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	<title>Leistungsdruck &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Leistungsdruck &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Hier schockt nichts mehr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Luisa Galli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2026 09:39:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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		<category><![CDATA[Leistungsdruck]]></category>
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					<description><![CDATA[Leistungsdruck, Geschlechterrollen und die Frage, ob jemand sich traut zu sagen, dass er etwas nicht kann: In einem Workshop erzählt ein Junge von dem Druck, immer abliefern zu müssen. Was das mit PISA-Zahlen, Social Media und echter Beteiligung zu tun hat, zeigt dieser Text. Ich notiere schneller, als ich nachfrage. Kurz nach neun sitzen ein]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Leistungsdruck, Geschlechterrollen und die Frage, ob jemand sich traut zu sagen, dass er etwas nicht kann: In einem Workshop erzählt ein Junge von dem Druck, immer abliefern zu müssen. Was das mit PISA-Zahlen, Social Media und echter Beteiligung zu tun hat, zeigt dieser Text.</strong><span id="more-17619"></span></p>
<p>Ich notiere schneller, als ich nachfrage. Kurz nach neun sitzen ein paar Jugendliche vor mir, die für diesen Vormittag vom Unterricht freigestellt sind. Statt Schulbank gibt es Workshops, und bei meinem geht es um Leistungsdruck in der Schule. Ich schreibe an der Flipchart mit, was sie beschäftigt. Plötzlich hab ich Angst, mit den Nachfragen zu intim zu werden, daher frag ich gar nicht erst groß. Sie erzählen zum Glück von selbst. Die Girls reden über einen Konkurrenzkampf untereinander. Der einzige Junge im Raum sagt leise, er müsse perfekt abliefern, damit seine Schwächen nicht auffallen. Leise, also halte ich es erst für Zurückhaltung. Ein Irrtum, wie sich später herausstellen wird. Dann gehen sie nach und nach raus, nur der Junge bleibt stehen und bedankt sich. Das hier sei ein Safe Space gewesen, sagt er, einmal ohne leisten zu müssen. In der Schule gehe das nicht.</p>
<h2>Was PISA misst – und was nicht</h2>
<p>Ein paar Tage später kommen die PISA-Ergebnisse. Die Quintessenz ist wie immer, dass alles schrecklich ist, und dann die Frage, welches Geschlecht diesmal schlechter dasteht. Here we go again. Weitergelesen hab ich trotzdem. Die Jungen liegen beim Lesen fünfundzwanzig Punkte hinter den Mädchen. In Mathe liegen sie in derselben Erhebung elf Punkte vorn. Hier also andersherum. Und dann eine Stelle, die mich länger beschäftigt als jede Zahl. Auch wenn PISA hier vor allem Kompetenzen misst, kennen wir aus früheren Analysen das Muster. Mädchen trauen sich in Mathe oft weniger zu, selbst bei ähnlichen Leistungen. Geredet wird darüber trotzdem sofort als Geschlechterfrage. Ich denke an ihn. Was er mir erzählt hat, war nichts über seine schulischen Leistungen. Es ging darum, wie viel Kraft es kostet, nicht zu zeigen, was man nicht kann. Ob das ein Coping-Mechanismus ist, weiß ich nicht, ich bin ja nicht seine Therapeutin. Aber eine Lücke, die keiner kennt, schließt auch keiner. Und was nicht geschlossen wird, fehlt beim nächsten Thema wieder. Was PISA misst, zeigt am Ende nur einen Teil der Ungerechtigkeit.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class=" wp-image-17627 alignleft" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2026/09/PISA-Studie-Infografik-778x600.png" alt="" width="357" height="275" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2026/09/PISA-Studie-Infografik-778x600.png 778w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2026/09/PISA-Studie-Infografik-300x231.png 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2026/09/PISA-Studie-Infografik-768x592.png 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2026/09/PISA-Studie-Infografik.png 1094w" sizes="(max-width: 357px) 100vw, 357px" /></p>
