißen Shirt und grüner Kappahose –<br />
grün wie deine Augen –<br />
wusste ich, ich bin angekommen.<br />
Deine Grübchen brannten sich in meine Netzhaut ein,<br />
jedes Mal, wo du mich breit angelächelt hast.<br />
Eingelullt fuhr ich nach Hause<br />
und schwärmte bei meinen Freund*innen,<br />
wie schön du warst.<br />
Du hast mir Angst gemacht.<br />
Angst, weil dein Geruch mich beruhigt,<br />
Angst, weil du alles für mich getan hast.<br />
Und ich als nachts zu dir rannte<br />
und drei Tage nur weinte, wusste ich,<br />
es ist doch alles okay.<br />
Weil du meine Traurigkeit dämpfst,<br />
den Schmerz in meiner Brust linderst<br />
und deine Lippen auf meine Treffen wie Magneten.<br />
Ich glaube weder an Schicksal noch Göttlichkeit oder mich.<br />
Aber du kamst in mein Leben<br />
und alles veränderte sich, so wie ich es niemals geglaubt hätte.<br />
Du hast mir die Kraft gegeben zu flüchten,<br />
weil ich bei dir längst angekommen war.<br />
Sicherheit. Egal wann und wo.<br />
Es zerreißt mich jedes Mal,<br />
wenn ich in deine Augen blicke.<br />
Niemals werde ich in Worte fassen können,<br />
wie sehr ich dich liebe.<br />
Wie du mich hälst,<br />
wenn der Schmerz in meiner Brust meinen Körper durchbohrt.<br />
Du bist so akzeptierend,<br />
wie ich es noch nie erlebte.<br />
Auch wenn ich weine, als würde ich in meinen Tränen ertrinken,<br />
beruhigt mich deine Gegenwart und deine Arme.<br />
Niemals werde ich länger traurig sein,<br />
weil ich dich habe.<br />
Und wenn ich in deinen Armen liege,<br />
ist es wie auf Wolken, währen die Realität vorbeizieht.<br />
Es ist alles so fragil und temporär,<br />
ich sauge jeden Moment auf, wie eine Mücke Blut.<br />
Jedes Treffen brennt sich in meine Neuronen,<br />
denn solltest du jemals gehen,<br />
will ich niemals dieses Gefühl vergessen.<br />
Das Gefühl mit jeder Faser zu lieben und geliebt zu werden.<br />
Heilend für meinen müden Kopf.<br />
Heilend für meine bösen Gedanken.<br />
Du machst alles so viel besser,<br />
egal wie es auf mich einprasselt<br />
und zu ersticken droht.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mädchen sein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/08/maedchen-sein-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Aug 2022 09:28:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexuelle Gewalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=15004</guid>

					<description><![CDATA[TW: Sexuelle Gewalt. In ihrem neuen Text „Mädchen sein“ beschreibt Sara sehr eindrücklich das Erleben von sexueller Gewalt. Die Zeit zwischen dem Verlassen der Bar und der Tat im Wald ist kurz, die Zeit danach ist lang und irgendwie, versucht sie Mädchen zu bleiben. Grüne, hungrige Augen, Beine, die sich unter dem Tisch berühren. Ein]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>TW: Sexuelle Gewalt. In ihrem neuen Text „Mädchen sein“ beschreibt Sara sehr eindrücklich das Erleben von sexueller Gewalt. Die Zeit zwischen dem Verlassen der Bar und der Tat im Wald ist kurz, die Zeit danach ist lang und irgendwie, versucht sie Mädchen zu bleiben.</strong></p>
<p><span id="more-15004"></span></p>
<p>Grüne, hungrige Augen,<br />
Beine, die sich unter dem Tisch berühren.<br />
Ein leichter und doch bemerkbarer Hauch.<br />
Mein Kopf er dreht sich.<br />
Ich habe zu viel getrunken.<br />
