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	<title>Meine Stimme &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Meine Stimme &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Abifahrt an die Ostfront</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2026 12:35:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlrecht]]></category>
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					<description><![CDATA[Während die Politik über ‚Kriegstüchtigkeit‘ philosophiert, kämpft eine Generation gegen Einsamkeit und chronische Machtlosigkeit. Ein Plädoyer gegen die Vorherrschaft der Alten und für ein längst überfälliges Wahlrecht ab 16. An meinem 16. Geburtstag kotzte ich eine Flasche Pfefferminzlikör einsam aus meinem Kinderzimmer-Fenster. Dank Corona waren meine Freunde nur im Voice-Chat dabei. Für zukünftige Generationen heißt]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Während die Politik über ‚Kriegstüchtigkeit‘ philosophiert, kämpft eine Generation gegen Einsamkeit und chronische Machtlosigkeit. Ein Plädoyer gegen die Vorherrschaft der Alten und für ein längst überfälliges Wahlrecht ab 16.</strong><span id="more-17546"></span></p>
<p>An meinem 16. Geburtstag kotzte ich eine Flasche Pfefferminzlikör einsam aus meinem Kinderzimmer-Fenster. Dank Corona waren meine Freunde nur im Voice-Chat dabei. Für zukünftige Generationen heißt es bald: „Happy Birthday zum 18.! Wie wär&#8217;s: Abi-Fahrt an die Ostfront?“</p>
<p>Friedrich Merz will auch nur das Beste für die Zukunft Deutschlands. Demokratische Parteien haben keine Lust auf Krieg und die Corona-Pandemie ist kein Geheimplan der Eliten. Na und? Das macht das Leben für Jugendliche nicht leichter. Es braucht einen Plan.</p>
<p>Doch von vorne: Spätestens seit Corona geht es der Jugend schlecht. Vereinsamt versuchen junge Menschen auf nur selten funktionierenden Schul-Plattformen ihre Hausaufgaben abzugeben. Auf der Suche nach einer Zukunft werden sie in einer zunehmend zertrümmerten Welt aber nicht fündig. In der Shell Jugendstudie gaben ungefähr 70% der jungen Menschen an, Zukunftsängste oder Angst vor Armut zu haben. Mehr als die Hälfte junger Menschen fühlt sich laut Bertelsmann Stiftung gleichzeitig von Einsamkeit betroffen. Bei beiden Zahlen ist die Tendenz steigend.</p>
<p>Und wie steht es um Besserung? Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine geht ins vierte Jahr. Der Nahostkonflikt ist weit entfernt von einer Lösung und jüngst hat sich Donald Trump dazu entschlossen, Soldat*innen aus Deutschland abzuziehen. Und das nur, weil Merz zuvor zaghafte Widerworte erhoben hatte. Wenn die Bundeswehr in den nächsten Jahren von alleine nicht verteidigungsfähig wird, dann droht bald wieder eine konsequente Wehrpflicht ab 18 Jahren.</p>
<p>Nun kann man natürlich auf die da oben schimpfen. Realistisch betrachtet sind die Probleme der Welt allerdings komplexer. Irgendwie muss die drittstärkste Wirtschaftsmacht der Welt auf die um sich greifenden Kriege schließlich reagieren. Ob mit Wehrpflicht oder mit Diplomatie. Egal, wie man es sieht: Über konkrete Lösungen zu diskutieren und Verständnis für alle Seiten aufzubringen, tut am Ende immer gut.</p>
<p>Doch trotz aller Diplomatie, aller Neutralität und aller politischen Mitte kann kein*e Demokrat*in behaupten, es gehe gerecht zu. Denn eine Gruppe wird in Deutschland in jedem Diskurs zum Opfer: Die Jugend. Und die darf nicht mal wählen.</p>
<p>Es ist einfach frustrierend. Immer wieder dürfen Jugendliche die Wahlentscheidung der Alten ausbaden. Kein 14-Jähriger hatte 2020 Mitspracherecht, als die Regierung die Schulen schloss und eine Ausgangssperre verhängte. Kein frisch gebackener 18-Jähriger hatte Mitspracherecht bei der Wehrpflicht. Kein*e Minderjährige*r kann die gleiche Verantwortung für die Gegenwart tragen, wie ein*e Erwachsene*r. Und trotz dieses sowieso schon ungerechten Machtverhältnisses schließt die Verfassung die Jugend vor Wahlen aus. Nicht mal 16-Jährigen gewährt der Staat ein Wahlrecht.</p>
<p>Und wenn ein Friedrich Merz am Anfang dieses Kommentars womöglich aufgeatmet hat, dann zu Unrecht: Kaum eine Partei wehrt sich gegen jugendliche Stimmen so sehr wie die CDU. Vielleicht, weil sie bei 18-24-Jährigen bei der letzten Bundestagswahl nur 13% erntete. SPD und Grüne waren beide schwächer und haben sich in der Vergangenheit vermehrt für eine Altersabsenkung eingesetzt. Im Koalitionsvertrag der CDU und SPD soll das Wahlrecht ab 16 dank der SPD zwar „geprüft werden“, eine Umsetzung ist allerdings nicht in Aussicht.</p>
<p>Dazu gäbe es ja die Möglichkeit, die Jugend auf irgendeine andere Art zu entlasten. Aber nein: Das Deutschlandticket wurde Anfang 2026 teurer, das ach so tolle Sondervermögen für Infrastruktur geht nur zu einem Bruchteil in Bildung und statt über einen Umgang mit sozialen Medien diskutieren alte weiße Männer bei Markus Lanz über ein Social Media Verbot für Minderjährige.</p>
<p>In einem Heute-Show Interview vor sieben Jahren sagte FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann zur Wehrpflicht spaßeshalber: „Also wenn nichts mehr reicht, dann kommen Frauen 60+!“ Auf den ersten Blick lustig. Auf den zweiten Blick offenbart es aber, wie fern es vielen Politiker*innen liegt, die Jugend ernst zu nehmen.</p>
<p>Wer gegen ein Wahlrecht ab 16 aufgrund mangelnder Kompetenzen argumentiert, dürfte noch nie in einem Altersheim gewesen sein. Eine politische Diskussion mit meinen Großeltern reicht mir jedenfalls, um deren Wahlkompetenz einschätzen zu können. Da könnte man auch einen Grundschüler an die Urne schicken.</p>
<p>Dieses Jahr wird meine kleine Schwester 18. Und auch, wenn sie aufgrund absurder Geschlechtskategorien von einer Wehrpflicht nicht betroffen wäre — welche Diskussionen führen wir hier eigentlich? — möchte ich nicht, dass sie einsam eine Flasche Pfefferminzlikör aus dem Fenster kotzt und beim ersten Mal wählen die Entscheidung zwischen Pest oder Cholera hat. Oder noch schlimmer: West- oder Ostfront.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Do men care?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/06/do-men-care/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anjuli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jun 2026 09:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Carearbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Cash & Care]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie viel Zeit investieren Männer tatsächlich in Care-Arbeit? Anjuli beleuchtet die Realität unbezahlter Arbeit und die Medienrepräsentation männlicher Vaterschaft anhand der TV-Serie Modern Family. Care-Arbeit betrifft uns alle. Spätestens mit dem Erwachsenwerden habe ich das verstanden. Vor allem mit dem Auszug aus dem Elternhaus wurde mir klar, wie viel Zeit pro Tag für Einkaufen, Haushalt]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Wie viel Zeit investieren Männer tatsächlich in Care-Arbeit? Anjuli beleuchtet die Realität unbezahlter Arbeit und die Medienrepräsentation männlicher Vaterschaft anhand der TV-Serie </strong><em data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="em"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Modern Family.</strong></em><span id="more-17534"></span></p>
<p>Care-Arbeit betrifft uns alle. Spätestens mit dem Erwachsenwerden habe ich das verstanden. Vor allem mit dem Auszug aus dem Elternhaus wurde mir klar, wie viel Zeit pro Tag für Einkaufen, Haushalt und derlei Unvermeidbares draufgeht. Alleine der Mental Load, der damit einhergeht, ist enorm. In der Debatte um Geschlechtergerechtigkeit spielt die Verteilung von unbezahlter Care-Arbeit eine zentrale Rolle. Während Frauen in Deutschland wöchentlich etwa 29 Stunden unbezahlte Arbeit für Haushalt und Familie aufwenden, leisten Männer nur ca. 20 Stunden. Visuelle Medien, wie das Fernsehen, haben solche Stereotype über Jahrzehnte gespiegelt. Die Kleinfamilie als Schauplatz ist zum Beispiel bei Sitcoms sehr beliebt. Oft sehen wir dort Mütter, die den Haushalt schmeißen und die Kinder verpflegen, und Väter, die als Alleinverdiener nur Zeit für die kleineren Aufgaben haben. So haben Medien dazu beigetragen, diese Strukturen zu normalisieren. Doch wie oft werden eigentlich Männer im Fernsehen beim Kindererziehen, Putzen und Einkaufen gezeigt?</p>
<p>Schon als <em>Modern Family</em> vor über 10 Jahren rauskam, habe ich die Serie sehr gerne geschaut. Es gab so viele lustig-quirlige Charaktere und chaotische Familiendynamiken, mit denen man sich endlich mal identifizieren konnte. Jetzt, so viele Jahre später, ist mir aufgefallen, wie besonders die männlichen Charaktere sind und wie sehr sie sich von anderen Sitcom-Protagonisten unterscheiden. Wenn Vaterschaft in Film und Fernsehen thematisiert wird, hat dies oft einen besonderen Ausnahme-Charakter. Männer in Care-Positionen werden gerne als Sonderfall oder Ergebnis tragischer Ereignisse gezeigt, aber so gut wie nie als natürlicher Zustand einer Paarbeziehung. Berühmte und erfolgreiche Produktionen, in denen nur Männer mit ihren Kindern zu sehen sind, Serien wie <em>Full House</em> oder <em>Two and a Half Men</em>, basieren auf Handlungen, in denen die Mutter entweder verstorben ist oder Paare geschieden sind und das Sorgerecht zwangsläufig geteilt wurde. Dann gibt es noch absurde Komödien, in denen Gruppen von Männern Babys finden und sich dann um diese kümmern (müssen). Solche Darstellungen exotisieren Vaterschaft und vermitteln das Gefühl, dass Väter nur Care-Arbeit leisten, wenn sie durch außergewöhnliche oder tragische Gründe dazu gezwungen werden.</p>
<p>Für die Uni habe ich vor kurzem, anhand der Serie <em>Modern Family</em>, untersucht, wie geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und männliche Care-Arbeit dort repräsentiert ist. Das ließ sich anhand zweier Konzepte veranschaulichen: Hegemoniale Männlichkeit und Caring Masculinities. Hegemoniale Männlichkeit ist ein soziales Konstrukt, das durch die Idealisierung eines bestimmten Männlichkeitsbildes Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern und zwischen verschiedenen Männlichkeitstypen stabilisiert. Diese Ideale sind unter anderem Heterosexualität, das Streben nach Macht und Kontrolle, emotionale Distanz und eine Abgrenzung von allem »Weiblichen«. Es ist das global dominierende Männlichkeitsideal. Da dies Männern und Frauen gleichermaßen sowohl psychisch als auch physisch schadet, ist die Entwicklung neuer, fürsorglicher Männlichkeitsformen ein wichtiger Schritt hin zu echter Geschlechtergerechtigkeit und besserer Lebensqualität. Das Konzept der Caring Masculinities dient als theoretischer Gegenentwurf zur hegemonialen Männlichkeit und definiert männliche Identität über die Ablehnung von Dominanz sowie die Annahme emotionaler und beziehungsorientierter Werte. Es basiert auf der dauerhaften Beteiligung an Care-Arbeit, einem breiten emotionalen Spektrum sowie dem Verzicht auf männliche Privilegien, um Geschlechtergleichheit zu erreichen.</p>
<p>Schon als <em>Modern Family</em> vor über 10 Jahren rauskam, habe ich die Serie sehr gerne geschaut. Es gab so viele lustig-quirlige Charaktere und chaotische Familiendynamiken, mit denen man sich endlich mal identifizieren konnte. Jetzt, so viele Jahre später, ist mir aufgefallen, wie besonders die männlichen Charaktere sind und wie sehr sie sich von anderen Sitcom-Protagonisten unterscheiden. In <em>Modern Family</em> wird das Format der Mockumentary (also eine Pseudo-Dokumentation) benutzt, um die Vielfalt männlicher Identitäten humorvoll zur Schau zu stellen. Die Familienväter in der Serie zeigen eine ganz andere Form von Männlichkeit und Vaterschaft, als man es sonst im Fernsehen gewohnt ist. So machen sie das Publikum auf die soziale Konstruktion von Männlichkeit aufmerksam. Einer der Väter, Phil Dunphy, bricht mit dem klassischen Sitcom-Muster des „incompetent dad“. Er wird als extrem fürsorglich und emotional präsent dargestellt. Obwohl er oft albern ist, übernimmt er in Krisenmomenten kompetent die Verantwortung für seine Kinder. Der Vater und Opa, Jay Pritchett (gespielt von Ed O’Neil, bekannt geworden als Al Bundy, Ikone und patriarchaler Loser der 90er-Sitcoms), verkörpert das klassische traditionelle Familienoberhaupt. Im Laufe der elf Staffeln vollbringt er jedoch eine bemerkenswerte emotionale Veränderung. Er zeigt zunehmend Zuneigung, eine verletzliche Seite und spricht offen über seine Ängste. Mitchell und Cam repräsentieren als homosexuelles Paar zwar einige Klischees, zeigen aber gleichzeitig, dass männliche Elternschaft und emotionale Care-Arbeit kein Widerspruch sind.</p>
<p>Die Serie schafft es, väterliche Kinderbetreuung und Hausarbeit nicht als komödiantisches Scheitern oder heroische Ausnahme zu inszenieren, sondern als wichtigen Bestandteil männlicher Identität. Durch Humor werden alte Rollenbilder entlarvt und für ein Massenpublikum lachhaft gemacht. Obwohl die Charaktere privilegiert und weiß sind und zur Mittelklasse gehören, ist <em>Modern Family</em> ein wichtiges Vorbild. Die Serie zeigt, dass Fürsorglichkeit und Männlichkeit sich nicht ausschließen. Sie trägt dazu bei, dass veraltete Ideale vielleicht nach und nach über Bord geworfen werden. Ich hoffe, dass wir in Zukunft sehr viel mehr Beispiele von Caring Masculinities in den Mainstream-Medien sehen. Denn <em>Modern Family</em> zeigt, dass sogar Comedy-Serien Themen mit emotionaler und sozialer Tragweite verhandeln können und uns dabei noch bestens unterhalten.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Unkraut vergeht nicht</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/06/unkraut-vergeht-nicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sven Hensel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2026 10:25:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Coming of Age]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
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					<description><![CDATA[In einer Welt, in der queere Geschichten oft ignoriert werden, erzählt uns ein kleiner Kaktus von seinem Kampf gegen die Erwartungen seiner Familie und Gesellschaft. Er wächst über seine Wurzeln hinaus und zeigt, dass selbst die Stacheln eines Kaktus Platz für Farbe und Vielfalt haben. Ich wollte schon immer mal darüber schreiben, wie es für]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true"><strong>In einer Welt, in der queere Geschichten oft ignoriert werden, erzählt uns ein kleiner Kaktus von seinem Kampf gegen die Erwartungen seiner Familie und Gesellschaft. Er wächst über seine Wurzeln hinaus und zeigt, dass selbst die Stacheln eines Kaktus Platz für Farbe und Vielfalt haben.</strong><span id="more-17524"></span></p>
<p>Ich wollte schon immer mal darüber schreiben, wie es für mich war, aufzuwachsen. Ich bin nicht der Einzige, dem eine solche Geschichte passiert ist, und auch wenn es für uns alle als queere Menschen tendenziell eher besser wird, passieren diese Geschichten auch so oder so ähnlich, noch immer heutzutage, und noch schlimmer.</p>
<p>Leider fiel es mir schon immer schwer, die Geschichte meines Lebens zusammenzufassen. Manche möchten nicht, dass ich über meine Erfahrungen erzähle, andere schämen sich, wieder andere sprechen mir meine Erfahrungen komplett ab. Deshalb möchte ich euch stattdessen ein Märchen erzählen, das natürlich überhaupt gar nichts mit mir zu tun hat, sondern darum geht, wie Pflanzen über ihre Ursprünge hinauswachsen.</p>
<p>Es war einmal ein kleiner Keimling, der nie selbst seine Wurzeln schlug. Man könnte stattdessen eher sagen, seine Wurzeln wurden geschlagen. Er hat sich nicht ausgesucht, wohin und wann er gepflanzt wurde, aber das tun wir alle nicht, außer wenn wir kleine Pusteblumensamen im Wind sind.</p>
<p>Er wurde ein kleiner Pflanzerich, der anders war als die meisten Pflanzen um ihn herum, denn statt schöner Blätter wuchsen ihm nur Stacheln aus dem Haupt: Ein kleiner Kaktus wurde geboren, hinein in eine Familie voller Veilchen. Die Vornamen seiner Familie kamen aus dem Land der Fjorde, der immergrünen Tannenbäume und den Permafrostböden – da war es irgendwo nachvollziehbar, dass die Atmosphäre hier leider eher eine kalte war.</p>
<p>Hier wurden Traditionen aufrechterhalten, so gab es zum Sonntagsessen immer den gleichen Sauerbraten, so wurde der Sauerteigstarter selbst gepflegt und gezüchtet, und so wurde auf die Flora, die anders war als die Veilchen, sauer hinunter geblickt und sie wurde gemieden.</p>
<p>Dem Kaktus wurde also schon vom Sprösslingsalter an klargemacht, er habe sich anzupassen. Er eckte an und stach andere Pflanzen, wo er sie eigentlich nur umarmen wollte. Schon im Kindergarten verstand er nicht, warum andere die Esel zu zählen begannen, wann auch immer sein Hosenstall offen war.</p>
<p>Als Scheidungssprössling hat er schon immer zwischen den Töpfen aus den 1€-Shops gesessen. Das Vaterveilchen schlug nicht nur seine Wurzeln, und auch nicht nur die Wurzeln des Mutterveilchens, also nahm sie ihre Wurzeln und zog weit weg.</p>
<p>Sein Liebväterchenveilchen nannte sein Mutterveilchen immer böses Unkraut, und es begann ein einseitiger Rosenkrieg, in der Hoffnung, dem Kaktus klarzumachen, dass nicht nur er als Vaterveilchen verlassen worden wäre, sondern wir alle im Stich gelassen wurden. Wären sie doch nur wenigstens Rosen gewesen, oder hätte man ihm nur gezeigt, dass Dornen auch in Ordnung sein können, dann hätte der kleine Kaktus sich mit seinen Stacheln weniger allein gefühlt.</p>
<p>So wuchs er also auf, zwischen den Saatgütern der Veilchen. Dem Kaktus selbst wurde durchaus oft ein Veilchen verpasst, denn über Gefühle reden Kakteen nicht. Kakteen müssen sich durch Gewalt zu helfen wissen, dafür sind sie schließlich gemacht: um mit ihren Stacheln zu verletzen.</p>
<p>In der Luft seines Aufwachsens duftete es nach den flüssigen Pflanzen-Nahrungsergänzungsmitteln des Blumenladens seiner Familie, wo er als heranwachsender Zögling auch arbeiten musste, um öfter und länger unter Beobachtung stehen zu können.</p>
<p>Die Privilegien der Freiheit wurden ihm entzogen, als er einmal zu oft dabei erwischt wurde, wie er anderen Kakteen ein bisschen zu lange hinterherblickte. Der kleine Kaktus konnte die Schönheit der Rosen durchaus sehen und verstehen, aber er fand sie nicht so schön wie Kakteen.</p>
<p>Dem Kaktus wurde eingebläut, er sei nicht richtig, wie er ist. Dem Kaktus wurde versucht einzureden, dass er sich das alles nur einbildet mit dem Kaktus-Dasein, denn eigentlich sei er natürlich ein normales Veilchen wie der Rest der Familie. Und überhaupt, wenn er so unbedingt ein Kaktus sein möchte, dann könne man ihm ja auch einfach direkt alle Nadeln, die er will, einzeln reinrammen, dann sieht er schon, wie toll das ist.</p>
<p>Als Kaktus könne man niemals Setzlinge züchten. Soll der Stammbaum bei dir enden? Als Kaktus wird man viel schneller alleine gelassen und unglücklich und sucht sich illegale Wege des Wachstums. Willst du auf die schiefe Wachstumsbahn geraten?</p>
<p>Als Kaktus kriegst du das Kaktus-Immunschwächesyndrom und stirbst, wenn ich dir nicht schon vorher deine Wurzeln ausgerissen habe. Also überleg einmal ganz genau, welchen Weg deine Wurzeln einschlagen. Diese Worte musste der kleine Kaktus immer wieder hören.</p>
<p>Der kleine Kaktus blieb kein kleiner Kaktus. Der Zwergkaktus wuchs und wuchs und wuchs, und eines Tages schnitt er sich selbst von den vergifteten Wurzeln seiner Abstammung frei. Und wenn er nicht verdorben ist, dann pflegt er sich noch heute.</p>
<p>Eigentlich wollte ich nicht schon immer mal darüber schreiben, wie es für mich war, aufzuwachsen, denn das Aufwachsen war für mich nichts Schönes, und dennoch etwas, was zu mir gehört, etwas, das mich ausmacht, etwas, das informiert, wieso ich heute so bin, wie ich bin: laut, bunt, radikal queer.</p>
<p>Mir und anderen ging es so, und wir können nichts dafür, wir sind nicht schuld an unseren Traumata. Wir müssen nicht dankbar dafür sein, dass sie uns widerfahren sind, wir müssen nur uns selber dankbar dafür sein, dass wir sie überlebt haben, dass wir über sie hinauswuchsen. Auch wenn man uns als Unkraut sieht, auch wenn man uns versucht zu stutzen, auch wenn man versucht, uns klein zu halten, und auch wenn man versucht, uns zu verbieten: Unkraut vergeht nicht, und selbst Kakteen können und dürfen und werden blühen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Philosophie oder Frauenfeindlichkeit?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/04/philosophie-oder-frauenfeindlichkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lino]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2026 11:22:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Misygonie]]></category>
		<category><![CDATA[Podcasts]]></category>
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					<description><![CDATA[Nicht jede provokante Aussage ist einfach nur eine Meinung. Wenn sexualisierte Gewalt als „normal“ relativiert wird, hört Philosophie auf und Frauenfeindlichkeit beginnt. Ein Text über die Frage, warum gefährliche Aussagen im Netz nicht nur diskutiert, sondern klar benannt werden müssen. Es geht für mich in diesem Text um eine Frage: Ist es Philosophie oder Frauenfeindlichkeit?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nicht jede provokante Aussage ist einfach nur eine Meinung. Wenn sexualisierte Gewalt als „normal“ relativiert wird, hört Philosophie auf und Frauenfeindlichkeit beginnt. Ein Text über die Frage, warum gefährliche Aussagen im Netz nicht nur diskutiert, sondern klar benannt werden müssen.</strong><br />
<strong><span id="more-17449"></span></strong></p>
