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	<title>Florian &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Florian &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Ein Tag als Frau</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jun 2021 07:00:06 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Unser Autor Florian wagt für diesen Text ein Gedankenexperiment: Wie würde ein typischer Morgen in seinem Leben aussehen, wenn er kein junger Mann, sondern eine junge Frau wäre? Was wäre anders? Müsste überhaupt so viel anders sein? Welche sexistischen Gedanken verstecken sich möglicherweise im Kopf, welche Klischeefallen gibt es? Lest am besten selbst. Und wenn]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unser Autor Florian wagt für diesen Text ein Gedankenexperiment: Wie würde ein typischer Morgen in seinem Leben aussehen, wenn er kein junger Mann, sondern eine junge Frau wäre? Was wäre anders? Müsste überhaupt so viel anders sein? Welche sexistischen Gedanken verstecken sich möglicherweise im Kopf, welche Klischeefallen gibt es? Lest am besten selbst. Und wenn ihr Florian Hinweise geben möchtet, lasst uns gerne einen Kommentar da! </strong></p>
<p><span id="more-13112"></span></p>
<p>Was würde ich anders machen? Wenn ich schlafen gehe, gehe ich als junger Mann ins Bett. Wenn ich aufwache, wache ich als junger Mann auf. Ich mache alles als junger Mann, nur denke ich nie darüber nach. Wäre ja auch irgendwie seltsam, sich vorm Schlafengehen zu sagen „Ich bin ein Mann“. Fakt ist aber, dass ich genauso wenig darüber nachdenke, wie es wäre, wenn ich eine junge Frau wäre. Würde ich mich anders verhalten im Alltag, im Berufsleben, in der Freizeit? Würde ich alles genauso machen wie sonst auch? Ich möchte mich dieser Frage stellen und simuliere gedanklich einen simplen Morgen, wie ich wie ihn im Moment erlebe, nur halt als Frau. (Dazu gesagt, nur einen Morgen, weil ein ganzer Tag vermutlich den Rahmen sprengen würde.) Vielleicht klappt das auch gar nicht und wenn, stelle ich vielleicht sexistisches Denken bei mir fest oder bin so entsetzt, dass ich froh bin keine Frau zu sein. Es wird auf jeden Fall ein absurder Text, aber meine Gedanken sind eh immer absurd.</p>
<p>Beginnen wir den Tag am Morgen. Derzeit befinde ich mich im Praktikum in einer Kita, nur ein paar Minuten von meiner Wohnung entfernt. Für gewöhnlich stehe ich gegen 06:00 Uhr auf und mache mich fertig. Da ich aber jetzt eine Frau bin, stehe ich möglicherweise viel früher auf. Ich sage einfach mal, dass ich lange Haare habe, welche zottelig von der Nachtruhe sind und Zeit benötigen um hergerichtet zu werden. Mist. Schonmal eine Sache, die mir nicht gefällt. Früher aufstehen. Sagen wir, ich stehe um 05:00 Uhr auf. Ich gehe ins Badezimmer und dusche, wasche meine Haare und natürlich auch den Rest meines Körpers. Jetzt fehlt zwischen den Beinen aber etwas. Hm, da ist jetzt ein völlig anderes Körperteil. Was mach ich damit? Wäscht man das? Darf ich da mit Seife rein? Ich bin mir unsicher und gehe nur mal mit dem Duschkopf rüber. Besser als gar nichts, oder? Ich benutze für meine Haare Pflegeshampoo, weil ich von anderen jungen Frauen gehört habe, dass das total gut für die Haare ist. Glanz und so. Ich habe meine Körperreinigung beendet, ich steige aus der Dusche und schnappe mir mein Handtuch. Ich habe keinen extra Anhänger, ich glaube auch als Frau würde ich mein Handtuch auf den Boden werfen. Nun bin ich trocken und gehe in mein Zimmer, um mir Sachen rauszusuchen. Mein Kleiderschrank ist sperrangelweit geöffnet und ich nehme das oberste T Shirt. Einfach weil‘s oben liegt. Ich denk nicht weiter drüber nach und ziehe es mir an. Nun fällt mir aber auf, dass da noch was an mir rumbammelt. Verdammt, ich habe vergessen, dass ich Brüste habe und es vielleicht praktischer wäre, wenn sie nicht lose an mir rumhängen. Als Frau habe ich natürlich BH‘s und frage mich, was das für extra Kosten sind. Ich habe mich komplett angezogen, aber jetzt muss ich mich immer noch fertig machen. Damals, wo ich noch ein junger Mann war, da habe ich meine Haare abgerubbelt und trocken waren se. Jetzt stehe ich im Badezimmer und meine Arme verkrampfen, weil der verdammte Föhn meine Haare nicht trocken bekommt. Inzwischen haben wir es 6 Uhr. Meine Haare sind trocken. Naja, größtenteils… Da ich auch als Frau faul bin, entscheide ich mich dafür einen Zopf zu machen. Zöpfe sind einfach, solange sie nicht geflochten werden. Jetzt fehlt nur noch das Zopfgummi! Wo hab ich es denn? Ach egal, nehm ich ein neues. Zopf ist gemacht und ich bin fertig. Aber&#8230;soll