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	<title>Elternschaft &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Elternschaft &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Lukas über gleichberechtige Elternschaft und seine Vaterrolle</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/04/lukas-ueber-gleichberechtige-elternschaft-und-seine-vaterrolle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 11:39:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Cash & Care]]></category>
		<category><![CDATA[Elternschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Für eine neue Folge Durch die Blume hat Moritz sich mit Lukas in Hamburg getroffen. Lukas ist als @vollblutvater auf Instagram zu finden und spricht mit Moritz über seine Rolle als Vater, wie er und seine Partnerin es schaffen Elternschaft gleichberechtigt zu leben und wieso er als Vaterinfluencer doch noch mehr Frauen als Männer erreicht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Für eine neue Folge Durch die Blume hat Moritz sich mit Lukas in Hamburg getroffen. Lukas ist als @vollblutvater auf Instagram zu finden und spricht mit Moritz über seine Rolle als Vater, wie er und seine Partnerin es schaffen Elternschaft gleichberechtigt zu leben und wieso er als Vaterinfluencer doch noch mehr Frauen als Männer erreicht.</strong></p>
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			</item>
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		<title>Mütter, die nicht arbeiten, sind faul</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/04/muetter-die-nicht-arbeiten-sind-faul/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Apr 2021 11:30:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
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					<description><![CDATA[Kinderbetreuung, Haushalt, Lohnarbeit: Eltern — und insbesondere Mütter, an denen nach wie vor ein Großteil der Care-Arbeit hängt — haben enorm viele Aufgaben zu bewältigen, um den Laden am Laufen zu halten. Wie kann eine sinnvolle Aufgabenteilung aussehen, wenn man mit der*m Partner*in zusammenlebt? Müssen Mütter lohnarbeiten? Was sollte sich in unserer Gesellschaft ändern, damit sich auch]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kinderbetreuung, Haushalt, Lohnarbeit: Eltern — und insbesondere Mütter, an denen nach wie vor ein Großteil der Care-Arbeit hängt — haben enorm viele Aufgaben zu bewältigen, um den Laden am Laufen zu halten. Wie kann eine sinnvolle Aufgabenteilung aussehen, wenn man mit der*m Partner*in zusammenlebt? <em>Müssen </em>Mütter lohnarbeiten? Was sollte sich in unserer Gesellschaft ändern, damit sich auch Alleinerziehende nicht permanent am Rande der Erschöpfung befinden?</strong><strong> Über all das macht sich unsere Autorin Marie in ihrem neuen Text Gedanken. Viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-12867"></span></p>
<p>Ich bin mir nicht sicher, ob das Mamasein als Vollzeitjob zählt, wenn sie auch noch Vollzeit arbeitet und nebenberuflich den Haushalt am Laufen hält. Dann ist das Mamasein eher ein Nebenjob. Schade.<br />
Die Gesellschaft sieht es als normal an, dass Frauen eine Vielzahl an Jobs gleichzeitig machen:</p>
<p>&#8211; Mutter werden, was überhaupt erstmal eine ganz neue Lebenseinstellung ist<br />
&#8211; Das Kind oder die Kinder großziehen, inkl. eventuelle Elternzeit<br />
&#8211; Arbeiten und Geld zum Leben verdienen<br />
&#8211; Den Haushalt machen, Essen kochen und zu Hause in jeglicher Hinsicht den Laden schmeißen</p>
<p>Also eine Vollzeitaufgabe, die überhaupt keine Freizeit und keinen Freiraum mehr beinhaltet. Ist das richtig so? Muss man das so akzeptieren, wenn man unbedingt Kinder bekommen möchte?<br />
Das ist so viel, dass Zeit für sich selbst überhaupt nicht mehr in den Tag passt. Ein Gefühl des „funktionieren Müssens“, nicht mehr wirklich zu leben.<br />
Und wenn das jeden Tag so läuft, ist es selbsterklärend, dass all das, was sie tut, ein enormes Gesundheitsrisiko ist.<br />
Es gibt Frauen, die können das, die haben solch eine Belastungsgrenze, dass all das kein Problem darstellt. Da habe ich wirklich Respekt vor.<br />
Es gibt so viele Frauen, die keine Kinder bekommen, sondern nur arbeiten und ihren Haushalt machen, damit überfordert sind oder sich gar nicht vorstellen können, nebenbei und nachts noch die Energie für ein Kind oder mehrere Kinder zu haben. Das finde ich nicht verwerflich, sondern verantwortungsvoll sich selbst und seiner Gesundheit gegenüber, denn wenn die Gesundheit nicht läuft, läuft das Leben nicht.<br />
Wenn eine Frau aber gerne Kinder möchte, wird erwartet, dass sie alles andere nebenbei auch noch macht. Ein Zusatz an Arbeit, ein zusätzlicher Job, denn natürlich ist es viel nervliche – und vor allem körperliche Arbeit, Kinder in die Welt zu setzen und großzuziehen.</p>
