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	<title>Glück &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Glück &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Ich bin glücklich. Punkt.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jun 2025 08:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Mental Health]]></category>
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					<description><![CDATA[Lina&#8217;s neuer Text ist ein Statement gegen pathologisiertes Frausein und vermeintliche Fürsorge: Ein kraftvoller Ruf nach Selbstbestimmung, ein feministischer Blick auf mentale Gesundheit – und ein radikales Bekenntnis zu einem Glück, das nicht erklärt, sondern einfach ist. Ich bin glücklich. Punkt. Nicht weil ich alles geschafft habe. Nicht weil alles gut ist. Sondern weil ich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Lina&#8217;s neuer Text ist ein Statement gegen pathologisiertes Frausein und vermeintliche Fürsorge: Ein kraftvoller Ruf nach Selbstbestimmung, ein feministischer Blick auf mentale Gesundheit – und ein radikales Bekenntnis zu einem Glück, das nicht erklärt, sondern einfach <em>ist</em>.</strong><span id="more-16970"></span></p>
<p>Ich bin glücklich. Punkt.<br />
Nicht weil ich alles geschafft habe.<br />
Nicht weil alles gut ist.<br />
Sondern weil ich begriffen habe, dass Glück kein Endzustand ist,<br />
sondern ein Moment, den ich mir nehme, wenn ich atmen kann.</p>
<p>Und ich kann atmen.</p>
<p>Ich sage: Ich bin glücklich. Punkt.</p>
<p>Und was ich höre, ist:<br />
„Du wirkst überdreht.“<br />
„Du hast doch wieder keine Therapie gemacht.“<br />
„Du hast doch wieder diesen manischen Blick.“<br />
„Das klingt doch nicht gesund.“<br />
„Pass auf, nicht dass du wieder krachst.“<br />
„Warte mal zwei Tage, dann bist du wieder am Boden.“</p>
<p>Du sagst: „Ich mache mir nur Sorgen.“<br />
Ich höre: „Ich traue dir dein Glück nicht zu.“<br />
Ich höre: „Du passt nicht in mein Bild von mentaler Gesundheit.“</p>
<p><b>Ich höre den Sound von Gaslighting in einem Care-Mäntelchen.</b></p>
<p>Ich höre nicht, was du sagst. Ich höre, was die Gesellschaft sagt.<br />
Ich höre, was man FLINTA-Personen seit Jahrhunderten sagt:</p>
<p>„Du darfst glücklich sein – aber bitte nicht so auffällig.“<br />
„Du darfst gesund sein – aber nicht auf eine Art, die uns stört.“</p>
<p><b>Wir wurden sozialisiert, unsere Wut zu schlucken.</b><br />
<b>Wir wurden sozialisiert, still zu leiden.</b><br />
<i>Uns wurde gesagt: Frauen* sind nicht laut, nicht aufmüpfig, nicht wild.</i><br />
<b>Und wenn wir leiden, dann bitte leise, mit Haltung. Elegant. Zerbrechlich, aber nicht unbequem.</b></p>
<p>Und manchmal sage ich: Ich bin glücklich.<br />
Auch wenn es nicht stimmt.<br />
Weil es muss ja.<br />
Weil es weitergeht.<br />
Weil niemand fragt, was Glück eigentlich heißt,<br />
wenn du es nur überzeugend genug sagst.</p>
<p>Meine Definition von Glück hat Abgründe gesehen.<br />
<b>Sie hat in dunklen Zimmern geschwiegen,</b><br />
während das Leben draußen weiterlief.</p>
<p>Es geht mir gut – das war oft nichts als<br />
<b>eine Spiegelfläche für den Zusammenbruch.</b><br />
Eine Rüstung aus Lächeln.<br />
Eine glatte Oberfläche über einem Beben.</p>
<p>Ich habe gelitten im Dunkeln,<br />
damit niemand das Licht anschaltet und nachfragt.</p>
<p>Wir FLINTA lernen früh:<br />
Zu viel Glück ist verdächtig.<br />
Zu viel Kraft wirkt übertrieben.<br />
Zu viel Stimme ist unweiblich.</p>