<p>Es geht für mich in diesem Text um eine Frage: Ist es Philosophie oder Frauenfeindlichkeit?</p>
<p>Ich habe online gesehen, wie ein Podcaster die Aussage gemacht hat, dass es ja keine Vergewaltigung sei, wenn man sich auf dem damaligen Klischee beruft. Das heißt, wenn es einen „Jäger“ und eine Frau, welche zu Hause bleibt, in einer Familie gibt, ist es nicht verwerflich, sich als „Jäger“ zu verordnen. Er sagte, dass er der „Meinung“ sein kann, Frauen vergewaltigen zu können, wenn er es als „normal“ bezeichnen würde.</p>
<p>Meinung ist ein Teil der Philosophie. Du musst begründen, warum du dieser Meinung bist. Aber das ist nun mal außerhalb der ordentlichen Philosophie.</p>
<p>Zum einen ist es nach moralischen Werten nicht akzeptabel, zum anderen gibt es Regeln und Grundgesetze, dass man sich hier, in der heutigen Zeit, an bestimmte Regeln halten muss.</p>
<p>Das ist auch keine Unterdrückung seiner „Meinung“.</p>
<p>Ich habe mir nach diesem verstörenden Video von dem Podcaster etwas vorgestellt.</p>
<p>Man sitzt im Gerichtssaal und ist der Vergewaltigung beschuldigt. Der Podcaster würde dann ja wirklich aussagen, dass er es nicht schlimm findet, da er es für etwas Normales hält.</p>
<p>Der würde dann natürlich verurteilt werden. Aber dennoch finde ich es unfassbar, dass er so im Internet herumposaunt und sogar noch tausende Likes kassiert.</p>
<p>Ich finde, wir sollten uns alle mal fragen, ob wir diese Meinungen dulden oder nicht zumindest mal hinterfragen. Denn das ist wirklich nicht mehr normal. Und meine Meinung ist, dass es keine Philosophie mehr ist, und meine Meinung habe ich ja in den letzten Zeilen gründlich ausgeschrieben.</p>
<p>Außerdem verstehe ich nicht, wie man so denken kann.</p>
<p>Schüttet Liebe, kein Hass.</p>
<p>Denkt gesund, nicht krank.</p>
<p>Das war mein Beitrag für heute und ich kann sagen, dass es das nächste Mal positiver wird.</p>
<p>~Lino</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Toll – 2.600 Wochen dasselbe!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/04/toll-2-600-wochen-dasselbe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marv]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Apr 2026 12:03:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Cash & Care]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
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					<description><![CDATA[Aufstehen, arbeiten, funktionieren und dann wieder von vorne. In seinem neuen Text nimmt Marv den Alltag auseinander, bis klar wird: Es ist nicht nur Routine, es ist ein System, das erschöpft. Wie viel Leben bleibt übrig, wenn alles nur Arbeit ist? Und was passiert, wenn wir anfangen, auszubrechen? (1) Aufstehen – Wecker. Frühstück – lecker.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Aufstehen, arbeiten, funktionieren und dann wieder von vorne. In seinem neuen Text nimmt Marv den Alltag auseinander, bis klar wird: Es ist nicht nur Routine, es ist ein System, das erschöpft. Wie viel Leben bleibt übrig, wenn alles nur Arbeit ist? Und was passiert, wenn wir anfangen, auszubrechen?</strong><span id="more-17442"></span></p>
<p><strong>(1)</strong></p>
<p>Aufstehen – Wecker. Frühstück – lecker. Danach wie immer ins Badezimmer: ein Hoffnungsschimmer. Rein in die Klamotten, dem Tage wohlgesonnen. Frisch gestylt ein Muss, und dann los zum Bus. 8 Stunden Geld verdienen, oder mehr – ist doch nicht so schwer. Denn um 17 Uhr zum Glück geht es schon nach Haus zurück. Etwas Feines essen, die Familie und auch das Sozialleben nicht vergessen. Kurz am Handy das Neueste checken. Bemerken, wie gut die Antipasti heute schmecken, und um 22 Uhr nur noch einschlafen, endlich, friedlich.</p>
<p>Von vorne:</p>
<p>Aufstehen – Wecker! Frühstück – lecker! Danach wie immer ins Badezimmer: ein Hoffnungsschimmer. Rein in die Klamotten, dem Tage wohlgesonnen. Frisch gestylt ein Muss, und dann los zum Bus. 9 Stunden Geld verdienen, oder mehr – ist doch nicht so schwer. Denn um 18 Uhr zum Glück geht’s doch schon nach Haus zurück. Etwas Feines essen, die Familie und auch das Sozialleben nicht vergessen. Kurz am Handy das Neueste checken. Bemerken, wie gut die Chips heute schmecken, und um 22 Uhr nur noch einschlafen, endlich, friedlich.</p>
<p>Von vorne:</p>
<p>Aufstehen – Wecker! Frühstück – lecker! Danach wie immer ins Badezimmer: ein kleiner Hoffnungsschimmer. Rein in die Klamotten, dem Tage wohlgesonnen. Frisch gestylt ein Muss, und dann los zum Bus. 9 Stunden Geld verdienen, oder mehr – ist doch nicht so schwer. Denn um 18 Uhr zum Glück geht’s doch schon nach Haus zurück. Etwas Kleines essen, Familie und Sozialleben nicht vergessen! Kurz am Handy das Neueste checken. Bemerken, wie gut die Chips heute schmecken, und um 23 Uhr doch noch einschlafen, endlich, friedlich.</p>
<p>Von vorne!</p>
<p>Aufstehen – Wecker! Frühstück – lecker?! Danach ins Badezimmer: kein Hoffnungsschimmer. Rein in die Klamotten, dem Tage wohlgesonnen. Frisch gestylt – Muss! LOS! Zum Bus! 10 Stunden Geld verdienen, oder mehr – ist doch nicht so schwer. Denn um 19 Uhr zum Glück geht’s doch schon nach Haus zurück. Etwas Schnelles essen, Familie und Sozialleben vergessen. Kurz oder lang am Handy das Neueste checken. Runterschlucken, ohne zu schmecken, und um 24 Uhr doch nur noch einschlafen. Endlich. Friedlich … oder auch nicht.</p>
<p>Von vorne!</p>
<p>Aufstehen! Wecker! Frühstück FÄLLT AUS! Im Badezimmer: kein Hoffnungsschimmer. Rein in dieselben Klamotten, dem Wochenende wohlgesonnen. Kaum gestylt, Maske auf – MUSS. Los, zum Bus! 10 Stunden Geld verdienen, oder mehr – fällt so tonnenschwer. Denn erst um 19 Uhr zum Unglück geht’s nach Haus zurück. Nichts mehr da zum Essen. Die Familie und dein Sozialleben so gut wie vergessen. Zu lange das Handy checken, nichts mehr fühlen oder schmecken. Und um 24 Uhr doch nur noch einschlafen, endlich, friedlich. Nein, sicherlich nicht.</p>
<p>Ausatmen.</p>
<p>Endlich Wochenende – mal zwei. Doch der Kopf wird nicht auf Knopfdruck frei. Deine Partnerin fragt bereits panisch: „Alles okay bei dir?!“ Und du antwortest wie automatisch: „Joa, und bei dir?“, denn du weißt es selbst nicht mehr.</p>
<p><strong>(2)</strong></p>
<p>Zielstrebig, aber träge arbeitet die Säge an dem Wirtschafts-Ast, auf dem du dich gesetzt hast, mit dem Rücken zur Bürowand, das Smartphone in der Hand. Jede Woche dasselbe. Unsichtbare Erschöpfung. Unentschieden mit dir selbst; du bist nie so recht glücklich und eigentlich unzufrieden mit dem Alltag. Doch „es wird ja so von dir erwartet.“ – ein ewiger Kreislauf. Stetige Erwartung deiner Familie, dieselbige zu ernähren.</p>
<p>Ein Hamsterrad. Tödliches Kettenkarussell, denn deine Zeit verrinnt viel zu schnell. Woche für Woche, Jahr für Jahr. 50 Jahre sind 2.600 Wochen. Hast bislang deine Lebensmasterplanentscheidung nie getroffen. Einfach im Alltag verpasst. Die Arbeit sagt, es ist viel wichtiger, dass du stets weiter- und weiter- und weitermachst – mal 7. Darum arbeitest du in Frieden, kommst irgendwie so gerade eben über die Runden und natürlich hörst du niemals: „Danke für die ganzen unbezahlten Überstunden!“</p>
<p>Denn es geht schon weiter; von vorne, von vorne, von vorne, …</p>
<p>7 Tage sind 1 Woche.<br />
1 Woche mal 2.600.</p>
<p>Toll – 2.600 Wochen dasselbe!</p>
<p>Und dann wirst du verwundert ins Gras beißen, nur um zu begreifen, dass du im ganzen Kapitalismus völlig vergessen hast, das grüne Gras mal zu mähen. Mal das Schöne zu sehen. Mal das Leben zu leben.</p>
<p>Doch noch ist es nicht zu spät. Noch ist es nicht zu spät, etwas zu ändern!</p>
<p>Frag dich mal: 5-Tage-Woche – muss das sein? Arbeit geht von sich aus keine Kompromisse ein. Nein, die Arbeit macht freiwillig keine 4-Tage-Woche oder weniger. Darum ist es echt wichtig, dass du allein (du allein!) das Muster durchbrichst. Überlegst, wie du zufrieden und fair bezahlt lebst. Dass du dich nicht vergleichst.</p>
<p>Keine vorgefertigte Geschlechterrolle aus der Vergangenheit wird dich erfüllen! Sondern bitte fang an, auf dich und deine Intuition zu hören: Was sind deine Bedürfnisse? Was sind deine Ziele? Und wenn du das wieder weißt, dann leb dich aus.</p>
<p>Brich aus diesem unterbezahlten Alltag aus! Er ist ein verdammter Dämon. Er ernährt sich von deiner Routination, lange, lange Zeit schon. Daher wird es sich lohnen, die Routine zu durchbrechen – das kann ich dir versprechen. „Danke für die ganzen unbezahlten Überstunden!“, wird nämlich nicht auf deinem Grabstein stehen, nein.</p>
<p>Es ist an der Zeit, das Leben wieder in vollen Zügen zu schmecken, mit allen Sinnen. Mal wieder aufstehen ohne Wecker, Frühstück wirklich lecker. Um dann draußen, ohne Klamotten, wohlgesonnen und ungestylt, aber mit Sonnenlicht auf deinem Gesicht, fröhlich und nackt das grüne Gras zu mähen. Mal wieder das Schöne ganz bewusst zu sehen.</p>
<p>Alles wahrnehmen: Wärme, Freude, Leichtigkeit. Hoffnung, Zufriedenheit, Liebe und vor allem Selbstliebe. Mal wieder dein Leben selbstbestimmt und kreativ, und nicht nur im Konjunktiv, zu leben.</p>
<p>Darauf kommt es doch an.<br />
Oder nicht?</p>
<p><strong>(3)</strong></p>
<p>Von vorne.<br />
Von vorne, von vorne, von vorne, von vorne.</p>
<p>Nicht unendlich. Nicht unbesiegbar. Unbezahlbar.<br />
Du bist unbezahlbar! Vergiss das nicht.</p>
<p>Von vorne.<br />
Von vorne.</p>
<p>Zu Ende.<br />
Zu… frieden.</p>
<p>Bitte lebe in Frieden,</p>
<p>denn wir haben nur dieses eine Leben,<br />
und Geld ist nicht das Ziel.<br />
Auch der Weg zur Arbeit ist nicht das Ziel,<br />
sondern das Ziel ist selbstbestimmte Zufriedenheit.<br />
Immer.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ist Leistung gleich Wert?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/04/ist-leistung-gleich-wert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kreaty]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2026 09:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Cash & Care]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsdruck]]></category>
		<category><![CDATA[Wert]]></category>
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					<description><![CDATA[Leistung soll sich lohnen – aber für wen eigentlich?Zwischen Selbstständigkeit, Dauerstress und unsichtbarer Care-Arbeit stellt Kathy eine unbequeme Frage: Warum zählt nur, was Geld bringt? Und wer zahlt den Preis, wenn Fürsorge unsichtbar bleibt?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Leistung soll sich lohnen – aber für wen eigentlich?</strong><br data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="hardBreak" data-prosemirror-node-inline="true" /><strong>Zwischen Selbstständigkeit, Dauerstress und unsichtbarer Care-Arbeit stellt Kathy eine unbequeme Frage: Warum zählt nur, was Geld bringt? Und wer zahlt den Preis, wenn Fürsorge unsichtbar bleibt?</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gleichberechtigung beginnt im Geldbeutel</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/04/gleichberechtigung-beginnt-im-geldbeutel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Luisa Galli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2026 14:38:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Cash & Care]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
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					<description><![CDATA[Luisa zeigt, warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen mehr ist als nur Einkommen: Sie ist Freiheit, Schutz und die Möglichkeit, das eigene Leben selbst zu bestimmen. Wer über Geld verfügt und entscheidet selbstbestimmt. Und genau hier beginnt echte Gleichberechtigung. Seit ich vierzehn bin, arbeite ich. Zunächst waren es kleine Honorare für Moderationen, später Schichten als Kellnerin,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Luisa zeigt, warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen mehr ist als nur Einkommen: Sie ist Freiheit, Schutz und die Möglichkeit, das eigene Leben selbst zu bestimmen. Wer über Geld verfügt und entscheidet selbstbestimmt. Und genau hier beginnt echte Gleichberechtigung.</strong><span id="more-17411"></span></p>
<p data-ccp-border-bottom="0px none #000000" data-ccp-padding-bottom="0px" data-ccp-border-between="0px none #000000" data-ccp-padding-between="0px"><span data-contrast="none">Seit ich vierzehn bin, arbeite ich. Zunächst waren es kleine Honorare für Moderationen, später Schichten als Kellnerin, parallel zum Abitur und zur freien Arbeit in der politischen Bildung. Heute kann ich mich auf diesen Bereich konzentrieren. Was erst als pragmatische Notwendigkeit begann, wurde zu einer Erfahrung von Selbstwirksamkeit. Denn Arbeit war für mich nie nur Einkommensquelle, sondern ein Instrument der Freiheit.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;134245418&quot;:false,&quot;134245529&quot;:false,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335557856&quot;:4278190080,&quot;335559685&quot;:0,&quot;335559731&quot;:0,&quot;335559737&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:240,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p data-ccp-border-bottom="0px none #000000" data-ccp-padding-bottom="0px" data-ccp-border-between="0px none #000000" data-ccp-padding-between="0px"><span data-contrast="none">Für Frauen ist dieses Instrument historisch betrachtet jung. Bis 1977 durften verheiratete Frauen in Deutschland nur mit Zustimmung ihres Ehemannes erwerbstätig sein. Die Verfügung über ihre Arbeitskraft stand unter Vorbehalt, ein Zustand, der heute kaum vorstellbar ist. Die wirtschaftliche Eigenständigkeit von Frauen war zu der Zeit keineswegs eine Selbstverständlichkeit, sondern eine juristisch regulierte Ausnahme. Denn wer über das Einkommen entscheidet, entscheidet über Lebenswege. Schon Louise Otto-Peters, eine zentrale Figur der ersten Frauenbewegung in Deutschland, betonte, dass Frauen nur dann wirklich frei sein können, wenn sie finanziell auf eigenen Füßen stehen.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;134245418&quot;:false,&quot;134245529&quot;:false,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335557856&quot;:4278190080,&quot;335559685&quot;:0,&quot;335559731&quot;:0,&quot;335559737&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:240,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p data-ccp-border-bottom="0px none #000000" data-ccp-padding-bottom="0px" data-ccp-border-between="0px none #000000" data-ccp-padding-between="0px"><span data-contrast="none">Diese historische Perspektive verändert den Blick auf die Gegenwart. Wenn heute über Gleichberechtigung gesprochen wird, geschieht das häufig in kulturellen Kategorien wie Sichtbarkeit oder Sprache. Doch die materielle Dimension bleibt dabei oft außen vor, obwohl sie so zentral ist. Denn ohne ökonomische Eigenständigkeit bleibt Freiheit prekär. Diese historische Schieflage wirkt nach, auch wenn sich die Gesetzeslage verändert hat. Wer eigenes Einkommen hat, kann Beziehungen freier gestalten. Eine Frau kann bleiben, weil sie will, nicht weil sie muss. Diese Differenz ist existenziell.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;134245418&quot;:false,&quot;134245529&quot;:false,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335557856&quot;:4278190080,&quot;335559685&quot;:0,&quot;335559731&quot;:0,&quot;335559737&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:240,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p data-ccp-border-bottom="0px none #000000" data-ccp-padding-bottom="0px" data-ccp-border-between="0px none #000000" data-ccp-padding-between="0px"><span data-contrast="none">Natürlich ist nicht jede Erwerbsarbeit automatisch emanzipatorisch. Arbeitsverhältnisse können auch in Deutschland erschöpfen. Auch ich kenne Tage, an denen ich kaum geschlafen habe, weil ich bis in die Nacht gearbeitet habe und am nächsten Morgen wieder im Unterricht saß. Doch selbst in der Anstrengung lag eine existenzielle Erfahrung, da ich für mich selbst verantwortlich war. Ich finanzierte mein Leben durch Arbeit und diese Verantwortung veränderte wiederum mein Selbstbild. Es ist also kein Zufall, dass frühe Feministinnen der ersten Welle die wirtschaftliche Unabhängigkeit ins Zentrum stellten. Sie wussten, dass weibliche Freiheit ohne materielle Basis reine Symbolik war.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;134245418&quot;:false,&quot;134245529&quot;:false,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335557856&quot;:4278190080,&quot;335559685&quot;:0,&quot;335559731&quot;:0,&quot;335559737&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:240,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p data-ccp-border-bottom="0px none #000000" data-ccp-padding-bottom="0px" data-ccp-border-between="0px none #000000" data-ccp-padding-between="0px"><span data-contrast="none">Wenn wir also in diesen Tagen die Frage nach der Gleichberechtigung ins Zentrum stellen, sollten wir uns an alle Kämpferinnen mit ihren Botschaften vor uns erinnern. Daran, dass mögliche Abhängigkeiten, die aus Machtgefügen entstehen, selten romantisch sind. Wir sollten uns auch daran erinnern, dass in einer kapitalistischen Ordnung Geld ein Machtmedium ist. Das muss man nicht feiern, um es anzuerkennen. Solange jedoch wirtschaftliche Ressourcen über Handlungsspielräume entscheiden, bleibt die Frage nach finanzieller Unabhängigkeit zentral. Für Frauen bedeutet eigenes Einkommen nicht nur Konsumfähigkeit. Es bedeutet eben auch Schutz, Entscheidungsfreiheit und Würde.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;134245418&quot;:false,&quot;134245529&quot;:false,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335557856&quot;:4278190080,&quot;335559685&quot;:0,&quot;335559731&quot;:0,&quot;335559737&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:240,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p data-ccp-border-between="0px none #000000" data-ccp-padding-between="0px"><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;134245418&quot;:false,&quot;134245529&quot;:false,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335557856&quot;:4278190080,&quot;335559685&quot;:0,&quot;335559731&quot;:0,&quot;335559737&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Und sie nennen es GLEICHBERECHTIGUNG</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/03/und-sie-nennen-es-gleichberechtigung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nathan]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2026 12:27:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Cash & Care]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17402</guid>

					<description><![CDATA[Gleichberechtigung? Klingt gut.  Sieht aber oft anders aus. In seinem neuen Text schreibt Nathan über doppelte Standards, unsichtbare Hürden und die Frage, warum „gleich“ noch lange nicht gerecht ist. Auf dem Arbeitsmarkt ist ER gern gesehen, SIE jedoch nur gegen den ein oder anderen Ausschnitt. ER darf gerne bei den „wichtigen Leuten“ sitzen, SIE, da]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong data-renderer-mark="true">Gleichberechtigung? Klingt gut.  Sieht aber oft anders aus. </strong><strong data-renderer-mark="true">In seinem neuen Text schreibt Nathan über doppelte Standards, unsichtbare Hürden und die Frage, warum „gleich“ noch lange nicht gerecht ist.</strong><span id="more-17402"></span></p>
<p>Auf dem Arbeitsmarkt ist ER gern gesehen, SIE jedoch nur gegen den ein oder anderen Ausschnitt.</p>
<p>ER darf gerne bei den „wichtigen Leuten“ sitzen,<br />
SIE, da hinten in der Ecke ist noch eine Stelle frei.</p>
<p>ER ist fleißig, das sieht man doch,<br />
SIE soll sich mal mehr anstrengen.</p>
<p>ER macht alles richtig,<br />
nimm dir ein Beispiel an IHM.</p>
<p>Und SIE?</p>
<p>Nein, SIE ist kein Vorbild,<br />
bloß ein Lückenfüller für die schweren Tage.</p>
<p>ER hat viele Chancen auf dem Arbeitsmarkt,</p>
<p>SIE jedoch muss immer etwas besser sein als er.<br />
SIE muss immer ein Stück stärker sein,<br />
SIE muss immer für alles bereit sein.</p>
<p>ER muss das nicht,<br />
IHM steht die Welt offen,<br />
ER hat es immer ein Stück leichter.<br />
ER wird immer etwas besser bezahlt.</p>
<p>Wo ist da die Gerechtigkeit?</p>
<p>Heißt es nicht GLEICHBERECHTIGUNG?</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Täterschutz im Freundeskreis: Wie private Loyalität Gewalt unsichtbar macht</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/03/taeterschutz-im-freundeskreis-wie-private-loyalitaet-gewalt-unsichtbar-macht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lea-Michelle]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Mar 2026 10:37:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Sexuelle Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Täterschutz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17386</guid>

					<description><![CDATA[„So kenne ich ihn nicht.“ Das hören wir auch gerade wieder ziemlich oft, wenn es um aktuelle Vorwürfe sexueller Gewalt geht. Täterschutz beginnt oft im Freundeskreis und bevor Betroffenen gegalubt wird, berufen sich verstörend viele Männer immer wieder auf die Unschuldsvermutung. Wenn Vorwürfe von Gewalt öffentlich werden, richtet sich der Blick meist auf Institutionen: Vereine,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong data-renderer-mark="true">„So kenne ich ihn nicht.“ Das hören wir auch gerade wieder ziemlich oft, wenn es um aktuelle Vorwürfe sexueller Gewalt geht. Täterschutz beginnt oft im Freundeskreis und bevor Betroffenen gegalubt wird, berufen sich verstörend viele Männer immer wieder auf die Unschuldsvermutung.</strong><span id="more-17386"></span></p>