ich mich schminken? Viele Frauen sind geschminkt… Na gut, ich male auf meine Augenbrauen und Puder mache ich auch rauf. Wimpern? Na gut. Leider bin ich nicht sehr geübt darin mich zu schminken, also sehen meine Augenbrauen irgendwie schief aus und ich glaube, ich habe zu viel Puder genommen. Verdammt! Egal, ich habe keine Zeit mehr, es ist fast 7 Uhr und ich muss mir noch Essen machen für den Tag. Achte ich jetzt eigentlich auf meine Ernährung? Will ich jemandem gefallen? Keine Ahnung, ich mach mir ein Vollkornbrot mit Salami, so wie jeden Tag. Plötzlich bekomme ich Bauchschmerzen. Woran liegt das? Das tut echt weh! Ich gehe auf die Toilette und muss feststellen, dass Blut in meinem Schlüpfer ist und ich anscheinend meine Tage bekommen habe. Ich bin genervt. Mein erster Tag als Frau und dann das. Ich nehme einen Tampon-… aber was für einen? Welche Größe? Was gibt’s für Sorten? Wie zur Hölle bekomme ich die aus ihrer Plastikverpackung??? Glücklicherweise finde ich heraus, wie ich diese Aufgabe zu bewältigen habe und kann mich, eher schlecht als gut gelaunt, auf den Weg zur Arbeit machen. Auf dem Weg steuere ich noch einen Drogeriemarkt an um mir noch Tampons und Binden zu kaufen, noch mehr extra Kosten und gar nicht mal so wenig. Ich laufe weiter zur Arbeit, über den Marktplatz, vorbei an Cafes und komme abrupt zum stehen. Vor mir hat sich ein Typ aufgebaut und möchte mich auf einen Kaffee einladen. Ich hab keine Lust, außerdem muss ich zur Arbeit. Das ist sogleich auch mein Argument die Einladung abzulehnen, „die 10 Minuten machen den Kohl doch auch nicht fett,“ ruft er mir hinterher, ich winke ab. „Arrogante Ziege, hast wohl deine Tage“, schreit er noch über den Marktplatz. Ich bin etwas perplex und merke dass mir keine Antwort einfällt. Als junger Mann hatte ich eigentlich immer etwas Schlagfertiges auf Lager, diesmal nicht.<span class="Apple-converted-space">  </span>Das war mein Morgen als Frau. Ob ich durch diesen Gedankengang tatsächlich einen Einblick in das Leben einer Frau bekommen habe ist fraglich. Fest steht, dass ich tatsächlich doch froh bin, mich nicht mit monatlichen Schmerzen, BH-Größen, weiblicher Intimreinigung und Haaren auseinandersetzen muss, ebenso mit komischen Anmachen auf der Straße und dem Gefühl, diesen ausgesetzt zu sein.</p>
<p>Ich danke für die Aufmerksamkeit und wenn Interesse besteht, kann ich ja auch noch meinen Mittag als Frau simulieren, um mit euren Tipps daran arbeiten, noch tiefer in diese nahe, aber doch fremde Welt einzutauchen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte von Florian <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/florian/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Verhütung – Männer- oder Frauensache?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/11/verhuetung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Nov 2019 07:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Thema Verhütung ist quasi ein Dauerkonflikt. Verständlich! Immerhin gibt es für Menschen mit Uterus eine ganze Reihe an Möglichkeiten, die jedoch teuer, schmerzhaft und unangenehm sein können, und für Menschen mit Penis gibt es, nun ja: Kondome. Ist das wirklich alles? Wer ist denn jetzt verantwortlich? Wie lässt sich das klären? Florian hat für]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Thema Verhütung ist quasi ein Dauerkonflikt. Verständlich! Immerhin gibt es für Menschen mit Uterus eine ganze Reihe an Möglichkeiten, die jedoch teuer, schmerzhaft und unangenehm sein können, und für Menschen mit Penis gibt es, nun ja: Kondome. Ist das wirklich alles? Wer ist denn jetzt verantwortlich? Wie lässt sich das klären? Florian hat für uns darüber nachgedacht und folgenden Text geschrieben.</strong></p>
<p><span id="more-11889"></span></p>
<p><em>„Ihr wollt reinstecken, also seid ihr auch verantwortlich!“</em></p>
<p>So in etwa kann ein Argument in der von Sexismus geprägten Debatte um Verhütung aussehen, und das ist gar nicht mal so falsch, finde ich. In dieser Debatte stecken viele Emotionen und Erfahrungen, welche einen gemeinsamen Nenner oft unmöglich machen. Aus meiner Sicht liegt die Verantwortung bei beiden Akteuren des Aktes. Grundsätzlich finde ich, dass es der Mann einfacher hat, schnell und effektiv zu verhüten, da Kondome schnell drauf sind und Schutz bieten, wenn man nicht grade fantasievolle Rammbockspiele mit der Wand spielt. Frauen gefährden ihre Gesundheit, indem sie die Pille nehmen, oder müssen Schmerzen ertragen, wenn sie sich Spiralen einsetzen lassen.</p>
