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	<title>Meine Welten &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Meine Welten &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<item>
		<title>Ich bin erwachsen &#8211; Aber seit wann eigentlich?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/07/ich-bin-erwachsen-aber-seit-wann-eigentlich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michelle]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jul 2026 09:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Coming of Age]]></category>
		<category><![CDATA[Erwachsenwerden]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie wird Erwachsensein definiert? Ist es der Moment, in dem wir das erste mal alleine wohnen? Oder vielleicht der 18. Geburtstag, der erste Job? In ihrem aktuellen Text schreibt Michelle über die unklaren Grenzen des Erwachsenseins, die Erwartungen anderer und die ständige Suche nach dem eigenen Weg. Vielleicht, seit ich allein wohne, meine Wäsche selbst]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong data-renderer-mark="true">Wie wird Erwachsensein definiert? Ist es der Moment, in dem wir das erste mal alleine wohnen? Oder vielleicht der 18. Geburtstag, der erste Job? In ihrem aktuellen Text schreibt Michelle über die unklaren Grenzen des Erwachsenseins, die Erwartungen anderer und die ständige Suche nach dem eigenen Weg.</strong><span id="more-17574"></span></p>
<p>Vielleicht, seit ich allein wohne, meine Wäsche selbst wasche und mein Essen koche. Aber das habe ich schon getan, als ich noch bei meiner Mutter gelebt habe. Damals hatte ich „Haushaltsgeld“ und habe mich größtenteils selbst versorgt. Ich war 15 – also sicher noch nicht erwachsen.</p>
<p>Vielleicht seit meinem 18. Geburtstag, seit ich in Deutschland als volljährig gelte. Doch auch in diesem Alter habe ich vieles falsch gemacht und noch weniger verstanden. Andererseits geht mir das manchmal immer noch so.</p>
<p>Vielleicht also ab dem Moment, in dem andere mich für erwachsen hielten. Aber auch diese Sicht schwankt. Zu oft habe ich gehört, mir fehle noch „die Lebenserfahrung“ und ich würde das alles später ganz anders sehen. Vielleicht stimmt es, dass sich Meinungen ändern. Aber macht das die jetzigen weniger gültig?</p>
<p>Irgendwann jedenfalls haben alle angefangen zu erwarten, dass ich erwachsen bin – ohne mich zu fragen, wie sich das eigentlich anfühlt. Und sie fragten: Was machst du jetzt? Als wäre „jetzt“ ein Ort, den ich längst hätte erreichen müssen. Ich weiß nicht, was ich jetzt mache. Ich lebe. Ich stolpere über meinen eigenen Weg und versuche, dabei die Richtung nicht ganz zu verlieren.</p>
<p>„Und was, wenn das nicht klappt?“ Dann versuche ich es weiter.</p>
<p>Das Leben besteht nicht aus Checkpoints, die man freischaltet – und wenn man einen verpasst, muss man nicht sofort die Richtung ändern. Auch das Erwachsensein ist kein Punkt, den man plötzlich erreicht. Es ist ein Prozess. Ein Weg aus Fehlern, Zweifeln und Lernen. Und damit hört man, wie man so sagt, nie auf.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fast 30 und immernoch lost</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/06/fast-30-und-immernoch-lost/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kreaty]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jun 2026 09:00:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Coming of Age]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstakzeptanz]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstliebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Im neuen Video fragt sich Kreaty, wie beeinflussen frühere Traumata unsere Identität? Warum ist es wichtig, sich selbst zu akzeptieren und zu lernen, dass „anders sein“ vollkommen in Ordnung ist?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Im neuen Video fragt sich Kreaty, wie beeinflussen frühere Traumata unsere Identität? Warum ist es wichtig, sich selbst zu akzeptieren und zu lernen, dass „anders sein“ vollkommen in Ordnung ist?</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Umweg als Regel</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/05/der-umweg-als-regel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Luisa Galli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 May 2026 09:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Berufsorientierung]]></category>
		<category><![CDATA[Coming of Age]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Manchmal verläuft das Leben ganz anders, als man denkt. Von der Tagesschau-Moderatorin über die Alternative Bundeskanzlerin bis zur Begleiterin – der Weg ist oft ein Umweg. Luisas Text zeigt, wie gesellschaftliche Erwartungen und Geschlechterrollen unsere Entscheidungen beeinflussen. Es kommt oft anders, als man denkt Vor allem, wenn es um den eigenen Weg geht. Auch ich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Manchmal verläuft das Leben ganz anders, als man denkt. Von der Tagesschau-Moderatorin über die Alternative Bundeskanzlerin bis zur Begleiterin – der Weg ist oft ein Umweg. Luisas Text zeigt, wie gesellschaftliche Erwartungen und Geschlechterrollen unsere Entscheidungen beeinflussen.</strong><span id="more-17491"></span></p>
<h3>Es kommt oft anders, als man denkt</h3>
<p>Vor allem, wenn es um den eigenen Weg geht. Auch ich dachte lange, es gäbe diesen einen Lebensplan, der einfach funktioniert, wenn ich mich nur genug anstrenge.</p>
<p>Es begann als Grundschulkind, da wollte ich Tagesschau-Moderatorin werden, weil ich so gern redete. Bis ich gemerkt habe, dass ich nicht neutral bleiben will. Als Teenager wollte ich dann als alternative Bundeskanzlerin werden. Bis mir klar wurde, dass dieser Weg Parteistrukturen braucht, die ich so nicht wollte. Heute, als junge Erwachsene, geht es mir mehr darum, andere dabei zu unterstützen, sich selbst zu helfen.</p>
<p>Ich bin also durch drei Phasen gegangen, mit drei völlig unterschiedlichen Richtungen. Die Wendepunkte waren dabei immer ähnlich. Es waren keine großen Entscheidungen, sondern eher ein leises Gefühl, dass etwas nicht mehr stimmt. Genau da wird es schwierig, denn wir wachsen stets in einem Spannungsfeld zwischen eigenen Wünschen und den Ansprüchen von außen auf. Sich darin zu finden, erzeugt Druck. Und schnell passiert es, dass man sich daran orientiert und nicht mehr an sich selbst. Dass Entscheidungen sinnvoll wirken, aber sich nicht richtig anfühlen – so wie es bei mir der Fall war – ist dann die Konsequenz. Deswegen ist die Reflexion mit sich selbst auch so wichtig. Wer bin ich? Wer will ich sein? Wovor habe ich Angst?</p>
<p>So gelingt es, bei sich zu bleiben. Denn Außenstehende wissen nie so viel wie man selbst. Für Außenstehende wirkt vieles riskanter als für einen selbst. Deswegen ist es kein Maßstab, sondern nur eine Perspektive von vielen. Wenn sich etwas richtig anfühlt, reicht das oft als Ausgangspunkt. Und selbst wenn es nicht aufgeht, bleibt etwas: die Erfahrung.</p>
<p>Bei mir verlief es von der Moderatorin zur Kanzlerin zur Begleiterin. Drei Richtungen ohne einen roten Faden. Aber jede davon hat etwas hinterlassen. Und genau deshalb kommt es oft anders, als man denkt. Vielleicht sogar viel besser.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Aufwachsen in Schubladen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/05/aufwachsen-in-schubladen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 May 2026 09:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Coming of Age]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Schubladen]]></category>
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					<description><![CDATA[Anhand des fiktiven Mädchens Silvie, beschreibt Romy wie Kinder in stereotype Geschlechterrollen gedrängt werden und welche Folgen das hat. Die Geschichte verdeutlicht, wie früh Erwartungen ihr Selbstbild prägen können und wie wichtig es ist, Kindern die Freiheit zu geben, ihre Talente ohne Einschränkungen zu entdecken. Ein wichtiger Schritt für eine offenere und vielfältigere Zukunft! „Wir]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Anhand des fiktiven Mädchens Silvie, beschreibt Romy wie Kinder in stereotype Geschlechterrollen gedrängt werden und welche Folgen das hat. Die Geschichte verdeutlicht, wie früh Erwartungen ihr Selbstbild prägen können und wie wichtig es ist, Kindern die Freiheit zu geben, ihre Talente ohne Einschränkungen zu entdecken. Ein wichtiger Schritt für eine offenere und vielfältigere Zukunft!</strong><span id="more-17481"></span></p>
<blockquote><p>„Wir werden nicht als Frauen geboren, wir werden dazu gemacht“ – Simone de Beauvoir.</p></blockquote>
<p>Mit diesem Satz zeigt die französische Schriftstellerin und Philosophin einen zentralen Aspekt des Aufwachsens und Erwachsenwerdens auf, der uns alle betrifft. Ein Aspekt, dem wir zunächst mehr oder weniger ausgeliefert sind – ob wir wollen, oder nicht: Sozialisation.</p>
<p>Wir alle sind geprägt, gerade im jungen Alter, von unserem Umfeld. Von den Menschen, die uns großziehen. Von denjenigen, mit denen wir unsere Zeit verbringen, die oft auch Vorbilder für uns darstellen. Sie alle können einen großen Einfluss darauf haben, wer wir später sind, und wie wir uns selbst wahrnehmen. Nicht jeder erlebt die Sozialisation dabei auf eine gleiche Art und Weise – wir als Individuen werden natürlich auch von den unterschiedlichsten, individuellen Menschen aufgezogen und geprägt. Das macht diesen Prozess aber nicht frei von Strukturen. Im Gegenteil. Gerade in Bezug auf die Geschlechter lässt sich sehen: bei Mädchen und Jungen gibt es ein sich stark unterscheidendes Muster. Aufgrund unseres Geschlechtes geschieht die Sozialisation unterschiedlich und drängt uns nach und nach, ob latent oder deutlich, in eine bestimmte Rolle. Das nennt sich geschlechtsspezifische Sozialisation. Ich werde in dem Text sowohl darauf eingehen wie geschlechtsspezifische Sozialisation sich äußern kann, als auch, was das für die spätere Identität von Kindern bedeuten kann.</p>
<h3>Silvie – ein Beispiel für das System</h3>
<p>Um den Prozess zu verdeutlichen, werde ich nun aus der Perspektive eines heranwachsenden, fiktiven Mädchens namens Silvie sprechen. Was sie hier erlebt, was ihr gesagt und vermittelt wird, hat noch einen maßgeblichen Einfluss darauf, wie sie später ihr Leben gestalten möchte.</p>
<p>Silvie liebt es eigentlich, in die Schule zu gehen. Sie ist jetzt in der vierten Klasse und freut sich schon riesig auf die weiterführende Schule. Sie möchte auf ein naturwissenschaftliches Gymnasium gehen, um ihrem Traum, eine Physikerin zu werden, noch näher zu kommen. Gleich hat Silvie Matheunterricht. Kurz vor Unterrichtsbeginn fällt dem Lehrer auf: die Stühle reichen nicht. „Können kurz drei starke Jungs mitkommen, um mir beim Stühletragen zu helfen?“, fragt der Lehrer in die Runde. Silvie hätte zwar auch gerne geholfen, aber ihre Hilfe ist hier wohl nicht angebracht, denkt sie.</p>
<p>Die Stunde geht vorüber, es ist an der Zeit, dass die Noten der letzten Mathe-Schulaufgabe herausgegeben werden. Vorher äußert sich ihr Lehrer noch kurz zu den Noten: „Ich soll sowas eigentlich nicht sagen, aber mir ist dieses Mal besonders aufgefallen, dass sich die Mädchen beim Lernen wohl etwas mehr ins Zeug gelegt haben als die Jungen. Schon ungewöhnlich, Naturwissenschaften liegen nämlich Jungs viel mehr, das ist auch irgendwie ein Jungsfach. Aber genug geredet, hier die Schulaufgaben!“</p>
<p>Silvie freut sich sehr über ihre Zwei, verunsichert ist sie trotzdem. Wenn Naturwissenschaften „Jungssache“ ist, macht ihr Traum dann überhaupt noch Sinn?</p>
<h3>Geschlechtsspezifische Schubladen</h3>
<p>Was Silvie dort erlebt, ist ein konkret veranschaulichtes Beispiel dessen, wie geschlechtsspezifische Sozialisation aussehen kann. Kindern wird schon im jungen Alter ein Bild vermittelt von einem binären Geschlechtersystem, dessen zwei Geschlechter sich angeblich signifikant unterscheiden in ihren Talenten und Stärken. Männliche Attribute fokussieren sich dabei meist auf Stärke, körperlich und emotional. Weibliche Attribute drehen sich meist um Fürsorge, Liebe, Emotionalität.</p>
<p>Kindern werden dabei Schubladen offenbart, in die sie sich, ihrem biologischen Geschlecht gemäß, einordnen sollen. Diese Schubladen stehen in Verbindung mit einer Erwartungshaltung an Kinder, wie sie sich später Verhalten sollen – „ihrem Geschlecht gemäß“, natürlich.</p>
<p>Auch Sätze oder Begriffe wie „Jungssache“ oder „Mädchensache“ können dazu führen, dass Kinder zum einen ihren Talenten nicht nachgehen, wenn sie eher dem anderen Geschlecht zugeordnet werden. Zum anderen kann es sie davon abschrecken, verschiedenste Dinge auszuprobieren, um festzustellen, was sie wollen und worin sie gut sind. Das kann auch signifikante Auswirkungen auf ihr späteres Leben und ihre Karriere haben, wenn sie das Gefühl bekommen sich in dem zurückhalten zu müssen, was sie wirklich machen wollen.</p>
<p>Auch Spielzeuge können einen Einfluss darauf haben, in welcher Rolle sich Kinder schon früh beginnen einzuordnen. So vermitteln beispielsweise Spielzeuge wie Puppen oder der Kochherd, die unter anderem in der Werbung meist an Mädchen adressiert werden, früh die erwartete Rolle von Frauen als Fürsorgerinnen, Kümmerinnen und Mütter. Das kann den Eindruck vermitteln, dass die Mädchen später einmal für genau das Verantwortung übernehmen sollen – nämlich für die Care-Arbeit. In diese werden Mädchen auch früher eingebunden, beispielsweise für Aufgaben wie das Aufräumen der Spülmaschine oder den Frühjahrsputz.</p>
<h3>Die Folge geschlechtsspezifischer Sozialisation</h3>
<p>Diese Art von Sozialisation, die uns unserem Geschlecht gemäß in bestimmte Kategorien steckt, hat allerdings nicht nur einen möglichen Einfluss auf unseren späteren Karriereweg. Sie kann auch der mentalen Gesundheit schaden.</p>
<p>So wird Männern beispielsweise ein Männlichkeitsbild vermitteln, in welchem sie dauerhafte Stärke zeigen müssen – diese „Stärke“ wird hier verbunden mit dem Unterbinden vom Zeigen der eigenen Emotionen, beispielsweise mit dem Weinen. Dieses Bild von „Stärke“ kann außerdem dazu führen, dass Männer sich keine oder zu spät Hilfe holen, wenn sie welche bräuchten, beispielsweise im Umgang mit psychischen Krankheiten oder auch suizidalen Gedanken. Auch Attribute wie „das Zeigen von Dominanz“ kann für jene Männer belastend sein, die sich davon distanzieren, und dafür auf Ablehnung, insbesondere von anderen Männern, stoßen können.</p>
<p>Eine solche Form von Ablehnung erleben auch Frauen, die sich nicht den Charaktereigenschaften gemäß verhalten, die von Ihnen erwartet werden. Im schlimmsten Fall äußert sich diese Form von Ablehnung in beispielsweise häuslicher, psychischer oder sexueller Gewalt – oder auch in einem Femizid.</p>
<p>Es ist wichtig zu verstehen, dass das, was wir unseren Kindern vermitteln, sich auf ihr späteres Leben, ihre Partnerschaften und sich selbst auswirken. Wir sollten Kindern die Möglichkeit lassen, sich in ihren Talenten und in ihrem Charakter frei entwickeln zu lassen – abseits von dem, was wir gesellschaftlich klar als stereotypisch „männlich“ und „weiblich“ in Schubladen einordnen möchten.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>die krankenkasse hat gesprochen // ich träume von care</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/04/die-krankenkasse-hat-gesprochen-ich-traeume-von-care/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Isaak]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2026 14:42:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Cash & Care]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[Zwei Texte, ein Gefühl: erst Wut, dann Utopie.Zwischen „Antrag abgelehnt“ und der Vorstellung, wie Care für alle aussehen könnte stellt Isaak die Frage, wer heute einfach durchs Raster fällt. I aber davor kannte ich leute, denen die krankenkasse die gesundheitsversorgung gestrichen hat – antrag auf kostenübernahme: abgelehnt und die dann gestorben sind an der erkrankung]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Zwei Texte, ein Gefühl: erst Wut, dann Utopie.</strong><br data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="hardBreak" data-prosemirror-node-inline="true" /><strong>Zwischen „Antrag abgelehnt“ und der Vorstellung, wie Care für alle aussehen könnte stellt Isaak die Frage, wer heute einfach durchs Raster fällt.</strong><span id="more-17430"></span></p>
<h3>I</h3>
<p>aber davor kannte ich leute,<br />
denen die krankenkasse die gesundheitsversorgung<br />
gestrichen hat –<br />
antrag auf kostenübernahme: abgelehnt<br />
und die dann gestorben sind<br />
an der erkrankung selbst, an folgeerkrankungen, an su—<br />
wie demokratisch puritanisch-christlich preußisch vorbildlich fortgeschritten &amp; modern!<br />
du bist arm?</p>
<p>Sehr geehrte Frau ____<br />
Wir haben Ihren Antrag sorgfältig geprüft und müssen Ihnen leider Folgendes mitteilen:<br />
JUCKT.<br />
Bei Fragen rufen Sie uns gerne an, wir sind immer für Sie da.<br />
Mit freundlichen Grüßen,<br />
Ihre TK.</p>
<p>du kannst dir die 12.000 € für die notwendige behandlung nicht leisten?<br />
(juckt)<br />
our lord and saviour der medizinische dienst hat aber gesagt, dass du diese behandlung nicht brauchst<br />
(juckt)<br />
mythos der nation, des immerzu gesunden volkskörpers, unaufhaltsam, ewig<br />
(wessen leben ist wert genug? wer ist deutsch genug?)<br />
regress regress beschwerde kostenerstattungsverfahren beihilfe für gerichtliche kosten anwältin staatsanwaltschaft ich eröffne hiermit das verfahren: nichtbinäre person gegen techniker krankenkasse im obersten landesgericht kassel. sie dürfen sich setzen<br />
(die nichtbinäre person hat übrigens verloren; das gericht hat entschieden, dass they–)<br />
schlag ins gesicht<br />
nase gebrochen<br />
zukunft gebrochen<br />
fürs erste<br />
(juckt)</p>
<p>aber they wird nicht verschwinden<br />
nicht gestern, nicht heute, morgen auch nicht<br />
they wird schreiben, sprechen, mails schicken, steine schmeißen, träumen</p>
<h3>II</h3>
<p>ich träume in einer welt von care<br />
ich träume von einer welt, in der es genug care für alle gibt<br />
wirklich alle<br />
care arbeit fair bezahlt, fair umverteilt<br />
hello love: 0 femizide im jahr<br />
niemand wartet mehr auf den teller<br />
und<br />
zum Beispiel<br />
jede wohnungslose person krankenversichert ist und mit dem porsche ins bankenviertel fährt, um dort bitcoin bros und startup-„komm in die gruppe!!“-macker anzupöbeln<br />
und jede trans* person so früh, so spät, so oft transitionieren kann, wie, wo, wann sie möchte, und schwimmen gehen kann ohne angst<br />
wo kein einziger mensch die 9000 € mastek selber zahlen muss<br />
ich träume von einer welt<br />
wo jede bahn barrierefrei ist und alle rollstuhlfahrer*innen einen platz in der sneak finden<br />
und sonnenuntergänge die vielen leitsysteme &amp; menschen in gold, orange, pink tauchen<br />
wo z. B. niemand mehr zwischen klassenfahrt und mittagessen wählen muss<br />
ich träume davon, meinen freund*innen schreiben zu können, dass ich 17 verschiedene empathische, fortgebildete therapeut*innen in ihrer nähe gefunden habe, welche noch einen freien platz haben<br />
inklusive kassensitz obvs zum beispiel</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lukas über gleichberechtige Elternschaft und seine Vaterrolle</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/04/lukas-ueber-gleichberechtige-elternschaft-und-seine-vaterrolle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 11:39:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Cash & Care]]></category>
		<category><![CDATA[Elternschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Vaterschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Für eine neue Folge Durch die Blume hat Moritz sich mit Lukas in Hamburg getroffen. Lukas ist als @vollblutvater auf Instagram zu finden und spricht mit Moritz über seine Rolle als Vater, wie er und seine Partnerin es schaffen Elternschaft gleichberechtigt zu leben und wieso er als Vaterinfluencer doch noch mehr Frauen als Männer erreicht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Für eine neue Folge Durch die Blume hat Moritz sich mit Lukas in Hamburg getroffen. Lukas ist als @vollblutvater auf Instagram zu finden und spricht mit Moritz über seine Rolle als Vater, wie er und seine Partnerin es schaffen Elternschaft gleichberechtigt zu leben und wieso er als Vaterinfluencer doch noch mehr Frauen als Männer erreicht.</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Frau Schmidt bitte!“ – Der Gender-Health-Gap im Alltag</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/04/frau-schmidt-bitte-der-gender-health-gap-im-alltag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophie]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2026 09:38:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Cash & Care]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender Health Gap]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Zwischen „Ist bestimmt nur Stress“ und echten Diagnosen liegt oft mehr als Zufall: Sophia schreibt darüber, warum medizinische Ungleichbehandlung kein Einzelfall, sondern strukturelles Problem ist. Wenn ich an einen Besuch beim Arzt denke, fallen mir allerlei Assoziationen ein: klinisch saubere Flure und ein leichter Geruch von Desinfektionsmittel, alles ist in Weiß oder Grün gehalten, an]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zwischen „Ist bestimmt nur Stress“ und echten Diagnosen liegt oft mehr als Zufall: Sophia schreibt darüber, warum medizinische Ungleichbehandlung kein Einzelfall, sondern strukturelles Problem ist.</strong><span id="more-17416"></span></p>
<p>Wenn ich an einen Besuch beim Arzt denke, fallen mir allerlei Assoziationen ein: klinisch saubere Flure und ein leichter Geruch von Desinfektionsmittel, alles ist in Weiß oder Grün gehalten, an den Wänden abstrakte Kunst oder anatomische Lehrposter, kluge Menschen sagen schlaue Dinge. Im besten Fall helfen sie mir auch.</p>
<p>Ich sage bewusst im besten Fall, denn leider ist es so, dass die Realität anders aussieht. „Dann geh doch einfach in deine Hausarztpraxis, da wird dir sicher geholfen“, sage ich zu einem Freund, dem es seit ein paar Tagen nicht gut geht. Er kommt zurück mit Medikamenten, zwei Überweisungen und einem Check-up-Termin. Der Arzt wollte nicht nur die Symptome behandeln, sondern auch sichergehen, dass er der Ursache wirklich auf den Grund geht.</p>
<p>Ein paar Wochen später sitze ich in einer Sprechstunde und werde mit einem Rezept für Schmerztabletten weggeschickt, weil meine starken und anhaltenden Kopfschmerzen angeblich von zu geringer Flüssigkeitsaufnahme am Tag stammen, was ich zwar bestritten habe, aber das hat keinen Unterschied gemacht. „Schonen Sie Ihre Seele auch im Alltag“, wurde mir noch gutmütig mitgegeben. Eine Freundin erzählt mir, ihr wurde unterstellt, dass sie sich ihre Schmerzen nur einbilde. Als sie dann mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht wurde, weil sie vor Schmerzen ohnmächtig geworden war, nahm man sie plötzlich ernst. Die Frage „Warum haben Sie sich nicht schon früher gekümmert?“, kam aber trotzdem.</p>
<p>Beide Situationen sind nur zwei Beispiele von Erfahrungen, in denen Personen mit weiblich zugewiesenem Geschlecht bei der Geburt darunter leiden, dass sie in der Medizin nicht ernst genommen werden. Der Gender-Health-Gap beschreibt diese Ungleichheiten in der Behandlung zwischen Cis-Männern und allen, die eben keine sind.</p>
<p>Das liegt an unterschiedlichen Faktoren. Ein Punkt ist die Forschung, denn medizinische Studien wurden vor allem an Männern durchgeführt. Das bedeutet, dass Datengrundlagen, was beispielsweise Wirkstoffmengen von Medikamenten angeht, auf männlichen Körpern basieren. Beobachtete Symptome sind ein weiteres Problem, denn so passiert es, dass beispielsweise Herzinfarkte bei Frauen weniger schnell erkannt werden können, einfach weil die Symptomatik eine andere ist. Auch werden weibliche Schmerzen oft als „psychisch“ eingeordnet und Teil der hormonellen Einflüsse abgestempelt, welche den Schmerz trotzdem nicht weniger machen.</p>
<p>Wenn das Zusammenspiel solcher Ursachen das Leben der Hälfte aller Menschen aktiv beeinflusst, wenn jeder Arztbesuch zu einem „hoffentlich werde ich ernst genommen“ wird, ist das nicht nur ein Problem, sondern eine Struktur.</p>
<p>Patriarchat zeigt sich durch ungleiche Berufschancen oder Doppelmoral im Alltag. Patriarchat ist, wenn Männer als schuldunfähig gelten, da sie zu betrunken waren, aber betrunkene Frauen Schuld tragen an dem, was ihnen passiert ist. Patriarchat bedeutet auch, dass ein Vater ein toller Papa ist, weil er seinen Sohn von der Kita abholt und am Wochenende für die Familie kocht, aber die Mutter keine gute Mama ist, da sie wieder Vollzeit arbeiten geht.</p>
<p>Und Patriarchat bedeutet eben auch, zum Arzt zu gehen und keine angemessene Behandlung zu erhalten, weil man mir nicht zutraut, auf meinen Körper zu hören und meine Symptome adäquat zu beschreiben oder weil die Forschung nicht die richtigen Informationen für die Behandlung eines nicht-männlichen Körpers hergibt.</p>