<p>Warum konnte er es bei mir sagen und in der Schule nicht? Ich halte mich kurz beim Erklärungsversuch. Kaum Freizeit, überfüllte Klassen, hohe Anforderungen und wenig Raum für eigene Entscheidungen. Versucht hat er dort oft was zu ändern, erzählt er mir. Nur ist danach nichts passiert. Was er beschreibt, ist eine Erziehung zur Ohnmacht. Wer oft genug erlebt, dass ihn keiner hört, macht stattdessen das, was er gelernt hat. Er hat gelernt abzuliefern. Die Girls haben gelernt, sich zu vergleichen. Für ihn heißt das bloß keine Schwäche zeigen zu dürfen. Für die Girls heißt das sich nicht überschätzen. Zwei Notlösungen für dasselbe Problem, die beide belasten. Dass irgendwann keiner mehr was sagt, kommt von der Ohnmacht. Welche Form das Schweigen dann annimmt, hat mit Geschlecht zu tun.</p>
<h2>Leistungsdruck endet nicht am Schultor</h2>
<p>Dass etwas folgenlos bleibt, kenne ich auch von mir. Angefangen hab ich mit politischen Stickern auf Schulklos, bevor ich irgendein Amt hatte, immer zwischen zwei Stunden, wenn mich niemand erwischen konnte. Aufgehört hab ich auch dann nicht, als ich zur Schülersprecherin gewählt war und mir eigentlich jeder Weg offenstand, der dafür vorgesehen ist. Trotz hunderter Stimmen hatte ich es nötig, weiterzukleben. Das sagt wenig über mich und viel über das System. Heute stehe ich vorne, auf der anderen Seite. Mein Workshop ist unbezahlt, und er findet überhaupt nur statt, weil im Stundenplan was fehlt. Für zwei Stunden bin ich das Pflaster in einem beschädigten System.</p>
<p>Bei mir fängt es deshalb nicht mit Zahlen an, sondern mit der Frage, was dich gerade beschäftigt. Dass meine Arbeit oft als etwas Besonderes gilt, liegt daran, dass im Stundenplan kein Platz dafür vorgesehen ist. Messen müsste man Beteiligung deshalb nicht daran, ob sie stattgefunden hat, sondern daran, was aus ihr geworden ist.</p>
<p>Was daraus folgen müsste, kostet vor allem Geld. Trotzdem geht auch im Kleinen was. Der Junge hat in der Schule was gesagt, und danach ist nichts passiert. Bei mir blieb es nicht folgenlos, wir haben damit weitergearbeitet, egal ob es von jemandem kommt, der immer stark wirken muss, oder von jemandem, der sich lieber kleinmacht. Er hat sich dafür bedankt, als er ging, dass er zwei Stunden nichts können musste. Bedanken müsste sich dafür keiner.</p>
<p><!-- QUELLEN --></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Ist Leistung gleich Wert?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/04/ist-leistung-gleich-wert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kreaty]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2026 09:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Cash & Care]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsdruck]]></category>
		<category><![CDATA[Wert]]></category>
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					<description><![CDATA[Leistung soll sich lohnen – aber für wen eigentlich?Zwischen Selbstständigkeit, Dauerstress und unsichtbarer Care-Arbeit stellt Kathy eine unbequeme Frage: Warum zählt nur, was Geld bringt? Und wer zahlt den Preis, wenn Fürsorge unsichtbar bleibt?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Leistung soll sich lohnen – aber für wen eigentlich?</strong><br data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="hardBreak" data-prosemirror-node-inline="true" /><strong>Zwischen Selbstständigkeit, Dauerstress und unsichtbarer Care-Arbeit stellt Kathy eine unbequeme Frage: Warum zählt nur, was Geld bringt? Und wer zahlt den Preis, wenn Fürsorge unsichtbar bleibt?</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum es sich nicht lohnt, das Handtuch zu werfen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/04/das-handtuch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Apr 2018 07:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsdruck]]></category>