<p>Wenn Vorwürfe von Gewalt öffentlich werden, richtet sich der Blick meist auf Institutionen: Vereine, Unternehmen, Kirchen, Parteien. Strukturen lassen sich benennen, Verantwortliche identifizieren, Versäumnisse dokumentieren. Weniger beachtet wird ein anderer Ort, an dem über Glaubwürdigkeit, Loyalität und Konsequenzen entschieden wird: der private Freundeskreis.</p>
<p>Dort gibt es keine Pressekonferenz, kein Compliance-Verfahren, kein Protokoll. Nur Gespräche in Wohnzimmern, Nachrichten in Gruppenchats, Blicke, die ausweichen. Und doch entfaltet Täterschutz hier eine besondere Wirkung. Weil er nah ist. Weil er persönlich ist. Weil er nicht wie Schutz aussieht.</p>
<p>„Täterschutz“ meint nicht nur das bewusste Vertuschen von Gewalthandlungen. Er beginnt früher. Im Relativieren. Im Verschieben. Im Formulieren von Sätzen wie: „So kenne ich ihn nicht.“ Oder: „Da gehören immer zwei dazu.“ Oder: „Man sollte vorsichtig sein mit solchen Anschuldigungen.“</p>
<p>Häufig geschieht das nicht aus Kalkül, sondern aus einem Bedürfnis nach Stabilität. Freundeskreise sind fragile Ordnungen. Sie beruhen auf gemeinsam erlebter Zeit, geteilten Erinnerungen, gegenseitiger Bestätigung. Ein Gewaltvorwurf stört diese Ordnung. Er zwingt zur Positionierung. Und Positionierung birgt Verlust.</p>
<p><strong>Wenn das bekannte Gesicht nicht zum Vorwurf passt</strong></p>
<p>Psychologisch lässt sich dieses Abwehren mit kognitiver Dissonanz erklären: Das Bild vom vertrauten Menschen kollidiert mit dem Vorwurf, er habe Gewalt ausgeübt. Diese Spannung verlangt nach Auflösung.</p>
<p>Selten wird das eigene Bild korrigiert. Häufiger wird der Vorwurf angepasst. Er wird abgeschwächt, kontextualisiert, als Missverständnis eingeordnet. Die Frage verschiebt sich unmerklich: nicht mehr „Was ist geschehen?“, sondern „Kann ich mir das vorstellen?“</p>
<p>Gewalt erscheint in vielen Vorstellungen als etwas Radikales, Fremdes, als Ereignis am Rand der Gesellschaft. Taucht sie im eigenen Umfeld auf, bedroht sie das Selbstverständnis der Gruppe. Sie zwingt dazu, Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, die unbequem sind: dass man Warnsignale übersehen hat. Dass man schweigend danebenstand. Dass Nähe nicht vor Verantwortung schützt.</p>
<p>So entstehen Sätze, die moderat klingen, aber folgenreich sind: Man wolle „beide Seiten hören“. Man dürfe „nicht vorschnell urteilen“. Man kenne „nicht alle Details“.</p>
<p>Was wie Ausgewogenheit erscheint, verlagert die Beweislast oft auf die betroffene Person. Sie soll konsistent erzählen, ruhig bleiben, widerspruchsfrei erinnern. Jede Emotion wird bewertet, jede Lücke hinterfragt. Ihr Schmerz wird zum Gegenstand einer Prüfung.</p>
<p><strong>Gruppenloyalität vor Verantwortung</strong></p>
<p>Freundeskreise funktionieren über Loyalität. Sie erzeugen ein Gefühl von Zugehörigkeit. Wer sich klar gegen ein Mitglied positioniert, riskiert dieses Gefühl. Konflikte können Gruppen spalten, Freundschaften beenden, soziale Netzwerke destabilisieren.</p>
<p>Die einfachere Lösung besteht darin, den Konflikt zu individualisieren. Gewalt wird zur „toxischen Beziehung“, zur „schwierigen Dynamik“, zur Eskalation zweier Personen. Die strukturelle Dimension – Macht, Einschüchterung, Wiederholung – tritt in den Hintergrund.</p>
<p>Damit verschiebt sich auch die Wahrnehmung der Störung. Nicht das Gewalthandeln erscheint als Problem, sondern die Thematisierung. Die Person, die spricht, wird zurjenigen, die „alles kompliziert macht“.</p>
<p>Für Betroffene bedeutet das einen doppelten Verlust. Sie verlieren nicht nur die Person, die Gewalt ausgeübt hat, sondern häufig auch das soziale Umfeld, das ihnen vertraut war.</p>
<p>Einladungen werden seltener, Gespräche verstummen, der eigene Name fällt vorsichtiger. Manchmal geschieht es leise. Manchmal abrupt. In jedem Fall sendet es eine Botschaft: Deine Erfahrung gefährdet unsere Ordnung.</p>
<p><strong>Die Folgen: Isolation und Selbstzweifel</strong></p>
<p>Wie ein Umfeld auf Gewalt reagiert, beeinflusst maßgeblich ihre Verarbeitung. Soziale Unterstützung gilt als zentraler Schutzfaktor. Ernst genommen zu werden, Glauben zu finden, klare Grenzen gesetzt zu sehen – all das kann stabilisieren und Handlungsmacht zurückgeben.</p>
<p>Bleibt diese Unterstützung aus, entsteht oft das Gegenteil. Zweifel von außen werden zu Zweifeln im Inneren. War es wirklich Gewalt? Übertreibe ich? Habe ich etwas falsch verstanden?</p>
<p>Diese Selbstbefragung kann zermürbend sein. Sie verlängert das erlebte Machtgefälle. Fachlich wird in solchen Konstellationen von sekundärer Viktimisierung gesprochen: einer erneuten Verletzung durch das soziale Umfeld.</p>
<p>Besonders schmerzhaft ist dabei nicht nur der Inhalt, sondern die Quelle. Wenn Fremde zweifeln, ist das verletzend. Wenn Freundinnen und Freunde zögern, klar Stellung zu beziehen, erschüttert das das Grundvertrauen.</p>
<p><strong>Progressive Milieus und die Illusion der Immunität</strong></p>
<p>In Gruppen, die sich als politisch reflektiert verstehen, wird Gewalt im eigenen Umfeld häufig als Widerspruch zur eigenen Identität erlebt. Man ist sensibel, informiert, solidarisch – so das Selbstbild.</p>
<p>Vorwürfe stören diese Erzählung. Sie legen nahe, dass auch in aufgeklärten Räumen Machtmissbrauch möglich ist. Nicht selten wird daher stärker auf juristische Aspekte verwiesen: Es gebe kein Urteil, keine Anzeige, keine Beweise.</p>
<p>Doch soziale Verantwortung endet nicht an der Schwelle eines Gerichtssaals.</p>
<p><strong>Loyalität ist nicht neutral</strong></p>
<p>Loyalität gilt als Tugend. Sie signalisiert Verlässlichkeit. Doch sie ist nicht wertfrei. Sie kann Schutz bieten – oder Schaden verstärken.</p>
<p>Wenn Loyalität bedeutet, Vorwürfe systematisch zu relativieren oder Betroffene aus dem sozialen Raum zu drängen, wird sie zur stabilisierenden Kraft bestehender Machtverhältnisse.</p>
<p>Täterschutz geschieht selten laut. Er zeigt sich in verschobenen Prioritäten, in abwartenden Haltungen, im ausbleibenden Widerspruch.</p>
<p>Private Räume sind keine unpolitischen Räume. Sie sind die Orte, an denen sich entscheidet, welche Erfahrungen Sichtbarkeit erhalten – und welche verstummen.</p>
<p><strong>Ein anderer Blick auf Verantwortung</strong></p>
<p>Wer Vorwürfe von Gewalt im eigenen Freundeskreis relativiert, schützt nicht die Wahrheit. Er schützt eine Person. Und damit eine bestehende Ordnung.</p>
<p>Freundeskreise sind keine Gerichte. Aber sie sind Machtgefüge. Sie entscheiden, wer weiterhin selbstverständlich dazugehört, wer eingeladen wird und wessen Anwesenheit als unproblematisch gilt.</p>
<p>Wer sagt, er wolle „neutral bleiben“, verkennt, dass Neutralität in asymmetrischen Situationen selten neutral ist. Sie stabilisiert das Bestehende – und begünstigt denjenigen, der bereits über mehr sozialen Rückhalt verfügt.</p>
<p>Täterschutz beginnt nicht mit einem offenen Bekenntnis zur Gewalt. Er beginnt mit dem Impuls, sie kleiner zu machen, als sie ist.</p>
<p><strong>Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob eine Freundschaft unangetastet bleiben kann. Sondern: Was wiegt schwerer – der Erhalt eines vertrauten Gefüges oder die klare Absage an Gewalt?</strong></p>
<p>Wer diese Entscheidung vermeidet, hat sie bereits getroffen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sie nennen es Liebe, wir nennen es unbezahlte Arbeit</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/03/sie-nennen-es-liebe-wir-nennen-es-unbezahlte-arbeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Mar 2026 10:14:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Cash & Care]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Lohn]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17360</guid>

					<description><![CDATA[Pflegen, erziehen, kümmern – unverzichtbare Arbeit, aber schlecht bezahlt oder gar unsichtbar. Warum Care-Arbeit nicht nur ein Thema für Familien ist, sondern ein strukturelles Problem von Arbeitsmarkt, Geschlechterrollen und ökonomischer Abwertung beschriebt Romy in ihrem neuen Text. Erziehung, Haushalt, Kinderbetreuung – viele haben haushaltszentrierte Tätigkeiten im Kopf, wenn es um das Thema „Care-Arbeit“ geht. Wie]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Pflegen, erziehen, kümmern – unverzichtbare Arbeit, aber schlecht bezahlt oder gar unsichtbar.</strong><br />
<strong>Warum Care-Arbeit nicht nur ein Thema für Familien ist, sondern ein strukturelles Problem von Arbeitsmarkt, Geschlechterrollen und ökonomischer Abwertung beschriebt Romy in ihrem neuen Text.</strong><span id="more-17360"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">Erziehung, Haushalt, Kinderbetreuung – viele haben haushaltszentrierte Tätigkeiten im Kopf, wenn es um das Thema „Care-Arbeit“ geht. Wie der Begriff schon vermuten lässt, geht es in der Care-Arbeit zentral um das Sich-Kümmern und die Fürsorge um andere Menschen. Diese Leistungsanforderungen gehen aber weit über die Arbeit in Haus und Familie hinaus – um das gesamte Spektrum der Care-Arbeit erfassen zu können, muss der Blick auch auf die Ebene der Erwerbsarbeit, also der bezahlten Lohnarbeit, geworfen werden. Eine Ebene, die in dieser Thematik oft ignoriert wird.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ich werde in diesem Text keinen persönlichen oder privaten Blick auf die Aspekte rund um die Care-Arbeit richten. Vielmehr geht es um die soziologische Perspektive – und darum, inwiefern Care-Arbeit weit über die eigenen vier Wände hinausgeht.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p aria-level="3"><strong>Geschlechterrollen auf dem Arbeitsmarkt </strong></p>
<p><span data-contrast="auto">Geschlechterstereotypen ziehen sich durch jede gesellschaftliche Schicht und Struktur. Auch in der Erwerbstätigkeit sieht man: Es gibt eine Einteilung in „Männer- bzw. Frauenberufe“. In der Geschlechtersoziologie wird für diese Unterscheidung gerne der Begriff der „horizontalen Segregation“ verwendet. Als „Männerberufe“ zählen unter anderem Tätigkeiten im technischen und handwerklichen Bereich, während sich „Frauenberufe“ tendenziell rund um das Thema Pflege, Erziehung und Sorge drehen – Bereiche, die man so bereits aus der Care-Arbeit im Haushalt kennt.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Noch alarmierender als diese geschlechtsspezifische Aufteilung ist aber, dass sich diese Berufsspaten nicht auf Augenhöhe befinden. Sowohl aus finanzieller als auch aus prestigezentrierter Sicht wird deutlich: „Frauenberufe“ liegen weit hinten. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Die Aufstiegschancen sind geringer, die Löhne niedriger, das Ansehen gering. Sogar innerhalb von frauendominierten Berufsfeldern sind gravierende Unterschiede vorzufinden. Obwohl Frauen häufiger in diesen Berufen tätig sind, sind es meist Männer, die eine höhere Stellung genießen und sich in Führungspositionen befinden (in der Soziologie als „vertikale Segregation“ bezeichnet). </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p aria-level="3"><strong>Die ökonomische Abwertung von Care-Arbeit  </strong></p>
<p><span data-contrast="auto">Um erklären zu können, weshalb „Frauenberufe“ deutlich schlechter entlohnt werden als ihr Pendant, lohnt sich nun ein Blick auf die Care-Arbeit im eigenen Haushalt, für die in der Soziologie häufig der Begriff „Reproduktionssphäre“ verwendet wird.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Die Care-Arbeit der Erwerbsphäre und der Reproduktionssphäre sind nicht voneinander getrennt, sie beeinflussen sich gegenseitig und stehen in Wechselwirkung zueinander – die Abwertung unbezahlter Care-Arbeit setzt sich in der schlechten Bezahlung und Anerkennung von Care-Berufen fort, obwohl sie unter anderem dafür sorgt, dass Menschen überhaupt erwerbsfähig sind. Zu der sichtbar geringeren Bezahlung solcher Berufe gibt es verschiedene Erklärungsansätze.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Aus neoklassistischer Sicht der Volkswirtschaftslehre basiert diese Differenz auf der persönlichen Produktivität: Frauen übernehmen im privaten Bereich prinzipiell eher die Care-Arbeit, gehen in den Mutterschaftsurlaub und sind somit weniger erwerbstätig. Weniger Erwerbstätigkeit hat eine geringere Entlohnung zur Folge.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Allerdings sollte hier ein wichtiger Aspekt ergänzt werden: Weshalb übernehmen Frauen die Care-Arbeit? Warum leisten Frauen in Deutschland mehr als doppelt so viel Sorgearbeit wie Männer? Diese Frage lässt sich mithilfe der soziologischen Sicht auf die Gender-Pay-Gap ein Stück weiter beantworten. Hier wird davon ausgegangen, dass verschiedene Entlohnung nicht schlicht ein Ausdruck von ungleicher Produktivität sei, sondern von Diskriminierung: Frauenberufe sind gesellschaftlich deutlich weniger anerkannt, oft werden sie entwertet – eben, weil sie von Frauen ausgerichtet werden. Doch warum ist das so?</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p aria-level="3"><strong>Die „Natur“ der Frau – wie Care-Arbeit naturalisiert wird </strong></p>
<p><span data-contrast="auto">„Sie machen es aus Liebe“ – dieses Argument ist gerne eine Rechtfertigung für unbezahlte Care-Arbeit in der Reproduktionssphäre. Es läge in der „Natur der Frau“ sich um Kinder und Haushalt zu kümmern. Frauen seien dazu gemacht, Kümmerinnen und Fürsorgerinnen ihrer Familie zu sein. Ignoriert wird dabei, dass es biologisch gesehen kaum „typisch männlich“ oder „typisch weiblichen“ Eigenschaften gibt. Vielmehr sind weiblich- und männlich konnotierte Persönlichkeitsmerkmale das Ergebnis von Sozialisation, in dessen Prozess Frauen diese Fürsorge, Zärtlichkeit und der Fokus auf dem Kümmern um das Wohlbefinden anderer anerzogen wird. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Die Übernahme von Care-Arbeit ist also kaum natürlich, es ist das Produkt einer Gesellschaft mit patriarchalen Strukturen. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Das Ideal der „aus Liebe handelnden Frau und Mutter“ hört allerdings nicht an der Türschwelle auf. Vielmehr zieht sie sich bis in die Erwerbssphäre und könnte somit einen Einfluss auf die prinzipiell schlechtere Bezahlung von frauendominierten Berufen nehmen.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p aria-level="3"><strong>Liebe ist keine Lohnform </strong></p>
<p><span data-contrast="auto">Schon seit Jahrzehnten Kämpfen Frauen für eine faire Bezahlung der Care-Arbeit, die sie leisten müssen – sowohl im Haus als auch im Beruf. Und dennoch: Care-Arbeit wird gesamtgesellschaftlich immer noch häufig als eine reine Selbstverständlichkeit angesehen. Etwas, dass sich „für Frauen so gehört“. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Es ist ein Kampf, der vermutlich noch lange andauern wird. So lange, bis Care-Arbeit keine „Frauensache“ mehr ist. Denn hier geht es um etwas anderes als „natürliche Gegebenheiten“. „Sie nennen es Liebe. Wir nennen es unbezahlte Arbeit“ (Silvia Federici im Manifest „Wages Against Housework“, 1975).</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Das A in Alleinerziehende steht für Arbeit ohne Anerkennung</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/03/das-a-in-alleinerziehende-steht-fuer-arbeit-ohne-anerkennung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Laura]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Mar 2026 12:48:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Alleinerziehend]]></category>
		<category><![CDATA[Cash & Care]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Anlässlich des 8. März wirft Laura einen ehrlichen Blick auf die Herausforderungen alleinerziehender Mütter. Sie erzählt von ihrer eigenen Geschichte und ihrer Mutter, die trotz finanzieller und emotionaler Belastung stets für ihre Kinder da war. Teilzeit, Vollzeit, alleinerziehend – die unsichtbare Arbeit alleinerziehender Mütter. Vor knapp einer Woche ist Parshad Esmaeilis Buch „Papa weg, Mama]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Anlässlich des 8. März wirft Laura einen ehrlichen Blick auf die Herausforderungen alleinerziehender Mütter. Sie erzählt von ihrer eigenen Geschichte und ihrer Mutter, die trotz finanzieller und emotionaler Belastung stets für ihre Kinder da war. </strong><span id="more-17343"></span></p>
<p><strong>Teilzeit, Vollzeit, alleinerziehend – die unsichtbare Arbeit alleinerziehender Mütter.</strong></p>
<p>Vor knapp einer Woche ist <a href="https://www.droemer-knaur.de/buch/parshad-esmaeili-papa-weg-mama-muede-ich-laut-9783426569177?srsltid=AfmBOorPbkDK5WGTy_okFKIVB2oExjO48Z8jGeM7pWRVsR1iyXLz3G3P">Parshad Esmaeilis Buch „Papa weg, Mama müde, ich laut – Monolog einer Alleinerzogenen“</a> im Knaur Verlag erschienen und ich habe mich lang nicht mehr von einem Untertitel so gesehen gefühlt.<sup><a class="sdfootnoteanc" href="#sdfootnote1sym" name="sdfootnote1anc">1</a></sup></p>
<p>Meine Mama ist eine von 2,8 Millionen Alleinerziehenden in Deutschland. 2,3 Millionen von ihnen sind Frauen <a href="https://de.statista.com/themen/5182/alleinerziehende-in-deutschland/#topicOverview.">(Statista 2025).</a> Sie hat zwei Mädchen allein erzogen, während die zwei Erzeuger jeder auf seine Art mit Abwesenheit glänzten. Wenn sie doch da waren, hätte ich mir gewünscht, dass allein in Alleinerziehende nicht lähmende Einsamkeit und doppelter Work Load für Mama bedeutet, sondern: Ruhe von Streiten um Unterhalt, Hämmern an Türen und Telefonterror.</p>
<p>Als Kind habe ich &#8222;Die Wilden Hühner&#8220; und als Teenie &#8222;LOL&#8220; geliebt. Es war heilend, neben den typischen heteronormativen Mama-Papa-Kind(er)-Konstellationen geballte „Frauenpower“ zu sehen. Reclaiming the Power, sozusagen. In meinem Leben gibt es Mama, das Powerhouse, die arbeitet, tröstet, sich kümmert und macht, während die Väter stammeln, kritisieren und zusätzlich belasten.</p>
<p>Dabei ist das Leben nicht so glamourös wie Demi Moore und Miley Cyrus es in &#8222;LOL&#8220; haben: Statt Kaschmirpullis und Apple-Laptops sind die meisten alleinerziehenden Mütter mehrfach marginalisiert. Fast die Hälfte von ihnen hat finanzielle Probleme, ein Drittel lebt in Sozialwohnungen. Laut dem RKI wirken sich die finanzielle Benachteiligung und die psychische Belastung des Alleinerziehens negativ auf ihre Gesundheit aus: So sind alleinerziehende Mütter öfter chronisch krank, nehmen aber seltener Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch. Das potenziert sich bei migrantisierten Alleinerziehenden. Zudem sind sie in ihrer Erwerbstätigkeit eher altersarmutsgefährdet.</p>
<p>Dazu stemmen sie den Vollzeitjob der Alleinerziehenden neben mindestens einer Teilzeitstelle. Und dann ist da noch die Sache mit dem Unterhalt. Nur etwa die Hälfte der alleinerziehenden Mütter erhalten regelmäßig Unterhalt, und meist liegt dieser unter dem Mindestwert der Düsseldorfer Tabelle.</p>
<p>Die Autorin und Anwältin für Familienrecht Asha Hedayati schreibt in „Die stille Gewalt“: „Rechtsanwält*innen in Deutschland ist es erlaubt, Tipps und Tricks zu vermitteln, mit deren Hilfe man weniger oder gar keinen Kindesunterhalt zahlen muss, gleichzeitig werden Gynäkolog*innen kriminalisiert, wenn sie öffentlich über Schwangerschaftsabbrüche informieren“ (2023: 154).</p>
<p>Wenn unsere patriarchale Gesellschaft so unbedingt will, dass Frauen ungewollt schwanger bleiben, wie wär’s dann mal damit, die Leben der Kinder und Mütter zu schützen, die es schon gibt, statt sie weiter zu diskriminieren? Zudem framen sogenannte Väterrechtler (explizit nicht gegendert lol) den Unterhalt als gnädige Bonuszahlung der Väter an die Mütter.</p>
<p>Als würden sie sich davon Wellness gönnen (was auch mal absolut fair wäre, by the way), statt basale Grundbedürfnisse wie Miete, Kleidung, Essen und Medikamente für die Kinder im Alleingang abzudecken. Viele Mütter müssen die Zahlungsverweigerung dieses literally gesetzlich verbindlichen Bare Minimus hinnehmen. Geldgeile Schlampe hallt es von den Wänden der Gerichtssäle. Und: du wirst schon noch sehen.</p>
<p>Oft bedeuten Konfrontationen mit gewalttätigen Ex-Partnern, die keinen Unterhalt zahlen wollen, ein hohes Sicherheitsrisiko für Mütter und ihre Kinder. Oder Gerichtsverhandlungen von angeblich objektiven Richtern gefährden Existenzen.</p>
<p>Wie solche, in denen die Väter, die sich ansonsten nicht um ihr Kind kümmern, die Frauen betrügen und bedrohen, ein „So jetzt machen wir es endlich mal anders rum!“ als Richterspruch durch Krokodilstränen erzielen. Und dann einen Teil der Rentenanwartschaften bekommen. Dabei geht es nie um das Kindeswohl, sondern ums Gewinnen gegen die Frau, die in diesem System sowieso nur verliert.</p>
<p>Unsere beiden Erzeuger haben mittlerweile Eigenheime gebaut, während Mama in einer Mietwohnung sitzt, deren Miete alle drei Jahre erhöht wird. Und das ist kein Einzelfall, sondern hat System.</p>
<p>Neben dieser prekären Lage von Alleinerziehenden folgt dazu noch das public shaming. Die Beleidigung Rabenmutter fällt statistisch häufiger als Rabenvater. Die Kinder kriegen abgepackte Schokobrötchen von Aldi mit in die Schule? Rabenmutter. Die beiden waren noch nie beim Zahnarzt? Rabenmutter. Du warst nicht beim Elternabend, weil der immer schon um 18 Uhr anfängt und du nicht früher Feierabend hast? Rabenmutter.</p>
<p>Aber: Er hat dich noch nie in den Arm genommen und gesagt, dass er stolz ist? Väter halt, denen muss man auch mal ihren Freiraum gönnen. Ich kann mich kaum daran erinnern, wie meine Mama sich mal etwas gönnt, etwas feiert – während unsere Geburtstagstische mit selbstgebackenem Kuchen und sorgfältig verpackten Geschenken geschmückt sind.</p>