<p>Kaum ein Gut ist so grundlegend wie die menschliche Gesundheit – sie ist eines der wichtigsten Dinge, die ein Mensch hat, und sollte nicht ungleich behandelt werden. Medizinische Neutralität darf nicht nur auf dem Papier neutral sein, sondern muss es auch im realen Leben.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hast du schon gegessen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/04/hast-du-schon-gegessen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phuong]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Apr 2026 15:03:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Cash&Care]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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					<description><![CDATA[„Hast du schon gegessen?“ bedeute für Phuong mehr als nur die Frage nach Hunger. Es geht um Fürsorge und das Gefühl, dass sich jemand kümmert. Auch wenn Sorgen groß und Zeit knapp sind. „Hast du schon gegessen?“, fragt mich meine Mama. Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass das in meiner Familie die]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong data-renderer-mark="true">„Hast du schon gegessen?“ bedeute für Phuong mehr als nur die Frage nach Hunger. Es geht um Fürsorge und das Gefühl, dass sich jemand kümmert. Auch wenn Sorgen groß und Zeit knapp sind.</strong><span id="more-17406"></span></p>
<p>„Hast du schon gegessen?“, fragt mich meine Mama.</p>
<p>Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass das in meiner Familie die Art und Weise ist, Fürsorge und Liebe auszudrücken. In diesem Zusammenhang habe ich später auch begriffen, dass meine Familie anders ist als die der meisten in meinem Umfeld. Meine Eltern haben nicht die finanzielle Freiheit und sozialen Privilegien vieler deutscher Normalbürger*innen. Sie waren oft von morgens bis abends unterwegs, um Geld zu verdienen. Um zu überleben. Um ihre Kinder zu versorgen. Diese chronische Abwesenheit führte dazu, dass meine große Schwester für viele Jahre meine Care-Person war, obwohl sie selber noch viel zu jung war, um diese Verantwortung zu tragen.</p>
<p>Die Armut, in der ich aufgewachsen bin, war für mich mit viel Scham, Neid und Frustration verbunden. Ich habe oft gelogen, wenn es um den Beruf meiner Eltern ging. Wenn ich das einzige Kind war, das ein Formular vom Jobcenter für die anstehende Klassenfahrt ausfüllen lassen musste, wollte ich mich oft vor den anderen Kindern verstecken. Meine Mama arbeitet als Reinigungskraft, deren Schicht täglich von fünf bis sieben Uhr morgens ist. Mein Papa ist Lieferant für ein vietnamesisches Restaurant und deshalb meist den ganzen Tag unterwegs.</p>
<p>Diese Formen von Prekarität haben meine Biografie beeinflusst und wie ich mich zu finanzieller Sicherheit, sozialer Klasse und Wohlstand beziehe. Während ich selten neue Kleidung und tolle Geschenke bekam und nie Urlaub in den Ferien gemacht habe, erinnere ich mich gleichzeitig daran, egal wie hart die Zeiten waren und sind, dass ich nie Hunger hatte. Es gab zwar nie die fancy Frühstücksbox, aber im Gegensatz zu meinen Eltern habe ich mir nie Gedanken um Essen machen müssen. Manchmal gab es Pizza, Chicken Nuggets, Döner. Meine Highlights waren die Sonntage, an denen wir zu McDonald’s gelaufen sind.</p>
<p>Meine Mama trägt einen Körper, der alt, krank, zerbrechlich, müde und erschöpft ist. Es ist ein Körper, der trotz Bandscheibenvorfall, chronischen Rücken- und Handgelenkschmerzen täglich ein Autohaus putzen muss, weil sonst Sanktionen vom Jobcenter drohen. Trotz allem kocht sie für die Familie, bedingungslos.</p>
<p>Es ist mein Vater, dessen Körper trotz starkem Schneesturm hart arbeiten muss, um Menschen, die sich an solchen Tagen zu Hause einkuscheln, das Essen zu liefern. Gebratene Nudeln und Frühlingsrollen. Das ist kein vietnamesisches Essen, das es bei uns zu Hause gibt, aber wer weiß das schon. Wenn er dann spät abends nach Hause kommt, schläft meine Mama längst schon. Sein Abendessen liegt für ihn jeden Tag auf dem Küchentisch bereit.</p>
<p>Meine Eltern sind einer von vielen Migrant*innen in Deutschland, die unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen arbeiten müssen. Viele, die in der Pflege unter hoher Arbeitsbelastung arbeiten; diejenigen, die beim Schneesturm nachts den Schnee von den Zuggleisen wegräumen; die, die Amazon-Pakete verpacken und ausliefern.</p>
<p>Für die Mehrheitsgesellschaft ist ihre Arbeit so unsichtbar, weil sie als selbstverständlich genommen wird. Wir sprechen oft von Care-Arbeit in familiären und häuslichen Verhältnissen, von Emanzipation und Feminismus. Jedoch sprechen wir viel zu selten über Körper wie diese, deren Arbeit das Land am Laufen hält. Dennoch werden sie gesellschaftlich nicht wertgeschätzt und behandelt, als wären sie austauschbar. Stattdessen bestimmen rassistische Vorwürfe den Diskurs um Arbeit und Migrationspolitik, wie Faulheit oder sie würden „den Deutschen die Arbeit wegnehmen“.</p>
<p>Ich glaube, dass wir im Kapitalismus verlernen, miteinander zu leben und füreinander zu sorgen. Wenn für einige die Basic Needs als selbstverständlich gelten, während andere hart arbeiten müssen, um diese zu erfüllen, läuft etwas ganz falsch im System. Ich denke, dass wir, wenn wir finanzielle Freiheit haben, den Luxus und die Rahmenbedingungen haben, uns um uns selbst kümmern zu können, uns zu verwirklichen und unsere Liebe einander stets aufmerksam zu zeigen. Nicht in ständiger Existenzangst zu leben, nicht genug Geld auf dem Konto zu haben.</p>
<p>Dies ist deshalb keine Geschichte einer patriarchalischen, rückständigen oder konservativen migrantischen Familie. Sondern die einer, wie unzählige andere, die unter dem Kapitalismus und sozialen Ausschlüssen auf diese Art und Weise überleben muss.</p>
<p>Und weil ich verstehe, dass meine Geschichte kein persönliches, sondern ein systematisches Versagen ist, weiß ich um die Bedeutung von „Hast du schon gegessen?“ und bin stets dankbar, eine Mama zu haben, die für mich bedingungslos kocht.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Sorgearbeit in der Coronakrise</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/03/sorgearbeit-in-der-coronakrise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carlotta]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2026 10:11:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Cash & Care]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Sorgearbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Alle zu Hause, aber wer macht eigentlich die Arbeit? Carlotta wirft einen Blick auf Homeoffice, Corona und warum Care-Arbeit selbst in „progressiven“ Familien plötzlich wieder Frauensache wird. Seit der Corona-Pandemie ist das Home-Office-Modell beliebter geworden und immer mehr Menschen arbeiten heutzutage vielleicht 1 oder 2 Tage die Woche von daheim. Man spart sich lange Wege]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Alle zu Hause, aber wer macht eigentlich die Arbeit? </strong><strong>Carlotta wirft einen Blick auf Homeoffice, Corona und warum Care-Arbeit selbst in „progressiven“ Familien plötzlich wieder Frauensache wird.</strong><span id="more-17394"></span></p>
<p>Seit der Corona-Pandemie ist das Home-Office-Modell beliebter geworden und immer mehr Menschen arbeiten heutzutage vielleicht 1 oder 2 Tage die Woche von daheim. Man spart sich lange Wege zur Arbeit, langsamen Verkehr oder den Tratsch der nervigen Kolleg*innen. Außerdem kann es Vorteile bieten, den Arbeitsalltag besser mit anderen Aufgaben wie Kinderbetreuung oder Hausarbeit zu vereinbaren. Ob dies nun auch zu mehr Geschlechtergerechtigkeit bei der Arbeitsteilung von Care-Aufgaben führt, ist jedoch fraglich. Obwohl alle zu Hause waren, wurde der größere Teil der Sorgearbeit während der Pandemie von Frauen übernommen (<a href="https://www.boeckler.de/de/boeckler-impuls-frauen-in-der-coronakrise-starker-belastet-29949.htm">Frauen in der Coronakrise stärker belastet &#8211; Hans-Böckler-Stiftung</a>). Und auch nach der Pandemie-Zeit hängt die gerechte Arbeitsteilung stark von den Rollenbildern innerhalb einer Familie ab (<a href="https://www.mdr.de/wissen/psychologie-sozialwissenschaften/gleichberechtigung-im-homeoffice-100.html">Home-Office kann dazu führen, dass Frauen noch mehr Hausarbeit übernehmen | MDR.DE</a>). Diese ungleiche Verteilung hat sich auch sehr deutlich in meiner eigenen Familie gezeigt.</p>
<p>Zu der Zeit des Corona-Lockdowns 2020 war ich 18 Jahre alt und besuchte die 12. und ab Sommer die 13. Klasse eines Gymnasiums, stand also ein Jahr vor meinem Abitur. Ich habe mit meinem jüngeren Bruder (17 Jahre zu der Zeit) bei unserer Mutter gelebt, die glücklicherweise jeden Tag arbeiten gehen konnte. An meiner Schule gab es nach dem ersten strengeren Lockdown von 5 Wochen eine Sonderregelung für die zukünftigen Abiturient*innen. So durfte nur die 12. (zukünftig 13.) Klasse für mehrere Monate alleine die Schule besuchen. Es ermöglichte den knapp 100 Schüler*innen meines Jahrgangs, bei strengen Hygieneregeln einen normalen Schulalltag zu führen. Währenddessen musste mein Bruder, der damals die 10. Klasse besuchte, sich mit vermehrten Hausaufgaben und Online-Schule herumschlagen.</p>
<p>Meine Mutter und ich waren somit häufig den ganzen Tag außer Haus, während mein Bruder jeden Tag überwiegend in seinem Zimmer verbrachte. Häufig bekamen wir von unserer Mutter damals Haushaltsaufgaben, die zu erledigen waren, bevor sie wieder zu Hause war. Da meine Mutter Vollzeit arbeitete, war ich häufig vor ihr zu Hause und meistens waren die aufgetragenen Aufgaben von meinem Bruder nicht erledigt worden. So kam es dazu, dass ich viele Haushaltsaufgaben für Monate übernahm – während ich noch zur Schule ging und regelmäßig Nachhilfe gab. Ich kümmerte mich häufig um das Mittagessen für uns beide, ging einkaufen, machte die Wäsche und putzte manchmal die Wohnung. Obwohl es meiner Mutter klar war, dass ich überwiegend die Aufgaben übernahm, wurde das einfach so hingenommen. Es nervte uns beide natürlich, dass mein Bruder häufig nicht mithalf, aber so richtig dazu zwingen konnte man ihn auch nicht.</p>
<p>Während meine Mutter mich auch nie dazu gezwungen hat, diese Aufgaben zu übernehmen, war es für mich eine Selbstverständlichkeit, sie zu unterstützen, da ich ja selber mehr Zeit hatte als sie. Ich denke, dass dies mit unserem Bild von Geschlechterrollen zusammenhängt. Auch wenn ich unsere Familie immer als progressiv wahrgenommen habe, die keinen Wert auf traditionelle Rollenbilder legt, existieren diese doch irgendwie in unseren Köpfen. Auch heute noch wird uns vorgelebt, wie die Haushaltsaufgaben „Frauensache“ sind, wie es in unserer Natur läge oder weil die Männer ja den ganzen Tag arbeiten müssten, hätten sie keine Kapazitäten mehr für Haus- und Sorgearbeit. Dass Frauen auch arbeiten, vielleicht in Teilzeit, weil Männer ja mehr verdienen, oder dass Care-Arbeit auch Arbeit ist, wird nicht anerkannt. Als Mann darf man es sich leisten, diese Aufgaben auszulagern, als Frau wäre man dann eine schlechte Mutter oder Partnerin. Und so war es irgendwie dann die Aufgabe von meiner Mutter und mir, die Haushaltsaufgaben und damit auch die Verantwortung für ein angenehmes gemeinschaftliches Leben zu übernehmen, während mein Bruder davon profitierte. Ich finde, ich es spannend, wie diese Rollenverhältnisse durch die Krise so stark hervorgebracht wurden, während ich dies vorher in unserer Familiendynamik nie so stark wahrgenommen habe.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bericht aus der Arbeitslosigkeit</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/03/bericht-aus-der-arbeitslosigkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Beau]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Mar 2026 09:00:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Cash & Care]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Was bedeutet Arbeit in einem System, das manche sichtbarer macht als andere?Beau – trans*maskulin, nicht-binär und irgendwo zwischen Kunst, Studium und Prekarität – nimmt uns mit in die „shadowlands“ des Kapitalismus. Ein persönlicher Einblick in unsichtbare Arbeit, fehlende Gleichberechtigung und die Frage, wer überhaupt Platz bekommt. Vor kurzem habe ich zum ersten Mal in meinen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Was bedeutet Arbeit in einem System, das manche sichtbarer macht als andere?</strong><br data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="hardBreak" data-prosemirror-node-inline="true" /><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Beau – trans*maskulin, nicht-binär und irgendwo zwischen Kunst, Studium und Prekarität – nimmt uns mit in die „shadowlands“ des Kapitalismus. Ein persönlicher Einblick in unsichtbare Arbeit, fehlende Gleichberechtigung und die Frage, wer überhaupt Platz bekommt.</strong><span id="more-17372"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">Vor kurzem habe ich zum ersten Mal in meinen Leben die </span><i><span data-contrast="auto">shadowlands</span></i><span data-contrast="auto"> betreten.  </span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Die </span><i><span data-contrast="auto">shadowlands</span></i><span data-contrast="auto"> bilden ein Konzept der kanadischen Autorin und Journalistin Naomi Klein, die darüber in ihrem Beststeller </span><i><span data-contrast="auto">Doppelgänger</span></i><span data-contrast="auto"> berichtet; es handelt sich um die dunklen Flächen am Rand des Kapitalismus, in die ungeliebte Arbeit „verschwindet“. Arbeit, die wir selbst nicht machen wollen, schieben wir auf die </span><i><span data-contrast="auto">shadowlands</span></i><span data-contrast="auto"> ab. Dazu gehört eine breite Spanne von Tätigkeiten – die Herstellung von Textilien, Haushaltsgegenständen und Essen beispielsweise, aber auch logistische Herausforderungen wie der Gang zu einem Geschäft lässt sich problemlos auf die </span><i><span data-contrast="auto">shadowlands</span></i><span data-contrast="auto"> verlagern. Klein arbeitet heraus, dass die Arbeit sich natürlich nicht in Luft auslöst, oder irgendwo hinter verschlossenen Türen von reibungslos funktionierenden, anspruchslosen Maschinen verrichtet wird. Die </span><i><span data-contrast="auto">shadowlands</span></i><span data-contrast="auto"> sind genau wie alle anderen Arbeitsplätze von Menschen bevölkert. </span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Zehn bis fünfzehn Stunden meiner Woche bringe ich nun in den </span><i><span data-contrast="auto">shadowlands</span></i><span data-contrast="auto"> zu, um meine staatliche Unterstützung aufzustocken und der Behörde meinen Arbeitswillen zu demonstrieren. Eine kleine Summe an Zeit im Vergleich mit meinen in Vollzeit arbeitenden Kolleg*innen, und die Umstände in meinem privaten </span><i><span data-contrast="auto">shadowland</span></i><span data-contrast="auto"> – das Fulfillment-Center eines mittelgroßen Lieferdienstes – sind weitaus menschlicher als beim </span><i><span data-contrast="auto">shadowland</span></i><span data-contrast="auto">-Fürsten</span><span data-contrast="auto"> Amazon. Noch dazu könnte ich den Job vermutlich kündigen, wenn ich ihn wirklich nicht mehr machen wollte; könnte die dadurch entstehenden Sanktionen beim Jobcenter schon irgendwie bewältigen; und der Papierkram und die Gänge zum Amt fallen mir als </span><i><span data-contrast="auto">weiße</span></i><span data-contrast="auto">, muttersprachliche Person leichter als anderen. All das gesagt, um auszumalen, dass meine Erfahrung im </span><i><span data-contrast="auto">shadowland </span></i><span data-contrast="auto">nicht exemplarisch ist. </span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ich trage einen Scanner und ein digitales Pad an Handschuhen; das Pad zeigt mir an, was ich scannen und verladen muss und dirigiert mich so durch das Lager. Während ich die Kisten auf dem Kommissionier-Wagen stapele, denke ich an die Videos von menschen-ähnlichen Robotern, welche rennen und springen, aber anscheinend nicht schwer heben können. Ich mache den Job einer Maschine, weil ich ein wenig koordinierter und vermutlich auch billiger bin, während eine Maschine, eine A. I., irgendwo meinen Job macht – Gedichte schreibt, Social-Media-Postings erstellt, Filmmaterial generiert, halbgare Informationen zusammenträgt. Die Künstler*innen, auf deren gestohlener Arbeit das A. I.-Material beruht, werden nicht entlohnt; stattdessen schießen die Preise für Grafik-Karten und RAM in die Höhe, und die Orte, die neugebaute Data-Centers ertragen müssen, büßen ihr Grundwasser ein. </span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Meine Arbeit im Lager umfängt eine Reihe von Tätigkeiten, die passieren müssen, bevor die Produkte in die Fahrzeuge der Lieferant*innen geladen werden. Die Arbeit des Auslieferns verrichten zum Großteil migranitisierte Menschen unter prekären Bedingungen, wie eine Recherche der Rosa-Luxemburg-Stiftung herausarbeitet</span><span data-contrast="auto">1</span><span data-contrast="auto">. Die körperlich harte Arbeit wird dabei schlecht entlohnt und die Löhne steigen nur langsam</span><span data-contrast="auto">2</span><span data-contrast="auto">, Überausbeutung ist alltäglich</span><span data-contrast="auto">3</span><span data-contrast="auto">, beispielsweise durch das regelmäßige Überschreiten der Höchstarbeitszeit von zehn Stunden</span><span data-contrast="auto">4</span><span data-contrast="auto">. Arbeitgeber im Logistik- und Lieferbereich gehen auch gerne gegen die Gründung von Betriebsräten vor und agieren häufig nur mit befristeten Arbeitsverträgen. Doch die Branche boomt, und schreit nach immer mehr Körpern, die es auszubeuten gilt. Und die schlechten Arbeitsbedingungen sind bei Weitem nichts besonders, </span><b><span data-contrast="auto">es ist beinahe so, als würde jeder belanglose ausgewählte Aspekt meines alltäglichen Lebens in Deutschland irgendwie auf Ausbeutung beruhen</span></b><span data-contrast="auto">, nicht nur das Bestellen von Paketen, sondern auch das Kaufen von Kleidung, der Gang in die Notaufnahme, der kurze Aufenthalt bei McDonald’s, das Benutzen der Straßenbahn&#8230;überall werden Arbeitskämpfe geführt, und überall hat die Leistung von Arbeiter*innen in der Vergangenheit erst zu den Bedingungen geführt, unter denen wir jetzt arbeiten. Der 8h-Tag, der Verbot von Kinderarbeit sind die Leistungen früher sozialer Bewegungen. </span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Nach einer Schicht tausche ich Textnachrichten mit meinen Kommiliton*innen aus; erst im September 2025 beendete ich meinen Master, bin aber bereits seit Juli auf Arbeitssuche, an die fünfzig Ablehnungen habe ich bisher angehäuft. Wir waren zu sechst in unserem Studiengang; drei Personen sind jetzt prekär in der Service-Industrie angestellt, in der sie auch schon vor dem Master gearbeitet haben, eine Person ist zu ihrem alten Beruf als Lehrerin zurückgekehrt, und die letzten zwei sind arbeitslos. Ich sehe, wie meine Kommilitonin C. Instagram-Reels mit den wunderschönen Notizbüchern grafischer Künstlerinnen einen Like gibt, und erinnere mich an unsere Arbeit in der Dunkelkammer. Beide sind wir jetzt hochspezialisiert ausgebildet und träumen nachts von den experimentellen Dokumentarfilmen, die wir gerne machen würden, wenn Kulturförderung nicht massiv zusammengestrichen werden würde, und wir nicht in unseren prekären Jobs oder Arbeitslosigkeit feststeckten. </span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Sicher fragen sich Menschen, warum ich nicht etwas „Sinnvolles“ studiert habe und meine Kunst als Hobby vollziehe; die Antwort ist, dass im derzeitigen Arbeitsmarkt eigentlich niemand mehr sicher ist (wir haben den höchsten Stand an Arbeitslosigkeit seit 2015</span><span data-contrast="auto">5</span><span data-contrast="auto">). Und warum sollte ich mich nicht in dem Bereich bilden, in dem ich am besten bin, den ich am liebsten mache, und in dem ich den größten Beitrag zur Gesellschaft leisten und am produktivsten für meine Mitmenschen da sein kann? </span> <span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Es ist später Abend, und sitze ich musik-hörend in der Bahn und scrolle durch die Nachrichten. Anscheinend ist Friedrich M. wiedereinmal aus einem Pool giftigen Schlammes aufgetaucht und hat es für gut befunden, sich in den öffentlichen Diskurs einzubringen. Die Deutschen würden ja viel zu wenig arbeiten, besonders vom 8h-Tag ist er kein Fan. Kurz stelle ich mir vor, wie M. zehn Stunden lang schwere Pakete die Treppe hoch- und runterträgt, bedroht von aggressiven Hunden und erschöpft von der pausenlosen Zeit am Steuer. Die kindliche Fantasie verschafft nur kurz Erleichterung, und ich kehre dazu zurück, zu recherchieren, welcher Gewerkschaft ich beitreten könnte. </span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
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<p><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
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<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mein Kinderstaubsauger und ich &#8211; Über Care-Arbeit und hartnäckige Rollenverteilung</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/02/mein-kinderstaubsauger-und-ich-ueber-care-arbeit-und-hartnaeckige-rollenverteilung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anjuli]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Feb 2026 09:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Cash & Care]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Anjuli hatte einen pinken Kinderstaubsauger, heute fragt sie sich, was daran wirklich Spiel war. Ein persönlicher Text über Care-Arbeit, Corona und die unbequeme Erkenntnis, dass selbst reflektierte Haushalte alte Rollenbilder weitertragen. Für mein Studium habe ich vor kurzem einen Text über Care-Arbeit während der Corona-Krise gelesen und wie sich diese auf die Arbeitsteilung in Haushalten]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Anjuli hatte einen pinken Kinderstaubsauger, heute fragt sie sich, was daran wirklich Spiel war. Ein persönlicher Text über Care-Arbeit, Corona und die unbequeme Erkenntnis, dass selbst reflektierte Haushalte alte Rollenbilder weitertragen.</strong><br />
<strong><span id="more-17337"></span></strong></p>
<p>Für mein Studium habe ich vor kurzem einen Text über Care-Arbeit während der Corona-Krise gelesen und wie sich diese auf die Arbeitsteilung in Haushalten ausgewirkt hat. Inspiriert davon habe ich über mein Elternhaus nachgedacht – und darüber, ob sich damals bei uns etwas verändert hat.</p>
<p>Ich habe den Großteil meines Bachelors während Corona absolviert. In einem Online-Seminar mit dem Titel „Who cares“ begann ich intensiver über Arbeitsteilung zuhause nachzudenken. Seit ich mich erinnern kann, war meine Mutter diejenige, die den Haushalt geschmissen hat. Als Teenager hing ich eine Postkarte an die Tür des Wäschekellers: „Wäsche von Mutti machen lassen, 1€.“ Ich fand das lustig. Gleichzeitig war ich überzeugt, dass mein Vater vermutlich nicht einmal wusste, wie man eine Waschmaschine bedient.</p>
<p><strong>Care-Arbeit im Ausnahmezustand</strong></p>
<p>Während der Pandemie schien vieles im Ausnahmezustand zu verschwimmen. Meine Mutter war in den Wochen, in denen mein pendelnder Vater nicht zuhause war, faktisch alleinerziehend – und gleichzeitig berufstätig. Rückblickend wurde mir erst spät bewusst, wie viel Care-Arbeit sie tatsächlich getragen hat.</p>
<p>Auf meine Nachfrage sagte sie, während Corona habe sich nicht viel verändert. Sie habe vielleicht mehr renoviert, aber nicht mehr Hausarbeit übernommen – weil sie ohnehin schon immer den größeren Anteil getragen habe. Damit bestätigte sie ungewollt, was ich aus meinem Uni-Text kannte: Krisen verändern Rollenbilder nicht zwangsläufig, sie machen bestehende Ungleichheiten sichtbarer.</p>
<p><strong>Latente Rollenbilder</strong></p>
<p>Obwohl ich meine Eltern nie als konservativ wahrgenommen habe, leben sie klassische Rollenbilder: Meine Mutter kocht und trägt den Mental Load. Mein Vater kümmert sich um Finanzen und handwerkliche Aufgaben. Es ist kein offener Machtkampf – sondern ein eingespieltes Muster.</p>
<p><strong>Und ich?</strong></p>
<p>Am irritierendsten ist für mich, dass sich ähnliche Dynamiken in meinem eigenen Haushalt wiedergefunden haben. Trotz Bachelorabschluss in Gender Studies war ich plötzlich diejenige, die organisiert, plant, Verantwortung übernimmt. Keine Kinder, kein Zwang – und trotzdem reproduzierte ich Muster, die ich kritisiere.</p>
<p>Haushaltsaufgaben zu boykottieren funktioniert nur bedingt. Reflexion anzustoßen bleibt oft an mir hängen. Vielleicht, weil diese Muster so tief eingeschrieben sind, dass Wissen allein sie nicht auflöst.</p>
<p><strong>Der Kinderstaubsauger</strong></p>
<p>Ich hoffe, dass es irgendwann normal ist, allen Kindern Spielküchen und Puppen zu schenken – nicht nur Mädchen pinke Staubsauger. So dass Care von klein auf als gemeinschaftliche Aufgabe erlebt wird.</p>
<p>Denn gerade weil sich diese Muster trotz feministischer Diskurse so hartnäckig halten, zeigt sich, wie tief Re-Traditionalisierung in Alltagspraktiken verankert ist. Care-Arbeit muss immer wieder neu verhandelt werden.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Alleine in der Deutschen Bahn</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/01/alleine-in-der-deutschen-bahn/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lino]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Jan 2026 10:29:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17278</guid>