<p>Früher war es „normal“, dass Frauen zu Hause die Kinder betreuen, den Haushalt machen und der Partner arbeiten geht, damit man sich Wohnung und Lebensmittel, eben alles, was zum Leben dazu gehört, leisten konnte. Die Frau hatte mindestens genau so viel zu tun wie der Mann, wenn nicht oft sogar ein wenig mehr, denn die Nachtschicht war inklusive und Feierabend hat man so gut wie nie. Das Mamasein ist eine Lebensaufgabe.<br />
Mit der Zeit sind mehr Frauen arbeiten gegangen, haben beides bewältigen können, was ich persönlich sehr, sehr stark finde.<br />
Ich denke, es sind insbesondere alleinerziehende Mütter/Väter, die leider keine Wahl haben und bis an ihre Grenzen gehen. Aber natürlich möchten oft auch Mütter, die nicht alleinerziehend sind, arbeiten gehen und unabhängig ihr Geld verdienen, auch das ist vollkommen okay. Beide Fälle sind für die Gesellschaft aber anscheinend ein Muss.<br />
Und das finde ich nicht okay.</p>
<p>Ich finde es nicht verwerflich, wenn das Leben mit Kind und Partner so geregelt ist, dass nur einer von beiden arbeiten geht und der jeweils Andere alle anderen Aufgaben übernimmt. Wir sind nicht ewig jung und haben eventuell auch nicht ewig eine intakte Gesundheit, die zudem nicht gefördert wird, wenn man permanent an seine körperliche- und psychische Belastungsgrenze geht und eben das wird so, so, so oft von der Gesellschaft erwartet.<br />
Selbst wenn die Mutter nur in Elternzeit ist und danach wieder arbeiten gehen möchte, ist die oft erste Frage: „Wann gehst du denn wieder arbeiten?“.</p>
<p>Ich finde das nicht fair und fänd es besser, wenn die Gesellschaft toleranter wäre und nicht erwartet, dass man bis zur Grenze kämpft und dass man nicht verurteilt wird, wenn nur einer von beiden arbeiten geht, denn der Andere arbeitet ja auch. Nur eben nicht für Geld und da liegt meistens der Fokus drauf, es geht immer um das Geld.</p>
<p>Wer kein Geld verdient, ist schwach und wird weniger angesehen.<br />
Wer kein Geld verdient, ist faul.<br />
Wer kein Geld verdient, ist nur wegen dem Geld mit dem Partner zusammen.</p>
<p>Wer kein Geld verdient, ist weniger intelligent.<br />
Wer kein Geld verdient, bekommt Geld vom Staat.</p>
<p>Dabei sind das alles einfach nur gesellschaftliche Vorurteile und Druck.<br />
Es ist es meiner Meinung nach egal, ob man sich das Geldverdienen teilt oder nur einer von beiden dafür arbeiten geht, am Ende ist es gemeinsames Geld in geteilter Arbeit.<br />
Und das wichtigste ist, dass sich die Familie damit wohl fühlt, denn nur darum geht es. Es geht niemanden etwas an, wie man sein Leben führt und dieser Druck sollte weniger werden.</p>
<p>Mein Appell an all die Mamas, die den Laden zu Hause schmeißen und die Kinder betreuen, damit sie nicht mit erst ein paar Monaten in die Kita müssen und so lange wie möglich Zeit zum Entwickeln haben, während der Mann arbeiten geht:<br />
Ihr seid stark, ihr seid selbstlos und ich wünsche euch, dass dieser Druck von außen irgendwann endlich aufhört.<br />
Wenn ihr glücklich seid und es eurer Familie gut geht mit dieser Entscheidung, ist es mehr als richtig. Und nur darauf kommt es an, lasst all das Gelaber von außen einfach an euch vorbeiziehen. Denn DAS ist falsch, nicht euer Leben.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Beiträge von Marie <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findest du hier</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
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		<title>Planlos ging der Plan los</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/04/planlos-ging-der-plan-los/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2020 07:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Covid19]]></category>
		<category><![CDATA[Elternschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch unsere Autorin Marie bleibt aufgrund des Lockdowns zuhause. Klingt erstmal gemütlich? Nun: In ihrer Wohnung leben allerdings auch noch ihr vierjähriger Sohn und ihr Partner, dessen Arbeit ins Homeoffice verlegt wurde&#8230; Ersatz-Kita, Aufenthaltsort UND Büro, das ist ganz schön viel für eine Zwei-Zimmer-Wohnung! Hier berichtet Marie von den ersten Tagen nach der plötzlichen Umstellung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auch unsere Autorin Marie bleibt aufgrund des Lockdowns zuhause. Klingt erstmal gemütlich? Nun: In ihrer Wohnung leben allerdings auch noch ihr vierjähriger Sohn und ihr Partner, dessen Arbeit ins Homeoffice verlegt wurde&#8230; Ersatz-Kita, Aufenthaltsort UND Büro, das ist ganz schön viel für eine Zwei-Zimmer-Wohnung! Hier berichtet Marie von den ersten Tagen nach der plötzlichen Umstellung.</strong></p>
<p><span id="more-12137"></span><br />
Zwei Erwachsene und ein vierjähriges Kind in einer kleinen Wohnung in Berlin. Jeder Tag fühlt sich wie Sonntag an. Vor einer Woche hat die allgemeine Homeoffice-Situation, zur Eindämmung von Covid19, begonnen.<br />
