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	<title>Lina &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Das Kind in mir muss keine Heimat finden, es sollte einfach mehr One Direction hören</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jun 2026 09:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Coming of Age]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Warum das Kind in uns manchmal keine Heilung braucht, sondern einfach die Freiheit, sich für das zu begeistern, was ihm guttut beschreibt Lina in ihrem neuen Text. Eine Reflexion über Neurodivergenz, Misogynie, Nostalgie und die Kunst, milder auf das eigene frühere Ich zu blicken. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich als Kind]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Warum das Kind in uns manchmal keine Heilung braucht, sondern einfach die Freiheit, sich für das zu begeistern, was ihm guttut beschreibt Lina in ihrem neuen Text. Eine Reflexion über Neurodivergenz, Misogynie, Nostalgie und die Kunst, milder auf das eigene frühere Ich zu blicken.</strong><span id="more-17500"></span></p>
<p>Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich als Kind alles sein wollte, außer ein Kind. Ich wollte erwachsen sein, mit dazu gehören und endlich für mich selbst verantwortlich sein. Jetzt bin ich 26 und habe nicht das Gefühl, wirklich ‚erwachsen‘ zu sein. Ich vergesse Arzttermine, ernähre mich nicht annähernd ausgewogen und habe Existenzängste.</p>
<p>Das Erwachsenwerden wird oft als eine Bewegung beschrieben: ein Fortschreiten, ein Hinter-sich-Lassen, ein linearer Prozess hin zu Stabilität. Für viele ist es das nicht und ich frage mich, ob es das für irgendwen ist. Für manche ist es eher eine Überlagerung von Versionen des Selbst, die nie ganz verschwinden, sondern sich in bestimmten Momenten wieder nach vorne schieben.</p>
<p>Als Jugendliche bestand meine Existenz gefühlt vor allem aus Scham. Scham ist kein beiläufiges Gefühl im Prozess des Erwachsenwerdens. Sie ist strukturierend. Sie entsteht nicht im luftleeren Raum, sondern in einem Geflecht aus Erwartungen: daran, wie ein Körper zu sein hat, wie ein Mädchen* sich zu verhalten hat, wie Aufmerksamkeit funktioniert, wie „angemessen“ Konzentration, Lautstärke, Begeisterung oder Chaos sein dürfen. Für weiblich sozialisierte Personen mit ADHS verschränkt sich diese Erwartungsstruktur auf spezifische Weise mit neurologischer Differenz.</p>
<p>Studien zeigen, dass ADHS bei Mädchen und Frauen lange unterdiagnostiziert wurde, weil sich Symptome häufig internalisieren: weniger störend, weniger sichtbar, dafür stärker mit Selbstzweifeln, Perfektionismus und sozialer Anpassung verbunden. Das Ergebnis ist nicht weniger Leid, sondern oft mehr, weil die Abweichung nicht als solche erkannt wird, sondern als persönliches Versagen interpretiert wird.</p>
<p>Das bedeutet konkret: Man wächst auf mit dem Gefühl, falsch zu sein, ohne eine Sprache dafür zu haben. Ich erinnere mich an 2016. An Fanfiction, an Tumblr, an endlose Stunden mit Musik und Videos über Harry Styles, die gleichzeitig Zuflucht und Projektionsfläche waren. An das erste Konzert, auf dem alles zu viel und genau richtig war. An das Gefühl, zu laut zu sein, zu aufgeregt, zu emotional und gleichzeitig daran, wie notwendig genau das war. Ich erinnere mich daran, wie glücklich ich war im Internet und wie beschämt ich war, wenn ich mich nicht getraut habe, meine Konzertshirts in der Schule zu tragen.</p>
<p>Zehn Jahre später stehe ich wieder auf einem Konzert einer Boyband. Wieder mit meiner besten Freundin. Die gleiche Band, ein anderer Kontext, ein anderer Körper, ein anderes Selbstverständnis. Und plötzlich ist sie da: diese irritierende Gleichzeitigkeit von Nähe und Distanz zu meinem früheren Ich. Es ist verführerisch, rückblickend zu urteilen. Zu sagen: Du hast dir zu viele Gedanken gemacht. Du warst zu unsicher. Zu abhängig davon, was andere denken. Aber diese Perspektive ist vermessen. Sie unterschätzt die strukturellen Bedingungen, unter denen dieses Denken überhaupt erst entstanden ist. Was wie individuelle Unsicherheit erscheint, ist oft das Ergebnis kollektiver Zuschreibungen. Misogynie funktioniert nicht nur über offene Abwertung, sondern über subtile Disziplinierung: über die ständige Rückmeldung, beobachtet zu werden. Bewertet zu werden. Zu viel zu sein oder nicht genug. Für neurodivergente Personen verstärkt sich dieser Effekt, weil sie ohnehin häufiger als „abweichend“ markiert werden. Scham ist in diesem Kontext keine Schwäche, sondern eine erlernte Überlebensstrategie. Und vielleicht ist das der Punkt, an dem sich mein Blick verschiebt.</p>
<p>Nicht im Sinne einer vollständigen Versöhnung – das wäre zu einfach. Sondern eher als vorsichtige Neubewertung: Das Kind, das ich war, musste keine „Heimat in sich selbst finden“. Es musste auch nicht weniger fühlen, weniger denken, weniger sein. Vielleicht hätte es einfach mehr Räume gebraucht, in denen es existieren durfte, ohne sich permanent zu reflektieren. Vielleicht hätte es einfach mehr Musik hören sollen. Oder genauer: Es hätte sich nicht dafür schämen sollen, wie sehr es diese Musik gebraucht hat.</p>
<p>Das Erwachsenwerden besteht dann nicht darin, dieses frühere Selbst zu überwinden. Sondern darin, die Perspektive zu korrigieren, aus der man auf es schaut. Zu erkennen, dass viele der Zweifel nicht aus einem „zu viel Nachdenken“ entstanden sind, sondern aus einem System, das genau dieses Nachdenken produziert. Und dass Nostalgie nicht nur Verklärung ist, sondern auch eine Form von Erkenntnis: darüber, was gefehlt hat.</p>
<p>Jetzt höre ich die Musik, lese die Texte und schaue die Inhalte von vor 10 Jahren. Irgendwie hat sich nichts geändert und eben doch alles.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hör auf zu jammern &#8211; Warum Leistungsideologie feministisch bekämpft werden muss</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/02/hoer-auf-zu-jammern-warum-leistungsideologie-feministisch-bekaempft-werden-muss/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Feb 2026 09:58:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Cash & Care]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Leistungsideologie verkauft strukturelle Ungleichheit als persönliches Versagen und trifft Frauen*, Care-Arbeitende und prekär Beschäftigte besonders hart. Während Politik von „zu wenig Arbeit“ redet, bleiben oft emotionale Arbeit und Mindestlohnrealität unsichtbar. „Hör auf zu jammern“ ist einer dieser Sätze, die so harmlos klingen, bis man merkt, dass sie ein ganzes System absichern. Ich höre diesen Satz]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Leistungsideologie verkauft strukturelle Ungleichheit als persönliches Versagen und trifft Frauen*, Care-Arbeitende und prekär Beschäftigte besonders hart. Während Politik von „zu wenig Arbeit“ redet, bleiben oft emotionale Arbeit und Mindestlohnrealität unsichtbar.</strong><br />
<span id="more-17329"></span></p>
<p>„Hör auf zu jammern“ ist einer dieser Sätze, die so harmlos klingen, bis man merkt, dass sie ein ganzes System absichern. Ich höre diesen Satz von meinen Großeltern, in Kommentarspalten und auch aus der Politik. Meine Generation und „die Jugend“ (wer soll das sein?), meckert zu viel und ist zu faul. Früher haben das doch auch alle geschafft und da konnte man sich nicht leisten, so erschöpft zu sein. Denn wer erschöpft ist, hat sich nicht genug angestrengt.</p>
<p>Dieses Leistungsnarrativ ist tief verankert – und es trifft nicht alle gleich.</p>
<p><strong>Die Rückkehr des Leistungsmythos</strong></p>
<p>Aktuell wird diese Logik wieder laut reproduziert. Friedrich Merz spricht von zu hohen Krankenständen, stellt das Recht auf Teilzeitarbeit infrage und inszeniert Arbeitsunfähigkeit als individuelles Problem mangelnder Disziplin. Die Botschaft ist klar: Deutschland arbeitet zu wenig, ist zu bequem geworden.</p>
<p>Strukturelle Faktoren fehlen im Diskurs. Dass Frauen, Teilzeitkräfte und Care-Arbeit in Statistiken anders auftauchen als klassische Vollzeitarbeit, wird in vereinfachten Leistungsnarrativen ausgeblendet. Mehr Stunden bedeuten nicht automatisch mehr Wohlstand oder mehr Gerechtigkeit – und vor allem nicht mehr Produktivität. Deutschland schafft mit vergleichsweise wenigen Stunden im internationalen Vergleich eine hohe Wertschöpfung. Gleichzeitig ist die Lohn-, Wachstums- und Wohlstandsentwicklung in Relation zur Inflation eher schwach.</p>
<p>Dieses Spannungsfeld zwischen Arbeitszeit, Produktivität und Lebensrealität wird im simplen Satz „Wir arbeiten zu wenig“ systematisch ausgeblendet. Was dabei konsequent ignoriert wird, ist auch die Frage, wer krank ist – und warum.</p>
<p><strong>Der männliche Maßstab</strong></p>
<p>Unser Gesundheitssystem ist historisch auf den männlichen Körper ausgelegt. Symptome, Krankheitsverläufe, Medikamente, Belastungsgrenzen – vieles basiert auf einem Körper, der keine Menstruation kennt, keine hormonellen Zyklen durchläuft, nicht schwanger wird. Selbst die Zahnpasta ist auf den pH-Wert des männlichen Mundes eingestellt.</p>
<p>Frauen* haben im Durchschnitt rund 13 Wochen im Jahr ihre Periode. Das ist keine Krankheit, aber es ist auch kein neutraler Zustand. Schmerzen, Erschöpfung, Migräne, Endometriose – all das taucht in Arbeitszeitmodellen, Produktivitätskennzahlen und politischen Debatten kaum auf. Demgegenüber stehen statistisch etwa drei Wochen Krankheit pro Jahr. Trotzdem wird so getan, als sei jede Form von Erschöpfung persönliches Versagen.</p>
<p><strong>Neoliberaler Feminismus und Selbstoptimierung</strong></p>
<p>Gleichzeitig wird Leistung längst nicht mehr nur im klassischen Sinne gemessen. Wir definieren uns über Produktivität, über Sichtbarkeit, über Output. Selbst im Feminismus sind wir nicht frei von dieser Logik. Neoliberaler Self-Branding-Feminismus verkauft Gleichberechtigung als Lifestyle-Entscheidung: ein Instagram-Post, eine Brand Identity, ein „Empowerment“-Mantra.</p>
<p>Feministisch sein wird etwas, das man machen kann – oder eben nicht. Strukturelle Kritik wird ersetzt durch individuelle Selbstoptimierung. Wer scheitert, hat sich offenbar nicht gut genug vermarktet oder es nicht verstanden.</p>
<p><strong>Unsichtbare Arbeit</strong></p>
<p>Was dabei unter den Tisch fällt, ist Arbeit, die sich nicht zählen lässt. Care-Arbeit im klassischen Sinne – Haushalt, Kinder, Pflege – ja. Aber auch emotionale Arbeit: zuhören, erklären, aushalten, übersetzen. Immer wieder männlichen* Lebensrealitäten erklären, warum Sexismus kein Missverständnis ist, warum bestimmte Witze verletzen, auch wenn man sie nicht „böse meint“.</p>
<p>Diese Bildungsarbeit ist kostenlos, unsichtbar und emotional teuer. Und sie bringt uns in ein permanentes Dilemma: Ich will diese Arbeit nicht leisten müssen – aber ich will auch verstanden werden. Und irgendwo sitzt immer dieser Gedanke: Wenn ich es ihm* nicht erkläre, woher soll er* es dann wissen?</p>
<p><strong>Mindestlohn und Realität</strong></p>
<p>Der Arbeitsmarkt tut sein Übriges. Ich arbeite aktuell im Buchhandel zum Mindestlohn. Ich bin erschöpft. Meine Chefin sagt, ich müsse mehr geben – dann könne man vielleicht über mehr Stunden reden. Sie ist selbst Chefin und verdient ebenfalls nur Mindestlohn. In der gleichen Buchhandlung arbeiten ausgebildete Buchhändlerinnen* für 20 Stunden, ebenfalls zum Mindestlohn. Gleichzeitig wundert man sich, warum sich niemand bewirbt. Als wäre das ein Rätsel und kein strukturelles Problem.</p>
<p><strong>Wir wollen leben, nicht nur funktionieren</strong></p>
<p>Das Leistungsversprechen, mit dem viele von uns aufgewachsen sind – streng dich an, beschwer dich nicht, dann wirst du belohnt – funktioniert nicht mehr. Oder vielleicht hat es das nie getan, aber jetzt wird es sichtbar. Viele von uns sind desillusioniert. Wir wollen leben, nicht nur funktionieren. Zeit haben, Freude, ein Leben neben der Arbeit.</p>
<p>Selbst wenn das weniger Geld bedeutet – wobei „weniger“ oft ohnehin kaum genug ist. Für mich und viele andere ist ein Leben mehr wert als die ganze Zeit nur arbeiten, vor allem wenn sich diese nicht lohnt. Diese Haltung wird belächelt, als mangelnder Ehrgeiz abgetan. Selten wird verstanden, dass Produktivität heute allgegenwärtig und unumgänglich ist.</p>
<p><strong>Dauererreichbarkeit</strong></p>
<p>Unsere Smartphones sind dafür das beste Beispiel. Sie versprechen Freiheit, Vernetzung, Selbstbestimmung – und sind gleichzeitig ständige Arbeitsgeräte. Erreichbarkeit wird vorausgesetzt, Grenzen verschwimmen, Abschalten wird zur persönlichen Verantwortung. Wer nicht antwortet, gilt als unprofessionell. Wer müde ist, als unmotiviert.</p>
<p><strong>Nach oben treten</strong></p>
<p>Leistungsideologie ist kein neutrales Konzept. Sie ist geschlechtlich, klassistisch und zutiefst kapitalistisch. Feminismus, der sich ernst nimmt, muss sie angreifen. Nicht, indem wir noch produktiver werden, noch resilienter, noch besser organisiert. Sondern indem wir fragen:</p>
<ul>
<li>Wer kann sich Leistung leisten?</li>
<li>Wessen Arbeit wird gesehen – und wessen Erschöpfung wird ignoriert?</li>
<li>Warum gilt Jammern als Problem, wenn es oft nur ein Hinweis darauf ist, dass etwas grundlegend schiefläuft?</li>
</ul>
<p>Es war noch nie unten gegen unten.<br />
Es war immer unten gegen oben.<br />
Vielleicht sollten wir endlich wieder anfangen, nach oben zu treten.</p>
<hr />
<p><strong>Literatur:</strong><br />
Evteeva, Maria, und Lucrecia Burges. <em>Internalized Misogyny: The Patriarchy Inside Our Heads.</em> Bd. 14, 2024.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mein Körper ist nicht das Problem (da bin ich mir recht sicher)</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/11/mein-koerper-ist-nicht-das-problem-da-bin-ich-mir-recht-sicher/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Nov 2025 09:00:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Körper ist nie nur ein Körper. Er ist Projektionsfläche, Erwartung oder Bewertung.Der neue Text von Lina handelt davon, was passiert, wenn die Welt uns erklärt, wer wir zu sein haben und wie wir lernen, uns trotzdem selbst zu gehören. Ich hatte nie ein Problem mit meinem Körper. Gut, das stimmt vielleicht nicht ganz. Andere]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-start="532" data-end="934"><strong>Ein Körper ist nie nur ein Körper. Er ist Projektionsfläche, Erwartung oder Bewertung.</strong><br data-start="263" data-end="266" /><strong>Der neue Text von Lina handelt davon, was passiert, wenn die Welt uns erklärt, wer wir zu sein haben und wie wir lernen, uns trotzdem selbst zu gehören.</strong><br />
<span id="more-17220"></span></p>
<p data-start="532" data-end="934">Ich hatte nie ein Problem mit meinem Körper. Gut, das stimmt vielleicht nicht ganz. Andere schon. Deshalb hatte ich dann auch ein Problem mit ihm.<br data-start="678" data-end="681" />Mein Körper ist mehrgewichtig, weich, sichtbar – und wird weiblich gelesen, auch wenn ich es nicht bin. Ich bin also gleichzeitig zu viel und zu wenig: zu groß für Restaurantstühle, zu rund für Mode, zu queer für das, was Leute glauben, sehen zu müssen.</p>
<p data-start="936" data-end="1391">Wenn ich alte Fotos von mir ansehe, sehe ich, wie mich eine sehr dünne Frau ansieht – fast noch ein Mädchen, das ich nicht mehr bin. Und trotzdem fühle ich mich genauso wie jetzt. Ich habe mich in jedem Stadium, in jeder Form meines Körpers gleich dick gefühlt, gleich zu viel, gleich zu massig. Obwohl ich jedes Mal sehr anders aussah. Ich habe mich nie gut über mich gefühlt. Ich habe mich immer gefühlt, als wäre ich nicht genug und zu viel auf einmal.</p>
<p data-start="1393" data-end="1991">Ich liebe auffällige Mode, aber ich wollte nie zu auffällig sein – weil dann alle meinen Körper sehen.<br data-start="1495" data-end="1498" />Früher war ich traurig, wenn mir niemand auf der Straße hinterhergerufen hat. Ich dachte, Sichtbarkeit sei Bestätigung. Heute weiß ich: Sichtbarkeit ist eine Frage der Norm. Und Normen – das hat Maria Evteeva (2024) treffend beschrieben – sind Werkzeuge patriarchaler Kontrolle. Sie schreiben Körpern soziale Positionen zu, um sie gefügig zu machen. Misogynie, schreibt sie, „ist kein Zufallsprodukt, sondern das zentrale Regulierungsinstrument des Patriarchats“ (Evteeva und Burges 2024, 85).</p>
<p data-start="1993" data-end="2190">Cat aus <em data-start="2001" data-end="2011">Euphoria</em> hat einmal gesagt:<br data-start="2030" data-end="2033" /><strong data-start="2033" data-end="2190">„I used to be so scared that people would notice I was fat. But now, I just don’t care. Because a fat girl who doesn’t care? That’s fucking unstoppable.“</strong></p>
<p data-start="2192" data-end="2317">Und das will ich auch sein.<br data-start="2219" data-end="2222" />Unaufhaltsam. Aber ich will das nicht <em data-start="2260" data-end="2267">trotz</em> meines Körpers sein. Ich will das <em data-start="2302" data-end="2307">mit</em> ihm sein.</p>
<p data-start="2319" data-end="2607">Neulich habe ich wieder gemerkt, wie tief die Vorstellung sitzt, dass „dick“ nicht sexy sein darf.<br data-start="2417" data-end="2420" />Macht mal den Selbstversuch: Gebt bei Google „Plus Size Halloween Kostüm“ ein.<br data-start="2498" data-end="2501" />Was kommt?<br data-start="2511" data-end="2514" />Säcke.<br data-start="2520" data-end="2523" />Tier-Onesies.<br data-start="2536" data-end="2539" />Und irgendwo dazwischen steht das Internet und ruft: „Be confident!“</p>
<p data-start="2609" data-end="2800">Zur Erinnerung: In <em data-start="2628" data-end="2640">Mean Girls</em> sagt Cady Heron:<br data-start="2657" data-end="2660" /><strong data-start="2660" data-end="2800">„In Girl World, Halloween is the one night a year when a girl can dress like a total slut and no other girls can say anything about it.“</strong></p>
<p data-start="2802" data-end="3113">Ich hab das mal versucht – bildlich gesprochen. Nur dass, wenn du „Plus Size Dessous“ suchst, das Ergebnis klingt wie ein Werbeslogan aus der Hölle: „Sexy für Mollige“.<br data-start="2970" data-end="2973" />Das klingt ungefähr so, als würde ein mittelmäßig gebildeter Mann über das „Stadtbild“ reden – gönnerhaft, aber ohne zu wissen, was er sagt.</p>
<p data-start="3115" data-end="3446">Und selbst diese „Dessous für Mollige“ gehen meist nur bis Körbchengröße E. Vielleicht 100 cm Unterbrustumfang, wenn man Glück hat. Und dann sind die BHs in D auch noch gepolstert. Warum?<br data-start="3302" data-end="3305" />Ich hab 105 G – oder 100 H als Kreuzgröße – und ich schwöre: Ich bin so hot. Ich bin so sexy.<br data-start="3398" data-end="3401" />Warum will mich die Industrie nicht so sehen?</p>
<p data-start="3448" data-end="3678">Die sogenannte Curvy Collection besteht oft aus Shapewear.<br data-start="3506" data-end="3509" />Die <em data-start="3513" data-end="3523">Brigitte</em>, <em data-start="3525" data-end="3531">Ella</em> und <em data-start="3536" data-end="3551">Bild der Frau</em> sagen im selben Atemzug:<br data-start="3576" data-end="3579" /><strong data-start="3579" data-end="3613">„Du bist gut so, wie du bist.“</strong> –<br data-start="3615" data-end="3618" />und:<br data-start="3622" data-end="3625" /><strong data-start="3625" data-end="3678">„So kommst du noch schnell in deinen Sommerbody.“</strong></p>
<p data-start="3680" data-end="3842">Ich hab die Diäten gemacht.<br data-start="3707" data-end="3710" />Ich war brav.<br data-start="3723" data-end="3726" />Ich war diszipliniert.<br data-start="3748" data-end="3751" />Und alles, was ich war, war schwach und ausgelaugt.<br data-start="3802" data-end="3805" />Genau so, wie sie mich haben wollten.</p>