<p>Auf der anderen Seite gibt es bei Kondomen keine Garantie für vollkommene Sicherheit und einige Menschen reagieren sogar allergisch auf die Inhaltsstoffe der Kondome. Auch finden einige Paare das Gefühl der Kondome schlecht, es macht ihnen schlichtweg keinen Spaß mehr. „Joa, dann muss die Frau halt verhüten“, mag sich der eine denken, aber nein. Eine weitere Möglichkeit wäre ein operativer Eingriff im Genitalbereich des Mannes. Nein, ich rede nicht von Kastration, sondern von einer Vasektomie. Dabei werden die Samenleiter durchtrennt, wodurch Spermien keine Möglichkeit mehr haben im Ejakulat des Mannes zu landen. Das schreckt natürlich ab, lässt sich aber auch wieder rückgängig machen. Leider ist dennoch nicht garantiert, dass man wieder komplett fruchtbar ist, und eine Operation kostet bis zu 500€, was sich nicht jeder leisten kann. Zwei Verhütungsmethoden für den Mann sind kein Vergleich zu der Vielfalt von Möglichkeiten, die es bei Frauen gibt. Verschiedene Institute der Welt forschen und arbeiten aber auch schon an einer Hormonpille für den Mann, mit bisher kleinen Erfolgen.</p>
<p>Hier eine Liste von Möglichkeiten für die Frau: die Antibabypille, Minipille, Dreimonatsspritze,Verhütungsring, Hormonimplantate, Verhütungspflaster, Kupferspiralen, Kupferketten oder auch Hormonspiralen. Das ist eine verdammte Menge, aber jede hat ihre eigenen Tücken, da sie direkten Einfluss auf den Körper und den Hormonhaushalt ausüben. Es gibt keine perfekte Lösung beim Thema Verhütung, und auch wenn es für Frauen weit mehr Verhütungsmethoden gibt als für Männer, schiebt das die Verantwortung nicht komplett zu den Frauen. Wie gesagt, beide Akteure des Aktes sind verantwortlich für ihr Wohl und ihre Zukunft. Paare sollten sich absprechen, Erfahrungen teilen und für sich einen Weg finden, wie sie verhüten wollen und gegenseitig darauf achten, dass die Bedingungen auch erfüllt sind. Meine bevorzugte Methode ist das Kondom, da meine Freundin schlechte Erfahrungen mit der Pille gemacht hat. Klar ist es schöner ohne, aber für ihre Gesundheit gehe ich gerne Kompromisse ein. Wir achten beide darauf, dass immer ein kleiner Vorrat vorhanden ist und das macht schonmal viel aus.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wie ist das eigentlich, wenn man <a href="https://www.meintestgelaende.de/2019/04/ueber-sex-reden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>als Frau offen über Sex reden</strong></a> möchte?</li>
<li>In diesem Video erklärt Adrian den <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/09/gute-vs-schlechte-anmache-darauf-kommts-an/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Unterschied zwischen guter und schlechter Anmache</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
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		<title>Sexismus in Games</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/07/sexismus-in-games/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Florian]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jul 2019 07:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie steht&#8217;s eigentlich so um die Darstellung von Frauen in Videospielen? Sind das alles Vorurteile oder steckt da tatsächlich noch eine ganze Menge Sexismus drin? Unser Autor Florian, der selbst gerne mal zockt, hat sich für uns umgesehen und einen Text dazu geschrieben. Ist komisch als Mann über Sexismus gegenüber Frauen zu schreiben, wobei ich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie steht&#8217;s eigentlich so um die Darstellung von Frauen in Videospielen? Sind das alles Vorurteile oder steckt da tatsächlich noch eine ganze Menge Sexismus drin? Unser Autor Florian, der selbst gerne mal zockt, hat sich für uns umgesehen und einen Text dazu geschrieben.</strong></p>
<p><span id="more-11657"></span></p>
<p>Ist komisch als Mann über Sexismus gegenüber Frauen zu schreiben, wobei ich selbst doch gar nicht nachempfinden kann, wie sich sowas anfühlt. Dennoch, meine Möglichkeiten geben mir die Chance, mir eine eigene Meinung zu bilden über dieses Thema, welches in den verschiedensten Medien ausgenutzt wird. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, die durch und durch sexualisierte Darstellung der Frau in Videospielen nicht zu bemerken. Knappe Röcke wie von Juliet aus „Lollipop Chainsaw“ oder Rüstungen, die aus einem BH und einem Slip bestehen, wie, z.B. bei League of Legends (tatsächlich stellte ich mir schon früh die Frage, wie genau ein BH vor Kälte und Schwerthieben schützen sollte).</p>
