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	<title>Filmkritik &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Filmkritik &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Dokumentarfilm und trans Menschen – Ein Abriss über „Trans: I Got Life“ und Andere</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Beau]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Mar 2024 10:42:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
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					<description><![CDATA[Neugierig auf Dokus, die trans Lebenswelten einfangen? Lies Beaus Kritik am Film &#8222;Trans: I Got Life&#8220; (2021)&#8220; und erfahre außerdem welche Dokus sehenswert sind. Um diesen Artikel von Vorneherein richtig einzuleiten: ich vertrete nicht die Überzeugung, dass cis Regisseur*innen keine Filme über trans Menschen machen dürfen. Alle dürfen Filme über alle machen. Das nur zur]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Neugierig auf Dokus, die trans Lebenswelten einfangen? Lies Beaus Kritik am Film &#8222;Trans: I Got Life&#8220; (2021)&#8220; und erfahre außerdem welche Dokus sehenswert sind.</strong><span id="more-15981"></span></p>
<p align="JUSTIFY">Um diesen Artikel von Vorneherein richtig einzuleiten: ich vertrete nicht die Überzeugung, dass cis Regisseur*innen keine Filme über trans Menschen machen dürfen. Alle dürfen Filme über alle machen. Das nur zur Klarstellung, damit meine Worte nicht als Munition für die „Man darf ja nichts mehr“-Maschinerie herangezogen werden. Aber, wie sich gleich zeigen wird: wenn man sich entschließt, dokumentarisch zu einer marginalisierten Gruppe zu arbeiten, der man selbst nicht angehört, muss man es eben richtig machen. Von Filmen, die es, wie ich finde, richtig gemacht haben, zeige ich im zweiten Teil des Artikels eine Auswahl – aber zuerst müssen wir uns dem Gegenbeispiel widmen.</p>
<p align="JUSTIFY">Der größte deutsche Dokumentarfilm über trans Menschen, der in den letzten Jahren erschienen ist, heißt „<i>Trans: I Got Life</i>“ (2021). Die Regisseurinnen Imogen Metz und Doris Kümmel widmeten sich einem siebenjährigen Prozess, um den Film auf die Leinwand zu bringen, der auf den Münchener Filmfestspielen Premiere feierte und dort auch gleich den Publikumspreis gewann. Der Film folgt mehreren trans Protagonist*innen, sowohl trans Männern als auch trans Frauen, in ihrem Alltag über längere Zeit – Stress mit der Familie, Spaziergänge durchs Dorf, auf der Arbeit sein, und dann natürlich die OPs. Viele, viele OPs.</p>
<p align="JUSTIFY">Ich merke, dass es gar nicht so einfach für mich ist, über „Trans: I Got Life“ zu schreiben. Es ist ein Film, der eine hyperdifferenzierte Behandlung erfordert. Eine Behandlung, die ich mit mehreren sehr vorsichtigen Aussagen beginnen muss: erst mal ist nichts von dem, was ich schreibe, eine Kritik an den Protagonist*innen, die sehr viel auf sich nehmen, um Teil eines solchen Projektes zu sein, und denen es hoffentlich viel gebracht hat. Weiterhin &#8211; natürlich ist es toll, dass cis Regisseur*innen sich Mühe geben, trans Menschen vor die Kamera zu holen, und natürlich ist es bemerkenswert und hoffentlich für die Zukunft prägend, dass dafür Filmförderung gestellt wird und dass jener Film dann so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht. Natürlich gibt es sehr, sehr viele trans Menschen, die sich in dem Film wiederfinden werden, die binär trans sind, die einen Weg anstreben, der von OPs gezeichnet ist und der insgesamt der im Film dargestellten trans Leben sehr ähneln wird. Natürlich hilft ein solcher Film Menschen, die sich vielleicht nicht ganz sicher sind, ob sie wirklich trans sind, und natürlich bauen derartige filmische Dokumente gesellschaftliche Transfeindlichkeit ab.</p>