<p>Und dann sagst du: „Ich bin nur besorgt.“</p>
<p>Ich sage: Ich bin glücklich. Punkt.<br />
Nicht weil ich nie gefallen bin.<br />
Sondern weil ich wieder aufgestanden bin,<br />
auch ohne Applaus.<br />
Auch ohne dass du es gesehen hast.<br />
Auch ohne dass jemand geklatscht hat.</p>
<p>Ich bin nicht überlebend, um deiner Vorstellung von Gebrochenheit zu entsprechen.<br />
Ich bin nicht deine Projektionsfläche für ein pathologisiertes Frausein.</p>
<p>Ich bin nicht deine Held:innengeschichte.<br />
Ich bin nicht deine Warnung.<br />
Ich bin nicht deine Therapeut:in.<br />
Ich bin nicht dein Trauma-Vergleich.<br />
Ich bin glücklich. Punkt.</p>
<p>Und ja: Ich habe Therapie gemacht. Ich mache sie noch. Ich werde sie wohl mein Leben lang machen.<br />
Und ja: Ich habe Medikamente genommen. Ich nehme sie manchmal noch.<br />
Und nein: Ich schulde dir kein mentales Gesundheitstagebuch.</p>
<p>Weil ich als FLINTA-Person <b>immer erklären muss, warum ich lebe, wie ich lebe.</b><br />
Warum ich nicht leise bin.<br />
Warum ich mich freue.<br />
Warum ich funktioniere.<br />
Warum ich nicht funktioniere.</p>
<p>Weil FLINTA oft nicht krank genug für Hilfe sind – und nicht gesund genug für Vertrauen.</p>
<p><b>Weil Glück für viele von uns ein Akt der Rebellion ist.</b></p>
<p>Feministische Perspektiven auf Mental Health sagen längst:<br />
Wir dürfen nicht über psychische Gesundheit sprechen,<br />
ohne über <b>Care-Arbeit</b>, <b>strukturelle Ungleichheit</b>, <b>medizinisches Gaslighting</b>,<br />
und die lange Geschichte der Pathologisierung weiblichen Verhaltens zu sprechen.</p>
<p>Die Soziologin Eva Illouz schreibt:<br />
„Gefühle sind nicht privat. Gefühle sind politisch.“</p>
<p><b>Lebensrealitäten von uns werden wieder und wieder falsch verstanden, </b></p>
<p><b>entwertet </b></p>
<p><b>ignoriert </b></p>
<p>Vielleicht bin ich glücklich, obwohl ich all das weiß.<br />
Vielleicht bin ich glücklich, weil ich all das weiß und das Privileg habe mich zu bilden.<br />
Vielleicht bin ich glücklich, <b>weil ich endlich aufhöre, mich zu erklären.</b></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mein Trampolin und ich</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/05/mein-trampolin-und-ich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Celine]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 2024 08:57:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Sport - Deine Story über Schweiß und Tränen]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns über ein neues Gedicht von Celine. Heute über ihr Trampolin und die Gefühle, die das Springen auslösen kann. Trampolin, Jahr für Jahr, Schwebte ich frei, sorglos und klar. Gedankenchaos blieb meist zurück, In luftiger Höhe fand ich immer Glück. Die Sprünge hoch, das Herz so leicht, Im Takt der Freiheit, die alles]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns über ein neues Gedicht von Celine. Heute über ihr Trampolin und die Gefühle, die das Springen auslösen kann.</strong><span id="more-16065"></span></p>