<p>Immer wieder werden Stimmen laut, dass Games ein Sexismusproblem haben. Was ist da dran? Na gut, ich habe bereits erwähnt, dass Frauen nicht aufgrund ihrer Charaktereigenschaften bekannt sind, sondern aufgrund ihres Sexappeals. Ich glaube, dass die Darstellung zum einen Teil direkt darauf abzielt, kleinen Pubertieren hormonell zu entsprechen. Sex ist ein Geschäft und so kam es, dass schon Tomb Raider in den ersten Games übergroße Brüste hatte, auch wenn diese zuerst spitzer waren als meine Bleistiftsammlung. Der Mann scheint meiner Erfahrung nach empfänglicher für sexuelle Reize zu sein und so kann man eine Menge Geld verdienen. Nun kommen wir zum Problem. Was ist das Problem? Das Problem ist, dass die meisten nicht mal das Problem dabei erkennen! Auf diese Weise wird seit Jahrzehnten ein Bild der Frau geschaffen, welches immer wieder gleich aussieht: schlank, Brüste und ein rundes Gesäß. Frauen werden oft nicht als eigenständiger Mensch, sondern als Objekt wahrgenommen, als Erotikquelle, aber nie in wichtigen Positionen. Zugegeben, es gibt einzelne Fortschritte. In „Farcry 4“ kommt Amita, knallharte Widerstandskämpferin des goldenen Pfades, ohne Minirock aus und in „The Last Of Us“ ist die 14-jährige Ellie, zumindest nach ein paar Spielstunden, gleichberechtigt und darf mit Waffen spielen. Das ist nicht viel, aber ein Anfang. Kassenschlager mit Frauen in der Hauptrolle existieren immer noch nicht und das sollte sich ändern. Das ist ein Prozess, der dauert. Man bedenke, wie Babys reagieren, wenn man ihnen einfach den Schnuller wegnimmt. Man muss vorsichtig vorgehen, die richtigen Momente abwarten und nach und nach den Schnuller abgewöhnen. Sonst haben wir einen riesen Haufen heulender und sexuell geladener Gamer, die nicht eher aufhören zu heulen, bis sie ihren Schnuller zurück haben. Ich weiß nicht wieso, aber ich feiere mich selbst für diesen Vergleich.</p>
<p>Aktuell spiele ich eher weniger, da ich neben der schulischen Ausbildung noch arbeite und nebenbei nur Zeit für ne kurze Runde bleibt. Demnach zocke ich, als Star Wars Fan umvermeidbar, Star Wars Battlefront 2, und auch hier kann man Anfänge einer Entwicklung wahrnehmen. Die inhaltlich eher magere Kampagne, wird mit einer wiederum interessanten und starken Protagonistin durchspielt. Bemerkenswert finde ich auch, dass die verschiedenen Soldatenklassen auch in allen Armeen, in denen es möglich ist, abwechselnd männliche und weibliche Charaktere sind. Wünschenswert wären kleine Aufmerksamkeiten, wie zum Beispiel ein Frauentagsevent, bei denen nur Heldinnen und Schurkinnen gespielt werden können.</p>
<p>Es ist noch ein weiter Weg, bis Frauen nicht mehr als Objekte dargestellt werden. Wichtig ist, dass man ein Bewusstsein schafft, um überhaupt anfangen zu können.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von Florian findet ihr natürlich <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/florian/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>auf seinem Profil</strong></a>.</li>
<li>Und mehr zum Thema Sexismus hat beispielsweise <a href="https://www.meintestgelaende.de/2019/03/sexismus-baby/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Veronika Rieger aufgeschrieben</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Untergang naht – eine Frau moderiert die WM</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/07/der-untergang-naht-eine-frau-moderiert-die-wm/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Florian]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Jul 2018 07:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Sonntag findet in Moskau das Finale der Fußball WM der Männer statt, eines der größten Sportevents weltweit. In Deutschland überträgt das ZDF, kommentieren wird Béla Réthy. Ebenfalls für das ZDF und als erste Frau in Deutschland hat Claudia Neumann bei dieser WM kommentiert und sah sich in einschlägigen Kommentarspalten, wie auch schon bei der]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: medium;">Am Sonntag findet in Moskau das Finale der Fußball WM der Männer statt, eines der größten Sportevents weltweit. In Deutschland überträgt das ZDF, kommentieren wird </span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: medium;">Béla Réthy. </span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: medium;">Ebenfalls für das ZDF und als erste Frau in Deutschland hat Claudia Neumann bei dieser WM kommentiert und sah sich in einschlägigen Kommentarspalten, wie auch schon bei der EM 2016, schlimmsten Beleidigungen ausgesetzt – weil sie eine Frau ist. Unser Autor Florian hat sich dazu mal </span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: medium;">ein paar</span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: medium;"> Gedanken gemacht.</span></span></span></strong></p>
