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	<title>Lohn &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Sie nennen es Liebe, wir nennen es unbezahlte Arbeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Mar 2026 10:14:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Cash & Care]]></category>
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					<description><![CDATA[Pflegen, erziehen, kümmern – unverzichtbare Arbeit, aber schlecht bezahlt oder gar unsichtbar. Warum Care-Arbeit nicht nur ein Thema für Familien ist, sondern ein strukturelles Problem von Arbeitsmarkt, Geschlechterrollen und ökonomischer Abwertung beschriebt Romy in ihrem neuen Text. Erziehung, Haushalt, Kinderbetreuung – viele haben haushaltszentrierte Tätigkeiten im Kopf, wenn es um das Thema „Care-Arbeit“ geht. Wie]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Pflegen, erziehen, kümmern – unverzichtbare Arbeit, aber schlecht bezahlt oder gar unsichtbar.</strong><br />
<strong>Warum Care-Arbeit nicht nur ein Thema für Familien ist, sondern ein strukturelles Problem von Arbeitsmarkt, Geschlechterrollen und ökonomischer Abwertung beschriebt Romy in ihrem neuen Text.</strong><span id="more-17360"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">Erziehung, Haushalt, Kinderbetreuung – viele haben haushaltszentrierte Tätigkeiten im Kopf, wenn es um das Thema „Care-Arbeit“ geht. Wie der Begriff schon vermuten lässt, geht es in der Care-Arbeit zentral um das Sich-Kümmern und die Fürsorge um andere Menschen. Diese Leistungsanforderungen gehen aber weit über die Arbeit in Haus und Familie hinaus – um das gesamte Spektrum der Care-Arbeit erfassen zu können, muss der Blick auch auf die Ebene der Erwerbsarbeit, also der bezahlten Lohnarbeit, geworfen werden. Eine Ebene, die in dieser Thematik oft ignoriert wird.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ich werde in diesem Text keinen persönlichen oder privaten Blick auf die Aspekte rund um die Care-Arbeit richten. Vielmehr geht es um die soziologische Perspektive – und darum, inwiefern Care-Arbeit weit über die eigenen vier Wände hinausgeht.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p aria-level="3"><strong>Geschlechterrollen auf dem Arbeitsmarkt </strong></p>
<p><span data-contrast="auto">Geschlechterstereotypen ziehen sich durch jede gesellschaftliche Schicht und Struktur. Auch in der Erwerbstätigkeit sieht man: Es gibt eine Einteilung in „Männer- bzw. Frauenberufe“. In der Geschlechtersoziologie wird für diese Unterscheidung gerne der Begriff der „horizontalen Segregation“ verwendet. Als „Männerberufe“ zählen unter anderem Tätigkeiten im technischen und handwerklichen Bereich, während sich „Frauenberufe“ tendenziell rund um das Thema Pflege, Erziehung und Sorge drehen – Bereiche, die man so bereits aus der Care-Arbeit im Haushalt kennt.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Noch alarmierender als diese geschlechtsspezifische Aufteilung ist aber, dass sich diese Berufsspaten nicht auf Augenhöhe befinden. Sowohl aus finanzieller als auch aus prestigezentrierter Sicht wird deutlich: „Frauenberufe“ liegen weit hinten. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Die Aufstiegschancen sind geringer, die Löhne niedriger, das Ansehen gering. Sogar innerhalb von frauendominierten Berufsfeldern sind gravierende Unterschiede vorzufinden. Obwohl Frauen häufiger in diesen Berufen tätig sind, sind es meist Männer, die eine höhere Stellung genießen und sich in Führungspositionen befinden (in der Soziologie als „vertikale Segregation“ bezeichnet). </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p aria-level="3"><strong>Die ökonomische Abwertung von Care-Arbeit  </strong></p>