Ich musste mir plötzlich ganz schnell einen Plan überlegen, wie mein Sohn die Zeit, die er fünf Tage die Woche, acht Stunden täglich, in der Kita verbringt, zu Hause rumbekommt. Aber das war noch nicht alles, denn der Papa musste ja auch plötzlich einen ruhigen Platz in der Wohnung kriegen, von dem aus er ungestört mindestens acht Stunden arbeiten konnte, inklusive stundenlange Telefon-Meetings.</p>
<p>Planlos ging der Plan los.<br />
Ich hatte einen starken Druck in den ersten Tagen, weil all das über Nacht funktionieren musste, man hatte keine Vorlaufzeit, keine Zeit, um sich eine Struktur aufzubauen und niemand wusste, wie lange dieser Plan überhaupt anhalten musste.<br />
Da ich davon ausging, dass auch die Berliner Kitas schließen – und viele Arbeitnehmer Homeoffice bekommen werden, habe ich an einem freien Vormittag die leerste Ecke in der Wohnung so eingerichtet, dass der Papa einen Schreibtisch hatte, auf dem der Laptop dauerhaft stehen konnte.<br />
Leider ging dieser Plan nach hinten los, denn diese leere Ecke war mitten im Zentrum des Geschehens: Im Flur.</p>
<p>Keine Chance für Telefonie oder acht Stunden konzentriertes Arbeiten, für unseren Sohn die perfekte Gelegenheit, den Papa immer anzusprechen, wenn er ihn sieht, außerdem sind wir permanent an ihm vorbeigelaufen, wenn es in die Küche, ins Bad oder in eines der beiden Zimmer ging – und da lag das nächste Problem: Zwei Zimmer. Wir haben nur zwei Zimmer.</p>
<p>An Tag zwei habe ich räumliches Tetris gespielt.<br />
Möbel verschoben, Ecken freigelegt, einen Spielplatz auf dem Balkon errichtet, mit Sandkiste und Spielsachen. Das ist übrigens ein <strong>Quarantäne-Tipp</strong> von mir, denn der Sandkasten mit 60 kg Spielsand sorgt dafür, dass sich mein Sohn selbst beschäftigt und ich einige eigene Dinge erledigen kann. Wir haben ihn am zweiten Tag noch schnell gekauft, bevor alle Läden dicht gemacht haben.</p>
<p>Nun stand der Kleiderschrank unseres Sohnes im Flur und die Homeoffice-Ecke ist ins Schlafzimmer gezogen. Sehr gequetscht und eng, aber man konnte die Tür schließen. Mein Sohn und ich hatten das Wohnzimmer, den Flur, die Küche und das Bad für uns und so bleibt es erstmal. Wenn der Papa aus dem Schlafzimmer kommt, kann er angesprochen werden, ansonsten bleibt die Tür zu, was übrigens auch ein anderes Problem gelöst hat: Gereizte Stimmung.</p>
<p>Wenn einer gereizt war, waren alle gereizt und das hat sich hochgeschaukelt, wenn man auch noch ständig im selben Raum war oder Sichtkontakt hatte. Hört sich vielleicht dämlich an, weil man ja freiwillig zusammenlebt, aber…wie soll ich mich denn, zum Beispiel mit einem Migräne-Anfall, den ich jede Woche habe, eine Stunde alleine hinlegen, wenn das Homeoffice-Büro im Schlafzimmer ist und das Wohnzimmer zur Hälfte Spielzimmer ist, das zudem so intensiv genutzt wird, dass der Lautstärkenpegel immer kurz vor der Eskalation liegt. Es ist für alle nicht einfach.<br />
Momentan fühle ich mich, als wäre ich kein Mensch, sondern etwas, was einfach funktionieren muss. Das Verbindungsstück zwischen einem entspannten Zusammenleben zwischen ungestörtem Homeoffice und einem Kind, das, wie in der Kita, acht Stunden Action braucht.</p>
<p>Achja und zusätzlich muss die Wohnung sauber bleiben und das Essen auf dem Tisch stehen. Hört sich an sich simpel an, ABER: Ich DARF keine eigenen Bedürfnisse haben.<br />
Sobald ich solche Gedanken bekomme, kriege ich direkt ‘ne Ansage aus meinem Kopf.</p>
<p>…„Ich möchte mich kurz 15 Minuten alleine hinlegen, der Vormittag war sehr anstrengend“ &#8211; (Wo?! Ins Homeoffice? Ins Spielzimmer? Leg dich doch in die Küche oder vor die Waschmaschine ins Bad)<br />
…„Ich möchte das Bad jetzt ohne parallele Kinderbeschäftigung putzen“ &#8211; (Bitte was?! Mach das doch nachts, wenn alle schlafen)</p>
<p>Die Idee mit dem frühen Mittagessen hatte ich komischer Weise schon direkt am ersten Homeoffice-Tag: Um spätestens 10 Uhr war das Mittagessen fertig und stand bereit, sodass der Papa essen konnte, sobald er eine Pause hatte, denn ich wollte vormittags gerne an die frische Luft und nicht in der Wohnung gefangen sein, bis Zeit für das Mittagessen war. Außerdem konnten wir direkt essen, wenn wir ausgepowert wieder nach Hause kamen.</p>
<p>Eine weitere Idee, die ich hatte, war der Tagesplan. Am ersten Wochenende ohne Homeoffice, mit mehr Zeit für mein eigenes Office, hatte ich die Idee, einen Tagesplan am Laptop zu entwerfen, als Richtwert für uns, wann was dran ist UND mit geplanten Ruhepausen beziehungsweise geplanten Zeiten, an denen sich mein Sohn alleine beschäftigen sollte, damit ich, egal, was es war, es ohne paralleler Kinderbespaßung tun konnte. Diesen Plan habe ich einmal für uns Eltern gemacht und mit Bildern für den Kleinen, damit er es auch auf Augenhöhe hängen hat.<br />
Und was soll ich sagen? Vom ersten Tag an hat er sich an alles gehalten. Er läuft mehrmals täglich zur Wand, um zu schauen, was nun auf dem Plan steht. Nach dem Mittagessen kommt die Ruhepause, in der nur geflüstert – und sich alleine beschäftigt wird. Nach dieser Pause habe ich mehr Energie und kann mehr mit allem anfangen.</p>