<p><span id="more-10752"></span></p>
<p class="western"><span style="font-family: ArialMT;"><span style="font-size: medium;">Auch wenn es für das wachsame Auge so erscheinen mag, da keine Deutschlandflaggen mehr die Fenster schmücken, nein, die Fußball Weltmeisterschaft ist noch nicht vorbei. Doch um den Partypatriotismus soll es heute nicht gehen. Im Zuge dieses internationalen Ereignisses, welches unter Beobachtern oft mit Bier, Schland Gesängen und männlichen Männern, mit männlichen Meinungen über den männlichen Fußball begleitet wird, geht das ZDF einen Weg, der noch nie zuvor beschritten wurde. Neben den üblichen und bekannten Stimmen, die unsere Ohren während der Live Übertragungen mit Informationen über das Spielgeschehen versorgen, ist der ungewohnte Klang einer weiblichen Stimme zu hören. An sich ist es nichts Nennenswertes, oder etwas, worüber man sich streiten muss, aber scheinbar gibt es auch in einem recht fortschrittlichen Zeitalter noch Menschen, denen diese Tatsache den Magen umdreht, ihr Blut kochen lässt und an den Rande des Wahnsinnes bringt, ganz nach dem Motto „Was moderiert ein Küchenobjekt meinen heiligen Fußball?“. Wohlgemerkt ist dies eine krasse Aussage, was aber noch krasser ist, ist dass im Grunde immer noch die Frau als Objekt gesehen wird, als mindere Person, als Accessoire welches vorgegebenen Strukturen unter der männlichen Autorität Folge zu leisten hat. Aber wieso? Ich kann mir nicht erklären, wie eine mittelalterliche Rollenverteilung und über alle Maße ekelhafter Sexismus, so tief in der Gesellschaft etabliert ist. Man könnte ja Frauen und Männer ein Fußballspiel moderieren lassen und sie aufgrund ihres kommunikativen Könnens beurteilen, aber schon während ich das nur denke, beiße ich mir frustriert auf die Fingerknöchel, da mir sofort Kommentare im Social Media Bereich einfallen wie „Die soll zurück in die Küche“, „Lasst den Fußball doch in Ruhe mit Weibsen“ und „Hätte sie geile Brüste wäre es ok“. Unfähig vor Wut und Unverständnis etwas zu schreiben, liegen ein paar Minuten zwischen der letzten und der jetzigen Zeile und das zeigt leider einmal mehr, dass die Frau eben nicht gleichgestellt ist. Nicht auf beruflicher und schon gar nicht auf gesellschaftlicher Ebene. </span></span></p>
<p class="western"><span style="font-family: ArialMT;"><span style="font-size: medium;">Ich wünsche mir für die Zukunft, dass etwas wie eine weibliche Kommentatorin nicht zu ewig langen Hetzdebatten führt und dass die Frauen Fußball WM, wenn überhaupt, nicht nur geschaut wird , um die Teams mit den, Zitat: „hübschesten Damen“ anzufeuern. Es ist so banal einfach aber scheinbar doch so schwierig. Ich hoffe, es wird etwas bewegt. </span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Melanie Fink arbeitet als Trainerin einer Männerfußballmannschaft. Das Interview mit ihr findet ihr <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/10/melanie-fink/">hier</a>.  </strong></li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier gibt es <a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/06/der-schwule-fussballspieler/"><b>einen Text von den Story Tellern </b></a>über einen schwulen Fußballspieler<b>.</b></span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Leia Organa &#8211; Prinzessin, Rebellin, Vorbild</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/04/prinzessin-leia/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Florian]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Apr 2018 07:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Popkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Unser Autor Florian ist großer Star Wars-Fan. Für meinTestgelände hat er sich deshalb intensiv mit dem Charakter der Prinzessin Leia auseinandergesetzt. Welche Eigenschaften sie so besonders machen und warum sie für uns alle ein Vorbild sein kann, lest ihr im folgenden Text. Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie… Mit]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unser Autor Florian ist großer Star Wars-Fan. Für meinTestgelände hat er sich deshalb intensiv mit dem Charakter der Prinzessin Leia auseinandergesetzt. Welche Eigenschaften sie so besonders machen und warum sie für uns alle ein Vorbild sein kann, lest ihr im folgenden Text.</strong></p>
<p><span id="more-10515"></span></p>
<p>Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie…</p>
<p>Mit diesem Satz begann 1977 ein episches Abenteuer. Es tobte ein Krieg zwischen Gut und Böse, der dunklen und der hellen Seite, dem Imperium und der Rebellion.</p>