<div dir="auto">Trampolin, Jahr für Jahr, Schwebte ich frei, sorglos und klar. Gedankenchaos blieb meist zurück, In luftiger Höhe fand ich immer Glück. Die Sprünge hoch, das Herz so leicht, Im Takt der Freiheit, die alles streicht. Für vier, fünf Jahre, reine Lust, Der Kopf war frei, die Seele bewusst.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto"> Doch heute scheint die Zeit zu knapp, Die Last des Alltags hält mich fest im Griff. Sport? Zu denken, es bleibt kein Platz, Ein ständiges Gefühl von trüber Pflicht. Faulheit, das Echo in meinem Ohr, Ein Vorwurf, der mich tief durchbohrt.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto">Vergessen die Leichtigkeit von einst, Träume verblassen, die man oft nur meint. Doch vielleicht, ganz tief in mir, Lebt der Wunsch nach diesem freien Wir. Ein Sprung zurück in jene Zeit, Wo Leichtigkeit und Freude waren mein Geleit. So stehe ich hier, im Alltagstrott, Mit Pflichten beladen, die nie verrott&#8217;n.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto"> Die Stunden, sie rennen, im Takt der Uhr, Verloren die Flucht, die mich einst erkur. Doch manchmal, nachts, wenn alles ruht, Erinnere ich mich an den Mut, Die Freiheit des Sprungs, die Schwere verjagt, Die Freude, die jeder Moment mir sagt.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto"> Vielleicht ist es Zeit, den Mut zu fassen, Alte Gewohnheiten nicht länger hassen. Den Raum zu schaffen, den Weg zu finden, Zwischen all den Pflichten, die Zeit zu entbinden.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto"> Denn faul bin ich nicht, das weiß ich nun, Es ist nur der Druck, der mich lässt ruh&#8217;n. Doch irgendwo tief in meinem Herzen, Lebt die Sehnsucht, die kann mich nicht verscherzen. Ein kleiner Sprung, ein erster Schritt, Zurück zur Leichtigkeit, Stück für Stück. Das Trampolin, es wartet still, Bereit, mich zu tragen, wann immer ich will.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto">
<div>
<div>
<p dir="auto">Ich fasse den Entschluss, breche aus, Den ewigen Kreislauf des Alltagsstaus. Ein erster Schritt, ein mutiger Tritt, Zurück zur Freude, zur Leichtigkeitsschrift. Die Wochen vergehen, doch ich find&#8216; den Raum, Den Sprung zu wagen, in Freiheitstraum.</p>
</div>
</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto"> Im Park, bei Mondlicht, ganz allein, Stelle ich mich auf das Trampolin. Die Schwere verfliegt, mit jedem Sprung, Ein Hauch von Freiheit, so klar und jung. Der Körper erinnert sich, die Seele bebt, Ein Lächeln, das in mir lebendig webt. Ich spüre die Kraft, den Mut, die Lust, Die Last des Alltags, für einen Moment mich in frieden lässt.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto">Der Rhythmus des Lebens, das auf und ab, Der Sprung ins Glück, der keine Grenzen hat. Mit jedem Hüpfen, zurück zu mir, Finde ich Stück für Stück zu dir. Der Freiheit, die im Inneren wohnt, Die Freude, die den Alltag belohnt.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto"> So werde ich springen, Tag für Tag, Im Herzen leicht, was auch kommen mag. Das Trampolin, mein stiller Begleiter, In luftiger Höhe wird die Seele weiter. Und auch wenn der Alltag schwer oft scheint, Ich weiß, die Freiheit, die mit mir weint, Ist stets bereit, mir Flügel zu verleih&#8217;n, Das Trampolin, mein geheimer, Traum von ganz oben sein.</div>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nie zu spät für queeres Glück: Eine Geschichte über die Liebe im Alter</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/03/nie-zu-spaet-fuer-queeres-glueck-eine-geschichte-ueber-die-liebe-im-alter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mare]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Mar 2023 11:22:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