<p>Auch das ist unsichtbare Arbeit, Spätschicht und Frühschicht, während die Erzeuger anrufen, etwas schicken oder in so vielen anderen Konstellationen solche Momente nutzen, um zu manipulieren, wie Parshad in ihrem Buch schmerzlich berichtet.</p>
<p>Und ähnlich wie sie, erinnere ich meine Mama vor allem arbeitend: Mamas Hände kochen, waschen Wäsche, spülen Geschirr, kleben Pflaster, schrubben, wischen, saugen, putzen, tragen, legen zusammen, zählen Geld, sparen, haben immer etwas zwischen Ballen und Finger, liegen selten lang ausgestreckt.</p>
<p>Mamas Hände sind weich trotz all der Härte, sind weich an meiner Wange, in meiner Handinnenfläche: beim Impfen, wenn sie mir die salzigen Tränen wegwischt. Mamas Hände sind weich, wenn sie mir den Hörer aus der Hand nehmen und sich um mich legen, wenn mein Erzeuger am Telefon Dinge sagt, die kleine Mädchenherzen auf immer zerbrechen.</p>
<p>Und trotzdem steht unterm Strich: Arbeit auf Teilzeit. Als würde Mama nicht 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche für uns da sein. Dabei sind Mamas Hände auch so viel weg. Wenn wir krank waren, war es nur selten ihre weiche Hand, die unseren glühenden Stirnen Abkühlung verschaffen konnte.</p>
<p>Viel eher ließ sie uns schweren Herzens und mit Sorge in den Augen auf dem blauen Sofa meiner Oma &amp; Opa zurück, die uns Zwieback und Salzstangen brachten. Meine Großeltern waren es auch, die in der ersten Reihe saßen, als ich mein Abiturzeugnis überreicht bekam – mit Auszeichnung.</p>
<p>Anders als ich hat meine Mama kein Abitur, konnte nicht studieren. Sie musste schnell arbeiten gehen, Geld verdienen. Dass ich dieses Papier nun in der Hand halte, ist bittersüß. Denn statt gemeinsam mit mir feiern zu können, ist Mama weit weg, ihr Chef hat ihr nicht freigegeben.</p>
<p>Dabei verdanke ich ihr all das. In einem Gedicht schrieb ich mal:</p>
<blockquote><p><strong>Dank dir muss ich nicht dieselben Gewichte heben, Dank dir muss ich nicht dieselbe Geschichte erleben.</strong></p></blockquote>
<p>Diese Chancen, die ich mit diesem Stück Papier in der Hand halte, habe ich nur, weil meine Mama die schweren Türen mit aller Kraft aufgeschoben hat, Stück für Stück, während sie ihr noch verschlossen blieben.</p>
<p>Nie musste ich neben der Schule arbeiten; ich hatte offiziell die wunderschönste, vollste Kindheit, die man sich nur vorstellen kann. Dank Mama und wie sie jedes Kapitel dieser Kindheit mit Liebe gestaltet hat.</p>
<p>Als Parshad in ihrem Buch beschreibt, wie oft ihre Mutter ihr Dankbarkeit predigt, da nicke ich heftig. So oft flüstert Mama uns ins Ohr: „Ihr seid mein größtes Glück“. So oft hat sie uns gesagt, wie dankbar wir sein können: für unsere Wohnung, unsere Gesundheit, für uns.</p>
<p>Es ist bezeichnend, dass wir gesamtgesellschaftlich Home Office so schnell als Arbeit anerkennen und belohnen, während häusliche, physische und emotionale Care-Arbeit, die meist von Mütterhänden übernommen wird, unsichtbar ist.</p>
<p>Unsichtbar gemacht wird. Als würden Mütter nichts aufgeben, wenn sie alles von sich geben. Ihr Mutterleben lang gibt meine Mama alles für uns (auf): einen Platz für sich allein, als sie auf der Matratze im Wohnzimmer schläft, damit wir Kinderzimmer haben.</p>
<p>Selbstfürsorge, wenn sie innerhalb weniger Sekunden duscht, um ein Säugling und eine Dreijährige nicht lange allein zu lassen. In weniger als einem Jahrzehnt werde ich so alt sein, wie Mama als sie alleinerziehend mit zwei Töchtern unterschiedlicher Männer war, die beide auf ihre Art Steine im Weg, statt Felsen in der Brandung waren.</p>
<p>Je mehr ich Frau werde, desto mehr sehe ich die Frau in meiner Mutter. Ich denke an Momente auf dunklen Parkplätzen, wie meine Schwester und ich herumalbern und Mama uns hetzt, an den Händen nimmt, schnellen Schrittes mit klackernden Absätzen.</p>
<p>Wie ich Ärger bekomme, weil ich die Tür nicht richtig abgeschlossen habe, während Mama unten im Keller Wäsche aufhängt. Was für ein Kraftakt es gewesen sein muss, uns diese Geborgenheit zu vermitteln, diese Sicherheit, wenn man sich selbst nicht in Sicherheit wähnt.</p>
<p>Eine Frau, die die Telefonnummer der lokalen Polizei in den Flur hängt, obwohl sie wusste, dass auch da den Männern nicht zu trauen ist. Aber immerhin besser als nichts, sieben Mal vier Zentimeter eine Illusion von Sicherheit aus Pappe.</p>
<p>Was ein mamagemachtes Privileg, dass ich damals noch an das Pixibuch-Narrativ von „Ich habe eine Freundin, die ist Polizistin“ glauben durfte und in der Polizei den Freund und Helfer sah.</p>
<p>Heute kann meine Mama Dinge tun, die für andere selbstverständlich sind: mal alleine in den Urlaub fahren, sich ein ganzes Wochenende lang entspannen oder ein neues Hobby beginnen. Und das, weil sie in Teilzeit arbeitet.</p>
<p>Eine Mutter, die mehr als zwei Jahrzehnte lang rund um die Uhr rotiert hat, weil patriarchale Machtverhältnisse sie in eine Doppelrolle gezwungen haben. Während Väter immer noch einmal Eis an der Ostsee essen gehen, „ohne Mütze, weil ist nicht so kalt“ und damit den Dad of the Year Award gewinnen.</p>
<p>Während Mama sich zwei Wochen lang um die Mittelohrentzündung danach kümmert. Eine Frau, die seit sie 18 ist, arbeitet und arbeitet, Steuern zahlt, Geld verdient und sich abackert für einen Staat, der ihre Arbeit immer noch unsichtbar macht.</p>
<p>Und dabei ist es so wichtig, dieses Narrativ der sich selbst aufopfernden Mutter endlich zu durchbrechen: Alleinerziehende Mütter sind nicht nur so bewundernswert, unter der Bedingung, dass sie all das leisten.</p>
<p>Sondern ihnen sollte, wie es für Männer oft so selbstverständlich ist, ihr Menschsein zugestanden werden. Als der Wirtschaftsflügel der CDU im Januar 2026 dafür plädiert, Rechte auf Teilzeitarbeit einzuschränken, ist alles, was ich denken kann: What the actual fuck.</p>
<p>Während Merz 12.000 Euro Steuergelder in den ersten drei Monaten Amtszeit für seine „Frisur“ ausgibt, haben Dreiviertel aller alleinerziehenden Mütter im Schnitt weniger als 2.000 Euro netto im Monat zur Verfügung.</p>
<p>Und obwohl Pflege von Kindern oder Angehörigen wohl weiter (mal schauen, wie lange noch) für die CDU das Recht auf Teilhabe sichern, wünsche ich Merz ein alternatives Leben als alleinerziehende Mutter. Damit er das mal spürt, das mal trägt, diese Last und nicht anfängt, Elterngeld immer weiter zu konditionieren.</p>
<p>I mean: Wenn alle Alleinerziehenden von heute auf morgen ihre Arbeiten (Plural!) niederlegen würden, will ich mal sehen, wie dieses Land weiter funktionieren soll.</p>
<p>Statt also weiter auf Müttern herumzutreten, die mit ihrer Erwerbs- und Sorgearbeit das Fundament unserer Gesellschaft sind, wie wäre es, ihre Sorgearbeit endlich mal als Arbeit anzuerkennen? Wir brauchen armutsfeste Kindergrundsicherung, keinen begrenzten staatlichen Unterhaltsvorschuss und verlässliche Infrastrukturen, die Alleinerziehende entlasten, sowie mehr Anlaufstellen, um sich gegen die Einsamkeit zu vernetzen.</p>
<p>Und vor allem: Anerkennung. Daher möchte ich diesen Text schließen mit Worten aus einem Poetry Slam vor ein paar Jahren:</p>
<blockquote><p>Ich hab’s nicht ganz gerafft, als ich klein war und ich sag’s auch seit ich größer bin, viel zu selten: aber an alle Alleinerziehenden da draußen und vor allem an Mama: ihr seid wahre Heldinnen.</p></blockquote>
<p><a class="sdfootnotesym" href="#sdfootnote1anc" name="sdfootnote1sym">1</a> Dabei ist mir wichtig, darauf hinzuweisen, dass wir in vieler Hinsicht als Alleinerziehende und Alleinerzogene auch privilegiert waren: cis, weiß und abled mit deutscher Staatsbürgerschaft und Familie im selben Land.</p>
<blockquote>
<blockquote>
<div>
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</div>
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<ul>
<li><a href="https://www.instagram.com/food8family/">@food8family</a></li>
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</ul>
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<ul>
<li><a href="https://www.instagram.com/parshad/">@parshad</a></li>
</ul>
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</blockquote>
</blockquote>
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			</item>
		<item>
		<title>Hör auf zu jammern &#8211; Warum Leistungsideologie feministisch bekämpft werden muss</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/02/hoer-auf-zu-jammern-warum-leistungsideologie-feministisch-bekaempft-werden-muss/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Feb 2026 09:58:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Cash & Care]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17329</guid>

					<description><![CDATA[Leistungsideologie verkauft strukturelle Ungleichheit als persönliches Versagen und trifft Frauen*, Care-Arbeitende und prekär Beschäftigte besonders hart. Während Politik von „zu wenig Arbeit“ redet, bleiben oft emotionale Arbeit und Mindestlohnrealität unsichtbar. „Hör auf zu jammern“ ist einer dieser Sätze, die so harmlos klingen, bis man merkt, dass sie ein ganzes System absichern. Ich höre diesen Satz]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Leistungsideologie verkauft strukturelle Ungleichheit als persönliches Versagen und trifft Frauen*, Care-Arbeitende und prekär Beschäftigte besonders hart. Während Politik von „zu wenig Arbeit“ redet, bleiben oft emotionale Arbeit und Mindestlohnrealität unsichtbar.</strong><br />
<span id="more-17329"></span></p>
<p>„Hör auf zu jammern“ ist einer dieser Sätze, die so harmlos klingen, bis man merkt, dass sie ein ganzes System absichern. Ich höre diesen Satz von meinen Großeltern, in Kommentarspalten und auch aus der Politik. Meine Generation und „die Jugend“ (wer soll das sein?), meckert zu viel und ist zu faul. Früher haben das doch auch alle geschafft und da konnte man sich nicht leisten, so erschöpft zu sein. Denn wer erschöpft ist, hat sich nicht genug angestrengt.</p>
<p>Dieses Leistungsnarrativ ist tief verankert – und es trifft nicht alle gleich.</p>
<p><strong>Die Rückkehr des Leistungsmythos</strong></p>
<p>Aktuell wird diese Logik wieder laut reproduziert. Friedrich Merz spricht von zu hohen Krankenständen, stellt das Recht auf Teilzeitarbeit infrage und inszeniert Arbeitsunfähigkeit als individuelles Problem mangelnder Disziplin. Die Botschaft ist klar: Deutschland arbeitet zu wenig, ist zu bequem geworden.</p>
<p>Strukturelle Faktoren fehlen im Diskurs. Dass Frauen, Teilzeitkräfte und Care-Arbeit in Statistiken anders auftauchen als klassische Vollzeitarbeit, wird in vereinfachten Leistungsnarrativen ausgeblendet. Mehr Stunden bedeuten nicht automatisch mehr Wohlstand oder mehr Gerechtigkeit – und vor allem nicht mehr Produktivität. Deutschland schafft mit vergleichsweise wenigen Stunden im internationalen Vergleich eine hohe Wertschöpfung. Gleichzeitig ist die Lohn-, Wachstums- und Wohlstandsentwicklung in Relation zur Inflation eher schwach.</p>
<p>Dieses Spannungsfeld zwischen Arbeitszeit, Produktivität und Lebensrealität wird im simplen Satz „Wir arbeiten zu wenig“ systematisch ausgeblendet. Was dabei konsequent ignoriert wird, ist auch die Frage, wer krank ist – und warum.</p>
<p><strong>Der männliche Maßstab</strong></p>
<p>Unser Gesundheitssystem ist historisch auf den männlichen Körper ausgelegt. Symptome, Krankheitsverläufe, Medikamente, Belastungsgrenzen – vieles basiert auf einem Körper, der keine Menstruation kennt, keine hormonellen Zyklen durchläuft, nicht schwanger wird. Selbst die Zahnpasta ist auf den pH-Wert des männlichen Mundes eingestellt.</p>
<p>Frauen* haben im Durchschnitt rund 13 Wochen im Jahr ihre Periode. Das ist keine Krankheit, aber es ist auch kein neutraler Zustand. Schmerzen, Erschöpfung, Migräne, Endometriose – all das taucht in Arbeitszeitmodellen, Produktivitätskennzahlen und politischen Debatten kaum auf. Demgegenüber stehen statistisch etwa drei Wochen Krankheit pro Jahr. Trotzdem wird so getan, als sei jede Form von Erschöpfung persönliches Versagen.</p>
<p><strong>Neoliberaler Feminismus und Selbstoptimierung</strong></p>
<p>Gleichzeitig wird Leistung längst nicht mehr nur im klassischen Sinne gemessen. Wir definieren uns über Produktivität, über Sichtbarkeit, über Output. Selbst im Feminismus sind wir nicht frei von dieser Logik. Neoliberaler Self-Branding-Feminismus verkauft Gleichberechtigung als Lifestyle-Entscheidung: ein Instagram-Post, eine Brand Identity, ein „Empowerment“-Mantra.</p>
<p>Feministisch sein wird etwas, das man machen kann – oder eben nicht. Strukturelle Kritik wird ersetzt durch individuelle Selbstoptimierung. Wer scheitert, hat sich offenbar nicht gut genug vermarktet oder es nicht verstanden.</p>
<p><strong>Unsichtbare Arbeit</strong></p>
<p>Was dabei unter den Tisch fällt, ist Arbeit, die sich nicht zählen lässt. Care-Arbeit im klassischen Sinne – Haushalt, Kinder, Pflege – ja. Aber auch emotionale Arbeit: zuhören, erklären, aushalten, übersetzen. Immer wieder männlichen* Lebensrealitäten erklären, warum Sexismus kein Missverständnis ist, warum bestimmte Witze verletzen, auch wenn man sie nicht „böse meint“.</p>
<p>Diese Bildungsarbeit ist kostenlos, unsichtbar und emotional teuer. Und sie bringt uns in ein permanentes Dilemma: Ich will diese Arbeit nicht leisten müssen – aber ich will auch verstanden werden. Und irgendwo sitzt immer dieser Gedanke: Wenn ich es ihm* nicht erkläre, woher soll er* es dann wissen?</p>
<p><strong>Mindestlohn und Realität</strong></p>
<p>Der Arbeitsmarkt tut sein Übriges. Ich arbeite aktuell im Buchhandel zum Mindestlohn. Ich bin erschöpft. Meine Chefin sagt, ich müsse mehr geben – dann könne man vielleicht über mehr Stunden reden. Sie ist selbst Chefin und verdient ebenfalls nur Mindestlohn. In der gleichen Buchhandlung arbeiten ausgebildete Buchhändlerinnen* für 20 Stunden, ebenfalls zum Mindestlohn. Gleichzeitig wundert man sich, warum sich niemand bewirbt. Als wäre das ein Rätsel und kein strukturelles Problem.</p>
<p><strong>Wir wollen leben, nicht nur funktionieren</strong></p>
<p>Das Leistungsversprechen, mit dem viele von uns aufgewachsen sind – streng dich an, beschwer dich nicht, dann wirst du belohnt – funktioniert nicht mehr. Oder vielleicht hat es das nie getan, aber jetzt wird es sichtbar. Viele von uns sind desillusioniert. Wir wollen leben, nicht nur funktionieren. Zeit haben, Freude, ein Leben neben der Arbeit.</p>
<p>Selbst wenn das weniger Geld bedeutet – wobei „weniger“ oft ohnehin kaum genug ist. Für mich und viele andere ist ein Leben mehr wert als die ganze Zeit nur arbeiten, vor allem wenn sich diese nicht lohnt. Diese Haltung wird belächelt, als mangelnder Ehrgeiz abgetan. Selten wird verstanden, dass Produktivität heute allgegenwärtig und unumgänglich ist.</p>
<p><strong>Dauererreichbarkeit</strong></p>
<p>Unsere Smartphones sind dafür das beste Beispiel. Sie versprechen Freiheit, Vernetzung, Selbstbestimmung – und sind gleichzeitig ständige Arbeitsgeräte. Erreichbarkeit wird vorausgesetzt, Grenzen verschwimmen, Abschalten wird zur persönlichen Verantwortung. Wer nicht antwortet, gilt als unprofessionell. Wer müde ist, als unmotiviert.</p>
<p><strong>Nach oben treten</strong></p>
<p>Leistungsideologie ist kein neutrales Konzept. Sie ist geschlechtlich, klassistisch und zutiefst kapitalistisch. Feminismus, der sich ernst nimmt, muss sie angreifen. Nicht, indem wir noch produktiver werden, noch resilienter, noch besser organisiert. Sondern indem wir fragen:</p>
<ul>
<li>Wer kann sich Leistung leisten?</li>
<li>Wessen Arbeit wird gesehen – und wessen Erschöpfung wird ignoriert?</li>
<li>Warum gilt Jammern als Problem, wenn es oft nur ein Hinweis darauf ist, dass etwas grundlegend schiefläuft?</li>
</ul>
<p>Es war noch nie unten gegen unten.<br />
Es war immer unten gegen oben.<br />
Vielleicht sollten wir endlich wieder anfangen, nach oben zu treten.</p>
<hr />
<p><strong>Literatur:</strong><br />
Evteeva, Maria, und Lucrecia Burges. <em>Internalized Misogyny: The Patriarchy Inside Our Heads.</em> Bd. 14, 2024.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ziad &#038; Nico &#8211; Körper in der Literatur</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/02/ziad-nico-koerper-in-der-literatur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CarMiA]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Feb 2026 11:35:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns über ein neues Video von Ziad und Nico. In ihrer gewohnten Art analysieren sie literarische Texte und nehmen dabei Bezug auf die Bedeutung von Körpern.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns über ein neues Video von Ziad und Nico. In ihrer gewohnten Art analysieren sie literarische Texte und nehmen dabei Bezug auf die Bedeutung von Körpern.</strong><span id="more-17322"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bis unter die Haut &#8211; Körper, Identität und der Sound von “2F4C3”</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/02/bis-unter-die-haut-koerper-identitaet-und-der-sound-von-2f4c3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[David Novell]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2026 09:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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					<description><![CDATA[2F4C3 entstand vor über zwei Jahren. Der Song war fertig &#8211; David war es noch nicht. Im aktuellen Beitrag auf Mein Testgelände schreibt David über Körper, Sichtbarkeit und das Gefühl, nie ganz „fertig“ zu sein. Ich bin David Novell aus Leipzig und arbeite in meiner Musik mit Einflüssen aus Hip Hop, experimentellem Pop und Medienkunst.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>2F4C3 entstand vor über zwei Jahren. Der Song war fertig &#8211; David war es noch nicht.</strong><br />
<strong>Im aktuellen Beitrag auf Mein Testgelände schreibt David über Körper, Sichtbarkeit und das Gefühl, nie ganz „fertig“ zu sein.</strong><span id="more-17317"></span></p>
<p>Ich bin David Novell aus Leipzig und arbeite in meiner Musik mit Einflüssen aus Hip Hop, experimentellem Pop und Medienkunst. Mein Song “2F4C3” bewegt sich zwischen Rap und New Wave und dreht sich um Fragen, die mir wortwörtlich unter die Haut gehen: Warum wollen wir eine Welt akzeptieren, in der es nicht allen gut geht? Warum tragen wir Masken, unter denen wir uns selbst nicht mehr erkennen? Und wie viele Gesichter darf ein Körper haben?</p>
<p>Körper sind nicht einfach privat. Sie sind zwar per Definition persönlicher Raum, aber eben auch Projektionsfläche und politisches Territorium. Körper sind für mich kein neutraler Ort: sie sind Ausdruck und Grenze, Bühne und Zielscheibe zugleich. In “2F4C3” frage ich, wie sich Schmerz, Ohnmacht und gesellschaftlicher Druck in meinem Körper ablagern. Im Pre-Chorus wiederhole ich:<br />
<i>„Es geht bis unter meine Haut / Wohin mit all dem Pain / Es ist so vertraut und trotzdem kann ich’s nicht versteh’n“</i></p>
<p>Dieser Widerspruch &#8211; zu spüren, zu durchschauen, aber nicht wirklich zu begreifen &#8211; beschreibt ziemlich genau, wie sich mein Körper im gesellschaftlichen Kontext anfühlt: die Spannung zwischen meinem eigenen Empfinden und der Sicht von außen. Als nicht-binäre Person merke ich, wie daraus oft etwas anderes wird &#8211; eine Zuschreibung, eine Kategorie, ein Kampf um Lesbarkeit.</p>
<p>„2F4C3“ ist schon länger fertig, aber ich arbeite oft ohne feste Strukturen oder Budgets, die einem Song automatisch Sichtbarkeit verschaffen. Gleichzeitig entsteht meine Musik nie im luftleeren Raum: der Track wurde gemeinsam mit dem Produzenten Akela1 entwickelt, der meine Arbeit seit Jahren unterstützt. Mit Menschen, die künstlerische Verwirklichung priorisieren, suche ich immer wieder nach Wegen, Dinge möglich zu machen. Manchmal entstehen daraus neue Ideen, manchmal auch nur Erschöpfung. Diese körperliche Grenze &#8211; das Gefühl, nicht hinterherzukommen, sich zu verausgaben &#8211; gehört für mich genauso zu Kunst wie der Moment, in dem etwas gelingt.</p>
<p>Ich habe bereits Ideen für Visuals, Release-Reels oder vielleicht auch ein Musikvideo, aber gerade sortiere ich mich künstlerisch neu und überlege, wie ich meine Musik in Zukunft veröffentlichen möchte. Oft geht es dabei nicht nur um äußere Strukturen, sondern auch um meinen eigenen Anspruch. Perfektion ist etwas, das mich in meiner künstlerischen Arbeit bis heute begleitet. Ich überdenke, verändere, verwerfe &#8211; zum Einen aus künstlerischem Spieltrieb, aber auch aus Angst, dass etwas noch nicht gut genug ist. Dieses Gefühl schreibt sich direkt in den Körper ein: in Anspannung, Haltung, Stimme. Und manchmal frage ich mich, “für wen” ich eigentlich all das perfektioniere, wenn das Ergebnis am Ende vielleicht nur als Zahl in einer Playlist landet. Zwischen dem künstlerischen Erforschen, dem Anspruch, alles richtig zu machen und der Realität, auf Gelegenheiten hinzuarbeiten, die vielleicht nie kommen, entsteht manchmal ein seltsamer Stillstand. Ich möchte noch mehr lernen, das Unfertige nicht als Makel, sondern als Teil meiner Arbeit zu sehen.</p>
<p>Dieser Gedanke hält auch den Song in Bewegung bzw. anschlussfähig für neue Formen, Begegnungen und Menschen, die meine Musik visuell weiterdenken wollen. “2F4C3” ist für mich ein offenes Experiment, eine erste Maske, die ich abnehme, um zu sehen, was darunter weiterarbeitet.</p>