<p data-start="3844" data-end="4097">Sorana-Alexandra Constantinescu (2021) nennt das internalisierte Misogynie: den Moment, in dem Frauen gelernt haben, sich selbst zu kontrollieren, bevor es andere tun.<br data-start="4011" data-end="4014" />Wir werden bestraft, wenn wir auffallen – und nicht belohnt, wenn wir uns anpassen.</p>
<p data-start="4099" data-end="4519">Wie Iris Marion Young (1992) schreibt, ist Unterdrückung kein einzelner Akt, sondern ein System aus „ökonomischer Ausbeutung, Marginalisierung, Machtlosigkeit, kulturellem Imperialismus und systemischer Gewalt“ (zit. nach Constantinescu 2021).<br data-start="4342" data-end="4345" />Wir leben in Strukturen, die uns lehren, wie wir uns zu formen haben:<br data-start="4414" data-end="4417" />Sei ehrgeizig, aber nicht zu laut; sei sinnlich, aber nicht sexuell; sei frei, aber bitte unauffällig.</p>
<p data-start="4521" data-end="4627">Und wir fallen in diese Unterdrückung nicht, weil wir schwach sind –<br data-start="4589" data-end="4592" />sondern weil wir in ihr aufwachsen.</p>
<p data-start="4629" data-end="5023">Constantinescu zeigt, dass Mädchen und weiblich sozialisierte Menschen schon in der frühen Jugend lernen, dass ihr Wert an Gefallen, Zurückhaltung und Kontrolle hängt. Zwischen elf und vierzehn, schreibt sie, verändert sich die Persönlichkeit vieler Mädchen: Aus mutigen, lauten, selbstbewussten Kindern werden Jugendliche, die plötzlich lernen, Platz zu sparen – in Stimme, Kleidung, Bewegung.</p>
<p data-start="5025" data-end="5308">So wachsen wir in einem doppelten Spiegelkabinett auf:<br data-start="5079" data-end="5082" />Wir sehen, wie Frauen bewertet werden – und beginnen, uns selbst mit denselben Augen zu betrachten.<br data-start="5181" data-end="5184" />Wir übernehmen das Urteil der Gesellschaft, bevor jemand es ausspricht.<br data-start="5255" data-end="5258" />Wir internalisieren den Blick, der uns klein hält.</p>
<p data-start="5310" data-end="5575">Evteeva (2024) beschreibt das als das perfide Prinzip des Patriarchats: dass es nicht nur über Macht, sondern über Bedeutung funktioniert. Weiblichkeit wird mit Schwäche, Abhängigkeit und Unfähigkeit gleichgesetzt – und alles, was davon abweicht, wird sanktioniert.</p>
<p data-start="5577" data-end="5949">Akane Kanai (2020) ergänzt, dass selbst die neue, mediale „Freiheit“ für FLINTA-Körper meist an Bedingungen geknüpft ist: an Schönheit, an Ästhetik, an Marktfähigkeit.<br data-start="5744" data-end="5747" />Freiheit ist erlaubt, solange sie klickt.<br data-start="5788" data-end="5791" />Freizügigkeit wird gefeiert, solange sie der Norm schmeichelt; dieselbe Geste wird bestraft, sobald sie von einem Körper kommt, der nicht in diese Norm passt.</p>
<p data-start="5951" data-end="6204">So funktioniert Kontrolle unter dem Deckmantel der Emanzipation:<br data-start="6015" data-end="6018" />Wir sollen frei sein, aber bitte nur so, dass es schön aussieht.<br data-start="6082" data-end="6085" />Wir sollen sichtbar sein, aber nur, wenn es sich verkaufen lässt.<br data-start="6150" data-end="6153" />Wir sollen selbstbewusst sein, aber nicht unbequem.</p>
<p data-start="6206" data-end="6555">Wir fallen also nicht in Unterdrückung hinein –<br data-start="6253" data-end="6256" />wir werden in sie hineingeschult.<br data-start="6289" data-end="6292" />In jede Pose, jede Werbung, jede Bemerkung, jede Diät.<br data-start="6346" data-end="6349" />Und irgendwann können wir sie selbst reproduzieren, ohne dass jemand sie uns noch beibringen muss.<br data-start="6447" data-end="6450" />Das Patriarchat muss uns gar nicht immer aktiv unterdrücken – wir erledigen die Arbeit inzwischen selbst.</p>
<p data-start="6557" data-end="6904">Und wenn ich dann auf der Bühne stehe, in einem Kleid, das ich liebe, und jemand sagt:<br data-start="6643" data-end="6646" /><strong data-start="6646" data-end="6748">„Mensch, du bist aber mutig, dass du dich mit deinem Körper so etwas traust. Du bist ein Vorbild!“</strong><br data-start="6748" data-end="6751" />dann weiß ich, das ist nett gemeint.<br data-start="6787" data-end="6790" />Aber wovon redet ihr?<br data-start="6811" data-end="6814" />Ich bin weder mutig noch gewagt noch zu viel.<br data-start="6859" data-end="6862" />Ich bin einfach da.<br data-start="6881" data-end="6884" />Ich bin einfach ich.</p>
<p data-start="6906" data-end="7152">Ich freue mich ehrlich über jede Marke, die größere Größen führt.<br data-start="6971" data-end="6974" />Ulla Popken zum Beispiel: Die machen großartige, hochwertige Teile – gut verarbeitet, langlebig, bequem.<br data-start="7078" data-end="7081" />Aber trotzdem: Vieles davon sind Säcke. Stoffgewordene Unauffälligkeit.</p>
<p data-start="7154" data-end="7364">Ich will nichts kaschieren. Ich will glänzen.<br data-start="7199" data-end="7202" />Ich will Kleider, die mich nicht verstecken, sondern feiern.<br data-start="7262" data-end="7265" />Ich will mich anziehen dürfen wie jemand, der sich liebt – nicht wie jemand, der sich entschuldigt.</p>
<p data-start="7366" data-end="7653">Und ja, ich könnte mir Kleidung maßanfertigen lassen – es gibt fantastische kleine Brands, die das machen, die radikal inklusiv denken, die Körper ernst nehmen.<br data-start="7526" data-end="7529" />Aber die Realität ist: Ich habe nicht das Geld dafür. Nicht die Zeit. Nicht die Möglichkeit, mich jeden Tag neu zu erfinden.</p>
<p data-start="7655" data-end="7775">Und trotzdem: Ich bin hier.<br data-start="7682" data-end="7685" />Ich bin sichtbar.<br data-start="7702" data-end="7705" />Mein Körper ist kein Kompromiss –<br data-start="7738" data-end="7741" />er ist Bühne, Zuhause, Widerstand.</p>
<div style="margin-top: 1em; padding: 1em; border-left: 4px solid #000; background: #f7f7f7; line-height: 1.6;">
<p><strong>Constantinescu, Sorana.</strong><br />
„<em>How Does the Internalization of Misogyny Operate: A Theoretical Approach With European Examples</em>“.<br />
<i>Research in Social Change</i>, Bd. 13, Dezember 2021, S. 120–128.<br />
<a href="https://doi.org/10.2478/rsc-2021-0013" target="_blank" rel="noopener">https://doi.org/10.2478/rsc-2021-0013<br />
</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Evteeva, Maria &amp; Burges, Lucrecia.</strong><br />
<em>Internalized Misogyny: The Patriarchy Inside Our Heads</em>.<br />
Bd. 14, 2024.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kanai, Akane.</strong><br />
„<em>Between the Perfect and the Problematic: Everyday Femininities, Popular Feminism, and the Negotiation of Intersectionality</em>“.<br />
<i>Cultural Studies</i>, Bd. 34, Nr. 1, Januar 2020, S. 25–48.<br />
<a href="https://doi.org/10.1080/09502386.2018.1559869" target="_blank" rel="noopener">https://doi.org/10.1080/09502386.2018.1559869</a></p>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Anleitung zur Herstellung eines Mannes</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/09/17077/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Sep 2025 09:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Patriachat]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17077</guid>

					<description><![CDATA[Ein Text von Lina über Stärke und Schwäche, über Lügen des Patriarchats und neue Bilder von Männlichkeit.Für alle, die fragen: Muss ein Mann wirklich so sein? Ein Mann beschützt. Seine Familie. Seine Freunde. Außer sich selbst.  Ein Mann gibt den Ton an. Und marschiert. Nicht aus der Reihe. Nie zurück. Nur vorwärts – auch wenn’s]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Ein Text von Lina über Stärke und Schwäche, über Lügen des Patriarchats und neue Bilder von Männlichkeit.</strong><br data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="hardBreak" data-prosemirror-node-inline="true" /><strong>Für alle, die fragen: Muss ein Mann wirklich so sein?</strong></p>
<p><span id="more-17077"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ein Mann beschützt.</span><br />
<span data-contrast="auto">Seine Familie.</span><br />
<span data-contrast="auto">Seine Freunde.</span><br />
<span data-contrast="auto">Außer sich selbst.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ein Mann gibt den Ton an.</span><br />
<span data-contrast="auto">Und marschiert.</span><br />
<span data-contrast="auto">Nicht aus der Reihe.</span><br />
<span data-contrast="auto">Nie zurück.</span><br />
<span data-contrast="auto">Nur vorwärts –</span><br />
<span data-contrast="auto">auch wenn’s ins Nichts führt.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ein Mann hat keine Gefühle.</span><br />
<span data-contrast="auto">Außer Wut.</span><br />
<span data-contrast="auto">Außer Stolz.</span><br />
<span data-contrast="auto">Außer Zorn,</span><br />
<span data-contrast="auto">wenn ihn jemand schwach nennt.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ein Mann ist eine Waffe,</span><br />
<span data-contrast="auto">verkleidet als Vorbild.</span><br />
<span data-contrast="auto">Er darf zart sein –</span><br />
<span data-contrast="auto">solange es taktisch ist.</span><br />
<span data-contrast="auto">Er darf weinen –</span><br />
<span data-contrast="auto">aber nur im Kino,</span><br />
<span data-contrast="auto">wenn der Held stirbt.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Hegemoniale Männlichkeit</span><br />
<span data-contrast="auto">ist keine Natur.</span><br />
<span data-contrast="auto">Sie ist Nachkriegskonstruktion.</span><br />
<span data-contrast="auto">Geboren aus Ruinen.</span><br />
<span data-contrast="auto">Genährt von Drill, Disziplin,</span><br />
<span data-contrast="auto">und dem Bild des Soldaten,</span><br />
<span data-contrast="auto">der „die Heimat“ rettet.</span><br />
<span data-contrast="auto">Ein Mann ist dann ein Mann,</span><br />
<span data-contrast="auto">wenn er bereit ist zu töten.</span><br />
<span data-contrast="auto">Oder wenigstens bereit,</span><br />
<span data-contrast="auto">zu gehorchen.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Denn was wir Männlichkeit nennen,</span><br />
<span data-contrast="auto">in westlichen Köpfen,</span><br />
<span data-contrast="auto">ist oft nichts anderes</span><br />
<span data-contrast="auto">als der Schatten</span><br />
<span data-contrast="auto">militärischer Erziehung</span><span data-contrast="auto">.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ein Mann ordnet.</span><br />
<span data-contrast="auto">Kommandiert.</span><br />
<span data-contrast="auto">Opfert.</span><br />
<span data-contrast="auto">Nicht sich selbst –</span><br />
<span data-contrast="auto">sondern die anderen.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Aber ich?</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ich denke an Spider-Man,</span><br />
<span data-contrast="auto">der zögert.</span><br />
<span data-contrast="auto">Der redet, bevor er schlägt.</span><br />
<span data-contrast="auto">Der Fehler macht</span><br />
<span data-contrast="auto">und um Vergebung bittet.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ich denke an Captain America,</span><br />
<span data-contrast="auto">der tanzen wollte.</span><br />
<span data-contrast="auto">Der Freunde wichtiger nahm</span><br />
<span data-contrast="auto">als Befehle.</span><br />
<span data-contrast="auto">Der weint –</span><br />
<span data-contrast="auto">auch wenn’s keiner sehen soll.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Sie sind &#8222;männlich&#8220;,</span><br />
<span data-contrast="auto">sagen die Poster.</span><br />
<span data-contrast="auto">Aber ihre Kraft</span><br />
<span data-contrast="auto">ist Bindung.</span><br />
<span data-contrast="auto">Nicht Dominanz.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Trotzdem:</span><br />
<span data-contrast="auto">Sie kämpfen.</span><br />
<span data-contrast="auto">Denn auch Heldsein</span><br />
<span data-contrast="auto">ist ein Gehorsam gegenüber der Norm.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Und diese Norm?</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Sie duldet nur einen Typ Mann.</span><br />
<span data-contrast="auto">Einen weißen,</span><br />
<span data-contrast="auto">hetero,</span><br />
<span data-contrast="auto">cis,</span><br />
<span data-contrast="auto">geübten Körper</span><br />
<span data-contrast="auto">mit kaltem Blick</span><br />
<span data-contrast="auto">und einem Hintergrund</span><br />
<span data-contrast="auto">aus Kriegsmetaphern.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Die hegemoniale Männlichkeit</span><br />
<span data-contrast="auto">besteht aus Ausschlüssen:</span><br />
<span data-contrast="auto">schwarze Männlichkeit?</span><br />
<span data-contrast="auto">Zu gefährlich.</span><br />
<span data-contrast="auto">Asiatische Männlichkeit?</span><br />
<span data-contrast="auto">Zu sanft.</span><br />
<span data-contrast="auto">Trans Männlichkeit?</span><br />
<span data-contrast="auto">Unsichtbar.</span><br />
<span data-contrast="auto">Queere Männlichkeit?</span><br />
<span data-contrast="auto">Zerbricht den Mythos.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Sie duldet keine Abweichung,</span><br />
<span data-contrast="auto">denn sie steht nicht allein –</span><br />
<span data-contrast="auto">sie steht auf den Schultern</span><br />
<span data-contrast="auto">derer, die sie niedertritt.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Und das Patriarchat</span><span data-contrast="auto">?</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Lügt.</span><br />
<span data-contrast="auto">Jeden Tag.</span><br />
<span data-contrast="auto">Und sagt:</span><br />
<span data-contrast="auto">„So musst du sein,</span><br />
<span data-contrast="auto">wenn du ein Mann sein willst.“</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Aber niemand</span><br />
<span data-contrast="auto">kann dieser Mann sein.</span><br />
<span data-contrast="auto">Nicht mal die Männer</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Und das Patriarchat?</span><br />
<span data-contrast="auto">Schneidet jeden weicheren Ton</span><br />
<span data-contrast="auto">aus dem Lied der Männlichkeit.</span><br />
<span data-contrast="auto">Denn wehe,</span><br />
<span data-contrast="auto">ein Mann tanzt.</span><br />
<span data-contrast="auto">Wehe,</span><br />
<span data-contrast="auto">ein Mann liebt laut.</span><br />
<span data-contrast="auto">Wehe,</span><br />
<span data-contrast="auto">ein Mann ist einfach nur – da.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Dann ist er kein Mann.</span><br />
<span data-contrast="auto">Dann ist er Gefahr.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Alle Farben, die ich war</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/07/alle-farben-die-ich-war/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Jul 2025 09:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[alle farben]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[pride month]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17022</guid>

					<description><![CDATA[Lina beschreibt eine bewegende Reise durch Farben, Identitäten und Liebe – eine Geschichte über Mut, Wandel und das wahre Ich. Mein erster Pride, fast zehn Jahre her, die Straßen ein Regenbogenmeer: Rot Orange Gelb Grün Blau Violett  Ich lief mit, nur um Freunde zu supporten. Ich lief mit, weil Schweigen nie meins war. Ich lief]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Lina beschreibt eine bewegende Reise durch Farben, Identitäten und Liebe – eine Geschichte über Mut, Wandel und das wahre Ich.</strong><span id="more-17022"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">Mein erster Pride,</span><br />
<span data-contrast="auto">fast zehn Jahre her,</span><br />
<span data-contrast="auto">die Straßen ein Regenbogenmeer:</span><br />
<span data-contrast="auto">Rot </span><br />
<span data-contrast="auto">Orange</span><br />
<span data-contrast="auto">Gelb </span><br />
<span data-contrast="auto">Grün </span><br />
<span data-contrast="auto">Blau </span><br />
<span data-contrast="auto">Violett </span> <span data-contrast="auto">Ich lief mit,</span><br />
<span data-contrast="auto">nur um Freunde zu supporten.</span><br />
<span data-contrast="auto">Ich lief mit,</span><br />
<span data-contrast="auto">weil Schweigen nie meins war.</span><br />
<span data-contrast="auto">Ich lief mit,</span><br />
<span data-contrast="auto">um einfach da zu sein.</span><br />
<span data-contrast="auto">Ein Jahr später:</span><br />
<span data-contrast="auto">gehüllt in Rosé und Weiß –</span><br />
<span data-contrast="auto">die Farben der Lesbian Pride.</span><br />
<span data-contrast="auto">Mein Vater neben mir in Dresden,</span><br />
<span data-contrast="auto">trug ein Schild:</span><br />
<span data-contrast="auto">„My daughter is gay and I’m damn proud.“</span></p>
<p><span data-contrast="auto">Jahre in denselben Farben,</span><br />
<span data-contrast="auto">im selben Label,</span><br />
<span data-contrast="auto">als wär das mein Platz.</span><br />
<span data-contrast="auto">Dann traf ich jemanden –</span><br />
<span data-contrast="auto">er, trans.</span><br />
<span data-contrast="auto">Und plötzlich:</span><br />
<span data-contrast="auto">neue Farben</span><br />
<span data-contrast="auto">Die Flagge wechselte.</span><br />
<span data-contrast="auto">Pink </span><br />
<span data-contrast="auto">Gelb </span><br />
<span data-contrast="auto">Blau </span><br />
<span data-contrast="auto">Pansexual Pride.</span></p>
<p><span data-contrast="auto">Doch der CSD war nie nur Party.</span><br />
<span data-contrast="auto">Es war Widerstand.</span></p>
<p><span data-contrast="auto">Dann:</span><br />
<span data-contrast="auto">wieder ein Wandel.</span><br />
<span data-contrast="auto">Schwarz </span><br />
<span data-contrast="auto">Weiß </span><br />
<span data-contrast="auto">Gelb </span><br />
<span data-contrast="auto">Lila</span><br />
<span data-contrast="auto">Nonbinary Pride.</span><br />
<span data-contrast="auto">Ich weiß nicht,</span><br />
<span data-contrast="auto">ob das alles in Frage stellt</span><br />
<span data-contrast="auto">oder endlich eine Antwort ist.</span><br />
<span data-contrast="auto">Ich weiß nur:</span><br />
<span data-contrast="auto">Ich bin keine Frau.</span><br />
<span data-contrast="auto">Ich war nie „sie“.</span><br />
<span data-contrast="auto">Ich verstehe nicht,</span><br />
<span data-contrast="auto">was eine Frau sein soll –</span><br />
<span data-contrast="auto">nicht biologisch,</span><br />
<span data-contrast="auto">nicht gesellschaftlich.</span><br />
<span data-contrast="auto">Ich finde mich nicht</span><br />
<span data-contrast="auto">in Kategorien,</span><br />
<span data-contrast="auto">die mich nie gefragt haben.</span><br />
<span data-contrast="auto">Und trotzdem,</span><br />
<span data-contrast="auto">ich war all diese Farben.</span><br />
<span data-contrast="auto">War rot, rosa, pink, gelb,</span><br />
<span data-contrast="auto">blau, weiß, lila,</span><br />
<span data-contrast="auto">und jedes Mal</span><br />
<span data-contrast="auto">war ich echt.</span><br />
<span data-contrast="auto">Ich kann nicht sagen,</span><br />
<span data-contrast="auto">ob ich die Pan- oder die Nonbinary-Flagge trage</span><br />
<span data-contrast="auto">in diesem Jahr.</span><br />
<span data-contrast="auto">Oder mit wem ich laufe.</span><br />
<span data-contrast="auto">Aber ich laufe.</span><br />