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					<description><![CDATA[„Es ist nie zu spät, um sein Leben zu verändern. Wir haben immer die Freiheit, neue Entscheidungen zu treffen!“ – Das wissen Dorle und Christel besonders gut. Dorle und Christel haben miteinander das gefunden, was für viele der Traum ist: Das große Glück in der Liebe. Eine Überraschung war es aber für beide. Sie haben]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Es ist nie zu spät, um sein Leben zu verändern. Wir haben immer die Freiheit, neue Entscheidungen zu treffen!“ – Das wissen Dorle und Christel besonders gut.</strong><span id="more-15384"></span></p>
<p align="justify"><em>Dorle und Christel haben miteinander das gefunden, was für viele der Traum ist: Das große Glück in der Liebe. Eine Überraschung war es aber für beide. Sie haben nämlich 2022 geheiratet, im Alter von 80 und 67 Jahren. Jetzt wollen sie, dass auch andere queere Menschen wissen: „Es ist nie zu spät, sich selbst zu finden!“</em></p>
<p align="justify">Der Weg zueinander hätte für beide unterschiedlicher nicht sein können: Christel wusste schon im Alter von 10 Jahren, dass sie andere Mädchen interessanter fand als Jungs und hat immer allein gelebt, bis Dorle bei ihr einzog. Dorle wiederum hat im Alter von 21 Jahren ihren inzwischen ex-Mann geheiratet, und mit ihm eine Familie mit 2 Kindern und 5 Enkelkindern gegründet. Ein Jahr vor der Trennung wurde noch die goldene Hochzeit gefeiert.</p>
<p align="justify">Dass Dorle sich auch zu Frauen hingezogen fühlen könnte, wäre ihr vor Christel nie in den Sinn gekommen.</p>
<p align="justify"><span style="color: #000000;">„Ich hatte einen Ehemann, den der Beruf sehr forderte und habe mich mein Leben lang immer nur um andere gesorgt und keinen Blick auf mich selbst gehabt. Als ich Christel kennengelernt habe, fing ich auf einmal an, mich selbst anzugucken </span>und da war diese große Zuneigung für sie. Es war eine Seelenfreundschaft“, erzählt Dorle über das erste zaghafte Erwachen ihrer Gefühle für Christel.</p>
<p align="justify">Kennengelernt haben sich die beiden in einem kirchlichen Arbeitskreis zum Weltgebetstag, einer ökumenischen Bewegung, die von Frauen auf der ganzen Welt gegründet wurde, die zusammen über Grenzen hinweg ihren Glauben feiern wollen. Die Kirche und der Glaube haben im Leben beider Frauen immer eine wichtige, aber auch zweischneidige Rolle gespielt. Beide kamen sehr früh mit der Kirche in Kontakt. „Ich bin nicht von meinem Elternhaus, sondern von der Kirchengemeinde religiös sozialisiert worden, und diese Kirche sagte mir, mein Begehren sei Sünde“, erinnert sich Christel, die schon sehr früh von ihrer Zuneigung zu Frauen wusste. Sie hatte einen kirchlichen Berufsweg als Gemeindepädagogin gewählt, und jahrzehntelang versucht, ihre eigenen Gefühle zu unterdrücken „denn mir wurde eingebläut, diese Gefühle seien in Gottes Augen falsch und ich wollte vor Gott doch richtig Leben.“</p>
<p align="justify">Dazu kam auch noch, dass es damals keine Informationen zu homosexuellen Identitäten gab. „Früher haben wir nie über andere Lebens- und Liebesformen gesprochen. Ich war 35, als ich zum ersten Mal ein Buch las, in dem Frauen andere Frauen lieben und das hat mich vor Freude zum Weinen gebracht. Ich freue mich sehr darüber, dass heutzutage Menschen sagen können, dass sie jemanden vom gleichen Geschlecht lieben oder ein anderes Geschlecht sind. Als Kind gab es für mich keine Filme, keine Bücher, mit deren Protagonistinnen ich mich identifizieren konnte, nix. Ich war sehr allein mit allen meinen Fragen und Ängsten.&#8220;</p>