Seine Hand berührt meine,<br />
es ist unschuldig, oder?<br />
Um 1 Uhr folgte der Rausschmiss.<br />
Urteil der Bar: minderjährig.<br />
Er ist es nicht, natürlich nicht.<br />
Er ist sehr leise geworden.<br />
Eigentlich ist er mir egal,<br />
ich weiß gar nicht, wer er ist.<br />
Eine Hand auf meiner Brust.<br />
Ignorieren, dann geht es weg.<br />
Vielleicht verschwindet er mit seiner Hand.<br />
Vorne ist ein Wald<br />
und ich lege mich auf den Boden.<br />
Die Blätter rascheln sanft neben mir<br />
und ich fühle mich frei.<br />
Plötzlich spüre ich einen Kuss.<br />
Sein Kopf knallt gegen meinen,<br />
er entschuldigt sind nicht.<br />
Stattdessen verlangt er mehr Zunge.<br />
Ich tue, was er sagt,<br />
viel nehme ich nicht mehr wahr.<br />
Die Zeit bleibt stehen,<br />
ist es immer noch zwölf oder doch schon drei?<br />
Seine Hüften bewegen sich auf meinen<br />
und er öffnet seinen Gürtel.<br />
Bitte nicht.<br />
Bitte kein Küssen und kein Anfassen<br />
und vor allem bitte kein Sex.<br />
Ich sage, dass es blutig ist<br />
zwischen meinen Beinen.<br />
Die einzige Ausrede, die zählt.<br />
Mein „nein“ wäre nicht genug.<br />
Wo bin ich eigentlich?<br />
Wo ist mein zuhause?<br />
Meine Hüllen sie fallen<br />
und ich fasse den Teil von ihm an,<br />
den er den ganzen Abend schon<br />
in meinen Händen sehen wollte.<br />
Der Geschmack in meinem Mund ist bitter,<br />
aber ich schlucke runter und fange an.<br />
Alles ist leer,<br />
die Blätter neben mir hören auf zu rascheln.<br />
Eigentlich höre ich gar nichts mehr.<br />
Eigentlich sehe ich gar nichts mehr.<br />
Eigentlich fühle ich gar nichts mehr.<br />
Aber ich mache weiter.<br />
Das macht man doch so, oder?<br />
Mädchen sein<br />
und Mädchen bleiben.<br />
Und so schaue ich ihn an mit großen Augen,<br />
während er seinen Teil beendet.<br />
Und mich zurücklässt,<br />
zwischen den raschelnden Blättern.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kämpfe um jedes Wort</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/06/kaempfe-um-jedes-wort/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jun 2022 09:24:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=14846</guid>

					<description><![CDATA[Heute stellen wir eine neue Autorin vor: Sara. Ihr erster Beitrag ist ein Gedicht mit dem Namen “Λέσβου” (dt. Lesbos) und handelt von den Schmerzen unerhörter Liebe. „Ich liebe dich, bitte erhöre mich. Du würdest nicht jemand anderen lieben &#8211; oder würdest du?”   Λέσβου Meine erste Impression: grau, unsicher, spießig. Meine zweite Impression: rot,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute stellen wir eine neue Autorin vor: Sara. Ihr erster Beitrag ist ein Gedicht mit dem Namen “Λέσβου” (dt. Lesbos) und handelt von den Schmerzen unerhörter Liebe. „Ich liebe dich, bitte erhöre mich. Du würdest nicht jemand anderen lieben &#8211; oder würdest du?”</strong></p>
<p class="Body"><strong> </strong></p>
<p><span id="more-14846"></span></p>
<p style="text-align: center;">Λέσβου</p>
<p style="text-align: center;">Meine erste Impression:<br />
grau, unsicher, spießig.<br />
Meine zweite Impression:<br />
rot, tragisch, atemberaubend.</p>
<p style="text-align: center;">Dein liebliches Lächeln,<br />
Süßer Schmerz in deinen Augen.<br />
Ich sah dein Leiden tagein,<br />
die Dämonen auf deinen Schultern.</p>
