<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>David Novell &#8211; meinTestgelaende.de</title>
	<atom:link href="https://www.meintestgelaende.de/author/david-novell/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.meintestgelaende.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Tue, 17 Feb 2026 08:47:25 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.7</generator>

<image>
	<url>https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/06/cropped-unnamed-32x32.jpg</url>
	<title>David Novell &#8211; meinTestgelaende.de</title>
	<link>https://www.meintestgelaende.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Bis unter die Haut &#8211; Körper, Identität und der Sound von “2F4C3”</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/02/bis-unter-die-haut-koerper-identitaet-und-der-sound-von-2f4c3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[David Novell]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2026 09:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17317</guid>

					<description><![CDATA[2F4C3 entstand vor über zwei Jahren. Der Song war fertig &#8211; David war es noch nicht. Im aktuellen Beitrag auf Mein Testgelände schreibt David über Körper, Sichtbarkeit und das Gefühl, nie ganz „fertig“ zu sein. Ich bin David Novell aus Leipzig und arbeite in meiner Musik mit Einflüssen aus Hip Hop, experimentellem Pop und Medienkunst.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>2F4C3 entstand vor über zwei Jahren. Der Song war fertig &#8211; David war es noch nicht.</strong><br />
<strong>Im aktuellen Beitrag auf Mein Testgelände schreibt David über Körper, Sichtbarkeit und das Gefühl, nie ganz „fertig“ zu sein.</strong><span id="more-17317"></span></p>
<p>Ich bin David Novell aus Leipzig und arbeite in meiner Musik mit Einflüssen aus Hip Hop, experimentellem Pop und Medienkunst. Mein Song “2F4C3” bewegt sich zwischen Rap und New Wave und dreht sich um Fragen, die mir wortwörtlich unter die Haut gehen: Warum wollen wir eine Welt akzeptieren, in der es nicht allen gut geht? Warum tragen wir Masken, unter denen wir uns selbst nicht mehr erkennen? Und wie viele Gesichter darf ein Körper haben?</p>
<p>Körper sind nicht einfach privat. Sie sind zwar per Definition persönlicher Raum, aber eben auch Projektionsfläche und politisches Territorium. Körper sind für mich kein neutraler Ort: sie sind Ausdruck und Grenze, Bühne und Zielscheibe zugleich. In “2F4C3” frage ich, wie sich Schmerz, Ohnmacht und gesellschaftlicher Druck in meinem Körper ablagern. Im Pre-Chorus wiederhole ich:<br />
<i>„Es geht bis unter meine Haut / Wohin mit all dem Pain / Es ist so vertraut und trotzdem kann ich’s nicht versteh’n“</i></p>
<p>Dieser Widerspruch &#8211; zu spüren, zu durchschauen, aber nicht wirklich zu begreifen &#8211; beschreibt ziemlich genau, wie sich mein Körper im gesellschaftlichen Kontext anfühlt: die Spannung zwischen meinem eigenen Empfinden und der Sicht von außen. Als nicht-binäre Person merke ich, wie daraus oft etwas anderes wird &#8211; eine Zuschreibung, eine Kategorie, ein Kampf um Lesbarkeit.</p>
<p>„2F4C3“ ist schon länger fertig, aber ich arbeite oft ohne feste Strukturen oder Budgets, die einem Song automatisch Sichtbarkeit verschaffen. Gleichzeitig entsteht meine Musik nie im luftleeren Raum: der Track wurde gemeinsam mit dem Produzenten Akela1 entwickelt, der meine Arbeit seit Jahren unterstützt. Mit Menschen, die künstlerische Verwirklichung priorisieren, suche ich immer wieder nach Wegen, Dinge möglich zu machen. Manchmal entstehen daraus neue Ideen, manchmal auch nur Erschöpfung. Diese körperliche Grenze &#8211; das Gefühl, nicht hinterherzukommen, sich zu verausgaben &#8211; gehört für mich genauso zu Kunst wie der Moment, in dem etwas gelingt.</p>