					<description><![CDATA[Alleine unterwegs, mitten im Chaos der Deutschen Bahn: Lino erzählt von seiner Reise voller Verspätungen, Unsicherheit und Durchhalten. Zwischen Zugausfällen und endlosem Warten greift er zum Handy, ruft seine Mutter an und stellt damit leise die Frage, was „alleine klarkommen“ eigentlich bedeutet. Wie ist es, alleine mit der Deutschen Bahn zu fahren? Und welche Hindernisse]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Alleine unterwegs, mitten im Chaos der Deutschen Bahn: Lino erzählt von seiner Reise voller Verspätungen, Unsicherheit und Durchhalten. Zwischen Zugausfällen und endlosem Warten greift er zum Handy, ruft seine Mutter an und stellt damit leise die Frage, was „alleine klarkommen“ eigentlich bedeutet.</strong><span id="more-17278"></span></p>
<p>Wie ist es, alleine mit der Deutschen Bahn zu fahren? Und welche Hindernisse können einem einen Strich durch die Rechnung ziehen? Diese und noch mehr Fragen will ich heute beantworten.</p>
<p>Ich erzähle wieder aus meiner eigenen Erfahrung, die in den Hamburger Herbstferien passiert ist.<br />
Eigentlich wollte ich nur zu meinem Freund nach Rheinland-Pfalz fahren, um entspannte Ferien zu haben. Doch dann passierte Folgendes …</p>
<p>Ich bin am Hamburger Hbf in einen ICE gestiegen.<br />
Eigentlich sollte dieser nach Mainz fahren, was auch meine Station sein sollte …<br />
Doch nach vier Stunden Zugfahrt ist dieser im Koblenzer Hbf stehen geblieben.</p>
<p>Die erste Durchsage lautete:<br />
„Also, liebe Passagiere, ich weiß nicht, wie lange wir hier noch stehen bleiben, da ein Steuerelement unsere Strecke blockiert, aber ich werde alles dafür tun, Sie rechtzeitig informieren zu können.“</p>
<p>Mir war übrigens klar, dass irgendwas passiert – ist halt die DB …</p>
<p>Ich hatte auf Informationen vom Zugfahrer gewartet.<br />
Doch es kamen keine.</p>
<p>Ich habe mich letztendlich dazu entschlossen auszusteigen und in eine RB umzusteigen.<br />
Dieser Zug war aber auch gut gefüllt, mit Leuten, die mit mir zusammen nach Mainz mussten.<br />
Egal wie – Hauptsache nach Mainz.</p>
<p>Ich saß neben einer Tür auf meinem Koffer und habe hin und her mit meiner Mutter und meinem Freund telefoniert und gewartet, dass der Zug losfahren würde.<br />
Und gewartet …<br />
10 Minuten,<br />
30 Minuten,<br />
1 Stunde …</p>
<p>Irgendwann gab es dann endlich eine Durchsage.<br />
Sie vermittelte uns, dass der Zug nicht wie geplant nach Mainz fährt, sondern zurück nach Köln.</p>
<p>Oh nein …</p>
<p>Ich habe mich aufgeregt, meine Mutter am Telefon verzweifelt angebettelt, mir zu helfen, und innerlich wäre ich ohne Beruhigung komplett ausgeflippt.</p>
<p>Jetzt hieß es also: durchatmen.</p>
<p>Ich habe nach allen möglichen Verbindungen geschaut – alles, egal was. Ich wollte nur nach Mainz und dann mit einem RE in ein kleines Dörfchen kommen.</p>
<p>Schließlich hatte ich wieder eine RB gefunden.<br />
Genau dieselbe Bahn, nur auf einem anderen Gleis.<br />
Ich konnte nichts anderes machen, außer dorthin umzusteigen.</p>
<p>Dieser Zug war extrem voll, so voll, wie ich einen Zug noch nie erlebt habe.</p>
<p>Und dann kam auch schon die nächste Durchsage:<br />
„Guten Abend, liebe Passagiere. Heute haben wir es mit einem Spezialfall zu tun. Ich bin diese Strecke hier noch nie gefahren, aber ich werde mein Bestes geben. Wir befinden uns in folgender Situation: Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder fahren wir gar nicht los und dieser Zug fährt wieder in die andere Richtung zurück, oder wir fahren durch nach Mainz, aber dafür ohne Zwischenstopps. Ich werde Sie informieren, sobald ich es weiß.“</p>
<p>Dann vergingen etwa 20 Minuten, bis wir erfahren durften, dass der Zug zum Glück durchfährt.<br />
Endlich! Nach Mainz …</p>
<p>Wir fuhren zwar endlich nach langem Hin und Her nach Mainz, aber trotzdem hat die Fahrt circa zwei Stunden gedauert.</p>
<p>In Mainz habe ich dann noch einmal auf die RB gewartet, die aber zum Glück „nur“ mit 15 Minuten Verspätung eintraf.</p>
<p>Ich durfte noch ein gefühltes 3000. Mal in ein Dorf fahren, das an der saarländischen Grenze lag.</p>
<p>Mit fünf Stunden Verspätung traf ich dann anstatt um 19:30 Uhr erst um 00:30 Uhr in dem Dorf ein.</p>
<p>Das war meine stressige Reise.<br />
Ich hoffe, dass es einigermaßen angenehmer war, die Story zu lesen, als selbst dabei zu sein.</p>
<p>Bis ganz bald 🙂</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Körper unter Kontrolle</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/12/koerper-unter-kontrolle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sabylonica]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Dec 2025 10:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere Körper sind längst keine privaten Räume mehr. Sie werden geformt, bewertet und verkauft. In einer Welt, die Lust standardisiert und Intimität normiert, geraten wir schnell in einen inneren Konflikt zwischen Anpassungsdruck, Scham und dem Wunsch nach echter Nähe. Der Körper ist per se kein neutrales Territorium; er wird zur Projektionsfläche, zur Ware und zum]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Körper sind längst keine privaten Räume mehr. Sie werden geformt, bewertet und verkauft. In einer Welt, die Lust standardisiert und Intimität normiert, geraten wir schnell in einen inneren Konflikt zwischen Anpassungsdruck, Scham und dem Wunsch nach echter Nähe.</strong><span id="more-17244"></span></p>
<p>Der Körper ist per se kein neutrales Territorium; er wird zur Projektionsfläche, zur Ware und zum Symbol. Vor allem in unserer medienreichen Gesellschaft – explizit mit kommerziellem und pornografischem Blick – wird der Körper ständig produziert und reproduziert. Sei es in Bildern, Videos, Erwartungen oder Bewertungen. So banal es klingen mag: Der Körper ist nicht nur ein fleischiges Stück, von Haut überzogen, sondern ein durch Medien, Macht und Moral geformtes Konstrukt.</p>
<p>Ich kann mich an meine Sozialisation erinnern, in der ich gelernt habe, wie der Körper zu sein hat: glatte Haut, sichtbare Muskeln, Kurven an den „richtigen“ Stellen – intersektional betrachtet auch in Bezug auf westliche Ideale: glatte, helle Haare, gebräunte Haut, Sommersprossen. Solche Vorstellungen werden normalisiert und als selbstverständlich wahrgenommen. Wir internalisieren sie und streben ihnen nach. Dabei steckt eine lange Geschichte von Rassismen, Sexualisierungen und Idealen dahinter, geprägt durch Marketing, Kirche und Medien. Vor allem in der Moderne spielt die Pornoindustrie eine gravierende Rolle: Sie standardisiert Lust, wodurch der Körper auf Funktion und Verwertbarkeit reduziert wird.</p>
<p>Mit dem pornografischen Blick wird der Körper von der Person selbst getrennt. Dadurch entsteht kein Raum für Unsicherheit, Zärtlichkeit oder Unausgesprochenes. Stattdessen definiert sich Sexualität über Leistung, über banale Sichtbarkeit und über den Orgasmus als Ziel. Der Körper wird hierbei zu einem Produkt, Sex zu einer Handlung, und Intimität wird fiktionalisiert. Problematisch wird dies, weil Pornografie für viele die einzige Quelle sexueller Bildung bleibt – in einer Gesellschaft, in der Intimität tabuisiert wird.</p>
<p>Darüber hinaus ist die Pornoindustrie sehr binär und heteronormativ geprägt. Sie stellt klare Kategorien und eindeutige Geschlechterrollen her. Wer sich dazwischen, außerhalb oder jenseits dieser Normen bewegt, bleibt unsichtbar oder wird als Sparte für Fetischisierung und Exotisierung dargestellt. Dadurch ist für viele queere Menschen das Verhältnis zum eigenen Körper doppelt gebrochen: durch gesellschaftliche Marginalisierung und durch internalisierten Anpassungsdruck. Selbst im Begehren versuchen wir zu verstehen, ob wir „richtig“ sind. Der Körper wird dadurch weiter zu einem Ort des Konflikts – geprägt von Spannungsfeldern zwischen Sichtbarkeit und Selbstschutz, Begehren und Angst, Scham und Befreiung.</p>
<p>Deshalb ist es wichtig, Sexualität individuell zu definieren – jenseits von Normen und Rollenerwartungen. Sie sollte ein Prozess der Selbstermächtigung sein. Nicht Erwartungen sollten erfüllt werden, sondern eigene Grenzen, Wünsche und Unsicherheiten zugelassen werden.</p>
<p>Ich für meinen Teil habe bemerkt, dass Sex und Intimität dort beginnen, wo auch meine sexuelle und körperliche Scham beginnt. Scham ist dabei kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Signal von Verletzbarkeit und vielleicht sogar von Offenbarung. Somit beginnt Sex für mich nicht bei performativer Reproduktion, sondern in dem Moment, in dem ich mich zeige, ohne mich zu verstecken. Dort, wo mein Körper nicht mehr Abbild einer Norm ist, sondern Ausdruck eines Gefühls, eines Kontakts und einer Unsicherheit.</p>
<p>Der Körper bleibt weiterhin vielfältig, ambivalent und politisch. Er existiert in vielen Formen: in Begegnungen, in Gesprächen und in wahrnehmenden, nicht konsumierenden, Blicken. Und vielleicht begreifen wir, dass Intimität genau dann beginnt, wenn wir aufhören, „richtig“ sein zu wollen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Freundschaft &#8211; Wünsche und Bedürfnisse im Spätkapitalismus</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/11/freundschaft-wuensche-und-beduerfnisse-im-spaetkapitalismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Nov 2025 12:35:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Freizeit]]></category>
		<category><![CDATA[Freund*innenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir reden ständig über Self Care und Beziehungen, aber kaum darüber, warum für Freund*innen oft keine Zeit bleibt. In ihrem neuen Text schreibt Sara darüber, warum Nähe fast nur in romantischen Partnerschaften vorkommt – und wie wir das ändern können. Warum haben wir immer Zeit für unsere Partner*innen, aber nicht für unsere Freund*innen? Wie oft]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Wir reden ständig über Self Care und Beziehungen, aber kaum darüber, warum für Freund*innen oft keine Zeit bleibt. In ihrem neuen Text schreibt Sara darüber, warum Nähe fast nur in romantischen Partnerschaften vorkommt – und wie wir das ändern können.</strong><span id="more-17194"></span></p>
<p>Warum haben wir immer Zeit für unsere Partner*innen, aber nicht für unsere Freund*innen? Wie oft habe ich schon gehört, dass Leute keine „Kapas“ mehr haben, wenn es um Freundschaften geht. Gleichzeitig scheint aber immer Zeit für die Partner*innen da zu sein, mit denen man teilweise sogar zusammenwohnt. Natürlich ist es nichts Neues, dass es mit einer 40-Stunden-Woche, Care-Arbeit, Ernährung, Sport und all den anderen Verpflichtungen schwer ist, alles unter einen Hut zu bekommen.</p>
<p>Und in der Freizeit hängen wir dann auch noch stundenlang an unseren Handys, scrollen durch Reels, bis wir gerade so noch unsere eigenen To-dos schaffen. Für Self Care bleibt da kaum noch etwas übrig – und für Menschen mit Kindern, besonders für Mütter, praktisch gar nichts.</p>
<p>Und trotzdem fällt mir eines sehr stark auf: Nähe und das Bedürfnis nach Verbindung werden fast ausschließlich in romantischen Beziehungen gestillt. Es ist, als wäre Einsamkeit nur dort erlaubt und nur dort heilbar. Dabei zeigen die Zahlen, wie schief dieses Bild eigentlich ist. 2024 gaben 60 % der Menschen in Deutschland an, sich einsam zu fühlen – und das waren nicht nur Singles. Auch die Hälfte der 16- bis 30-Jährigen fühlt sich einsam, obwohl es theoretisch so einfach wäre, Kontakt aufzunehmen. Eine Nachricht reicht dafür aber nicht. Virtuelles Schreiben kann keine Nähe ersetzen, die spürbar ist, die uns wirklich trägt.</p>
<p>Und genau hier liegt das Problem: Wer hat eigentlich damit angefangen, dass es ein guter Rat sei, Freund*innen abzusagen, wenn es einem nicht gut geht? Natürlich darf man sich zurückziehen, wenn es nötig ist, aber ehrlich: Wenn man sich sowieso schon elendig fühlt, macht das Alleinsein in den eigenen vier Wänden es meistens schlimmer. Stattdessen bräuchte es in Freundschaften mehr Alternativen. Nicht immer Aktivitäten, die groß und geplant sind, sondern etwas, das leichter fällt. Zusammen einen Tee trinken, schweigend einen Film schauen, das Zimmer aufräumen, mehrere Portionen Essen vorkochen, den Glasmüll wegbringen – all diese kleinen Dinge sind Begegnung. Sie schaffen Nähe, ohne dass sie anstrengend sind.</p>
<p>Freundschaft muss nicht perfekt durchorganisiert sein, um wichtig zu sein. Es reicht, füreinander da zu sein – so, wie man gerade kann. Und es braucht Ehrlichkeit: zu sagen, dass man keine Energie für ein großes Treffen hat, aber trotzdem nicht alleine sein möchte. Solche Momente sind oft wertvoller als das nächste große Event, weil sie zeigen, dass es nicht um Leistung geht, sondern darum, wirklich füreinander da zu sein.</p>
<p>Einsamkeit ist ein massiver Risikofaktor für die psychische Gesundheit. Sie wird nicht weniger, wenn wir absagen und uns zurückziehen, sondern wenn wir Kontakt zulassen – auch im Kleinen, auch im Banalen. Lasst uns also aufhören, Treffen reflexartig abzusagen, und stattdessen lernen, ehrlich zu sagen, was wir brauchen. Denn manchmal reicht es schon, gemeinsam den Glasmüll wegzubringen, um sich weniger allein zu fühlen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Knapp verpasst</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/10/knapp-verpasst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nev]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Oct 2025 10:11:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderwunsch]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Nev und seine Frau wünschen sich ein Kind und versuchen gerade mit Hilfe von künstlicher Befruchtung schwanger zu werden. In diesem Video gibt Nev ein Update über den Prozess und wie sie versuchen Rückschläge zu überwinden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Nev und seine Frau wünschen sich ein Kind und versuchen gerade mit Hilfe von künstlicher Befruchtung schwanger zu werden. In diesem Video gibt Nev ein Update über den Prozess und wie sie versuchen Rückschläge zu überwinden.</strong><span id="more-17165"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Jungs im Cheerleading</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/10/jungs-im-cheerleading/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Oct 2025 11:41:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Cheerleading]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn Lilith erzählt, dass bei ihr auch Jungs im Team sind, erntet sie oft erstaunte Blicke und die Frage ob den Jungen das nicht peinlich ist. Dabei zeigt Cheerleading genau das, was Sport sein sollte: Teamgeist, Vertrauen, Stärke – jenseits von Geschlechterrollen. Ein Video über Vorurteile und echte Gleichberechtigung auf der Matte.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wenn Lilith erzählt, dass bei ihr auch Jungs im Team sind, erntet sie oft erstaunte Blicke und die Frage ob den Jungen das nicht peinlich ist. Dabei zeigt Cheerleading genau das, was Sport sein sollte: Teamgeist, Vertrauen, Stärke – jenseits von Geschlechterrollen. Ein Video über Vorurteile und echte Gleichberechtigung auf der Matte.</strong><span id="more-17160"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schluss mit der Performance</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/10/schluss-mit-der-performance-performative-males-und-warum-die-kritik-an-ihnen-nicht-immer-fortschrittlich-ist/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Laura]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Oct 2025 10:53:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[performative male]]></category>
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					<description><![CDATA[In ihrem neuen Text schreibt Laura über performative males und warum die Kritik an ihnen nicht immer fortschrittlich ist. 2021, zweites Date, wir sind bei ihm in seiner WG, er kocht. An seinem Kühlschrank kleben FCK-AFD-Sticker, in seinem Bad steht eine Schale mit Tampons und Binden, es läuft „paris“ von JEREMIAS. Später in seinem Zimmer]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="cvGsUA direction-ltr align-start para-style-body"><strong><span class="a_GcMg font-feature-liga-off font-feature-clig-off font-feature-calt-off text-decoration-none text-strikethrough-none">In ihrem neuen Text schreibt Laura über </span><span class="a_GcMg font-feature-liga-off font-feature-clig-off font-feature-calt-off text-decoration-none text-strikethrough-none">performative males </span><span class="a_GcMg font-feature-liga-off font-feature-clig-off font-feature-calt-off text-decoration-none text-strikethrough-none">und warum die Kritik an ihnen nicht immer fortschrittlich ist.</span></strong><span id="more-17144"></span></p>
<p>2021, zweites Date, wir sind bei ihm in seiner WG, er kocht. An seinem Kühlschrank kleben FCK-AFD-Sticker, in seinem Bad steht eine Schale mit Tampons und Binden, es läuft „paris“ von JEREMIAS. Später in seinem Zimmer liegt Untenrum frei auf seinem Nachttisch. Wow, green flag, denke ich. Er fragt „darf ich?“, bevor er mich küsst, er kommt, ich nicht. Macht nichts, es war ja sanft, immerhin. Und es gab keine Diskussionen um das Kondom, Pluspunkt. Danach rauchen wir auf seinem Balkon, ich frag ihn nach Margarete Stokowski, er sagt, er liebe ihren witzigen Ton und checkt jetzt, wieso man nicht mehr Powerfrau sagt. Ein „good guy“?</p>
<p><em>Die good guy-Sorge hat endlich einen Namen: performative male</em></p>
<p>Schon damals diskutieren wir hitzig im Gruppenchat, ob er das jetzt ist: einer von den Guten. Und: schließen sich „good“ und „guy“ in einer patriarchalen Sozialisation nicht vielleicht eh schon aus? Green Flags sind seine lackierten Nägel, die Wilde-Herzen-Playlist, seine langen Haare. Red flags, seine Unverbindlichkeit, dass er nie darauf achtet, ob ich komme und er mir kaum (Gegen)fragen stellt.</p>
<p>Vier Jahre später reflektieren wir dank voranschreitender Diskurse, wieso die Standards für Typen eigentlich so low sind und kriegen keine unreflektierten Herzchenaugen bei Perlenketten und lackierten Nägeln. Meinen Jeremias-Pulli habe ich bei Vinted verscherbelt, seit die selbsternannten Soft Boys, die mit Balladen und vermeintlich sensibilisiertem Auftreten vor allem eine weibliche Fanbase haben, dann halt doch ihren übergriffigen Bro so lang schützten. So weit, so gut. Dafür wurden sie abgelöst, denn wie es im Insta-Slang so schön heißt: Evil doesn´t die. It reinvents itself. Jetzt heißt es:</p>
<p>Matcha Latte, Kabelkopfhörer, aus denen Clairo tönt, eine Tote Bag der Linken und natürlich: ein feministisches Buch wie bell hooks´ all about love. Das alles sind Zuschreibungen des sogenannten perfomative male – ein TikTok-Phänomen, dem man beim Scrollen kaum entkommen kann. Gestartet als feministische Kritik Anfang des Jahres nutzen FLINTA*-Creator:innen das Buzzword, um humoristisch auf diesen Archetyp cis-Mann aufmerksam zu machen. Einer, der sich wie in einem Paarungsritual mit fremden Federn schmückt und nur so tut, als würde er all diese Bücher lesen, Lieder hören und Anliegen wichtig finden, um ein Date zu bekommen. Statt die eigenen cismännlichen Privilegien zu reflektieren, repostet er Stories, ohne sie zu lesen.</p>
<p>Die Kritik am performative male geben meinen gemischten Gefühlen, die bestimmt jede FLINTA*-Person selbst oder durch Erzählungen von Freund:innen auch kennt, endlich einen Namen. Das, was wir sonst diffus als „good guy. aber halt doch nicht?“ in WG-Küchen sezierten und als „Ja, er hat mich geghosted, aber er hört halt auch Taylor mit mir?“ selbst rechtfertigten, bekam Substanz. Denn ja, auf seinem Shirt steht „written by Sally Rooney“, aber be for real: hätte er Rooney gelesen, wüsste er, wie toxisch ihre männlichen Figuren sind. Und darin eben liegt der Kern: performative males tun nur so, um am Ende doch wieder oberkörperfrei im Moshpit zu sein, ein „Nein“ nicht zu akzeptieren und Kanye West weiter als GOAT zu zelebrieren. Doch diesen zweiten Teil, der so essenziell für die feministische Kritik am performative male ist, geht gerade in öffentlichen Diskursen verloren. Über den Sommer berichtet der Feuilleton großer Medien über den TikTok-Hype um die performative males. Eigentlich ein Grund zur Freude: so viel Reichweite für feministische Kritik. Oder?</p>
<p><em>Verwässerte, leere Kritik statt Widerstand</em></p>
<p>Nicht ganz, denn mit dem Ankommen im Mainstream verwässert die eigentliche feministische Kritik an dem manipulativem cis-männlichen Verhalten. Wie Syeda Khaula in der The Huffington Post bereits andeutet: wenn wir jeden lesenden cis-Mann als performativ diskreditieren, der gesellschaftlich weiblich konnotierte Interessen verfolgt, dann verstärken wir binäres Denken und Geschlechterstereotypen. Denn: was sind eigentliche weibliche und männliche Interessen? Wenn wir davon ausgehen, dass jeder cis-Mann Clairo nur hört, um Dates zu klären, führen wir damit auch die Tradition der internalisierten Misogynie fort. Damit trivialisieren wir die Interessen von cis-Frauen als silly little things, die Männer nur für den female gaze hören und nicht, weil sie sie als Kunst wahrnehmen, derer sich prinzipiell alle erfreuen können. Und: wie krass heteronormativ ist das eigentlich gedacht, dass cis-Männer nur Frauen daten wollen und diese umgekehrt darauf anspringen? Daher fordere ich: zurück zum Ursprung unserer Kritik!</p>
<p><em>Back to the roots, please!</em></p>
<p>Statt ironische performative male Contests zu veranstalten, bei denen die Kritik zum popkulturellen Kostümwettbewerb wird, müssen wir mehr über toxische und fragile Männlichkeit sprechen. Wir sollten Gegenentwürfe zu der vorherrschenden Männlichkeit zelebrieren, ich bin froh über jeden Colman Domingo oder Harry Styles der Welt. Der eigentliche Kern des performative males liegt nicht in dem Habitus, sondern in dessen Instrumentalisierung zugunsten patriarchaler Strukturen. Audre Lorde zu lesen und sich für Periodenarmut und sexualisierte Gewalt zu sensibilisieren, sind erste, wichtige Schritte einer feministischen Sozialisierung. Das aber zu nutzen, um sich immun gegen Kritik zu machen, weil MANN ja so feministisch ist (guck mal, ich hab Tampons in meiner Tote Bag!!), das ist der wahre Wolfsakt.</p>
<p><em>Wenn die Kritik an performative males selbst zur Performance wird</em></p>
<p>Das Ganze geht aktuell sogar noch einen Schritt weiter: cis-Männer „verpetzen“ performative males, und potenzieren ihren eigenen Pick Me Boy Status, indem sie sich explizit NICHT für den female gaze kleiden. Dabei dominieren diese Männlichkeitskonzepte a lá Musk, Trump und Merz doch eh schon unser öffentliches Bild. Und: andere performative males zu nennen und dich selbst nicht feministisch zu engagieren, macht dich nicht zu einem besseren Menschen, sondern weiterhin zum Komplizen des Patriarchats. Typen mit Mullet und Tote Bags zu belächeln, während du Alpha Males weiter Politik machen lässt, heißt auch, sich auf die Seite der manosphere zu stellen.</p>
<p><em>Solidarität leben statt liken</em></p>
<p>Wenn der Begriff performative male längst zum Pejorativ gekommen ist, wieso wehrt ihr euch dann nicht dagegen, indem ihr das Performative real werden lasst? Neulich hat mir ein Kumpel in einer Bar erzählt, er traue sich nicht, mein Buch (ein feministischer Gedichtband mit einer nackten, behaarten FLINTA* auf dem Cover) in der U-Bahn zu lesen. Warum nicht? „Bin ja kein performative male“, Schulterzucken. „Kann man das rocken oder ist das zu performative male?“, fragt mich mein Freund mit Blick auf seine eigentlich so geliebten Karohemden. Hier sind wir falsch abgebogen. Männer sollten weiter den Raum für Softness haben und sich (wie sie es sonst so gut machen) auch nehmen. Wer wirklich gern Jutebeutel trägt und bell hooks liest, sollte das weiter tun. Liebe Männer, wieso habt ihr so Angst vor performative male allegations? Wenn ihr nicht performativ sein wollt, dann macht´s halt richtig. Geht mit uns auf die Demos, callt eure Bros out, checkt eure Privilegien, sprecht über Care-Arbeit, lest die feministischen Bücher und vor allem: hört uns zu. Und wenn es dazu erst die Angst dafür braucht, als performativ wahrgenommen zu werden, dann hat die Kritik ja vielleicht nach ihren mehreren Wellen und Wenden doch noch etwas Gutes.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Unsichtbarer Schleier</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/10/unsichtbarer-schleier/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johanna-Maria]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Oct 2025 11:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Chancengleichheit]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17137</guid>