<p>Deswegen komme ich auch dazu, jetzt diesen Text zu schreiben. Das hat in der Mittagsruhe nicht geklappt, weil mein Sohn mit mir zusammen eingeschlafen ist, aber ich hatte trotzdem eine Lösung: Wir sind in einen leeren Park gefahren, in dem er zu zweit mit seinem Opa spielen – und ich im Auto am Laptop sitzen kann.</p>
<p>Ich muss sagen, dass ich wirklich stolz auf mich selbst bin, dass ich ein Organisations- und Planungs-Talent habe, in solchen Ausnahmesituationen hilft das wirklich sehr und ich bin extrem dankbar für diese „Gabe“.</p>
<p>Wäre ich alleinerziehend und müsste im Homeoffice sitzen, wüsste ich ehrlich gesagt nicht, wie ich das anstellen sollte. Da habe ich großen Respekt all den alleinerziehenden Heldinnen/Helden gegenüber, die das meistern müssen.</p>
<p>Ich weiß, dass es von Tag zu Tag bei uns entspannter wird, je mehr wir uns an diese Situation gewöhnen und ich bin gespannt, wie es wird, wenn das ganze Chaos zu Ende ist und sich der normale Alltag wieder einpendeln muss. &#8211; Nach dem Chaos ist vor dem Chaos.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Möchtest du wissen, wie Maries Alltag ohne Lockdown und Corona aussieht? Schau doch mal <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>auf ihrem Profil</strong></a> vorbei.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Vater werden ist nicht schwer – Vater sein dagegen sehr</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/08/vater-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Aug 2019 07:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Elternschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir melden uns endlich zurück aus der Sommerpause und starten mit unserer Autorin Marie, die sich in diesem sehr persönlichen Text mit der Frage auseinandersetzt, was eigentlich einen guten Vater ausmacht und inwiefern Elternschaft schon weit vor der Geburt beginnt. Triggerwarnung vorweg: Fehlgeburt. Ein Mann ist während einer Schwangerschaft der eher inaktive Teil. Denn die]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir melden uns endlich zurück aus der Sommerpause und starten mit unserer Autorin Marie, die sich in diesem sehr persönlichen Text mit der Frage auseinandersetzt, was eigentlich einen guten Vater ausmacht und inwiefern Elternschaft schon weit vor der Geburt beginnt. Triggerwarnung vorweg: Fehlgeburt.</strong></p>
<p><span id="more-11721"></span></p>
<p>Ein Mann ist während einer Schwangerschaft der eher inaktive Teil. Denn die werdende Mutter trägt das Kind viele Monate unter ihrem Herzen, spürt es, spürt die Veränderungen in und an ihrem Körper und hat schon in dieser Zeit einen Bindungs-Vorsprung zum Baby.<br />
Der werdende Papa kann es mit der Hand fühlen, die Bauchbewegungen sehen, die Entwicklung auf Ultraschallfotos verfolgen, aber eben leider alles nur von außen, die körperliche Verbindung spürt er eher nicht.</p>
<p>Eine Geburt ist der erste richtige Kampf, den die Mama für das Kind führt, damit es leben kann. Der Papa kann nur zusehen, wenn er Glück hat. Jedoch wollen viele Väter so viel mehr. Mitkämpfen, statt hilflos danebenstehen. Zeigen, dass sie da sind und alles geben würden, für das Baby und die Mama. Doch die richtige Bindung, das Kennenlernen entsteht erst, sobald das Baby fertig entwickelt auf der Welt ist. Jetzt ist es für die meisten Väter das größte Ziel, ein guter Vater zu sein.</p>
<p><strong>Doch was ist ein guter Vater?</strong></p>
<p>In den letzten zwei Jahren habe ich selbst den Unterschied kennengelernt, zwischen einem guten Vater und einem schlechten Vater. Der Unterschied ist gravierend.<br />
Ob ein Mann ein guter Vater ist, spürt nicht nur das Kind, sondern auch dessen Mutter.<br />
Ich präsentiere hier einen Vergleich.</p>
<p>Person 1, der Vater meines Sohnes, der ein wundervoller Papa ist &#8211; und Person 2, eine vergangene Beziehung, mit zwei Fehlgeburten, die mir gezeigt hat, wie das Gegenteil vom guten Vater aussieht: Als ich im Jahr 2014 schwanger wurde, war für Person 1, den Vater meines Sohnes, der größte <em>Ich-bin-ein-guter-Vater</em>-Beweis, für <em>mich</em> da zu sein, weil er es für das Baby nicht konnte, denn es war ja in meinem Bauch, nicht in seinem. Also war es für ihn am logischsten, mich zu pflegen, denn das spürt das Baby, wenn es der Mama gut geht und sie gesund ist/isst. Als positiven Nebeneffekt habe ich in diesen Monaten erfahren, wie fürsorglich, pflicht- und verantwortungsbewusst er ist.</p>
<p><strong>Ob man ein guter (werdender) Vater ist, geht für mich also schon in der Schwangerschaft los.</strong></p>
<p>Eine Schwangerschaft ist genauso Verantwortung, wie ein Baby auf dem Arm zu tragen. Für beide Elternteile. Im Jahr 2017 war ich in meiner neuen (inzwischen beendeten) Beziehung zweimal schwanger. Beide Male verlor ich die Babys. Leider konnte Person 2 mit dieser Verantwortung, mir während ich seine Babys verlor, beizustehen, nicht umgehen, saß mit einer Null-Bock-Haltung neben mir im Krankenhaus, als ich erfahren habe, dass das Baby weg ist &#8211; und ist ausgezogen, wollte sein bequemes Leben weiterführen, weil das Dasein, während einer Fehlgeburt, für ihn zu anstrengend war.</p>