<p>Ich habe bereits Ideen für Visuals, Release-Reels oder vielleicht auch ein Musikvideo, aber gerade sortiere ich mich künstlerisch neu und überlege, wie ich meine Musik in Zukunft veröffentlichen möchte. Oft geht es dabei nicht nur um äußere Strukturen, sondern auch um meinen eigenen Anspruch. Perfektion ist etwas, das mich in meiner künstlerischen Arbeit bis heute begleitet. Ich überdenke, verändere, verwerfe &#8211; zum Einen aus künstlerischem Spieltrieb, aber auch aus Angst, dass etwas noch nicht gut genug ist. Dieses Gefühl schreibt sich direkt in den Körper ein: in Anspannung, Haltung, Stimme. Und manchmal frage ich mich, “für wen” ich eigentlich all das perfektioniere, wenn das Ergebnis am Ende vielleicht nur als Zahl in einer Playlist landet. Zwischen dem künstlerischen Erforschen, dem Anspruch, alles richtig zu machen und der Realität, auf Gelegenheiten hinzuarbeiten, die vielleicht nie kommen, entsteht manchmal ein seltsamer Stillstand. Ich möchte noch mehr lernen, das Unfertige nicht als Makel, sondern als Teil meiner Arbeit zu sehen.</p>
<p>Dieser Gedanke hält auch den Song in Bewegung bzw. anschlussfähig für neue Formen, Begegnungen und Menschen, die meine Musik visuell weiterdenken wollen. “2F4C3” ist für mich ein offenes Experiment, eine erste Maske, die ich abnehme, um zu sehen, was darunter weiterarbeitet.</p>
<p>Dabei war “2F4C3” nie wirklich „unveröffentlicht“. Der Song war schon Teil mehrerer Live-Shows und einer Ausstellung an der Abendakademie der HGB Leipzig, bei der ich eine Skulptur und ein Videoobjekt dazu gezeigt habe. Für mich war das auch eine Form der Veröffentlichung: Menschen sind dem Song begegnet, nur eben nicht über einen Stream, sondern im physischen Raum. Musik darf und sollte meiner Meinung nach auch wieder stärker außerhalb digitaler Plattformen existieren. Deshalb teile ich hier zunächst nur einen Ausschnitt &#8211; ein kleiner Einblick in einen Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist.</p>
<p>Vielleicht ist aber auch das Teil des Themas: dass sich Identität, Körper und Ausdruck nie ganz „fertig“ anfühlen.</p>
<p>Meine eigene Gender-Identität ist für mich nicht nur dann gültig, wenn ich perfekt gestylt, geschminkt oder „queer-couture-ready“ auf der Straße erscheine. Ich bin auch dann non-binär, wenn ich mit Dreitagebart in einem ausgewaschenen Pullover auf meiner Couch sitze. Trotzdem spüre ich, wie viel Erwartung von außen in meinen Körper geschrieben wird &#8211; sei es durch Medienbilder, gesellschaftliche Normen oder auch durch queere Szenen selbst, die oft unbewusst neue Schönheitsmaßstäbe oder selektive Lesbarkeiten setzen. Im Spannungsverhältnis treibt mich selbst immer wieder die Frage um: Wie viel habe ich von meiner Gender-Identität überhaupt „explored“ &#8211; und wie viel davon ist sichtbar?</p>
<p>Mit meinem Körper verhandle ich Lust, Scham, Ausdruck, aber auch Grenzen. Ich bewege mich in einem Geflecht aus Blicken und Erwartungen, das viele Körper betrifft &#8211; besonders jene, die nicht “der Norm” entsprechen. Der Begriff “Norm” ist für mich persönlich besonders aufgeladen, da äußere Zuschreibungen mir oft eine Norm andichten, durch die ich zum Einen profitiere, aber unter welcher ich zum anderen auch leide. Solidarität bedeutet für mich auch, diese Verbindungen sichtbar zu machen und sich im Rahmen der eigenen Möglichkeiten für Körper einzusetzen, die nicht “der Norm” entsprechen. Körper sind nie neutral. Sie werden ständig kontrolliert, bewertet, reguliert &#8211; durch Politik, durch Sprache, durch Kultur. Und genau deswegen will ich meine Musik nutzen, um Räume für andere Körperbilder und Selbstwahrnehmungen zu öffnen.</p>