<p>Angeführt wurden die, vom Imperium liebevoll Terroristen genannten, Rebellen von einer Ebene aus hochqualifizierten Personen, Kriegern, Piloten, Politikern und… einer Prinzessin. Wer wirklich noch nie etwas von Star Wars gehört hat, könnte auf den Gedanken kommen, hier wäre die Rede von einer zierlichen, verwöhnten und glitzernden Monarchin, doch dem ist nicht so. Andere Thronerbinnen, Prinzessin Lucia von Ambria zum Beispiel, sind vielleicht so, aber nicht unsere einzig Wahre Prinzessin Leia von Alderaan.</p>
<p>Klären wir doch erstmal auf, wer diese Person überhaupt ist. Leia Organa ist die Tochter des ehemaligen Jedi Anakin Skywalker und der, von Naboo stammenden Senatorin im galaktischen Senat, Padmé Amidala. Nach dem Verfall zur dunklen Seite der Macht Anakins und dem Tod Padmés, adoptierte der Senator des Planeten Alderaan, Bail Organa, den Säugling und nahm Leia mit auf seine Heimatwelt.</p>
<p>Während ihr biologischer Vater zusammen mit seinem neuen Meister den Jedi Orden stürzte und ein Imperium erschuf, welches sie, kreativ wie sie sind, „Imperium“ nannten, wuchs Leia in ihrer Rolle als Prinzessin von Alderaan auf und begann in jungen Teenagerjahren ihr Volk als Mitglied des imperialen Senats zu vertreten.</p>
<p>Leia war ein kluges Mädchen, nahezu gerissen und kreativ. Ihr gefiel es nicht ein Teil des Problems zu sein. Sie wollte Veränderung, sie hatte eine Vision, sie wollte Frieden. So begann sie mit ihrem Adoptivvater ein Netzwerk aus Widerstandskämpfern aufzubauen und brachte unsere weltweit beliebte Geschichte ins Rollen.</p>
<p>Also kein heroischer Muskelprotz und kein reicher Macho, sondern eine Frau begann zu rebellieren. Sie nahm sich das Recht ihre Meinung auszusprechen. Sie stellte sich der Finsternis die sie umgab und erfüllte nicht das Klischee einer weiblichen Hauptrolle die immer jammert und sich versteckt. Sie ist stark und ein Vorbild für jeden Menschen, egal welchen Geschlechts. Sie macht Mut, sie zeigt eine Richtung und das Einzige was noch getan werden muss, wenn <strong>DU</strong> dich schlecht fühlst, wenn <strong>DU</strong> dich wie ein Versager fühlst und wenn <strong>DU</strong> glaubst es ist dein Schicksal, Dinge zu nehmen wie sie sind, geh in Leias Richtung und möge die Macht mit dir sein.</p>
<p>In liebevoller Erinnerung an Carrie Fisher, unserer einzig wahren Prinzessin.</p>
<p>(Anmerkung: Mir ist bewusst, dass Star Wars nur Fantasie ist, aber ich liebe es und ich finde Dinge die man liebt, sollten einem Kraft geben oder anderen zeigen, dass es auch anders geht.)</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/florian/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Texte von Florian findet ihr hier</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/11/wie-ich-es-sehe/" target="_blank" rel="noopener"><strong>in diesem Video</strong></a> erklären Jugendliche, welches Verständnis von Gender sie haben.</span></li>
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		<title>Ein Tag im Rollstuhl</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/12/ein-tag-im-rollstuhl/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Florian]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Dec 2017 07:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Inklusion]]></category>
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					<description><![CDATA[Florian wird Erzieher &#8211; ein eher nicht so typischer Beruf für einen Mann. Innerhalb seiner Ausbildung hatte er dann die Aufgabe, einen Tag im Rollstuhl zu verbringen. Für uns hat er seine Erfahrungen aufgeschrieben. Hey, ich werde Erzieher und ich bin nicht mal eine Frau. Ja, viele Leute sind überrascht wenn dieser Mensch, männlicher Gattung,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Florian wird Erzieher &#8211; ein eher nicht so typischer Beruf für einen Mann. Innerhalb seiner Ausbildung hatte er dann die Aufgabe, einen Tag im Rollstuhl zu verbringen. Für uns hat er seine Erfahrungen aufgeschrieben.</strong><span id="more-10257"></span></p>
<p>Hey, ich werde Erzieher und ich bin nicht mal eine Frau. Ja, viele Leute sind überrascht wenn dieser Mensch, männlicher Gattung, ihnen erzählt, dass es sein größter Berufswunsch ist mit Kindern zu arbeiten. Die Meisten freuen sich, sind aber, wie gesagt, überrascht. Ich habe die letzten Jahre meiner Pubertät in einer Wohngruppe mit Betreuern verbracht und lebte mit Kindern von 3-18 zusammen. Mich faszinierte die Arbeit meiner Betreuer und das inspirierte mich, mein erstes Schulpraktikum in einer Kita zu absolvieren. Das ist nun gute 2 Jahre her und nun ist es soweit. Ich habe meine Schule beendet und sitze jetzt in der nächsten, um in ein paar Jahren mich mit Elan in das anstrengende, aber dennoch spaßige Berufsleben zu stürzen.</p>