<span data-contrast="auto">Weil ich dich heiraten will.</span><br />
<span data-contrast="auto">Weil ich Angst habe</span><br />
<span data-contrast="auto">vor denen,</span><br />
<span data-contrast="auto">die uns nicht wollen.</span><br />
<span data-contrast="auto">Weil ich glaube,</span><br />
<span data-contrast="auto">dass unsere Liebe</span><br />
<span data-contrast="auto">Revolution ist.</span><br />
<span data-contrast="auto">Und wenn ich wieder wechsel –</span><br />
<span data-contrast="auto">Farben, Namen, Pronomen –</span><br />
<span data-contrast="auto">dann nicht, weil ich unentschlossen bin,</span><br />
<span data-contrast="auto">sondern weil ich wachse.</span><br />
<span data-contrast="auto">Und egal, welche Flagge,</span><br />
<span data-contrast="auto">ich trage sie stolz.</span><br />
<span data-contrast="auto">Denn alle Farben, die ich war,</span><br />
<span data-contrast="auto">waren ein Teil</span><br />
<span data-contrast="auto">vom Regenbogen.</span><span data-ccp-props="{&quot;134233117&quot;:true,&quot;134233118&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ich bin glücklich. Punkt.</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/06/ich-bin-gluecklich-punkt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jun 2025 08:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Mental Health]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16970</guid>

					<description><![CDATA[Lina&#8217;s neuer Text ist ein Statement gegen pathologisiertes Frausein und vermeintliche Fürsorge: Ein kraftvoller Ruf nach Selbstbestimmung, ein feministischer Blick auf mentale Gesundheit – und ein radikales Bekenntnis zu einem Glück, das nicht erklärt, sondern einfach ist. Ich bin glücklich. Punkt. Nicht weil ich alles geschafft habe. Nicht weil alles gut ist. Sondern weil ich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Lina&#8217;s neuer Text ist ein Statement gegen pathologisiertes Frausein und vermeintliche Fürsorge: Ein kraftvoller Ruf nach Selbstbestimmung, ein feministischer Blick auf mentale Gesundheit – und ein radikales Bekenntnis zu einem Glück, das nicht erklärt, sondern einfach <em>ist</em>.</strong><span id="more-16970"></span></p>
<p>Ich bin glücklich. Punkt.<br />
Nicht weil ich alles geschafft habe.<br />
Nicht weil alles gut ist.<br />
Sondern weil ich begriffen habe, dass Glück kein Endzustand ist,<br />
sondern ein Moment, den ich mir nehme, wenn ich atmen kann.</p>
<p>Und ich kann atmen.</p>
<p>Ich sage: Ich bin glücklich. Punkt.</p>
<p>Und was ich höre, ist:<br />
„Du wirkst überdreht.“<br />
„Du hast doch wieder keine Therapie gemacht.“<br />
„Du hast doch wieder diesen manischen Blick.“<br />
„Das klingt doch nicht gesund.“<br />
„Pass auf, nicht dass du wieder krachst.“<br />
„Warte mal zwei Tage, dann bist du wieder am Boden.“</p>
<p>Du sagst: „Ich mache mir nur Sorgen.“<br />
Ich höre: „Ich traue dir dein Glück nicht zu.“<br />
Ich höre: „Du passt nicht in mein Bild von mentaler Gesundheit.“</p>
<p><b>Ich höre den Sound von Gaslighting in einem Care-Mäntelchen.</b></p>
<p>Ich höre nicht, was du sagst. Ich höre, was die Gesellschaft sagt.<br />
Ich höre, was man FLINTA-Personen seit Jahrhunderten sagt:</p>
<p>„Du darfst glücklich sein – aber bitte nicht so auffällig.“<br />
„Du darfst gesund sein – aber nicht auf eine Art, die uns stört.“</p>
<p><b>Wir wurden sozialisiert, unsere Wut zu schlucken.</b><br />
<b>Wir wurden sozialisiert, still zu leiden.</b><br />
<i>Uns wurde gesagt: Frauen* sind nicht laut, nicht aufmüpfig, nicht wild.</i><br />
<b>Und wenn wir leiden, dann bitte leise, mit Haltung. Elegant. Zerbrechlich, aber nicht unbequem.</b></p>
<p>Und manchmal sage ich: Ich bin glücklich.<br />
Auch wenn es nicht stimmt.<br />
Weil es muss ja.<br />
Weil es weitergeht.<br />
Weil niemand fragt, was Glück eigentlich heißt,<br />
wenn du es nur überzeugend genug sagst.</p>
<p>Meine Definition von Glück hat Abgründe gesehen.<br />
<b>Sie hat in dunklen Zimmern geschwiegen,</b><br />
während das Leben draußen weiterlief.</p>
<p>Es geht mir gut – das war oft nichts als<br />
<b>eine Spiegelfläche für den Zusammenbruch.</b><br />
Eine Rüstung aus Lächeln.<br />
Eine glatte Oberfläche über einem Beben.</p>
<p>Ich habe gelitten im Dunkeln,<br />
damit niemand das Licht anschaltet und nachfragt.</p>
<p>Wir FLINTA lernen früh:<br />
Zu viel Glück ist verdächtig.<br />
Zu viel Kraft wirkt übertrieben.<br />
Zu viel Stimme ist unweiblich.</p>
<p>Und dann sagst du: „Ich bin nur besorgt.“</p>
<p>Ich sage: Ich bin glücklich. Punkt.<br />
Nicht weil ich nie gefallen bin.<br />
Sondern weil ich wieder aufgestanden bin,<br />
auch ohne Applaus.<br />
Auch ohne dass du es gesehen hast.<br />
Auch ohne dass jemand geklatscht hat.</p>
<p>Ich bin nicht überlebend, um deiner Vorstellung von Gebrochenheit zu entsprechen.<br />
Ich bin nicht deine Projektionsfläche für ein pathologisiertes Frausein.</p>
<p>Ich bin nicht deine Held:innengeschichte.<br />
Ich bin nicht deine Warnung.<br />
Ich bin nicht deine Therapeut:in.<br />
Ich bin nicht dein Trauma-Vergleich.<br />
Ich bin glücklich. Punkt.</p>
<p>Und ja: Ich habe Therapie gemacht. Ich mache sie noch. Ich werde sie wohl mein Leben lang machen.<br />
Und ja: Ich habe Medikamente genommen. Ich nehme sie manchmal noch.<br />
Und nein: Ich schulde dir kein mentales Gesundheitstagebuch.</p>
<p>Weil ich als FLINTA-Person <b>immer erklären muss, warum ich lebe, wie ich lebe.</b><br />
Warum ich nicht leise bin.<br />
Warum ich mich freue.<br />
Warum ich funktioniere.<br />
Warum ich nicht funktioniere.</p>
<p>Weil FLINTA oft nicht krank genug für Hilfe sind – und nicht gesund genug für Vertrauen.</p>
<p><b>Weil Glück für viele von uns ein Akt der Rebellion ist.</b></p>
<p>Feministische Perspektiven auf Mental Health sagen längst:<br />
Wir dürfen nicht über psychische Gesundheit sprechen,<br />
ohne über <b>Care-Arbeit</b>, <b>strukturelle Ungleichheit</b>, <b>medizinisches Gaslighting</b>,<br />
und die lange Geschichte der Pathologisierung weiblichen Verhaltens zu sprechen.</p>
<p>Die Soziologin Eva Illouz schreibt:<br />
„Gefühle sind nicht privat. Gefühle sind politisch.“</p>
<p><b>Lebensrealitäten von uns werden wieder und wieder falsch verstanden, </b></p>
<p><b>entwertet </b></p>
<p><b>ignoriert </b></p>
<p>Vielleicht bin ich glücklich, obwohl ich all das weiß.<br />
Vielleicht bin ich glücklich, weil ich all das weiß und das Privileg habe mich zu bilden.<br />
Vielleicht bin ich glücklich, <b>weil ich endlich aufhöre, mich zu erklären.</b></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Feministischer Kampftag</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/03/feministischer-kampftag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Mar 2025 11:35:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[feministischer Kampftag]]></category>
		<category><![CDATA[Weltfrauentag]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16697</guid>

					<description><![CDATA[Der feministische Kampftag ist noch nicht lange her und vielleicht bist auch du am 8. März über folgende Frage in einer der unzähligen Kommentarspalten gestolpert: &#8222;Und wann ist Weltmännertag?!&#8220; Die Frage ist meist garniert mit einer Portion Wut, getragen von der Unwilligkeit Google zu benutzen, um das Datum selbst herauszufinden. Unsere Autorin Lina stellt fest,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der feministische Kampftag ist noch nicht lange her und vielleicht bist auch du am 8. März über folgende Frage in einer der unzähligen Kommentarspalten gestolpert: &#8222;Und wann ist Weltmännertag?!&#8220; Die Frage ist meist garniert mit einer Portion Wut, getragen von der Unwilligkeit Google zu benutzen, um das Datum selbst herauszufinden. Unsere Autorin Lina stellt fest, dass Männer immer noch nicht so richtig verstanden haben, worum es am 8. März geht und hat den Spieß einmal umgedreht.</strong><span id="more-16697"></span></p>
<p class="western">Am 8. März war feministischer Kampftag und ganz ehrlich ich bin müde, ich bin müde und frustriert. Die einen werden alles was ich sage kennen, die anderen betreten zuhören, johlend applaudieren und dann wird sich doch nichts ändern.</p>
<p class="western">Und wenn noch ein einziger Typ sagt „Hä, aber wann ist eigentlich Männertag und hasst ihr jetzt eigentlich Männer?“ kann ich nur sagen: Nein, Bernd, ich hasse keine Männer, aber ihr macht es einem echt schwer. Noch so eine blöde Aussage und ich gehe mit Instant-Kartoffelpüree-Pulver auf deinen Rasen und das nächste Mal wenn es regnet hast du den Salat – oder besser den Brei.</p>
<p class="western">Du hast davor Angst, dass wir keine Gleichberechtigung, sondern Rache wollen. Dann drehen wir es doch mal um, einen einzigen Tag.</p>
<p class="western">Was, ihr zahlt Männern heute weniger? Honey, das ist schon seit Jahren nicht mehr das einzige Problem.</p>
<p class="western">Wir machen Steuern auf dies, Steuern auf das. Was es ist blau? Kostet doppelt so viel der Spaß.<br />
Im Bus werdet ihr belästigt und du hast Schuld daran, denn du hast ja dieses eine Outfit getragen.</p>
<p class="western">Wir haben Körperbehaarung und bei uns ist das normal, ihr auch aber bei euch richtig eklig – Doppelmoral, wenn ihr was richtig Gutes geschafft habt, egal ob im Männerfußball oder beim Männer-Eishockey oder beim Männerreiten, dann war das so ein richtiger Boy-Boss-Moment, Glitzer, Slay. Aber danach fragen wir euch mal ganz eindringlich, wie ihr dieses Karriereverhalten mit euren Spermien vereinbaren könnt, da könnten Kinder draus entstehen, da würde ich mir schon Gedanken machen. Aber Slay King!</p>
<p class="western">Ihr werdet nur tanzen gehen wollen, aber wir wissen doch, dass ihr es für uns tut und naja, wenn ihr untereinander eure Jungs küsst beim Feiern, dann ist es offensichtlich doch nur Show. Also mein Partner darf ja immer was mit anderen Männern haben, nein das ist für mich kein Betrügen, denn wenn eine richtige Frau kommt, dann weiß man schon, was man hat.</p>
<p class="western">Wir machen uns lustig, dass ihr in Gruppen auf Toilette geht.</p>
<p class="western">Wir werden von euch wieder und wieder hören, dass ihr euch im öffentlichen Verkehr unwohl fühlt, dass ihr angestarrt werdet, dass ihr angequatscht werdet und jeder wegschaut oder das besoffene Frauen gegen euch fallen und euch dabei berühren. Aber sorry, wir werden jeden Sonntag zu Taylor Swift Konzerten im Stadion gehen, alle glitzernde Outfits tragen und unkontrolliert saufen. Danach reißen wir laut Witze und können uns nicht kontrollieren, vor allem, wenn da ein Mann in der Bahn sitzt. Aber Hallo, das hat Tradition.</p>
<p class="western">Und dann Pissen wir überall hin mit unseren Urinellas, jeder Mann musste in seinem Leben schon unfreiwillig tausende Clits sehen, aber hahahahaha, das hat euch doch geil gemacht oder, genauso wie unsere Clitpics, die wir einfach verschicken. Wir werden überall, an jede Toilette, an jedes Schulheft und an jede Tafel Clits malen aber wissen, wie ein Penis aussieht, oh nee, also da bin ich überfragt, den findet man ja meist so schlecht.</p>
<p class="western">Wir werden nicht verstehen, was du meinst, sorry, das können wir nicht nachvollziehen. Bis du uns sagst, sowas könnte auch mit unserem Bruder oder unserem Sohn passieren. Dennoch verabschieden wir neue Gesetze, die über die Körper von Männern entscheiden aber Männer sitzen nicht am Tisch. Was, du willst deiner kranken Schwester eine Niere spenden? Da muss erstmal der Ethikrat, der nur aus Frauen besteht, entscheiden. Und wir sagen Nein.</p>
<p class="western">Und am Ende sagen wir: Männer von heute verstehen einfach keinen Spaß mehr, ja lächle doch mal mehr, lächle doch mal mehr.</p>
<p class="western">Dann schauen wir einen Film der „Ken“ heißt und sagen danach ohhhh, wie Deep das wussten wir ja gar nicht, obwohl wir dieses System errichtet haben. Wir sagen, das ist ja erleuchtend und revolutionär, obwohl es nur Erkenntnisse sind, die jeder Mann mit neun mit seinen Jungs auf dem Kindergeburtstag hatte und wir sind so „Nein, das war so anschaulich und mit so guter Musik“ und wir werden ignorieren, dass alles, was in dem Film gesagt wurde, schon von Menschen aus unserem Umfeld gesagt wurde aber da haben wir eben nicht zugehört. Nach dem Film „Ken“ gehen wir in den Film Meitner, ihr wisst schon Lise Meitner, ohne die es nicht möglich wäre Kernspaltung zu nutzen. In ihrem Film reden Männer keine 5 Minuten über etwas anderes als Frauen und es geht um Krieg &#8211; richtig gut. Ja, leider hat ihr Kollege Oppenheimer auch was beigetragen aber den konnten wir echt nicht im Film erwähnen, der hatte nicht so Potential aber weißt du, was Potential hat? Wir machen ein Kinospezial und nennen es Meitnerken oder Kenmeitner, weil beide Themen sind so equally wichtig.</p>
<p class="western">Bei der kleinsten Anfeindung schreien wir euch entgegen: Aber nicht alle Frauen, ich habe ja noch nie was einem Mann getan, ich bin nicht das Problem und dann klopfen wir uns auf die Schulter.</p>
<p class="western">Wenn rauskommt, dass eine Freundin übergriffig oder scheiße war, dann tut mir das leid sind halt Frauen, ist schon nicht okay, aber wir sind halt BFFs, man weiß ja langsam nicht mehr, was man darf. Nach deinem Nein hätte sie dir jetzt nicht an den Arsch gehen dürfen aber das konnte ja keiner ahnen und zu mir war die ja immer korrekt.</p>
<p class="western">Sollen wir jetzt die Musik meiner Lieblingsband nicht mehr hören, nur weil da so ein bis zwanzig Männer lügen, dass da was nicht einvernehmlich abgelaufen sein könnte, die können sich das ja auch ausgedacht haben – um denen zu schaden, Hallo?!</p>
<p class="western">Und von all den Frauen, die beschuldigt werden, kennen alle die Namen, aber von den Männern puh da braucht man nicht fragen, aber ja wegen Aufmerksamkeit, nur wegen Aufmerksamkeit haben die das gemacht.</p>
<p class="western">Na und, dann ist maskuliner Kampftag, also ich bin ja auch voll für Männer und ich denke, an diesem Tag sollte ich als weiblich gelesene Person was sagen. Wenn nicht heute, wann dann? Das ist mein Moment, den Raum sollte ich mir nehmen und dann sage ich ins Mikro: „Man darf Männer als Menschen sehen“ und ihr steht auf und tobt, weil endlich sagt es mal jemand. Also nicht nur jemand, ich, naja und die Männer im Backstage und auf anderen Bühnen, aber hier musste einfach ich das Wort ergreifen.</p>
<p class="western">Das Alles ist wie das Gefühl, schon im Bett zu liegen und zu müde zu sein, um aufzustehen aber zu dolle pinkeln zu müssen, um einschlafen zu können – frustrierend.</p>
<p class="western">Denn ganz ehrlich, wir drehen das nicht um, seid froh.</p>
<p class="western">Wir wollen keine Rache, sondern Gleichberechtigung.</p>
<p class="western">Aber noch so‘n feministische Text &#8211; das muss ja wohl nicht sein,</p>
<p class="western">Ihr sagt, ihr könnt das nicht mehr hören?</p>
<p class="western">Und ich würd‘ gerne schrei’n</p>
<p class="western">Denn wir reden und reden gegen eine Wand</p>
<p class="western">Appellieren an Moral oder den Verstand</p>
<p class="western">Und am Ende heißt es nur, wie laut wir wieder waren</p>
<p class="western">Richtig ungemütlich, sehr schwer zu ertragen.</p>
<p class="western">Auch wenn du für ne Frau lustig bist, lad ich dich trotzdem nicht gern ein. Dann muss man ja plötzlich auch im Backstage korrekt sein.</p>
<p class="western">Ich kann es doch auch nicht mehr hören und will es nicht mehr sagen, doch jeden 8. März hagelt es die gleichen Fragen:<br />
Uh, wann ist denn Männertag? Junge Google einfach selbst, ihr habt auch nen Tag, und rate mal was, wenn FLINTA* es nicht organisieren, passiert da auch nichts, du weißt ja nicht mal, wann er ist.</p>
<p class="western">Es interessiert mich nicht mehr, ob mein Feminismus dir unangenehm ist, jeden einzelnen Tag meines Lebens haben Männer unangenehm gemacht.</p>
<p class="western">Entschuldigt bitte, dass ich gerade nicht lustig bin, wie sonst, doch ich kann’s ja mal versuchen:</p>
<p class="western">Auch bei dem 3. Platz der Fußballmeisterschaften bekamen Männer Tausende von Euros und Frauen als Europameister halt nur Kaffeeservice und Kuchen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Dreimal ein Wort</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/02/dreimal-ein-wort/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Feb 2025 07:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivistisch ins neue Jahr]]></category>
		<category><![CDATA[Engagement]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere Autorin Lina kam zum ersten Mal am elterlichen Esstisch mit dem Wort &#8222;Aktivismus&#8220; in Berührung. Damals wurde der Begriff nicht unbedingt positiv verwendet: Aktivisten waren Menschen, die den Ablauf des bürgerlichen Lebens störten. Doch mit Linas eigener Politisierung veränderte sich auch ihr Gefühl zu Aktivist*innen und ohne, dass sie es bemerkt hatte, war sie]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Autorin Lina kam zum ersten Mal am elterlichen Esstisch mit dem Wort &#8222;Aktivismus&#8220; in Berührung. Damals wurde der Begriff nicht unbedingt positiv verwendet: Aktivisten waren Menschen, die den Ablauf des bürgerlichen Lebens störten. Doch mit Linas eigener Politisierung veränderte sich auch ihr Gefühl zu Aktivist*innen und ohne, dass sie es bemerkt hatte, war sie selbst eine geworden. Ein Text über das Lernen von Worten.<br />
</strong></p>