<p align="JUSTIFY">Na ja. Das war jetzt ein ganzer Absatz vorsichtiger Aussagen, wobei ich mir bei der letzten gar nicht mal so sicher bin, denn vielleicht werde ich nach dem Konsum von „<i>Trans: I Got Life</i>“ dann nicht mehr mit offener Feindlichkeit konfrontiert, sondern mit Mitgefühl für mein „schweres Schicksal“. Beides beruht auf Stereotypen, beruht darauf, mich nicht als Mensch zu sehen, sondern in eine Schublade einzusortieren, auf der „transsexuell“ steht. Eine Schublade, für die es viele Expert*innen gibt, cis Expert*innen natürlich. Und so muss ich mir in „<i>Trans: I Got Life</i>“ lange Interviews mit einem Arzt anhören, der über „unbehandelte transsexuelle Patienten“ spricht. Gerade der Umgang mit der Protagonistin, einer jungen trans Frau, die kurz vor ihrer geschlechtsangleichenden OP steht, hat mich verärgert. Mir wird schlecht vor Wut, wenn ich sehe, wie der cis Operateur mit ihr redet, als wäre sie fünf Jahre alt, und auch wie ihre Mutter mit ihr redet. Mussten wir dann wirklich auch ihre OP sehen? Laut einem Artikel der Glamour<a class="sdfootnoteanc" href="#sdfootnote1sym" name="sdfootnote1anc"><sup>1</sup></a> sagte Imogen Kimmel vor der Premiere des Films: „<i>Wir werden gleich grafische Szenen mit Blut sehen, nur dass ihr darauf vorbereitet seid. Wem dabei schlecht wird, kann während den Szenen im OP gerne nach draußen gehen.“</i> Warum sehen wir diese Szenen? Wozu ist das gut, wenn nicht für den Schockfaktor? Und wie unterscheidet es sich damit von den reaktionären, auf Schock ausgelegten medialen Erzählungen über trans Menschen der letzten fünfzig Jahre? In dem Artikel der Glamour kommen auch noch ein paar andere bemerkenswerte Infos zu Tage: <i>„Die Idee für die die Doku “TRANS –I Got Life” hatte Imogen Kimmel ganz zufällig, als Dr. Schaff, der Arzt, den man in der Dokumentation kennenlernt, 2015 im Flugzeug neben ihr saß und von seiner Arbeit als plastischer Chirurg mit Schwerpunkt “geschlechtsangleichende Operationen” berichtete.“ </i>Deswegen also nimmt ein paternalistischer cis Chirurg in einem Film über trans Menschen so außergewöhnlich viel Raum ein, deswegen ist er eine so große Autorität, der Mann, der so viel über diese ach so mysteriösen, traurigen, mit sich selbst beschäftigen Transsexuellen weiß, viel mehr, als sie über sich selbst wissen können. Die Entmündigung ist real. Dass viele trans Menschen das Wort „transsexuell“ gar nicht mehr für sich verwenden, ja sogar als verletzend empfinden, spielt dabei keine Rolle. Der Chirurg wird als Meister über das Schicksal inszeniert, als der, der neue Menschen schafft, verbunden mit irgendwelchen halb spirituellen Aussagen über die Macht von Technik über Natur und das Anthropozän. Cis Menschen sind <i>obsessed</i> mit dem Gedanken, dass die Existenz von trans Menschen irgendwelche grundlegenden Dinge über das Anthropozän aussagt. Trans Menschen als Metapher, als Ausgangspunkt einer philosophischen „Debatte“. Das wir als Community unsere eigenen Philosoph*innen, unsere eigenen Theorien haben, scheint Metz und Kimmel nicht untergekommen zu sein. Man fragt sich: haben die Regisseurinnen in den sieben Jahren Filmentwicklung solche Grundlagen-Texte wie „<i>Trans. Frau. Sein.</i>“ von Felicia Ewert oder „<i>Whipping Girl</i>“ von Julia Serano gelesen? Das hätte vielleicht geholfen, gesellschaftliche Transfeindlichkeit, spezifisch Transmisogynie, zu benennen und als strukturell und institutionell einzuordnen.</p>
<p align="JUSTIFY">Ich interpretiere das zu Wort kommen der vielen trans Menschen und weiteren „Expert*innen“ für „Transsexualität“ so, dass der Film die Intention verfolgt, ein breites Bild von trans Identität zu zeichnen und verschiedene Lebensentwürfe zu zeigen. Hier allerdings liegt das Problem: das Konzept von trans sein, welche „<i>Trans: I Got Life</i>“ letztendlich an das Publikum bringt, ist sehr begrenzt. Nichtbinäre Menschen, trans Menschen, die keine OPs oder Hormone anstreben, und trans Aktivist*innen, die für unsere Rechte kämpfen, kommen nur am Rand vor. Mir erscheint es, als vermittle der Film wieder und wieder die Idee, trans Menschen seien doch eben „ganz normal“, hätten nur ein besonders schweres Schicksal, was natürlich im Endeffekt dazu führt, dass ein Teil der Community immer als „zu laut, zu bunt, zu radikal“ wahrgenommen werden wird, bei gleichzeitiger Individualisierung aller gesellschaftlichen Probleme, die mit dem trans Sein einhergehen.</p>