<p align="justify">1995 führte die Unterdrückung ihrer Gefühle zu einem psychischen Zusammenbruch, doch die Klinik, in die sie daraufhin eingewiesen wurde, war christlich geprägt. „Meine Therapeutin sagte damals zu mir, wenn ich als Lesbe leben will, dann würde ich ein ‚behindertes Leben‘ führen.“ Trotzdem fand Christel den Mut, zu sich selbst und ihren Gefühlen zu stehen. „Ich habe für mich die Entscheidung getroffen: Die Kirche ist für mich nur Arbeitgeberin und ich will mich in meinem Glauben selbst weiterentwickeln und mich nicht mehr fesseln lassen. Mir wurde so eindeutig gesagt, dass ich ein falsches Leben führe, ein ‚behindertes Leben‘! Doch wenn es diesen Gott wirklich gibt, dann hat er mich geschaffen, wie ich bin. Ich bin ein wunderbares Geschöpf göttlicher Liebe und ich stehe in dieser Welt und freue mich.“ Kraft hat ihr in diesem Prozess die ökumenische Arbeitsgruppe „Homosexuelle und Kirche“ (kurz: HuK) gegeben.</p>
<p align="justify">Als Christel 2015 in den Ruhestand ging, hielt sie zum Abschied eine Rede, in der sie von der biblischen Geschichte der “Gekrümmten Frau” sprach, die von Jesus aufgerichtet wurde [Lukas 13, 10-17]. „Damit habe ich mich nämlich identifizieren können. Ich habe meine lesbische Identität nie versteckt, aber habe sie auch nie groß vor mir hergetragen und dann habe ich genau diese Geschichte der gekrümmten Frau 130 Menschen als meine Lebensgeschichte erzählt und mich geoutet. Als meine Ansprache zu Ende war, herrschte zunächst Schweigen, aber dann standen alle auf und applaudierten mir. Das war unbeschreiblich schön für mich. Ich <span style="color: #000000;">fühlte</span> mich sehr geehrt und angenommen. Einige waren zunächst überrascht über mein Outing, aber wenn Menschen andere Menschen kennen und sie schätzen und akzeptieren, dann entwickelt man auch für andere Lebensarten Verständnis.“</p>
<p align="justify">Dorle hatte andere, aber ähnliche Erfahrungen mit dem Thema Glaube und Kirche gemacht. „Ich habe immer das Wohlergehen von anderen vor mein eigenes gestellt, und gedacht, ich würde im Himmel einen Orden dafür kriegen, aber meine Seele verhungerte.“ Einen Wandel brachte ihr der Kontakt zum Arbeitskreis zum Weltgebetstag, in dem sie auch Christel kennenlernte. „Der Kreis hatte ein weniger enges Bild von Gott und ich konnte aufatmen, weil dieser Gott mehr Weite gab. Wir haben viele Veranstaltungen und Reisen organisiert und mein Leben weitete sich.”</p>
<p align="justify">In dem Arbeitskreis freundeten sich Dorle und Christel sehr schnell an. Für Christel kam aber zunächst nicht mehr in Frage, immerhin war Dorle ja verheiratet und auch Dorle selbst hatte es vorher in über 50 Jahren Ehe nie in Erwägung gezogen, fremdzugehen, „aber so ein Gefühl wie mit Christel habe ich noch nie gespürt, es erfüllte mich irgendwann ganz.“ Dorle war 72 und Christel 55, als ein einjähriges hin und her begann. Dorles Mann verbot ihr zunächst den Kontakt, als er erfuhr, dass sich seine Frau zu Christel hingezogen fühlte, und beide versuchten sich auch daran zu halten. Als sich Christel und Dorle beim evangelischen Kirchentag 2015 in Stuttgart nach einem halben Jahr ohne Kontakt wieder sahen, wurde beiden bewusst: ohneeinander leben möchten sie nicht mehr.</p>