<p><span id="more-16610"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">Das erste Mal, dass ich von dem Begriff Aktivismus gehört habe, habe ich einfach Wörter gelernt, wie andere Kinder Wörter lernen. Das Wort reihte sich in eine Reihe von Begriffen ein, die mir als Kind ungreifbar und weit weg vorkamen. Das erste Mal allerdings, dass ich mich erinnere, dass jemand konkret über Aktivismus gesprochen hat – verknüpft mit Meinungen, Aussagen und ganz viel Luft – war in meiner Jugend am Küchentisch. Eltern, die sich über „die Jugend“ aufregen, die nicht arbeitet und lieber demonstriert. Menschen, die keine Arbeit haben oder wollen und sich an Bäume ketten oder – damals noch undenkbarer – etwas an ihrem eigenen Leben, wie ihrer Ernährung, ändern, zum Wohle der Gemeinschaft, ja sogar des ganzen Planeten. Am Esstisch war alles, was da draußen, so weit weg von der eigenen Realität passierte, ein Akt der Rebellion, eine Störung des Ablaufes, man könnte fast sagen, ein Affront gegen das „normale“ Leben. Es waren „die da“ auf der Straße, „die da“ auf der Uni, „die da“ an Orten, an denen es einem unangenehm war. Wenn sie nicht belächelt wurden, dann kritisierte man sie – und tut es noch heute. Ich weiß nicht, was ich damals über Aktivist:innen gedacht habe. Ich weiß nicht, ob ich damals schon realisiert habe, dass es Menschen gibt, die mich akzeptieren würden, wie ich bin, und für mich einstehen. Mein Kopf hat nur gedacht, dass ich alles wiederholen sollte, was an diesem Tisch gesagt wurde, und mein Mund hat dem Folge geleistet, da ich nicht auffallen wollte und mich anzupassen schon fast früher gelernt hatte als bloße Worte.</span><span data-ccp-props="{&quot;134233117&quot;:true,&quot;134233118&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Das zweite Mal, dass jemand aktiv über Aktivist:innen geredet hat, war viele Jahre später. </span><span data-contrast="auto">Ich war gewachsen an Wortschatz und Meinung. War auf Demos, in Jugendgruppen gewesen, hatte einen eigenen Esstisch – klapprig und mit tiefen Kratzern, aber nur für mich – und bildete eigene Meinungen. Über die Jahre wurde aus jedem von jugendlichem Leichtsinn geprägten „Da musst du dabei sein“ ein „Heute geht es mir nicht so gut“ und ein eingeschlafener Aktionismus. Der Kreislauf aus Tatendrang über Resignation und Machtlosigkeit war vollendet, und zurück blieb ich mit einer linken Grundeinstellung und kaum Engagement. Erst als meine Beziehungsperson mir erzählte, dass die beste Freundin dieser Person Vollzeitaktivist:in ist, wurde ich hellhörig. Es gab sie also, die Menschen, die es sich zum Beruf gemacht hatten, zu kämpfen und für andere da zu sein. Es gab sie, die Menschen, die aus dem System ausbrachen, sich der Lohnarbeit entzogen, um für ihre Ziele und Träume einzustehen. Rational war mir dies natürlich irgendwo immer bewusst gewesen, dennoch erfüllte es mich mit einer Art Stolz und viel Interesse. Gerade als Person mit einer ADHS-Diagnose komme ich regelmäßig an die Grenzen meines Kopfes. An die Grenzen meiner Leistung und Unregelmäßigkeiten in meinen Handlungen. Gerade für die Personen, die eine Stimme haben, sie aber nicht nutzen können oder nicht so nutzen können, wie sie wollen, empfand ich vor allem Dank für die Arbeit, die in großen Teilen auch für mich – für uns – gemacht wird.</span><span data-ccp-props="{&quot;134233117&quot;:true,&quot;134233118&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Das letzte Mal, dass dieses Wort in mein Leben trat, kam es unverhofft, weinend und empowernd. Ich stehe seit sechs Jahren überregional mit Texten auf Bühnen – ein Privileg, das ich schwer greifen kann. Natürlich – nein, das ist eigentlich falsch – gerade weil ich es oft nicht auf diese eine Demo schaffe oder dann doch diesen Termin habe und da und dort nicht dabei sein kann, ist es mir besonders wichtig, gesellschaftlich relevante Themen in meinen Texten anzusprechen. Von außen werde ich vielleicht als „die lustige Frau“ gelesen, doch freue ich mich immer mehr, als „kritischer Mensch“ wahrgenommen zu werden. Alles, was Sexismus, Lookismus, Rassismus beinhaltet, wird in Texte gepackt und vor allem für mich verarbeitet. Dass man andere Menschen damit erreicht, sie in einer Art politisch erzieht und beeinflusst oder einfach nur zu Gedanken anregt, ist ein schöner Nebeneffekt. Gerade mit angeblich so „höchstpolitischen“ Themen wie Abtreibungen habe ich mich in jüngster Zeit auseinandergesetzt. Nicht selten passierte es nach Auftritten – jetzt vermehrt mehr als damals –, dass es daraufhin schlechte Wertungen oder Kommentare hagelt. Das ist okay, damit rechne ich, und das ist einer der Gründe, warum ich die Texte dennoch mache (eigentlich traurig). Der Grund, dass, wenn man auch nur eine Person erreicht, sich ein Mensch gesehen und verstanden fühlt, es alles wieder wettmacht.</span><span data-ccp-props="{&quot;134233117&quot;:true,&quot;134233118&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">So kam in einer bayrischen Kleinstadt völlig unverhofft eine weiblich gelesene Person zu mir und weinte. Sie sagte mir, wie sehr sie der Text berührt hat, wie sehr sie sich entdeckt hat, wie glücklich sie ist, dass es jemand mal anspricht auf einer Bühne, und ob es für mich schwer ist, so eine Art von Aktivismus auf einer Bühne zu präsentieren. Ich bin ehrlich – damit habe ich nicht gerechnet. Ich sehe mich weder als Aktivist:in noch als aktivistisch tätig. Das, was ich gemacht habe, war immer zu wenig, nicht gut genug und generell viel zu klein für diese Worte.</span><span data-ccp-props="{&quot;134233117&quot;:true,&quot;134233118&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ihr, liebe Lesende, erwartet natürlich jetzt den Pathos am Ende des Textes. Dass ich mich gesehen gefühlt habe, genug gefühlt habe und jede Form von Systemrebellion als den Aktivismus anerkenne, der es auch ist. Dass jede:r seinen Beitrag leisten kann, egal wie klein und unscheinbar dieser wirken mag, denn wenn wir auch nur einer Person helfen … blah blah blah. Ja, all das will ich natürlich auch ausdrücken. Aber am meisten möchte ich dem Beispiel der Frau folgen und euch aufrufen, anderen zu sagen, was ihr denkt. Wenn ihr etwas gut findet, dann sagt es der Person. Wenn ihr etwas schlecht findet, dann seid ihr die unangenehme Person am Esstisch. Wenn ihr eine Stimme habt, dann sprecht die kleinen Gedanken aus. Ihr wisst nicht, was sie der anderen Person bedeuten können und welche Energie sie entfalten können. Gerade in diesen Zeiten, die mir verdammt viel Angst machen, möchte ich nicht nur, dass wir als Kinder Worte gelernt haben, sondern dass wir unsere Stimmen nutzen, sie zu sagen.</span><span data-ccp-props="{&quot;134233117&quot;:true,&quot;134233118&quot;:true,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rundum befriedigt</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/11/rundum-befriedigt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Nov 2024 07:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[offene Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Polyamorie]]></category>
		<category><![CDATA[S*explore]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
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					<description><![CDATA[Zwischen Bachelorarbeit und Referatsvorbereitung, zwischen Leipziger Stadtvierteln, zwischen Partnerpersonen: Die Protagonistin Mia, die wir in dieser Kurzgeschichte begleiten dürfen, fühlt sich wohl im Dazwischen und meistert es, ihre eigenen Vorstellungen von Beziehung zu leben. »Fu-fuck«, stöhnte Liam unter Mia und krampfte seine Finger in ihre Hüfte hinein. Mia rollte ihre Hüften schneller auf ihm. Sie]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zwischen Bachelorarbeit und Referatsvorbereitung, zwischen Leipziger Stadtvierteln, zwischen Partnerpersonen: Die Protagonistin Mia, die wir in dieser Kurzgeschichte begleiten dürfen, fühlt sich wohl im Dazwischen und meistert es, ihre eigenen Vorstellungen von Beziehung zu leben.<br />
</strong><span id="more-16431"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Fu-fuck«, stöhnte Liam unter Mia und krampfte seine Finger in ihre Hüfte hinein. Mia rollte ihre Hüften schneller auf ihm. Sie sah unter sich, wie Liam zitterte und sich sein Gesicht zusammenzog während ihm schwarze Strähnen verstrubbelt in die Augen fielen. Liam biss sich auf die Unterlippe und stieß ein paar Mal nach oben, dabei blies er in Stößen Luft aus. Er setzte mehrmals an, etwas zu sagen, aber es kam nur mehr Stöhnen aus seinem Mund heraus. Mia beugte sich nach unten und war froh die Haare beim Vorspiel in einem Zopf gefasst zu haben. Ihre Brüste landeten weich auf Liams Oberkörper und seine Hände fanden von fast automatisch ihre Nippel die er langsam in seinen Händen streichelte und manchmal leicht mit seinem Daumen und Zeigefinger einklemmte. Der Winkel war nicht der Beste, aber Mias gehauchte Worte an seinem Ohr ließen ihn dennoch zusammenzucken. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Kommst du für mich?« Sie bewegte sich schneller auf und ab und küsste seinen Hals, als sich Liam verkrampfte und die Augen zusammenkniff. Er ließ ein langes Stöhnen im Raum erklingen und sein Penis zuckte kraftvoll zusammen, als er sich ins Kondom ergoss. Als er die Augen öffnete, hatte Mia ihn schon aus sich rausgleiten lassen, da sie wusste, wie sensitiv er werden konnte, nachdem er gekommen war. Sie mussten definitiv mal den Penisring probieren. Liam öffnete langsam seine Augen. Es gab den Moment, in dem sich Liams Augen noch mal weiteten mit diesem unbewussten kleinen Lächeln, das er ihr manchmal schenkte, wenn er dachte, dass sie nicht hinsah.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Woah«, stieß er aus und schob ein »Danke« hinterher.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Mia schüttelte nur ihren Kopf, verkniff sich den Kommentar und küsste Liam sanft und umarmte ihn fest, bis sich sein Atem wieder beruhigt hatte. Liam begann fast abwesend Mias Rücken zu streicheln und langsam ihre Wange und ihren Hals zu küssen. Liam stellte das Bein, das zwischen Mias Beinen war, auf und presste sie sanft mit ihrer Hüfte auf dieses. Dann drehte er sie um – versuchte es zumindest. Mit etwas rumrutschen lag sie unten und er befand sich aufgestützt zwischen ihren Beinen. Er begann sich erneut mit Ihrem Hals zu beschäftigen, doch sie schlang ungeduldig ihre Beine um ihn und presste ihr Becken rhythmisch gegen seinen Unterkörper.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Nimm mich bitte einfach.« </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Liam sah sie wieder mit diesem Strahlen an, als wäre sie etwas Besonderes.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Du bist so unfassbar heiß«, raunte er und umschloss ihren rechten Nippel mit seinem Mund. Ein kleiner Aufschrei kam aus Mias Mund und sie krallte sich in seine Haare als Liam fester saugte und vorsichtig in ihren Nippel biss. Dann nahm er seine Hand dazu und rollte ihren linken Nippel zwischen</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Daumen und Zeigefinger. Eigentlich wollte sie ihn runterschieben, genau dorthin, wo sie ihn jetzt brauchte, aber das Gefühl ließ sie kurz vergessen zu denken. Sie spürte, wie Flüssigkeit in einem kleinen Schwall aus ihr lief, über ihren Po und auf das Kissen tropfte. Gleitgel hatte Mia noch nie benutzen müssen aber die Nippelklemmen sollte sie definitiv mal mit nach Anger-Crottendorf zu Liam nehmen. Liam widmete sich ihrem anderen Nippel und langsam wurden die Nervenbündel sensitiv und Mia schob mit den Händen in Liams Haaren dessen Kopf eindringlicher nach unten. Er verstand die Aufforderung und ließ sich nach unten pressen, bis sein Kopf direkt vor ihrer Vulva stehen blieb. Er atmete tief ein und seine Augen verdrehten sich genüsslich ein kleines Stück.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Gott, du riechst so fantastisch«, sagte er und kam noch ein kleines Stück näher heran, sodass seine Nasenspitze nur Millimeter von ihrem Kitzler entfernt war. Mia wollte ihn näher heranziehen, aber scheiterte daran. Liam hatte andere Pläne. Er drehte seinen Kopf zu ihrem aufgestellten Bein und küsste erst das Knie, woraufhin Mia lachen musste da sie dort sehr kitzlig war. Dann küsste er sich ihr Bein entlang runter und saugte an ihrem Oberschenkel, was sie mit einem Keuchen quittierte. Ihre Beine begangen zu zittern je näher er ihrer Mitte kam und sie krampfte sich noch mehr in seine dünnen langen Strähnen. Er küsste sanft ihre äußere Schamlippe, blies einen Kuss in ihre Mitte und küsste die andere Schamlippe. Dann küsste er sich qualvoll an ihrem anderen Bein wieder nach oben.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Liam! Bitte, ich bring dich um.«</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Liam biss noch einmal in ihren Oberschenkel, grinste und leckte einen Streifen von unten nach oben ihre Vulva entlang. Mia schloss die Augen und schrie endlich.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Du schmeckst so unfassbar gut.«</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Wenn du mich länger lecken würdest, wüsstest du noch besser, wie ich schmecke.« </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Liam lachte nur und machte sich an die Arbeit. Er spreizte leicht ihre Vulvalippen und zog mit seinen Lippen ihren Kitzler und den Bereich um ihren Kitzler in seinen Mund ein. Nun konnte auch Mia wieder lächeln. Er saugte an dem Nervenbündel und spielte mit seiner Zunge daran um. Mia war sich nicht mehr sicher welche Geräusche sie machte. Liam legte sich mit dem Oberkörper flach auf’s Bett und zog Mias Schoss mit seinen Armen unter ihre Beine geschlungen noch näher an sich heran. So konnte er wenigstens durch die Nase atmen und musste nicht ständig aufhören. Seine Zungenbewegungen wurden freier und er leckte nicht nur Mias Kitzler, sondern ließ auch ab und zu seine Zunge in ihre Vagina gleiten. Es schmeckte göttlich für ihn. Eine seiner Hände glitt nach oben ihren Körper entlang und liebkoste mit seinen Fingern ihren Nippel. Sein Mund lief voll mit ihrem Saft. Er stöhnte fast synchron mit Mia auf. Er begann nebenbei seinen Kopf rhythmisch zu bewegen und schloss seine Augen, um nicht weiter von Mias Gesicht abgelenkt zu sein. Sie krallte sich in das Laken, hob leicht ihre Hüften und hatte den perfekten Winkel gefunden, als –</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Neben ihr das Telefon klingelte. Sie schnaubte frustriert, schob Liam mit einer sanften Handbewegung weg und riss sich nur ungern von dessen Mund los. Sie angelte das Mobiltelefon von dem Wohnungsboden und hoffte zum einen, dass es sich um ihren Vermieter handelte, da die Küchensituation endlich geklärt werden musste, hoffte aber auch zum anderen, dass er es gerade nicht war, damit sie mit Liam weitermachen konnte, wo sie aufgehört hatten. Das Display zeigte Alex und dahinter ein Herz-Symbol. Erleichtert wies sie den Anruf ab und schaute aber noch eine Sekunde länger, ob eine Nachricht erscheinen würde. Wenn es etwas Wichtiges war, würde er schreiben, wenn er nur quatschen wollte, war es bestimmt nicht sehr schlimm, dass sie ihn weggedrückt hatte. Sie drehte sich zu dem erwartungsvollen Liam, welcher ein leichtes Glänzen am Kinn hatte und unfassbar erregt aussah. »War nur Alex«, sagte sie beiläufig und öffnete ihre Beine einladend. Liam umschloss sie erneut mit seinen roten Lippen und schickte mehrere kleine elektrische Schauer durch ihren Körper. Er änderte seine Technik, nahm manchmal nur seine Zungenspitze und verwöhnte sie punktgenau oder leckte sie innig mit seiner flachen Zunge. Mia krallte sich im Bett fest und ihre Lust staute sich immer weiter an und weiter an und weiter an. Sie bereute es so sehr Liam erneut halb zu stoppen.  »Ich kann, glaube ich, so nicht kommen.« Liam sah für einen Bruchteil traurig aus, aber fing sich schnell wieder. »Wie kann ich dir helfen? Was kann ich machen?« Mia biss sich auf die Lippe und nickte zu der Kiste ans Fußende des Bettes. Liam nickte zurück. Er kletterte vom Bett, öffnete die Kiste am Ende des Bettes, worauf die graue Wolldecke herunterfiel, was er nicht beachtete, und zog aus einer schwarzen Stofftüte einen regenbogenfarbenen, mit Noppen versehenden Vibrator heraus. Er kam wieder aufs Bett und verlor kaum Zeit, indem er zwei Finger vorsichtig in Mia einführte und nebenbei begann den Vibrator abzulecken. Er nahm ihn in den Mund und saugte daran, als würde er gerade einen anderen Mann oral befriedigen. Mia erregte dies noch mehr als sowieso schon. Sie brauchte etwas in sich – schon vorgestern. Nachdem der Vibrator glänzte und Liam merkte, dass Mia sogar noch feuchter als vorher war ließ er ihn – mit Mias Hilfe bei dem Winkel – in sie hinein gleiten.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Fuck ja.« Mia sah ihm direkt in die Augen und er beeilte sich den Vibrator anzuschalten und beugte sich erneut zu ihr herunter, um ihren Kitzler weiter lecken zu können und mit der anderen Hand den Vibrator in sie stoßen zu können. Mia begann zu brabbeln und schien nicht zu wissen, wohin sie greifen soll. Liam stellte den Vibrator noch eine Stufe hoch und konzentrierte sich nur noch darauf sie zu nehmen. Nach wenigen Minuten griff eine von Mias Händen in Liams Haare und presste seinen Mund gegen sich. Liam bekam dadurch zwar kaum Luft, aber liebkoste mit allem, was er hatte und stieß dabei noch schneller und leicht nach oben. Kurz bevor Liam wieder hätte atmen müssen, schrie Mia auf und presste ihre Oberschenkel um Liam zitternd zusammen. Ihr Unterleib bäumte sich auf und fiel mit einem Seufzen zurück. Alles in ihr pochte von ihrer Scheide ausgehend und ihr Gesicht war unbeschreiblich glatt und entspannt. Nach wenigen Sekunden verkrampfte sie sich, auch ihr Gesicht als die Vibration zu stark wurde und Liam zog sich und das Spielzeug zurück. Er schaltete es aus und legte sich neben Mia, einen Arm sanft auf ihrem Bauch liegend. Auch sie atmete schwer und betrachtete Liam mit einem Blick, den keiner von beiden hätte deuten können.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Woah«, stimmte sie zu und wollte sich erst zu Liam rüber rollen, seufzte aber und stand auf, um erst mal auf Toilette zu gehen. Der Druck pinkeln zu müssen war nach einem Orgasmus einfach zu hoch. Vielleicht deutete sie auch das Gefühl falsch und konnte eines Tages tatsächlich squirten, als nur</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">diesen kleinen Strom zu erzeugen, aber das wollte sie erst mal für sich allein probieren. Als sie aus dem Bad kam, sprang sie förmlich nackt ins Bett in Liams Arme und kuschelte sich an ihn. Sie kannte seinen Herzschlag und er beruhigte sie immer wieder. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Hast du eigentlich schon mal einen Orgasmus vorgetäuscht?«, sprach sie den ersten Gedanken aus, der ihr durch den Kopf kam. Liam streichelte durch ihre Haare und antwortete nach einer kurzen Pause.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Ein paar Mal.«</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Was? Warum?«</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Hast du schon Mal einen vorgetäuscht?«, fragte er mit hochgezogenen Augenbrauen.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Nein.«</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Na ja, weil ich dachte es zieht sich zu lange und ihr oder ihm kein schlechtes Gefühl geben wollte.« Mia brauchte einen Moment, um zu verstehen, dass er auf ihre vorherige Frage geantwortet hatte.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Ja, aber man merkt doch wenn der Mann vortäuscht. Oder man sieht es doch zumindest.«</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Hast du dir schon Mal nach dem Sex ein Kondom angeschaut? Also ob etwas drinne war?«</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Mia machte einen verwirrten Laut und sagte danach nur.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Okay.«. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Sie lagen noch eine Weile so da – entspannt und kuschelnd. Bis Mia begann sich anzuziehen und dabei ihre auf dem Boden verstreuten Kleider suchte. Es war nicht so spät wie sie gedacht, aber auch nicht so früh, wie sie gehofft hatte. Liam brachte sie zur Tür, an der sie ihre Schuhe anzog und Liam drückte. Er verwickelte sie in einen letzten Kuss, ehe sie in das Treppenhaus trat. Dort steckte sie sofort ihre Kopfhörer ein und stieg die knarrenden Holztreppen hinunter. Von Anger Crottendorf aus, Haltestelle Breite Straße, nahm sie erst die 4 ins Zentrum und stieg am Augustusplatz in die 15 in Richtung Leipzig, Miltitz ein. Von dort aus fuhr sie zum Lindenauer Markt. Hielt wie versprochen bei dem kleinen Dönerladen an und nahm einmal einen Döner mit Grillgemüse und Falafel mit und für sich einen Dürüm mit Halloumi. Danach lief sie bis zur Lützner Straße, querte diese nachdem sich nach gefühlten Minuten eine Lücke aufgetan hatte, und lief durch ein immer offenes, bestickertes Tor bis zur Hintertür und schloss diese auf. Zum Glück wohnte Alex im Erdgeschoss und schloss, wenn er da war, nie ab, sodass sie ohne Unterbrechung in die Wohnung kommen konnte. Mit einem Fuß hielt sie den grau-weißen Kater Baldrin zurück und schloss die Tür schnell hinter sich.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Bin zu Hause«, rief sie in den Flur und Alex kam aus der Tür seines Wohnzimmers in einer Jogginghose gekleidet und schlang sie fest in seine Arme.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Hallo Schatz«, flüsterte er ihr ins Ohr und küsste sie danach zur Begrüßung auf den Mund. Er nahm ihr die Essenstüte ab und packte das Essen aus, um es in der Küche auf Teller zu legen.