<p>“2F4C3” ist ein Song über den Schmerz, aber auch über den Wunsch nach einer anderen Art, miteinander zu leben &#8211; mit Körpern, die nicht genormt sind, sondern vielfältig und widersprüchlich, trotzdem oder gerade deswegen solidarisch.<br />
In seiner Energie bleibt der Song zugleich eine Warnung: eine Erinnerung daran, dass Fortschritt oft mit denselben Gesichtern spricht, die Wunden hinterlassen haben. Ich weiß, dass ich selbst Teil dieser Strukturen bin &#8211; privilegiert, verstrickt, nicht frei von dem System, das ich kritisiere. Aber genau deshalb will der Song nicht versöhnen, sondern an die Verantwortung erinnern, die in unseren Körpern mitschwingt, wenn wir von Gerechtigkeit sprechen.</p>
<p>Der komplette Song ist Teil einer fortlaufenden Erzählung, welche laufend aktualisiert wird &#8211; vielleicht mit einer Fortsetzung dieses Textes, die noch körperlicher und näher an dem sein wird, was unter der Maske liegt.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zwischen Zugehörigkeit und Ausgrenzung &#8211; Meine Erfahrungen als queere Person im Sport</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/06/zwischen-zugehoerigkeit-und-ausgrenzung-meine-erfahrungen-als-queere-person-im-sport/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[David Novell]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jun 2024 12:56:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[nicht-binär]]></category>
		<category><![CDATA[Sport - Deine Story über Schweiß und Tränen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16083</guid>

					<description><![CDATA[Als nicht-binärer Mensch kennt David das Gefühl nirgends so richtig reinzupassen. David erzählt heute, wie sich seine*ihre Suche nach dem passenden Sport(verein) gestaltet hat, welche Erfahrungen David gemacht hat und wie Vereine ihr Angebot entsprechend einladender gestalten können. Früher wuchs ich auf dem Dorf auf, wo es nur Fußball gab, manchmal auch Tischtennis. Schon damals]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als nicht-binärer Mensch kennt David das Gefühl nirgends so richtig reinzupassen. David erzählt heute, wie sich seine*ihre Suche nach dem passenden Sport(verein) gestaltet hat, welche Erfahrungen David gemacht hat und wie Vereine ihr Angebot entsprechend einladender gestalten können.</strong> <span id="more-16083"></span></p>
<p>Früher wuchs ich auf dem Dorf auf, wo es nur Fußball gab, manchmal auch Tischtennis. Schon damals fühlte ich mich in den Männlichkeits-Dynamiken unwohl, zumal dort fast ausnahmslos Männer spielten. Beim Tischtennis war ein Mädchen dabei, mit dem ich auch befreundet war – eine schöne Erinnerung. Als Teenager auf dem Land flüchtete ich schließlich in die Musik, da ich dort meine Gefühle ausdrücken konnte, die als unmännlich gelten. Das ist bis heute eine Konstante in meinem Leben, während ich mit kleinen Unterbrechungen fast zehn Jahre wenig bis keinen Sport gemacht habe. In meiner Anfangszeit in Leipzig probierte ich mich noch in verschiedenen Sportkursen aus, was aber schnell wieder abebbte. Die Gründe für meine lange Sportabstinenz sind vielfältig, waren aber vor allem durch mein psychosoziales Umfeld bedingt.</p>