<p>Das war für mich das Zeichen <em>„Halt Stopp! Wenn du während einer Fehlgeburt nicht nur das Baby, sondern auch den dazugehörigen Vater verlierst, wird er sich in anstrengenden Situationen mit Kind auch verziehen und niemals alles geben! Keine Kinder mit solch einem Typen, er wäre kein guter Vater.“.<br />
</em><br />
In diesen Wochen, während der Nachblutungen, der psychischen Belastung, der Trauer und dem Betreuen meines zwei Jahre alten Kindes, das zu dem Zeitpunkt noch nicht in die Kita ging, hat Person 1 mich dort aufgefangen, wo Person 2 mich hat fallen lassen. Er hat die Verantwortung auf sich genommen, diese Fürsorge übernommen, die Person 2 mir nicht mehr geben wollte. Und sein Satz <em>„Hätte er dich verlassen, obwohl du ein Kind mit ihm hast, würde ich das Kind wie mein eigenes behandeln und dich damit nie im Stich lassen“, </em>ist einer der schönsten Sätze, die mir Sicherheit geben. Dass er da war, hat mir eine unglaubliche Last von den Schultern genommen, ich konnte weiterhin eine gute Mama sein und gleichzeitig die Fehlgeburten realisieren, weil ich diese Unterstützung von ihm hatte.</p>
<p><strong>Die Unterstützung in jeglichen Lebenslagen ist also ein wichtiger Punkt, wenn man ein guter Vater sein möchte.</strong></p>
<p>Denn das Kind spürt, wenn es eine Krise gibt. Sich gegenseitig den Rücken zu stärken kann ungemein helfen, Kraft und Energie zu gewinnen. Wenn das Kind auf der Welt ist und sich entwickelt, viele anstrengende Entwicklungsphasen durchlebt, ist es für mich wichtig, dass der Vater sich dran beteiligt, interessiert und gewillt ist, sein Kind in dieser Entwicklung zu begleiten.<br />
Der Vater meines Sohnes hat jegliche Krankenhaus- und Arztbesuche, nächtliches Milchgeben, Wutanfälle und Krankheiten genauso mit begleitet, wie ich. Das war (und ist weiterhin) sein Wunsch.</p>
<p><strong>Dass der Vater, soweit es beruflich möglich ist, aktiv und gewillt ist, in stressigen und unentspannten Situationen zu helfen, gehört für mich dazu, wenn man ein guter Vater ist.</strong></p>
<p>In der anderen vergangenen Beziehung hat sich mein Partner oft nur zu uns gesellt, wenn es entspannt und bequem war. Die helfende Hand zu sein, wenn es anstrengend wird, war nicht in seinem Sinne. Oft war er in solchen Situationen sauer, weil die Stimmung umschlug, es anstrengend wurde und man sich bemühen musste, Werte zu vermitteln.</p>
<p>Alles in allem muss ich sagen, dass alle Kriterien für mich auf beide Elternteile zutreffen, ob man Vater oder Mutter ist, ist egal, denn keiner muss meiner Meinung nach mehr tun als der andere. Wenn der Vater berufstätig ist, während die Mutter in Elternzeit das Baby betreut, zählen für ihn die Aufgaben zu Hause genauso dazu wie für die Mutter.Das Stillen kann er nicht übernehmen und auch manch andere Dinge kann der eine besser als der andere.<br />
Ein Gleichgewicht zu finden, ist sehr, sehr wichtig und zu versuchen, sich gegenseitig auszugleichen. Wenn die Mama am Ende ihrer Kräfte angekommen ist, ist das für den Papa das Zeichen, zu übernehmen. Wenn der Papa erschöpft ist, übernimmt die Mama. Und ansonsten machen es beide zusammen.</p>
<p><strong>Dass der Papa dazu bereit ist – und sich im Klaren ist, dass das auch nach Feierabend so sein wird, ist für mich ein Zeichen, dass er ein guter Vater ist. </strong></p>
<p>Wenn er es sich für alle Beteiligten fair einteilt, ob er sich nach dem Feierabend ausruht und dann Zeit mit seiner Familie verbringt oder umgekehrt. Wichtig ist, dass der Feierabend nicht so aussieht, dass er nach Hause kommt und den Rest des Tages mit der Couch verschmilzt.</p>
<p>Diese Erfahrung habe ich gemacht und habe mich allein gefühlt. Denn auch ich habe zuvor einen anstrengenden Tag gehabt, mehrere Stunden den Haushalt erledigt, mit dem Baby gespielt, eingekauft, geputzt, aufgeräumt und der Tag ist für mich, mit dem Feierabend des Partners, nicht vorbei, sondern geht weiter, bis zum Abend, wenn das Kind eingeschlafen ist und wenn möglich durchschläft.</p>
<p>Leider gibt es viele Väter, die sich die Freiheit herausnehmen, während der Schwangerschaft – oder wenn es ihnen zu anstrengend wird, zu gehen. Die Familie zu verlassen. Weil die Kinder oft, gerade im Babyalter, mehr von Mama abhängig sind, die Mutter meistens diejenige ist, die Elternzeit in Anspruch nimmt – und nicht mal die Möglichkeit und Freiheit hätte, zu gehen.</p>
<p><strong>Dass ich dem Vater meines Kindes vertrauen kann, mich auf ihn verlassen kann und somit auch das Kind immer das Gefühl bekommt, dass Papa nach Hause kommt nach der Arbeit, macht einen guten Vater aus.</strong></p>