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Wir sollten uns echt mal angewöhnen Dosen mitzunehmen, der Müll ist wirklich unnötig«, sagte er nachdenklich, ehe er die Verpackungsreste im kleinen Kabuff in den Mülleimer schmiss. Mia nickte, stellte ihren Rucksack im Flur ab und goss aus dem offenen Rosé zwei Gläser ein, sowie Wasser. Sie trugen alles gemeinsam ins Wohnzimmer auf den Couchtisch und machten es sich auf der Couch bequem. Mia legte ihr Handy auf den Tisch und sie kuschelten sich aneinander, während sie bei einer Serie aßen. Als Alex fertig war massierte er ihren Nacken.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Wie war die Arbeit?«, fragte Mia und Alex begann eine Erzählung wie der kleine Edgar im Kindergarten gefragt hatte, ob er genauso wie Alex auch Nagellack tragen dürfte, weil die kleine Katja gesagt hat, das dürften nur Mädchen. Jetzt wollte der kleine Edgar wissen, ob das der Alex nur darf, weil er mal ein Mädchen war, oder ob Edgar auch seine Lieblingsfarbe blau auf seine Nägel bringen durfte.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Wie war es bei Liam?«, fragte er zurück.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Ziemlich gut. Sind mit dem Vortrag gut weitergekommen und der Rest war eigentlich wie immer.« Alex nickte und lehnte sich noch etwas mehr auf der Couch zurück. Mia wollte heute noch etwas für ihre Bachelorarbeit schreiben und Alex würde sich sicher freuen nebenbei etwas zeichnen zu können.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Mia ging kurz auf Toilette und holte aus dem Rucksack im Flur ihren Laptop. Sie kam zurück zu Alex, der ihr Handy eingängig studierte.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Was gibt’s?«, fragte Mia und ließ sich wieder neben ihn fallen in die weichen Kissen.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Liam hat dir ein ziemlich heißes Bild geschickt und dazu geschrieben, dass er es heute einfach unglaublich fand und sich schon auf das nächste Mal freut.« Alex drehte das Smartphone zu ihr.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Da muss er sich aber ziemlich angestrengt haben, um diese Bauchmuskeln zu zeigen«, kommentierte sie. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Alex schaute sich das Bild noch mal eingehender an.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Ich finde er sieht ziemlich heiß aus.«</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Heiß, definitiv. Aber als ich heute auf ihm saß war da nichts von Muskeln zu sehen.«</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Alex grinste und legte das Handy zurück auf den Tisch.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Da fand er es also unglaublich, was habt ihr denn gemacht?«</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Also ich habe mich noch mal daran versucht ihm einen zu blasen. Er fand es wohl echt super, ich weiß noch nicht so ganz. Dann habe ich ihn geritten, du glaubst gar nicht wie sehr ich es vermisst habe, einen Typen zu reiten. Und er hat mich danach geleckt und mit dem Vibrator genommen. Also</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">ja, ziemlich gut.« Alex kicherte.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Er schreibt es war unglaublich und du sagst es war ziemlich gut. Ach, Hase.« Alex gab Mia einen innigen Kuss und nahm das Tablet raus, um weiter an seinen Tattoodesigns zu arbeiten. Mia ließ sich, wie immer, ablenken und kaufte Karten für den Westslam am Donnerstag, der direkt neben ihrer</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Haustür stattfand. Danach bekam sie noch gefühlte zwei Sätze geschrieben, ehe Alex ankündigte ins Bett zu gehen und sie sich ihm kurzerhand anschloss. Ein Kuss führte zu mehr Küssen, führte zu Sex. Alex leckte sie, bis sie kam, seine Technik war atemberaubend und daraufhin leckte sie Alex Vulva, bis dieser sich in die Matratze krampfte. Danach befriedigte sie ihn noch mit ihrer Hand und wollte ihm auch den dritten Orgasmus schenken, doch beide waren einfach zu müde.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Sie murmelte noch, dass sie morgen zum Westslam gerne Liam mitnehmen würde und Alex seufzte in ihr Ohr, dass sie doch gar nicht fragen müsse. Nach einer halben Stunde stieß Mia sanft Alex von sich weg und drehte sich auf die andere Seite. Kuschelnd einschlafen würde sie wohl nie können.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>An mein jüngeres Ich</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/02/an-mein-juengeres-ich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2024 11:10:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Erwachsenwerden]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Pubertät]]></category>
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					<description><![CDATA[Lina hat einen Text an ihr jüngeres Ich geschrieben. Dabei lässt sie bessere und schlechtere Erfahrungen Revue passieren und Blickt gleichzeitig auf den Menschen, der sie heute ist. Hallo kleine Lina, ababababbababababa bevor du fragst: ich nenne dich kleine Lina, weil du die Lina mit 12 bist. Größentechnisch haben wir uns nicht verändert, wir bleiben]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Lina hat einen Text an ihr jüngeres Ich geschrieben. Dabei lässt sie bessere und schlechtere Erfahrungen Revue passieren und Blickt gleichzeitig auf den Menschen, der sie heute ist.</strong><span id="more-15924"></span></p>
<p>Hallo kleine Lina,</p>
<p>ababababbababababa</p>
<p>bevor du fragst: ich nenne dich kleine Lina, weil du die Lina mit 12 bist. Größentechnisch haben wir uns nicht verändert, wir bleiben ein Hobbit. Kleiner Körper große Füße. Um deine brenneste Frage vorne weg zu nehmen: Nein. Einfach nein. Wir sind nicht mit Harry Styles zusammen.</p>
<p>Lina, es wird nicht besser aber du kannst besser damit umgehen.</p>
<p>Ich meine das hier, das auf der Bühne, dass ist jetzt dein Job. Du könntest alles auf der Bühne machen . Du könntest Spagat machen ? Du kannst kein Spagat , du könntest richtig hoch springen ? Du kannst auch nicht springen -&gt; okay du kannst ne runde Macarena tanzen. Wenn wir schon dabei sind, ich habe viel zu lange gedacht, dass das Lied auf einer Fantasiesprache ist und habe oft zu lange gesungen : ununun MACARENA unhunhu SABRINA unhunh MACARENA ehhhhh MACARENA</p>
<p>Lina, es wird nicht besser, aber du kannst besser damit umgehen</p>
<p>Es gibt Menschen die können dich nicht leiden, das ist okay: Weißt du was nie okay war ? Leo Print. Dachtest du damit etwa : WENN ICH Leoparden Print trage bin ich nie over oder underdressed, ich bin einfach nur schnell? Du warst nie schnell Lina</p>
<p>Lina es wird nicht besser, aber du kannst besser damit umgehen</p>
<p>Die Harte Wahrheit : deine Mutter wollte nicht dein Leben zerstören als deine Ausgangssperre mit 14 Mitternacht war, du warst halt einfach 14</p>
<p>Außerdem trag bitte die dicke knallrote Winteracke</p>
<ol>
<li>die Nierenbeckenentzündung war es nicht wert</li>
<li>Heute würdest du für so eine Jacke töten</li>
<li>die Kinder aus der Klasse mobben dich nicht plötzlich, weil deine Jacke komisch ist, sie mobben dich, weil du komisch bist. Und das ist nicht okay und ich weiß du kannst es kaum erwarten das diese Zeit vorbei ist, aber bitte lass dich nicht dazu hinreißen anderen Ähnliches anzutun.</li>
</ol>
<p>Lina es wird nicht besser, aber du kannst besser damit umgehen</p>
<p>Es war nie cool mit einer Tiefsitzenden Hose auf dem Aldi Parkplatz zu chillen, Ich weiß nicht was du dir davon erhofft hast, aber du hast es nicht erreicht. An dieser Stelle will ich dir einmal auf den Hinterkopf klatschen, weil wie konntest du es wagen Socken an Weihnachten scheiße zu finden. Du hast seit 2 Jahren kein vollständiges Paar mehr gesehen und Socken sind unerwartet teuer, was solltest du bitte mehr als kuschelige Füße</p>
<p>Lina es wird nicht besser, aber du kannst besser damit umgehen.</p>
<p>Ich verstehe dass du schüchtern bist, aber irgendjemand hat sich gedacht : das ist die beste Idee, an etwas besseres werde Ich nie denken und ich werde das jetzt einem ganzen Produktionsteam vorstellen : ein Tornado, aber aus Haien. Und dann gab es 8 Filme</p>
<p>Lina es wird nicht besser, aber du kannst besser damit umgehen</p>
<p>Liebes jüngeres ich, du kannst nicht immer sagen: das ist ein Problem von Zukunftslina, Zukunftslina ist Gegenwartslina und du hast gedacht du merkst dir dieses blöde Google Mail Passwort. Aber da ist nichts in deinem Kopf, und du fandest dich so witzig mit der Sicherheitsfrage: wie war der name deines ersten Haustieres: du hattest gar kein Haustier du Pisser!</p>
<p>Ich kann dir nicht versprechen dass es besser wird aber du kannst besser damit umgehen ,</p>
<p>Du hast eigentlich immer alles gehasst, deinen Körper, deinen Kopf. Standes nackt vor dem Spiegel und hast dir gewünscht alles wegradieren zu können. Einfach die Schere nehmen zu können und wegzuschneiden was dir nicht gefällt. Ich weiß du denkst du hast kein Problem und alle haben viel größere Probleme. Und irgendwann holst du dir die Hilfe und es wird scheiße und es wird warten und dann kannst du besser damit umgehen.</p>
<p>Lina, Ich bin Stolz auf dich du hast es verdient und du hast lange nicht alles richtig gemacht aber du hast das Recht glücklich zu sein</p>
<p>Also natürlich auch auf mich</p>
<p>Und wenn es scheiße wird, dann richtig</p>
<p>Aber gut wird richtig gut.</p>
<p>Ganz tief in dir drinnen,</p>
<p>hast du Stärke, hast du Mut,</p>
<p>Ja, ich bekkene mich</p>
<p>Ich bin stolz auf dich</p>
<p>Ich würd dich gern umarmen, nur einmal fest und lang</p>
<p>Um dir zu zeigen das ganz tief in dir drin dich etwas lieben kann</p>
<p>Es braucht lange, aber du wirst auch verstehen</p>
<p>Es wird nicht besser, aber du kannst besser damit umgehen.</p>
<p>&#8211; Diese kleine Box die jeder Mensch hat, mit Kabeln die man nicht zuordnen kann ? Ich habe meine weggeschmissen, und mir geht es okay damit. ( ausbauen )</p>
<p>&#8211; Ja es gibt Frühaufsteher und das ist nervig, aber es gibt auch keinen Preis für : ich wache 5 Uhr morgens auf und muss pinkeln und versuche so lang es geht mit unfassbaren Schmerzen da zu liegen.</p>
<p>&#8211; du hattest ganz dolle Angst dass jemand herausfinden würde dass du dick bist</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ich wünsch mir manchmal</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/08/ich-wuensch-mir-manchmal/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Aug 2023 11:02:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[„Weil Du mich liebst sagst Du mir grausame Dinge“ , schreibt Lina. – Kann das Liebe sein? Das sollte ich mir nicht wünschen Ich wünsche mir du würdest mich hassen Würdest mich nicht lieben Die Liebe ist dein Deckmantel Umhüllt deine Worte Verpackt deine Worte als Ratschläge Besser als Beleidigungen Weil du mich liebst sagst]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Weil Du mich liebst sagst Du mir grausame Dinge“ , schreibt Lina. – Kann das Liebe sein?</strong><span id="more-15694"></span></p>
<p><em>Das sollte ich mir nicht wünschen</em><br />
Ich wünsche mir du würdest mich hassen<br />
<em>Würdest mich nicht lieben</em></p>
<p>Die Liebe ist dein Deckmantel<br />
<em>Umhüllt deine Worte</em><br />
Verpackt deine Worte als Ratschläge<br />
<em>Besser als Beleidigungen</em></p>
<p>Weil du mich liebst sagst du mir<br />
<em>Dass wenn ich weiter so fett bin</em><br />
Grausame Dinge<br />
<em>Mich niemand je lieben kann</em></p>
<p>Weil du mich liebst sagst du mir<br />
<em>Dass dadurch, dass ich Frauen liebe</em><br />
Verletzende Dinge<br />
<em>Dein Kind krank ist</em></p>
<p>Weil du mich liebst sagst du mir<br />
<em>Das ich mein Leben gegen die Wand fahre</em><br />
Gedanken aus meinen Alpträumen<br />
<em>Und unter einer Brücke enden werde</em></p>
<p>Ich wünsche mir manchmal du würdest mich hassen<br />
<em>Das sollte ich mir nicht wünschen</em><br />
Dann wäre es leichter dich zu hassen<br />
<em>Ich bin ein undankbares Kind</em></p>
<p>Ich weiß ich sollte von dir nicht so verletzt sein<br />
<em>Ich kann mit deiner Liebe nicht umgehen</em><br />
Deine Liebe ist mein Schmerz<br />
<em>Ich kann mit dir nicht umgehen</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Urknall</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/06/urknall/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jun 2023 11:58:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
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					<description><![CDATA[Lina fragt sich, ob Karsten aus dem Urschleim gekrochen wäre, wenn er gewusst hätte, dass er eine Steuererklärung machen muss… und warum er sich so übers Gendern aufregt, wenn doch alles mit einem Knall wieder vorbei sein könnte. Mit einem Plopp oder Knall oder ganz ohne Geräusch da entsteht es auch schon, bilden sich Teilchen,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Lina fragt sich, ob Karsten aus dem Urschleim gekrochen wäre, wenn er gewusst hätte, dass er eine Steuererklärung machen muss… und warum er sich so übers Gendern aufregt, wenn doch alles mit einem Knall wieder vorbei sein könnte.</strong><span id="more-15607"></span></p>
<p>Mit einem Plopp oder Knall<br />
oder ganz ohne Geräusch<br />
da entsteht es auch schon,<br />
bilden sich Teilchen, und Materie, Atome und Ionen,<br />
es kommt zu Zeit, Materie und Raum in 3 Dimensionen<br />
Wir sehen Feuer und Teilchen und Raum und Zeit,<br />
Dinge entstehen, kollabieren und bilden sich neu<br />
Erst war vielleicht nichts, dann alles auf einmal<br />
Der leere Raum, ein gigantischer Kreissaal<br />
Voller Geburten und Toten und alles auf Anfang<br />
Hinzu kommt Strahlung, unendliche Hitze und dunkle Materie,<br />
Es bilden sich Strukturen und Formationen in unendlicher Serie<br />
Die ersten Gaswolken kollabieren, und funkelnd zeigen<br />
Die ersten Sterne mit hellem Licht<br />
Vielleicht erst ein einzelner, doch bald ein ganzes Meer aus ihnen<br />
Erst dort dann da und überall<br />
Funkeln sie im Raum und senden ihr signal<br />
Erst Billionen Jahre später kam unsere Erde dazu<br />
Erst ein Klumpen Stein<br />
Doch im Nu &#8211; kommt Boom<br />
Ein Meteorit angeflogen<br />
Doch das war nicht alles, der Meteorit hatte Gepäck<br />
Hat in sich Sauerstoff und Wasserstoff versteckt<br />
Als Stoffgemisch zusammengeformt, viele wissen es sicher<br />
Entstand H20, Wasser das in die Erde sickert<br />
Millionen Jahre später, jetzt sind wir im Wasser<br />
Ja halt stopp, was ist denn das da:<br />
Eine Zelle, ein Leben,<br />
doch es geht noch weiter,<br />
da teilt sie sich und da ist ein zweiter,<br />
Sind erst Einzeller, dann Zweizeller und Dreizeller und Vielzeller<br />
Im Meer enstanden, nennen wir sie doch gleich Mehrzeller,<br />
„Es lebt“ – schreit niemand, dann es war noch kein Mensch da<br />
Doch es bilden sich Wesen, ganz schleimig, ganz sondarbar, erst Plankton und Algen,<br />
dann der erste Fisch, bis dieser gefressen wird von einem anderen Fisch?<br />
Von Sauriern und Echsen, mit Kiemen ausgestattet<br />
Bis Tetrapoden kamen, wir kennen sie sicher, kleine Bastarde die aus dem Wasser kamen<br />
Da ist der erste, nennen wir ihn Karsten<br />
Er schwimmt immer höher ja ist denn das zu fassen<br />
Sein Kopf ist Überwasser, gleich ist er am Ufer<br />
Ein schritt noch ein weiterer, das gibt es ja gar nichts, er berührt den Sand und mach weiter<br />
Von wasser an Land, meine Damen und Herren, was ein Bastard<br />
Karsten hättest du das auch gemacht, wenn du gewusst hättest dass wir jetzt alle eine Steuererklärung machen müssen<br />
Aber er geht weiter, Karsten denk nochmal drüber nach, irgendwann wird es Youtube Werbung geben die man nicht überspringen kann,<br />
aber Karsten hört nicht und krabbelt immer weiter und darauf kann ich nur sagen:<br />
fick dich Karsten<br />
Erst Saurier und Urmenschen und alles bis zu uns,<br />
bis zu mir auf der Bühne und das nennen wir dann Kunst<br />
haben Sprache erschaffen und nun Streiten wir uns<br />
ob es die, das oder der Nutella heißt (es ist das)<br />
Vieles von eben, ist nur eine Theorie<br />
Haben lange nicht verstanden wie alles geht<br />
Und dass sich das Universum ausdehnt, davon will ich gar nicht beginnen<br />
Doch was es schafft mich wirklich um den Verstand zu bringen,<br />
ist das für manche das größte Problem ist ein kleines Sternchen im Satz<br />
Rücksicht auf andere und das Klima hat keinen Platz,<br />
Als unnatürlich wird vieles vertäufelt,<br />
Sorry aber Faultiere sind natürlich?<br />
Sie greifen manchmal ihren eigenen Arm und fallen in den Tod, weil sie denken ihr Arm ist ein Ast<br />
Wenn Menschen davon anfangen zu reden, was natürlich ist würde ich Ihnen gerne die Herzschrittmacher ausstellen, ist nämlich auch nicht natürlich Herbert<br />
plötzlich fangen an Gedanken und auch Meinungen quellen,<br />
eine Hafermilch Milch zu nennen, dass ist ja nicht zu fassen!<br />
Was kommt als nächstes? Menschen Rechte haben lassen?<br />
Nach über 2000 Jahren Menschheitsgeschichte,<br />
denken Cis- dudes immer noch sie wissen besser was in anderen Körpern abgeht<br />
Wenn noch einmal jemand was erzählt von: naja Männer sind ja auch Jäger und Frauen Sammler<br />
<em>• Was hast du denn bitte in letzter Zeit gejagt? Du sitzt auf deiner Couch und postest diesen Mist auf Reddit. Wir sitzen 8 Stunden pro Tag vor einem blinkenden Bildschirm und essen aus Plastikschalen</em><br />
<em>• Es ging um Essen und nicht um Frauen. Man hat Essen gejagt. Karsten siehst du was passiert ist, siehst du was du getan hast mit deinem an Land krabbeln?</em><br />
Stell dir vor Karsten eine Spezies entwickelt im Laufe ihrer Evolution die Fährigkeit mithilfe von Lauten abstrakte Ideen auszudrücken und du benutzt diese unglaubliche Gabe dazu um bei jeder Gelegenheit „zum Beispiel“ zu sagen<br />
Oder dafür dass man einfach Haare hat und der Körper kann einfach selbst seine Temperatur regulieren nur damit dann jemand sagt: ihh, du schwitzt<br />
Und nochmal zum Mitschreiben, auch Bein oder Achselhaare sind nicht unnatürlich<br />
Das einzig gute an dieser Erde ist, dass wenn man mal wieder was fühlen muss, man nur vor ein paar BWLern erwähnen muss: ich verstehe nicht warum wir nicht einfach mehr Geld drucken<br />
Doch halt, wenn ich meinen Blick nach oben richte, dort Blinken sie weiter<br />
Das Meer aus Sternen, seit Millarden gealtert<br />
Und trotzdem leuchten sie, glitzern, funkeln und manche entschwinden<br />
Gebe ich die Hoffnung nicht auf, es könnte mit einem Plopp oder Knall, oder ohne Geräusch,<br />
von vorne beginnen</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Scham</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/04/15433/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Apr 2023 13:33:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Scham]]></category>