<p>In meiner Ausbildung bearbeiten wir derzeit ein Projekt, welches das Organisieren und Betreuen eines Herbstspiel- und Sportfestes als Ziel hat. Vorrangig Kinder mit Behinderung werden dort sein und wir werden dafür sorgen, dass sie einen schönen Tag mit uns verbringen können. Als Vorbereitung darauf war es auch unsere Aufgabe uns einen Tag lang in einen Rollstuhl zu setzen, um unseren Alltag ohne die Benutzung unserer Beine zu absolvieren. Ich muss ehrlich sagen, dass diese Simulation in der Gruppe viel lustiger ist, als wenn man auf sich alleine gestellt ist. Was es bedeutet an einen Rollstuhl gefesselt zu sein, bemerkte ich direkt beim Verlassen des Schulhofes, es war nämlich sehr anstrengend erst einmal überhaupt ein Gefühl dafür zu entwickeln wie man sich fortbewegt, von der Belastung in den Armen will ich gar nicht erst anfangen. Nachdem wir es auf die Straße wagten, entschlossen wir uns zu der örtlichen Kaufhalle zu fahren und zu gehen. (Wir waren 4 Leute und wir mussten uns abwechseln.)</p>
<p>Kaum waren wir auf dem Weg, ergab sich für mich das erste Hindernis in Form einer Kante am Bürgersteig. Voll motiviert nahm ich Fahrt auf, um gegen die Kante zu donnern und fast aus dem Stuhl zu fallen. Im Nachhinein wurde mir dann erklärt, wie man dort ohne Probleme hinaufkommt. Als ich es nach einem gefühlt 3- stündigen Lachanfall der Anderen auf den Gehweg schaffte, folgte, wie sollte es auch anders sein, die nächste Hürde. Der Gehweg war marode und die viereckigen Betonplatten ragten unregelmäßig aus dem Boden heraus, was es mir erschwerte mit den Fußgängern Schrittzuhalten. Wie man nun auch ungemein erkennen kann, hat unser Jahr die Herbstzeit erreicht, was zur Folge hatte, dass feuchtes Laub das Vorankommen auf dem ohnehin schon schwierigen Weg erschwerte. Nun ja, irgendwann war der marode Höllenpfad überwunden und wir erreichten die Kaufhalle. Es waren relativ viele Leute dort, die einen manchmal anlächelten oder übereifrig so taten als wollen sie mir gegenüber nichts falsch machen. Einer äußerte das, in dem er fast panisch zur Seite sprang, damit ich durch den 3 Meter breiten Gang passe. Das war ein Moment wo ich mir dachte, dass man es auch nicht übertreiben muss. Dennoch genoss ich es, dass die Leute mich mal nicht so ansahen, als hätte ich sie beleidigt, so wie es sonst immer der Fall ist. Ein anderer Moment in dem ich mir gerne etwas Hilfe gewünscht hätte, war bei dem Regal mit Cola Flaschen. Ganz vorne standen die 2 Liter Flaschen, ich wollte aber die 1,25 Liter Flaschen, welche direkt dahinter standen. Um dort anzukommen musste ich die Bremsen anziehen und mich mehr als zur Hälfte aus dem Stuhl hieven, um mit meinen Fingerspitzen eine Flasche zu ergattern. Nebenbei schlenderten zwei Mitarbeiter des Marktes an mir vorbei.<br />
Nun hatte ich meine Cola und auch eigentlich alles, was ich wollte. Die Leute an der Kasse gaben auf mich acht, die Kassiererin redete mit mir, als wäre ich ein Kleinkind und meine Arme und Handgelenke schmerzten. So langsam verging mir die Lust auf das Rollstuhl fahren. Ich hatte auch keine Lust mehr in der Straßenahn in einem beengten Gang zu stehen, in der S-Bahn nicht auf die Toilette zu können weil unüberwindbare Stufen im Weg waren und ich hatte es satt, immerzu angestarrt zu werden.</p>
<p>Dieser Tag im Rollstuhl war eine sehr wichtige Erfahrung für mich. Mit meinen gesunden Beinen laufe ich jeden Tag, jeden maroden Weg, umgehe jede noch so große Pfütze und laufe Treppen hoch. Im Rollstuhl haben ganz viele kleine Dinge plötzlich eine ganz neue Bedeutung. Ich kann mir vorstellen, dass viele Rollstuhlfahrer damit umgehen können und sich auch daran gewöhnt haben, aber ich für meinen Teil bin froh, laufen zu können. Mir ist bewusst geworden, was noch getan werden muss, damit es Menschen mit Behinderung leichter fällt den Alltag zu bewältigen und ich werde mir überlegen, wie ich diesen Spalt der völligen Desinteresse und Übermotivation schließen könnte. Jeder, der diese Chance der Selbsterfahrung hat, sollte diese auch nutzen, es öffnet die Tür zu der gleichen, aber dennoch anderen Welt.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>In <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/11/altenpflegerin/" target="_blank" rel="noopener"><strong>diesem Interview</strong></a> erzählt Aleyna von ihrer Ausbildung zur Altenpflegerin.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/09/erst-einmal-weg-teil-3/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Hier</strong></a> berichtet Lilith von ihren Plänen nach dem Abi.</span></li>