<p>Nicht jeder Mensch mag es, zu spielen. Ich persönlich bin eine Person, die sich sehr, sehr schwer tut mit Rollenspielen. Da kommen wir wieder zu dem Punkt <em>gegenseitiger Ausgleich. </em>Der eine kann das besser, der andere das. Mit einem Kind zu spielen, sich mit ihm auf Augenhöhe zu beschäftigen, ist ein toller Weg, sein Kind mehr und mehr kennenzulernen. Und es gibt dem Kind das Gefühl, nicht nur jemand zu sein, der dafür sorgt, dass es alles bekommt, um zu überleben, sondern auch, dass man ein Spielpartner ist. Wem das Spielen nicht liegt, liest vor oder bastelt mit ihm.</p>
<p><strong>Ein guter Vater bemüht sich, eine Beziehung, eine tiefe Bindung zu seinem Kind aufzubauen. </strong>Und das funktioniert spielerisch einfach extrem gut, ohne dass es stressig ist.</p>
<p>Der Überbegriff, was einen guten Vater ausmacht, ist derselbe, der einen guten Beziehungspartner ausmacht: LIEBE. Sobald man liebt, gibt man. So viel es geht.<br />
<strong>&#8211; Fürsorge<br />
&#8211; Vertrauen<br />
&#8211; Respekt<br />
&#8211; Geduld<br />
&#8211; Ehrlichkeit<br />
&#8211; Verlass<br />
&#8211; Nähe<br />
&#8211; Geborgenheit</strong></p>
<p><strong>Ein guter Vater – und das ist wahrscheinlich der einzige Unterschied zur Mutter – setzt seine Kraft und seine Körpergröße nur zum Schutz ein, niemals gegen das Kind oder dessen Mutter.</strong></p>
<p>Ob nun dem Beziehungspartner, oder dem Kind. Liebe ist immer der Überbegriff, um ein guter Mensch zu sein. Der Überbegriff einer guten Mutter oder eines guten Vaters. Liebende Menschen sind liebevoll und behandeln so ihre Mitmenschen, vor allem die eigene Familie.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Alle weiteren Texte von Marie findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>auf ihrem Profil</strong></a>.</li>
<li>Und hier findet ihr einen Slam-Text aus der Perspektive einer Tochter: <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/10/mein-held-mein-papa/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Mein Held, mein Papa</strong></a> von Lidia.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Ein Schwank aus meinem Leben &#8211; Motivation</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/09/motivation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Sep 2018 07:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Elternschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir haben euch schon einige Texte von Marie vorgestellt und sind selbst immer wieder begeistert von ihrer ehrlichen und gleichzeitig positiven Weise, mit der sie ihre großen und kleinen alltäglichen Probleme als junger Mensch und Mutter beschreibt. In diesem Text geht es um ihre Motivation, jeden Tag zu einem besonderen zu machen, eigene Fehler zu]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir haben euch schon einige Texte von Marie vorgestellt und sind selbst immer wieder begeistert von ihrer ehrlichen und gleichzeitig positiven Weise, mit der sie ihre großen und kleinen alltäglichen Probleme als junger Mensch und Mutter beschreibt. In diesem Text geht es um ihre Motivation, jeden Tag zu einem besonderen zu machen, eigene Fehler zu erkennen, zu reflektieren und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Aber lest am besten selbst!</strong></p>
<p><span id="more-10929"></span></p>
<p>Wenn ihr diesen Text jetzt vor euch habt, habe ich es wohl doch endlich geschafft, zu schreiben.<br />
Jeden Tag habe ich mir Gedanken gemacht, was ich abtippe und was nicht.<br />
Ich fange einfach mal an, ohne vorher zu erklären, worum es eigentlich geht.</p>
<p>Regt ihr euch oft über Kleinigkeiten auf? Über das ungeputzte Bad, über im Weg herumliegende Schuhe, über Dinge, die nicht an ihrem Platz stehen?<br />
Das ging täglich bei mir ab. Über alles habe ich geflucht und gemeckert. Ich habe mich selbst ständig über Kleinigkeiten aufgeregt – und wenn ich mir dann versehentlich wehgetan habe, indem ich gegen die Tür gelaufen- , oder gestolpert bin, dann ging es aber richtig los.</p>
<p>Dann wurde ich wütend, habe geflucht und war nicht mehr zu beruhigen.<br />
Aber warum?<br />
Warum passiert so etwas, warum schaukelt man sich da so hoch?<br />
Warum sind wir überhaupt gereizt und schlecht gelaunt?<br />
Das bringt mir doch überhaupt nichts. Es bringt mich nicht weiter.<br />
<strong><br />
</strong>Ich habe jeglichen negativen Einfluss, den ich um mich hatte, ganz weit von mir weg geschoben.<br />
Ganz entfernen geht nie, aber ich lasse ihn nicht mehr an mich ran.<br />
Ich bezeichne mich als eine Mutter, die mindestens genauso viel zutun hat wie Berufstätige in diversen Branchen, Studenten &#8211; oder einfach als eine vollbeschäftigte Person, die wenig Zeit für sich selbst hat, manchmal wochenlang überhaupt keine Zeit, wenn das Kind eine anstrengende Phase hat und meine Nähe noch intensiver braucht, als sonst.<br />
Mein Schlaf wurde über Jahre hinweg alle zwei Stunden unterbrochen, ich sorge für ein kleines Wesen, damit es ihm immer gut geht, überlebt und sich entwickelt. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für andere Dinge, aber das kennt ihr sicherlich.<br />