<p align="JUSTIFY">Wenn man ein breites Bild der trans Community bekommen und sich gleichzeitig mit medialen Ideen von trans Identität beschäftigen möchte, hilft einem die auf Netflix verfügbare Dokumentation „<i>Disclosure: Trans Lives on Screen“ </i>(2020, Sam Feder)<i>. </i>Hier wird besonders die Inszenierung von trans femininen Geschichten als Narrativ von Enthüllung und Schock analysiert, die ich vorhin angesprochen habe, wobei cis „Expert*innen“ nicht dominierend zu Wort kommen. Vor kurzem ist auf Netflix auch ein viel gelobter deutscher Dokumentarfilm über queere Leben in den 1920er Jahren erschienen, den ich selbst noch nicht gesehen habe: „<i>Eldorado – Alles, was die Nazis hassen</i>“ (2023, Benjamin Cantu). Der Film beschäftigt sich unter anderem mit Magnus Hirschfeld, dessen Institut für Sexualwissenschaft als Kontaktstelle für trans Menschen eine große Rolle spielte – und dessen gesamte Bibliothek an Forschung und Wissen in den Flammen der nationalsozialistischen Bücherverbrennung aufging.</p>
<p align="JUSTIFY">Neben diesen zwei allgemeineren Empfehlungen möchte ich noch eine privatere hinzufügen: „<i>Southern Comfort</i>“ (2001, Kate Davis). Hin und wieder ist der Film auf YouTube verfügbar, wenn man Glück hat. In der Dokumentation folgt Davis dem trans Mann Robert Eads, der in einem winzigen Haus abseits der Zivilisation ein Cowboy-Leben führt, durch die Jahreszeiten. Wir bekommen mit, wie Eads mit seiner <i>chosen family</i> Zeit verbringt – andere trans Menschen, die seine Geschwister und Kinder geworden sind – wie er sich in die trans Frau Lola verliebt – und wie er in keinem einzigen Krankenhaus Hilfe für seinen Gebärmutterkrebs findet. Alle weigern sich, einen trans Mann zu behandeln. „<i>Southern Comfort</i>“ ist ein intimes Porträt einer kleinen Gruppe an trans Menschen, und genau dadurch so effektiv: der Film hat nicht den Anspurch, etwas grundlegendes über <i>alle</i> trans Menschen zu sagen. Trotz Eads’ Krebserkrankung liegt der Fokus nicht auf medizinischen Aspekten des trans Seins, sondern auf seiner Interaktion mit seiner Community, seinem Bemühen und Aktivismus, seiner Menschenwärme. Ganz ohne melancholische Musik, die mir sagt, dass das alles zwar schön ist, aber irgendwie auch super tragisch, ist es angenehm, trans Menschen einfach Mal beim Herumsitzen, Quatsch machen und Grillen zuzuschauen.</p>
<div id="sdfootnote1">
<p class="sdfootnote"><a class="sdfootnotesym" href="#sdfootnote1anc" name="sdfootnote1sym">1</a>Madlener, Hanna: „Doku “TRANS – I Got Life”: Dieser Film hat mir gezeigt, was ich von Transmenschen lernen kann“, Glamour, 2022, in: &lt;https://www.glamour.de/artikel/doku-trans-i-got-life&gt;</p>
</div>
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		<item>
		<title>Feminismen auf der Leinwand</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/10/feminismen-auf-der-leinwand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sabylonica]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Oct 2023 13:51:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Barbie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Filmkritik]]></category>
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					<description><![CDATA[Sabylonica vergleicht Barbie und Arielle mit Blick auf die Feminismen in den Filmen. Dieses Jahr ist voll von Kinopremieren. Die zwei größten Highlights waren „Barbie“ und „Oppenheimer“. Überall wohin das Auge reichte, sah man gut eingesetzte Werbung. Selbst mein Feed auf Instagram war voll von Werbungen für Barbie und Oppenheimer. Nach so viel bewusstem und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sabylonica vergleicht Barbie und Arielle mit Blick auf die Feminismen in den Filmen.</strong> <span id="more-15746"></span></p>