<p>Dabei war “2F4C3” nie wirklich „unveröffentlicht“. Der Song war schon Teil mehrerer Live-Shows und einer Ausstellung an der Abendakademie der HGB Leipzig, bei der ich eine Skulptur und ein Videoobjekt dazu gezeigt habe. Für mich war das auch eine Form der Veröffentlichung: Menschen sind dem Song begegnet, nur eben nicht über einen Stream, sondern im physischen Raum. Musik darf und sollte meiner Meinung nach auch wieder stärker außerhalb digitaler Plattformen existieren. Deshalb teile ich hier zunächst nur einen Ausschnitt &#8211; ein kleiner Einblick in einen Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist.</p>
<p>Vielleicht ist aber auch das Teil des Themas: dass sich Identität, Körper und Ausdruck nie ganz „fertig“ anfühlen.</p>
<p>Meine eigene Gender-Identität ist für mich nicht nur dann gültig, wenn ich perfekt gestylt, geschminkt oder „queer-couture-ready“ auf der Straße erscheine. Ich bin auch dann non-binär, wenn ich mit Dreitagebart in einem ausgewaschenen Pullover auf meiner Couch sitze. Trotzdem spüre ich, wie viel Erwartung von außen in meinen Körper geschrieben wird &#8211; sei es durch Medienbilder, gesellschaftliche Normen oder auch durch queere Szenen selbst, die oft unbewusst neue Schönheitsmaßstäbe oder selektive Lesbarkeiten setzen. Im Spannungsverhältnis treibt mich selbst immer wieder die Frage um: Wie viel habe ich von meiner Gender-Identität überhaupt „explored“ &#8211; und wie viel davon ist sichtbar?</p>
<p>Mit meinem Körper verhandle ich Lust, Scham, Ausdruck, aber auch Grenzen. Ich bewege mich in einem Geflecht aus Blicken und Erwartungen, das viele Körper betrifft &#8211; besonders jene, die nicht “der Norm” entsprechen. Der Begriff “Norm” ist für mich persönlich besonders aufgeladen, da äußere Zuschreibungen mir oft eine Norm andichten, durch die ich zum Einen profitiere, aber unter welcher ich zum anderen auch leide. Solidarität bedeutet für mich auch, diese Verbindungen sichtbar zu machen und sich im Rahmen der eigenen Möglichkeiten für Körper einzusetzen, die nicht “der Norm” entsprechen. Körper sind nie neutral. Sie werden ständig kontrolliert, bewertet, reguliert &#8211; durch Politik, durch Sprache, durch Kultur. Und genau deswegen will ich meine Musik nutzen, um Räume für andere Körperbilder und Selbstwahrnehmungen zu öffnen.</p>
<p>“2F4C3” ist ein Song über den Schmerz, aber auch über den Wunsch nach einer anderen Art, miteinander zu leben &#8211; mit Körpern, die nicht genormt sind, sondern vielfältig und widersprüchlich, trotzdem oder gerade deswegen solidarisch.<br />
In seiner Energie bleibt der Song zugleich eine Warnung: eine Erinnerung daran, dass Fortschritt oft mit denselben Gesichtern spricht, die Wunden hinterlassen haben. Ich weiß, dass ich selbst Teil dieser Strukturen bin &#8211; privilegiert, verstrickt, nicht frei von dem System, das ich kritisiere. Aber genau deshalb will der Song nicht versöhnen, sondern an die Verantwortung erinnern, die in unseren Körpern mitschwingt, wenn wir von Gerechtigkeit sprechen.</p>
<p>Der komplette Song ist Teil einer fortlaufenden Erzählung, welche laufend aktualisiert wird &#8211; vielleicht mit einer Fortsetzung dieses Textes, die noch körperlicher und näher an dem sein wird, was unter der Maske liegt.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Eine haarige Angelegenheit</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/02/eine-haarige-angelegenheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Laura]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Feb 2026 09:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbehaarung]]></category>
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					<description><![CDATA[Warum gilt Körperbehaarung bei Frauen noch immer als Tabu? In unserem heutigen Video spricht Laura über den gesellschaftlichen Druck, sich Beine, Achseln und Intimbereich zu rasieren und darüber, wie tief diese Erwartungen in Dating, Werbung und Alltagsbildern verankert sind.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Warum gilt Körperbehaarung bei Frauen noch immer als Tabu?</strong><br />
<strong>In unserem heutigen Video spricht Laura über den gesellschaftlichen Druck, sich Beine, Achseln und Intimbereich zu rasieren und darüber, wie tief diese Erwartungen in Dating, Werbung und Alltagsbildern verankert sind.</strong><span id="more-17301"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zwischen Stoff und Stimme</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/01/zwischen-stoff-und-stimme/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Luisa Galli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jan 2026 09:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Kleidung]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Stimme]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit 15 leitet Luisa ihre ersten Sitzungen und merkt schnell: Bevor Frauen gehört werden, werden sie gesehen. Ein Text über Kleidung, Macht und warum Sichtbarkeit in der Politik nie neutral ist. Ich erinnere mich noch gut an die ersten politischen Sitzungen, die ich leitete als Vorsitzende. Doch die prägendste musste wohl im Sommer 2023 gewesen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit 15 leitet Luisa ihre ersten Sitzungen und merkt schnell: Bevor Frauen gehört werden, werden sie gesehen. Ein Text über Kleidung, Macht und warum Sichtbarkeit in der Politik nie neutral ist.<span id="more-17272"></span></strong></p>
<p>Ich erinnere mich noch gut an die ersten politischen Sitzungen, die ich leitete als Vorsitzende. Doch die prägendste musste wohl im Sommer 2023 gewesen sein. Fünfzehn Jahre alt war ich an diesem Nachmittag und hatte vorher alles vorbereitet. Ich trug dabei eine knallpinke Hose, ein bauchfreies Top, Wimperntusche. Für mich war das kein großes Statement, sondern einfach ich. Doch das sahen viele anders. Als nach und nach die ersten Gäste den Raum betraten, war das Erste, was im Raum ankam, nicht mein Wort, sondern mein Körper. Manche lächelten irritiert, andere schauten weg. Und ich fragte mich einfach nur: but why?</p>
<p>An diesem Abend verstand ich jedoch etwas, das mich bis heute begleitet und schmerzt. Nämlich, dass Kleidung für Frauen in der Politik nie nur Kleidung ist, sondern Projektionsfläche für alle anderen. An dieser Stelle könnte man mir entgegenhalten, dass dies bei allen Menschen geschieht. Und ich würde sogar sagen: yes! Alle Menschen werden gesehen, bevor sie gehört werden, aber bei Frauen ist dieses Sehen nie neutral. Ihre Kompetenz bleibt an ihren Körper gebunden. Und dieses Muster ist kein Zufall, sondern ein historisches Erbe.</p>
<p>Über Jahrhunderte galt die öffentliche Rede als männliches Privileg. Schon der Philosoph Aristoteles schrieb: „Frauen haben zwar das Vermögen zur Überlegung (bouleutikon), aber ohne Autorität (akyros).“ Der männliche Körper stand seit der Antike für Vernunft, der weibliche für Irrationalität. Auch in der Aufklärung wurde diese Geschlechtergrenze nur selten infrage gestellt. Der französische Philosoph Rousseau betonte in seiner Pädagogik, dass Frauen lernen sollten, Männern zu gefallen und sich ihnen unterzuordnen.</p>
<p>Dieses Muster zog sich über Jahrhunderte, bis ein Umdenken stattfand. Doch auch nach 1949 passten sich viele Politikerinnen in Deutschland den vorherrschenden männlichen Normen an, um akzeptierter zu werden. Zwar setzte Elisabeth Selbert als eine der vier Mütter des Grundgesetzes mit dem Gleichberechtigungsgebot einen entscheidenden Meilenstein, doch das gesellschaftliche Rollenverständnis blieb träge. Viele Politikerinnen jener Zeit orientierten sich bewusst an männlichen Konventionen, um ernst genommen zu werden. Die große Frage war: Anpassung mit Ohnmacht oder Selbstbestimmung mit Konsequenzen.</p>
<p>Ich für mich habe irgendwann aufgehört, diesen Widerspruch zu bekämpfen. Stattdessen versuche ich, ihn zu nutzen. Wenn ich heute zu einer Sitzung gehe, teile ich mein Outfit auf Instagram, weil es Teil meiner Sprache ist. Ich mag meine Adidas-Joggi, ich mag jede Kollegin, die selbstbestimmt durch das Rathaus zieht, und ich mag, wenn wir unsere Subjekthaftigkeit ausleben.</p>
<p>Für mich bedeutet ein gleichberechtigter Blick auf Politik nicht nur, dieselben Ämter zu besetzen, sondern sich darin auch zeigen zu dürfen, wie frau möchte.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ziad über Männlichkeit und Selbstreflexion</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/12/ziad-ueber-maennlichkeit-und-selbstreflexion/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Dec 2025 09:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstreflexion]]></category>
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					<description><![CDATA[In unserem neuen Video auf Durch die Blume spricht Ziad über gesellschaftliche Strukturen, die ihm als Mann oft unbewusst Privilegien verschafft haben. Er beschreibt dabei die Momente, die dazu geführt haben sein eigenes Verhalten zu hinterfragen, sich in Workshops zu kritischer Männlichkeit zu engagieren und welchen Anspruch er an sich als Mann hat.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>In unserem neuen Video auf Durch die Blume spricht Ziad über gesellschaftliche Strukturen, die ihm als Mann oft unbewusst Privilegien verschafft haben. Er beschreibt dabei die Momente, die dazu geführt haben sein eigenes Verhalten zu hinterfragen, sich in Workshops zu kritischer Männlichkeit zu engagieren und welchen Anspruch er an sich als Mann hat.</strong><span id="more-17259"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Abtreibung als Menschenrecht – Her body her choice!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/12/abtreibung-als-menschenrecht-her-body-her-choice/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Dec 2025 09:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Abtreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>
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					<description><![CDATA[Selbstbestimmung über den eigenen Körper ist unverhandelbar. Und zwar unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Lebensentwurf. In ihrem neuen Text macht Sara deutlich, wie eng reproduktive Rechte mit ökonomischer Sicherheit, Care-Arbeit und patriarchalen Machtverhältnissen verknüpft sind. „Es gibt ein Frauenrecht und das ist kein Männerrecht. Das ist das Recht auf Abtreibung. Und es ist eine Unverschämtheit,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Selbstbestimmung über den eigenen Körper ist unverhandelbar. Und zwar unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Lebensentwurf. In ihrem neuen Text macht Sara deutlich, wie eng reproduktive Rechte mit ökonomischer Sicherheit, Care-Arbeit und patriarchalen Machtverhältnissen verknüpft sind.</strong><span id="more-17254"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">„Es gibt ein Frauenrecht und das ist kein Männerrecht. Das ist das Recht auf Abtreibung. Und es ist eine Unverschämtheit, dass bei allen Kundgebungen dagegen so viele Männer rumturnen. Die können sich die Situation einer ungewollten Schwangerschaft gar nicht vorstellen, deshalb müssen sie ausnahmsweise mal die Klappe halten.“</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Diese Worte habe ich letztens in einem Video von Gregor Gysi zum Wahlkampf der Linken in diesem Jahr gesehen – und damit ist eigentlich schon alles gesagt. Ergänzend lässt sich hinzufügen, dass natürlich auch alle anderen Geschlechter, die gebären können, dieses Recht auf Abtreibung haben sollten.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ich würde sagen, dass ich mich überwiegend in privilegierten Umfeldern aufhalte – meist studierte, weiße Menschen, die Zugang zu Bildung, sexueller Aufklärung, finanziellen Mitteln haben und damit als Cis-Frauen so frei in ihrem Denken und Handeln sind, wie man es als (überwiegend weiße) Cis-Frau in dieser Gesellschaft sein kann. Ihre Beziehungen sind überwiegend gleichberechtigt, und auch deren Partner übernehmen Aufgaben im Haushalt und schaffen zumindest das bare Minimum als Mann.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Auch mit diesen Frauen spreche ich über Themen wie Kinderkriegen, Abtreibung etc. Und es ist ziemlich eindeutig: Selbst in der Mittelschicht, die gesellschaftlich einigermaßen gut aufgestellt ist, sind Kinder ein riesiger Kostenpunkt. Abgesehen von Krippen- und Kitaplätzen, die mittlerweile sündhaft teuer sind, Schulmaterialien, Kindergeburtstagen in der Trampolinhalle und Klassenfahrten, kommen natürlich auch Verdienstausfälle durch Teilzeitarbeit hinzu.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Als Frau gibt es zwangsläufig einen Zeitraum, in dem es enorme Verdienstausfälle gibt, während gleichzeitig die Care-Arbeit und die Kosten steigen. Es gibt immer noch viele Frauen, die trotz ihres Bildungsstands und all dem, was sie sich im Beruf erarbeitet haben, dennoch zu Hause bleiben – weil die gesellschaftlichen Verhältnisse auch im Jahr 2025 ein klares Frauen- und Männerbild vorgeben, sobald ein Baby da ist.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Welche prekäre Lage für Frauen entstehen kann, wenn sie in diesem Umfang vom Alleinverdiener abhängig werden, hat viele Facetten. Die hohe Belastung durch unbezahlte Care-Arbeit ist dabei nicht der einzige Punkt – auch Lücken im Lebenslauf, die einen späteren Wiedereinstieg erschweren, oder Lücken in der Altersvorsorge, die in Zeiten der Rentenunsicherheit fatal sein können, spielen eine große Rolle.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Parallel dazu ist es vor allem bei Frauen ohne höheren Bildungsabschluss oder abgeschlossene Ausbildung/Studium oft fast unmöglich, den Partner bei Gewalttätigkeit zu verlassen. Emotionale Abhängigkeit ist ein Faktor, der es Gewaltopfern sehr erschwert, Hilfe zu suchen und die Beziehung zu beenden – finanzielle Abhängigkeit ist ein weiterer. Wenn in dieser Ausgangslage noch ein Kind dazukommt, das man vielleicht nie bekommen wollte, wird es umso schwerer, sich ohne große finanzielle Mittel ein gutes Leben für sich und das Kind aufzubauen.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Dementsprechend ist Teilzeitarbeit oder gar nicht zu arbeiten ein enormes Risiko für Frauen. Gleichzeitig ist auf Social Media der Trad Wife-Trend groß, und das Alleinverdiener-/Hausfrauenmodell wird romantisiert – was an dieser Stelle völlig unangebracht ist.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Letzten Endes ist es völlig egal, in welcher Lebenssituation sich eine Frau befindet – egal, wie ihre finanziellen Mittel, ihre Herkunft, ihr Bildungsstand etc. sind: Es ist und bleibt unverhandelbar, dass jede Frau ein Recht auf ihren eigenen Körper hat und selbst entscheiden darf, was mit diesem Körper passiert – und was sie möchte und nicht möchte.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Geburten bergen Risiken – neben den oben genannten auch physischen Verletzungen oder sogar den Tod. Dass diese Entscheidung jede Frau selbst treffen darf und muss, sollte im Jahr 2025 selbstverständlich sein.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">In diesem Sinne: My body, my choice!</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Körperliche Selbstbestimmung und Schwangerschaftsabbrüche</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/12/koerperliche-selbstbestimmung-und-schwangerschaftsabbrueche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Dec 2025 16:01:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17250</guid>

					<description><![CDATA[In diesem Video spricht Romy über Selbstbestimmung und warum die weiblicher Körper weiterhin zentrales Element feministischer Bewegungen ist.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In diesem Video spricht Romy über Selbstbestimmung und warum die weiblicher Körper weiterhin zentrales Element feministischer Bewegungen ist.</strong><span id="more-17250"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Körper im Widerstand</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/12/koerper-im-widerstand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carlotta]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Dec 2025 09:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17239</guid>

					<description><![CDATA[Unsere Körper sollen privat sein und sind doch gesellschaftlichem Druck, herrschende Machtstrukturen und, im schlimmsten Fall, Gewalt ausgesetzt. Carlotta beschreibt anhand drei feministischer Protestbewegungen, wie körperlicher Protest Machtverhältnisse herausfordert und Sichtbarkeit schafft. Von Kindheit an wird uns beigebracht, dass unser Körper etwas ganz Persönliches ist. Er gehört nur uns und deshalb sollten auch nur wir]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Körper sollen privat sein und sind doch gesellschaftlichem Druck, herrschende Machtstrukturen und, im schlimmsten Fall, Gewalt ausgesetzt. Carlotta beschreibt anhand d<span data-contrast="auto">rei feministischer Protestbewegungen</span>, wie körperlicher Protest Machtverhältnisse herausfordert und Sichtbarkeit schafft. </strong><span id="more-17239"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">Von Kindheit an wird uns beigebracht, dass unser Körper etwas ganz Persönliches ist. Er gehört nur uns und deshalb sollten auch nur wir darüber entscheiden können. Wie wir damit umgehen und wer damit in Kontakt kommt, sollte ganz uns überlassen sein. Leider ist dies ein Ideal, welches in unserer Gesellschaft nicht für alle eine Realität ist. Viel zu häufig bekommt man mit, wie Menschen aufgrund des „Andersseins“ ihrer Körper nicht respektiert, diskriminiert oder – im schlimmsten Fall – sogar misshandelt werden. Wie der Körper doch nur ein Objekt darstellt, ein Spielzeug derer, die in der gesellschaftlichen Hierarchie ganz oben stehen. </span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Was mich immer fasziniert hat ist, wie Menschen ihre Körper einsetzen, um eben gegen diese Machtstrukturen anzukämpfen. In welcher Weise sie ihren Körper als Widerstand gegen die Missstände, die sie unterdrücken, einsetzen. Spätestens seit den „Klimaklebern“ sollten viele schon mal davon gehört haben. Das waren diese unverschämten Klimaaktivist*innen, die sich aus Protest gegen unzureichende Klimapolitik mit ihrem Körper – meist durch Festkleben auf Straßen oder Objekten – physisch an den öffentlichen Raum binden, um Aufmerksamkeit und politischen Druck zu erzeugen. Der Albtraum der städtischen SUV Fahrer*innen und vorstädtischen Pendler*innen. </span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Diesen Einsatz von Körpern als Protest gibt es nicht nur in der Klimapolitik, auch feministische Bewegungen setzten bewusst ihre Körper ein, um Aufmerksamkeit oder politisches Umdenken zu erwirken. In der heutigen Zeit wird der weibliche* Körper ständig politisiert, es ist quasi unmöglich als Frau* frei über seinen Körper selbstbestimmen zu können. Dass Abtreibung in Deutschland zwar straffrei aber faktisch immer noch illegal ist, ist nur eines der Beispiele für diesen Zustand. Umso mehr ist es wichtig, diese Zustände zu beleuchten und zu kritisieren und der Einsatz von Körpern schafft dies besonders gut. Je größer die Aufmerksamkeit, desto größer der politische Druck, richtig?</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Drei feministische Protestbewegungen der letzten Jahre haben mich in ihrer Art den Körper im Zuge des Protests zu inszenieren, besonders beeindruckt: FEMEN, Ni Una Menos und die Free Bleeding Bewegung. Die ein oder andere dieser Bewegungen hat medial schon einige Aufmerksamkeit erhalten, trotzdem möchte ich sie im Zuge ihrer Sichtbarkeit hier kurz vorstellen. </span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto"><a href="https://femen.org/about-us/">FEMEN</a> ist eine internationale Protestbewegung mit Ursprung in der Ukraine. Im Zuge des Protests gegen die patriarchale Unterdrückung, Objektifizierung und Ausbeutung weiblicher* Körper treten die Aktivist*innen oberkörperfrei, mit auf ihre Brust geschriebenen politischen Slogans und Blumenkranz auf dem Kopf auf. Ihr selbstbenannter „Sextremismus“ richtet sich gegen Sexismus, religiöse Unterdrückung und autoritäre Politik und ihre provokanten Aktionen erzeugen </span><span data-contrast="auto">hohe mediale Aufmerksamkeit</span><span data-contrast="auto"> für feministische Themen. Der weibliche Körper wird als </span><span data-contrast="auto">politisches Werkzeug</span><span data-contrast="auto"> genutzt, leider ist dies nicht immer politisch sensibel oder inklusiv. Oft wird die Organisation für ihre fehlende Sensibilität für unterschiedliche feministische Kontexte (z.B. queere, nicht-binäre oder nicht-europäische/weiß-feministische Ansätze) kritisiert. </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Eine weitere Bewegung, die den weiblichen* Körper und seine Eigenschaften sichtbar macht, ist die <a href="https://helloclue.com/articles/culture/whats-all-fuss-about-free-bleeding-why-does-it-matter">Free Bleeding-Bewegung</a>. Aus Protest gegen die Tabuisierung der Menstruation lassen Frauen ihre Periode frei fließen, ohne jegliche Art von Menstruationsprodukten. Einen Höhepunkt dieser Bewegung stellte die amerikanische Musikproduzentin und Schlagzeugerin Kiran Gandhi dar, als sie 2015 den London Marathon lief, ohne Menstruationsprodukte zu verwenden. Die Fotos ihrer blutdurchtränkten Leggings wurden Viral und erzeugten große mediale Aufmerksamkeit. Die Bewegung soll auf allgegenwärtig präsenten Periodenscham aufmerksam machen, sowie einen weltweit fehlenden Zugang zu Menstruationsprodukten. Die Menstruation ist ein natürlicher Körpervorgang, der in unserer patriarchalen Gesellschaft stigmatisiert wird während gleichzeitig aus dem Verkauf weiblicher Hygieneprodukte ein Profit geschlagen wird. Der Protest ist dabei überwiegend symbolisch, ohne einen wirklichen Vorschlag für strukturelle oder politische Veränderungen. </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ein drittes Beispiel, wo Körper Widerstand leisten, sind die „<a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/femizid-2023/519674/ni-una-menos/">Ni Una Menos</a>“-Proteste mit ihrem Ursprung 2015 in Argentinien. „Nicht eine weniger“ bedeutet der Slogan übersetzt und fordert, dass keine Frau* mehr aufgrund geschlechtsspezifischer Gewalt sterben soll. Die Demonstrationen gegen Femizide breiteten sich schnell in Lateinamerika und dem Rest der Welt aus, in Form von Flashmobs, Performances oder Slogans auf Körpern und Kleidung sowie Schweigemärschen. Die Frauen* nutzen ihre </span><span data-contrast="auto">körperliche Präsenz</span><span data-contrast="auto"> im öffentlichen Raum als Ausdruck von Solidarität und Widerstand, um Opfern von Gewalt eine Stimme zu verleihen und politische sowie juristische Konsequenzen einzufordern.</span></p>