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					<description><![CDATA[Lina schämt sich. Für ganz schön viel… Aber für eins ganz sicher nicht! [CN: sexualisierte Gewalt] Mir ist aufgefallen, dass ich eine unfassbare Schambehaftete Person bin. In vielen Kontexten schäme ich mich für meine pure Existenz: Ich habe in der 5. Klasse mal erzählt ich hätte 20 Vornamen, weil ich dachte das wird mich richtig]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Lina schämt sich. Für ganz schön viel… Aber für eins ganz sicher nicht! [CN: sexualisierte Gewalt]</strong> <span id="more-15433"></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Mir ist aufgefallen, dass ich eine unfassbare Schambehaftete Person bin. In vielen Kontexten schäme ich mich für meine pure Existenz:</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Ich habe in der 5. Klasse mal erzählt ich hätte 20 Vornamen, weil ich dachte das wird mich richtig cool machen. Spoiler Alert: hat es nicht. Ich bin mir auch nicht sicher wie ich mir das vorgestellt habe: Woah Lina, ich finde dich echt peinlich aber jetzt da ich weiß, dass du außerdem noch Christoph, Maria und Herbst heißt, will ich dich unbedingt in die Gruppe das coole Aufnehmen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Ich habe mich unfassbar dafür geschämt. Dass mich meine Mutter losgeschickt hat zum Klopapier kaufen, denn mich hätte ja jemand aus der Schule sehen können. Und dann hätten sie gewusst, dass ich auch, also ich meine, dass ich, auf Toilette gehe.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Im Sommer hatte ich immer zwei Ansätze, punkt 1: ich ziehe mich zu warm an und schäme mich für die menschliche Reaktion des Schwitzens oder punkt 2: ich ziehe mich Hitzegerecht an und schäme mich für meinen Körper. Es hat 20 Jahre gebraucht um zu begreifen, dass sich viele Menschen nicht für ihren Körper, sondern ihren Charakter schämen sollten.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Kind fand ich es so peinlich einen Helm beim Fahrradfahren aufzusetzen. Es hätte ja meine Frisur die Mama gemacht hat in dem sie mir einen Topf aufgesetzt hat und rumgeschnitten hat kaputt gehen können. Richtig armselig war das unter Kindern, wenn dir dein Leben wichtiger als deine Frisur war.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Meine Oma hat letztens gesagt sie wünscht sich zu Weihnachten nichts anderes, als dass ich glücklich bin. Und ich dachte nur so – scheiße Hannelore, hättest du dir nicht eine Fritteuse oder so wünschen können? Ich schäme mich, dass ich meine Großeltern zu wenig besuche.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Ich bin der festen Überzeugung, dass das Leben nur auf so lange ausgelegt ist, dass wir immer wieder etwas Neues zum Schämen haben. Momentan kann ich mich wenigstens nur erinnern. In 10 Jahren kann ich auch noch die Chatverläufe von meinen Fehltritten lesen, da muss ich dann definitiv austeigen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Was ist das mit Menschen, Pflanzen bekommen in ihrem Leben Blüten und leckere Früchte, süße Tiere bekommen süßere Babies und wir bekommen Existenzängste und Rückenschmerzen. Überlegene Art – ich weiß ja nicht.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Heutzutage schäme ich mich dafür, wenn der Postbote um 9 kommt, und ich bin noch in eine Decke gewickelt, oder um 11 oder 14 Uhr, oh man ich bin halt Student, es tut mir leid</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Ich habe mich dafür geschämt, wenn meine Mutter mich zum Toilettenpapier holen – Lina das wissen wir schon – ich schäme mich, wenn mich jemand darauf hinweist, dass ich eine Geschichte schon erzählt habe. Irgendwann werden sie merken, dass ich nur ein Konstrukt aus 3 wechselnden Geschichten bin und Geschichten was ich letztens gegessen habe. </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Mir ist letztens aufgefallen, dass ich die Zeilen von jedem einzelnen Culcha Candela Song kenne. Wie ich eine Lampe anschließe? Nein. Steuererklärung? Nein. H-a doppel m-er hamma yeah. Wie sehr bin ich darauf abgegangen und dachte so coole Musik wird nie wieder geschrieben und am Ende war das:</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Eiskalt<br />
Step ich im Club mit meinen Jungs<br />
Eiskalt<br />
Alles gefriert um uns herum</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Eiskalt<br />
Tau mich auf Girl, ich will&#8217;s sehn<br />
Eiskalt<br />
Kann ich deiner Hitze wiederstehn</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Ah – ah Eiskalt</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #000000;">Mit Mitte 20 haben wir glaube ich alle einen Ex für den wir uns schämen und nicht wissen wie wir mit so jemanden zusammen sein konnten, aber hey jemand ist auch aktuell mit Mark Foster zusammen? Ich finde da haben wir nicht so sehr verkackt.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Mittlerweile habe ich gelernt, dass ich mich nicht für meinen Körper schämen muss oder den Raum den ich einnehme. Das ich mich nicht schämen muss meine Meinung zu sagen und dass ich One Direction hören kann so viel ich möchte. Die Scham wurde mir von außen wie eine Weste aufgelegt und ich finde Westen unnötig, denn wenn ich friere dann an den Armen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Und gerade für diese eine Sache kann ich mich nicht schämen. Ich schäme mich nicht in den Urlaub gefahren zu sein. Ich schäme mich nicht in diesem Wellness Hotel meinen Körper in einen Badeanzug gesteckt zu haben. Ich schäme mich nicht eine Massage gebucht zu haben. Ich schäme mich nicht, dass ich nicht wusste wie Massagen ablaufen. Ich schäme mich nicht, dass du ohne zu fragen meine Unterhose ausgezogen hast und gemacht hast was du wolltest.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nur weil mir manchmal der Respekt vor meinem Körper fehlt, heißt das nicht, dass du respektlos mit meinem Körper umgehen kannst. </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Das einzige über, dass ich mich dabei schäme ist, dass ich dachte mir könnte sowas nicht passieren. Das der erste Gedanke daran ging mich zu fragen was ich falsch gemacht habe. Ich dachte ich bin stark und sag was ich will und ich sage nein. Ich habe nichts gesagt.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Ich bin ein unfassbar schambehafteter Mensch, aber dafür darf ich mich nicht schämen. Ich stehe täglich auf einer Bühne und ich muss darüber reden. Ich muss Aussage um Aussage machen um solche Taten zu verhindern oder betroffenen Mut zu geben. Mir wurde diese Bühne gegeben um mich nicht zu verstecken.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Ich schäme mich nicht Betroffen zu sein und ich schäme mich nicht, dass euch gesagt zu haben. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Guilty Pleasure</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/01/guilty-pleasure/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Jan 2023 13:25:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Lina nahm sich mit 16 vor, feministische Essays zu lesen. Sie nahm sich vor, das Kapital zu lesen, die Bibel und das dritte Geschlecht von Simone de Beauvoir. Sich zu bilden, ja das wollte sie. Jetzt ist sie 21, hat absolut nichts davon gelesen und verbringt ihre Tage mit ihrem wahren Interesse &#8211; Jugendbüchern.  Rückblickend]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Lina nahm sich mit 16 vor, feministische Essays zu lesen. Sie nahm sich vor, das Kapital zu lesen, die Bibel und das dritte Geschlecht von Simone de Beauvoir. Sich zu bilden, ja das wollte sie. Jetzt ist sie 21, hat absolut nichts davon gelesen und verbringt ihre Tage mit ihrem wahren Interesse &#8211; Jugendbüchern. </strong><span id="more-15248"></span></p>
<p>Rückblickend betrachtet, war jede meiner Interessen voll Scham besetzt. Als ich 12 war, begann meine One Direction Phase. Mein Zimmer mit Postern zu bedecken war natürlich mega peinlich. Wenn mein Cousin jetzt sein Zimmer mit Fußballerplakaten bedeckt, ist das natürlich mega cool. Meine Musik war immer peinlich, meine Bücher waren immer peinlich und meine ganze Existenz natürlich auch. Doch Gendervergleiche bezogen auf sozial akzeptierte Interessen sind ein Thema für einen anderen Tag.<br />
Ich verspürte lange Scham, dass, anstelle mich weiterzubilden mit klassischen, feministischen Büchern, ich immer wieder zu den Büchern mit dem moralischen grauen dunklen Typen griff, der nicht nur eine Grenze überschritt. Die Wahrheit ist, dass ich keine Energie hatte auf schwere Literatur. Ja es ist ein Privileg, sich nicht damit beschäftigen zu müssen, was in anderen Ländern mit Frauen* rechten abgeht oder eben gar nicht geht. Ich hatte das Privileg ignorant zu sein. Ich hatte das Privileg mich zu entscheiden, mich nicht von anderen Lebensrealitäten herunterziehen zu lassen.<br />
Ich kam schon so kaum durch meinen Tag. Tagelang im Bett trauernd über einen Teil von mir, der nie ganz sein würde. Jetzt weiß ich, dass es komplett okay ist, psychische Krankheiten zu haben und manchmal nicht zu können. Früher war es die Scham nicht leistungsfähig zu sein. Nicht mal leistungsfähig zu sein ein Buch zu lesen, von dem ich annahm Ideale zu teilen.<br />
Ich sollte mich mehr mit Erfahrungsberichten von Frauen* beschäftigen, ich sollte, ich sollte, ich sollte.<br />
Wenn man in einer akademischen Laufbahn (fest)steckt, wird einem oft suggeriert, dass den Nachttisch bedeutende Romane schmücken sollten. Ich möchte meinem Leben entfliehen. Nicht rein gesogen werden mit Fachbegriffen die nie erklärt werden.<br />
Worum genau handeln diese Jugendbücher? Von Menschen, die auf ihre Stiefbrüder stehen, die in jemanden aus ihrer Gastfamilie in ihrem Au Pair Jahr verliebt sind oder den Schul Bad Boy. Es ist flach, banal und schnell durchgelesen. Kein tieferes Problem der Hauptcharaktere, als dass ihr Geliebter vielleicht zu böse ist. Oft das Motiv ihn ‚retten‘ zu können. Es ist furchtbar. Es ist furchtbar amüsant.<br />
Neben meinem Bett ist ein kleiner Stapel Klebezettel. Lila beutet ‚wtf ist los bei bei euch‘ oder anders ‚wie könnt ihr nur so klischeehaft sein‘ oder gar ‚sexistisch`. Das Buch ist meistens voll davon. Die Klebezettel nutze ich, um mich mit den Idealen auseinanderzusetzen und auf Instagram Content darüber zu machen, dass so etwas nicht in Ordnung ist im echten Leben oder dass es nun mal nie die eigene Aufgabe sein sollte jemand anders zu retten.<br />
Dieser Text soll nichts weiter aussagen, als dass es okay ist zu lesen was man möchte. Ich lese gerne Teenie Romane. Rege mich gerne in der kleinen Welt meines Schlafzimmers mit mir selbst darüber auf und verdrehe die Augen, wenn man alles regeln könnte in dem man drüber spricht. Es ist nichts literarisch Gutes oder Hohes aber ich mag es. Es ist nichts, was meine Augen öffnet und mich in geistige Höhen befördert. Aber neben Plenum und Diskussionen muss ich abschalten. Ich lese für mein Pleasure. Ohne Guilty. Sollen andere die Scham verspüren über das, was in meinem Schlafzimmer los ist.<br />
‚Ja ich bin es. Ich privilegierte weiße Frau, die über Bad Boy Ryan liest. Ich schäme mich nicht.‘<!--more--></p>
<p><strong>Mehr Texte von Lina findet ihr in ihrem Buch <a href="https://brimborium-verlag.de/linakloepper/">&#8222;Liebe und das Gegenteil&#8220;</a>.</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum ist es plötzlich ein Problem?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/12/warum-ist-es-ploetzlich-ein-problem/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Dec 2022 13:26:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[WM 2022]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=15252</guid>

					<description><![CDATA[Für Fußball interessiert sich Lina null, aber sie wundert sich, warum die WM in Katar plötzlich ein Problem ist. Denn die Profitgier der FIFA-Funktionäre ist nicht nur Fußballfans bekannt. Zugegebenermaßen interessiere ich mich nicht für Fußball. Vielleicht das ein oder andere Mal habe ich meinen kleinen Cousin begleitet, damit er überhaupt ins Stadion kam oder]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Für Fußball interessiert sich Lina null, aber sie wundert sich, warum die WM in Katar plötzlich ein Problem ist. Denn die Profitgier der FIFA-Funktionäre ist nicht nur Fußballfans bekannt.</strong><span id="more-15252"></span></p>
<p>Zugegebenermaßen interessiere ich mich nicht für Fußball. Vielleicht das ein oder andere Mal habe ich meinen kleinen Cousin begleitet, damit er überhaupt ins Stadion kam oder habe in Sommern aus versehen Livestreams in Biergärten mitbekommen. Aber generell – nicht viel Interesse.</p>
<p>Was mich allerdings wirklich verwirrt, ist das ‚plötzliche‘ Problem mit Katar. Wollen mir Menschen ernsthaft erklären, bis jetzt gab es kein Problem aber aus dem nichts achten Fußballbünde und Geldgeber nicht auf Menschenrechte, sondern nur ihren Profit – Schocker.</p>
<p>In einem Jahr gewannen die deutschen Frauen und die Männermannschaft wurde dritter Platz. Wollen wir raten wer mehr Geld bekommen hat?</p>
<p>Trotzdem das die FIFA (angeblich) eine gemeinnützige, nicht profitorientierte Organisation haben wir es mit einem Milliarden Unternehmen zu tun. Kommt mir gar nicht komisch vor.</p>
<p>Als es um LGBTIQ+ Rechte ging und das Münchner Stadion in Regenbogenfarben angeleuchtet werden sollte, zur letzten EM, beim Spiel gegen das momentan von Orban geführte Ungarn, setzte man sich nicht durch. Zum einen geht es um Farben, FARBEN, keine wirkliche Beschäftigung mit dem Thema, sondern nur buntes Licht als Zeichen von Toleranz und Gleichstellung, aber selbst das wäre im Licht des Profites und der Wirtschaft zu eingreifend gewesen.</p>
<p>Deshalb frage ich mich wirklich: Sind wir überrascht? Wenn Katar oder andere Länder mitspielen gibt es wenig Probleme. Solange Geld fließt und Bedingungen in Herkunftsländern nicht gezeigt werden ist doch alles fein.</p>
<p>Vorher war bekannt, dass es nicht die nötige Infrastruktur gibt um diese Weltmeisterschaft auszurichten. Wie überraschend ist es, dass der Stadionbau auf den Kosten und Rücken der Arbeiterinnen ausgetragen wird. Von den Konsequenzen für den Klimawandel ganz zu schweigen.</p>
<p>Aufschreie über bezahlte Fans und die ‚One Love‘ Armbinde. Ganz davon abgesehen, dass es dafür ‚nur‘ eine Strafkarte gibt und DAS könnte nun wirklich niemand verantworten. Wir hören von Fußballspielern die ‚bedroht‘ werden, privilegierte weiße Männer, was nur Spekulationsraum offen lässt was anderen Menschen passiert.</p>
<p>Wollen wir raten wie viele Länder in denen Homosexualität (Wir reden hier nicht mal von LGBTIQ+) unter Strafe, bis hin zur Todesstrafe steht, mitspielen? Wenn wir nach dem Gay Travel Index gehen, überrascht es nicht wirklich zu sehen, dass die Spitzenreiter bekannte Gesichter bei Turnieren sind.</p>
<p>Fußball hat ein strukturelles Problem und ich kann nur hoffen, dass durch diese WM mehr Menschen dies bemerken. Doch was ich mich wirklich Frage, ist ob es jemanden gab, der dass nicht wusste.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gefühle jagen in Schmertterlingsnetzen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/09/gefuehle-jagen-in-schmertterlingsnetzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Sep 2022 12:51:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=15040</guid>

					<description><![CDATA[Wir haben heute ein neues Gedicht von Lina für euch. Sie fasst in romantische Bilder, wie es sich anfühlt, verliebt zu sein und dass das auch durch schlechte Tage trägt. Fang mir das Gefühl ein Von Küssen im Nacken Gehaucht und doch stets da Von Kaffeedates Mit dir und mir Die Münder an der Tasse]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir haben heute ein neues Gedicht von Lina für euch. Sie fasst in romantische Bilder, wie es sich anfühlt, verliebt zu sein und dass das auch durch schlechte Tage trägt.</strong><span id="more-15040"></span></p>
<p>Fang mir das Gefühl ein<br />
Von Küssen im Nacken<br />
Gehaucht und doch stets da<br />
Von Kaffeedates<br />
Mit dir und mir<br />
Die Münder an der Tasse<br />
Und Lippen sehr nah</p>
<p>Fang mir das Gefühl ein<br />
Von einer Autofahrt nach Mitternacht<br />
Orange von Lampen<br />
Freiheit von Innen<br />
Auf der Straße mit dir<br />
Ohne Ziel<br />
Doch Küsse im Nacken<br />
Lassen Zeit verrinnen</p>
<p>Fang mir das Gefühl ein<br />
Und halt daran gut fest<br />
Sodass an schlechten Tagen<br />
Du es in mich strömen lässt<br />
Denn auch mit verquollenen Augen<br />
Küss ich deine Lippen gern<br />
Der Mund voll Kaffee<br />
Das Ziel ganz fern</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Spicy</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/06/spicy/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jun 2022 09:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualisierte Gewalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=14878</guid>

					<description><![CDATA[TW: sexualisierte Gewalt In einer poetischen und eindrücklichen Art schreibt Lina über sexualisierte Gewalt, über übermäßige Kontrolle und Nachspionieren in Beziehungen: “Er hat auch alle deine Tagebuch Einträge heimlich gelesen. Hat alle Tricks parat um dein Herz zu genesen. Bricht es wieder und wieder”. Wenn er seine Hand genüsslich um deine Kehle legt Seine Hand]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="Body"><strong>TW: sexualisierte Gewalt<br />
In einer poetischen und eindrücklichen Art schreibt Lina über sexualisierte Gewalt, über übermäßige Kontrolle und Nachspionieren in Beziehungen: “Er hat auch alle deine Tagebuch Einträge heimlich gelesen. Hat alle Tricks parat um dein Herz zu genesen. Bricht es wieder und wieder”. </strong></p>
<p><span id="more-14878"></span></p>
<p>Wenn er seine Hand genüsslich um deine Kehle legt<br />
Seine Hand selbstverständlich sich an dir abregt<br />
Du wiederholt nein sagst und deinen Kopf schüttelst<br />
Denk abecr bloß nicht, dass ihn das abrüttelst<br />
Keine Sorge – denn er liebt dich ja<br />
Es ist halt nur manchmal nicht so viel davon da<br />
Du hast ja auch sehr eng mit dem Typen im Club getanzt<br />
Sozusagen den Samen des Zorns angepflanzt<br />
Auch wenn du keine Beziehung generell hast<br />
Sollte man doch meinen, dass du aufpasst<br />
Das du anderen Männern nicht zu nahe bist<br />
Wenn du doch weißt dass dein Antagonist<br />
Dich (natürlich) hasst, aber doch auf dich steht<br />
Dir immer viel zu nah ist, wenn ihr euch seht<br />
Man muss aber auch verstehen er hat ein Bad Boy Auftreten<br />
Muss sich eben manchmal aufregen<br />
Einfach mal was kaputt machen, aber keine Sorge<br />
Für dich hat er (manchmal) ganz nette Worte<br />
Denn du veränderst ihn einfach<br />
Auch wenn er dich öfters mal klein macht<br />
Doch manchmal wenn der Mond richtig steht<br />
Der Wind aus Osten weht<br />
Dann streichelt er so sanft dein Gesicht<br />
Drückt dich an ihn und hält dich<br />
Er hat auch alle deine Tagebuch Einträge heimlich gelesen<br />
Hat alle Tricks parat um dein Herz zu genesen<br />
Bricht es wieder und wieder<br />
Schneidet tiefer und tiefer<br />
Nur um selbst das Gegenmittel für sein Gift zu sein<br />
Er lässt dich nächtelang glauben er wäre dein<br />
Nur um sich spontan zurück zu ziehen<br />
Zu anderen Personen mit anderen Lustspielen<br />
Er kann doch nun aber wirklich nichts dafür<br />
Selbst ist er ausgesetzt von Willkür<br />
Er hatte eine so schwere Vergangenheit<br />
Da hat man neunmal eine Eigenheit<br />
Er kann gar nichts dafür, dass er ein Arschloch ist<br />
Innerlich ist er irgendwo ganz tief drin sicher Feminist<br />
Und wenn er dich nicht ‚normal‘ gewinnen kann<br />
Dann zieht er dich halt anders in den Bann<br />
Entführt dich unter Umständen<br />
Unter vielen Aufwänden<br />
An einen einsamen Ort, wo du nur mit ihm ‚lebst‘<br />
Natürlich hast du von ihm eine Aufgabe für die du strebst<br />
Du musst dich nur in ihn verlieben<br />
Dabei aber schön da geblieben<br />
Sonst bringt er wahrscheinlich deine Familie um<br />
Aber treib dich nicht mit schlechten Gedanken rum<br />
Es geht schließlich um die wahre Liebe<br />