<p>Dann entdeckte ich irgendwann Kampfsport für mich, was mir inhaltlich auf Anhieb gefiel. In meinem ersten Kampfsport-Verein, der sich explizit als FLINTA-Verein darstellt, erlebte ich jedoch unangenehme Ausschlüsse. Dem Verein mangelte es an Sensibilität für die Erfahrungen und Biografien von TMA-Personen. Als non-binäre Person war ich dort einem cis-weiblichen Blickregime unterworfen und konnte nie ich selbst sein, trotz des explizit inklusiven Ansatzes des Vereins. Die Pronomen-Runden vor Beginn jedes Trainings belasteten mich, da gefühlt 95 Prozent der Trainierenden cis-weiblich waren und ich mich oft als einzige Person outen musste. Zu dieser Thematik gibt es unterschiedliche Ansichten, die ich imstande bin auszuhalten, aber ich möchte darauf hinweisen, dass diese Runden sich nicht für alle Beteiligten komfortabel anfühlen. Ich habe auch von anderen Menschen aus geringer verteilten Identitäten häufig gespiegelt bekommen, dass diese Runden auch für sie eher eine zusätzliche Belastung statt eines Inklusions-Moments darstellen. Eine der Trainer*innen war zudem eine Terf, welche sich übergriffig bezüglich meiner Gender-Identität und meinen gemachten Erfahrungen äußerte. Die dort erlebten Ausschlüsse schmerzten und warfen mich auf mehreren Ebenen zurück.</p>
<p>Über Umwege fand ich ein All-Gender-Training in einem anderen Verein. Zwar sind dort Männer in der Überzahl, aber auf respektvolles Miteinander wird geachtet. Ich fühle mich dort wohl, allerdings mit Einschränkungen. Sport hat für mich schon lange vor dem Erkennen meiner nicht-binären Identität Beklemmungen und Probleme verursacht. Besonders Fußball war für mich immer mit Männlichkeits-Codes verbunden, die ich nicht erfüllen konnte. Im Kampfsport lernte ich zum einen, dass Vereinssport auch ein Miteinander sein kann, bei dem man auf Augenhöhe viel voneinander lernt und entwickelte ein tieferes Bewusstsein für meinen eigenen Körper. Ich möchte betonen, dass dies im Kampfsport-Bereich leider alles andere als selbstverständlich ist und schätze die Arbeit meines Vereins deshalb sehr. Im All-Gender-Training geht es mir größtenteils gut, aber ich habe nach meinen schlechten Erfahrungen Angst, wieder in ein Training zu gehen, das sich explizit an FLINTA-Personen richtet. Auch das Nutzen einer FLINTA-Umkleide ist für mich nicht ohne Weiteres möglich. Ich denke, dass das auch damit zusammenhängt, dass dieser Begriff ein zusammengewürfeltes Konstrukt ist, das inklusiv sein will, aber diesen Anspruch nicht konsequent erfüllen kann. Zudem gibt es Cis-Frauen, die in ein reines Frauen-Training gehen möchten und ein gemeinsames, inklusives und geschlechterübergreifendes Training zusammen mit Gender-Minoritäten ablehnen. Hier braucht es mehr Grundlagenarbeit im Bereich Akzeptanz und gegenseitiger Rücksichtnahme, aber vielleicht auch eine Differenzierung, z. B. in FLINTA-Trainings, in denen wirklich darauf geachtet wird, dass der FLINTA-Begriff nicht nur als anderes Wort für Frauen verwendet wird, und explizite Cis-Frauen-Trainings, solange diese eben noch benötigt werden.</p>
<p>Das Gefühl, weder in FLINTA-Spaces noch in Männerdomänen dazuzugehören, kenne ich sehr gut und dies geht natürlich weit über den Sport hinaus. Gerade bei Kontaktsport lösen solche Probleme aber besonderes Unbehagen bei den involvierten Menschen aus. Es ist jedoch nicht hinzunehmen, dass dies auf dem Rücken der ohnehin schon weitgehend unsichtbaren Minderheiten ausgetragen wird. Hier sind auch die Vereine in der Mitverantwortung, etwas zu verändern. Ich habe mittlerweile die Einschränkungen für mich wegrationalisiert und bin daran gewöhnt, in bestimmten Spaces nicht meine volle Identität zu entfalten bzw. Teile meiner Identität zu verstecken. Dies geht vielen Menschen so und hält manche Personen auch ganz davon ab, in den Vereinssport hineinzugehen. Das trägt dazu bei, dass alte, verkrustete