<p>Dieses Jahr ist voll von Kinopremieren. Die zwei größten Highlights waren „Barbie“ und „Oppenheimer“. Überall wohin das Auge reichte, sah man gut eingesetzte Werbung. Selbst mein Feed auf Instagram war voll von Werbungen für Barbie und Oppenheimer. Nach so viel bewusstem und unbewusstem Input entschloss ich mich, die Trailer zu beiden Filmen anzusehen. Mein erster Gedanke wandelte sich von Barbie vs. Oppenheimer zu Weiblichkeit vs. Männlichkeit. Dadurch wie die Filme gesetzt waren, und die Bilder aussahen, kam ein sehr stereotypisches Bild mir vor Augen. Fortan habe ich die Werbungen rund um die Filme mit den binären Stereotypen beobachtet und diese hat sich teilweise bestätigt. Schon allein männlich gelesene Influencer die vor der Kinokasse stehen und leise flüstern, dass sie in den Barbie-Film möchten. Er sollte nur von der Kasse gehört werden, vor anderen wäre es wohl sonst zu peinlich.<br />
Der Kampf zwischen Barbie und Oppenheimer geht weiter. Auf einmal sehe ich Posts, welcher der Filme in welchem Land am meisten gegoogelt wurde. Es sah so aus, dass Barbie etwas Vorsprung hatte. Scheinbar der Kampf des Jahrzehnts. In meinem Freund*innenkreis hat man darüber gesprochen, welchen der Filme wir sehen wollen würden, denn finanzielle Möglichkeit für beide Filme haben wir nicht. Die Influencer*innen dagegen haben beide Filme besucht und ihre Outfits dementsprechend getragen. Mit einem Switch war das knallig pinke Outfit ein braunes, löchriges Outfit. Ich habe lange überlegt und entschied mich schlussendlich für den Barbie-Film.<br />
Barbie war ein versuchter Ansatz die feministischen Seiten aufzuzeigen. Und klar, man kann die feministischen Seiten verstehen und sicherlich hat der Film mit dem Schnitt, der Musik und den Effekten dazu beigetragen unsere Emotionen dafür zu gewinnen, dass der Barbie-Film und die Marke Barbie feministisch ist. Die Kritik an Barbie wurde in dem Film ebenso erwähnt, aber nur kurz, dass Barbie kapitalistisch ist und Stereotype und Schönheitsideale beibringt. Diese Kritik wurde nicht lange thematisiert, der Fokus lag nur auf den Feminismus hinter Barbie. Um genauer zu sein auf den weißen Feminismus. Die Schauspielerin ist weiß, schlank, blond und wie sie sich des Öfteren im Film selbst beschrieben hat, die stereotypische Barbie. Es gab auch andere Barbies zu sehen, mehrere Schwarze und Braune Barbies und eine Hijab Barbie. Diese jedoch waren meist im Hintergrund. Das Augenmerk lag voll auf der weißen Barbie. Es war die weiße Barbie, die allen erklärt hat, dass sie feministisch ist, dass Barbie feministisch ist. Sie hat für alle Barbies gesprochen, dass sie feministisch sind. Die weiße, stereotypische Barbie hat den Feminismus hinter Barbie versucht nahezubringen und dabei den intersektionalen Feminismus außer Acht gelassen. Der Film hat nur gezeigt, dass es den einen Feminismus gibt, den weißen Feminismus. Aber was ist mit anderen Feminismen? Der Schwarze, muslimische, jüdische, hinduistische Feminismus. Der Feminismus of Color, der Feminismus der Indigenen. Oder viele weitere. Die Sichtbarkeiten hinter den intersektionalen Feminismen wurden, wie so oft, unsichtbar gemacht.<br />
Ob nun der Barbie-Film gut war, ja, an sich ist er gut. Er hat einen Aspekt der Feminismen aufgezeigt, aber ob der Film nun mein Highlight war? Nein, mein Kinohighlight dieses Jahr war „Arielle, die Meerjungfrau“. Klar habe ich auch bei diesem Film einiges auszusetzen, aber die Rolle der Arielle wurde gespielt von einer Schwarzen Frau. Es ging, vor allem indirekt, um den Schwarzen Feminismus. Der Film stoß auf sehr viel Hass und Rassismus, angemerkt keine Kritik, da ein Meerjungmensch doch nicht Schwarz sein könne, denn Meerjungmenschen seien weiß. Absurder Gedanke verzweifelter Rassist*innen.<br />