<p><span data-contrast="auto">Um erklären zu können, weshalb „Frauenberufe“ deutlich schlechter entlohnt werden als ihr Pendant, lohnt sich nun ein Blick auf die Care-Arbeit im eigenen Haushalt, für die in der Soziologie häufig der Begriff „Reproduktionssphäre“ verwendet wird.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Die Care-Arbeit der Erwerbsphäre und der Reproduktionssphäre sind nicht voneinander getrennt, sie beeinflussen sich gegenseitig und stehen in Wechselwirkung zueinander – die Abwertung unbezahlter Care-Arbeit setzt sich in der schlechten Bezahlung und Anerkennung von Care-Berufen fort, obwohl sie unter anderem dafür sorgt, dass Menschen überhaupt erwerbsfähig sind. Zu der sichtbar geringeren Bezahlung solcher Berufe gibt es verschiedene Erklärungsansätze.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Aus neoklassistischer Sicht der Volkswirtschaftslehre basiert diese Differenz auf der persönlichen Produktivität: Frauen übernehmen im privaten Bereich prinzipiell eher die Care-Arbeit, gehen in den Mutterschaftsurlaub und sind somit weniger erwerbstätig. Weniger Erwerbstätigkeit hat eine geringere Entlohnung zur Folge.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Allerdings sollte hier ein wichtiger Aspekt ergänzt werden: Weshalb übernehmen Frauen die Care-Arbeit? Warum leisten Frauen in Deutschland mehr als doppelt so viel Sorgearbeit wie Männer? Diese Frage lässt sich mithilfe der soziologischen Sicht auf die Gender-Pay-Gap ein Stück weiter beantworten. Hier wird davon ausgegangen, dass verschiedene Entlohnung nicht schlicht ein Ausdruck von ungleicher Produktivität sei, sondern von Diskriminierung: Frauenberufe sind gesellschaftlich deutlich weniger anerkannt, oft werden sie entwertet – eben, weil sie von Frauen ausgerichtet werden. Doch warum ist das so?</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p aria-level="3"><strong>Die „Natur“ der Frau – wie Care-Arbeit naturalisiert wird </strong></p>
<p><span data-contrast="auto">„Sie machen es aus Liebe“ – dieses Argument ist gerne eine Rechtfertigung für unbezahlte Care-Arbeit in der Reproduktionssphäre. Es läge in der „Natur der Frau“ sich um Kinder und Haushalt zu kümmern. Frauen seien dazu gemacht, Kümmerinnen und Fürsorgerinnen ihrer Familie zu sein. Ignoriert wird dabei, dass es biologisch gesehen kaum „typisch männlich“ oder „typisch weiblichen“ Eigenschaften gibt. Vielmehr sind weiblich- und männlich konnotierte Persönlichkeitsmerkmale das Ergebnis von Sozialisation, in dessen Prozess Frauen diese Fürsorge, Zärtlichkeit und der Fokus auf dem Kümmern um das Wohlbefinden anderer anerzogen wird. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Die Übernahme von Care-Arbeit ist also kaum natürlich, es ist das Produkt einer Gesellschaft mit patriarchalen Strukturen. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Das Ideal der „aus Liebe handelnden Frau und Mutter“ hört allerdings nicht an der Türschwelle auf. Vielmehr zieht sie sich bis in die Erwerbssphäre und könnte somit einen Einfluss auf die prinzipiell schlechtere Bezahlung von frauendominierten Berufen nehmen.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p aria-level="3"><strong>Liebe ist keine Lohnform </strong></p>
<p><span data-contrast="auto">Schon seit Jahrzehnten Kämpfen Frauen für eine faire Bezahlung der Care-Arbeit, die sie leisten müssen – sowohl im Haus als auch im Beruf. Und dennoch: Care-Arbeit wird gesamtgesellschaftlich immer noch häufig als eine reine Selbstverständlichkeit angesehen. Etwas, dass sich „für Frauen so gehört“. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Es ist ein Kampf, der vermutlich noch lange andauern wird. So lange, bis Care-Arbeit keine „Frauensache“ mehr ist. Denn hier geht es um etwas anderes als „natürliche Gegebenheiten“. „Sie nennen es Liebe. Wir nennen es unbezahlte Arbeit“ (Silvia Federici im Manifest „Wages Against Housework“, 1975).</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
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