Da hält man auch mal aus ein paar Hiebe<br />
Das klingt nur ein bisschen nach Stockholm Syndrom<br />
Das ist schließlich nur ein Interpretationsstrom<br />
Was denn? Ist doch alles ziemlich wünschenswert und erotisch<br />
Warum ist es denn plötzlich komisch?<br />
Nur weil der Mann nicht westlich Standards entspricht?<br />
Mit etwas mehr Gewicht<br />
Keiner perfekten Jawline<br />
Vielleicht einem kaputten Bein<br />
Einer Glatze und nur in einem Unterhemd gekleidet<br />
Auch nicht mehr um sein Alter beneidet<br />
Ist es wirklich jetzt erst nicht mehr sexy genug?<br />
Klingt eher wie: Realitätsentzug</p>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
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</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Eingeschlafener Aktionismus</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/03/eingeschlafener-aktionismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Mar 2022 07:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Aktionismus]]></category>
		<category><![CDATA[Demonstration]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
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					<description><![CDATA[“Arme schliefen ein vom Schilder tragen. Beine schliefen ein vom Demos laufen. Stimme schlief ein von all den Parolen. […] Ich schlief ein.”. Linas Gedicht „eingeschlafener Aktionismus” ist selbstkritisch und regt zum Nachdenken an. Bin ich &#8211; sind wir bequem geworden und unser Aktionismus eingeschlafen? War es früher einfacher? Einfacher nein zu sagen? Einfacher mit]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong><span class="s1">“Arme schliefen ein vom Schilder tragen. Beine schliefen ein vom Demos laufen. Stimme schlief ein von all den Parolen. […] Ich schlief ein.”. Linas Gedicht „eingeschlafener Aktionismus” ist selbstkritisch und regt zum Nachdenken an. Bin ich &#8211; sind wir bequem geworden und unser Aktionismus eingeschlafen? War es früher einfacher? Einfacher nein zu sagen? Einfacher mit einer Demo etwas zu bewegen?  Viel Spaß mit dem Gedicht.</span></strong></p>
<p><span id="more-14618"></span></p>
<p>Eingeschlafener Aktionismus,<br />
eingeschlafene Füße,<br />
eingeschlafener Kopf.</p>
<p>Früher war alles einfacher.<br />
Feuer im Herzen entflammt,<br />
raus auf die Straße gerannt,<br />
mehr warum gefragt,<br />
einfach mal nein zu Zuständen gesagt.<br />
Früher war alles einfacher.</p>
<p>Früher war alles einfacher.<br />
In der Schule anders reden,<br />
sich mit inklusivem Sprachgebrauch abheben,<br />
Marx und Luxemburg lesen.<br />
Früher war alles einfacher.</p>
<p>Eingeschlafener Aktionismus.</p>
<p>Aus jedem Plenum, alles planen<br />
wurde jede Demo.</p>
<p>Aus jeder Demo<br />
wurde jeder 8. März.</p>
<p>Aus jedem 8. März<br />
wurde ein Instagram Bild teilen.</p>
<p>Aus jedem Instagram Bild teilen<br />
wurde ein Kommentar mit einem Herzen und einem Like.</p>
<p>Aus jedem Kommentar mit einem Herzen und einem Like<br />
wird sicher auch nichts mehr raus kommen.</p>
<p>Eingeschlafener Aktionismus.</p>
<p>Rebellische Taten nicht über den Schreibtisch hinaus.<br />
Finger schliefen ein vom Schilder malen.<br />
Arme schliefen ein vom Schilder tragen.<br />
Beine schliefen ein vom Demos laufen.<br />
Stimme schlief ein von all den Parolen.<br />
Ohren schliefen ein von denselben Debatten<br />
von jaja, deine Zeit wird kommen<br />
von „wir können ja eh nichts bewegen“<br />
von „es muss eine Revolution geben – irgendwann“</p>
<p>Ich schlief ein.</p>
<p>Eingeschlafener Aktionismus.</p>
<p>Der Akt der Kritik kaum vorhanden.<br />
Das Wachsen von Achselhaaren mehr Bequemlichkeit alles andere.<br />
Lesbische Realitäten mehr Liebe als alles andere.<br />
Vegetarisch sein mehr gesund sein wollen als alles andere.<br />
Körperschmuck mehr ich als alles andere.</p>
<p>Eingeschlafener Aktionismus,<br />
eingeschlafene Füße,<br />
eingeschlafener Kopf.</p>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
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</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Falsch sein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/10/falsch-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Oct 2021 07:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
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					<description><![CDATA[Dieser Text von unserer Autorin Lina erzählt die Geschichte einer jungen Person aus Mockau, Leipzig. Zuhause wird sie &#8218;Sophie&#8216; genannt, doch sie selbst nennt sich Gerrit. Und Gerrit ist auf der Suche. Nach Freund*innen, nach Zugehörigkeit, nach sich selbst, immer getrieben von der Sehnsucht, endlich keine falsche Rolle mehr spielen zu müssen. Wir wünschen euch]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Dieser Text von unserer Autorin Lina erzählt die Geschichte einer jungen Person aus Mockau, Leipzig. Zuhause wird sie &#8218;Sophie&#8216; genannt, doch sie selbst nennt sich Gerrit. Und Gerrit ist auf der Suche. Nach Freund*innen, nach Zugehörigkeit, nach sich selbst, immer getrieben von der Sehnsucht, endlich keine falsche Rolle mehr spielen zu müssen. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen!</b></p>
<p><span id="more-13622"></span></p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Es fängt bei dem ungeliebten Onkel an, bei welchem du jedes Mal vorgeben musst, alles, was er sagt, lustig zu finden oder zumindest nicht auf seine stichelnden Aussagen auf die Politik bezogen zu reagieren.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Kleine Splitterpersönlichkeiten in unterschiedlichen Freundeskreisen. Tiefes Durchatmen auf der Restauranttoilette, bevor es zurück geht zu der Familienfeier, bei welcher du dich ständig unter dem Tisch kneifst. Wangen die vom falschen Lächeln schmerzen.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Schule als gesellschaftliches Horrorsystem, mit strikten Kategorien im Sportunterricht gefestigt. Die Umkleide davor als Zerreißprobe der Körperscham.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>„Sophie, gibst du deinem Vater bitte die Leberwurst?“<br />
„Sophie, zur Geburtstagsfeier deines Onkels solltest du schon ein Kleid anziehen, das gehört sich einfach so für ein Mädchen.“<br />
„Sophie, warum bringst du denn nie Freunde von dir mit?“</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>„Sophie ist nicht mein Name“, hätte Gerrit gerne gesagt.<br />
„Ich bin kein Mädchen“, hätte Gerrit gerne gesagt.<br />
„Ich habe keine Freunde, die mich so nennen wie ihr mich nennt. Ich habe keine wirklichen Freunde, die nach Mockau kommen würden, hinten in die Siedlung an dem großen Wiesenplatz, vorbei, wo das Stadtteilfest manchmal stattfindet und sich dort an einen Tisch mit euch setzen würden. Ich habe keine Freunde, die mich so kennen wie ihr mich kennt“, hätte Gerrit gerne gesagt.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.<br />
Füße wippen unruhig unter dem Esstisch, Nägel sind abgekaut.<br />
Kapuze tief im Gesicht.<br />
Das Zimmer voller Poster.<br />
Eine Schublade unter dem Bett gefüllt mit Zeichnungen, Gedichten und einem Binder.<br />
Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.<br />
Gerrit hatte nicht das Pronomen sie.<br />
Gerrit hatte auch nicht das Pronomen er.<br />
Gerrit war einfach Gerrit.</p>
<p>Wenn du aufwächst dann lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Gerrit wusste nicht, wie ihre Eltern reagieren würden.<br />
Kein Junge, kein Mädchen.<br />
Irgendwie dazwischen oder ganz woanders.<br />
Über ‚solche Personen‘ riss Gerrits Vater meistens Witze oder verdrehte nur die Augen.<br />
Niemand verstand es.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Gerrit sagte meistens wenig.<br />
Es gibt am Oberschenkel diese Stelle, die etwas weicher ist und sich gut drücken lässt.<br />
Flecken die so weit oben waren, dass diese selbst in der Sportumkleide unsichtbar waren.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Am Esstisch in Mockau wurde ein Filmset aufgebaut.<br />
Gerrit versetzte sich in ihre Lieblingscharaktere und versuchte wie sie zu reagieren, wie sie zu sprechen, wie sie zu fühlen und zu handeln.<br />
Gerrit kannte es eine Rolle zu spielen.<br />
Klamotten, die Gerrit aufgezwungen wurden, waren die Garderobe ihrer Künstlerpersönlichkeit und Gerrit performte einwandfrei.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Das erste Mal, das Gerrit ausgesprochen hatte, dass sie nicht-binär war, war während eines Gewitters.<br />
Trommelnder Regen gegen das Fenster in der Dachschräge und Worte, die sich gegen den Sturm fast unbedeutend anhörten.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>In der Schule war es eine andere Rolle die Gerrit spielte.<br />
Die Rolle eines schüchternen Mädchens, welches lieber für sich blieb.<br />
Gerrit beobachtete, wie andere ihre Rollen besser spielten.<br />
Besonders gut waren die beiden Jungen aus der Parallelklasse, welche sich nicht zu mögen schienen und in Sportwettkämpfen immer wieder aneinandergerieten. Das was diese Jungen hinter der Schule getan hatten, als Gerrit weinend aus einem Unterricht gerannt war, taten nicht unbedingt Personen, die sich nicht mochten.<br />
Doch was wusste Gerrit schon.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Leichtathletik Training – da hätte Gerrit drei Mal in der Woche sein gemusst.<br />
Dort spielte Gerrit keine Rolle denn dort war Gerrit nicht.<br />
Gerrit war bei Freunden aus ihrer Jugendgruppe oder bei der Jugendgruppe selbst.<br />
Gerrits Rolle war bei diesen Freunden Gerrit.<br />
Gerrit hörte zu, wie andere ihrer Freunde ähnliche Probleme hatten. Gerrit hörte zu, wie andere Freunde ausgezogen waren und das Leben lebten, von dem sie immer träumte, wenn sie durch Leipzig mit der 9 in Richtung Thekla oder in der 1 in Richtung Mockau fuhr.</p>
<p>Wenn du aufwächst dann lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Bei Gerrits erstem CSD war sie mit ihren Freunden und musste sich 2 Tränen aus dem Augenwinkel wischen. Gerrit würde dies später nicht zugeben.<br />
Gerrit bekam eine Regenbogenfahne geschenkt, welche mit in die kleine Schublade unter dem Bett wandern würde und war überwältigt.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Auf dem Weg nach Mockau nahm Gerrit die Sticker, welche auf Oberteil und Rucksack geklebt wurden, ab.<br />
Die Bemalung im Gesicht hatte Kim mit einem Feuchttuch von Gerrits Wange entfernt noch während sie als Gruppe auf dem Leipziger Marktplatz standen.<br />
Kim war dabei vorsichtig gewesen und hatte Gerrits Gesicht umgriffen.<br />
Gerrit hatte dabei kurz vergessen zu atmen.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Gerrit lief durch die Mockauer Siedlung vorbei an der großen Wiese, auf welcher das Stadtteilfest stattfinden würde auf dem Weg zu einem weiteren Mal Esstisch mit den Eltern.<br />
Ein weiteres Mal wippende Beine, abgekaute Nägel und nicken.<br />
Ein weiteres Mal an dem Filmset zu Hause eine Rolle spielen.<br />
Ein weiteres Mal Sophie genannt werden.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Gerrit würde sich irgendwann von ihrer Rolle verabschieden.<br />
Gerrit würde irgendwann den Mut aufbringen Kim zu fragen mal was allein zu machen.<br />
Irgendwann war aber nicht jetzt.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Lina ist übrigens auch Slam Poetin.<a href="https://www.instagram.com/lina_kloepper/?hl=de" target="_blank" rel="noopener"><strong> Hier geht&#8217;s zu ihrem Insta-Profil</strong></a>!</li>
<li>Und wenn ihr mehr von Lina lesen mögt, <strong><a href="https://brimborium-verlag.de/produkt/liebe-und-das-gegenteil-lina-kloepper-jetzt-vorbestellen/">hier gehts zur ihrem aktuellen Buch</a></strong>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Präsentierteller</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/03/praesentierteller/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Mar 2021 07:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Klischees]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12791</guid>

					<description><![CDATA[Wir starten in den neuen Monat mit einem poetischen Text von unserer Autorin Lina Klöpper. Worum es geht? Das lässt sich gar nicht so einfach sagen. Um Körperbilder, um Schönheitsnormen, um unangebrachte Fragen, um ungebetene Ratschläge und Kommentare sowie die verschwommene Grenze zur Übergriffigkeit. Aber lest selbst: ich mache mir doch nur sorgen, bist du]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir starten in den neuen Monat mit einem poetischen Text von unserer Autorin Lina Klöpper. Worum es geht? Das lässt sich gar nicht so einfach sagen. Um Körperbilder, um Schönheitsnormen, um unangebrachte Fragen, um ungebetene Ratschläge und Kommentare sowie die verschwommene Grenze zur Übergriffigkeit. Aber lest selbst:</strong></p>
<p><span id="more-12791"></span></p>
<p>ich mache mir doch nur sorgen, bist du schwanger, willst du das wirklich noch essen, du musst langsam mal aufpassen, weißt du, das ist ungesund, jemand den ich kannte hatte mit 40 deshalb schon einen herzinfakt, ich habe angst um dich, das ist ungesund, geh mal zum arzt, mach mal mehr sport, sag mal nein, lass hunger zu, lass eine mahlzeit weg, iss mal einen apfel, achte mal auf dich, so wie du aussiehst möchte dich keiner haben, so kann dich keiner lieben, ich mache mir doch nur sorgen</p>
<p><i>können wir bitte über etwas anderes reden</i></p>
<p>warum willst du nicht noch nachtisch, heute sind feiertage, heute ist geburtstag, heute geht das mal, ab morgen musst du aufpassen, iss das doch jetzt, natürlich ist da fleisch dran, willst du noch nachschlag, nur was kleines, Willst du heute alkohol? – schnelles nicken, davon wirst du aber noch fetter</p>
<p><i>können wir bitte über etwas anderes reden</i></p>
<p>Vielleicht bist du so vom fahrstuhl fahren, du kommst alleine nicht klar, schau dich doch an, vielleicht ist es vom vegetarisch sein, du machst sicher keinen sport, du machst doch sicher generell gar nichts, ich will gar nicht wissen wie es bei dir aussieht, deine klamotten haben falten, deine jacke spannt, welche größe hast du denn jetzt, du solltest mal zum arzt gehen, wollen wir dich gleich hier wiegen</p>
<p><i>können wir bitte über etwas anderes reden</i></p>
<p>Du brauchst einen abschluss, aus dir wird doch nichts, wie lange dauert das noch, schon wieder durchgefallen, wir haben das damals auch geschafft, wir hatten alle stress, es geht jedem mal nicht gut</p>
<p><i>Du atmest schwer</i><br />
<i>Du atmest langsam</i><br />
<i>Tränen in den Augen</i><br />
<i>Stummes nicken</i><br />
<i>&#8218;ok&#8216;</i></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wenn ihr mehr von Lina lesen mögt, <strong><a href="https://brimborium-verlag.de/produkt/liebe-und-das-gegenteil-lina-kloepper-jetzt-vorbestellen/">hier gehts zur ihrem aktuellen Buch</a></strong>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zu viele Gedanken</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/01/zu-viele-gedanken/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2021/01/zu-viele-gedanken/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Jan 2021 07:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12687</guid>

					<description><![CDATA[Wir freuen uns, euch den ersten Beitrag 2021 zu präsentieren. Es ist ein Text unserer Autorin Lina, mit dem sie uns zwar in einen Sommertag mitnimmt &#8211; Freund*innen treffen, baden gehen; das ist gerade in so weiter Ferne und klingt toll! &#8211; aber sich außerdem mit einem wichtigen Thema auseinandersetzt, das weniger angenehm ist: Körperpolitiken.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns, euch den ersten Beitrag 2021 zu präsentieren. Es ist ein Text unserer Autorin Lina, mit dem sie uns zwar in einen Sommertag mitnimmt &#8211; Freund*innen treffen, baden gehen; das ist gerade in so weiter Ferne und klingt toll! &#8211; aber sich außerdem mit einem wichtigen Thema auseinandersetzt, das weniger angenehm ist: Körperpolitiken. Welche Körper &#8222;dürfen&#8220; was? Und was hat das Gender damit zu tun?</strong></p>
<p><span id="more-12687"></span><br />
Frustriert schaut deine Spiegelung zu dir zurück. Es ist kein Date, es ist kein Bewerbungsgespräch, es ist kein schickes Essen. Deine Freunde werden nicht einmal Fotos machen, hoffst du.<br />
Glaubst du. Naja und wenn kommen die eh in den Fotokalender, den du zu Weihnachten bekommst.<br />
Von dem du absolut nichts weißt -der ja gar nicht existiert.<br />
Dennoch bist du dir unsicher mit dir und deinem Aussehen und ganz ehrlich so ganz generell. Du hast nun mal nicht den Körper, der in den Medien propagiert wird. Kannst du dir also überhaupt so kurze Sachen leisten?</p>
<p>Klar vor deinem Spiegel geht es irgendwie, aber was ist, wenn jemand von der Seite ein Bild macht? Oder noch schlimmer, schräg von unten. Deine dicken Arme fallen doch sofort auf. Und dein Bauch, gerade im Sitzen, wenn die Beine so auseinanderlaufen. Ist dein Ausschnitt vielleicht zu tief?<br />
In einem Ruck ziehst du dir das Tanktop über den Kopf und wirfst es auf den Klamottenberg auf den Boden. Aus deinem Schrank und über deinen Kopf kommt ein längeres Shirt.<br />
Es bleibt noch die Frage nach den Hosen. Sind diese vielleicht zu kurz? Zeigen sie zu viel Bein? Nicht, dass jemand im Bus vielleicht von unten reinschauen könnte. Betonen diese jetzt gerade deinen Po zu sehr und es wirkt auf andere unter Umständen, als wärst du leicht zu haben oder sind sie so verdeckend, dass es alles eher nach Kartoffel wirkt.<br />
Du seufzt und schließt deinen Schrank. Besser wird das heute einfach nicht.<br />
Ein Satz, den es wohl auch oft bei momentanen Netflix Filmen von den Drehbuchautoren von sogenannten ‚Chicklit-Filmen‘ zu hören gibt.</p>
<p>Auf den Treppen nach unten begegnest du deinen Eltern. Sie machen sich doch nur Sorgen. Denn jetzt mal ehrlich, willst du so rausgehen? Hast du überhaupt darüber nachgedacht was du anziehst? Ist typisch, macht man in deinem Alter nicht. Mit den Konsequenzen solltest du dann aber bittschön leben können. Du bietest dich ja gerade an. Da musst du dich nicht wundern, wenn jemand dir unangenehm zu nah kommt. Deine Klamotten sagen das, sagen sie. Du sagst das nicht.<br />
Du gehst wieder hoch, und wechselst deine Hose. Sie meinen es ja nur gut, hoffst du.<br />
Auf dem Weg in die Stadt ist dir warm. Schweißflecken sehen unsexy aus, heißt es. Du versuchst also streckenweise deine Arme in bestimmten Winkeln von deinem Körper weg zu halten, sodass keine Flecken an den Achseln entstehen werden. Dabei findest du, siehst du noch komischer aus, als wahrscheinlich eh schon. Kommen doch Flecken, versuchst du krampfhaft deine Arme unten zu halten und bloß nicht zu wild zu gestikulieren.</p>
<p>Deine Freunde tragen kurze Sachen. Andere Geschlechter und so, da kann man sich mehr erlauben, sagen sie. Ihr esst etwas. Alles schmeckt gut, natürlich ohne Koriander dieses Unterkraut, und du entspannst dich. Bis das Bild gemacht wird. Denn man sieht doch was auf deinem Teller ist. Und dann werden es andere Leute im Internet sehen und sich denken ‚jaja, bei dem was diese Person isst kein Wunder‘. Wenn nicht im Internet, dann werden es vielleicht die Eltern deiner Freunde auf deren Kameras sehen. Oder deine Eltern, falls das Bild auf einem nichtexistenten Kalender an deiner Wand existiert. Dann denken sich deine Eltern, oh nein, bei dem was unser Kind isst kein Wunder. Bis es deine Freunde denken.</p>