					<description><![CDATA[Die Tage werden kürzer, draußen ist es kalt, also die beste Zeit zum Serien gucken. Johanna hat zwei Empfehlungen dabei: „Maid“ und „Two on one day“. Wer bereit ist, sich auf ein emotionales Abenteuer einzulassen und herausfordernden Filmszenen gegenüberzustehen, die die Einzigartigkeit, aber auch den Schmerz des Daseins einfangen, dem will ich zwei Serien empfehlen:]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span class="a_GcMg font-feature-liga-off font-feature-clig-off font-feature-calt-off text-decoration-none text-strikethrough-none">Die Tage werden kürzer, draußen ist es kalt, also die beste Zeit zum Serien gucken. Johanna hat zwei Empfehlungen dabei: <span data-contrast="auto">„Maid“ und „Two on one day“</span>.</span></strong><span id="more-17137"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">Wer bereit ist, sich auf ein emotionales Abenteuer einzulassen und herausfordernden Filmszenen gegenüberzustehen, die die Einzigartigkeit, aber auch den Schmerz des Daseins einfangen, dem will ich zwei Serien empfehlen: „Maid“ und „Two on one day“. Sie werden euch nicht mehr loslassen. </span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ich habe mich schon immer für strukturelle Bedingungen zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Armut, Gewalt und geschlechterspezifischer Ungleichheit interessiert. Demnach sind Frauen armutsgefährdeter als Männer (16,2%), weil sie häufig in Teilzeit oder geringfügig beschäftigt sind und bei gleicher Arbeit weniger verdienen</span><span data-contrast="auto">1</span><span data-contrast="auto">. Dieser Fakt spiegelt sich in der ersten Serie, „Maid“ wider: Die Protagonistin Alex ist insbesondere gesundheitlich wie auch finanziell gefährdet, als sie sich aus einer Partnerschaft mit Gewalt und Abhängigkeit befreit und mit ihrer Tochter Maddy flieht. Diese Freiheit bedeutet aber auch Verantwortung und Überforderung in totaler Armut. Die Serie ist bereits die abgeschwächte Form des noch expliziteren Buches, in dem Alex sogar hungert und häufig vor Erschöpfung umkippt. Inspiriert nach einem wahren Schicksal von Stephanie Land wird sie zur alleinerziehenden &#8211; zunächst obdachlosen – jungen Frau, die Arbeit, Kinderbetreuung, Freizeit und Ernährung für ihr Kind unter einen Hut bringen möchte. Sie verliert ihr schon brüchiges Umfeld. Am Anfang des Films gelangt Alex unter anderem in ein Frauenhaus und hat kein Verständnis für die Frauen, die zu ihrem Partner zurückkehren, obwohl sie wissen, wie ungesund und teilweise lebensgefährlich es für sie ist. „Die meisten Frauen brauchen sieben Anläufe, bis sie wirklich gehen“, sagt ihr die Beraterin bei ihrem ersten Aufenthalt. Doch selbst Alex wird wiederkommen, unter Tränen und in Hoffnungslosigkeit und dennoch wieder Halt finden, auch wenn wir als Zuschauer niemals davon ausgehen würden. Sie muss am Ende sogar um das Sorgerecht für ihre Tochter kämpfen, um jede Essensmarke und ihr freies Wort. Sie ist eine exemplarische Figur für die Hürden im Leben und warnt durch ihre Situation und ihr Handeln vor vorschnellem Urteilen.</span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">In der Serie „Two on one day“, nach dem Roman „One day“ von David Nicholls, werden wir in ein anderes Szenario geworfen. Dexter, ein charmanter junger Mann, trifft bei einer Abschlussparty der Universität Edinburgh Emma, die ein gegensätzliches Leben zu dem Dexters führt: Während dieser lose Bekanntschaften und Zärtlichkeiten sucht, ist Emma an einer solchen Beziehung nicht interessiert. Und so geschieht es, dass beide, obwohl sie in Emmas Bett laden, nicht miteinander schlafen. Am nächsten Tag verabschieden sie sich nach einer, für Dexter, auf neue Art intensiven Nacht. Über Jahre bleiben sie aber weiter in Kontakt, bis beide eines Tages ihren Lebensentwurf hinterfragen und über diesen neu zusammenfinden. Wo Alex wegen eines geringeren Schulabschlusses besonders armutsgefährdet ist und sich vor Arbeitslosigkeit fürchtet, schließlich Opfer von ihr wird, erscheint das Leben des Protagonisten Dexter in „Two on one day“ ohne Vollzeitjob und „in den Tag leben“ traumhaft. In „Two on one day“ lernt er Emma kennen, die sein Leben auf den Kopf stellt, denn sie ist keine heiße Nummer für eine Nacht, sondern ist interessiert an Dexters Person und entspannten Tagen mit Zweisamkeit und viel&#8230; reden. Als Dexter Emma verlassen muss und sich seinem früheren Lebensstil wieder in voller Gänze hingibt, zeigt Emma ihm Grenzen auf und er beginnt, zu begreifen. In der Krise aus Gefühl und Erwartungshaltung, Krankheit und Schwermut leidet er nicht weniger, wenn er sich wegen einer Lebenskrise in exzessiven Substanzmissbrauch stürzt. In der kurzen Zeit, die Dexter mit Emma verbringt, scheint er glücklich und ausgeglichen. Sie trinken zusammen. Im Alleinsein aber übertreibt es und verliert sich, bis fast auch Emma für immer für ihn verloren gegangen wäre.</span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Beide Serien sind so nah am Leben. Was Alkohol und geschlechterspezifische Risiken durch die Sozialisierung und Biologie angeht, trifft sie den Nagel auf den Kopf und weitestgehend erfüllen beide auch ein Stereotyp. Frauen, die sich hinsichtlich ihres Alkoholkonsums an die Männer hin zu mehr Konsum anpassen oder schlichtweg – erwiesenermaßen anders zu ihm verhalten</span><span data-contrast="auto">2</span><span data-contrast="auto"> -, den reichen Mann, der sich nicht fallen lassen kann, das Hausmädchen, das sich hocharbeitet. Oder doch nicht? Ich will nicht zu viel vorwegnehmen. Schaut es euch selbst an und seht, wie sich Erwartung und Tatsache begegnen. Beide Serien haben mich tief erschüttert. </span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Sie berühren besonders dann, wenn man in einer Partnerschaft das Gefühl von Ohnmacht erlebt hat, wie auch exzessiven Konsum von Alkohol und anderen Drogen. Die Tatsache, dass sich der Partner dadurch immer weiter entfernt und irgendwann unerreichbar wird und die Grenze von Liebe und Bedingtheit verschwimmt.</span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Zwei unterschiedliche Serien, die doch eine Dynamik gemeinsam haben: Die, der Einflussnahme durch den Partner auf einen selbst und das erlebte „Wir“ und der geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen und -wahrnehmung. </span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">In der Serie „Maid“ verfolgen wir die junge Frau Alex, die mit ihrer Tochter Maddy aus einer missbräuchlichen Beziehung und vor ihrem Freund Sean flieht. Zu Beginn der Serie wissen wir nicht viel: Weder über Alex, noch die konkreten Vorkommnisse in der Beziehung. Weder über Emma, noch über die tiefen Wunden und Hürden in Dexters Leben. Aber es ist ihre Angst, die man ihnen an ihrer Mimik ablesen kann, wie auch ihre existentiellen Lebenssituationen.</span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ich empfehle die Serien, weil sie zeigen, dass es weder die materiellen Verhältnisse noch die sozialen Rahmenbedingungen das Vorkommen von individuellem Leiden absolut bedingen und ihr Ausmaß per se bestimmen. Was uns Menschen beschäftigt und zu Fall bringen, wie auch wieder aufbauen kann, ist individuell und nicht zu vergleichen oder gegeneinander aufzuwiegen.</span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Eine treffende Metapher zum Schluss&#8230; Unsere Erwartungen, erlernten Verhaltensweisen und Entscheidungen ebnen uns Wege und sperren andere Türe aus weiter Ferne zu, ohne sie je erblickt oder betreten zu haben. Sie sind ein Teil von uns, wie ein unsichtbarer Schleier, der den Blick trübt und existenziell verändert. Beide Serien haben mir enorm geholfen, diese Schleier wahrzunehmen und zu lichten und Vorannahmen zu hinterfragen.</span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Male Loneliness Epidemic</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/09/male-loneliness-epidemic/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2025 09:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Der neue Text von Sara zeigt, warum alte Rollenbilder nicht nur Frauen, sondern gerade auch Männer schaden – und warum echte Gleichberechtigung der Ausweg sein kann. Nichts stößt mich mehr ab als Männer, die über ihre eigene Einsamkeit jammern und dabei völlig ausblenden, dass es vielleicht ihre eigene Art ist, die sie von echten, gesunden]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Der neue Text von Sara zeigt, warum alte Rollenbilder nicht nur Frauen, sondern gerade auch Männer schaden – und warum echte Gleichberechtigung der Ausweg sein kann.</strong><span id="more-17124"></span></p>
<p>Nichts stößt mich mehr ab als Männer, die über ihre eigene Einsamkeit jammern und dabei völlig ausblenden, dass es vielleicht ihre eigene Art ist, die sie von echten, gesunden Beziehungen abhält und nicht die „bösen emanzipierten Frauen“.</p>
<p>Wir leben in Zeiten, in denen Männer nicht mehr automatisch durch patriarchale Machtstrukturen eine Partnerin auf dem Silbertablett serviert bekommen. Heute reicht es nicht mehr, einfach „Mann zu sein“. Heute müssen sie etwas bieten: emotional, menschlich, partnerschaftlich. Männer sind keine gottgegebenen Instanzen, denen Frauen als Besitz übergeben werden. Zum Glück. Diese Zeiten sind, zumindest weitgehend, vorbei.</p>
<p>Und dann stehen sie da: Männer wie Elon Musk, die lauthals klagen, der moderne Feminismus sei schuld an der Vereinsamung des Mannes. Die Realität ist viel unbequemer: Ja, Männer leiden. Besonders, wenn es um mentale Gesundheit geht. Viele haben nie gelernt, sich Hilfe zu suchen, sich zu öffnen oder einfach zu sagen: „Mir geht’s nicht gut.“ Das Leiden ist real – aber es hat nichts mit dem Feminismus zu tun.</p>
<p>Es liegt daran, dass Männer von klein auf dazu erzogen werden, hart zu sein, unabhängig, emotional abgestumpft. Gefühle zeigen? Schwäche. Hilfe annehmen? Unmännlich. Kein Wunder, dass viele Männer sich keine echten Netzwerke aufbauen, keine Freundschaften pflegen, in denen man sich fallen lassen kann. Und dann sind sie allein – nicht wegen Frauen, sondern wegen einem Männlichkeitsbild, das von anderen Männern aufrechterhalten wird.</p>
<p>Was Männer brauchen, ist nicht mehr Dominanz oder die Rückkehr zu alten Geschlechterrollen. Was sie brauchen, sind andere Männer, die sie auffangen, die sagen: „Es ist okay zu weinen.“ „Es ist okay, Hilfe zu wollen.“ Gefühle zu zeigen ist keine Schwäche, es ist menschlich. Und wenn ein Mann weinende Männer verachtet, dann zeigt das nur, wie sehr er selbst in einem zerstörerischen Männerbild gefangen ist.</p>
<p>Ich kenne viele Frauen, die in Beziehungen mit Männern leben, die von Rechten und Alpha Males sofort als „Soyboys“ beleidigt würden – nur weil sie Care-Arbeit leisten, empathisch sind, Verantwortung in Beziehungen übernehmen und ihre eigene Sozialisation reflektieren. Diese Männer führen keine Frau, sie leben in einer Beziehung, auf Augenhöhe. Und das funktioniert. Weil sie kein Machtspiel spielen, sondern sich gegenseitig als Menschen begegnen.</p>
<p>Und ja, wir leben in einer Zeit, in der Frauen in Deutschland immer liberaler werden, während viele Männer ins Konservative zurückfallen. Das ist kein Zufall. Die „male loneliness epidemic“ zeigt uns nicht, dass Männer von Frauen verlassen werden. Sie zeigt, dass einige Männer sich in ein rückwärtsgewandtes Frauenbild flüchten, in dem Frauen wieder Objekt, wieder Dienerin, wieder still sein sollen. Wer dieses Bild von Beziehung für richtig hält, braucht sich über mangelnde Resonanz von Frauen nicht wundern. Denn heute wollen Frauen – zurecht – auf Augenhöhe leben. Als Mensch, nicht als Trophäe.</p>
<p>Es wird Zeit, dass patriarchale Strukturen aussterben. Nicht nur für FLINTA, sondern gerade auch für Cis-Männer. Sie leiden oft mehr darunter, als sie selbst verstehen. Sie merken nicht, dass eine Welt, in der sie sich öffnen dürfen, in der sie nicht dauernd „stark“ sein müssen, auch für sie besser wäre. Weicher. Ehrlicher. Gesünder.</p>
<p>Aber leider profitieren gerade die reichsten und mächtigsten Männer so stark von diesen alten Strukturen, dass ihnen ihre eigene mentale Gesundheit am Ende völlig egal ist. Solange sie gewinnen, ist alles andere egal. Und das ist vielleicht der traurigste Teil: Dass sich Männer selbst opfern, für ein System, das ihnen vorgaukelt, stark zu sein, während es ihnen Stück für Stück schadet.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Alleine in den Ferien &#8211; Meine Erfahrung</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/09/alleine-in-den-ferien-meine-erfahrung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lino]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Sep 2025 09:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendreise]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>
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					<description><![CDATA[Lino ist in diesem Jahr das erste Mal alleine, mit einer Jugendreise, in den Urlaub gefahren. 23 Stunden im Bus, neue Freundschaften, Sonne, Strand – und auch unschöne Erfahrungen von Ausgrenzung und Beleidigung. Lino&#8217;s Reisebericht zeigt, wie Jugendreisen voller Höhen und Tiefen sein können – und warum es sich trotzdem lohnt, den Schritt alleine zu]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Lino ist in diesem Jahr das erste Mal alleine, mit einer Jugendreise, in den Urlaub gefahren. 23 Stunden im Bus, neue Freundschaften, Sonne, Strand – und auch unschöne Erfahrungen von Ausgrenzung und Beleidigung. Lino&#8217;s Reisebericht zeigt, wie Jugendreisen voller Höhen und Tiefen sein können – und warum es sich trotzdem lohnt, den Schritt alleine zu wagen.</strong><span id="more-17119"></span></p>
<p>Hey zusammen,</p>
<p>heute wollte ich etwas über das Thema „Alleine Reisen“ erzählen. Ich komme aus Hamburg und die Sommerferien gehen in Hamburg dieses mal bis in den September rein. Ich hatte vor einigen Monaten zusammen mit meinen Eltern darüber gesprochen, wie ich dieses Jahr meine Sommerferien gestalten kann. Meine Mutter hatte mich gefragt, wie ich zu einer Jugendreise stehe. Ich habe mich voll begeistert gezeigt und hatte direkt richtig Lust. Für mich ging es also zusammen mit einer Jugendreise nach L‘Escala, Spanien. Als der Tag gekommen war, wo es endlich losging, war ich sehr aufgeregt und motiviert. Im Reisebus ging es dann ca. 23 Stunden nach Spanien. Zwischendurch hielten wir 5 mal an. Für Toilettenpausen etc. Nach der Ankunft in L‘Escala ging es sofort zur Zimmeraufteilung. Viele aus dem Camp haben sich zusammen mit Freunden oder Geschwistern angemeldet. Ich war aber alleine und bin mit 4 anderen Jungs in ein Zelt zugeteilt worden. Zum Glück hatte ich mich mit allen sofort richtig gut verstanden. Ich springe jetzt mal eine Woche weiter. Die Hälfte der Reise war schon um. Neben coolen Partys, Kreativ-Workshops und den schönen Strand gab es aber auch sehr unschöne Momente. Ich wurde von 3 Jungs aus einem anderen Zelt mehrmals geärgert und runtergemacht. An einem Abend, haben sie mich mit Sonnenblumenkernen beworfen. Ich habe daraufhin gesagt, dass sie es lassen sollen. Sie haben aber nicht darauf gehört und einfach weitergemacht. Viele andere haben auch noch gelacht. Ich wurde als Schwuchtel und anderen schlimmen Dingen bezeichnet. Ich bin eine Person, die sowas nicht einfach ignorieren kann. Ich bin sauer geworden und am Ende ging es in einem Streit aus. Am nächsten Tag haben wir es mit den älteren Betreuern geklärt. Was ich damit sagen will, ist, dass es blöde aber auch coole Situationen geben kann. Das war meine Erfahrung aus dem Sommerurlaub in Spanien zusammen mit einer Jugendreise.</p>
<p>Bis zum nächsten Mal.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Warum queere Frauen auch Männer lieben dürfen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/09/warum-queere-frauen-auch-maenner-lieben-duerfen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Aurum]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Sep 2025 11:02:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
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					<description><![CDATA[Warum wird Frauen die Queerness abgesprochen, sobald sie mit einem Mann zusammen sind?Aurum&#8217;s Text wirft einen Blick auf Spannungen innerhalb der queeren Community, den Einfluss gesellschaftlicher Rollenbilder – und die Frage, wie wir Solidarität statt Ausgrenzung leben können. Auf meiner abendlichen Reise durch das Internet stolperte ich neulich über eine Meinung die ich in letzter]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Warum wird Frauen die Queerness abgesprochen, sobald sie mit einem Mann zusammen sind?</strong><br data-start="253" data-end="256" /><strong>Aurum&#8217;s Text wirft einen Blick auf Spannungen innerhalb der queeren Community, den Einfluss gesellschaftlicher Rollenbilder – und die Frage, wie wir Solidarität statt Ausgrenzung leben können.</strong><br />
<span id="more-17114"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">Auf meiner abendlichen Reise durch das Internet stolperte ich neulich über eine Meinung die ich in letzter Zeit in einer ähnlichen Form des öfteren lesen durfte: “Billie Eilish betrayed us in pride month because she’s dating a men” (übersetzt: Billie EIlish hat uns betrogen, weil sie mit einem Mann zusammen ist.) Doch um diese Aussage zu verstehen, werden zuerst einige Hintergrundinformationen benötigt. </span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Bei Billie EIlish handelt es sich um eine 24 Sängerin, die mit ihrer experimentellen Pop Musik die Massen begeistert und die Stadien zum Beben bringt. Zu ihrer queeren Identität äußerte sie sich erstmals in einem Interview mit Variety, indem sie erwähnte, dass sie Frauen attraktiv findet und sich zu ihnen hingezogen fühlt. Im Nachhinein äußerte sich Billie innerhalb ihrer Instastory, dass sie mit dem Umgang mit dieser Aussage und dem extremen Fokus auf ihr Coming-out unzufrieden war. Doch das Fazit der queers online war bereits besiegelt &#8211; Billie is for the girls and the gays. Jedoch hielt die anfängliche Ruhe, welche sich um Billies Sexualität legte, nicht lange an. Am 08.06.2025 kam es zu der Veröffentlichung von Bildern, auf denen Billie mit ihrem guten Freund Nat Wolff auf einem Balkon in Italien küssend gesichert wurde. Die Fotos waren ohne ihr Einverständnis aufgenommen und veröffentlicht worden und so bildete sich das Internet über Nacht eine Meinung, die scheinbar nicht klarer hätte sein können: “Billie Eilish betrayed us”.</span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Dies ist natürlich nicht der Fall, denn Queerness ist und bleibt ein Spektrum und inkludiert tatsächlich auch Menschen, welche mehr als ihr eigenes Geschlecht lieben können. Die viel spannende Frage hierbei ist jedoch, warum queere und insbesondere bisexuelle Frauen immer wieder mit Ausgrenzungen  innerhalb der Community rechnen müssen, sobald sie mit einem Mann zusammenkommen. Eine Ausgrenzung, die den Punkt erreicht, an dem die queere Identität komplett angezweifelt wird und ihnen mitgeteilt wird, dass ihre Anwesenheit bei pride Events nicht erwünscht ist.</span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Als einen der Hauptgründe, lässt sich sicherlich der äußerst schlechte Ruf von Männern im Allgemeinen nennen. Fast jede Frau und auch fast jede Person, die innerhalb ihrer Kindheit weiblich geprägt wurde, hat in ihrem Leben schlechte Erfahrungen mit Männern in Form von übergriffigem Verhalten, unangemessenen Kommentaren oder anderen Grenzüberschreitungem gemacht. Laut der Jugendtrendstudie 2025 des Instituts für Generationenforschung haben 0% der Frauen im Alter von 15 bis 30 Jahren keine Angst vor Männern. Auf die Frage, was sie tun würden, wenn es keine Männer mehr gäbe, werden häufig die alltäglichsten Dinge genannt, wie nachts ohne Angst unterwegs sein, oder die Outfits tragen, die sie eigentlich gerne anziehen würden. Und bei der Auswahl, ob sie lieber einen Mann oder einen Bär im Wald treffen wollen, lautet die Antwort oft Bär. Dieses Image haben sich die Männer jedoch selbst zu verdanken. Zu oft wird still geschwiegen, wenn der Kumpel jemanden vergewaltigt, und vielleicht waren sie sogar selbst schonmal übergriffig, wohlmöglich unbewusst. Bei diesen Aussagen handelt es sich natürlich um Verallgemeinerungen und keinesfalls um die Verurteilung jedes einzelnen Mannes &#8211; doch würdest du in einen Apfel beißen, wenn die Chance besteht, dass du vergiftet wirst?</span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Gegenüber dieser harschen Realität scheint die Erkenntnis, Frauen zu lieben geradezu wie der perfekte Ausweg. Eine Erleichterung, nicht mehr Teil einer Welt zu sein, in der sich alles um Männer dreht. So treten Phrasen wie “i hate men” oder “unfortunately I like men” innerhalb der queeren Community im Überfluss auf. Und ja, eine Möglichkeit, sich aus den patriarchalen Strukturen zu befreien, ist die komplette Verteufelung von jedem einzelnen Mann, doch es ist sicherlich nicht die eleganteste und effektivste Methodik. Denn bereits innerhalb der queeren Community kommt es so zu Diskriminerung. Zum Einen die bereits erwähnte Ausgrenzung von queeren und besonders bisexuellen Frauen, die sich in einer Beziehung mit einem Mann befinden. Zum Anderen natürlich auch die Männer, die sich aufgrund ihrer Sexualität oder Geschlechtsidentität zur queeren Community zugehörig fühlen. Das ständige darauf hinweisen, dass alle Männer schlecht seien, scheint mir genauso wenig zu einem gesellschaftlichen Fortschritt zu führen, wie der extreme Drang, jedes Mal darauf hinzuweisen, dass es auch gute Männer gibt. Tatsächlich glaube ich, es ist sinnfrei jeden einzelnen Mann als gut oder schlecht einkategorisieren zu wollen. Was mir hingegen gut gefällt ist der auf Social Media entstandene Trend um das Wort “Menners”. Die Abwandlung des Wortes Männer verkörpert alles was Frauen das Leben schwer macht und bietet die Möglichkeit, den Unmut über das Patriarchat auszudrücken, ohne dass sich gleich alle Männer angegriffen fühlen müssen. So entsteht eine Balance zwischen dem gerechtfertigten Drang von Frauen sich über die systematischen Probleme zu beschweren und  dem Existenzrecht von Männern und queeren Frauen in einer Beziehung mit Männern in queeren Räumen. </span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Letztlich besteht die Aufgabe der Männer jedoch darin, die Welt zu einem Ort zu machen, an dem sich alle und insbesondere Frauen wohlfühlen und sich queere Frauen nicht dafür rechtfertigen müssen, in einer Beziehung mit einem Mann zu sein. Denn schließlich werden Männer in eine Gesellschaft geboren, welche überwiegend für sie geschaffen wurde und diese Privilegien gilt es zu überdenken, um feministisch handeln zu können.</span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Misogynie und Männlichkeit – wenn toxische Ideale zum Hass werden</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/09/misogynie-und-maennlichkeit-wenn-toxische-ideale-zum-hass-werden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Sep 2025 11:58:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Misygonie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17104</guid>

					<description><![CDATA[Romys neuer Text handelt von Misogynie, toxischer Männlichkeit und wie Hass in sozialen Netzwerken Form annimmt. [Trigger Warnung: In diesem Artikel geht es unter anderem um das Thema Gewalt an Frauen. Nummern für Hilfstelefone und Beratungsstellen findet ihr am Ende des Artikels.]  „Es spielt keine Rolle, ob eine Frau Anwältin, Hausfrau oder Webcam-Girl werden will.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span class="a_GcMg font-feature-liga-off font-feature-clig-off font-feature-calt-off text-decoration-none text-strikethrough-none">Romys neuer Text handelt von Misogynie, toxischer Männlichkeit und wie Hass in sozialen Netzwerken Form annimmt.</span> </strong><span id="more-17104"></span></p>
<p><strong><i>[Trigger Warnung: In diesem Artikel geht es unter anderem um das Thema Gewalt an Frauen. Nummern für Hilfstelefone und Beratungsstellen findet ihr am Ende des Artikels.]</i> </strong></p>
<p><em>„Es spielt keine Rolle, ob eine Frau Anwältin, Hausfrau oder Webcam-Girl werden will. Wenn sie keinen Mann hat, der sie anleitet, wird sie es vermasseln. Sie sind einfach nicht dazu geschaffen, völlig unabhängig zu sein. […] So etwas wie eine unabhängige Frau gibt es nicht, sie sind alle bis zu einem gewissen Grad von einem Mann abhängig.“  </em></p>
<p><span data-contrast="auto">Das ist ein Zitat des ehemaligen Kickboxers und Influencers Andrew Tate. Ein Mann, der in den sozialen Medien vor allem eines verbreitet: Hass und Gewalt. Mit Aussagen wie „Ich hole die Machete raus, schlage ihr ins Gesicht und packe sie am Hals. Halt’s Maul, Schlampe“ auf die Frage was er tun würde, wenn ihn seine Partnerin des Betrugs beschuldige, macht Tate eine Form des Frauenhasses sichtbar, dessen Ausmaß den meisten so noch gar nicht bewusst ist: In der sogenannten „Manosphere“ in den sozialen Medien werden sexistische Überzeugungen und besonders toxische Männlichkeitsbilder rasend schnell verbreitet.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p aria-level="2"><span data-contrast="none">Der Abgrund der „Manosphere“</span><span data-ccp-props="{&quot;134245418&quot;:true,&quot;134245529&quot;:true,&quot;335559738&quot;:160,&quot;335559739&quot;:80}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Die Manosphere kann in verschiedenen Formen und in unterschiedlichen Onlinecommunities auftreten. Das können Dating- oder Männlichkeitcoaches sein, Pick-Up-Artists oder beispielsweise Inzels – das sind Männer, die unfreiwillig keinen Sex haben. Schuld am „unfreiwilligen Zölibat“ seien natürlich die Frauen. </span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Auch in ihren Zielen unterscheiden sich die Communities der Manosphere. Manche Männer wollen Sex von Frauen, von dem sie fest davon überzeugt sind, er stünde ihnen zu. Andere streben es an, endlich ein „richtiger Mann“ zu werden – in dem Kontext fällt gerne mal der Begriff „Alpha“. Viele wollen auch nur eines: Ihren tiefverwurzelten und abgründigen Hass gegenüber Frauen verbreiten. </span><span data-contrast="auto">Obwohl sich die Gruppen innerhalb der Manosphere teils voneinander differenzieren, bauen sie alle auf derselben Basis auf: auf toxischen Männlichkeitsbildern.</span> <span data-contrast="auto">Unterstützer dieser Netzwerke sind meist fest davon überzeugt, es gäbe eine einzige „richtige“ Männlichkeit. Ein gutes Beispiel davon ist Maximilian Krah von der AfD – auch er versucht auf TikTok und Instagram jungen Männern zu vermitteln, was es bedeuten solle, ein „echter Mann“ zu sein: „Echte Männer sind rechts, echte Männer haben Ideale, echte Männer sind Patrioten, dann klappt es auch mit der Freundin“, sagt er in einem Video. </span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Weitere scheinbar anstrebende und „männliche“ Charaktereigenschaften in der Manosphere seien außerdem: führend, bestimmend, stark, unsensibel, … und das Schlafen mit vielen, vielen Frauen.</span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span><span data-contrast="auto">In diesen Communities liegt der Fokus nämlich sehr oft auf dem Thema Sex. Sex stünde ihnen zu. Frauen „schulden“ Sex. Sex sei ein Recht. </span><span data-contrast="auto">Manche gehen dabei einen Schritt weiter: Wenn sie den Sex nicht bekommen, dann holen sie ihn sich.</span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p aria-level="2"><em>Das Vergewaltiger-Netzwerk auf Telegram </em></p>