Natürlich machen wir das aus vollem Herzen und mit Liebe.<br />
Aber Anerkennung schadet niemandem, oder? Mit Anerkennung hab ich viel zutun, davon ist oft die Rede, bloß nicht, was mich angeht. Es sind immer die Menschen gemeint, die arbeiten gehen oder studieren.</p>
<p>Was eine Mutter alles vollbringt, wissen leider nur wenige. Die meisten Mütter tun zusätzlich das, was Haushaltshilfen oft übernehmen. Wir kochen, wir putzen, wir sind die Seelsorge für unsere Kinder, wir machen uns generell Sorgen, wir kaufen ein, wir tauschen um, wir haben Termine, wir sind permanent aktiv, sogar nachts. Wir haben keinen Feierabend!<br />
Denn wer schonmal einen Säugling hatte, kennt die nächtliche Angst.</p>
<p>Wir sind Tag und Nacht, am Wochenende und zu jeder Sekunde für unsere Kinder da.<br />
Wir tun einfach alles und stellen unsere Bedürfnisse hinten an.<br />
Ein Kind ist nicht anstrengend. Das muss man unterscheiden können. Anstrengend ist nur, dass man permanent hochkonzentriert sein muss, keine Krankschreibung einreichen kann, keine Pause machen kann, wenn man es spontan braucht.</p>
<p>Man kann das Füttern oder Zähneputzen nicht ausfallen lassen, wenn man mal keine Lust hat oder müde ist. Wir können keinen Urlaub vom Alltag beantragen. Und ich betone nochmal, dass nicht das Kind so anstrengend ist, sondern die permanente Aufmerksamkeit.<br />
Dann haben Kinder Entwicklungsphasen, in denen sie Zähne bekommen, wachsen, oder einfach sehr viel Mamakontakt brauchen. Kleine Kinder lernen ihre Emotionen kennen, wir begleiten sie dabei.</p>
<p>Das letzte Jahr war ein sehr emotionales und chaotisches Jahr, es gab mehr Tiefen als Höhen und ich hatte so oft keine Lust auf alles. Wenn ich täglich am Ende war, traurig, bedrückt, habe ich alles daran gesetzt, dass mein Kleiner nichts davon mitbekommt. Sowas ist anstrengend.</p>
<p>Gefühle zu verstecken, ins Nebenzimmer zu gehen, um durchzuatmen, Tränen wegzuwischen und weiterzumachen. Tag für Tag.<br />
Das ist auch die Erklärung für meine damals andauernde Müdigkeit, es hatte psychische Ursachen.<br />
Ich hatte nach der Geburt meines Sohnes im Jahr 2015 das Glück, keine Wochenbettdepressionen gehabt zu haben.<br />
Und ich verstehe nicht, warum selten jemand über dieses Thema redet.<br />
Vielleicht liegt das an den Vorurteilen: Wochenbettdepressionen. Depressionen. Trübseligkeit. Nervende Menschen, die kein Bock aufs Leben haben.</p>
<p>Wer hat solche Vorurteile in die Welt gesetzt?</p>
<p>Dabei haben doch so unglaublich viele Menschen Depressionen. Vielleicht sogar die Meisten und – man will es nicht glauben, es ist nichts ansteckendes!</p>
<p>Der Eine verarbeitet psychisch viel, der Andere macht sich nicht viele Gedanken drum und lenkt sich ab. Wir sind doch alle unterschiedlich.</p>
<p>Meiner Meinung nach kann man anderen Menschen die Kraft, dass man nichts verstecken muss, dass es IMMER Gleichgesinnte gibt, erst geben, wenn man selbst etwas erlebt hat.<br />
Ich mag Menschen, die Schwächen einsehen und darüber reden. Die Fehler zugeben und motivieren.<br />
Die mag ich sogar mehr, als diejenigen, die es überspielen und mit Absicht so tun, als wäre das Leben ein Regenbogen mit sprechenden Einhörnern.<br />
Es ist nicht alles so rosig, wie es aussieht, bei niemandem, es geht aber alles immer weiter und jeder Tag wartet darauf, genutzt zu werden, zu etwas Besonderem gemacht zu werden, oder, dass man ihn einfach nur genießt.</p>
<p>Die letzten Monate war so hart, wie noch nie. Es wurde Rücksicht von mir erwartet, es wurde erwartet, dass ich kämpfe. Es wurde erwartet, dass ich rede. Einfach immer. Ich sollte funktionieren, durfte keine Schwäche zeigen.</p>
<p>Dabei war ich es die ganzen Monate über: Schwach.<br />
Was andere von mir und meinem Leben denken, interessiert mich so unglaublich wenig und so sollten viel mehr Menschen denken. Wenn ich wie ein schlechtgelaunter Sack permanent meckere, muss ich mich nicht wundern, wenn man sich abwendet.<br />
Ist einfach so.<br />
In Maßen ist das normal, aber nicht permanent.<br />
Scheißt doch mal auf alles und jeden! Dann sieht die Wohnung halt chaotisch aus, na und?<br />
Dafür kann man mal eben etwas anderes tun. Wieso denken alle so engstirnig und perfektionisitisch? Ich bin das beste Beispiel dafür, denn perfektionistischer als ich es bin, geht es sicherlich kaum.<br />
Aber dass es mich selbst einfach nur einengt und einschränkt, habe ich erst vor kurzem bemerkt.<br />
Aber immerhin habe ich es bemerkt.</p>
<p>Wenn mein Kind permanent jammert, geht es ihm halt nicht gut. Dann meckere ich nicht, sondern versuche alles, damit es ihm besser geht. Manchmal vergesse ich, dass ich die Person bin, die er am meisten braucht. Ich gebe das offen zu, dass ich auch mal überfordert bin, weil ich diese Rolle habe, dass ich als Mama alles ersetzen kann, aber nichts und niemand MICH ersetzen kann für ihn. Das ist eine riesen Verantwortung.<br />