<p style="text-align: center;">Du gabst mir unendlichen Überschwang.<br />
Kraft, die Berge zu bewegen,<br />
Kraft, den Ozean zu orchestrieren.</p>
<p style="text-align: center;">Die Nächte waren lichtdurchflutet mit dir.<br />
Zigaretten auf Dächern, purpurne Himmel,<br />
dein Gesicht auf meinem Schoß.<br />
Du bist elektrisch, ich brenne lichterloh.</p>
<p style="text-align: center;">Doch meine Seele, sie schmerzt bitterlich,<br />
dein Herz es ist vergeben.<br />
Deine Hand in ihrer,<br />
dein Mund auf ihrem.</p>
<p style="text-align: center;">Erlogen, erdrückend, erschlagen,<br />
ein Produkt meiner Fantasie.<br />
Du würdest nicht jemand anderen lieben<br />
oder würdest du?</p>
<p style="text-align: center;">Ihr Blick schreit, dass sie für dich sterben wird.<br />
Alles, wonach du dich verzehrst.<br />
Du liebst sie, du liebst sie, du liebst sie.<br />
Was bleibt für mich zurück?</p>
<p style="text-align: center;">Unglückselig in meinen Tränen versinken?<br />
Verzweifelt von einer Brücke springen?<br />
Dich gar verdrängen?<br />
Alles, was ich realisiere, ist eine Schlacht.</p>
<p style="text-align: center;">Deine Augen, sie verschlucken mich,<br />
hilf mir zu Atem zu schöpfen.<br />
Ist noch ein Fragment von mir übrig?<br />
Oder ist dein Blick, einzig was ich spüre?</p>
<p style="text-align: center;">Ich brenne von Minute zu Minute.<br />
Wie lange dauert es, bis meine Seele verglüht?<br />
Wie erlange ich endgültige Erlösung?</p>
<p style="text-align: center;">Du wirst nie mir gehören.<br />
Es ist wertlos, wie spürbar du mir vertraust,<br />
unbedeutend, wie dringend ich dich brauche.</p>
<p style="text-align: center;">Ich bin machtlos, eine Marionette,<br />
die Stricke sind unsichtbar für dich.<br />
Zum Glück sind sie in deiner Hand,<br />
sonst wäre mein Puls längst erlischt.</p>
<p style="text-align: center;">Sei meine Gnade,<br />
sei mein Segen.<br />
Sie wird dich nie ehren wie ich.</p>
<p style="text-align: center;">Ich möchte schreien, bis ich verstumme.<br />
Ich möchte fallen, bis ich fliege.<br />
Ich möchte dich und jede einzelne Emotion.</p>
<p style="text-align: center;">Wie viele Nächte dauert es an,<br />
bis du realisierst, dass ich verbrenne?<br />
Dein Lächeln stoppt meinen Atem.<br />
Dein Geruch stoppt meinen Puls.</p>
<p style="text-align: center;">Du könntest die Stärksten in die Knie zwingen.<br />
Du bist meine einzige Vision<br />
und der Glaube verschwindet nicht,<br />
ebenso wie der Zauber in deinen Augen.</p>
<p style="text-align: center;">Wie trauere ich um dich,<br />
wenn du nie die meine warst?<br />
Wir sind erlesen und wunderlich,<br />
bist du sicher, dass du sie wählen möchtest?</p>
<p style="text-align: center;">Du verdienst das Vermögen des Kosmos<br />
und wenn sie es dir nicht schenkt, werde ich es.<br />
Niemand ist deiner würdig,<br />
du scheinst es nicht wahrzunehmen.</p>
<p style="text-align: center;">Ich ertrage es nie und nimmer,<br />
dich nicht berühren zu dürfen.<br />
Deine Lippen sind ein Gemälde,<br />
makellos wie der Himmel im Sommer.</p>
<p style="text-align: center;">Küss mich,<br />
bis ich an dir vergehe.<br />
War die Nächte nicht lichtdurchflutet,<br />
als du in meinen Armen warst?</p>
<p style="text-align: center;">Ich liebe dich,<br />
bitte erhöre mich.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