Eine kurze Auffrischung über die Erzählung Arielle. Arielle ist ein Meerjungmensch und verliebt sich in einen Menschen und möchte daraufhin ihre Flossen ablegen und Beine bekommen. Sie möchte mit dem Prinzen zusammen sein und Teil der Menschheit werden.<br />
Und wie schaut es mit Schwarzen Menschen in unserer realen Gesellschaft aus, mit Schwarzen FLITNA*-Menschen? Auch sie wollen ein Teil unserer Gesellschaft sein. Doch mit unseren rassistischen Strukturen verwehren wir Schwarzen Menschen einen Platz in unserer Gesellschaft. Kurz angemerkt, auch andere Minderheiten die Rassismen erleben, wollen Teil der Gesellschaft werden, auch ihnen wird es verwehrt, nur geht es gerade um den Einblick in den Schwarzen Feminismus. Schwarze FLINTA*-Personen erleben andere Rassismen als Schwarze männlich gelesene Menschen.<br />
Arielle möchte ebenso Teil der Gesellschaft werden und „niemand könnte die Rolle eines Wesens, das sich wünscht, ein Mensch zu werden, besser spielen als eine Schwarze Frau“ (Dr. Natasha A. Kelly).<br />
Wer also bei Barbie über Feminismus redet, sollte sich zuerst den Arielle-Film ansehen. Und unser Kampf des Jahrzehnts, gar Jahrtausends sollte ein Kampf für intersektionale Sichtbarkeit werden.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>BARBIE – Rückzug ins Dreamhouse</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/08/barbie-rueckzug-ins-dreamhouse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anton August Dudda]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Aug 2023 11:03:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Barbie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Anton nimmt in seiner Film-Kritik Barbie auseinander. Der Film „Barbie“ von Regisseurin Greta Gerwig steht derzeit in einem Maße in der Öffentlichkeit, wie man es schon lange von keinem Kinofilm mehr gesehen hat. Die Vorführungen sind regelrechte Happenings, zu denen sich die Zuschauer*innen in passender Ästhetik ausstaffieren und mitunter auch sprechen. Man fühlt sich ein]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Anton nimmt in seiner Film-Kritik Barbie auseinander.</strong><span id="more-15673"></span></p>
<p>Der Film „Barbie“ von Regisseurin Greta Gerwig steht derzeit in einem Maße in der Öffentlichkeit, wie man es schon lange von keinem Kinofilm mehr gesehen hat. Die Vorführungen sind regelrechte Happenings, zu denen sich die Zuschauer*innen in passender Ästhetik ausstaffieren und mitunter auch sprechen. Man fühlt sich ein bisschen wie auf einer Cosplay-Convention, die Menschen verschmelzen mit dem Fandom. Ob sie es ernsthaft, ironisch, meta-ironisch oder sarkastisch tun ist am Ende unerheblich, das Zeichenspiel verdichtet zu einer poppigen Camp-Optik, die stark affirmativ wirkt und ein deutliches Bild erzeugt. Dieser Film ist ein Massenphänomen.<br />
Für Kinofreund*innen scheint diese Bewegung grundsätzlich erstmal erbaulich, zeigt sie doch, dass das zunehmend aus der Zeit gefallen scheinende Leitmedium von einst tatsächlich noch dazu in der Lage ist, Publikum anzulocken, Schauwert zu erzeugen und vor allem, die Lust am gemeinsamen, öffentlichen Erleben von Kunst zu wecken. Die Menschen, vor allem Teile der FLINTA* und queeren Communitys, reagieren lautstark in den Sälen, lachen, jubeln. Man findet sich beinahe in einer utopischen Gegenwelt wieder, in welcher das so oft beschworene, kulturpessimistische Bild des von jeder Öffentlichkeit abgeschnittenen Subjekts, das in seiner Freizeit den Blick auf das Wertvolle vernebelt bekommt vom unendlichen Strom der kurzweiligen Unterhaltung, einem positiven Glauben an den kulturellen Geist des Menschen weicht. Es gibt in unserer Gesellschaft, so freut man sich, noch diesen Platz für die Macht des Films und seine Fähigkeit, in Zwischenräume zu dringen und Widersprüche aufzuzeigen.<br />
