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	<title>Belästigung &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Der große Schwanz ist Privatsache</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Claire]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Nov 2023 08:21:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Belästigung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Sexuelle Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Belästigung von Flinta* Personen im öffentlichen Raum ist keine Privatsache! Ein Text über das Gefühl bedrängt zu werden und über Menschen, die Privat und Öffentlich verwechseln, von Claire. Ich laufe, ich schaue mich regelmäßig um. Es ist zwar hell, aber die Gegend nicht sicher für FLINTA*-Personen. Es sind kaum Menschen auf dem Weg, der an]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Belästigung von Flinta* Personen im öffentlichen Raum ist keine Privatsache! <span class="" style="color: #000000;">Ein Text über das Gefühl bedrängt zu werden und</span> über Menschen, die Privat und Öffentlich ver<span class="" style="color: #000000;">wechseln, von Claire.</span></strong><span id="more-15825"></span></p>
<p>Ich laufe, ich schaue mich regelmäßig um. Es ist zwar hell, aber die Gegend nicht sicher für FLINTA*-Personen. Es sind kaum Menschen auf dem Weg, der an Zuggleisen entlang führt. Ein Mann kommt mir entgegen. Ich versuche Blickkontakt zu vermeiden, ich will schnell an ihm vorbei. Aus dem Augenwinkel sehe ich, dass er mich anschaut, mir wird schlecht. Er läuft eine Kurve und kommt direkt auf mich zu, ausweichen kann ich nicht mehr. Er lächelt mich an und fragt nach einer Zigarette. Ich möchte nicht unhöflich sein und gebe ihm mein Drehzeug. Er fängt an sich eine zu drehen. Ich fühle mich unwohl. Er ignoriert meine ablehnende Haltung und beginnt ein Gespräch, in dem er mich nach meinem Namen und Alter fragt. Ich fühle mich nicht wohl damit, diese Fragen zu beantworten und lüge. Ich erzähle ihm, ich sei 16 Jahre alt. Das lässt ihn kalt, während mir ganz heiß wird und ich weiß, ich muss schnell hier weg. Er fragt mich, ob Sex mit ihm haben wolle. Dabei ist er so freundlich, dass ich mich nicht traue, ihm klar zu sagen, dass er mich in Ruhe lassen soll. Ich lehne höflich ab und bedeute ihm, dass ich mein Drehzeug gerne wiederhaben möchte, er gibt es mir nicht. Er geht langsam um mich rum, ich will ihn nicht aus den Augen lassen, ich fühle mich eingekesselt. Menschen sitzen auf einer Wiese und beobachten die Situation. Ich wünsche mir so sehr, dass mir jemand hilft, aber ich traue mich nicht zu schreien, ich möchte nicht die Aufmerksamkeit auf mich und die mir unangenehme Situation ziehen. Ich möchte nicht unhöflich sein, ich habe ja kein recht dazu. Er läuft in Richtung Gebüsch und bedeutet mir mitzukommen. Ich sage noch einmal, dass ich nicht mitkommen werde und lege mein ganzes Selbstbewusstsein in diesen Satz. Ich traue mich nicht, laut oder aufbrausend zu werden, er macht mir Angst. Ich kann die Situation nicht einschätzen und suche nach einer Möglichkeit, die Oberhand zu gewinnen und einfach gehen zu können. Ich greife nach meinem Drehzeug, während er mir immer näher kommt und mir sagt, es würde ja auch ganz schnell gehen und er hätte einen sehr großen Schwanz. Ich gehe. Ich will nur noch weg, so weit weg wie möglich von diesem Mann. Er ruft mir noch hinterher, ich aber tu einfach so, als höre ich ihn nicht. Hoffentlich folgt er mir nicht. Ich traue mich nicht, mich umzudrehen, damit er sich nicht aufgefordert dazu fühlt. Ich werde immer schneller und schneller, ich renne. Ich spüre die Tränen in meinen Augen. Mir kommt ein Mann entgegen, ich schrecke zusammen. Ich habe das Gefühl mich schauen alle an, als würden sie mir meine ekelerregende Begegnung ansehen. Ich schäme mich dafür.<br />