		<category><![CDATA[Mutter]]></category>
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					<description><![CDATA[Schwäche und Überforderung sind in unserer Gesellschaft nur selten anerkannt. Leistung und Funktionalität stehen da schon eher im Mittelpunkt. Besonders als Mutter kann man nicht einfach sagen, man sei überfordert. Dann ist man ja in den Augen vieler schnell eine schlechte Mutter. Unsere Autorin Marie schreibt in diesem Text über Gefühle, die sie auf der]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Schwäche und Überforderung sind in unserer Gesellschaft nur selten anerkannt. Leistung und Funktionalität stehen da schon eher im Mittelpunkt. Besonders als Mutter kann man nicht einfach sagen, man sei überfordert. Dann ist man ja in den Augen vieler schnell eine schlechte Mutter. Unsere Autorin Marie schreibt in diesem Text über Gefühle, die sie auf der Straße so nie aussprechen würde.</strong></p>
<p><span id="more-10537"></span></p>
<p>Als ich vor einigen Monaten realisiert habe, wie schwach man auf die Gesellschaft wirkt, wenn man, wie ich als junge Mutter, mal &#8220;nicht mehr kann&#8220; oder überfordert ist, habe ich mich hingesetzt und überlegt, weshalb so viele Menschen so unfassbar engstirnig denken.<br />
Traut man sich überhaupt noch, zuzugeben, dass man erschöpft ist, überfordert ist oder vielleicht sogar nachdenkt, etwas hinzuschmeißen?<br />
In meiner Nachbarschaft habe ich einige Male gehört, wie sich die ältere Generation über ihre erwachsenen Töchter und deren Nachwuchs unterhalten:&#8220; Die ist komplett überfordert, das hätte sie sich aber vorher überlegen können!&#8220;<br />
Wie bitte? Nun komme ich gerade mit zwei vollen Einkaufstaschen aus dem Supermarkt, schiebe den vollgepackten Buggy mit meinem müden, weinenden Sohn, der permanent versucht, rauszuklettern – und fühle mich ziemlich überfordert. Hätte ich mir das &#8220;aber vorher überlegen können&#8220;? Hätte ich machen können. Und dann? Setze ich deshalb kein Kind in die Welt, weil es nach einem Einkauf mal anstrengend sein könnte?</p>
<p>Ich schreibe jetzt etwas, was ich auf offener Straße nicht laut aussprechen sollte:<br />
Ich habe sehr oft keine Energie, Motivation oder Ausdauer mehr. Kranker Scheiß, was?<br />
Dabei meint man doch, sobald man ein Kind hat, ist man stark und unberechenbar, eine Maschine, die nur noch funktioniert.<br />
Seit ich Mutter bin, habe ich gelernt, dass ich zwar – man will es nicht glauben &#8211; weiterhin Emotionen und Bedürfnisse habe, diese aber, wenn sie ins nicht besonders positiv sind, Probleme bereiten. Ich würde mich dann lieber zurückziehen.<br />
Aber wem hilft es, wenn ich dem nachgebe? Ich würde mich festbeißen und vielleicht nicht mehr herausfinden. In ein Loch fallen.<br />
Warum schreibe ich so offen darüber? Weil es nichts Schlimmes ist.<br />
Weil es jedem Anderen manchmal genauso geht. Manchmal geht es einem ganz lange so, manchmal ist das aber auch schnell wieder vorbei.<br />
Deshalb ist das etwas ganz normales, ein ganz normales Gefühl, ein ganz normales &#8220;Mit den Kräften am Ende sein&#8220;.<br />
Nur, wer sich genau das eingesteht, dass auch das mal passieren kann, lebt. Wenn man es unterdrückt, nicht zugibt, versucht, perfekt zu sein, ist innerlich sicher nicht erfüllt, setzt sich selbst unter Druckt.<br />