Vereinsstrukturen, die oft männlich dominiert sind, nicht aufgebrochen werden. Viele Menschen können dadurch ihre sportlichen Potenziale nicht entfalten und auch das Potenzial einer inklusiven Vereinskultur wird nicht ausgeschöpft. Hier kommt natürlich auch noch die kommerzielle versus ehrenamtliche Orientierung der Vereine hinzu. Vereinssport ist oft von Ehrenämtern abhängig, und manche Menschen können es sich nicht leisten, gänzlich unbezahlte Arbeit zu verrichten. Es gibt Vereine, in denen sich Menschen richtig reinhängen, aber das sind oft auch die Vereine, in denen viel über unbezahlte Arbeit geht. Ich selbst habe auch schon viel unbezahlt gearbeitet und kenne daher die Dynamiken, die dies mit sich bringen kann. Man macht etwas gern, aber hat immer wieder im Hinterkopf, dass man es sich auch leisten können muss. Je prekärer die eigene Arbeit ist, desto mehr wird unbezahltes Ehrenamt auch zu einer Kapazitätsfrage.</p>
<p>Ich halte Vereine aufgrund der sozialen Komponente für einen wichtigen Motor beim Abbau von Barrieren. Dazu ist es nötig, Vereine in ihrer Organisation und Leitung bereits diverser und inklusiver aufzustellen. Es ist einfach nicht oder nur eingeschränkt möglich, dass von einer Diskriminierungsform Unbetroffene über die Bedürfnisse und Probleme von Betroffenen zu deren Zufriedenheit entscheiden können. Wichtig ist hier aber auch mehr Förderung für Vereine, die etwas bewegen wollen.</p>
<p>Insgesamt freue ich mich dennoch sehr, dass ich mir die Gewohnheit des regelmäßigen Trainings angeeignet habe. Zum einen besteht das neue intuitive Körpergefühl aus einer höheren Beweglichkeit und Belastbarkeit, aber auch einem größeren Bewusstsein für den eigenen Körper im Raum. Dies hat mir persönlich auch bei meinen psychischen Struggles geholfen, ersetzt aber natürlich keine Therapie. Zu lernen, dem eigenen Körper vertrauen zu können, hat mich zudem weniger anfällig für das Mansplaining selbsternannter Gurus gemacht, die man leider noch allzu oft in Sport- und Fitnessräumen findet.</p>
<p>Dieser einseitigen und belehrenden Kommunikationskultur setze ich auch in meinem Beruf etwas entgegen. Als Musiker*in erzähle ich Geschichten queerer Selbstfindung in Räumen, die von patriarchaler Gewalt geprägt sind. Mein Song „Magnolia“ steht exemplarisch dafür, wie ich ernste Themen mit tanzbaren Beats und kraftvollen Hooks kombiniere, um ein Gefühl des gegenseitigen Empowerments zu erschaffen.</p>
<p><i>„Was a sad fiend &#8211; now an athlete / See &#8211; See &#8211; I’m the next me”</i><br />
(David Novell &#8211; “<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/6FfyVxw6jluNQcDVi4mdtn?si=cf800788abac4366">Magnolia</a>”)</p>
<p>Über die Entstehung des Songs habe ich vor einiger Zeit hier bei MeinTestgelände einen <a href="https://www.meintestgelaende.de/2024/03/behind-the-song-magnolia-ein-einblick-in-das-songwriting-von-david-novell/">Artikel</a> geschrieben. Schaut da doch gerne mal vorbei!</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Behind The Song „Magnolia“ &#8211; Ein Einblick in das Songwriting von David Novell</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/03/behind-the-song-magnolia-ein-einblick-in-das-songwriting-von-david-novell/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[David Novell]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Mar 2024 06:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Rap]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=15968</guid>