<p><span data-contrast="auto">Alle drei Protestbewegungen nutzen die Präsenz, Inszenierung oder natürlichen Prozesse des Körpers, um gegen die Unterdrückung von Frauen*körpern im Patriarchat anzukämpfen. Sie zeigen, dass der Körper selbst ein politischer Raum ist – ein Ort, an dem Macht, Sichtbarkeit und Selbstbestimmung verhandelt werden. Mich fasziniert vor allem wie der Körper zu seiner Selbstermächtigung genutzt werden kann, in einer Welt, in der er lediglich aufgrund seiner Existenz politisiert wird. Gleichzeitig bleibt fraglich, ob körperliche Protestformen langfristig politische Veränderungen anstoßen können – oder ob sie, vor allem durch die Sozialen Medien, bloß als provokante Bilder konsumiert werden.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
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		<title>Toxische Männlichkeit überwinden</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/10/toxische-maennlichkeit-ueberwinden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eileen Ahland]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Oct 2025 13:43:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17177</guid>

					<description><![CDATA[Schon als Jungen lernen viele: „Sei stark. Zeig keine Schwäche. Reiß dich zusammen.“Doch was bleibt von einem Kind, das nie traurig sein darf?Dieser Text von Eileen zeigt, wie starre Rollenbilder Jungs formen – und warum echte Stärke darin liegt, Gefühle zuzulassen, statt sie zu unterdrücken. Für ein Aufwachsen ohne Druck, mit mehr Empathie und Freiheit.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Schon als Jungen lernen viele: „Sei stark. Zeig keine Schwäche. Reiß dich zusammen.“</strong><br data-start="255" data-end="258" /><strong>Doch was bleibt von einem Kind, das nie traurig sein darf?</strong><br data-start="316" data-end="319" /><strong>Dieser Text von Eileen zeigt, wie starre Rollenbilder Jungs formen – und warum echte Stärke darin liegt, Gefühle zuzulassen, statt sie zu unterdrücken. Für ein Aufwachsen ohne Druck, mit mehr Empathie und Freiheit.</strong><span id="more-17177"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">Jungen* lernen bereits in ihrer Kindheit, dass es bestimmte gesellschaftliche Vorstellungen über Männlichkeit gibt, die mit Verhaltensanforderungen verknüpft sind. „Sei ein Mann* und keine Memme!“, „Setze dich durch!“, „Als Mann* musst du kämpfen, du darfst nicht aufgeben!“, „Wer Gefühle zeigt, ist schwach!“ sind einige Äußerungen und Befehle, die mit Männlichkeitsvorstellungen in Verbindung stehen.</span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Aber wer legt eigentlich fest, was „männlich“ ist und mit welchen Merkmalen „Männlichkeit“ verbunden ist? Geschlechterbilder und -stereotype verfestigen sich über eine lange Zeit in unserer Gesellschaft und werden mit jeder Anwendung reproduziert und manifestiert. Dabei sollte es nicht Aufgabe der Gesellschaft sein &#8211; es sollte ihr nicht einmal zustehen -, Individuen in Schubladen zu packen und festzulegen, wie ein „echter Mann*“ zu sein hat bzw. sich verhalten soll.</span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Jungen* und Männer* sind nicht an für sich problematisch, sondern die Assoziationen, die Menschen vom sozialen Konstrukt der Männlichkeit innehaben. Jungen* und Männer* dürfen nicht weinen. Sie dürfen keine Schwäche zeigen. Sie müssen immer stark und durchsetzungsfähig sein. Sie müssen unabhängig sein. Sie müssen karriere- und machtfokussiert sein. Sind das Anforderungen an Jungen* und Männer*, die diese langfristig stärken und ein gesundes soziales Aufwachsen und Weiterwachsen ermöglichen? Wer bislang in dem Glauben gelebt hat und davon überzeugt war, muss ich an dieser Stelle leider enttäuschen. Das funktioniert so nicht. Geschlechterstereotype, Vorurteile und Rollenvorstellungen sind nicht gesundheitsfördernd. Sie kategorisieren, verallgemeinern und lassen die Individualität des menschlichen Seins außer Acht.</span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Toxische Männlichkeit ist ein Phänomen, welches genau solche schädlichen Verhaltensanforderungen und Stereotype beschreibt. Die Hauptmerkmale und Auswirkungen toxischer Männlichkeit sind:</span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240}"> </span></p>
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</ul>
<p><span data-contrast="auto">Das klingt meines Erachtens nicht wirklich charmant und schon gar nicht beeindruckend. Für mich klingt es nach sehr viel Stress, überzogenen Realitätsvorstellungen und einer Verausgabung, die den Weg für vielfältige Gesundheitsprobleme ebnet.</span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Jungen* und Männer* sind Menschen. Individuell. Vielfältig. Mal laut. Mal leise. Mal mutig. Mal ängstlich. Und all das ist vollkommen okay. Zu weinen bedeutet nicht, schwach zu sein. Gefühle zu zeigen und über sie zu sprechen bedeutet nicht, verletzlich zu sein.  Es ist ein Zeichen von Stärke.</span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Es gibt eine Reihe von Sätzen, die Jungen* und Männer* im Sinne einer geschlechtssensiblen Begleitung stärken können:</span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240}"> </span></p>
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</ul>
<p><span data-contrast="auto">Das klingt doch schon sehr viel besser und empathischer, oder? Und genau das ist wichtig bei einer jeden menschlichen Begegnung: Empathie und Wohlwollen. Jungen* und Männer* geschlechtssensibel zu begegnen und zu begleiten heißt, Geschlechterstereotype und Verhaltenserwartungen zu entkräftigen. Ihnen zu verdeutlichen, dass sie sich nicht ständig beweisen oder zusammenreißen müssen. Das ist Gewaltprävention. Menschen, die gelernt haben, Gefühle zuzulassen und über diese zu sprechen, müssen sie nicht an anderen auslassen und sind sanfter zu sich selbst und anderen.</span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span><i><span data-contrast="auto">Anmerkung: In diesem Beitrag wird der Asterisk (Genderstern *) verwendet, um geschlechtliche Vielfalt abzubilden und um auf die kategorische Unabgeschlossenheit von Geschlecht zu verweisen.</span></i><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wann ist ein Mann ein Mann?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/10/wann-ist-ein-mann-ein-mann-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nathan]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Oct 2025 09:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Schubladen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17173</guid>

					<description><![CDATA[Ein wütendes, liebevolles Gedicht gegen Schubladen: Warum das Patriarchat Männer zu Gefangenen macht und wie Befreiung aussehen könnte — mehr Weichheit, mehr Gefühle, weniger Maskerade. Böse Blicke, tiefe Stimmeund breit wie ein Schrank.Du bist ein Mann, sei stark,zeige keine Gefühle –du bist ein Bär, kein rosarotes Einhorn. Schwanzvergleich bei jedem Anlass –das muss ein richtiger]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Ein wütendes, liebevolles Gedicht gegen Schubladen: Warum das Patriarchat Männer zu Gefangenen macht und wie Befreiung aussehen könnte — mehr Weichheit, mehr Gefühle, weniger Maskerade.</strong><span id="more-17173"></span></p>
<p data-start="274" data-end="434"><strong data-start="274" data-end="303">Böse Blicke, tiefe Stimme</strong><br data-start="303" data-end="306" />und breit wie ein Schrank.<br data-start="332" data-end="335" /><em data-start="335" data-end="365">Du bist ein Mann, sei stark,</em><br data-start="365" data-end="368" />zeige keine Gefühle –<br data-start="389" data-end="392" />du bist ein Bär, kein rosarotes Einhorn.</p>
<p data-start="436" data-end="609"><strong data-start="436" data-end="475">Schwanzvergleich bei jedem Anlass –</strong><br data-start="475" data-end="478" />das muss ein richtiger Mann sein.<br data-start="511" data-end="514" />Die Gesellschaft öffnet Schubladen<br data-start="548" data-end="551" />und erschafft eine Scheinwelt<br data-start="580" data-end="583" />aus falschen Ideologien:</p>
<p data-start="611" data-end="776">Der Mann muss beschützen,<br data-start="636" data-end="639" />groß und kräftig wie ein Löwe soll er brüllen.<br data-start="685" data-end="688" />Der Mann – ein Vorbild für alle,<br data-start="720" data-end="723" />der geborene Anführer,<br data-start="745" data-end="748" />das „stärkere“ Geschlecht.</p>
<p data-start="778" data-end="911">Diese falschen Vorstellungen<br data-start="806" data-end="809" />lernen wir schon,<br data-start="826" data-end="829" />seit wir kleine Kinder sind:<br data-start="857" data-end="860" />in Werbungen, Filmen<br data-start="880" data-end="883" />oder von einer Vaterfigur.</p>
<p data-start="913" data-end="1099"><strong data-start="913" data-end="947">Das Patriarchat vergiftet uns;</strong><br data-start="947" data-end="950" />Männer werden zu Arschlöchern,<br data-start="980" data-end="983" />sexistischen Monstern,<br data-start="1005" data-end="1008" />aufdringlichen Kakerlaken –<br data-start="1035" data-end="1038" />und nein, der Mann<br data-start="1056" data-end="1059" />ist nicht das „mächtigere“ Geschlecht.</p>
<p data-start="1101" data-end="1333">Leider sehen viele Männer das Problem nicht,<br data-start="1145" data-end="1148" />kritisieren andere Männer,<br data-start="1174" data-end="1177" />die sich für Frauen einsetzen,<br data-start="1207" data-end="1210" />nennen dich eine Memme, wenn du Tränen vergießt,<br data-start="1258" data-end="1261" />und halten dich für schwul,<br data-start="1288" data-end="1291" />wenn du jegliche Art von Schmuck trägst.</p>
<p data-start="1335" data-end="1407"><strong data-start="1335" data-end="1348">Verdammt:</strong><br data-start="1348" data-end="1351" />Klamotten, Schmuck und Farben<br data-start="1380" data-end="1383" />haben kein Geschlecht!</p>
<p data-start="1409" data-end="1611">Ein Mann darf sich schminken,<br data-start="1438" data-end="1441" />tanzen in einem Tütü,<br data-start="1462" data-end="1465" />sich schön fühlen in einem Kleid,<br data-start="1498" data-end="1501" />Rosa als Lieblingsfarbe haben,<br data-start="1531" data-end="1534" />weinen, wenn er traurig ist –<br data-start="1563" data-end="1566" />und vor allem darf ein Mann Gefühle zeigen!</p>
<p data-start="1613" data-end="1772"><strong data-start="1613" data-end="1638">Seid nett zueinander,</strong><br data-start="1638" data-end="1641" />gebt einen Fick auf die Gesellschaftsschubladen<br data-start="1688" data-end="1691" />und kämpft gegen das Patriarchat,<br data-start="1724" data-end="1727" />denn das macht Monster aus vielen von euch.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Herrschaft der Väter</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/10/die-herrschaft-der-vaeter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michelle]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Oct 2025 13:28:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Patriachat]]></category>
		<category><![CDATA[Väter]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Patriarchat prägt nicht nur, wie Frauen leben – sondern auch, wie Männer fühlen dürfen. Dieser Text zeigt, wie tief alte Machtstrukturen in unseren Köpfen sitzen, wie sie uns alle formen – und warum es Zeit ist, aus der Herrschaft der Väter auszubrechen. Das Patriarchat –ein großer Begriff. Wo fängt man da an?Bei der Herrschaft]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Patriarchat prägt nicht nur, wie Frauen leben – sondern auch, wie Männer fühlen dürfen. Dieser Text zeigt, wie tief alte Machtstrukturen in unseren Köpfen sitzen, wie sie uns alle formen – und warum es Zeit ist, aus der Herrschaft der Väter auszubrechen.<span id="more-17155"></span></p>
<p data-start="327" data-end="372"><strong data-start="327" data-end="348">Das Patriarchat –</strong><br data-start="348" data-end="351" />ein großer Begriff.</p>
<p data-start="374" data-end="630">Wo fängt man da an?<br data-start="393" data-end="396" />Bei der Herrschaft von Ehemännern?<br data-start="430" data-end="433" />Von männlichen Vorgesetzten?<br data-start="461" data-end="464" />Von Vätern?<br data-start="475" data-end="478" />Oder doch bei den kleinen Dingen?<br data-start="511" data-end="514" />Bei dem gesenkten Blick an der Bushaltestelle?<br data-start="560" data-end="563" />Dem doch nichts dazu sagen, obwohl man es doch eigentlich möchte?</p>
<hr data-start="632" data-end="635" />
<p data-start="637" data-end="769">Und wie ist es mit der anderen Seite?<br data-start="674" data-end="677" />Was bedeutet er hier?<br data-start="698" data-end="701" />Immer dominant sein,<br data-start="721" data-end="724" />immer ehrgeizig sein,<br data-start="745" data-end="748" />immer konkurrieren.</p>
<p data-start="771" data-end="885">Was, wenn „Mann“ das gar nicht möchte?<br data-start="809" data-end="812" />Lieber fürsorglich sein,<br data-start="836" data-end="839" />lieber genügsam sein,<br data-start="860" data-end="863" />lieber unterstützen.</p>
<hr data-start="887" data-end="890" />
<p data-start="892" data-end="1036">Also herrschen die Väter.<br data-start="917" data-end="920" />Über Marie,<br data-start="931" data-end="934" />deren Rock nicht zu kurz sein darf.<br data-start="969" data-end="972" />Oder über Paul,<br data-start="987" data-end="990" />der hinschaut.<br data-start="1004" data-end="1007" />Vielleicht auch über beide.</p>
<p data-start="1038" data-end="1137">Am Ende über uns alle –<br data-start="1061" data-end="1064" />und darüber, welches Bild ihr alle<br data-start="1098" data-end="1101" />von Marie und Paul im Kopf hattet.</p>
<hr data-start="1139" data-end="1142" />
<p data-start="1144" data-end="1212">Und so beeinflusst es uns alle –<br data-start="1176" data-end="1179" />nur auf unterschiedliche Weise.</p>
<p data-start="1214" data-end="1301">Und vielleicht müssen wir einfach alle ausbrechen –<br data-start="1265" data-end="1268" />aus der <strong data-start="1276" data-end="1301">Herrschaft der Väter.</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Pumpen gehen &#038; Geld verdienen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/10/pumpen-gehen-geld-verdienen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Malik]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Oct 2025 09:00:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Kapitalismus braucht „echte Männer“ – aber Männer brauchen Freiheit. Malik&#8217;s erster Text auf meintestgelände handelt von Druck, Vorbildern und die Chance auf neue Männlichkeiten. Als trans mask Person analysiere ich das Bild von Männlichkeit schon bevor ich von mir selbst überhaupt eingestanden habe, dass ich trans bin. Ich beobachte, imitiere: Wie verhalten sich in unserer]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kapitalismus braucht „echte Männer“ – aber Männer brauchen Freiheit. Malik&#8217;s erster Text auf meintestgelände handelt von Druck, Vorbildern und die Chance auf neue Männlichkeiten.</strong><span id="more-17130"></span></p>
<p>Als trans mask Person analysiere ich das Bild von Männlichkeit schon bevor ich von<br />
mir selbst überhaupt eingestanden habe, dass ich trans bin. Ich beobachte, imitiere:<br />
Wie verhalten sich in unserer Gesellschaft als männlich angesehene Männer? Wie<br />
und worüber reden sie? Wie gestikulieren und wie laufen sie? Wie verhalten sie sich?<br />
Was kann ich davon nachahmen, um von anderen männlicher wahrgenommen zu<br />
werden?</p>
<p>Auch wenn ich durch meine For-you-Page auf TikTok scrolle, wird mir die<br />
Frage von Männern regelmäßig beantwortet: Geh ins Gym, geh pumpen, zieh durch.<br />
Sei ein echter Mann. Nur dann hast du was zu sagen, wirst ernst genommen, bist<br />
angesehen. Ein echter Mann ist unabhängig, reich, unberührbar. Halt durch sowie<br />
Andrew Tate, Elon Musk, Christian Wolf. Dabei ist Männlichkeit an sich eigentlich gar<br />
nicht das Problem. Nur das, was wir daraus machen.</p>
<p>Je größer die Schere zwischen Arm und Reich ist, desto gefestigter sind auch<br />
Geschlechterrollen. Im kapitalistischen System sind Unabhängigkeit und Reichtum<br />
das höchste Gut. Demgegenüber steht die große Angst vor Armut und Menschen<br />
nach Hilfe fragen müssen. In unserer Gesellschaft wird Unabhängigkeit mit dem<br />
starken Männlichen in Verbindung gesetzt, während Sensibilität und Fürsorge häufig<br />
mit etwas schwachen Femininen verbunden werden. Kapitalismus braucht das<br />
Patriarchat. Kapitalismus braucht Menschen, die immer mehr leisten, in Konkurrenz<br />
miteinander stehen, sich vergleichen. Wer in diesem Spiel nicht mithalten kann,<br />
landet unten in der Hierarchie.</p>
<p>Was fehlt sind mehr männliche Vorbilder. Auf Social Media, aber vor allem endlich<br />
auch offline. Postet nicht nur zu feministischen Themen, sondern sagt euren<br />
Kumpels endlich, dass sie nerven und aus ihrem Mund nur misogynes oder<br />
queerfeindliches Gelaber kommt, weil sie denken, so ihre Männlichkeit stärken zu<br />
können. Männliche Vorbilder und das Ansprechen im persönlichen Umfeld sind<br />
wichtig, doch wir müssen noch weitergehen. Denn solange die Strukturen bleiben,<br />
bleibt auch der Druck ein „echter Mann“ zu sein.</p>
<p>Es braucht politische Veränderungen. Es braucht endlich ein Ende der stetig<br />
auseinandergehenden Schere zwischen Arm und Reich. Mehr Umverteilung, weil<br />
extreme Ungleichheit nicht nur unfair ist, sondern auch das Bild des echten Mannes<br />
verstärkt. Und feministische Politik, die auch Männer von diesen starren<br />
Rollenbildern befreit.</p>
<p>Erst, wenn wir diese Strukturen verändern, können Männer frei von der ständigen<br />
Angst sein, nicht männlich genug zu sein. Vielleicht ist die Frage nicht: Wann ist ein<br />
Mann ein Mann? sondern: Warum lassen wir uns von einem System definieren, das<br />
nur auf Geld und Konkurrenz schaut? Vor allem: Wie lange machen wir das noch?</p>
<p>Wir müssen die kapitalistische Männlichkeit überwinden.<br />
All das hält uns davon ab, unsere Stärke im Kollektiv zu entdecken.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Male Loneliness Epidemic</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/09/male-loneliness-epidemic/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2025 09:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Der neue Text von Sara zeigt, warum alte Rollenbilder nicht nur Frauen, sondern gerade auch Männer schaden – und warum echte Gleichberechtigung der Ausweg sein kann. Nichts stößt mich mehr ab als Männer, die über ihre eigene Einsamkeit jammern und dabei völlig ausblenden, dass es vielleicht ihre eigene Art ist, die sie von echten, gesunden]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Der neue Text von Sara zeigt, warum alte Rollenbilder nicht nur Frauen, sondern gerade auch Männer schaden – und warum echte Gleichberechtigung der Ausweg sein kann.</strong><span id="more-17124"></span></p>
<p>Nichts stößt mich mehr ab als Männer, die über ihre eigene Einsamkeit jammern und dabei völlig ausblenden, dass es vielleicht ihre eigene Art ist, die sie von echten, gesunden Beziehungen abhält und nicht die „bösen emanzipierten Frauen“.</p>
<p>Wir leben in Zeiten, in denen Männer nicht mehr automatisch durch patriarchale Machtstrukturen eine Partnerin auf dem Silbertablett serviert bekommen. Heute reicht es nicht mehr, einfach „Mann zu sein“. Heute müssen sie etwas bieten: emotional, menschlich, partnerschaftlich. Männer sind keine gottgegebenen Instanzen, denen Frauen als Besitz übergeben werden. Zum Glück. Diese Zeiten sind, zumindest weitgehend, vorbei.</p>
<p>Und dann stehen sie da: Männer wie Elon Musk, die lauthals klagen, der moderne Feminismus sei schuld an der Vereinsamung des Mannes. Die Realität ist viel unbequemer: Ja, Männer leiden. Besonders, wenn es um mentale Gesundheit geht. Viele haben nie gelernt, sich Hilfe zu suchen, sich zu öffnen oder einfach zu sagen: „Mir geht’s nicht gut.“ Das Leiden ist real – aber es hat nichts mit dem Feminismus zu tun.</p>
<p>Es liegt daran, dass Männer von klein auf dazu erzogen werden, hart zu sein, unabhängig, emotional abgestumpft. Gefühle zeigen? Schwäche. Hilfe annehmen? Unmännlich. Kein Wunder, dass viele Männer sich keine echten Netzwerke aufbauen, keine Freundschaften pflegen, in denen man sich fallen lassen kann. Und dann sind sie allein – nicht wegen Frauen, sondern wegen einem Männlichkeitsbild, das von anderen Männern aufrechterhalten wird.</p>