Ich bin manchmal ganz stark überfordert. Weil dann mein Bedürfnis, einfach nur ein eigener, unabhängiger Mensch zu sein, überwiegt. Dann will ich nicht mehr. Dann ist eine Grenze erreicht und ich könnte auf der Stelle das Handtuch werfen. Und zwar ganz weit weg.<br />
Ich stelle alles infrage, halte mich für eine beschissene Mutter, weil ich nicht vierundzwanzig Stunden am Tag hochmotiviert und dauerbespaßend durch die Gegend hüpfen kann, permanent lachen kann, mich das zehnte Mal in Folge darüber freuen kann, wenn mein Sohn etwas Tolles macht. Denn das tut er. Er macht ganz tolle Dinge, die ständig mein Herz erfüllen.<br />
Auch wenn ich meine Grenze erreicht habe.</p>
<p>Eine Grenze zu erreichen, überfordert zu sein, bedeutet, keine Kapazität mehr zu haben, keinen Aufwand mehr zu betreiben oder etwas zu tun, was aktuell nicht seinem eigenen Bedürfnis entspricht. Es bedeutet nicht, aufzugeben. Wenn man aufgibt, wirft man das Handtuch und geht. Und wie ich oben geschrieben habe &#8220;Dann ist eine Grenze erreicht und ich könnte auf der Stelle das Handtuch werfen.&#8220; Ja, auch ich denke das manchmal.<br />
Wichtig ist dann, zur Ruhe zu kommen.<br />
Zeit zu haben, dieses Chaos wieder ordnen zu können.<br />
Denn wir werfen nicht einfach das Handtuch, was unser Leben ist. Das wirft man nicht einfach weg. Denn was haben wir dann? Wahrscheinlich erstmal nicht viel.<br />
Ist es das wert?<br />
Oder ist das, was wir haben, das, was wir uns aufgebaut haben, mehr wert?<br />
Die Mühe wert, auch in schlimmen Zeiten an unser Herz zu glauben und uns daran zu erinnern, WIESO wir hier stehen.<br />
Weil wir uns so entschieden haben.<br />
Weil wir es wollten.<br />
Weil wir dieses Leben in guten Phasen sehr, sehr lieben. Und in schlechten Phasen kein Bock mehr auf nichts haben. So ist das. Bei mir und bei Dir. Und das ist gut so.</p>
<p>So kann es uns ins verschiedenen Situationen gehen. Ob man eine Beziehungskrise durchlebt, Verantwortung zu tragen hat, einen Beruf ausübt, zur Schule geht, einfach immer.</p>
<p>Das Leben ist nicht einseitig. Man könnte meinen, ein Leben ist einseitig, wenn ein Mensch die Schule beendet, einen Beruf lernt und den Rest seines Lebens die selbe Arbeitsstelle hat.<br />
Aber – und darauf möchte ich hinaus – es geht mir nicht um das, womit wir unseren Tag verbringen.<br />
Es geht mir um das Innere. Unser Herz, unsere Gefühle, unsere Emotionen, unsere Gedanken. DAS ist nicht einseitig und prägt unser Leben. Darauf baut es sich auf. Darauf, was wir in uns haben an Emotionen.<br />
Denn auch ein Mensch, der seit zwanzig Jahren den selben Beruf Tag für Tag ausübt, hat kein einseitiges Leben, wenn er, wie wir alle, Phasen durchlebt, in denen er zu Tode betrübt ist, oder so glücklich, dass er auf Wolken zur Arbeit schwebt.<br />
Wir kennen das ALLE!<br />
Niemand ist damit allein.<br />
Und trotzdem fühlen wir uns oft furchtbar allein, nicht wahr?<br />
Weil leider niemand in unseren Kopf schauen &#8211; und unsere Gefühle ändern kann, um uns aus dieser Phase zu befreien.<br />
Das tun wir ganz alleine, wir befreien uns von ganz allein, indem wir Hoffnung haben.</p>
<p>Das ganze Leben besteht also aus Überforderung, aus Antriebslosigkeit, aus Hoffnungslosigkeit, aus Phasen fehlender Motivation, die uns verleiten, uns für einen Versager zu halten.<br />
Das Leben besteht aus Wut, auf uns selbst und auf Andere, aus Trauer, aus Trennungen, aus Kummer.<br />
Wir verschließen uns, weil wir nicht mehr wollen.<br />
Wir machen einfach zu.<br />
Keine Lust mehr.<br />
Komplett überfordert.<br />
Zu viel Alltag, zu viel Arbeit, zu viel Erwartungen. Erwartungen an uns selbst und von anderen. Von all den Erwartungen an das Leben enttäuscht, jedoch diese Enttäuschung erwartet.<br />