					<description><![CDATA[Hejj ihr &#8211; ich bin David aus Leipzig und trete mit meiner Musik unter dem Namen „David Novell“ im Internet und auf Bühnen auf. Heute gebe ich euch einen Einblick in meinen Song “Magnolia” und spreche über die Entstehung und mein Songwriting! In meinen Texten tauchen häufig Figuren mit unterschiedlichen Gender-Identitäten auf, deren Erfahrungen sich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Hejj ihr &#8211; ich bin David aus Leipzig und trete mit meiner Musik unter dem Namen „David Novell“ im Internet und auf Bühnen auf. Heute gebe ich euch einen Einblick in meinen Song “Magnolia” und spreche über die Entstehung und mein Songwriting!</b><span id="more-15968"></span></p>
<p>In meinen Texten tauchen häufig Figuren mit unterschiedlichen Gender-Identitäten auf, deren Erfahrungen sich in den besprochenen Themen ähneln oder sich an manchen Punkten überschneiden. Ich spiele gerne mit den Erwartungen der Hörenden: Was verbinden sie mit bestimmten Vorstellungen von Gender?</p>
<p>Dabei mische ich biografische Erlebnisse in die Erfahrungswelt der Figuren ein und lasse Raum für eigene Interpretationen. Ich versuche mit meinen Lyrics eine Fläche vorzugeben und damit Platz für eigene Gedanken zu schaffen. Das macht meine Songs interaktiv, da sie nicht nur eine Botschaft von mir an die Außenwelt sind, sondern zum Austausch einladen.</p>
<p>Der Song &#8222;Magnolia&#8220; beginnt mit einer äußeren Beschreibung einer Person mit „Sie“-Pronomen. Im Verlauf des Songs wird immer mehr klar, dass es sich um meine eigene Story handelt. Nach dem Hören der ersten Strophe haben viele wohl nicht unbedingt mich als Erscheinungsbild im Kopf. Das mag zum einen an der Distanz liegen, die durch die Third-Person-Perspektive aufgebaut wird, aber auch daran, was gemeinhin mit dem Pronomen „Sie“ verbunden ist und am beschriebenen Outfit.</p>
<p>Wie wir uns kleiden, hat einen großen Einfluss auf die Außenwahrnehmung. Die Bedeutung für die Selbstwahrnehmung ist davon nicht frei, hat aber vor allem eine subjektive Komponente. Für mich ist es so, dass ich mich am wohlsten fühle, wenn ich in einer spezifischen Situation genau das tragen kann, was ich gern möchte. Das bedeutet eben manchmal einfach einen bequemen 2-Min-Look mit Jogger und Hoodie <b>&#8211;</b> Boots an, Jacke und Tasche<b> &#8211; </b>fertig zum Rausgehen. In so einem Look fühle ich mich entspannt, aber nicht unbedingt sexy. Den Look, den ich im Song beschreibe, also Crop Top, Stockings und Lederrock, trage ich jetzt seltener, wenn ich nur mal schnell zum Konsum gehe (für die, die nicht aus “dem Osten” kommen: ein i.d.R. kleines Lebensmittelgeschäft). Das ist vielleicht eher meine Abendgarderobe, wenn ich mit Friends etwas trinken gehe oder einen Club besuche. Diese Etablissements kann ich mir natürlich mehr aussuchen als die Straßen, durch die ich laufe und in denen ich mit mehr random Menschen konfrontiert werde. Dennoch kann es natürlich auch in vermeintlichen Safer Spaces passieren, dass man unangenehme Erfahrungen macht.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Mit einem Klick aufs Cover kommt ihr zu MAGNOLIA auf Spotify.</strong><a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/6FfyVxw6jluNQcDVi4mdtn?si=PK1wBlj5SgSnPSQloUwCcQ&amp;context=spotify%3Aalbum%3A3JhmViDhY8r05AFdXKUxKZ&amp;nd=1&amp;dlsi=be1d5c0ab4724ec4" target="_blank" rel="noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" class=" wp-image-15972 aligncenter" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/03/Cover-Magnolia-600x600.jpg" alt="" width="519" height="519" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/03/Cover-Magnolia-600x600.jpg 600w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/03/Cover-Magnolia-300x300.