</ul>
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		<title>Die Welt hautnah</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/10/die-welt-hautnah/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Florian]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Oct 2017 07:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geflüchtete]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rente]]></category>
		<category><![CDATA[Ungerechtigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Florian ist neuer Autor bei meinTestgelände, weil er Ungerechtigkeiten an- und aussprechen will. Und damit beginnt er direkt in seinem ersten Artikel. In dieser Welt läuft vieles falsch. Ein in die Jahre gekommener Milliardär spielt Rambo in Amerika, ein Erbdiktator lässt sich für seine Atomwaffentests feiern und Gruppen von Fanatikern, die Religionen missbrauchen, zerstören die]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Florian ist neuer Autor bei meinTestgelände, weil er Ungerechtigkeiten an- und aussprechen will. Und damit beginnt er direkt in seinem ersten Artikel.</strong></p>
<p><span id="more-9715"></span></p>
<p>In dieser Welt läuft vieles falsch. Ein in die Jahre gekommener Milliardär spielt Rambo in Amerika, ein Erbdiktator lässt sich für seine Atomwaffentests feiern und Gruppen von Fanatikern, die Religionen missbrauchen, zerstören die Leben tausender Menschen. Das ist es was die Welt bewegt, das ist es was die Medien antreibt, das ist oberflächlich betrachtet das Problem dieser Welt. Während die Menschheit auf die ganz großen Fische sieht, versuche ich mich mit grundlegenden Problemen der Menschen um mich herum auseinanderzusetzen.  Vor einer Woche saß ich am Hafen mit ein paar Freunden, habe zwei Bierchen getrunken und hatte Spaß. Nach einer Stunde kam eine Frau zu uns und ihr Fahrrad, mit halb gefülltem Pfandflaschenbeutel beladen, schob sie neben sich her. Sie fragte uns nach den leeren Flaschen. Wir gaben ihr diese natürlich, wunderten uns dennoch, dass sie nicht aussah wie eine Obdachlose. Ich gab ihr mit den Flaschen noch einen 5 Euro Schein, woraufhin sie anfing zu weinen und mich umarmte. Sie erzählte uns, dass sie ihr Leben lang gearbeitet hat, bis zum Ende durchgehalten hat und jetzt in ihrer Rente Pfandflaschen sammeln muss um ihr Überleben zu finanzieren. Das ging mir tagelang nicht aus dem Kopf und es macht mich wütend, dass in einem so reichen Land, Menschen leiden müssen. Das ist ein grundlegendes Problem, hier, hautnah. Statt sich darum zu kümmern wird kräftig in Waffentechnologie und Export investiert. Krieg wird zu einem ekelhaften Wettlauf der Kapitalstaaten. Dieses Land ist mit Schuld, dass der IS die Möglichkeit hat überhaupt zu verwüsten, zu zerbomben, zu morden. Flüchtlinge kommen nicht ohne Grund oder aus guter Laune zu uns und hoffen bei uns Unterkunft zu finden. Mein Mitbewohner ist ein syrischer Flüchtling und es ging mir ebenfalls nicht aus dem Kopf, dass er (Er ist sehr dünn und auch irgendwie eine Diva) zu Fuß losging, weg von den Trümmerfeldern seiner Heimatstadt, auf der Straße schlief in der Kälte und hungern musste. Er hat es geschafft, er ist hier. Soweit so gut, könnte man denken. Doch statt zur Ruhe zu kommen, muss er sich täglich mit rassistischen Anfeindungen rumschlagen, sei es wegen seiner Hautfarbe, seiner Religion oder seiner Homosexualität. Das macht mich traurig und wütend. Ein letzter Punkt, damit es nicht noch länger wird, betrifft mich selbst. Es ist ein Problem, dass Die Regierung, sei es im Bundestag, in den Landtagen oder in den Ortsbeiräten scheinbar kein Interesse daran zeigen, wie Kinder aufwachsen. Wenn Kinder geschlagen werden, regelrecht verprügelt, runtergemacht und bespuckt von ihrer eigenen Mutter werden, frage ich mich wo meine Hilfe blieb, bis ich sie mir mit 15 Jahren selbst holte. Es war offensichtlich.<strong> </strong></p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>In „<a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/03/diewelt/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Die Welt</strong></a>“ schlägt Ecxes ähnliche Töne an.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/04/gelaende2016-theater-workshop-statements/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Statements</strong></a> gegen Rassismus und Sexismus von Jugendlichen auf dem #gelände16.</span></li>
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