<p align="justify">Es folgte vor allem für Dorle und ihre Familie eine schwierige Phase. Oma lässt sich nach über 50 Jahren Ehe scheiden, und dann auch noch, um mit einer anderen Frau zusammen zu sein. Das ist ein Gedanke, der viel Auseinandersetzung mit dem Thema erfordert, damit man ihn akzeptiert. Inzwischen ist aber sogar das Verhältnis zu ihrem Ex-Mann gut und zur Hochzeit kamen alle Kinder und Enkelkinder mit ihren Familien.</p>
<p align="justify">Der Gedanke, jemals heiraten zu können, war für Christel ihr Leben lang ein weit entfernter Traum. „Das war undenkbar in meiner Zeit, aber als der Prozess begann, die Ehe für gleichgeschlechtliche Beziehungen zu legalisieren, übertraf das schon alle meine Vorstellungen.“ Beim Gedanken, Dorle eines Tages zu heiraten, war sie aber auch zögerlich. „Immerhin hat sie das schon einmal mitgemacht und schon einmal versprochen, mit jemandem zusammenbleiben, bis dass der Tod sie scheidet. Ich hätte auch ein Nein zur Hochzeot von Dorle akzeptiert.“</p>
<p align="justify">Trotzdem fanden die beiden ihren eigenen Weg für eine Hochzeit. Dorle erzählt: „Es war mir wichtig, unsere eigenen Eheversprechen zu formulieren und einen eigenen Segen zu haben, um nicht noch einmal die Worte ‚bis dass der Tod euch scheidet‘ sagen zu müssen. Ich habe schon einmal mein Versprechen vor Gott gebrochen und ich kann jedem Paar nur raten, so etwas nicht leichtfertig zu versprechen, denn Trennungen können auch lebenswichtig sein.“</p>
<p align="justify">Im Endeffekt heirateten beide standesamtlich und kirchlich. “Die kirchliche Trauung und der Segen umhüllte uns wie ein liebevoller Mantel“, so Dorle. Das Eheleben könnten sich die beiden auch nicht schöner vorstellen. „Ich war noch nie in meinem Leben so glücklich wie in diesen letzten 7 Jahren mit Dorle zusammen”, erzählt Christel. „Freunde haben mir oft den gut gemeinten Rat gegeben, ich hätte zu hohe Erwartungen an eine Beziehung. Seit meinem Leben mit Dorle kann ich aber sagen, meine Erwartung war nicht zu hoch.“ Das wichtigste sei, ehrlich und offen über alles reden zu können und das Gegenüber auf Augenhöhe mit eigenen Schwächen und Stärken anzuerkennen. „Ich will Dorle nicht glücklich <i>machen.</i> Ich will, dass Dorle glücklich <i>ist</i>. Und dass ich glücklich bin.“</p>
<p align="justify">Was die beiden anderen Menschen in ihrem Alter raten würden? Diese Antwort kommt bei ihnen sehr schnell und bestimmt: „Es ist nie zu spät, um sein Leben zu verändern. Wir haben immer die Freiheit, neue Entscheidungen zu treffen!“ Es lohne sich, so Christel. „Wir haben viele Tage, die nennen wir Tage mit Goldrand. Das sind Tage, mit alltäglichen Erlebnissen, die uns mit Glück und Dankbarkeit füllen.”</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ozan: Erkämpfe dir dein Glück</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/06/ozan-erkaempfe-dir-dein-glueck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Poetry Slam]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Jun 2018 07:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute haben wir ein weiteres Video aus unserem Poetry Slam Workshop für euch. Ozan hat sich überlegt, was &#8218;Glück&#8216; für ihn bedeutet und wie er diesen Zustand erreichen kann. Herausgekommen ist ein sehr ehrlicher und überzeugender Text. Schaut rein! Mehr dazu:  Hier geht‘s zum Video von Burak, dem ersten aus unserem Poetry Slam-Workshop. Und hier]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute haben wir ein weiteres Video aus unserem Poetry Slam Workshop für euch. Ozan hat sich überlegt, was &#8218;Glück&#8216; für ihn bedeutet und wie er diesen Zustand erreichen kann. Herausgekommen ist ein sehr ehrlicher und überzeugender Text. Schaut rein!</strong></p>