<p><span data-contrast="auto">Im Dezember letzten Jahres wurde von einem Reportagenteam von STRG_F ein abscheuliches Netzwerk auf Telegram aufgedeckt. Ein Vergewaltiger-Netzwerk. </span><span data-contrast="auto">Beteiligt waren tausende von Männern, die sich in den Gruppen gegenseitig über Betäubungsmittel und K.O-Tropfen austauschten: welche Dosis die Täter brauchen, wie man den Frauen die Drogen am besten in Getränke mischt, wann sie wirken – und wann die Täter freie Bahn haben würden, das Opfer zu missbrauchen. Es wurden Bilder geteilt, Tipps gegeben, zu Taten angestachelt. „Irgendwelche starken Drogen, um diese Prinzessin in den Schlaf zu schicken und sie zu vergewaltigen?”, schreibt ein User in der Gruppe. Es ist ein Netzwerk von Abscheu und Unmenschlichkeit. Es ist die Spitze an Frauenhass.</span><span data-ccp-props="{&quot;335559739&quot;:0}"> </span></p>
<p aria-level="2"><em>Kein Einzelfall </em></p>
<p><span data-contrast="auto">Gerade weil solche Gruppen nicht täglich aufgedeckt werden, gehen viele davon aus, all das seien nur Einzelfälle – tragisch, aber Einzelfälle. Die Realität sieht aber anders aus. Gewalt an Frauen findet nicht nur in den dunklen und tiefen Ecken des Internets statt. Sie passiert jeden Tag. Sie passiert in den meisten Fällen in den eigenen vier Wänden, das zeigte unter anderem der Fall von Gisèle Pelicot: eine unglaublich mutige Frau, die von ihrem eigenen Mann und zahlreichen weiteren Tätern über Jahrzehnte hinweg betäubt und missbraucht wurde. </span><span data-contrast="auto">Solche Netzwerke der Manosphere sind also keine Randerscheinung, sondern ein radikaler Ausdruck der Misogynie, die tief in unserer Gesellschaft feste Wurzeln geschlagen hat. Und nicht nur die Frauenfeindlichkeit wird in dieser Sphäre deutlich: Die Netzwerke zeigen auf, das toxische Männlichkeit töten kann. Wenn männliche Personen tief davon überzeugt sind, Kontrolle über eine Frau haben zu dürfen, das Recht auf den Körper einer Frau zu haben, kann das ein Todesurteil sein. Gerade deshalb ist es so wichtig, niemals wegzusehen. </span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><b><i><span data-contrast="auto">Beratungsstellen und Hilfstelefone:</span></i></b><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><i><span data-contrast="auto">Deutschlandweites Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: </span></i><b><i><span data-contrast="auto">116 016</span></i></b><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><i><span data-contrast="auto">Anrufstelle bei häuslicher Gewalt: </span></i><b><i><span data-contrast="auto">116 006</span></i></b><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><a href="https://www.hilfetelefon.de/beratung-fuer-frauen/"><i><span data-contrast="auto">Weitere Informationen zur Beratung bei Gewalt</span></i></a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nächster Halt: Wunderland. Ausstieg links.</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/09/naechster-halt-wunderland-ausstieg-links/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marv]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Sep 2025 09:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
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					<description><![CDATA[„Nächster Halt: Wunderland.“ – Eine U-Bahn-Fahrt zwischen Hass, Tränen und Hoffnung. Im ersten Text von Marv auf meintestgelände geht es um Mut, Verletzlichkeit und die Kraft des Zusammenhalts. Vorwort: Am 12.6.2016 wurden im „Pulse“, einem schwulen Nachtclub in Orlando, 49 Menschen getötet und 53 verletzt. Im Nachgang fanden einige Gedenkveranstaltungen statt. Dort sang Sia ihren]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Nächster Halt: Wunderland.“ – Eine U-Bahn-Fahrt zwischen Hass, Tränen und Hoffnung. Im ersten Text von Marv auf meintestgelände geht es um Mut, Verletzlichkeit und die Kraft des Zusammenhalts.</strong><span id="more-17100"></span></p>
<p><em>Vorwort: Am 12.6.2016 wurden im „Pulse“, einem schwulen Nachtclub in Orlando, 49 Menschen getötet und 53 verletzt. Im Nachgang fanden einige Gedenkveranstaltungen statt. Dort sang Sia ihren Song „Titanium“ in einer Balladen-Version. Es ist ein Song, der (nicht nur queeren Menschen) Mut macht und ausdrückt, dass wir stärker sind, als wir manchmal glauben. Schon vor jenem Vorfall hatte sie den Song bei LGTB*-Events performt, nach dem Anschlag umso häufiger. Er bestärkt fortan auch das Gemeinschaftsgefühl.</em></p>
<p>U3. Ich sitze am Rande eines Dreier-Sitzes.<br />
Ich trage Brille, Bart und grüne Fingernägel – das heißt, ich bin einfach nur ich selbst.<br />
Fühlt sich gut an.<br />
Zwei Männer steigen in die U-Bahn ein.<br />
Ihre Blicke bleiben an mir hängen, irritiert – und trotzdem setzen sie sich neben mich auf den leeren Dreier-Sitz. Absichtlich.<br />
Sie machen die Beine breit (typisch Mann!) und blicken mich angewidert an, besonders meine Fingernägel.<br />
In meinen Kopfhörern läuft „Titanium“ von Sia. Sie singt mir bestärkend zu: „I’m bulletproof, nothing to lose. Fire away, fire away.“, da höre ich, wie mich die Typen beleidigen: „Schwuchtel. Krankes Schwein!“<br />
Aber von sowas lasse ich mich doch nicht provozieren! …<br />
Dachte ich.<br />
Die beiden Männer reden noch lauter. Absichtlich! Sie meinen: „Es gibt ja zum Glück noch genug alte KZs. Da MUSS man solche Leute alle verbrennen.“ Sie lachen eklig und rutschen mir noch dichter. Es riecht nach Alkohol und braunem Hass.<br />
Obwohl sie mich nicht kennen, sagen sie solch unmenschliche Dinge. Und obwohl ich sie nicht kenne, verliere ich eine Träne. Denn es macht mich traurig… nein: wütend. Es macht mir Angst. Will sagen „Es reicht jetzt!“, aber ich bleibe still.<br />
Denn „Bulletproof und Nothing to loose“ stimmen nicht: Die Würde mag unantastbar sein, mein Körper ist es nicht. Ich habe hier sehr wohl etwas zu verlieren: z.B. meine restlichen Zähne, und ich möchte auch nicht verbrannt werden, nur weil ich ICH selbst bin.</p>
<p>Endlich tönt es: „Ding-dong! Nächster Halt: Sierichstraße, Ausstieg links“, auch wenn die Situation hier gerade sehr rechts ist.<br />
Ich stehe auf.<br />
Die beiden Männer brüllen noch irgendwas von „Hoffentlich kriegt er AIDS und verreckt daran“, doch niemand anderes im Zug scheint es mitzubekommen.<br />
Ich steige aus. Nächster Zug in 4 Minuten.<br />
Ich warte nahe der Notrufsäule.<br />
Neben mir steht eine junge Frau mit einer Katze auf dem Arm und einem Buch in der Hand: „Alice im Wunderland“. Sie lächelt mich hoffnungsvoll an.<br />
Ich schaue weg, aus Scham, sie könnte meine Tränen sehen.<br />
Erst einmal kurzer Reality-Check in der Amygdala: Sie meldet noch immer Alarm. Der Puls schlägt bis in die Ohren. Ich zittere. Tränen laufen meinen Wangen herunter. All das wegen dieser eben erlebten verbalen Gewalt.<br />
Sie verletzt genauso, wie körperliche Gewalt.<br />
Wenn du „Glück“ hast, dann triggert sie „nur“ ein ganzes Trauma. Und das hat nichts damit zu tun, dass du schwach oder empfindlich wärst, oder dass du „ein dickeres Fell“ bräuchtest – nein, Manfred, das sind keine echten Ratschläge. Das sind nur Schläge!<br />
Ich meine: Ist es noch sicher, alleine unterwegs zu sein?<br />
Wer würde mir helfen, wenn etwas Schlimmeres als eben passiert?<br />
Andere Fahrgäste, die im Handy vertieft sind?<br />
Das Pfefferspray, das ich erst ab 18 besitzen darf?<br />
Die Polizei, deine Freundin und Helferin? (Dieselbe Polizei, die zuletzt von hinten eine Person of Colour erschießt, während die Bodycams ausgeschaltet sind?) …<br />
Weiß nicht.<br />
Ist wohl wahrscheinlicher, dass die junge Frau neben mir wirklich diese „Alice“ ist und mich mit in ihr Wunderland nimmt. Kann ja nur besser dort sein.</p>
<p>500 Herzschläge fährt die nächste U3 ein. Ich trete ein.<br />
Ich schaue mich um, ob alle Menschen einigermaßen freundlich aussehen. Hier in Hamburg heißt das: Sie gucken aufs Handy, hören Musik, unterhalten sich feucht-fröhlich, oder haben ein Stück Rasen dabei, weil der HSV nach 7 Jahren endlich wieder aufgestiegen ist.<br />
„Alles sicher!“, meldet meine Amygdala an das erschöpfte Herz.<br />
Erleichtert lasse ich mich in einem Vierer-Abteil fallen.<br />
Mir gegenüber sitzt bereits die junge Frau vom Bahnsteig eben, inklusive Katze, die zu grinsen scheint. Die Frau schaut kurz von ihrem Buch auf und lächelt mich wieder hoffnungsvoll an.<br />
Ich verliere noch eine Träne.<br />
Sie sieht es, ebenso wie meine bunten Fingernägel.<br />
Ich schaue wieder weg und verliere mich in Gedanken.</p>
<p>Manchmal wäre ich gern woanders. Oder jemand anderes. Aber bitte nicht so breitbeinig-respektlos, und nicht so unzufrieden mit dem eigenen Leben, wie die Typen vorhin.  Jener Vorfall ist nur eine Mini-Spitze des Eisberges. Der Hass schläft nicht. Er wächst in der Stille und in den feigen Kommentarspalten. Und mit diesem Hass kommt die Gewaltbereitschaft, körperlich und verbal. Beängstigend!<br />
Manchmal habe ich keine Kraft mehr. Bulletproof- und „Einfach-nur-du-selbst sein“ fühlt sich gerade tonnenschwer an, schwerer als all das Titanium dieser Erde zusammen.<br />
Manchmal will ich nicht mehr kämpfen und Angst haben müssen, weder um mich, noch um meine Freund*innen.<br />
Solch ein Wunderland wäre echt schön: Wo alles voller Respekt und Frieden ist. Ein Land, wo ich, du, wir in Ordnung sind, so wie wir sind.<br />
Ein Land, wo nicht Alice, sondern Rechtsextreme und Hass als „verrückt“ gelten, Diagnose: kein Gehirn vorhanden (#afd). Ich meine, wir haben 2025 und queerfeindliche Gewalt, Rassismus, Femizide und mehr sind echt noch ein Ding?<br />
Wie abgefuckt ist das?!<br />
Es geht also nicht länger um mich oder um eine Minderheit (zumal Flinta* eigentlich nie eine Minderheit waren). Es geht ums uns alle als Gesellschaft. Um Demokratie und Sicherheit.<br />
Wir Menschen sind bunt. Alle Farben zählen gleich viel (außer vielleicht braun und hellblau).</p>
<p>Meine Gedanken werden durchbrochen von der jungen Frau, die sich nun neben mich gesetzt hat: „Schschsch. Hey! Ich bin Alice.“, stellt sie sich vor, „Gemeinsam kriegen wir das hin. Versprochen! Komm mal mit!“</p>
<p>Da tönt es: „Ding-dong! Nächster Halt: Wunderland. Übergang zu Respekt, Sicherheit und weiteren Eigenschaften einer modernen Gesellschaft. Ausstieg links.“</p>
<p>Wir steigen aus, und ich … wundere mich: „Wunderland“?! Nein, das ist U-Bahn Kellinghusenstraße?! Es ist alles wie immer: Menschen, die aufs Handy schauen, Notrufsäulen, irgendwo chillt eine Grinsekatze.<br />
Irritiert schaue ich zu Alice.<br />
Sie nickt mir zu, lächelt wieder hoffnungsvoll und schlägt vor: „Lass uns was singen!“</p>
<p>„Ich?? Nein, ich kann nicht singen.“</p>
<p>„Doch, du kannst ALLES!“, bestärkt sie mich und nimmt meine Hand.</p>
<p>Und tatsächlich, ich beginne es zu fühlen: Gemeinsam sind wir stärker als all der Hass.<br />
Also singen wir. Ziemlich schief, aber egal; wir singen drauf los:<br />
“You shoot me down, but I won’t fall – I am Titanium!<br />
They shoot us down, but we won’t fall – we are Titanium!”</p>
<p>Ja! Gemeinsam sind wir standhaft wie verdammtes Titan. WIR sind laut, damit wir uns alle sicher fühlen können – ganz egal welche Hautfarbe, Identität, Sexualität oder welches Geschlecht du hast.<br />
Ich begreife: Das Wunderland ist bereits direkt vor unseren Augen. Wir müssen es nur gestalten und beschützen, sowohl die Welt selbst als auch uns Menschen.<br />
Lasst uns also das tun, was im Sitzen (vor allem Männer) in der Bahn mit ihren Beinen tun sollten: zusammenhalten. So wie es schon Hunderttausende; Millionen vor uns taten.</p>
<p>Das Wunderland beginnt heute, genau hier in der Kellinghusenstraße, weil wir laut sind. „Hoffen und stillsein“ reicht nicht länger.<br />
Gemeinsam nie wieder still.<br />
Für Respekt. Für Liebe.<br />
Für eine sichere Demokratie<br />
für uns alle.<br />
//</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sein, Nichts, Werden</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/09/sein-nichts-werden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mäx]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Sep 2025 09:34:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein philosophischer Blick von Mäx auf Männlichkeit: Kann man überhaupt‚ ein Mann sein‘ wollen – oder ist das alles nur ein Gedanke? Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Ideen von Männlichkeit merkwürdig sind. Aber die eigentliche Frage ist doch, ob es überhaupt Ideen von Männlichkeit gibt, die nicht merkwürdig sind. Mir kommt die ganze]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Ein philosophischer Blick von Mäx auf Männlichkeit: Kann man überhaupt‚ ein Mann sein‘ wollen – oder ist das alles nur ein Gedanke?</strong><span id="more-17085"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Ideen von Männlichkeit merkwürdig sind. Aber die eigentliche Frage ist doch, ob es überhaupt Ideen von Männlichkeit gibt, die nicht merkwürdig sind. Mir kommt die ganze Idee von Geschlechtlichkeit vor allem albern vor. So weit, so altbekannt. Aber so einfach ist es dann doch nicht. Seit einiger Zeit frage ich mich, ob ich nicht doch eigentlich ein Mann bin, oder sein will, ich fühle mich unwohl in meinem Körper, mit Binder tragen oder nicht, die Pille nehmen oder meine Tage bekommen, aber auch mit dem Gedanken, dass meine Stimme sich ändert, dass ich kein Gefühl mehr in meiner Brust habe, überhaupt damit, dass sich etwas ändern könnte. Seitdem ich mehr über meinen Körper und mein Geschlecht nachdenke, denke ich auch mehr über meine Sexualität nach. Wie würde es sich anfühlen, mit meinem Freund in einer schwulen Beziehung zu sein? Sind wir das nicht eigentlich schon? Warum fühlt es sich nicht so an? Habe ich Angst vor Anfeindungen? Würde sich unsere Dynamik ändern? Was wenn er mich nicht mehr mag? Was wenn ich ihn nicht mehr mag. Was spricht mich so an am Mann sein? Ist es das Bedürfnis nach Transzendenz, der Wunsch, über sich hinauszuwachsen? Das Bedürfnis ist groß; ich plane einen Umzug in eine mir unbekannte Stadt, ich versenke mich stundenlang in Texten zu Kritischer Theorie, ich romantisiere die Vorstellung von mir als nachdenklich-melancholischer Philosophiestudent, ich stelle mir vor, wie ich nach einer Transition aussehen würde. Aber ist das Männlichkeit? In einigen von Adornos Texten meine ich eine ungeahnte Sehnsucht und Verletzlichkeit zu erhaschen, ich frage mich, ob ich mich wohler fühlen würde in den paar Kleidern, die ich habe, wenn ich mehr aussehen würde, wie ein Mann. Ich hadere mit mir und meinen Vorstellungen, und was damit anzufangen ist, ich hadere mit der Kritischen Theorien und ihren konservativen Tönen, die immer schwerer zu ignorieren sind. Ein Jahr nach dem Tod seines Freundes Adorno spricht Horkheimer in einem <a href="https://www.spiegel.de/kultur/was-wir-sinn-nennen-wird-verschwinden-a-7d9d062b-0002-0001-0000-000045226214">Interview mit dem Spiegel</a> (scheinbar das Mittel der Wahl für heikle Selbstkundgaben für die beiden), gleichzeitig von der Notwendigkeit des Transzendenten, wie davon, dass die Pille den Tod der wahren Liebe bedeuten könnte, und von der Wichtigkeit eines Familienpatriarchen. Die Vision der Kritischen Theorie war die Emanzipation der gesamten Gesellschaft, was fängt man mit solchen Aussagen an? Lassen sie sich trennen und negieren mit der eigenen Theorie, oder sind sie wie alles andere – untrennbar dialektisch miteinander verwoben? Ich schweife ab. Was sich zeigen lässt, ist das alles uneindeutig und aufeinander bezogen sowie unabgeschlossen ist; mal wieder. Das Ganze ist das Unwahre. Oder anders gefragt – gab es je eine Männlichkeit, die nicht in der Krise war? </span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Keine Liebe</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/08/keine-liebe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Celine]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Aug 2025 09:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[In einem neuen Gedicht von Celine geht es um Männer, die nah scheinen – und doch zerstören. Sie schreibt über das Verbiegen für Liebe, das Schweigen aus Angst – und den Weg zurück zur eigenen Stimme. Ich traf dich, nicht wie ein Blitz – sondern wie ein Nebel,leise, schmeichelnd, und doch erstickend.Deine Worte waren warm,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>In einem neuen Gedicht von Celine geht es um Männer, die nah scheinen – und doch zerstören. Sie schreibt über das Verbiegen für Liebe, das Schweigen aus Angst – und den Weg zurück zur eigenen Stimme.</strong><span id="more-17061"></span></p>
<p data-start="251" data-end="527">Ich traf dich, nicht wie ein Blitz – sondern wie ein Nebel,<br data-start="310" data-end="313" />leise, schmeichelnd, und doch erstickend.<br data-start="354" data-end="357" />Deine Worte waren warm, aber nur auf der Oberfläche.<br data-start="409" data-end="412" />Darunter: Kälte, Kontrolle,<br data-start="439" data-end="442" />ein Netz aus Schuld,<br data-start="462" data-end="465" />das du mir sacht um die Schultern legtest<br data-start="506" data-end="509" />wie einen Schal.</p>
<p data-start="529" data-end="576">Du nanntest es Nähe.<br data-start="549" data-end="552" />Ich nannte es Zweifel.</p>
<p data-start="578" data-end="820">Du fragtest mich: „Warum bist du so?“<br data-start="615" data-end="618" />Und ich fing an,<br data-start="634" data-end="637" />mich selbst zu hinterfragen,<br data-start="665" data-end="668" />zu zerlegen,<br data-start="680" data-end="683" />zu verbiegen,<br data-start="696" data-end="699" />damit ich in dein Bild passte –<br data-start="730" data-end="733" />ein Bild, das nur du gemalt hattest,<br data-start="769" data-end="772" />aus Angst, Macht<br data-start="788" data-end="791" />und deinem eigenen Schmerz.</p>
<p data-start="822" data-end="896">Ich war nicht frei.<br data-start="841" data-end="844" />Ich war verfügbar.<br data-start="862" data-end="865" />Nicht geliebt – nur nützlich.</p>
<p data-start="898" data-end="1152">Und ich hasse es,<br data-start="915" data-end="918" />wie lange ich blieb.<br data-start="938" data-end="941" />Ich hasse es,<br data-start="954" data-end="957" />wie sehr ich mich an dich gewöhnt habe –<br data-start="997" data-end="1000" />an das Gift,<br data-start="1012" data-end="1015" />an die Spannung,<br data-start="1031" data-end="1034" />an den süßen Schwindel<br data-start="1056" data-end="1059" />nach jedem kleinen Lob,<br data-start="1082" data-end="1085" />das du mir wie ein Leckerli<br data-start="1112" data-end="1115" />nach Tagen des Schweigens<br data-start="1140" data-end="1143" />zuwarf.</p>
<p data-start="1154" data-end="1343">Du warst nicht der Erste.<br data-start="1179" data-end="1182" />Vor dir waren sie auch da –<br data-start="1209" data-end="1212" />andere Schatten in Menschengestalt.<br data-start="1247" data-end="1250" />Ich dachte, es sei mein Typ.<br data-start="1278" data-end="1281" />Aber es war mein Trauma,<br data-start="1305" data-end="1308" />das da wählte.<br data-start="1322" data-end="1325" />Nicht mein Herz.</p>
<p data-start="1345" data-end="1504">Ich zog sie an, wie Wunden Fliegen –<br data-start="1381" data-end="1384" />Männer, die meine Schwäche rochen<br data-start="1417" data-end="1420" />und sie mit Aufmerksamkeit bedeckten,<br data-start="1457" data-end="1460" />nur um sie später gegen mich zu verwenden.</p>
<p data-start="1506" data-end="1679">Ich habe „Liebe“ gesucht<br data-start="1530" data-end="1533" />in den falschen Händen,<br data-start="1556" data-end="1559" />weil meine inneren Narben<br data-start="1584" data-end="1587" />nach etwas riefen,<br data-start="1605" data-end="1608" />das sich wie „Zuhause“ anfühlte –<br data-start="1641" data-end="1644" />auch wenn Zuhause nie sicher war.</p>
<p data-start="1681" data-end="1792">Ich dachte,<br data-start="1692" data-end="1695" />wenn ich nur genug gebe,<br data-start="1719" data-end="1722" />genug verstehe,<br data-start="1737" data-end="1740" />genug schweige –<br data-start="1756" data-end="1759" />dann werde ich endlich geliebt.</p>
<p data-start="1794" data-end="1847">Aber manche Männer lieben nicht.<br data-start="1826" data-end="1829" />Sie konsumieren.</p>
<p data-start="1849" data-end="1948">Und du –<br data-start="1857" data-end="1860" />du warst ein Meister darin,<br data-start="1887" data-end="1890" />mich klein zu halten,<br data-start="1911" data-end="1914" />damit du größer wirken konntest.</p>
<p data-start="1950" data-end="1993">Ich habe mich selbst verlassen, für dich.</p>
<p data-start="1995" data-end="2100">Und weißt du, was das Schlimmste war?<br data-start="2032" data-end="2035" />Dass ich dich verteidigt habe.<br data-start="2065" data-end="2068" />Vor mir selbst.<br data-start="2083" data-end="2086" />Vor anderen.</p>
<p data-start="2102" data-end="2205">Ich sagte:<br data-start="2112" data-end="2115" />„Er meint es nicht so.“<br data-start="2138" data-end="2141" />„Er hatte eine schwere Kindheit.“<br data-start="2174" data-end="2177" />„Er ist einfach verletzt.“</p>
<p data-start="2207" data-end="2263">Und während ich dich rettete,<br data-start="2236" data-end="2239" />ging ich selbst unter.</p>
<p data-start="2265" data-end="2425">Ich schluckte zu viele nicht-gesagte Worte.<br data-start="2308" data-end="2311" />Ich spielte Frieden,<br data-start="2331" data-end="2334" />während mein Körper<br data-start="2353" data-end="2356" />in stillem Protest<br data-start="2374" data-end="2377" />den Schlaf verweigerte<br data-start="2399" data-end="2402" />und die Tränen nicht.</p>
<p data-start="2427" data-end="2592">Ich dachte, es sei meine Schuld,<br data-start="2459" data-end="2462" />wenn du laut wurdest.<br data-start="2483" data-end="2486" />Wenn du verschwandest.<br data-start="2508" data-end="2511" />Wenn du mich vergaßest,<br data-start="2534" data-end="2537" />für Stunden,<br data-start="2549" data-end="2552" />Tage,<br data-start="2557" data-end="2560" />ganze Versionen meines Selbst.</p>
<p data-start="2594" data-end="2652">Ich wollte dich verstehen.<br data-start="2620" data-end="2623" />Aber du wolltest nur Macht.</p>
<p data-start="2654" data-end="2721">Und dafür gabst du mir<br data-start="2676" data-end="2679" />gerade genug Hoffnung,<br data-start="2701" data-end="2704" />dass ich blieb.</p>
<p data-start="2723" data-end="2784">Du warst kein Sturm.<br data-start="2743" data-end="2746" />Du warst eine langsame Austrocknung.</p>
<p data-start="2786" data-end="2943">Und ich –<br data-start="2795" data-end="2798" />ich war durstig.<br data-start="2814" data-end="2817" />Nach Zärtlichkeit.<br data-start="2835" data-end="2838" />Nach Echtheit.<br data-start="2852" data-end="2855" />Nach jemandem, der mich sieht<br data-start="2884" data-end="2887" />und nicht spiegelt,<br data-start="2906" data-end="2909" />was er selbst nicht halten kann.</p>
<p data-start="2945" data-end="3054">Ich trug Männer wie alte Jacken –<br data-start="2978" data-end="2981" />zerschlissen, zu groß, zu schwer –<br data-start="3015" data-end="3018" />weil ich dachte, Kälte sei normal.</p>
<p data-start="3056" data-end="3151">Ich dachte, alle Liebe müsse wehtun,<br data-start="3092" data-end="3095" />weil meine ersten Geschichten<br data-start="3124" data-end="3127" />von Schmerz erzählten.</p>
<p data-start="3153" data-end="3191">Aber ich irre mich.<br data-start="3172" data-end="3175" />Und ich lerne.</p>
<p data-start="3193" data-end="3267">Ich lerne, dass Grenzen<br data-start="3216" data-end="3219" />nicht Härte bedeuten,<br data-start="3240" data-end="3243" />sondern Selbstachtung.</p>
<p data-start="3269" data-end="3408">Ich lerne, dass Liebe<br data-start="3290" data-end="3293" />nicht um Anerkennung bettelt,<br data-start="3322" data-end="3325" />nicht in Angst schweigt,<br data-start="3349" data-end="3352" />nicht verletzt und dann erwartet,<br data-start="3385" data-end="3388" />vergessen zu werden.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zwischen Welten</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/07/zwischen-welten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Celine]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jul 2025 10:11:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein leiser Text über das Dazwischen – über das Gefühl, anwesend, aber nicht gemeint zu sein. Über das Schweigen, das nicht leer ist. Und über die Sehnsucht, nicht nur zu existieren, sondern gemeint zu sein. Ein Gedicht von Celine für alle, die sich zwischen den Zeilen des Alltags bewegen. ich steh oft am rand von]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein leiser Text über das Dazwischen – über das Gefühl, anwesend, aber nicht gemeint zu sein. Über das Schweigen, das nicht leer ist. Und über die Sehnsucht, nicht nur zu existieren, sondern gemeint zu sein. Ein Gedicht von Celine für alle, die sich zwischen den Zeilen des Alltags bewegen.</strong><span id="more-17031"></span></p>