<p>Deine Freunde haben dir schon gesagt du machst dir zu viele Gedanken. Das denkt doch alles sonst niemand. Nein nein – wir sehen das nicht so. Überhaupt wie kommst du immer darauf, dass ist doch alles nicht logisch. Das ist rational doch alles gar nicht so, warum siehst du das denn nicht.<br />
Worte helfen nicht immer über Gefühle hinweg.</p>
<p>Du und deine Freunde ihr geht noch an den See. Nicht sehr weit weg, von den Häusern deiner Freunde. Als ihr baden geht richten sich Blicke auf deine Beine. Ohne Zweifel hast du vergessen sie zu rasieren, aber nicht vergessen, wie sehr es das letzte Mal geblutet hat, als du dir ausversehen ins Bein geschnitten hast. Und wie rot und pickelig alles war. Du wirst allerdings auch nicht vergessen, wie dich andere ansehen und jetzt sagen werden, dass es unhygienisch ist. Deine Freunde haben auch keine rasierten Beine. Andere Geschlechter und so, da kann man sich mehr erlauben, sagen sie. Außerdem wäre das ja komplett homo bei denen. Das macht ihr Geschlecht einfach nicht. Das sähe ja auch komisch aus. Bei denen ihren Körpern ist das auch einfach nicht unhygienisch, sagen sie dir.</p>
<p>Auch deine Nippel, die sind anstößig. Lass sie lieber bedeckt. Bei deinen Freunden geht das schon. Andere Geschlechter und so, da kann man sich mehr erlauben, sagen sie. Denk doch drüber nach, deine Nippel sind zart rosa bis dunkelbraun, in einer ganz anderen Farbe, weich und werden bei Kühle oder Erregung hart. Und jetzt denk an ihre Nippel, ihre Nippel sind zart rosa bis dunkelbraun, in einer ganz anderen Farbe, weich und werden bei Kühle oder Erregung hart. Der Fall ist eindeutig, sagen sie dir, und sperren deshalb Tumblr und Instagram Inhalte.<br />
Das unterscheidende Fettpolster ein Sinnbild der Gradwanderung zwischen Sexobjekt und warmen Sommertag.</p>
<p>Es wird langsam dunkel und ihr macht los. Deine Freunde steigen alle eher aus als du, während du weitere 20 Minuten im Nachtbus verbringst. Nur ein paar Menschen fahren so weit wie du und es wird immer dunkler. Den Schlüsselbund suchst du lieber schon im Bus raus, haben deine Eltern gesagt. Wenn man ihn besonders hält und die einzelnen Schlüssel zwischen den Fingern aus der Faust herausschauen lässt kann man ihn fast als Schlagring benutzen, hast du mal irgendwo gehört. Keine Ahnung ob es geht, aber jeden Weg von der Bushaltestelle zu deinem Haus, wird es wieder angewendet.</p>
<p>Du steigst aus. Neben dir noch eine andere Person. So schnell wie möglich querst du die Straße, die Person auch. Die Musik schaltest du im Weiterlaufen aus. Du willst die Schritte hören. Du läufst etwas schneller, als du ein Atmen hörst was dir zu nah vorkommt. Dein Kopf ist eine Mischung aus ‚bloß nicht hinfallen‘ und ‚Was habe ich wohl für Signale gesendet‘. Dein Herzschlag beschleunigt sich, aber du nimmst es gar nicht wahr. Du drehst leicht deinen Kopf. Du kannst die Person nicht erkennen, aber sie liegt etwas weiter hinten als du dachtest. Wie wahrscheinlich ist es, dass sie in deine Richtung muss. Du überlegst die Abkürzung über die Nebenstraßen zu nehmen, aber da gibt es nur in noch größeren Abständen Laternen. Du läufst noch etwas schneller und folgst der Biegung der Straße. Deine Hand läuft an den Knöcheln weiß an, da du den Schlüssel so fest umklammert hältst. Noch einmal drehst du deinen Kopf.</p>
<p>Niemand scheint da zu sein, aber gleichzeitig ist die Straße auch Dunkel. Man kann sich auch verstecken. Deine Gedanken rasen. Deine Beine auch. Du drehst dich immer wieder um und gehst weiter. Keine Ahnung ob es schlimmer ist, dass da niemand ist oder ob es schlimmer wäre, dass da jemand wäre. Warum werden Menschen bei einer Lux Anzahl unter 400 eigentlich so gruslig für dich.</p>
<p>Du siehst deine Haustür, trittst schnell heran, schließt sie mit zitternden Fingern auf – schaust dich noch 5 mal panisch um- und schlägst sie so schnell wie möglich zu, damit nichts herein kommen kann.</p>
<p>Du  als Mann fragst dich diesen, wie auch noch viele andere Abende, ob Frauen und andere Geschlechter auch solche Gedanken haben.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wenn ihr mehr von Lina lesen mögt, <strong><a href="https://brimborium-verlag.de/produkt/liebe-und-das-gegenteil-lina-kloepper-jetzt-vorbestellen/">hier gehts zur ihrem aktuellen Buch</a></strong>.</li>
</ul>
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		<title>Vorsicht Tinder!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Sep 2020 10:31:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Dating]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Tinder]]></category>
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					<description><![CDATA[Mehr als zwei Millionen Menschen in Deutschland nutzen die Datingplattform Tinder auf der Suche nach neuen Bekanntschaften. Einige wenige Fotos und eine kurze Beschreibung entscheiden, ob sich zwei Menschen sympathisch sind. So war es auch in der Geschichte von Lina. Match, Date, viel Wein, Sex, ohne wirklich davon überzeugt zu sein und dann am Morgen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Mehr als zwei Millionen Menschen in Deutschland nutzen die Datingplattform Tinder auf der Suche nach neuen Bekanntschaften. Einige wenige Fotos und eine kurze Beschreibung entscheiden, ob sich zwei Menschen sympathisch sind. So war es auch in der Geschichte von Lina. Match, Date, viel Wein, Sex, ohne wirklich davon überzeugt zu sein und dann am Morgen die Frage, warum sie die Haustür nicht zufallen hört, nachdem der Typ sich angezogen und verabschiedet hat. Aber lest am Besten selbst, warum Lina bei Tinder zur Vorsicht mahnt. </b></p>
<p><span id="more-12473"></span></p>
<p class="p1">„Ich finde dich wirklich schön, möchtest du nicht Model auf meiner Wurstverpackung werden“<span class="Apple-converted-space">             </span></p>
<p class="p1">Das wars nun endgültig mit Tinder denkst du dir und löschst am selben Tag die App. Einziges Überbleibsel sind ein paar Datenspuren und Manuel. Manuel war ganz anders als diese Poser auf Tinder. Bild von seinen Muskeln, Bild mit Hund und die Größe in der Profilbeschreibung. Doch er konnte schreiben. Vor deinen Freunden gabst du es nicht gerne zu, wolltest nicht in Klischees fallen, aber du findest es doch ganz gut, wenn der Mann zuerst schreibt. Um die 73 km waren es von seiner Wohnung in Leipzig bis zu deinem Haus in Jena. Diese konnten aber mit seinem Auto schnell überwunden werden. Das Auto hatte er für seinen Job, irgendwas mit Immobilien, irgendwas mit Wirtschaft, auf jeden Fall was mit Geld.</p>
<p class="p1">Am Samstag wolltet ihr euch zum ersten Mal persönlich sehen und du konntest an nichts anderes mehr denken. Erst was Essen gehen und dann schauen was passiert, das war der Plan. 10 Bilder bei Tinder wären möglich gewesen, 3 wurden genutzt, davon eines von seinem Hund. Er sah den Bildern schon ähnlich, wie man eben Bildern ähnlich sieht, die aus seiner Jugend stammen.</p>
<p class="p1">Nichtsdestotrotz ging es essen, das Gespräch war erzwungen, seine Geschichten langweilig und deine Weinbestellungen groß. Du hattest aber auch lange keine Dates mehr, vielleicht warst du einfach ungeübt. Und du warst schon so lange allein und ein bisschen Spaß durfte man schließlich auch haben. 320 Tage ohne Sex waren es jetzt.<span class="Apple-converted-space">  </span>6. April 2019 hatte dich dein damaliger Freund verlassen und du warst gegen 3 aus einer Bar gekommen und dies nicht allein. Es gab mal Kampagnen à la „würden Sie ein Jahr auf Sex verzichten für 10000 Euro?“ und rückwirkend würdest du das Geld jetzt echt gerne nehmen.</p>
<p class="p1">Nach dem Zurücklaufen vom Restaurant setzt du an deiner Tür zur Umarmung an, doch er schmettert sie ab „ich kann jetzt nicht fahren Liebes, ich hab getrunken“, du lässt ihn also rein. Nach mehr gezwungener Unterhaltung folgt „ es könnte so einfach sein, was stellen wir uns so an“? Darauf packt er dich und küsst dich. Es ist vor allem eins, feucht. Aber gleichzeitig hast du diese Art von Berührung schon 320 Tage vermisst. Und was soll schon passieren. Um die 73 km waren es von seiner Wohnung in Leipzig bis zu deinem Haus in Jena. Ihr wohnt nicht mal in derselben Stadt.</p>
<p class="p1">Manuel zieht dich langsam aus und du ihn. Was drunter hervor kommt gefällt dir nicht unbedingt besser, aber wo soll er schon hin. Er ist betrunken und kann gerade nicht fahren und sobald du deine Augen schließt, kannst du dir vorstellen wen du möchtest. Als ihr vor 51 Tagen an Silvester<span class="Apple-converted-space">  </span>bei der Hausparty „ich hab noch nie“ gespielt habt, hast du als einzige Frau von 10 nicht trinken müssen bei „Ich hab noch nie mit jemanden geschlafen, weil ich dachte ich muss, obwohl ich ihn gar nicht so attraktiv fand.“<span class="Apple-converted-space">  </span>Nun würden es 10 sein, welche beschämt nach unten blicken und an ihrem Getränk nippen. Doch es waren nur um die 73 km<span class="Apple-converted-space">  </span>von seiner Wohnung in Leipzig bis zu deinem Haus in Jena. Ihr wohnt nicht mal in derselben Stadt.</p>
<p class="p1">Irgendwann ging die Nacht auch vorbei und die ersten Sonnenstrahlen fielen durch dein Dachgeschossfenster und weckten dich sanft, obwohl sein Bart an deiner Brust alles andere als das war. Du betrachtest nochmal ausgiebig sein Gesicht, er war ja nicht hässlich, aber dein Typ einfach auch nicht. Langsam wurde auch er wach, verkündete, er müsse los, zog sich an und verschwand ohne Große Worte aus deinem Schlafzimmer. Du warst eigentlich ganz froh drüber. Jetzt müsste er nur noch die kleine Treppe mit 6 Stufen, dann die große mit 20 in die Küche nehmen und wäre schon draußen. Von dort aus waren es nur noch 73 km bis zu seiner Wohnung in Leipzig.</p>
<p class="p1">Doch etwas fehlte. Angespannt lauschst du auf die Geräusche im Haus. 6 schnelle Schritte auf der kleinen Treppe wurden gemacht, 20 Bedächtige auf der Großen. Er war also auf der unteren Etage und du so kurz entfernt von deiner Freiheit aber immer war es noch nicht da. Das Klicken deiner Haustür. Du kanntest es genau, wie die massive Tür ins Schloss fiel, auch früher, als deine Eltern noch da waren, egal, wie leise du versucht hast zu sein, konntest du das Geräusch doch nie aufhalten. Doch jetzt war es nicht da und dein Atem wurde schneller. Er war vielleicht nicht so attraktiv wie auf den Bildern, aber groß genug um mit dir fertig zu werden. Aber nein, er wollte sicher nur auf Toilette, bevor er die Fahrt antrat, es waren immerhin 73 km bis nach Leipzig. Wann bist du eigentlich so paranoid geworden, nur, weil du immer Horror Filme schaust, heißt das nicht, dass diese auch wahr werden. Dennoch stellten sich deine Nackenhaare auf und dein Puls raste. Wie in Schockstarre lagst du im Bett und versuchtest ein wenig weiter von der Tür weg zu rutschen, aber bloß ohne Geräusche. Warum hast du damals nicht das verdammte Schloss in deine Zimmertür einbauen lassen.</p>
<p class="p1">Mittlerweile waren 10 Minuten vergangen, kein klicken aber auch sonst kein Geräusch und du bist kurz davor wieder aufzustehen und ganz normal mit deinem Tag zu beginnen, als ein knarzen durch das Haus dringt. Nur ganz leise, jeder hätte es überhört aber du nicht, denn du wohnst dein ganzes Leben hier und die 2. Diele in der 5. Reihe vom Fenster aus macht eben nun mal dieses Geräusch. Manuel war also noch da. Manuel war im Haus und eine weitere Woge der Angst machte sich breit. Was machte er hier, vielleicht hatte er was vergessen, aber dann sollte er doch einfach hochkommen und nicht nun 15 Minuten in deiner Küche rumwarten. Obwohl du dir mittlerweile nicht mehr sicher warst ob du ihn überhaupt je nochmal sehen wolltest. Um die 73 km waren es von seiner Wohnung in Leipzig bis zu deinem Haus in Jena. Ihr wohnt nicht mal in derselben Stadt.</p>
<p class="p1">Deine Gedanken rasen, was kann man machen, wenn das Tinderdate in der Wohnung bleibt und einfach nicht geht. Du hast ihn schließlich ins Haus gebeten und in deinen Körper gelassen, also wäre es nicht schlimm zu reden, aber gleichzeitig kennst du ihn kaum. In einer schnellen Bewegung, bei welcher du die Luft anhältst, greifst du dir dein Handy vom Nachttisch, der so nah an der Tür steht und quetscht dich unters Bett. Dein Finger klebt über dem Notruf Knopf und als plötzlich etwas klirrt, drückst du drauf. „Da ist ein Mann in meinem Haus, er war ein date, aber er geht nicht raus und ich habe Angst vor ihm“ „ ja ich bleibe ruhig, ja ich versuchs“ „Ich bin unter meinem Bett“ „Ja ich versuche aufzuhören zu weinen“ „Bitte beeilen sie sich“</p>
<p class="p1">Du wartest von da an 30 Minuten. Es ist insgesamt die schlimmste dreiviertel Stunde deines Lebens. Mittlerweile sind deine Klamotten komplett durchgeschwitzt und sie kleben an deinem Körper. Ein Knall!</p>
<p class="p1">Und deine Tür geht auf und dein Herz setzt für mehrere Takte aus, aber es meldet sich die Polizei, du kommst aus deinem Versteck hervor und zitterst nur. Halb getragen, halb läufst du mit den Polizisten raus. Erst die 6 Stufen, dann um die Ecke, doch am Fuße der Treppe herrscht Getümmel, mindestens 5 Polizisten stehen da und reden, machen Fotos oder sehen sich um. „ Du musst nicht hinsehen“. Stufe für Stufe geht ihr weiter, du kannst deine Augen nicht verschließen, noch 5,4,3,2,1.</p>
<p class="p1">Deine Küche ist in Frischhaltefolie eingepackt. Lange Bahnen, die alles fein säuberlich abdecken. Dann auf der Arbeitsfläche 4 Messer der Größe nach geordnet. Deine Beine geben nach, dabei waren es doch zwischen seiner Wohnung in Leipzig und deinem Haus in Dresden nur um die 110 km.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wenn ihr mehr von Lina lesen mögt, <strong><a href="https://brimborium-verlag.de/produkt/liebe-und-das-gegenteil-lina-kloepper-jetzt-vorbestellen/">hier gehts zur ihrem aktuellen Buch</a></strong>.</li>
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		<title>Alex</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Nov 2019 07:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit &#8222;Alex&#8220; präsentieren wir euch heute eine Kurzgeschichte von unserer Autorin Lina Klöpper. Es geht darum, zum ersten Mal so richtig verliebt zu sein, um Homosexualität, Geschlechtsidentitäten, um Schubladen und weshalb sie keine zu große Rolle einnehmen sollten, um Halloween und um Harry Potter. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen! Mit 15 hatte sich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Mit &#8222;Alex&#8220; präsentieren wir euch heute eine Kurzgeschichte von unserer Autorin Lina Klöpper. Es geht darum, zum ersten Mal so richtig verliebt zu sein, um Homosexualität, Geschlechtsidentitäten, um Schubladen und weshalb sie keine zu große Rolle einnehmen sollten, um Halloween und um Harry Potter. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen!</b></p>
<p><span id="more-11875"></span></p>
<p>Mit 15 hatte sich Susi als lesbisch geoutet. Für Jungs hatte sie sich nie interessiert und merkte selbst, dass sie Frauenvolleyball bei den Olympischen Spielen nicht nur wegen der Technik schaute. Ihre Mutter hatte darauf nicht sehr gut reagiert. Sätze wie &#8218;Warum muss mein Kind krank sein?&#8216; und &#8218;Warte ab, es ist sicher eine Phase&#8216; waren an der Tagesordnung.</p>
<p>Aber Susi kam schon klar, hatte Freunde und ihren Vater, die sie unterstützten. So ging sie mit 17 komplett im Lifestyle auf, wurde Mitglied einer lesbischen Jugendgruppe und hatte mehrere Beziehungen mit Frauen in den letzten 2 Jahren gehabt.</p>
<p>Halloween stand vor der Tür und ihre Gruppe hatte andere aus der Region zu einer großen Party eingeladen. Susi liebte es sich zu verkleiden – liebte es schon als Kind – da die Möglichkeit, für ein paar Stunden in eine andere Rolle zu schlüpfen, für sie schon immer sehr befreiend war. Dieses Jahr verkleidete sie sich als Luna Lovegood aus dem Harry Potter-Universum, ließ sich von ihrem Vater die Krawatte binden und machte sich auf den Weg zu den Räumlichkeiten.</p>
<p>Dort angekommen, war der Raum geschmückt mit falschen Spinnenweben, Kürbissen und Skeletten. Es gab am Ende des Raumes, an den Sofas vorbei, ein kleines Buffet. Susi war oft eher zurückhaltend und schüchtern, doch heute war sie das erste Mal auf einer Feier mit ihren Freunden, die alle irgendwie dasselbe durchmachen wie sie, dass sie sich dazu hinreißen ließ, alle, die auf den Sofas saßen, mit Umarmungen zu begrüßen.</p>
<p>Bei der letzten Person stoppte Susi kurz, sie hatte den Kopf von ihr weg gerichtet und Susi hatte sie noch nie bei einem Treffen gesehen. Besagte Person drehte sich daraufhin zu Susi  und zwei Augenpaare trafen sich. Die Person war wunderschön. Braune kurze Haare, stechend blaue Augen und das wohl Beste: sie war als Harry Potter verkleidet, mit einer kleinen Narbe in Form eines Blitzes auf der Stirn und einer runden Brille. Es stellte sich heraus, dass die Neue Alex hieß, und beide fielen in eine Umarmung.</p>
<p>Nachdem Susi den ganzen Abend nur mit Alex geredet hatte und beide mehr und mehr Interessen voneinander kennenlernten und Nummern austauschten, ging der Abend zur Neige. Alex brachte Susi in dieser kühlen Herbstnacht noch zu ihrem Nachtbus, stieg in ihr Auto und fuhr in die Nacht hinein.</p>
<p>Von da an schrieben beide intensiv. Noch nie hatte Susi so viele Schmetterlinge im Bauch, wenn sie an jemanden dachte. Noch nie starrte Susi so viel auf ihr Handy und wartete nur auf die Nachrichten einer Person. Susi war zum ersten Mal richtig verliebt.</p>
<p>Es kam der Tag, an dem sie mit Alex über lustige Katzenvideos schrieb, und in ihrem Chatverlauf fand sich ein Link zu einem Facebook-Video in der Chronik von Alex. Nach dem Schauen der Mediensequenz scrollte Susi nach oben, um durch das Profil von Alex zu schauen, als sie plötzlich stoppte. Als Pronomen standen da, nicht wie erwartet &#8217;sie/ihr&#8216; sondern &#8218;er/ihm&#8216;. Das Profilbild zeigte außerdem einen lächelnden Alex, wie dieser Stolz am Strand in Badehose stand mit der Unterschrift &#8218;endlich operiert&#8216;. Susi öffnete das Bild um es sich genauer ansehen zu können. Ihr Bildschirm zeigte einen strahlenden Jungen mit feinen halbkreisförmigen Narben im Brustbereich.</p>
<p>Susi verfiel daraufhin ins Nachdenken. Warum hatte sie Alex&#8216; Geschlecht einfach für ihn bestimmt ohne ihn zu fragen, und ging bei Alex von etwas wie Alexandra aus? Und was bedeutete das nun alles für ihr Verliebtsein?</p>
<p>Als sie mit Freunden darüber redete, fragten sie diese, ob sie denn überhaupt noch lesbisch sei. Ob sie denn überhaupt auf Typen stehen könnte. Doch als eine Nachricht von Alex kam mit den Worten &#8218;Hey Süße&#8216; und ein Kribbeln ihren Körper durchzog, vergaß sie all die Zweifel. Nein, sie wusste nicht, ob ihre Verliebtheit noch ihrem Outing entsprach oder nicht. Nein, sie wusste nicht, wo das alles hinführen würde oder nicht. Doch sie war in Alex verliebt. Ob da nun das eine, das andere oder was ganz anderes zwischen seinen Beinen war. Denn bei wahrer Liebe geht es um die Person, und selbst mit ihren zarten 17 Jahren konnte Susi ihrem Herzen auch nichts anderes sagen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wenn ihr mehr von Lina lesen mögt, <strong><a href="https://brimborium-verlag.de/produkt/liebe-und-das-gegenteil-lina-kloepper-jetzt-vorbestellen/">hier gehts zur ihrem aktuellen Buch</a></strong>.</li>
<li>Und um Liebe geht es auch hier, in <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/08/ehrliche-kontaktanzeige/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Maddys ehrlicher Kontaktanzeige</strong></a>.</li>
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