<p>Was Männer brauchen, ist nicht mehr Dominanz oder die Rückkehr zu alten Geschlechterrollen. Was sie brauchen, sind andere Männer, die sie auffangen, die sagen: „Es ist okay zu weinen.“ „Es ist okay, Hilfe zu wollen.“ Gefühle zu zeigen ist keine Schwäche, es ist menschlich. Und wenn ein Mann weinende Männer verachtet, dann zeigt das nur, wie sehr er selbst in einem zerstörerischen Männerbild gefangen ist.</p>
<p>Ich kenne viele Frauen, die in Beziehungen mit Männern leben, die von Rechten und Alpha Males sofort als „Soyboys“ beleidigt würden – nur weil sie Care-Arbeit leisten, empathisch sind, Verantwortung in Beziehungen übernehmen und ihre eigene Sozialisation reflektieren. Diese Männer führen keine Frau, sie leben in einer Beziehung, auf Augenhöhe. Und das funktioniert. Weil sie kein Machtspiel spielen, sondern sich gegenseitig als Menschen begegnen.</p>
<p>Und ja, wir leben in einer Zeit, in der Frauen in Deutschland immer liberaler werden, während viele Männer ins Konservative zurückfallen. Das ist kein Zufall. Die „male loneliness epidemic“ zeigt uns nicht, dass Männer von Frauen verlassen werden. Sie zeigt, dass einige Männer sich in ein rückwärtsgewandtes Frauenbild flüchten, in dem Frauen wieder Objekt, wieder Dienerin, wieder still sein sollen. Wer dieses Bild von Beziehung für richtig hält, braucht sich über mangelnde Resonanz von Frauen nicht wundern. Denn heute wollen Frauen – zurecht – auf Augenhöhe leben. Als Mensch, nicht als Trophäe.</p>
<p>Es wird Zeit, dass patriarchale Strukturen aussterben. Nicht nur für FLINTA, sondern gerade auch für Cis-Männer. Sie leiden oft mehr darunter, als sie selbst verstehen. Sie merken nicht, dass eine Welt, in der sie sich öffnen dürfen, in der sie nicht dauernd „stark“ sein müssen, auch für sie besser wäre. Weicher. Ehrlicher. Gesünder.</p>
<p>Aber leider profitieren gerade die reichsten und mächtigsten Männer so stark von diesen alten Strukturen, dass ihnen ihre eigene mentale Gesundheit am Ende völlig egal ist. Solange sie gewinnen, ist alles andere egal. Und das ist vielleicht der traurigste Teil: Dass sich Männer selbst opfern, für ein System, das ihnen vorgaukelt, stark zu sein, während es ihnen Stück für Stück schadet.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Männlichkeit</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/09/anna-maennlichkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Diedesianna]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Sep 2025 09:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17110</guid>

					<description><![CDATA[In Ihrem neuen Video spricht Anna über Männlichkeit, welche problematischen Vorstellungen davon existieren und wie ein Wandel zum Positiven aussehen kann.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In Ihrem neuen Video spricht Anna über Männlichkeit, welche problematischen Vorstellungen davon existieren und wie ein Wandel zum Positiven aussehen kann.</strong><span id="more-17110"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Misogynie und Männlichkeit – wenn toxische Ideale zum Hass werden</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/09/misogynie-und-maennlichkeit-wenn-toxische-ideale-zum-hass-werden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Sep 2025 11:58:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Misygonie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17104</guid>

					<description><![CDATA[Romys neuer Text handelt von Misogynie, toxischer Männlichkeit und wie Hass in sozialen Netzwerken Form annimmt. [Trigger Warnung: In diesem Artikel geht es unter anderem um das Thema Gewalt an Frauen. Nummern für Hilfstelefone und Beratungsstellen findet ihr am Ende des Artikels.]  „Es spielt keine Rolle, ob eine Frau Anwältin, Hausfrau oder Webcam-Girl werden will.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span class="a_GcMg font-feature-liga-off font-feature-clig-off font-feature-calt-off text-decoration-none text-strikethrough-none">Romys neuer Text handelt von Misogynie, toxischer Männlichkeit und wie Hass in sozialen Netzwerken Form annimmt.</span> </strong><span id="more-17104"></span></p>
<p><strong><i>[Trigger Warnung: In diesem Artikel geht es unter anderem um das Thema Gewalt an Frauen. Nummern für Hilfstelefone und Beratungsstellen findet ihr am Ende des Artikels.]</i> </strong></p>
<p><em>„Es spielt keine Rolle, ob eine Frau Anwältin, Hausfrau oder Webcam-Girl werden will. Wenn sie keinen Mann hat, der sie anleitet, wird sie es vermasseln. Sie sind einfach nicht dazu geschaffen, völlig unabhängig zu sein. […] So etwas wie eine unabhängige Frau gibt es nicht, sie sind alle bis zu einem gewissen Grad von einem Mann abhängig.“  </em></p>
<p><span data-contrast="auto">Das ist ein Zitat des ehemaligen Kickboxers und Influencers Andrew Tate. Ein Mann, der in den sozialen Medien vor allem eines verbreitet: Hass und Gewalt. Mit Aussagen wie „Ich hole die Machete raus, schlage ihr ins Gesicht und packe sie am Hals. Halt’s Maul, Schlampe“ auf die Frage was er tun würde, wenn ihn seine Partnerin des Betrugs beschuldige, macht Tate eine Form des Frauenhasses sichtbar, dessen Ausmaß den meisten so noch gar nicht bewusst ist: In der sogenannten „Manosphere“ in den sozialen Medien werden sexistische Überzeugungen und besonders toxische Männlichkeitsbilder rasend schnell verbreitet.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p aria-level="2"><span data-contrast="none">Der Abgrund der „Manosphere“</span><span data-ccp-props="{&quot;134245418&quot;:true,&quot;134245529&quot;:true,&quot;335559738&quot;:160,&quot;335559739&quot;:80}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Die Manosphere kann in verschiedenen Formen und in unterschiedlichen Onlinecommunities auftreten. Das können Dating- oder Männlichkeitcoaches sein, Pick-Up-Artists oder beispielsweise Inzels – das sind Männer, die unfreiwillig keinen Sex haben. Schuld am „unfreiwilligen Zölibat“ seien natürlich die Frauen. </span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Auch in ihren Zielen unterscheiden sich die Communities der Manosphere. Manche Männer wollen Sex von Frauen, von dem sie fest davon überzeugt sind, er stünde ihnen zu. Andere streben es an, endlich ein „richtiger Mann“ zu werden – in dem Kontext fällt gerne mal der Begriff „Alpha“. Viele wollen auch nur eines: Ihren tiefverwurzelten und abgründigen Hass gegenüber Frauen verbreiten. </span><span data-contrast="auto">Obwohl sich die Gruppen innerhalb der Manosphere teils voneinander differenzieren, bauen sie alle auf derselben Basis auf: auf toxischen Männlichkeitsbildern.</span> <span data-contrast="auto">Unterstützer dieser Netzwerke sind meist fest davon überzeugt, es gäbe eine einzige „richtige“ Männlichkeit. Ein gutes Beispiel davon ist Maximilian Krah von der AfD – auch er versucht auf TikTok und Instagram jungen Männern zu vermitteln, was es bedeuten solle, ein „echter Mann“ zu sein: „Echte Männer sind rechts, echte Männer haben Ideale, echte Männer sind Patrioten, dann klappt es auch mit der Freundin“, sagt er in einem Video. </span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Weitere scheinbar anstrebende und „männliche“ Charaktereigenschaften in der Manosphere seien außerdem: führend, bestimmend, stark, unsensibel, … und das Schlafen mit vielen, vielen Frauen.</span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span><span data-contrast="auto">In diesen Communities liegt der Fokus nämlich sehr oft auf dem Thema Sex. Sex stünde ihnen zu. Frauen „schulden“ Sex. Sex sei ein Recht. </span><span data-contrast="auto">Manche gehen dabei einen Schritt weiter: Wenn sie den Sex nicht bekommen, dann holen sie ihn sich.</span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p aria-level="2"><em>Das Vergewaltiger-Netzwerk auf Telegram </em></p>
<p><span data-contrast="auto">Im Dezember letzten Jahres wurde von einem Reportagenteam von STRG_F ein abscheuliches Netzwerk auf Telegram aufgedeckt. Ein Vergewaltiger-Netzwerk. </span><span data-contrast="auto">Beteiligt waren tausende von Männern, die sich in den Gruppen gegenseitig über Betäubungsmittel und K.O-Tropfen austauschten: welche Dosis die Täter brauchen, wie man den Frauen die Drogen am besten in Getränke mischt, wann sie wirken – und wann die Täter freie Bahn haben würden, das Opfer zu missbrauchen. Es wurden Bilder geteilt, Tipps gegeben, zu Taten angestachelt. „Irgendwelche starken Drogen, um diese Prinzessin in den Schlaf zu schicken und sie zu vergewaltigen?”, schreibt ein User in der Gruppe. Es ist ein Netzwerk von Abscheu und Unmenschlichkeit. Es ist die Spitze an Frauenhass.</span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p aria-level="2"><em>Kein Einzelfall </em></p>
<p><span data-contrast="auto">Gerade weil solche Gruppen nicht täglich aufgedeckt werden, gehen viele davon aus, all das seien nur Einzelfälle – tragisch, aber Einzelfälle. Die Realität sieht aber anders aus. Gewalt an Frauen findet nicht nur in den dunklen und tiefen Ecken des Internets statt. Sie passiert jeden Tag. Sie passiert in den meisten Fällen in den eigenen vier Wänden, das zeigte unter anderem der Fall von Gisèle Pelicot: eine unglaublich mutige Frau, die von ihrem eigenen Mann und zahlreichen weiteren Tätern über Jahrzehnte hinweg betäubt und missbraucht wurde. </span><span data-contrast="auto">Solche Netzwerke der Manosphere sind also keine Randerscheinung, sondern ein radikaler Ausdruck der Misogynie, die tief in unserer Gesellschaft feste Wurzeln geschlagen hat. Und nicht nur die Frauenfeindlichkeit wird in dieser Sphäre deutlich: Die Netzwerke zeigen auf, das toxische Männlichkeit töten kann. Wenn männliche Personen tief davon überzeugt sind, Kontrolle über eine Frau haben zu dürfen, das Recht auf den Körper einer Frau zu haben, kann das ein Todesurteil sein. Gerade deshalb ist es so wichtig, niemals wegzusehen. </span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><b><i><span data-contrast="auto">Beratungsstellen und Hilfstelefone:</span></i></b><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><i><span data-contrast="auto">Deutschlandweites Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: </span></i><b><i><span data-contrast="auto">116 016</span></i></b><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><i><span data-contrast="auto">Anrufstelle bei häuslicher Gewalt: </span></i><b><i><span data-contrast="auto">116 006</span></i></b><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><a href="https://www.hilfetelefon.de/beratung-fuer-frauen/"><i><span data-contrast="auto">Weitere Informationen zur Beratung bei Gewalt</span></i></a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was ist Männlichkeit?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/09/was-ist-maennlichkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kreaty]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Sep 2025 09:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17090</guid>

					<description><![CDATA[Was ist eigentlich Männlichkeit? Kathy hat sich diese Frage gestellt und einige, zielführende Antworten gefunden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Was ist eigentlich Männlichkeit? Kathy hat sich diese Frage gestellt und einige, zielführende Antworten gefunden.</strong><span id="more-17090"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Unscheinbar, aber zerstörend: Mikroaggressionen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/08/unscheinbar-aber-zerstoerend-mikroaggressionen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eileen Ahland]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Aug 2025 12:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17072</guid>

					<description><![CDATA[Mikroaggressionen wirken beiläufig – und verletzen tief.Im ersten Text von Eileen bei meintestgelände schreibt sie über Alltagsdiskriminierung, Sprache als Waffe und die stille Kraft, sich dagegen zu wehren. „Hätte ich dir als Frau gar nicht zugetraut“, „Kannst du mit den anderen überhaupt mithalten?“, „In deinem Alter hat man keine Depressionen“, „Sex zwischen Frauen? Geht das]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Mikroaggressionen wirken beiläufig – und verletzen tief.</strong><br data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="hardBreak" data-prosemirror-node-inline="true" /><strong>Im ersten Text von Eileen bei meintestgelände schreibt sie über Alltagsdiskriminierung, Sprache als Waffe und die stille Kraft, sich dagegen zu wehren.<span id="more-17072"></span></strong></p>
<p><span data-contrast="auto">„Hätte ich dir als Frau gar nicht zugetraut“, „Kannst du mit den anderen überhaupt mithalten?“, „In deinem Alter hat man keine Depressionen“, „Sex zwischen Frauen? Geht das überhaupt?“</span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Diese unscheinbar wirkenden alltäglichen Äußerungen sind Paradebeispiele für sogenannte Mikroaggressionen, die eine Form von Alltagsdiskriminierung sind. Menschen, die sie anwenden, sind sich ihrer verletzenden und stigmatisierenden Wirkung häufig nicht einmal bewusst. Und doch sind Mikroaggressionen machtvoll und richten sich meist an marginalisierte Menschen, also auf solche, die aufgrund bestimmter Merkmale und ihrer Bewertung gesellschaftlich benachteiligt sind. Es ist wichtig, Mikroaggressionen ernst zu nehmen und ihre Formen und Facetten zu kennen, um für sich und andere einzustehen und versteckte Diskriminierung zu entlarven.</span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Zur marginalisierten Gruppe gehören beispielsweise Menschen, die von Armut gefährdet oder betroffen sind, psychische Erkrankungen haben, unter- oder übergewichtig sind, nicht-heterosexuell leben, nicht-binär sind, einen Migrationshintergrund haben sowie Frauen. Auch wenn seit vielen Jahren eifrig für die Geschlechtergleichstellung und -gerechtigkeit gekämpft wird, sind Mädchen und Frauen noch immer gesellschaftlich benachteiligt. Das verdeutlicht beispielsweise ein Blick auf die Berufswelt, in der Frauen 16 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen (Gender Pay Gap). Und warum? Genau – weil sie Frauen sind. </span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Frauen wird häufig nicht zugetraut, handwerklich geschickt zu sein (Mikroaggression: „Sicher, dass du das kannst?“) oder Führungs- und Leitungspositionen zu managen (Mikroaggression: „Als Leitung musst du dich aber durchsetzen können“). Ist eine Frau beispielsweise zusätzlich lesbisch, vereinen sich zwei Merkmale, die in die gesellschaftliche Marginalisierung münden: Weiblichkeit und Homosexualität. Das wird in der Fachliteratur als Intersektionalität bezeichnet – wenn mehrere Diskriminierungsformen zusammenwirken und sich gegenseitig beeinflussen.</span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Frauen, die lesbisch sind, müssen sich oft Äußerungen anhören wie: „Seit wann bist du lesbisch und wieso?“ oder „Du hattest nur noch keinen guten Sex mit einem Mann“, bis hin zu anzüglichen und – wirklich ekelhaften – Kommentaren wie: „Ich kann alles, was eine Frau auch kann – soll ich dich davon überzeugen?“. Nein, einfach nein. Sexualisiere mich nicht. Versuche nicht mich zu überzeugen oder umzustimmen. Meine Orientierung stellt keine Verhandlungsbasis dar. Sie ist viel mehr als nur eine Entscheidung. Sie ist Teil meiner Identität, die sich für mich richtig und stimmig anfühlt. Bitte akzeptiere das, lasse deine widerlichen Kommentare bei dir, gehe weiter und lasse mich in Ruhe leben. Danke.</span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Mir sind Mikroaggressionen nicht fremd. Wie oft musste ich mir anhören, ich sei „zierlich“, „viel zu dünn“, „zerbrechlich“. Oder wie eine Krankenschwester neulich zu mir meinte: „An Ihnen ist ja auch nichts dran“. Ja, einen Weltrekord für den massivsten Körperumfang werde ich nie aufstellen. Aber nur, weil ich schlank bin, heißt das nicht, dass mein Körper Zielscheibe für Mikroaggression, Demütigung und Abwertung ist. Nein, ich habe keine Essstörung, ich bin nicht magersüchtig. Ja, Essen bereitet mir Freude. Nein, ich brauche keinen Ernährungscoach. Ja, ich achte auf mich. Nein, ich stecke in keiner Krise. Ja, ich bin schon immer so schlank. Nein, hör bitte einfach auf damit.</span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Von solchen Kommentaren bin ich über die Jahre müde geworden. In der Oberschule wurde ich „Bohnenstange“ genannt. Solche Kosenamen sind nicht witzig, sie tun weh und attackieren den Selbstwert. Von einer Lehrerin wurde ich in der zehnten Klasse gefragt, ob ich zu Hause ausreichend Essen bekomme und ob es normal ist, so dünn zu sein. Zur Begrüßung fragte mich neulich eine mir bis zu dem Moment unbekannte Ärztin: „Sie sind aber sehr dünn. Haben Sie eine Essstörung?“. Danke für so viel Feingefühl. So herzerwärmend wurde ich selten begrüßt.</span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Bitte hört auf, über meinen oder den Körper von anderen Menschen zu urteilen, ihn zu bewerten oder mit unsensiblen Fragen zu kritisieren. Das kann ziemlich weh tun und langfristig kaputt machen. Ich zweifle daran, dass es Menschen bewusst ist, wie kraftvoll und wirkungsmächtig Worte sein können. Dass es einen großen Unterschied macht, wie etwas formuliert ist. Die Lebensphilosophie scheint von vielen „Erst sprechen, dann denken“ zu sein – wobei das anschließende Denken für sie womöglich eine Herausforderung zu sein scheint. </span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Bei mikroaggressivem Verhalten fehlt alles, was für eine Begegnung auf Augenhöhe wichtig ist: zwischenmenschliche Wärme, Respekt, Wertschätzung, Toleranz, Empathie, Wohlwollen. Mikroaggressionen sind immer von oben herab – auf die, die ohnehin benachteiligt und demzufolge mit erschwerten Bedingungen konfrontiert sind. Die aber nicht „anders“ oder weniger wert sind als der Rest der Gesellschaft. Erst in den Köpfen der Menschen formen sich Etikette wie „anders“, „abweichend“, „suspekt“ oder „unnormal“.</span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ich weiß, wir Menschen bewerten gerne und viel, urteilen über alles und jeden mit großer Leidenschaft, vor allem dann, wenn es uns gar nicht zusteht. Aber sich Stück für Stück und bewusst in einer Haltung zu üben, die Gegebenheiten und Menschen einfach annimmt und akzeptiert, gefällt nicht nur dem eigenen Seelenfrieden, sondern auch dem Gesellschaftsfrieden. Namaste.</span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Aufwachsen als Mann</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/08/aufwachsen-als-mann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CarMiA]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Aug 2025 09:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[“Der einfache Ausweg aus all den gestellten Fragen ist das was wir sowieso schon haben, das Geschlecht. Seinen Lebensweg von Geschlecht abhängig machen ist bequem.” Hört rein, was Ziad und Nico sonst noch zum Aufwachsen als Mann zu sagen haben.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>“Der einfache Ausweg aus all den gestellten Fragen ist das was wir sowieso schon haben, das Geschlecht. Seinen Lebensweg von Geschlecht abhängig machen ist bequem.” Hört rein, was Ziad und Nico sonst noch zum Aufwachsen als Mann zu sagen haben.</strong><span id="more-17063"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Männlich, männlicher &#038; am männlichsten</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/08/maennlich-maennlicher-am-maennlichsten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sabylonica]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Aug 2025 09:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[In seinem*ihrem neuen Text schreibt sabylonica über Männlichkeitsbilder, Konkurrenz, Verletzlichkeit und die stille Krise hinter der starken Fassade. Dabei geht es um Druck, emotionale Enge – und die Chance auf neue Männlichkeiten. Männlichkeit ist ein seltsames Konstrukt. Sie ist überall und doch irgendwie ungreifbar. Sie brüllt laut, hört sich aber selbst nicht. Sie will stark]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In seinem*ihrem neuen Text schreibt sabylonica über Männlichkeitsbilder, Konkurrenz, Verletzlichkeit und die stille Krise hinter der starken Fassade.</strong><br />
<strong>Dabei geht es um Druck, emotionale Enge – und die Chance auf neue Männlichkeiten.</strong><span id="more-17053"></span></p>
<p data-start="128" data-end="774">Männlichkeit ist ein seltsames Konstrukt. Sie ist überall und doch irgendwie ungreifbar. Sie brüllt laut, hört sich aber selbst nicht. Sie will stark sein, zeigt dabei aber kaum, wie verletzlich sie eigentlich ist. Von klein auf wird beigebracht, wie „ein richtiger Mann“ zu sein hat: hart, unabhängig, rational, durchsetzungsstark. Nicht zu emotional, nicht zu weich und bloß nicht „zu weiblich“. Der Junge, der weint, wird zurechtgewiesen. Der, der sich prügelt, wird bewundert. Und irgendwo dazwischen wachsen sie heran, ohne je gelernt zu haben, was Nähe bedeutet – außer in Form von Wettkampf oder Brüderlichkeit beim Konsum von Alkohol.</p>
<p data-start="776" data-end="1343">Das wird durch das Patriarchat bestärkt, das nicht nur Ungleichheit zwischen den Geschlechtern produziert, sondern auch jene frisst, die es angeblich schützt. Denn unter der Oberfläche der männlichen Überlegenheit brodelt ein enormer Konkurrenzdruck. Männer messen sich gegenseitig: Wer ist erfolgreicher? Wer hat den besseren Körper? Wer verdient mehr? Wer ist cooler, souveräner, „männlicher“? Der Satz „Ich bin männlicher als du“, ob ausgesprochen oder nur subtil performt, ist dabei keine bloße Phrase. Es ist eine Kampfansage. Ein Ranking von Männlichkeiten.</p>