<p>ich steh oft am rand<br />
von dingen,<br />
die sich „wir“ nennen.<br />
seh sie lachen,<br />
reden,<br />
sich anfassen,<br />
als wär nähe<br />
ein selbstverständliches ding.</p>
<p>und ich?<br />
schau durch scheiben,<br />
unsichtbar,<br />
hör zu<br />
und sag nix.<br />
weil jedes wort,<br />
das ich sagen könnte,<br />
nach fremdsprache klingt<br />
in ihren ohren.</p>
<p>ich gehör dazu<br />
auf papier –<br />
aber nicht im gefühl.<br />
kenn die regeln,<br />
aber nie das spiel.<br />
lächel im takt,<br />
aber fühl<br />
nichts.</p>
<p>hab mich oft gefragt:<br />
bin ich zu still<br />
oder nur zu echt<br />
für ne welt,<br />
die sich in lautstärke<br />
selbst übertönt?</p>
<p>man sagt:<br />
„nimm’s nicht so schwer“<br />
aber wie leicht soll man’s nehmen,<br />
wenn man das gewicht<br />
jeden tag mitträgt?<br />
nicht sichtbar,<br />
aber spürbar<br />
bei jedem blick<br />
der sagt:<br />
„du bist da –<br />
aber nicht ganz richtig.“</p>
<p>ich hab versucht,<br />
mich kleiner zu machen,<br />
leiser,<br />
angepasst.<br />
so sehr,<br />
dass ich irgendwann<br />
fast verschwunden wär.</p>
<p>dann wieder phasen,<br />
wo ich laut wurde –<br />
zu laut.<br />
rebellisch aus notwehr.<br />
damit wenigstens irgendwer merkt,<br />
dass ich atme.<br />
dass ich da bin.<br />
dass ich mehr bin<br />
als nur hintergrundrauschen.</p>
<p>es ist nicht dramatisch –<br />
nur echt.<br />
kein hollywood-trauma,<br />
kein sturm –<br />
nur dieser konstante nieselregen,<br />
der nicht aufhört<br />
und trotzdem durchnässt.</p>
<p>bin müde von fragen,<br />
die wie tests klingen:<br />
„warum bist du so?“<br />
„warum sagst du nichts?“<br />
„warum schaust du immer so ernst?“</p>
<p>bin müde von räumen,<br />
in denen ich atme,<br />
aber nie ganz einatmen kann.<br />
von menschen,<br />
die mich einladen,<br />
aber nie wirklich meinen.</p>
<p>ich will nicht viel –<br />
nur einen ort,<br />
an dem mein schweigen<br />
nicht als mangel zählt.<br />
einen blick,<br />
der bleibt,<br />
auch wenn ich nichts leiste.</p>
<p>ich will sitzen dürfen,<br />
einfach nur<br />
so wie ich bin.<br />
nicht als projekt,<br />
nicht als fragezeichen,<br />
sondern als punkt.<br />
klar.<br />
da.</p>
<p>und vielleicht,<br />
irgendwann,<br />
kommt jemand,<br />
der nicht sagt<br />
„du passt schon irgendwie“,<br />
sondern:<br />
„du fehlst,<br />
wenn du nicht da bist.“</p>
<p>bis dahin<br />
bin ich zwischen welten –<br />
nicht verloren,<br />
nur unterwegs.<br />
und das reicht.<br />
für jetzt.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Laut – Leise – Leise – Laut</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/07/laut-leise-leise-laut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophie]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Jul 2025 09:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Ally]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[pride month]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute begleiten wir Sophia auf ihrem Weg vom ersten CSD als Ally bis hin zu einer starken Verbundenheit mit ihrer queeren Familie. Dieses Jahr geht sie für alle, die noch nicht für sich selbst gehen können – laut, stolz und voller Liebe. Vor sieben Jahren war ich zum ersten Mal auf dem CSD als Ally,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong data-prosemirror-content-type="mark" data-prosemirror-mark-name="strong">Heute begleiten wir Sophia auf ihrem Weg vom ersten CSD als Ally bis hin zu einer starken Verbundenheit mit ihrer queeren Familie. Dieses Jahr geht sie für alle, die noch nicht für sich selbst gehen können – laut, stolz und voller Liebe.</strong><span id="more-17003"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">Vor sieben Jahren war ich zum ersten Mal auf dem CSD als Ally, um meine beste Freundin zu unterstützen</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Es war mir wichtig für sie da zu sein und ihre Queerness zu feiern</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Aber trotzdem hatte ich Angst, dass man denken könnte, dass ich selbst etwas anderes als hetero war</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><i><span data-contrast="auto">Laut &#8211; Leise</span></i><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Vor sechs Jahren hatte ich das erste Mal so richtig verliebt in eine Mitschülerin</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Sagen konnte ich es ihr nicht, weil ich so unfassbar Angst vor ihrer Reaktion hatte</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Lustigerweise hat sich Jahre später herausgestellt, dass sie mich auch mochte</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><i><span data-contrast="auto">Leise &#8211; Laut</span></i><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Vor fünf Jahren war ich frisch aus der Beziehung mit einem Mann habe mich getraut auf mein erstes Date mit einer Frau zu gehen</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Danach saß ich noch Stunden auf meiner Couch und habe den Nachmittag Revue passieren lassen, weil ich sie so toll fand</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ich glaube, ich habe mich zuerst in ihr Lachen verliebt</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><i><span data-contrast="auto">Laut &#8211; Leise</span></i><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Vor vier Jahren habe ich zu Weihnachten meinen Eltern und Brüdern von ihr erzählt</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ein paar Monate später haben sie sich kennengelernt und darüber gebondet, mich in Gesellschaftsspielen zu besiegen</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><i><span data-contrast="auto">Laut – Laut</span></i><span data-ccp-props="{}"> </span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Vor zwei Jahren war ich auf dem CSD, diesmal umringt von queeren Freund*innen und ohne Angst, nur umringt von Liebe und Akzeptanz</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><i><span data-contrast="auto">Laut – laut</span></i><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Vor einem Jahr haben wir uns getrennt und kurz hat es sich so angefühlt, als würde die Welt untergehen</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Mittlerweile kann ich mir nicht vorstellen, wie es ist sie nicht als eine meiner engsten Freundinnen zu haben</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><i><span data-contrast="auto">Laut &#8211; Laut</span></i><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Dieses Jahr auf dem CSD gehe ich nicht nur um gegen eine intoleranter werdende Welt zu demonstrierten und die Community zu zelebrieren, sondern ich gehe auch für alle, die noch nicht für sich selbst gehen können so wie ich vor sieben Jahren</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><i><span data-contrast="auto">Laut – Laut</span></i><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Scham vs. Stolz</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/06/scham-vs-stolz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sabylonica]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jun 2025 10:51:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[pride month]]></category>
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					<description><![CDATA[Unserer*m Autor*in Sabylonica wurde im Kontext der Pride die Frage gestellt, warum er*sie Stolz auf etwas ist, für das sie*er nichts kann. Die Frage hat Sabylonica lange beschäftigt und seine*ihre Gedanken dazu könnt ihr hier lesen. Stolz ist ein weit gefächerter Begriff und umfasst viele Felder. Mir wurde im Kontext des Pride Months die Frage]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unserer*m Autor*in Sabylonica wurde im Kontext der Pride die Frage gestellt, warum er*sie Stolz auf etwas ist, für das sie*er nichts kann. Die Frage hat Sabylonica lange beschäftigt und seine*ihre Gedanken dazu könnt ihr hier lesen.</strong><span id="more-16986"></span></p>
<p>Stolz ist ein weit gefächerter Begriff und umfasst viele Felder. Mir wurde im Kontext des Pride Months die Frage gestellt, warum ich auf etwas stolz sei, wofür ich nichts leisten musste. Ich habe viel über die Frage nachgedacht und habe mich erwischt gefühlt, da ich für mich keine zufriedenstellende Antwort geben konnte. Nach reichlichen Überlegungen habe ich realisiert, dass ich oft eher das Gefühl hatte, mich schämen zu müssen, queer zu sein.<br />
Durch Familie, Schule und Gesellschaft habe ich gelernt, queer sein heißt, sich dafür schämen zu müssen. Ich habe durch äußere Einflüsse gelernt, ich müsse mich schämen queer zu sein und habe dieses Verständnis lange mit mir getragen und unterbewusst umgesetzt. Ich habe angefangen alles in Frage zu stellen und mich unvollkommen zu betrachten. Scham wurde ein stiller Begleiter, der mir klarmachte, nicht liebenswert, nicht richtig, nicht genug zu sein. Auch wenn ich zu der Zeit den Pride Month, mehr im Geheimen, zelebrierte, war mir klar so viel Stolz habe ich nicht in mir.<br />
Die Frage, warum ich stolz auf etwas wäre, wofür ich nichts geleistet habe, mag zwar in vielen Punkten verständlich sein, aber warum sollte ich mich schämen auf etwas haben, wofür ich keine Entscheidung getroffen habe. Ich habe mir nicht ausgesucht, queer zu sein. Dann fing ich an, weiter zu reflektieren und habe begriffen: Doch, ich bin stolz. Ich bin stolz, denn ich habe viel geleistet, um queer zu sein oder eher gesagt, um mich als queere Person überhaupt annehmen und leben zu können. Ich habe viel geleistet, Sichtbarkeiten zu schaffen, Aufklärung zu betreiben, mich selbst zu lieben, mich zu verstehen, mich zu hinterfragen und ja ich habe viel geleistet, um zu überleben. Ich musste aktiv und bewusst viel leisten, um mein Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein zu finden, zu stärken und zu bewahren. Das war und ist eine tägliche Entscheidung.<br />
Ich bin stolz, weil ich mich immer wieder entschieden habe, weiterzumachen. Trotz Diskriminierung, Ausgrenzung, Angst, psychischer Belastung. Trotz Menschen, die mir vermittelt haben, ich sei „zu viel“, „zu laut“, „zu sensibel“ oder schlichtweg „falsch“. Ich bin stolz, weil ich immer wieder die Kraft finde, mich selbst zu sehen, in einer Welt, die mich oft unsichtbar macht.<br />
Wenn eine Person hetero ist und in einer heteronormativen und binären Gesellschaft sozialisiert ist, hat die Person das Privileg sich nicht mit der eigenen Sexualität, dem Geschlecht und gesellschaftlichen Strukturen auseinandersetzen zu müssen. Die hetero Person mag andere Herausforderungen haben, klar, aber die Person muss nicht Angst vor Diskriminierung auf Grund der sexuellen oder geschlechtlichen Identität haben. Die Person muss sich nicht erklären, nicht rechtfertigen und nicht ständig aufklären. Die Person wird gesehen. Sie wird mitgedacht und ihre Existenz gilt als „normal“.<br />
Und genau da liegt der Unterschied. So viel, was ich und andere aus der queeren Community leisten müssen. Nicht nur für uns selbst, auch für künftige Generationen kämpfen. Und wir leisten viel um Gerechtigkeit, Sichtbarkeit, Aufklärung und Akzeptanz zu bekommen.<br />
Wir leisten uns den Kampf. Wir leisten Widerstand gegen Norman, die uns ausschließen, gegen Sprache, die uns verletzt, gegen Systeme, die uns marginalisieren. Unser Leben ist politisch und wir leisten viel dafür, zu überleben. Und für all das: Ja, ich bin stolz queer zu sein, stolz den Kampf mitzukämpfen. Stolz, überlebt zu haben. Ich habe für mich gekämpft, mich selbst zu lieben und als wertvoll zu sehen und darauf bin ich stolz.<br />
Stolz bedeutet für mich in diesem Kontext nicht Arroganz oder Abgrenzung, sondern Würde. Die Würde, mich nicht länger zu verstecken. Die Würde, inmitten all der Unsichtbarmachung sichtbar zu bleiben. Die Würde, verletzlich zu sein und gleichzeitig kraftvoll. So ist der Pride Month für mich nicht nur eine Feier, sondern auch eine Erinnerung an Schmerz, an Stärke, an Gemeinschaft. Der Kampf und der Widerstand, der bisher geleistet wurde. Und daran, dass unsere Existenz zählt, jederzeit und jederorts.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein paar meiner Queeren Orte im Ruhrgebiet</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/06/ein-paar-meiner-queeren-orte-im-ruhrgebiet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sven Hensel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jun 2025 08:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[pride month]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
		<category><![CDATA[Save Space]]></category>
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					<description><![CDATA[Sven hat sein bisheriges Leben im Ruhrgebiet verbracht. Pünktlich zum Pride Month hat er für uns seine liebsten, queeren Orte im Pott vorgestellt. Wenn ihr also Lust habt euch in queeren in Save Spaces zu bewegen, findet ihr hier ein paar Vorschläge. Ich bin schon seit meinem ganzen Leben im Ruhrgebiet wohnhaft und habe dabei]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sven hat sein bisheriges Leben im Ruhrgebiet verbracht. Pünktlich zum Pride Month hat er für uns seine liebsten, queeren Orte im Pott vorgestellt. Wenn ihr also Lust habt euch in queeren in Save Spaces zu bewegen, findet ihr hier ein paar Vorschläge.</strong><span id="more-16976"></span></p>
<p>Ich bin schon seit meinem ganzen Leben im Ruhrgebiet wohnhaft und habe dabei immer wieder verschiedene Orte frequentiert, um mich mit meinen queeren Gefährt*innen gemeinsam in sicheren Räumen zu bewegen. Dort dürfen wir auf volle Lautstärke aufgedreht so bunt und queer sein, wie wir wollen &#8211; seien es Parties, Jugend- oder Kulturzentren, oder Bars. Es ist einerseits schade, dass wir diese Orte immer noch brauchen, gerade zurzeit, wo unsere Rechte weltweit wieder weiter eingeschränkt werden, Hass und Gewalt gegenüber queeren Menschen zugehend normalisiert wird, und der Fortschritt leider nur langsam voran geht &#8211; aber andererseits ist es wunderbar, dass es diese queeren Spielstätten gibt, um uns in sicheren Räumen miteinander auszuprobieren, Erfahrungen zu teilen und solidarisch zu lieben und zu leben. Jeder dieser Orte ist eine Pride Celebration in sich! Ein paar von ihnen gibt es schon nicht mehr, und ein paar der Orte, die hier stehen könnten, gibt es vielleicht noch nicht, aber hier präsentiere ich euch eine Auswahl von ein paar meiner Lieblingsorte, um Pride nicht nur, aber auch im Pridemonth hoch leben zu lassen:</p>
<p><strong>Queere Orte in Bochum:</strong><br />
<a href="https://www.instagram.com/fluid_bo/">FLUID</a><br />
Das queere Kultur- und sexuelle Bildungszentrum existiert in dieser Form seit drei Jahren und ist für mich nicht mehr aus unserer lokalen Szene wegzudenken, besonders für mich als in Bochum wohnend. Dieser dritte Ort (also wo man sein darf, ohne Geld dafür bezahlen zu müssen, wie z.B. eine Bibliothek oder ein öffentlicher Park) behaust einige queere Gruppen, die sich teilweise monatlich, teils öfters treffen, z.B. die FLINTA Gruppe “Form Up!”, den queeren Männertreff “Queere Kumpels” und Spielegrüppchen für alle Gender. Ich durfte hier zur großen Neueröffnung der Räumlichkeiten die erste Ausgabe meiner eigenen Reihe, der Queer Poetry Gala Bochum, halten &#8211; und was für ein Auftakt es war! Seitdem ist das Fluid ein Ort für mich sondergleichen geworden, ich treffe hier auf die verschiedensten queeren Communitys, und manchmal mixen sie sich auch untereinander bunt durch, da stoßen dann die trans Leute mit den Schwulen und Lesben am selben Tresen an. Es wird einander respektiert, die Ehrenamtlichen sind engagiert, sich tatkräftig einzubringen, und das kleine Café unter der Aidshilfe in Bochum floriert. Manchmal gibt&#8217;s hier veganen Kuchen, manchmal werden Pommes frittiert, manchmal bringen wir alle kleine selbstgemachte Speisen mit und genießen gemeinsam, uns zu nähren. Ich habe hier schon Geburtstage feiern dürfen, meinen eigenen und den vieler Freund*innen, und den Raum jedes Mal individuell gestaltet zu sehen, wie in jedem der Gruppenangebote, ist wunderschön: wir dürfen diesen Raum nutzen, er ist ein Angebot, und wir bringen die Nachfrage mit.</p>
<p><a href="https://www.instagram.com/ovalofficebar/">Oval Office Bar</a><br />
Das Oval Office befindet sich in der Seite des Schauspielhaus Bochum, man geht eine kleine Treppe hinunter in den Keller und schon ist man angekommen in einem queeren Nirvana. Seitdem in der Spielzeit 2018/2019 Johan Simons die Intendanz des Schauspielhauses innehat, ist diese Kellerbar zu einem der queeren Hotspots im Pott geworden, die Gründung eines Vereins (der Kosmopolis e.V.) zur Selbstorganisation der Räumlichkeiten folgte bald. Ich habe hier schon öfter selbst auf der Bühne gestanden, aber noch öfter mit Freund*innen ein Getränk getrunken, neue Leute überall in der Alphabetmafia angesiedelt kennengelernt und mir Shows angesehen. Sehr eindrucksvoll war ein queeres Bourlesque, das Schlesien thematisierte, was mich auch zu der Verbindung zu meinen eigenen schlesischen Wurzeln (wie viele Leute im Ruhrgebiet sie haben) brachte. Hier gibt&#8217;s Öffnungstage für schüchterne Menschen, manchmal gibt&#8217;s Hair Bars, wo alle ungeachtet des Geschlechts einfach, affirmativ und unkompliziert die Haare geschnitten bekommen können, und noch weitere, schöne Aktionen, die vor Queerness nur so sprudeln.</p>
<p><strong>Queere Orte in Essen:</strong><br />
<a href="https://www.instagram.com/togethervirtuell/">Together Jugendzentren</a><br />
Ich war hier schon regelmäßig zu Besuch, als ich noch Teenager war, spezifisch in den Zentren in Essen und Gelsenkirchen. Seitdem hat sich einiges geändert, aber die besten Dinge sind gleich geblieben, und zwar, dass man ganz einfach willkommen geheißen wird.<br />
Es gibt für TIN* Menschen, Jungs und Mädchen gesonderte Öffnungstage und Treffs, aber auch Tage, an denen alle Queers and Friends von 14 bis 26 vorbeikommen dürfen, um gemeinsam abzuhängen, einander kennen zu lernen, miteinander Aktionen oder Ausflüge zu planen und sich kreativ zu betätigen. Ich bin so froh, dass es im Together Essen<br />
spezifisch mittlerweile ein queeres Bücherregal gibt, weil mir diese literarischen Entwürfe und Vorbilder in meiner Jugend gefehlt haben, ich aber sehr gerne las und es noch immer gern tue. Ich durfte schon häufiger als Erwachsener Workshops zum kreativen Schreiben und zum Selbstausdruck in den Together Jugendzentren leiten, und immer wieder ist es eine Freude, zu sehen, wie die jungen Menschen diesen Ort mit Leben füllen.</p>
<p><a href="https://www.instagram.com/divine.essen/">Divine Bar</a><br />
In der Divine Bar finden seit etwas über einem Jahr an jedem Samstag Dragshows statt. Das Team hinter der Bar schafft einen Raum für queere Menschen aller Geschlechter und Sexualitäten, und auch für unsere Allys. Ich weiß noch, wie ich mit ein paar Freunden das erste Mal zur großen Eröffnungsfeier vor der Bar in der Einlassschlange stand, die ein Stück<br />
der Einkaufsstraße hoch ging, und ich froh war, dass der Laden damals schon mit so offenen Armen angenommen und seine Eröffnung sehnlichst erwartet wurde. Drinnen wie draußen im Biergarten ist eine tolle Atmosphäre, auf den Wänden und Säulen ist künstlerisch vom Illustrator Maurizio Onano die Transformation einer Drag Queen dargestellt, es gibt eine barrierearme Toilette, und alle anderen Toiletten sind für alle Geschlechter, die Getränkekarte und Snacks sind sehr lecker, und die Showangebote toll. Neben meiner eigenen Reihe hier, der Queer Poetry Gala Essen, mache ich mit einem Freund von mir als Glitter und Pailletten hier auch manchmal bunte Bingoabende und wir veranstelten queere Kneipenquizzes, aber ich bin auch gern zu Gast, wenn es heißt “Lip Sync For Your Shot”, das Showformat ist selbsterklärend und jedes Mal wieder ein absolutes Highlight meiner Woche. Ich jubel dort auf jeden Fall in der Crowd den Leuten auf der Bühne zu, wann immer ich Zeit habe.</p>
<p><a href="https://www.instagram.com/gentlem_bar/">GentleM Karaoke</a><br />
Wenn man als queere Person im Ruhrgebiet Karaoke singen gehen möchte, dann ist das GentleM in Essen (oder in der Zweitfiliale in Dortmund!) immer ein guter Anlaufpunkt. Ich habe hier schon geknutscht, aus Versehen beim Mitsingen von Shallow ein Bild von der Wand gerissen (aber keine Sorge, ist nichts kaputt gegangen!), mit Junggesell*innenabschieden gequatscht, neue Leute kennen gelernt und mit Freund*innen tolle Abende verbracht. Ich war schon abseits vom Karaoke hier, aber meine liebsten Abende hier habe ich damit verbracht, selbst zu singen oder anderen beim Singen<br />
zuzuhören. Wer es eng und schwitzig mag, wird es im GentleM gefallen!</p>
<p>Ich hoffe, dass hier in dieser Auswahl etwas für dich mit dabei ist, vielleicht sehen wir uns ja bald schon hier oder dort auf ein Getränk und stoßen einander stolz zu &#8211; Happy Pride!</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie geht es dir?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/05/wie-geht-es-dir/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sabylonica]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 May 2025 07:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Mental Health]]></category>
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					<description><![CDATA[„Wie geht’s dir?“ – eine einfache Frage, die oft mehr bedeutet, als wir glauben. In seinem*ihrem Text reflektiert Sabylonica, warum wir diese Floskel manchmal auswendig antworten und was passiert, wenn wir uns wirklich Zeit nehmen, ehrlich zu sein. Ein Blick auf die Tiefe hinter der Frage und die Herausforderung, sich selbst wirklich zu begegnen. Wenn]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>„Wie geht’s dir?“ – eine einfache Frage, die oft mehr bedeutet, als wir glauben. In seinem*ihrem Text reflektiert Sabylonica, warum wir diese Floskel manchmal auswendig antworten und was passiert, wenn wir uns wirklich Zeit nehmen, ehrlich zu sein. Ein Blick auf die Tiefe hinter der Frage und die Herausforderung, sich selbst wirklich zu begegnen.</strong><span id="more-16885"></span></p>