Doch leider ist „Barbie“ kein solcher Film. Im Gegenteil ist er genau der Film, der beweist, dass nur, weil Menschen sie nicht an ihrem Smartphone hockend eingeträufelt bekommen, sich die Ideologie der privaten Massenmedien dennoch in alle Bereiche der Kulturindustrie einschreibt, selbst in das so geheiligte Lichtspielhaus. Und man muss festhalten, nur, weil ein Film den Menschen wenigstens „irgendwie“ den Feminismus nahebringt, ist das noch lange kein Grund, ihn nicht scharf in die Kritik zu nehmen.<br />
„Barbie“ ist an Aufklärung, Kritik oder dem Erforschen von Widersprüchen nicht interessiert. Der Film ist sich stattdessen bewusst, dass er seinen Erfolg, das heißt, sein Publikum, nur finden kann, wenn er mit maximaler Polarisierung arbeitet und eine spezifische, identitätspolitisch aufgeladene Dynamik in der öffentlichen Auseinandersetzung erzeugt. Der erwartbare, durch Schlagworte und -bilder im Film provozierte Zorn der wie immer allzu leicht getriggerten Rechten und Konservativen wird gezielt dazu genutzt, den Nicht-Reaktionären ein Bekenntnis zu entlocken. Dieser Film muss gut sein, denn er wird von den richtigen Menschen gehasst. Dazu feuert „Barbie“ aus allen Rohren liberalfeministische Memes, das potenziell subversive, weibliche Subjekt wird durch einen zuwenderischen Gestus ruhig gestellt. Ihr werdet verstanden, ihr werdet gesehen, euer Leben ist manchmal anstrengend, aber hey, auch ihr könnt Präsidentinnen oder Ärztinnen werden. Damit kann sich jeder halbwegs fortschrittlich denkende Mensch zufrieden geben, ohne gleichzeitig das eigene Denken hinterfragen zu müssen oder gar die unangenehmen, ökonomischen Fragen an sich heran zu lassen. Lieber bedient man sich stattdessen am Ende auch noch des unendlich altbackenen Klischees des Mannes, der aus Gefühlen gekränkter Männlichkeit und sexueller Frustration (hier: romantischer Frustration, Sex gibt es in Barbieworld nicht) heraus Krieg gegen andere Männer führt. Nein, die Gründe für Krieg sind hochkomplexe, meist über Jahrhunderte gewachsene ökonomische und territoriale Konflikte, in denen Männer die Interessen von Kapital und Staat austragen müssen, völlig unabhängig von ihrer persönlichen Geschichte. Männer, die sexuell frustriert sind töten sich, wenn sie tatsächlich töten, nicht gegenseitig. Sie töten Frauen.<br />
Doch dies alles und die vielen weiteren Punkte, die an dem Film zu kritisieren sind, prallt ab an seiner meta-ironischen Bildsprache, durch welche man hinter jeder Ecke ein Augenzwinkern vermuten muss. War da grade eins? Ist das Ganze vielleicht doch am Ende als raffinierte Kritik zu verstehen? Sind die Bilder nicht so weit drüber, dass sie sich von alleine als Klischees entlarven?<br />
In meinen Augen sind sie es nicht. Die emotionale Ernsthaftigkeit, die der Film in bester Hollywoodtradition im letzten Akt an den Tag legt, spricht dagegen. Aber ich bin auch ehrlich gesagt müde, die unergründlichen Wege der Ironie abzurennen. Über diese Wege nämlich, lässt sich immer noch ein Hintertürchen, immer noch eine Interpretation finden, in denen sich dann letztlich alle irgendwie wohlfühlen können, außer natürlich jene, die der Film als Diskursantagonisten für sein Marketing auserkoren hat.<br />
Dem Feminismus ist auf diese Weise kaum geholfen. Man muss dem Film im Gegenteil vorwerfen, dass er eben jene materiellen und politischen Tendenzen reproduziert, welche den Feminismus gesamtgesellschaftlich bedrohen. Somit stimmt es zwar, dass er eine kurzfristige Welle der Affirmation innerhalb des liberalen Spektrums zu erzeugen imstande ist und dass nicht jeder Film den Anspruch haben muss, die Weltrevolution auszurufen. Und doch muss es möglich sein, ihn zu kritisieren und auch scharf zu kritisieren, denn nur dann kann er als Kulturgut fruchtbar und im Sinne des Feminismus nützlich gemacht werden. Und nein, das heißt auch nicht, dass man ihn nicht trotzdem mögen und beim Schauen eine gute Zeit gehabt haben kann. Beides ist gleichzeitig möglich und bildet eben eines dieser Widerspruchsverhältnisse, die eigentlich sehr interessant sein können und von denen Hollywood, die sozialen Netzwerke und andere private Medien in der Regel nichts wissen wollen. „Barbie“ nicht bloß abzufeiern, sondern ihn gleichzeitig so hart wie möglich zu kritisieren, muss als der aufrichtige, feministische Akt betrachten werden.