<p data-start="1345" data-end="1966">Diese Konkurrenz funktioniert wie ein ständiges Bewerbungsgespräch um Anerkennung. Aber es gibt kein Ende, keine Zusage, keinen Vertrag – nur weitere Hürden: Wie reagierst du unter Druck? Wie gehst du mit Ablehnung um? Wie „gut“ bist du im Bett und mit wie vielen? Wer sich diesem Spiel entzieht, wird schnell abgewertet: „Unmännlich“, „weich“, „unterwürfig“. Wer mitspielt, geht meist daran kaputt. Denn auch der vermeintlich dominante Mann trägt Unsicherheiten mit sich herum, die nur nicht sichtbar werden dürfen. Also macht er dicht, versteckt die Unsicherheiten hinter Sarkasmus, Wut oder übertriebener Coolness.</p>
<p data-start="1968" data-end="2512">Das Fatale ist, dass die meisten Männer nicht mit der Freiheit aufwachsen, sich selbst zu definieren, sondern mit der Aufgabe, sich in eine Rolle zu zwängen. Durch diese Rolle verlernen viele, Emotionen zu zeigen, aber auch eine gesunde Beziehung zu führen – zu anderen Männern, zu Frauen oder zu sich selbst. Wenn alles Konkurrenz ist, gibt es wenig Platz für ehrliche Verbindung. Wenn Zärtlichkeit als Schwäche gilt, wird Nähe zur Bedrohung. Und wenn Verletzlichkeit tabuisiert wird, bleibt nur Härte – gegen andere und gegen sich selbst.</p>
<p data-start="2514" data-end="3388">Aber genau hier beginnt ein Umdenken. Immer mehr Männer stellen sich die Frage: Was bedeutet Männlichkeit für mich – abgesehen von Klischees, Erwartungen und Rollenvorgaben? Was will ich wirklich fühlen, sagen und zeigen? Wer bin ich, wenn ich nicht ständig performen muss? Diese Fragen sind unbequem und erfordern Mut, vor allem weil sie oft gegen alles stehen, was uns beigebracht wurde. Aber sie sind notwendig. Denn solange Männer sich über „Männlichkeit“ definieren – durch Wettbewerb, Machtanspruch oder Statussymbole – bleiben sie Teil eines Systems, das sie selbst klein hält. Doch in dem Moment, in dem sie anfangen, diese Konkurrenz zu hinterfragen und erkennen, dass ihr Vergleich genau das Gegenteil von echter Stärke ist, entsteht Raum für etwas Neues: Authentizität. Für eine Männlichkeit, die sich nicht über Abgrenzung definiert, sondern über Verbindung.</p>
<p data-start="3390" data-end="4029">Zudem ist die Aussage „Ich bin männlicher als du“ eine Bestätigung dessen, was viele Männer vehement ablehnen: dass es Männlichkeiten im Plural gibt. Dass Geschlecht kein Naturgesetz, sondern ein soziales Konstrukt ist, in dem jeder Mensch auf irgendeine Weise Position beziehen muss. Wenn also jemand sagt: „Ich bin männlicher als du“, steckt darin mehr Wahrheit, als ihm bewusst ist. Denn genau diese Aussage macht deutlich, dass Männlichkeit kein starres oder klares Ideal ist, sondern ein Spektrum. Ein sich wandelnder Begriff, der nie nur eine Bedeutung hat. Und damit, ob gewollt oder nicht, öffnet sich eine Tür für Veränderung.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Historischer Hintergrund zum Pride Month</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/07/historischer-hintergrund-zum-pride-month/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Jul 2025 08:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[pride month]]></category>
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					<description><![CDATA[Zum Abschluss unseres Schwerpunktsthemas haben wir noch einige Facts von Lilith zum Historischen Hintergrund des Pride Months. &#160;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zum Abschluss unseres Schwerpunktsthemas haben wir noch einige Facts von Lilith zum Historischen Hintergrund des Pride Months.</strong><span id="more-17044"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zwischen Welten</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/07/zwischen-welten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Celine]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jul 2025 10:11:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein leiser Text über das Dazwischen – über das Gefühl, anwesend, aber nicht gemeint zu sein. Über das Schweigen, das nicht leer ist. Und über die Sehnsucht, nicht nur zu existieren, sondern gemeint zu sein. Ein Gedicht von Celine für alle, die sich zwischen den Zeilen des Alltags bewegen. ich steh oft am rand von]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein leiser Text über das Dazwischen – über das Gefühl, anwesend, aber nicht gemeint zu sein. Über das Schweigen, das nicht leer ist. Und über die Sehnsucht, nicht nur zu existieren, sondern gemeint zu sein. Ein Gedicht von Celine für alle, die sich zwischen den Zeilen des Alltags bewegen.</strong><span id="more-17031"></span></p>
<p>ich steh oft am rand<br />
von dingen,<br />
die sich „wir“ nennen.<br />
seh sie lachen,<br />
reden,<br />
sich anfassen,<br />
als wär nähe<br />
ein selbstverständliches ding.</p>
<p>und ich?<br />
schau durch scheiben,<br />
unsichtbar,<br />
hör zu<br />
und sag nix.<br />
weil jedes wort,<br />
das ich sagen könnte,<br />
nach fremdsprache klingt<br />
in ihren ohren.</p>
<p>ich gehör dazu<br />
auf papier –<br />
aber nicht im gefühl.<br />
kenn die regeln,<br />
aber nie das spiel.<br />
lächel im takt,<br />
aber fühl<br />
nichts.</p>
<p>hab mich oft gefragt:<br />
bin ich zu still<br />
oder nur zu echt<br />
für ne welt,<br />
die sich in lautstärke<br />
selbst übertönt?</p>
<p>man sagt:<br />
„nimm’s nicht so schwer“<br />
aber wie leicht soll man’s nehmen,<br />
wenn man das gewicht<br />
jeden tag mitträgt?<br />
nicht sichtbar,<br />
aber spürbar<br />
bei jedem blick<br />
der sagt:<br />
„du bist da –<br />
aber nicht ganz richtig.“</p>
<p>ich hab versucht,<br />
mich kleiner zu machen,<br />
leiser,<br />
angepasst.<br />
so sehr,<br />
dass ich irgendwann<br />
fast verschwunden wär.</p>
<p>dann wieder phasen,<br />
wo ich laut wurde –<br />
zu laut.<br />
rebellisch aus notwehr.<br />
damit wenigstens irgendwer merkt,<br />
dass ich atme.<br />
dass ich da bin.<br />
dass ich mehr bin<br />
als nur hintergrundrauschen.</p>
<p>es ist nicht dramatisch –<br />
nur echt.<br />
kein hollywood-trauma,<br />
kein sturm –<br />
nur dieser konstante nieselregen,<br />
der nicht aufhört<br />
und trotzdem durchnässt.</p>
<p>bin müde von fragen,<br />
die wie tests klingen:<br />
„warum bist du so?“<br />
„warum sagst du nichts?“<br />
„warum schaust du immer so ernst?“</p>
<p>bin müde von räumen,<br />
in denen ich atme,<br />
aber nie ganz einatmen kann.<br />
von menschen,<br />
die mich einladen,<br />
aber nie wirklich meinen.</p>
<p>ich will nicht viel –<br />
nur einen ort,<br />
an dem mein schweigen<br />
nicht als mangel zählt.<br />
einen blick,<br />
der bleibt,<br />
auch wenn ich nichts leiste.</p>
<p>ich will sitzen dürfen,<br />
einfach nur<br />
so wie ich bin.<br />
nicht als projekt,<br />
nicht als fragezeichen,<br />
sondern als punkt.<br />
klar.<br />
da.</p>
<p>und vielleicht,<br />
irgendwann,<br />
kommt jemand,<br />
der nicht sagt<br />
„du passt schon irgendwie“,<br />
sondern:<br />
„du fehlst,<br />
wenn du nicht da bist.“</p>
<p>bis dahin<br />
bin ich zwischen welten –<br />
nicht verloren,<br />
nur unterwegs.<br />
und das reicht.<br />
für jetzt.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Pride ist für mich</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/07/pride-ist-fuer-mich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Isaak]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Jul 2025 09:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[pride month]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[In seinem neuen Text erzählt uns Isaak was pride für ihn ist und insbesondere auch, was nicht. Denn pride ist mehr als eine Feier, es ist ein Aufruf zum Handeln, aber auch zu schätzen was mensch hat. pride ist für mich: 1. ______ 2. ______ 3. es gibt keinen pride, solange queere geflüchtete an außengrenzen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In seinem neuen Text erzählt uns Isaak was pride für ihn ist und insbesondere auch, was nicht. Denn pride ist mehr als eine Feier, es ist ein Aufruf zum Handeln, aber auch zu schätzen was mensch hat.</strong><span id="more-16995"></span></p>
<p>pride ist für mich:</p>
<p>1. ______<br />
2. ______<br />
3. es gibt keinen pride, solange queere geflüchtete an außengrenzen sterben<br />
es gibt keinen pride, solange queere muslim*innen bis ins unendliche ge-hatecrimed werden<br />
es gibt auch keinen pride, solange weiße cis queers bei rassismus, transfeindlichkeit, ableismus, sexismus und co schweigen, sich alle gegenseitig anschweigen, und dann sagen, sie hätten von nichts gewusst,<br />
trans* leute werden gegangen un-alived gemacht death by council<br />
und niemand wusste je irgendetwas,<br />
aber natürlich waren sie alle im widerstand, natürlich, natürlich,<br />
sag mal,<br />
wer hat nochmal den ersten stein bei stonewall geworfen?</p>
<p>es gibt auch keinen pride, solange trans* leute jeden tag aufwachen, die nachrichten lesen, und sehen, dass sie wieder in 1 land weniger reisen können, dass merz ihre gesundheitsversorgung angreift &#8211; schon wieder -, dass wieder ein geschwister verschwunden ist.<br />
und so weiter<br />
und so fort<br />
heute sind es vielleicht trans* leute<br />
morgen sind es deine freund*innen<br />
aber übermorgen<br />
bist es<br />
Du.</p>
<p>nun ja. komma, aber. komma, punkt.<br />
pride ist auch<br />
trans* leute, die mir die hand reichen,<br />
die medikamente reichen,<br />
die papiere reichen,<br />
den therapieplatz reichen,<br />
die wohnungstür öffnen,<br />
das buffet reichen,<br />
die ihre blicke reichen, die blicke, die wissen,<br />
blicke, die beißen,<br />
zähne, die riechen,<br />
zähne, die streicheln,<br />
und die hände natürlich, die das sofa ausziehn,<br />
die dann irgendwann auch (metaphorisch)<br />
mich ausziehen &#8211; t4t forever, baby.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Until you all have your rights“ – Die vergessene Geschichte eines Aufstands </title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/06/until-you-all-have-your-rights-die-vergessene-geschichte-eines-aufstands/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Jun 2025 09:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[pride month]]></category>
		<category><![CDATA[stonewall]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16990</guid>

					<description><![CDATA[Der Christopher-Street-Day wird oft als fröhliches Fest, welches bunt und laut queeres Leben zelebriert, wahrgenommen. Doch im Kontext von zunehmender Repression und Gewalt gegen queere Menschen, erinnert Romy an die Geschichte des CSD. Wilde Musik, bunte Kleidung und eine ausgelassene Stimmung, die sich den ganzen Tag lang durch die gesamte Stadt zieht – die meisten haben]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Der Christopher-Street-Day wird oft als fröhliches Fest, welches bunt und laut queeres Leben zelebriert, wahrgenommen. Doch im Kontext von zunehmender Repression und Gewalt gegen queere Menschen, erinnert Romy an die Geschichte des CSD.</strong><span id="more-16990"></span><span data-ccp-props="{}"> </span><span data-contrast="auto">Wilde Musik, bunte Kleidung und eine ausgelassene Stimmung, die sich den ganzen Tag lang durch die gesamte Stadt zieht – die meisten haben solche beschwingten Bilder im Kopf, wenn sie an den Christopher-Street-Day denken. Ein Tag, an dem das queere Leben gefeiert wird. Ein Tag, an dem man frei sein kann.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Vor 56 Jahren sah das ganze noch ganz anders aus. Dort nahm der Christopher-Street-Day am 28.06.1969 seinen Ursprung – ausgehend von untragbarer Polizeigewalt.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">In den 70er Jahren in New York gab es für queere Personen alles andere als viele Möglichkeiten, sich frei in ihrer Identität und in ihrer Sexualität auszuleben. Ganz im Gegenteil – in den meisten Staaten der USA war Homosexualität noch illegal und alle anderen Sexualitäten, Identitäten und Identifizierungen abseits des binären, heterosexuellen Geschlechtersystems standen unter starker Repression. Orte, an denen sich queere Menschen nicht verstecken mussten, gab es wenige. Doch einen Ort gab es, mitten im New Yorker Stadtteil Greenwich Village: Die Bar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Am Morgen des 28. Junis stürmten einige Polizeikräfte die Bar. Das war nicht das erste Mal. Normalerweise verschwanden sie nach einer geraumen Zeit wieder – doch nicht an diesem Tag. Mit einer enormen Brutalität durchsuchten sie BesucherInnen und verlangten nach Ausweisen, was für einige queere Personen, die sich aufgrund von Diskriminierung und Repression im Hintergrund halten mussten, verheerend sein könnte: wenn ihre Namen beispielweise von der Zeitung veröffentlich würden, könnte das für sie gefährlich werden. Viele PolizistInnen verhafteten wahllos Personen, die nicht in ihr heteronormatives Bild passten – es war eine Razzia, angetrieben von Hass. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Die Bar was das Zuhause von vielen mehrfachdiskriminierten Personen: Schwarze Dragqueens, lesbische Frauen, BIPoC-Transpersonen, männliche Prostituierte und auch obdachlose Jugendliche konnten dort Schutz und ein Stück Freiheit finden. Und das wollten sie beschützen.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto"> „We shall overcome“ und „Gay Power“ waren Rufe und Gesänge, die kurze Zeit später durch die Straßen hallten. Immer mehr Protestierende kamen vor das Lokal, um sich gegen die Gewalt und Diskriminierung durch die PolizistInnen zu wehren. Der Aufstand dauerte ganze vier Tage. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Drei Personen, die einen besonders großen Anteil an dem Auf- und Widerstand hatten, waren die drei queeren Aktivistinnen: Die schwarze Transfrau Marsha P. Johnson, die Homosexuellen- und Transrechte-Aktivistin Sylvia Rivera und Stormé Delarvarie, LGBTQIA+ Aktivistin und aktiv in der Dragszene. Sie mobilisierten und ermutigten umstehende Personen, sich gegen die Brutalität zu wehren. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Der Widerstand war nicht umsonst: Der Stonewall-Aufstand löste eine riesige Welle von politischem Aktivismus und einer Bewegung für die Rechte von Homosexuellen und Transpersonen aus. Ein Jahr nach dem Widerstand gründeten Marsha und Sylvia die Organisation „Street Transvestite Action Revolutionaries“, kurz „STAR“. Die Organisation setzte sich vor allem für queere Jugendliche und auf der Straße lebende SexarbeiterInnen ein, die im „Star House“ eine Unterkunft und Schutz finden konnten. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Bis zu ihrem Tod hat Marsha für marginalisierte Gruppen gekämpft und war eine der Leitfiguren des Stonewall-Aufstandes, der so viel Leid verursacht, und gleichzeitig zu so viel Veränderung geführt hat. Und Veränderung ist weiterhin nötig, bis ausnahmslos alle die gleichen Rechte haben. Wie Marsha gesagt hat: „You never completely have your rights, one person, until you all have your rights“.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
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		<title>Mental Health in der Kreativbranche</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/06/16965/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Jun 2025 09:40:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Mental Health]]></category>
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					<description><![CDATA[46 % der Menschen, die in der Kreativbranche arbeiten, haben Angst oder Depressionen. Die ist deutlich höher, als Vergleichwerte in anderen Berufsgruppen. Warum dies so ist und wie Awerness geschaffen werden kann, das seht ihr in Lilith’s neuem Video.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">46 % der Menschen, die in der Kreativbranche arbeiten, haben Angst oder Depressionen. Die ist deutlich höher, als Vergleichwerte in anderen Berufsgruppen. Warum dies so ist und wie Awerness geschaffen werden kann, das seht ihr in Lilith’s neuem Video.</strong><span id="more-16965"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Durch die Blume: Arne über Pick-Up-Artists</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/06/durch-die-blume-arne-ueber-pick-up-artists/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jun 2025 09:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Dating]]></category>
		<category><![CDATA[Dating Coaches]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männercoach]]></category>
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					<description><![CDATA[Für eine neue Folge Durch die Blume hat Moe Arne getroffen. Arne ist Medienpädagoge und hat vor einigen Jahren, im Rahmen einer Recherche für die Bachlorarbeit eines Freundes, ein Pick-Up-Artist Seminar besucht. Über das, was er dort erlebt hat und warum solche Seminare erfolgreich sind, spricht er in der neuen Folge.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Für eine neue Folge Durch die Blume hat Moe Arne getroffen. Arne ist Medienpädagoge und hat vor einigen Jahren, im Rahmen einer Recherche für die Bachlorarbeit eines Freundes, ein Pick-Up-Artist Seminar besucht. Über das, was er dort erlebt hat und warum solche Seminare erfolgreich sind, spricht er in der neuen Folge.</strong><span id="more-16951"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mental Health</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/06/mental-health/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CarMiA]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Jun 2025 09:44:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Mental Health]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Psychische Krankheiten suchen sich ihr Geschlecht nicht aus&#8220;. Ziad und Nic haben sich in ihrem neuen Video mit Psychischen Krankheiten beschäftigt und zeigen anhand popkultureller Referenzen, wie sich diese zeigen und wie wir damit umgehen können, wenn Menschen aus unserem Umfeld erkranken.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Psychische Krankheiten suchen sich ihr Geschlecht nicht aus&#8220;. Ziad und Nic haben sich in ihrem neuen Video mit Psychischen Krankheiten beschäftigt und zeigen anhand popkultureller Referenzen, wie sich diese zeigen und wie wir damit umgehen können, wenn Menschen aus unserem Umfeld erkranken.</strong><span id="more-16944"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Deine Leere</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/06/deine-leere/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophie]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Jun 2025 10:05:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Mental Health]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstfindung]]></category>
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					<description><![CDATA[„In diesem berührenden Gedicht erzählt Sophie von ihrem inneren Kampf mit Erwartungen, Unsicherheiten und dem Wunsch, ihr wahres Ich zu finden. Ein stiller, kraftvoller Blick auf Selbstzweifel und die Suche nach Authentizität.“ Manchmal voller Wut, Manchmal voller Trauer Trotzdem immer ein bisschen leer So, als würde etwas fehlen – Etwas, was du nicht benennen darfst,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„In diesem berührenden Gedicht erzählt Sophie von ihrem inneren Kampf mit Erwartungen, Unsicherheiten und dem Wunsch, ihr wahres Ich zu finden. Ein stiller, kraftvoller Blick auf Selbstzweifel und die Suche nach Authentizität.“</strong><span id="more-16940"></span></p>
<p>Manchmal voller Wut,<br />
Manchmal voller Trauer</p>
<p>Trotzdem immer ein bisschen leer</p>
<p>So, als würde etwas fehlen –<br />
Etwas, was du nicht benennen darfst, nie benennen durftes<br />
Vielleicht auch nie benennen konntest</p>
<p>In jeder Ecke, in jedem Winkel hast du danach gesucht<br />
Die schweren Blicke Erwartungen der anderen, die dich formen wollten auf deinen Schultern<br />
Wie man zu sein hat, wie man sein soll</p>
<p>Vielleicht war es mal da,<br />
Vielleicht aber auch nicht</p>
<p>In Spiegeln, die dein Selbstbild verzerren<br />
Mit Worten, die dich kleiner machen</p>
<p>Lauter, leiser<br />
Näher, entfernter</p>
<p>Mal nachdrücklich mit Pinselstrich gezeichnet<br />
Mal seicht wie eine Feder</p>
<p>Bist du das – oder verschwindest du jeden Tag ein bisschen mehr unter dem Deckmantel der<br />
Vorstellungen von dem, was du sein solltest?</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Weibliche Wut</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/06/weibliche-wut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Diedesianna]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Jun 2025 09:10:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Mental Health]]></category>
		<category><![CDATA[Wut]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16927</guid>

					<description><![CDATA[Anna hat es satt, dass wütende Frauen nicht ernst genommen werden, weibliche Sozialisation Wut unterdrückt und dass dies krank macht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Anna hat es satt, dass wütende Frauen nicht ernst genommen werden, weibliche Sozialisation Wut unterdrückt und dass dies krank macht.</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
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