<p><span data-contrast="none">Wenn ich früher die Frage bekommen habe, wie es mir geht, habe ich sehr automatisiert „gut“ geantwortet. Diese Antwort kam schnell, fast schon reflexartig und einstudiert. Ich habe damals nicht reflektiert, worauf die Frage impliziert, gar implizieren soll. Es war einfach eine Reaktion auf eine Floskel, die zum alltäglichen Sprachgebrauch gehört, ohne dass wirklich Raum oder Tiefe dahinterstand, zumindest habe ich das so wahrgenommen.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:140,&quot;335559740&quot;:276,&quot;335559991&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="none">Je mehr ich mich mit meinen eigenen Gedanken beschäftigte, sie sortierte, analysierte und versuchte, sie zu verstehen, desto mehr fiel mir auf, wie komplex diese scheinbar einfache Frage eigentlich ist. Auch meine Auseinandersetzung mit Strukturen, wie etwa Sprache und ihre Bedeutungen und Ebenen, haben mich dazu gebracht, genauer hinzuhören und vor allem auch bewusster zu antworten. Denn die Frage: „Wie geht es dir?“ trägt eine Tiefe in sich, die man auf den ersten Blick oft gar nicht wahrnimmt.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:140,&quot;335559740&quot;:276,&quot;335559991&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="none">Zwar wird sie häufig als bloße gesellschaftliche Floskel genutzt, eine Art Sprachritual, das kaum hinterfragt wird. Besonders in Begegnungen, die flüchtig sind, ob im Treppenhaus oder auf dem Flur, halt zwischen Tür und Angel, wird die Frage gestellt, ohne dass wirklich Interesse oder Raum für eine ehrliche Antwort vorhanden ist. Manchmal scheint es sogar so, als sei die Antwort bereits vorweggenommen, als erwarte die Gegenüberperson ohnehin nur ein kurzes, positives Signal, um schnell wieder zum nächsten Punkt überzugehen.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:140,&quot;335559740&quot;:276,&quot;335559991&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="none">Mittlerweile zögere ich immer, wenn ich die Frage gestellt bekomme. Nicht, weil ich sie unangenehm finde, sondern weil ich sie inzwischen ernst nehme. Ich nehme mir die Zeit, wenn auch nur für einen Moment, in mich zu gehen und ehrlich zu prüfen: Wie geht es mir wirklich? Was empfinde ich gerade? Was möchte ich wirklich sagen? Und vielleicht noch wichtiger: Wem antworte ich? Ist die Person vor mir bereit, meine ehrliche Antwort zu hören? Oder möchte ich denn erzählen, wie es mir geht?</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:140,&quot;335559740&quot;:276,&quot;335559991&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="none">Diese neue Haltung bringt mit sich, dass ich zwar die Fähigkeit zur Reflexion habe, aber gleichzeitig auch spüre, wie viel Energie und innere Kapazität es kostet, sich wirklich mit dem eigenen Befinden auseinanderzusetzen. Es reicht nicht nur die Frage zu stellen, man muss auch den Mut haben, die Antwort zuzulassen. Und genau das fällt mir oft schwer.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:140,&quot;335559740&quot;:276,&quot;335559991&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="none">Denn obwohl ich grundsätzlich in der Lage bin, meine Gedanken und Gefühle zu reflektieren, fehlt mir im Alltag oft die Kapazität dazu. Zwischen äußeren Anforderungen, innerem Druck und der Überforderung durch das Leben bleibt wenig Raum für Selbstfürsorge. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich es mir selbst nicht erlaube, diesen Raum einzunehmen, weil ich denke, dass andere Dinge wichtiger sind, dass ich „funktionieren“ muss.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:140,&quot;335559740&quot;:276,&quot;335559991&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="none">Vielleicht aber spielen auch Ängste eine Rolle. Die Angst davor, was ans Licht kommt, wenn ich wirklich hinschaue. Die Angst, mit Dingen konfrontiert zu werden, die ich nicht sofort einordnen oder lösen kann. Und so schiebe ich vieles zur Seite, rede mir ein, es sei gerade nicht der richtige Moment, obwohl ich weiß, dass es eigentlich nie „den richtigen Moment“ geben wird.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:140,&quot;335559740&quot;:276,&quot;335559991&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="none">Ich glaube, genau darin liegt die Schwierigkeit: die Balance zu finden zwischen dem Bedürfnis nach Klarheit und dem Schutzmechanismus des Verdrängens.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:140,&quot;335559740&quot;:276,&quot;335559991&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="none">Genauso, wie ich mir erlaube, ehrlich zu antworten, möchte ich auch meiner Gegenüberperson diesen Raum geben. Wenn ich frage, wie es der Person geht, dann meine ich es ernst. Ich höre zu, nehme mir Zeit und frage nach, wenn ich spüre, dass da mehr ist. Echtes Interesse braucht Geduld und die möchte ich gerne bewusst aufbringen, weil ehrliche Begegnungen nur dann entstehen, wenn wir wirklich hinhören.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:140,&quot;335559740&quot;:276,&quot;335559991&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="none">Und vielleicht ist schon das ein erster Schritt zu merken, dass die ehrliche Antwort auf die Frage „Wie geht es dir?“ nicht immer leicht ist, aber dass sie wichtig ist. Für mich. Für mein Inneres. Für ein echtes, aufrichtiges Sein.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:140,&quot;335559740&quot;:276,&quot;335559991&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Männer und ihre Väter</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/05/maenner-und-ihrer-vaeter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CarMiA]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 May 2025 09:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Depressionen]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Mental Health]]></category>
		<category><![CDATA[Väter]]></category>
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					<description><![CDATA[Frauen bekommen doppelt so oft eine Depression diagnostiziert – aber Männer bringen sich dreimal so häufig um. Warum das so ist? Ziad und Nico haben sich drei große deutsche Autoren vorgenommen und dabei etwas Entscheidendes entdeckt: Die Vater-Sohn-Beziehung spielt eine zentrale Rolle.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Frauen bekommen doppelt so oft eine Depression diagnostiziert – aber Männer bringen sich dreimal so häufig um. </strong><strong>Warum das so ist? Ziad und Nico haben sich drei große deutsche Autoren vorgenommen und dabei etwas Entscheidendes entdeckt: Die Vater-Sohn-Beziehung spielt eine zentrale Rolle.</strong><span id="more-16850"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Dating-Apps.</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/04/dating-apps/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[RobinO]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Apr 2025 07:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[#unfiltered]]></category>
		<category><![CDATA[Dating]]></category>
		<category><![CDATA[Dating Apps]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Tinder]]></category>
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					<description><![CDATA[Unser Autor RobinO hatte eine Dating-App-Phase mit eher durchwachsenen Erfahrungen. Zwischen grenzwertigen Nachrichten und rassistischen Algorithmen durfte er auch einige nette Menschen kennenlernen. Warum Dating-Apps trotzdem wieder von seinem Telefon verschwunden sind, erfährst du im Text. Ich weiß nicht mehr, wann genau ich mir die erste Dating-App runtergeladen habe. War wohl Tinder und damals noch]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unser Autor RobinO hatte eine Dating-App-Phase mit eher durchwachsenen Erfahrungen. Zwischen grenzwertigen Nachrichten und rassistischen Algorithmen durfte er auch einige nette Menschen kennenlernen. Warum Dating-Apps trotzdem wieder von seinem Telefon verschwunden sind, erfährst du im Text.</strong><span id="more-16729"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ich weiß nicht mehr, wann genau ich mir die erste Dating-App runtergeladen habe. War wohl Tinder und damals noch ziemlich aufregend. Mit viel Sorgfalt wurde ein Profil erstellt und losgeswiped.</span> <span data-contrast="auto">Es fiel mir damals schwer eine Biografie zu verfassen, die mich nicht als leer, oberflächlich oder notgeil darstellte.</span> <span data-contrast="auto">Da das Niveau auf dieser App nicht sonderlich hoch schien, fiel meine Bio wohl gar nicht auf und die ersten Matches passierten. Im besten Fall kurz chatten, sich treffen und wenn es passte, ging es weiter. </span><span data-ccp-props="{}"><br />
</span><span data-contrast="auto"><br />
So war die generelle Vorgehensweise und schnell fand sich eine gewisse Routine ein. </span><span data-ccp-props="{}"><br />
</span><span data-contrast="auto"><br />
Meine Erfahrungen waren insgesamt durchwachsen. Vor allem meine Gefühlswelt während dem Benutzen jener Apps. Zwischen Sehnsucht und Begierde verlor ich mich in der Idee, der Algorithmus würde mir zur Erlösung verhelfen. </span> <span data-contrast="auto">Präsent waren Gefühle von Minderwertigkeit und Überheblichkeit, total verschoben wie die Schönheitsideale und Trends, die mich ansprachen. Die Linse, durch die ich blickte, direkt verbunden mit meinem Zeigefinger, auf niedrigster Frequenz, rhythmisch streichend, ohne Fokus, auf der Suche nach dem nächsten Match. Oftmals war es die erste und letzte App des Tages, die ich öffnete.  </span><span data-ccp-props="{}"><br />
</span><span data-contrast="auto">Ich durfte einige tolle Menschen kennenlernen und verbrachte eine wirklich schöne Zeit mit ihnen. Ein paar wenige sind heute noch meine Freunde. </span><span data-contrast="auto">Ebenso hatte ich Begegnungen, die ich lieber vergessen will. Von Scamming über Cat-Fishing bis hin zu rassistischen Anmachen und Begegnungen: </span><span data-ccp-props="{}"> </span><span data-contrast="auto">-Du bist mein erster Schwarzer &#8211; Bisher hatte ich noch keinen Schwarzen, der so gut war, wie du &#8211; Mein kleiner &#8222;Buschmann&#8220; &#8211; du bist süß, aber ich date keine Schwarzen &#8211; und so weiter&#8230; </span><span data-ccp-props="{&quot;335559685&quot;:0}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Dass Dating-Apps rassistische Algorithmen haben, ist für die, die es erleben offensichtlich. Es gibt nachweislich ethnische Gruppen, die stärker sexualisiert werden. </span><span data-ccp-props="{}"> </span><span data-contrast="auto">Wahrscheinlich haben die meisten Menschen die sich nicht als Cis-Männer identifzieren, Erfahrungen gemacht, die nicht schön sind, da Anfeindungen gegenüber marginalisierten Gruppen an der Tagesordnung sind. </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Obwohl ich quasi täglich beachtliche Zeit auf Tinder, Bumble &amp; Co verbracht habe, hatte ich nie das Gefühl, dass ich gerade wirklich gerne hier bin. Benachrichtigungen waren immer aus doch dafür &#8222;checkte&#8220; ich regelmäßig ob mich wer geliked oder geschrieben hat, und da ich schonmal hier bin kann ich ja ein bisschen swipen. Und schon sind 30 Minuten rum. </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ich habe auch Abos abgeschlossen, vergessen diese zu beenden und dafür bezahlt. Nicht nur mit Geld, sondern auch mit Zeit, Nerven und Selbstbewusstsein.</span></p>
<p><span data-contrast="auto">Und das alles wofür? Dass ich zum Teil verlernt habe, im richtigen Leben auf Menschen zuzugehen. Die vielen Gedanken, die ich der Selbstdarstellung und dem Feinschliff meines Dating Profils widmete, hätte ich auch anders nutzen können.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Unterbewusst habe ich Leute in Schubladen gepackt und sexualisiert. Ich denke, das liegt zum Teil an der Natur von Dating-Apps. </span><span data-ccp-props="{}"> </span><span data-contrast="auto">Die vielen Momente, die ich auf Apps gelassen habe, waren notwendig, um dort anzukommen, wo ich jetzt bin. &#8222;Wieder&#8220; verstanden zu haben, dass es viel schöner ist, jemanden im Alltag zu treffen, sei es auf der Straße, beim Sport oder sonstwo. </span><span data-contrast="auto">Mich zu trauen den ersten Schritt zu machen und gegebenenfalls mit einem Korb klarzukommen. Wieder zu lernen, dass sich ein Korb auch gut anfühlen kann, weil der erste Schritt gemacht wurde.</span></p>
<p><span data-contrast="auto">Viele Menschen mögen das Konzept von Dating-Apps und sie finden, was sie suchen. Andere geraten ähnlich wie ich in einen Sog, der nicht wirklich zielführend ist und eine Auswirkung auf die Entwicklung haben kann. </span><span data-ccp-props="{}"> </span><span data-contrast="auto">Ich bin froh, dass dieses Kapitel rum ist. Trotzdem halfen mir bestimmte Erfahrungen rückblickend, gewisse Dinge zu akzeptieren. Die Projektionen, Vorstellungen und Erwartungen der Leute sind wie sie sind.</span></p>
<p><span data-contrast="auto">Für mich heißt das z.B. Schwarz zu sein bedeutet einfach schwarz zu sein. In allen Bereichen des Lebens. </span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>(un)entspanntes Gaming</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/04/unentspanntes-gaming/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mäx]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Apr 2025 07:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[#unfiltered]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gaming]]></category>
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					<description><![CDATA[Mäx mag Gaming &#8211; auch wenn er feststellen musste, dass man auch dort Sexismus ausgesetzt ist. Ein Text über selbstgebaute Welten in denen man ausprobieren kann, wer man sein möchte. Ich hab lange League of Legends gespielt, und die Reaktionen auf diese beiläufige Erwähnung von mir sind immer noch die gleichen, von mir wie von]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mäx mag Gaming &#8211; auch wenn er feststellen musste, dass man auch dort Sexismus ausgesetzt ist. Ein Text über selbstgebaute Welten in denen man ausprobieren kann, wer man sein möchte.</strong><span id="more-16721"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ich hab lange League of Legends gespielt, und die Reaktionen auf diese beiläufige Erwähnung von mir sind immer noch die gleichen, von mir wie von anderen. Es folgt ein ironisch-gequältes „ouhhh“, ich versichere, dass ich das Programm schon länger deinstalliert habe, die betreffende Person erwidert „Ja, ich bin auch froh, dass ich aufgehört hab“, mit einem in der Länge variierenden, eigentlich angenehm gruselnd-freudigem Erinnern, an welchen Charakter man am liebsten gespielt hat, und was die schlimmste Beleidigung war, die man jemals gelesen hat, gefolgt von dem spielerischen abtun, dass das ja normal sei, was würde man bei LoL auch erwarten. Und das ist doch der springende Punkt. Eigentlich hat es doch Spaß gemacht, mit Freund*innen übers Summoners Rift zu laufen, Manöver abzusprechen und die gegnerische Basis zu belagern. Aber ab dem Punkt, ab dem ich erzähle, dass ich mit meinem damaligen Freund und meinem damaligen klar erkennbar weiblichen Vornamen Pärchen ingame-namen hatte, wie oft ich sexistische Beleidigungen oder Anmache abbekommen habe, gucken mich alle irritiert an, warum ich mich denn auch als weiblich zu erkennen gegeben hätte, das sei doch klar, dass ich dann „unangenehme Nachrichten“ abbekäme, und das habe ich lange auch gedacht. </span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Aber ich spiele seit einiger Zeit nicht mehr League. Ich habe auch andere Freunde, schon lange nicht mehr die, die denken, es sei witzig, zu sagen, ich solle doch in die Küche gehen, und auch nicht mehr die, die sowas zwar nie selbst gesagt haben, aber auch nichts dagegen. Das ist sehr viel angenehmer. Wahrscheinlich ist meine Zündschnur bei Sexismus deswegen auch so kurz geworden, weil sie lange nicht existent war, ich wäre schlicht zu einsam gewesen, hätte ich mich damals schon von diesen Freunden abgewendet. Ich bin auch (nicht mehr) weiblich, wenn ich jetzt zurückblicke, wundert es mich nicht, dass ich einen uneindeutigen Namen gewählt habe und mich lieber mit männlichen Pronomen anreden lasse, diese Erfahrungen sind da sicher nicht spurlos an mir vorbeigegangen. </span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Aber ich hab auch immer schon andere Videospiele gespielt. Mit 12 oder 13 hatte ich mit meinem immernoch besten Freund und unserer Schulclique einen Minecraft-Server, auf dem wir stundenlang zusammen verbracht haben. Klar, es gab Dramen und alles, wie es halt so ist, wenn man 13 ist und eine noch nicht erkannte psychische Erkrankung mit sich rumträgt, aber es waren nur wir, in unserem kleinen Dorf, das wir selbst gebaut hatten, und vor allem mein bester Freund und ich, in den ich hoffnungslos verknallt war. Da war das mit Beleidigungen und Sexismus alles kein Problem. Mein bester Freund hat uns allen comichafte alte deutsche Spitznamen in unserer imaginären Familie gegeben, die zufälligerweise alle die umgekehrte Geschlechtsidentität von unserem zugewiesenen Geschlecht hatten, niemand hat sich darüber beschwert, es war einfach ein alberner Scherz, und wir haben unser Dorf gebaut, die Gegend erkundet und gemined. Jahre später hat mein bester Freund sich bei mir als trans geoutet, gesagt, er möchte lieber mit männlichen Pronomen angesprochen werden, und noch ein paar Jahre später habe ich rausgefunden, dass ich nonbinär bin. Minecraft spiele ich immer noch, ich habe neulich wieder einen Realm mit Freund*innen erstellt, wenn man so darüber nachdenkt, ist es der perfekte queere found-family Baukasten. Man kann sogar Katzen haben.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Beleidigung auf niedlich</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/03/beleidigung-auf-niedlich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johanna Pudel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Mar 2025 07:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beleidigung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir begrüßen heute unsere neue Autorin Johanna Pudel. Johanna wurde kürzlich auf der Straße beleidigt. Eigentlich eine unschöne Erfahrung aber so richtig ernstnehmen, konnte sie die Person, die sie beleidigt hat, nicht. Ein Text über die Niedlichkeit des Wortes &#8222;Schwuli&#8220;. Letztens hat mir jemand auf der Straße was zugerufen. Er nannte mich &#8222;Schwuli&#8220;. Bestimmt meinte]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir begrüßen heute unsere neue Autorin Johanna Pudel. Johanna wurde kürzlich auf der Straße beleidigt. Eigentlich eine unschöne Erfahrung aber so richtig ernstnehmen, konnte sie die Person, die sie beleidigt hat, nicht. Ein Text über die Niedlichkeit des Wortes &#8222;Schwuli&#8220;.</strong> <span id="more-16711"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">Letztens hat mir jemand auf der Straße was zugerufen. Er nannte mich &#8222;Schwuli&#8220;.<br />
Bestimmt meinte er das beleidigend. Doch ich find die Wortwahl spannend, fast lustig. Ich komm nicht drum rum die ungewollte Herzlichkeit darin zu erkennen. “Schwuli”. Das hat nichts Beleidigendes. In einer anderen Tonlage hätte das so geklungen, als wären wir Freund:innen.</span></p>
<p>Mein erster Gedanke war zu rufen &#8222;Nein, ich bin nicht schwul, ich bin nämlich eine Frau!&#8220;, doch das passt nicht. Er hat ja Schwul<b><span data-contrast="auto">i</span></b><span data-contrast="auto"> gesagt. Suffix “i“. Das ist ja quasi geschlechtsneutral. Ich habe ja auch schon mal Mitbewohni gesagt, wenn ich nicht das Geschlecht der Person kannte. Oder vielleicht war es eine Verniedlichung? Hase wird zu Hasi und Schwuchtel zu Schwuli. Vielleicht fand er mich also niedlich.</span></p>
<p>Da hätte ich mich aber eher über &#8222;Schwulette&#8220; gefreut. Das hat was französisches. Baguette, Camembert, komplizierte Kunstfilme und Schwulette. Alles aus Frankreich hat einfach Klasse. Der Mann auf der Straße hatte keine Klasse, also sagte er Schwuli. Ich wurde also schwul (geschlechtsneutral) oder schwul (niedlich) genannt. Was kann daran falsch sein? Durch das achtsame Gendern wurde meine Geschlechtsidentität respektiert und, nun ja, ich war an dem Abend sehr niedlich unterwegs. Ich schau mich also in den Schaufenstern nochmal genau an. Schuldig der Anklage.<span data-ccp-props="{}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schlechtes Gewissen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/02/schlechtes-gewissen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phuong]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Feb 2025 07:00:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivistisch ins neue Jahr]]></category>
		<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
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					<description><![CDATA[Ob im Kino, zu Hause oder im politischen Aktivismus: Phuong ist im Dazwischen und das schlechte Gewissen ein treuer Begleiter. Die Eltern haben noch nicht den Zugang zu Queerness gefunden und die queeren Freund*innen haben keinen Zugang zu Phuongs Diaspora Erfahrungen. Ein Text über Phuongs Kino-Alleingänge und Hoffnungen für die Zukunft. Liebes Tagebuch, heute bin]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ob im Kino, zu Hause oder im politischen Aktivismus: Phuong ist im Dazwischen und das schlechte Gewissen ein treuer Begleiter. Die Eltern haben noch nicht den Zugang zu Queerness gefunden und die queeren Freund*innen haben keinen Zugang zu Phuongs Diaspora Erfahrungen. Ein Text über Phuongs Kino-Alleingänge und Hoffnungen für die Zukunft.<br />
</strong></p>
<p><span id="more-16565"></span></p>
<p>Liebes Tagebuch,<br />
heute bin ich etwas down. Gestern Abend war ich alleine im Kino. Das letzte Mal, dass ich im Kino war, war mit einer meiner engsten Freund*innen. Es war ein Film, der während der queeren Filmreihe hier in meiner Stadt lief &#8211; um genauer zu sein: ein vietnamesischer Film. Der Film war schwer, langsam und still. Ich wollte meinen Eltern danach davon erzählen, aber ich wusste nicht wie. Ich wusste nicht, wie ich<br />
den Part, dass es sich um ein schwules Pärchen handelte, einbringen oder rauslassen soll. Es war kein typischer liberaler westlicher queerer Film, deswegen mochte ich ihn so sehr. Wäre ich doch nur mit Mama und Papa gegangen. Sie hätten aber bestimmt eh Nein gesagt, und zu Hause Netflix oder YouTube geschaut und wären früh schlafen gegangen um am nächsten Tag wieder zu arbeiten. Ich fühle mich ziemlich schlecht. Als ich das letzte Mal ins Kino ging, habe ich einen Film geschaut, den mein Vater bestimmt mögen würde. Er meinte, dass er und Mama lange nicht mehr im Kino waren und gerne mal wieder gehen würden… Ich wünschte es würde mehr Filme auf vietnamesisch oder zumindest mit vietnamesischen Untertiteln geben. Ich erinnere mich daran, wie ich vor ein paar Jahren sehr aktivistisch war: von Klimabewegungen zu Antirassismus. Dann habe ich Workshops gegeben. Und irgendwann habe ich aufgehört.</p>
<p>Ich war in diesen ganzen weißen linken aktivistische Kreisen und hatte nie das Gefühl wirklich dazu zu gehören. Oft war ich nur eingeschüchtert. Heute weiß ich noch immer nicht was ich machen kann. All das was ich getan habe, hätte nie irgendetwas daran geändert, dass meine Eltern oder viele andere Migrant*innen in Deutschland ein besseres Leben hätten. In meiner eigenen Bubble, in der alle eigentlich nur zu viel lesen, gemütlich sind und auf Soli Parties gehen, weil sie Geld sparen wollen. Gleiche Floskeln, gleiche Narrative, gleiche Diskurse, gleiche Diskussionen. Besonders anstrengend wird es dann, wenn diese Diskurse als universal gesehen werden, dabei können wir viel von Kämpfen und Bewegungen aus dem globalen Süden lernen. Während ich mehr über Vietnam Krieg lernen möchte, die Rolle globaler Mächte und die Spuren, die er im Land hinter lassen hat; haben meine Eltern ihr Land verlassen, damit sie ein besseres Leben haben können.</p>
<p>Noch immer weiß ich aber nicht, ob ein Post auf Instagram zu reposten irgendetwas ändert. Gleichzeitig ist das Internet ein sehr machtvolles Medium geworden, was Genozide live filmt, sodass die Propaganda westlicher Medien entlarvt und entschärft wird. Oft fühle ich mich auch schlecht, wenn ich mir nicht jeden Post durchlese. Es passiert so viel jeden Tag, so viel Leid. Ich gucke oft weg,<br />
wenn ich ehrlich bin. Ist aktivistisch sein und menschlich sein zwei verschiedene Dinge? Wenn ich auf eine Demo gehe, ändert es nichts daran, dass viele Migrant*innen tägliche Barrieren durchbrechen müssen und mit ihnen, durch sie, wegen ihnen, überleben müssen. Eigentlich möchte Mama ja nur mehr Zeit mit mir verbringen. Ich möchte auch mehr Zeit mit Mama verbringen, weil das viel wertvoller ist, als<br />
wenn ich auf eine Migrantifa Demo gehe oder einen Artikel für&#8217;s AK schreibe. Ich hab zu viel Zeit damit verbracht wütend auf <em>weiße</em> zu sein, auf weiße Queers, meine Enttäuschung und mein Schmerz war so groß, ist er immer noch, aber es gibt wichtigeres. Das weiß ich jetzt. Denn ich wollte eigentlich besser in Vietnamesisch werden, damit ich Vietnames*innen bei Behördengängen oder Arztterminen begleiten kann. Und dann wollte ich eigentlich nach einem KüFa-Kollektiv schauen, weil ich gerne für andere und viele Menschen koche. Eigentlich<br />
möchte ich mich nur um Menschen sorgen. Dabei habe ich noch immer nicht meinen Bachelor-Abschluss. Die Zeit rennt und ich weiß nicht, wie ich meinen Eltern alles zurück geben kann…täglich sterben Menschen auf unseren Handys…</p>
<p>Ich möchte viel Geld sparen, damit ich meinem Papa ein neues Auto kaufen kann, weil seine Beine weh tun.. aber solche Sorgen haben im deutschen Aktivismus auch keinen Platz wirklich. Er ist oft performativ, exorzisierend und auf irgendeine Art und Weise müssen wir uns gegenseitig beweisen, wie woke und antikapitalistisch wir sind &#8211; dabei geht es immer um Kontext. Dieser diasporische Kontext hat auch oft wenig Gewicht, selbst in BiPoC Kreisen, während es nur um Identitäten statt um Geschichten und globale Verhältnisse geht. Ach, ich weiß nicht… ich bin eher überfordert. Mit meiner Kunst verändere ich auch nichts und teilen kann ich sie mit Mama und Papa auch nicht. Sie ist zu explizit. Aber ich wünsche mir, ich kann sie mit ihnen eines Tages teilen und vielleicht wenn wir mal wieder in Vietnam sind, können wir mal zusammen ins Kino gehen…</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Weltschmerz</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/02/weltschmerz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Celine]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Feb 2025 07:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivistisch ins neue Jahr]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Weltschmerz]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Weltschmerz&#8220; ist ein ganz besonderes Wort der deutschen Sprache: Es beschreibt die Melancholie über die Unzulänglichkeit der Welt, in der wir leben und unser schmerzhaftes Bedauern darüber. Ein Text über den Schmerz der Welt und die Möglichkeiten der Rebellion von Celine. Manchmal fühlt es sich an, als würde man in einem Ozean aus Weltschmerz treiben,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Weltschmerz&#8220; ist ein ganz besonderes Wort der deutschen Sprache: Es beschreibt die Melancholie über die Unzulänglichkeit der Welt, in der wir leben und unser schmerzhaftes Bedauern darüber. Ein Text über den Schmerz der Welt und die Möglichkeiten der Rebellion von Celine.<br />
</strong></p>
<p><span id="more-16588"></span></p>
<p>Manchmal fühlt es sich an, als würde man in einem Ozean aus Weltschmerz treiben, ohne Land in Sicht. Jeden Tag erreichen uns neue Nachrichten von Leid, Zerstörung und Ungerechtigkeit. Es ist, als würde die Welt unter der Last ihrer eigenen Wunden ächzen – und wir mit ihr. Wie soll man da noch Freude empfinden? Wie soll man das Lachen unbeschwert genießen, wenn einem der Schmerz der Welt ständig wie eine schwere Decke auf der Seele liegt?</p>