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Filmempfehlung &#8211; Everything Everywhere All At Once</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/04/15454/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kenji]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Apr 2023 12:19:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Filmkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
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					<description><![CDATA[Queerness, Steuern und ein Multiversum – Kenji teilt mit seiner Filmkritik zu &#8222;Everything Everywhere All At Once&#8220; sein Hobby und seinen ersten Beitrag für meinTestgelände mit uns. Hi, ich bin Kenji. Ich bin 16 Jahre alt und dies ist mein erster Beitrag. Ich interessiere mich viel für Filme und deren Produktionen. Die Welt der Filme]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Queerness, Steuern und ein Multiversum – Kenji teilt mit seiner Filmkritik zu &#8222;Everything Everywhere All At Once&#8220; sein Hobby und seinen ersten Beitrag für meinTestgelände mit uns.</strong><span id="more-15454"></span></p>
<p>Hi, ich bin Kenji. Ich bin 16 Jahre alt und dies ist mein erster Beitrag. Ich interessiere mich viel für Filme und deren Produktionen.<br />
Die Welt der Filme wird seit den letzten Jahren immer vielfältiger und es gibt immer mehr Filme über Queere-Themen. Auch wenn die Anzahl an Queeren-Filmen oder Filmen mit Queerer Repräsentation, um einiges mehr sein könnte, existieren schon ziemlich gute Queere-Filme. Um auf einige dieser Filme aufmerksam zu machen, werde ich hier einige Filmempfehlungen veröffentlichen und mein Hobby teilen.</p>
<p>&#8222;The Only Thing I Do Know Is That We Have To Be Kind. Please, Be Kind. Especially When We Don&#8217;t Know What&#8217;s Going On.&#8220; &#8211; Waymond</p>
<p>&#8222;Das Einzige, was ich weiß, ist, dass wir freundlich sein müssen. Bitte, seid freundlich. Besonders wenn wir nicht wissen, was los ist.” &#8211; Waymond</p>
<p>Dieses Zitat stammt aus dem Film “Everything Everywhere All At Once”. “Everything Everywhere All At Once” ist der erste Film, den ich hier empfehle. Der Film stammt aus dem Jahr 2022 und wurde von Daniel Kwan und Daniel Scheinert, auch “die Daniels” genannt, gedreht.<br />
In Everything Everywhere All At Once (abgekürzt EEAAO) geht es um die Mutter und Waschsalonbesitzerin Evelyn (gespielt von Michelle Yeoh), ihren Mann Waymond (gespielt von Ke Huy Quan) und ihre Tochter Joy (gespielt von Stephanie Hsu). Evelyn macht einen guten Job in ihrem Waschsalon, hat aber leider nicht so viele Kunden. Es ist ihr wichtig, ihren Vater stolz zu machen und gleichzeitig ein gutes Verhältnis zu ihrer Tochter zu haben. Als sie eines Tages ihre Steuererklärung machen soll, passiert etwas Seltsames. Sie wird in ein sogenanntes Multiversum gezogen, macht sich auf die Suche nach einem Verbrecher und erlebt einige beeindruckende Abenteuer.</p>
<p>Dies ist nur eine kurze und grobe Beschreibung des Inhalts des Films. Der Film hat noch so viel mehr zu bieten, ist sehr kreativ und emotional.</p>
<p>Ich habe EEAAO bereits zweimal gesehen und beide Male war es ein atemberaubendes Erlebnis. Als der Film in die Kinos kam, hatte er noch nicht so viele Zuschauer, aber das änderte sich mit der Zeit. Viele Leute, die aus dem Kino kamen, sprachen positiv über den Film und so wurde er immer bekannter. Zu Recht wurde er von vielen zum besten Film des Jahres gewählt.</p>
<p><strong>Evelyn</strong></p>