Ich will über mein Erlebnis schreiben. Mir ist es wichtig, andere zu warnen und Aufmerksamkeit auf das Thema, sowie die Hilfseinrichtungen zu lenken. Ich erzähle dem Chefredakteur davon, er wirkt betroffen. Ich fühle mich nicht mehr so schrecklich bei dem Gedanken an diese Erfahrung. Er sagt, dass er hoffe, dass es mir gut geht, ich mir aber nochmal überlegen soll, ob ich meine persönliche Erfahrung veröffentlichen möchte, es sei ja schließlich meine Privatsache. Ich kann es nicht glauben – wieso ist das meine Privatsache? Ich habe mir doch nicht ausgesucht, dass mir so etwas passiert? Muss ich mich dafür schämen? Anstatt den Mut zu haben und ihn all das zu fragen, nicke ich nur. Ich habe keinen Artikel dazu geschrieben, ich habe das Thema auch nie wieder angesprochen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Hört auf zu schweigen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/09/hoert-auf-zu-schweigen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ulascan Koku]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Sep 2022 11:10:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Belästigung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[Herzlich willkommen auf meinTestgelände, Ulascan. In seinem ersten Text geht es um Belästigung in Form von hupen, rufen oder pfeifen, die er aus der Täterperspektive in einer Gruppe Jungs erlebt hat. Er beschreibt, was dies in ihm ausgelöst hat und wie er nun innerhalb der Gruppe dagegen vorgehen würde. Ich möchte ehrlich sein. In meinem]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Herzlich willkommen auf meinTestgelände, Ulascan. In seinem ersten Text geht es um Belästigung in Form von hupen, rufen oder pfeifen, die er aus der Täterperspektive in einer Gruppe Jungs erlebt hat. Er beschreibt, was dies in ihm ausgelöst hat und wie er nun innerhalb der Gruppe dagegen vorgehen würde.</strong><span id="more-15061"></span></p>
<p>Ich möchte ehrlich sein. In meinem Freundeskreis kam es früher öfter dazu, dass man Frauen hinterhergerufen hat. Was hätte daran denn schlimm sein können?<br />
Ist es denn nicht eigentlich ein Kompliment?<br />
Auch ich hatte persönlich kein Problem damit, es war ja „normal“.<br />
So dachte ich über das „Cat Calling“ in meinen Jugendjahren.<br />
Als ich mich intensiver mit den Themen toxische Männlichkeit, Sexismus und Feminismus auseinandergesetzt habe, wurde mir bewusst, wie falsch ich diese Situationen eingeschätzt habe.<br />
Trotzdem habe ich zunächst geschwiegen. Obwohl ich wusste, dass meine Freunde falsch handeln, habe ich mich nicht getraut, dazwischen zu gehen.<br />
Diese Erfahrung teile ich bestimmt mit vielen anderen Männern. Ich will euch jetzt aber zeigen, warum es an der Zeit ist, dazwischen zu gehen. „Cat Calling“- Dieser fast schon harmlose Begriff bezeichnet nichts geringeres als die verbale sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum.<br />
Hinterherrufen, Hinterherpfeifen, aus dem Auto heraus an hupen…<br />
Ihr wisst, was ich meine. Über die Angst, die Gedanken und das Unwohlsein in diesen Situationen möchte ich nicht schreiben. Dazu gibt es im Netz und in den Sozialen Medien genug Texte und Artikel, welche von betroffenen Personen verfasst sind.</p>
<p>Mir geht es um die Täter in dieser Situation.</p>
<p>Als aller erstes möchte ich die Frage klären, warum ich mich nicht getraut habe, dazwischen zu gehen.<br />
Freundeskreise sind für viele Menschen ein sicherer Ort. Ich kenne die Menschen, die ich zu meinen engen Freunden zähle, besser als alle anderen und sie mich auch.<br />
Daher wurde es umso schwieriger für mich, die Tat von den Tätern, also meinen engen Freunden, zu unterscheiden.<br />
„Der meint das doch nicht negativ“ „Ich kenne ihn doch, er ist der liebste Mensch dieser Welt“ „Er hat ja keine bösen Absichten, es ist ein ehrliches Kompliment“, „Das war eine einmalige Sache, bestimmt macht er das nicht wieder“.<br />
Das sind Beispiele von Gedanken, welche ich in diesen Situationen hatte.<br />