<p><span id="more-10663"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><strong> </strong><span style="font-size: 1.14285rem;">Hier geht‘s <a href="http://www.meintestgelaende.de/2018/04/13-2/" target="_blank" rel="noopener"><strong>zum Video von Burak</strong></a>, dem ersten aus unserem Poetry Slam-Workshop.</span></li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/05/bene-kennst-du-das/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier könnt ihr nochmal Benes Text</strong></a> vom Poetry Slam-Workshop anschauen.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Glück</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2015/10/glueck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nev]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Oct 2015 09:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist mal wieder Zeit sich zu Wort zu melden. Doch worüber schreibe ich? Momentan habe ich das Gefühl, einen riesengroßen Haufen bunte Knete im Kopf zu haben. Kann keinen klaren Gedanken fassen. Bin abgelenkt. Glück – „besonders günstiger Zufall, erfreuliche Fügung des Schicksals“ – laut Google. Erfreuliche Fügung des Schicksals gefällt mir besser. Die]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist mal wieder Zeit sich zu Wort zu melden. Doch worüber schreibe ich? Momentan habe ich das Gefühl, einen riesengroßen Haufen bunte Knete im Kopf zu haben. Kann keinen klaren Gedanken fassen. Bin abgelenkt.</p>
<p>Glück – „besonders günstiger Zufall, erfreuliche Fügung des Schicksals“ – laut Google. Erfreuliche Fügung des Schicksals gefällt mir besser. Die letzten Monate hatte ich das Gefühl, dass alles genau so läuft, wie es zu laufen hat. Der Sommer war perfekt, ich verbrachte viel Zeit mit lieben Menschen, bestand meine Prüfung, begann eine neue Arbeitsstelle. Teilweise dachte ich schon, ich träume, aber alles ist real.<br />
Jeden Morgen beginne ich mit einem Lächeln. Springe zu meinem Wecker und tanze durch meine Wohnung. Die Stunden auf Arbeit kommen mir nicht mehr wie zähe Wochen vor, sondern ich habe Spaß bei jedem Handgriff den ich tue. Abends schlafe ich dann wieder mit einem Lächeln ein, welches ohne meine Ohren wohl durchgängig wäre. Die Zufriedenheit, die Einzug gehalten hat, schlägt sich auf alles nieder, was ich mache. Man könnte meinen, dass das Grinsen angeboren wäre.<br />
Ich spüre ein Leuchten in mir, das mich von Kopf bis Fuß wärmt und mir den Weg weist. Durch eine erfreuliche Fügung traf ich einen Menschen, der meine Gedanken verwirbelte und mir zeitweise die Luft zum Atmen nahm. Ein Gefühl, das ich in dieser Intensität noch nicht spürte. Meine Gedanken kreisen wie ein Adler über der See auf der Suche nach Nahrung. Bunte Knete und Konfetti drücken gegen meine Schädeldecke – Weiß nicht, wo Anfang und wo Ende ist. Dieses positive Chaos. Der Drang, die ganze Welt umarmen zu wollen und seine Freude mit allen teilen.<br />
Wenn sich die Chance bietet, nutzt sie. Zögert nicht und glaubt an die schönen Momente.</p>
<p>Schätzt, was ihr habt und zeigt es. Wer zufrieden ist, strahlt das aus und geht leichter und freier durch die Welt !</p>
<p>Peace and Love<br />
NevSamuel</p>
<p>&#8230; ist Transgender und schreibt auf meinTestgelände über Dinge, die ihm wichtig sind und die ihn bewegen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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