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/03/Cover-Magnolia-150x150.jpg 150w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/03/Cover-Magnolia-768x768.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/03/Cover-Magnolia-1536x1536.jpg 1536w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/03/Cover-Magnolia-2048x2048.jpg 2048w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/03/Cover-Magnolia-570x570.jpg 570w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/03/Cover-Magnolia-1140x1140.jpg 1140w" sizes="(max-width: 519px) 100vw, 519px" /></a></p>
<p>Die Auseinandersetzung mit intolerantem Verhalten und Diskriminierung ist ein zentrales Thema meiner Musik. Ich habe sehr oft erlebt, wie Menschen versuchen, das Selbstbewusstsein anderer durch abwertendes Verhalten zu beeinträchtigen. In der Vergangenheit habe ich solche Angriffe persönlich genommen, doch mittlerweile erkenne ich, dass sie viel eher ein Spiegel der Unsicherheiten anderer sind.</p>
<p>Aber zurück zum sexy Teil: so wie die Person zu Anfang im Song beschrieben wird &#8211; ich nenne sie jetzt „Magnolia“ &#8211; sehe ich mich selbst gern. Gleichzeitig lasse ich aber auch kritische Töne mit einfließen, da ich nicht so Fan von Idealisierungen bin. Ich möchte lieber die Komplexitäten und den konfusen Wechsel aus Ups and Downs abbilden. Es geht mir also darum, ein starkes Mantra zu erschaffen, aber dabei eben die eigenen Problematiken nicht auszulassen.</p>
<p>Es scheinen im Verlaufe der Strophe neben den selbstbewussten Momenten auch immer wieder kritische Fragen durch, z.B. wenn es um das Konsumverhalten geht („Hitzkopf / trinkt oft“). Auch werden Erfahrungen mit Roofies (“sie ist vorsichtig seit den Roofies”) und patriarchaler Gewalt genannt. Im Refrain kulminieren alle diese Eindrücke, indem ich ihr aktuelles Leben als Kampf um bessere Tage beschreibe („She’s fighting for better days“).</p>
<p>Letztlich wird klar, dass hinter der oberflächlichen Beschreibung des äußeren Erscheinungsbildes mehr steckt als eine reine Konsumentscheidung.</p>
<p>Den Kampf, den ich gekämpft habe und immer noch kämpfe, meinen eigenen Körper und Look zu „ownen“, ist längst nicht immer nur der gegen die Diskriminierung und Objektifizierung durch Mainstream-Männer. Auch in linken Kreisen wird es teilweise angefeindet, wenn Personen nach ihrer Meinung „zu viel Wert auf ihr Äußeres legen“. Oder wenn Menschen, die einen diskriminierenden „Feminismus“-Begriff haben, dich ausschließen wollen, weil sie dich auf dein Äußeres reduzieren. Oft wird daraus dann auch direkt auf den Charakter oder die Erfahrungen bzw. Nicht-Erfahrungen von Personen geschlossen. Das tun neben Männern auch Frauen und nicht-binäre Personen. Bei letzteren kommt dies aber in meiner Erfahrung deutlich weniger vor, vielleicht ja weil mit Nicht-Binär-Sein oft gezwungenermaßen eine viel heftigere Auseinandersetzung mit Unsichtbarkeit und Ausschluss stattgefunden hat als bei vielen Cis-Personen? Wie denkt ihr darüber?</p>
<p>„Magnolia“ hat auch noch eine zweite Strophe. In dieser werden der angedeutete Kampf und die Prozesse, die sie im Privaten durchlaufen hat, noch deutlicher beschrieben. Außerdem geht es darin um das daraus gewonnene Selbstvertrauen und das eigene Aufblühen im neu gefundenen Bezug zu sich selbst.</p>
<p>Danke an alle Lesenden, an MeinTestgelände für die Plattform und an Oskar, der mich zu dieser Kollabo inspiriert hat. Ich bin immer offen für Feedback und Austausch! Folgt mir gern auf Instagram, um den offiziellen Release nicht zu verpassen und mehr von meiner Arbeit mitzubekommen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