Wir können nicht mehr.<br />
Es ist alles zu viel.<br />
Ist das MEIN Leben?<br />
Wollte ich das je so, wenn ich nun nicht mehr kann? Natürlich kann man nicht glauben, dass der Weg richtig war. Nicht, wenn man an seiner Grenze ist. Dann ist alles falsch, was man je getan hat. Dann ist man selbst falsch. Falsch und alleine und niemand versteht einen. Niemand versucht, einen zu verstehen.<br />
Niemand kümmert sich um Dich, weil alle anderen klarkommen und alles auf die Reihe bekommen, während Du selbst eingehst.</p>
<p>Ein Teufelskreis. Die Anderen kriegen alles hin, während man selbst anscheinend versagt. Niemandem fällt auf, dass diese Phase, die man gerade erlebt, für jemand Anderen aktuell eine ganz tolle, erfolgreiche Phase ist, die aber auch umschlägt und auch die Person plötzlich nicht mehr kann, wenn DEINE Kraft wieder da ist und Du voll durchstartest.<br />
Dann bist Du der, der anscheinend alles super schafft, während der Andere glaubt, aufgeben zu müssen.<br />
JEDER hat Phasen.<br />
Gute und Schlechte.<br />
Wenn Du eine schlechte Zeit hast, hat jemand anderes gerade eine sehr gute Zeit. Und umgekehrt. Vergiss das nicht.<br />
Das Leben kann megamäßig beschissen sein.<br />
Für jeden.<br />
Aber so hoffnungslos wir uns fühlen, während wir aufgeben, hat bereits ganz tief innen wieder etwas Neues begonnen.<br />
Wir erinnern uns.<br />
Es muss nur etwas Vertrautes passieren und wir freuen uns, lachen und erinnern uns. Und dann ist sie wieder da. Die schöne Seite des Lebens. Wir haben sie einfach aus unserem Herzen geholt.</p>
<p>Wie beschreibe ich die schöne Seite des Lebens? Ganz einfach. Ich erinnere mich kurz, was ich in der letzten Zeit, wenn es manchmal auch nur Tage oder Wochen waren, erlebt habe.<br />
Die schöne Seite besteht aus Höhen, in denen man wunschlos glücklich ist, aus wochenlanger Motivation, aus plötzlicher Energie, woher die auch immer kommen mag, aus langanhaltender Ausdauer, dass das Leben perfekt erscheint, weil man alles ohne viel Aufwand schafft.<br />
Außerdem besteht die schöne Seite des Lebens aus ganz viel Spaß, stundenlangem Lachen, aus Zeit und aus Liebe. Zu wissen, man wird gebraucht, zu spüren, dass es ein Kind gibt, das zu mir hoch schaut, von mir lernt.</p>
<p>Das alles sind wunderschöne Dinge, die wir während der schönen Seite des Lebens erleben, die sich wiederholen.<br />
Und das ist das Wichtige, dass man genau daran glaubt, sich daran festhält: Sie wiederholen sich. Immer und immer wieder.<br />
Mal variiert die Länge der Phasen, aber sie kommen immer wieder.</p>
<p>Das ist LEBEN.<br />
Diese Dinge halten uns aufrecht, geben uns Hoffnung, geben Kraft, weiterzumachen und optimistisch zu bleiben.<br />
Bestärken uns, dass es richtig ist.<br />
Das WIR richtig sind, das unser Leben richtig ist.<br />
Das wir in die richtige Richtung gehen und alle Steine und Hindernisse mal ganz einfach zur Seite schieben können, aber auch mal zu zweit anpacken muss und einen fetten Stein aus dem Weg räumt. Damit unser Weg wieder frei ist und wir weitergehen können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier könnt ihr einen weiteren Text von Marie <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/01/mein-babyalltag-mit-22/" target="_blank" rel="noopener"><strong>über ihre Mutterschaft</strong></a> lesen.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier einen Text von Sarah zu <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/02/feministische-erziehung/" target="_blank" rel="noopener"><strong>feministischer Erziehung von Jungen</strong></a>.</span></li>
</ul>
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