Doch ich habe mich immer wieder selbst belogen und so getan, als ob meine Freunde fehlerfrei seien.<br />
Doch kein Mensch ist fehlerfrei.<br />
Die Aufgaben eines Freundes sind es auf die Fehler des jeweils anderen hinzuweisen, sie aufzuklären und bei ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen. Eine schlechte Tat von einem guten Menschen bleibt eine schlechte Tat. Punkt. Doch ich wollte kein Spielverderber sein. Ich wollte nicht als „Uncool“ abgestempelt werden. Ich wollte nicht die Laune der anderen runterziehen, kein Besserwisser sein.<br />
Heute weiß ich, dass es quatsch war, doch das waren damals ernsthaft meine Gründe, weswegen ich lieber geschwiegen habe, als dazwischen zu gehen.</p>
<p>Doch merkt euch eins: Keine Diskriminierung auf dieser Erde wird verschwinden, wenn man über sie schweigt.<br />
Also möchte ich euch dazu ermutigen, die direkte Konfrontation zu suchen.<br />
Wie habe ich das gemacht?</p>
<p>Ich habe recherchiert, Artikel und Bücher gelesen, mit Freundinnen geredet und Videos zum Thema geguckt. Ihr müsst kein Experte werden, es reicht, wenn ihr versteht, dass es eine diskriminierende und somit falsche Sache ist. Dann habe ich das Thema in meinem Freundeskreis angesprochen und sie in Gespräche verwickelt. Nicht als eine Reaktion auf ein hinterherrufen, sondern vorher in einer entspannten Runde, in der wir wieder mal über Gott und die Welt geredet haben.<br />
Ich musste keine wissenschaftliche Debatte führen, es ging mir nur darum, dass sie verstehen, dass „Cat Calling“ nichts anderes als sexuelle Belästigung ist. Das hat dazu geführt, dass beim nächsten Ausgehen in die Innenstadt ein Bewusstsein geschaffen worden war, welches in jedem einzelnen von uns schlummerte.<br />
Doch damit war die Sache nicht aus der Welt geschaffen. Jetzt war es aber viel leichter in die direkte Konfrontation zu gehen in der direkten Folge auf ein Hinterherrufen, da der Person bewusst war, dass sie etwas schlechtes macht.<br />
Die Aufklärungsarbeit hat also nicht nur meinen Freunden geholfen, sondern auch mir, denn es wurde deutlich leichter über die Situation zu reden. Meine größte Angst, „Uncool“ zu wirken, war verflogen, denn die Person, die mit dem vollen Bewusstsein in dieser Situation die Tat begeht, die war Uncool. Ganz einfach.</p>
<p>Ab dann war ich auch nicht mehr allein, auch untereinander wurde auf die Thematik aufmerksam gemacht und Diskussionen wurden geführt, so dass heute keiner meiner Freunde, wie auch ich, andere Frauen verbal belästigt.</p>
<p>Ich bin mir sicher, dass viele Männer da draußen ganz genau verstehen, welche Situationen gemeint sind. Ich bin mir sicher, ihr seid vertraut mit dem beklemmenden Gefühl, dass etwas schlimmes passiert und man nicht eingreift, obwohl man könnte.<br />
Dieser Text ist für euch. Ihr seht, dass es möglich ist die eigenen Freunde aufzuklären. Ihr allein habt die Möglichkeit, euren gesamten Freundeskreis ins Positive zu bewegen.<br />
Macht es. Nicht morgen, nicht übermorgen, sondern jetzt. Falls bestimmte „Freunde“ von euch aber aktiv dagegen sind sich zu ändern, falls sie aufgeklärt wurden und sich trotzdem dazu entscheiden, Frauen weiterhin zu belästigen, dann überdenkt eure Freundschaft. Einen schlechten Freund zu verlieren ist kein Verlust.<br />
Es ist eine Bereicherung.</p>
<p>Zum Schluss möchte ich sagen, dass ihr dadurch nicht plötzlich zu fehlerfreien Menschen werdet. „Cat Calling“ ist eine von vielen Arten von sexueller Belästigung. Sexismus verschwindet nicht einfach, weil ihr ein Stückchen aufgeklärter seid. Es ist ein langer Weg zu einer besseren Gesellschaft, und jede persönliche Auseinandersetzung mit eigenen sexistischen und auch zum Beispiel rassistischen Gedanken und Taten ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt in die richtige Richtung.</p>
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