<p>Es ist, als würde man gegen einen unsichtbaren Feind kämpfen, der einem die Leichtigkeit raubt. Wir wollen glücklich sein, wir wollen glauben, dass es noch Hoffnung gibt – und doch ist da dieser ständige Begleiter: die Wut. Wut auf eine Welt, die sich anfühlt, als würde sie langsam zerbrechen. Wut auf Menschen, die mehr zerstören, als sie bewahren. Und vor allem Wut auf das Gefühl, dass wir zusehen müssen, wie alles immer schlimmer wird, ohne etwas dagegen tun zu können.</p>
<p>Es macht einen müde. Man wacht auf und denkt für einen Moment, vielleicht wird heute ein guter Tag – doch dann trifft einen die Realität wie ein Schlag ins Gesicht. Die Kriege, die Ungerechtigkeiten, die Zerstörung der Natur – es hört nicht auf. Es ist, als würde man gegen einen Sturm ankämpfen, der immer stärker wird, während man selbst schwächer wird. Und trotzdem: Irgendwo tief in uns brennt noch eine kleine Flamme, ein Funken, der nicht erlöschen will. Vielleicht ist es die Hoffnung, vielleicht die Verzweiflung, die sich weigert, aufzugeben.</p>
<p>Es wäre so leicht, einfach zu resignieren. Einfach aufzugeben und zu sagen: “Es hat doch alles keinen Sinn mehr.” Aber genau das können wir nicht. Wir können nicht aufhören, zu kämpfen, zu hoffen, zu träumen – auch wenn es weh tut. Denn wenn wir die Freude verlieren, wenn wir das Licht in uns ersticken lassen, dann hat der Schmerz gewonnen.</p>
<p>Und vielleicht ist das der größte Akt der Rebellion: in einer Welt, die so viel Schmerz kennt, trotzdem Momente der Freude zu suchen. Sie nicht als Zeichen von Ignoranz, sondern als Beweis von Stärke zu sehen. Zu sagen: “Ja, ich sehe den Schmerz. Ja, ich fühle die Wut. Aber ich lasse nicht zu, dass sie mir das Leben nimmt.”</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Keine Sorgen im All</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/12/keine-sorgen-im-all/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Celine]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Dec 2024 07:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Depressionen]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Psyche]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16442</guid>

					<description><![CDATA[Mit einem Gedicht von Celine verabschieden wir uns in die Winterpause: Ein paar schwerelose Verse über das erdrückende Gewicht der Welt. Manchmal liege ich wach, die Augen geschlossen, spür’ jede Faser, als wäre sie bloß ein dünner Faden, ein einziger Schmerz, der sich tief in meinen Körper geflochten hat. Sie sagen, es sei normal, irgendwann]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit einem Gedicht von Celine verabschieden wir uns in die Winterpause: Ein paar schwerelose Verse über das erdrückende Gewicht der Welt.</strong></p>
<p><span id="more-16442"></span></p>
<p>Manchmal liege ich wach, die Augen geschlossen,<br />
spür’ jede Faser, als wäre sie bloß<br />
ein dünner Faden, ein einziger Schmerz,<br />
der sich tief in meinen Körper geflochten hat.</p>
<p>Sie sagen, es sei normal, irgendwann geht’s vorbei,<br />
doch Tag für Tag wird die Last schwerer und neu.<br />
Ein Kampf, den keiner um mich herum sieht,<br />
der Schmerz, der sich leise und stetig durchzieht.</p>
<p>Ich spüre die Welt, doch sie spürt nicht mich,<br />
bin gefangen im Körper, der täglich zerbricht,<br />
ein stiller Begleiter, die Last auf mir drauf,<br />
und doch kann ich nichts ändern, nichts nimmt diesen Lauf.</p>
<p>Und dann – da seh ich das All, weit entfernt,<br />
wo Sterne wie Funken leuchten und lärmen,<br />
wo alles still ist, so ruhig und so leer,<br />
dass selbst der Schmerz dort vergehen könnt’ – schwer.</p>
<p>Oh, könnte ich fliehen, hinaus, nur für eine Nacht,<br />
wo der Kosmos mir Freiheit und Frieden vermacht,<br />
wo kein Schmerz durch mein Herz und meine Knochen zieht,<br />
nur das Nichts, das mich still in den Armen wiegt.</p>
<p>Ich stell mir vor, wie ich schwerelos fliege,<br />
ohne Schmerzen, ohne diese ständige Wiege<br />
des Leids, das mich hier auf der Erde hält,<br />
und da draußen im All finde ich meine Welt.</p>
<p>Kein Boden, kein Druck, kein Ziehen nach unten,<br />
nur Schweben im Dunkeln, völlig verschwunden<br />
von all dem, was hier mich so müde macht,<br />
denn im Weltraum ist ewig der Tag wie die Nacht.</p>
<p>Ich würde kreisen um Monde und Sterne,<br />
in der Ferne vom Hier, dort, wo niemand mich kennt,<br />
nur ich und die Ruhe, so still und so schwer,<br />
ich fließe ins Nichts, geb’ mich selbst nicht mehr her.</p>
<p>Vielleicht wär ich nur noch ein Staubkorn dort draußen,<br />
ein Funken im All, könnte aufhören zu kämpfen,<br />
keiner, der sagt „du schaffst das schon“,<br />
nur ich und das Weltall, das Dunkel, der Ton.</p>
<p>Und wenn ich dann falle, in Stille versink’,<br />
auf ewig im Raum zwischen Sternen ertrink’,<br />
wäre das Freiheit, so leicht und so rein,<br />
wäre ich endlich, endlich daheim.</p>
<p>Doch hier bin ich gebunden, gefesselt, allein,<br />
im eigenen Körper, der Stein um Stein<br />
mich drückt, mich hält, jeden Tag, jede Nacht,<br />
doch ich träume vom All, das mich endlich frei macht.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Queer und exklusiv</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/11/queer-und-exklusiv/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[BvC]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Nov 2024 07:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[S*explore]]></category>
		<category><![CDATA[Schwul]]></category>
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					<description><![CDATA[Die queere Community musste harte Kämpfe für mehr Akzeptanz und Selbstbestimmung austragen und hat dabei viel erreicht. Diskriminierung ist deshalb natürlich trotzdem nicht verschwunden und findet auch innerhalb der marginalisierten Gruppen selbst statt. Wir freuen uns, unseren neuen Autor BvC begrüßen zu dürfen. Viel Spaß mit seinem starken Essay über Intersektionalität und Subkultur. Es ist]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die queere Community musste harte Kämpfe für mehr Akzeptanz und Selbstbestimmung austragen und hat dabei viel erreicht. Diskriminierung ist deshalb natürlich trotzdem nicht verschwunden und findet auch innerhalb der marginalisierten Gruppen selbst statt. Wir freuen uns, unseren neuen Autor BvC begrüßen zu dürfen. Viel Spaß mit seinem starken Essay über Intersektionalität und Subkultur.</strong></p>
<p><span id="more-16458"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">Es ist mir schwergefallen, noch nachzuvollziehen, wie viele queere Menschen mir im Laufe der Zeit von Übergriffen und Ausgrenzungen berichteten – und das oft nicht etwa im Kreise konservativer Elternhäuser, sondern von anderen Queers.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> Ersteres wäre wahrscheinlich auch ein Symptom, das hier auffällig öfter vorkommt, in den neuen alten Bundesländern. Solche Beobachtungen aus der queeren Community selbst nehme ich allerdings ungeachtet der geografischen Herkunft wahr. </span><span data-contrast="auto">Heute sind in Deutschland rund 95% für ein gesetzliches Diskriminierungsverbot von queeren Menschen, über 83% sind für die Möglichkeit der gleichgeschlechtlichen Ehe, knapp 80% empfinden keine persönliche Abneigung oder Ablehnung gegenüber Trans-Menschen. </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Diese Hippies von damals haben gewonnen und diese Toleranz reicht sogar bis in heutige konservative Milieus hinein. Was die queere Gemeinschaft so erreichte, gesellschaftlich, politisch, kulturell, ist heute spürbarer denn je.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span><span data-contrast="auto">Das alles legt den Eindruck nahe, dass ich und andere queere Menschen in einer durch und durch inklusiven, toleranten, progressiven Blase leben.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span><span data-contrast="auto">Zu Anfang war das für mich auch alles spannend und ich bin dem positiv begegnet. Mit der Zeit setzte aber eine Ernüchterung, fast schon Skepsis ein.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span><span data-contrast="auto">Denn auch wenn das heutige gesellschaftliche und kulturelle Selbstverständnis derart progressiv durchdrungen ist, so zeigen sich im persönlichen Zusammenleben mit queeren Menschen doch immer noch Türen und Schranken, die sich nicht oder nicht einfach für alle öffnen lassen.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Über queere Abgrenzung und Exklusion:</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"><br />
</span><span data-contrast="auto">Vorneweg &#8211; Ein faktischer Ausschluss von Menschen und Abgrenzung aus bestimmten sozialen Räumen kann meines Erachtens grob eingeteilt werden in einen beabsichtigten und natürlichen Ausschluss.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span><span data-contrast="auto">Eine Abgrenzung ist erstmal nichts per se Schlechtes, im Gegenteil. Sie ist Voraussetzung für Pluralität und gibt der Community überhaupt erst den bunten Touch, für den sie bekannt ist. Nicht alle können in andere abgegrenzte Gruppen eindringen, was total fair und in Ordnung ist. Ich kann als Cis-Mann kein Teil der FLINTA*- oder Trans*-Menschen-Gemeinschaft sein. Ich kann mich solidarisch zeigen, unterstützen, wo es geht, gewünscht ist und in Frieden sowie Solidarität zusammen leben.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span><span data-contrast="auto">Abgrenzung funktioniert aber natürlich auch als Ausgrenzung, als Methode der Selbsterhöhung, also aus negativer Begründung.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ich beziehe mich hierbei auf meine eigenen Eindrücke, beispielhaft aus der schwulen Szene. Man bekommt schnell den Eindruck, dass in dieser einige begrenzende, fast schon determinierende Faktoren unausgesprochen existieren.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ein Faktor, beispielsweise: das Aussehen. Soweit, so offenkundig. </span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Klar &#8211; es gibt unterschiedliche Geschmäcker, Kinks, Menschen, die sehr wenig bis gar keinen Wert auf Äußerlichkeiten legen, aber für die breite Masse sind Aussehen, auch orientiert an popkulturellen Idealen und Vorbildern nun mal ein sehr entscheidender Faktor. Die gesamte Dating-App-Industrie beruht bekanntermaßen genau darauf.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span><span data-contrast="auto">Hinter vielen dieser Begründungen stehen aber manchmal problematische Einstellungen. Erst später verstand ich, dass manche Kommentare meines Ex-Freunds, wenn es um seine “Präferenzen” beim Aussehen anderer Typen ging, versteckter Rassismus und Lookism waren, also die Herabsetzung eines Typen, wegen seines Körpers, der in seinen Augen einem übergeordneten Schönheitsideal nicht entspricht.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Mit 19 unterhielt ich mich auf einer queeren Party mit jemandem, etwa in meinem Alter, groß, breit und poc. Wenn ich mich richtig erinnere, kamen seine Großeltern aus zwei unterschiedlichen afrikanischen Staaten. Ich fragte sinngemäß und leicht angetrunken, wie vernetzt er mit anderen “Gays” in dieser Stadt ist, die mir persönlich relativ neu war. Er meinte, dass er &#8222;kaum&#8220; jemanden gut kenne, bzw. nicht viele Gays in seinem Freundeskreis hat, aber er wohne dort nicht erst seit kurzem. Damals war es auf dieser Party eine unangenehme Vermutung, die mir im Hinterkopf saß, die mir selbst irgendwie auch peinlich war oder mich zumindest so fühlen ließ. Es war aber kein Gedanke, den ich so unmittelbar ansprach.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Für mich ist das nur ein Beispiel von einigen dafür, dass mutmaßlich in den queeren Kreisen, in denen ich mich bewegte, Rassismus durchaus ein Problem war. Erst neulich fand mich die Nachricht, dass ein ehemaliger Freund aus der Zeit jetzt bei der AfD ist. Ich war wohl zu der Zeit privilegiert genug, um nicht zu merken, dass ich in solchen Strukturen steckte, solche Tendenzen genau vor meinem Auge ausgelebt wurden.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Auch das Aussehen, nicht aus rassistischer Motivation, sondern orientiert an idealisierter Popkultur, erfuhr ich als Mittel der Ausgrenzung und das auch nicht immer als Beobachter. Kaum jemand lässt sich von all den Problemen gänzlich ausnehmen. In einer queeren Gruppe, in der ich mich bewegte, waren auch nicht alle aus dem Model-Katalog ausgeschnitten, meine Person eingeschlossen. Wie abfällig aber teilweise über Typen, die auch zu dieser Gruppe gehörten, geredet wurde, während diese abwesend waren, war einer der Hauptgründe, mich von diesen Menschen loszusagen. Für die einen war es klar, dass -er- mit dem Körper, in dieser Gruppe “nichts reißen” wird und für die anderen war klar, dass -er- mit dieser Nase nie den Typen kriegt, für den er gerade schwärmt.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">“Und sie lassen dich spür’n, Sie können dich gut leiden, doch manche der Türen werden ein Leben lang zu bleiben” sang mal Kraftklub in einem etwas anderen Kontext.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Was ich mit diesen kleinen Erzählungen zeigen möchte: Auch wenn das am Anfang alles recht theoretisch klang &#8211; determinierende Faktoren, Durchdringung von subkulturellen Grenzen, etc. &#8211; hinter diesen Begriffen stecken am Ende ganz persönliche Zweifel am Selbstwert, Einsamkeit, Angst vor Identitätsverlust, der psychische Schmerz von Menschen. Wie jede Gemeinschaft birgt auch die queere Szene ihre eigenen, oftmals kultivierten Probleme – nicht minder gravierend, jedoch ebenso menschlich. Mal unterschiedlich, mal weniger intensiv, aber definitiv existent. Diesen inneren Widerspruch zum popkulturellen Image dieser Community zuzulassen, kann aber nur eine Stärke sein, da die Menschen in dieser Community nur so an diesen Problemen als Aufgaben arbeiten und wachsen können.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Identitäre Suchbewegungen als queere Person und Gruppen sind okay und normal, solange es keine pauschale negative Folgen für andere hat, nur aufgrund dessen, dass sie auf der anderen Seite der Grenze stehen. Im schlimmsten Fall fühlen sich die betroffenen Menschen in ihrem bisherigen queeren safe-space deplatziert, unwohl, ungewollt.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span><span data-contrast="auto">Reden wir über Inklusion in diesem Kontext, spricht man keinem Individuum irgendetwas ab, keine für sich stehende Subkulturen werden zu einem Brei nivelliert. Wir reden über die Durchdringung von abgegrenzten Gruppen, die bestimmte Merkmale eint oder ihre eigenen Merkmale erschufen. Diejenigen, die diese Durchdringung als etwas gewaltsames wahrnehmen, fürchten die Öffnung ihres Schutzraumes, das Relativieren und das persönliche Zweifeln an Ihrer kollektiven Identität. Auch erstmal keine Reflexe, die man gleich verurteilen könnte, wenn man sich mit queerer Geschichte auseinandergesetzt hat. Niemand hat das gerne auch von queerer Identität gelöst.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Gleichsam fehlte es in meinen Erfahrungen den Menschen und teilweise auch mir an einer dieser Community nachgesagten Sensibilität mit solchen Grenzen gut umzugehen und die Demut vor der Einsicht, dass die queere Szene keine bunte Ausnahme von solchen Problemen ist.</span><span data-ccp-props="{&quot;134245417&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Konsens</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/10/konsens/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sabylonica]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Oct 2024 07:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Konsens]]></category>
		<category><![CDATA[S*explore]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
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					<description><![CDATA[Konsens beim Sex, eigentlich ein simpler Grundsatz aber leider nicht so selbstverständlich, wie er es sein sollte. Als unser Autor jemanden kennenlernt, der auf Konsens achtet, ist er komplett überrascht und stellt fest: Es handelt sich um den Schlüssel zu positiven, sexuellen Erlebnissen. Ich habe schon früh Erfahrungen mit Sex gemacht. Viele dieser Erfahrungen wollte]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Konsens beim Sex, eigentlich ein simpler Grundsatz aber leider nicht so selbstverständlich, wie er es sein sollte. Als unser Autor jemanden kennenlernt, der auf Konsens achtet, ist er komplett überrascht und stellt fest: Es handelt sich um den Schlüssel zu positiven, sexuellen Erlebnissen.</strong><br />
<span id="more-16347"></span></p>
<p><span data-contrast="none">Ich habe schon früh Erfahrungen mit Sex gemacht. Viele dieser Erfahrungen wollte ich gar nicht machen. Sie waren oft von Unsicherheit und Unwohlsein geprägt. Heute bin ich Mitte zwanzig und erst vor zwei Jahren hatte ich ein Erlebnis, das mein Sexleben grundlegend verändert hat. Es war in Budapest, Ungarn, und ich hatte mich vor Ort mit einem Typen über die Dating-App Grindr getroffen.</span></p>
<p><span data-contrast="none">Das Treffen begann ganz klassisch. Wir haben wenig geschrieben, ein paar Bilder ausgetauscht und uns dann schließlich getroffen. Wir haben uns in seinem Hotelzimmer verabredet. Als ich ankam, fragte er mich, wie es mir gehe und ob ich mich wohlfühle. Diese Frage war zwar nicht besonders selten, aber dennoch ein toller Einstieg in unser Treffen. Es gab mir das Gefühl, dass er sich um mein Wohlbefinden kümmerte.</span></p>
<p><span data-contrast="none">Wir begannen, uns näherzukommen und schließlich Sex zu haben. Während des Aktes fing er an, mit mir zureden. Er stellte Fragen wie: „Ist diese Stellung in Ordnung für dich?“ oder „Möchtest du eine andere Stellung ausprobieren?“. Diese Fragen gaben mir ein so wertschätzendes Gefühl. Ich hatte das Gefühl, dass ich mitentscheiden konnte, was passieren soll und was für mich angenehm ist.</span></p>
<p><span data-contrast="none">Gegen Ende des Sexes ist er gekommen, ich jedoch nicht. Selbst dieser Akt ist für mich mittlerweile so normalisiert, dass ich mir keine weiteren Gedanken darüber machte. Ich komme super selten beim Sex, und deshalb stellte ich mir keine weiteren Fragen. Doch dann stellte er mir eine weitere Frage. Ihm war aufgefallen, dass ich nicht gekommen bin und er fragte mich, ob ich denn überhaupt kommen möchte.</span></p>
<p><span data-contrast="none">Dieser Moment war sehr emotional für mich. Ich war begeistert und fühlte mich außer mir. Die Erfahrungen, die ich bisher gemacht hatte, waren entweder so, dass er kam und der Sex dann beendet war, oder er versuchte krampfhaft, dass ich auch noch komme, was oft in einem vorgetäuschten Orgasmus endete. Aber die Frage, ob ich denn überhaupt kommen möchte, stellte mein ganzes Bild von Sex auf den Kopf.</span></p>
<p><span data-contrast="none">Der Moment war so schön, dass ich nicht einmal kommen wollte. Ich erkannte, dass Sex so vielmehr ist als nur der Akt des Kommens. Sex kann alles das sein, was wir als sexuell empfinden. Es muss nicht immer Penetration oder Ejakulation sein. Sex bedeutet Konsens, Intimität, Wertschätzung und das, was für dich persönlich Sex ist.</span></p>
<p><span data-contrast="none">Deshalb ist Konsens so wichtig. Sobald eine oder mehrere Personen in eine Handlung verwickelt sind, ist eine Übereinstimmung von größter Bedeutung. Zögerungen, ein „vielleicht“ oder nicht eindeutige verbale oder non-verbale Ausdrücke sind kein eindeutiges „Ja“. Nur ein klares und eindeutiges „Ja“ ist tatsächlich ein „Ja“. Und ebenso kann ein „Ja“ jederzeit zu einem „Nein“ werden. Konsens macht Handlungen fairer und respektvoller. Er schafft Raum für echte Verbindung und Verständnis zwischen den Beteiligten.</span></p>
<p><span data-contrast="none">In einer Welt, in der oft Druck und Erwartungen sind, ist es entscheidend, dass wir die Bedeutung von Konsens erkennen und respektieren. Es ist nicht nur eine rechtliche oder moralische Notwendigkeit, sondern auch eine Grundlage für erfüllende und gesunde sexuelle Beziehungen. Jeder sollte die Freiheit haben, seine Wünsche und Grenzen klar zu kommunizieren, ohne Angst vor Ablehnung oder Missverständnissen.</span></p>
<p><span data-contrast="none">Konsens ist der Schlüssel zu einem positiven Sexualerlebnis, das auf gegenseitigem Respekt und Verständnis basiert. Es ist eine Einladung, sich selbst und die andere Person(en) kennenzulernen.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zwischen Mauern und Gedanken</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/10/zwischen-mauern-und-gedanken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Celine]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Oct 2024 07:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben - wie ich will]]></category>
		<category><![CDATA[Psyche]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Morgens begrüßten dich die Sorgen, fast wie alte Bekannte.&#8220; &#8211; Celines eindrückliche Beschreibung eines Psychiatrie Aufenthalts ist ein ehrlicher Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt einer jungen Frau, die für Heilung kämpft. Es war ein Samstag, als die Welt um dich herum stillstand und sich veränderte. Der Flur der Klinik war grell beleuchtet, das Weiß]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="color: #313131;"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: medium;">&#8222;Morgens begrüßten dich die Sorgen, fast wie alte Bekannte.&#8220; &#8211; Celines eindrückliche Beschreibung eines Psychiatrie Aufenthalts ist ein ehrlicher Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt einer jungen Frau, die für Heilung kämpft.</span></span></span></strong><span id="more-16306"></span></p>
<p><span style="color: #313131;"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: medium;"><br />
Es war ein Samstag, als die Welt um dich herum stillstand und sich veränderte. Der Flur der Klinik war grell beleuchtet, das Weiß der Wände blendete und die geschlossenen Türen wirkten bedrohlich. Sie schienen dich zu umschließen, und mit einem Mal war alles anders. Die Station, die Menschen, das Gefühl, hier festzustecken – das alles prallte auf dich ein. Du warst plötzlich Teil dieser Welt, in der nichts normal schien.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #313131;"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: medium;">Die erste Nacht war eine der schlimmsten. Deine Zimmernachbarin, eine Frau, die in ihrer eigenen Welt gefangen war, nahm deine Kleidung, als wäre sie wertlos, und benutzte sie wie Papier. Der Schock und das Chaos, das sich in dir breitmachte, raubte dir den Atem. Doch irgendwo in dir wuchs eine kleine, kaum spürbare Kraft. Sie hielt dich fest, ließ dich nicht fallen. Du fandest Halt in Büchern, die du langsam Seite für Seite durchblättertest, als wäre jedes Wort eine Brücke zu etwas, das außerhalb der Mauern lag. Es half dir, dem Dunkel zu entkommen – zumindest für eine Weile. Doch die Trauma-Erinnerungen waren wie schwere Lasten, die sich auf deine Schultern legten. Es gab Tage, da wolltest du aufgeben, doch irgendetwas in dir kämpfte weiter. Jeder Tag begann ähnlich. Morgens begrüßten dich die Sorgen, fast wie alte Bekannte.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #313131;"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: medium;">Du bekamst Schlaftabletten, doch sie hinterließen ein unwohles Gefühl. Dein Herz raste, als ob es gegen den inneren Druck ankämpfte, und ein Ausschlag zog sich über deinen Körper. Aber du spürtest auch, dass du bereit warst. Bereit für das, was kommen musste. Du hofftest darauf, auf die offene Station verlegt zu werden – ein kleiner Schritt in Richtung Freiheit. Deine Nachbarn auf der Station wirkten verrückt, manche wirklich tief verloren in ihren eigenen Realitäten. Eine Frau schrie nachts, ein anderer Mann murmelte endlose Monologe, aber du lerntest, ruhig zu bleiben.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #313131;"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: medium;">Du versuchtest, deinen inneren Frieden zu finden, suchtest in dir selbst nach einem Ort, der nicht von den äußeren Umständen betroffen war. Mit jedem Atemzug, den du tief in deine Lungen zogst, mit jedem Schritt durch den Flur, flehtest du innerlich zu Gott. Du batst um Stärke, um ein Licht, das dir den Weg zeigen würde. Die Tage schlichen langsam dahin. Es fühlte sich oft so an, als würde die Zeit in dieser Klinik stehenbleiben. Jeder Tag gleich, und doch so schwer. Aber da war auch die Sonne. Du lagst draußen auf einer Bank, die Kopfhörer tief in die Ohren gesteckt, und ließest die Musik dich umhüllen. In diesen Momenten war die Welt fern, und du warst nur du selbst.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #313131;"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: medium;">Du wusstest nicht, wohin der Weg führen würde, doch du spürtest, dass es irgendwo hingehen musste. Drei Monate vergingen. Langsam, aber sicher. Und in diesen Monaten wuchs in dir eine neue Stärke. Es war keine Stärke, die laut oder sichtbar war. Sie war still, sie entstand aus den kleinen Dingen. Aus den Gedanken, die du ordnetest, aus den Tränen, die du zuließest. Du baust dir dein eigenes Haus, Stein für Stein – in dir selbst. Und als die Zeit kam, die Klinik zu verlassen, wusstest du, dass dich nichts brechen konnte. Nicht die Mauern, nicht die Gedanken.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #313131;"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: medium;">Du hattest überlebt.</span></span></span></p>
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