<p>Everything Everywhere All At Once gibt einen wunderschönen, spannenden und emotionalen Einblick in das Leben von Evelyn und einer Mutter, die eine engere Beziehung zu ihrem Kind aufbauen will. Joy, Evelyns Tochter, ist Queer und hat eine Freundin namens Becky (gespielt von Tallie Medel). Der Charakter von Joy ist nicht nur eingebaut, um eine queere Repräsentation im Film zu haben, sondern er spielt eine wichtige Rolle im Film. Evelyn versucht ihrem alten und schrulligen Vater aus China zu erzählen, dass ihr Kind Queer ist und eine Freundin hat. Aber Evelyn kann es nicht, weil sie denkt, dass sie ihren Vater damit nicht stolz machen würde. So entsteht ein sehr emotionaler Konflikt über Akzeptanz zwischen Evelyn und Joy.</p>
<p><strong>Steuern</strong></p>
<p>Steuern spielen in diesem Film eine größere Rolle, als es auf den ersten Blick scheint. Das klingt zunächst langweilig, aber Steuern haben tatsächlich einen großen Einfluss auf den Film. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Steuerberaterin Deirdre (gespielt von Jamie Lee Curtis). Evelyn, Waymond, Joy und Gong Gong, ihr Vater, gehen gemeinsam zum Finanzamt, um über ihren Waschsalon und die Zukunft des Unternehmens zu sprechen. Evelyn hat vergessen, ihre Steuererklärung abzugeben, bittet freundlich um einen anderen Termin und versucht Deirdre zu überreden. Aber die Zeit im Finanzamt scheint für Evelyn sehr langweilig zu sein und sie bemerkt etwas Seltsames.</p>
<p><strong>Das Multiversum</strong></p>
<p>Das Multiversum ist der größte Handlungsstrang des Films und macht ihn so besonders. Wie gerade beschrieben, bemerkt Evelyn im Finanzamt etwas sehr Merkwürdiges, während sie Deirdre zuhört. Sie erhält eine Nachricht mit einer Reihe von seltsamen Aktionen, die sie ausführen muss. Das Multiversum in EEAAO ist eine wunderschöne, farbenfrohe und einfach faszinierende Welt. Einzigartige Bilder, verrückte Fantasien und unzählige Möglichkeiten, auf die man erst einmal kommen muss, finden in diesem Film statt. Das Ziel im Multiversum ist es, einen Verbrecher zu fangen, der durch das Multiversum reist. Was sonst noch im Multiversum passiert, könnt ihr gerne selbst herausfinden und ich werde nicht weiter spoilern.</p>
<p><strong>Der Erfolg des Filmes</strong></p>
<p>Everything Everywhere All At Once war nach seinem Kinostart sehr erfolgreich. Der Film hat in der Produktion nur 25 Millionen Dollar gekostet (was für einen Film relativ wenig ist), spielte aber nach der Veröffentlichung rund 100 Millionen Dollar ein, was ein sehr großer Erfolg war. So wurde der Film immer populärer und gewann viele Preise bei Filmfestivals und andere Auszeichnungen. Viele Leute waren der Meinung, dass dies der beste Film des Jahres werden würde und das wurde besonders bei einer sehr bekannten Veranstaltung deutlich. Diese Veranstaltung war die Oscar-Verleihung. Auch wenn es viel Kritik an den Oscars gibt, sind sie vielleicht die etablierteste Veranstaltung für Filme und Filmschaffende. Wenn ein Film, eine Schauspielerin oder ein Schauspieler einen Oscar gewonnen hat, kann das für diese Person eine Karriereleiter sein. Durch einen Oscar bekommt man oft mehr Filmangebote und wird bekannter.<br />
EEAAO hat ganze 9 Oscars bekommen. Darunter der Oscar für Michelle Yeoh als beste Hauptdarstellerin, Ke Huy Quan als bester Nebendarsteller oder auch der Oscar für den besten Film, der die wichtigste Auszeichnung bei den Oscars ist.</p>
<p>Everything Everywhere All At Once ist wirklich einer der besten Filme, die das Kino in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Der Film steckt voller Spaß, Kreativität und genialen Einfällen. Die Regisseure des Films, die Daniels, haben wieder einmal ein Meisterwerk geschaffen, aber ohne die hervorragende Arbeit und Leistung der Schauspieler_innen wäre der Film wahrscheinlich nicht so geworden, wie wir ihn jetzt kennen. Insgesamt kann ich den Film nur empfehlen. Im Moment kann man den Film noch in einigen kleinen Kinos sehen und er läuft auf der Streaming Plattform WOW.</p>
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