Außerdem fühlt es sich alles so viel schöner an, wenn man glücklich ist.</p>
<p>Glücklich und gesund zu sein ist wirklich ein Heilmittel für einfach alles.<br />
Das Schönste ist für mich, ist Liebe zu bekommen. Von meinem eigenen Kind.<br />
Und ich könnte jetzt schreiben, dass es auch wunderschön ist, von einem Mann geliebt zu werden, der mich so nimmt, wie ich bin, aber das tut er nicht.<br />
Er liebt mich, WEIL ich so bin, wie ich bin. Und das ist noch viel schöner. Zwei Menschen, die mich lieben und brauchen, weil ich ich bin.<br />
Nur darum geht es im Leben. Es geht einfach mal nicht darum, direkt nach dem Schulabschluss einen Beruf zu lernen, es geht auch nicht darum, das meiste Geld zu verdienen, es geht nicht darum, unbedingt die Welt zu bereisen, es geht nicht darum, nach außen hin perfekt zu erscheinen, das größte Auto zu fahren und die teuersten Marken zu tragen.<br />
Das alles ist vergänglich!</p>
<p>Nicht vergänglich sind Liebe, Treue, Vertrauen, Ehrlichkeit, Geborgenheit. Menschen um sich zu haben, denen man zeigen kann, wie sehr man sie in seinem Leben braucht und von denen man das Gefühl bekommt, dass es auf Gegenseitigkeit beruht. Sei es als Lebenspartner oder als Familienmitglied.<br />
Erst, seitdem ich das gecheckt habe, geht es mir wieder gut, ich genieße jeden Tag, auch wenn nichts los ist. Ich freue mich auf den Sommer, ich freue mich darauf, dass alles einfach weitergeht.</p>
<p>Früher, als ich noch kein Kind hatte, war für mich das Schönste, zu Hause in meinem Zimmer zu sein, meine Ruhe zu haben und spontan unabhängig alles tun zu können, was ich möchte.<br />
Das hat sich vor fast 3 Jahren sehr geändert, auch wenn ich meine komplette Familie im Umkreis von 3 Minuten Laufweg habe, bin ich sozusagen abgetrennt und lebe mein eigenes Leben.<br />
Das spüre ich sehr, denn mein Auszug war wie ein Schubs ins kalte Wasser, das hat mich erst mit der Zeit sehr mitgenommen. Es war meine eigene Entscheidung, meine Wohnung noch vor der Geburt zu beziehen. Es ging sehr, sehr schnell.</p>
<p>Im Nachhinein ZU schnell. Ich konnte mich nicht umgewöhnen, plötzlich war mein Zimmer weg, weil ich immer alles auf einmal machen musste und es nicht schnell genug gehen konnte. Das war mein eigener Fehler, ich leide noch sehr darunter, aber ich weiß, es lässt sich nicht ändern, dafür haben sich neue Türen geöffnet.<br />
Dadurch, dass ich zu meiner Familie keinen innigen Kontakt mehr habe, obwohl ich fast täglich dort bin, bin ich so schnell gereift und habe alles alleine gemacht, geplant, gebaut, was sicherlich viele in meinem Alter damals noch nicht konnten oder gewollt haben.</p>
<p>Ich sehe mich dadurch als jemanden, der wirklich weiß, wie man ins richtige Leben springt. Zu schnell, zu chaotisch, oft zu undurchdacht, aber gerade das hat mir gezeigt, was das Leben wirklich ist.<br />
Ich versuche jeden Tag so zu gestalten, dass er sich wirklich gelohnt hat. Dass er keinem anderen Tag gleicht und immer etwas besonderes ist.<br />
Steine, die mir in den Weg geräumt werden, male ich bunt an und lasse sie als Deko stehen.<br />
Wenn mir etwas schlecht gemacht wird, stehe ich drüber.<br />
Wenn ich Stress habe, Zeitdruck und Hektik, bleibe ich einfach gelassen.<br />
Und ganz wichtig: Seht euch selbst! Seid stolz auf euch, auch, wenn mal etwas daneben gegangen ist.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr tolle Texte von Marie findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener"><strong>auf ihrem Profil</strong></a>.</li>
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</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Wie geht feministische Erziehung von Jungen?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/02/feministische-erziehung/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2017/02/feministische-erziehung/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sarah Wiedenhöft]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Feb 2017 08:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Elternschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere Autorin Sarah Wies im Interview mit der Bloggerin Melanie Trommer, die den Blog glücklich scheitern betreibt. Melanie ist 36 Jahre alt und wohnt in Köln. Sie hat mehrere Studiengänge angefangen und dann Sozialpädagogik (auf Diplom) und Soziologie und Gender Studies (Master) beendet. Sie mag Bücher, Reisen und die Weihnachtszeit und wohnt mit ihrem Freund und ihren]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Autorin Sarah Wies im Interview mit der Bloggerin Melanie Trommer, die den Blog <a href="http://gluecklichscheitern.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>glücklich scheitern</em></a> betreibt. Melanie ist 36 Jahre alt und wohnt in Köln. Sie hat mehrere Studiengänge angefangen und dann Sozialpädagogik (auf Diplom) und Soziologie und Gender Studies (Master) beendet. Sie mag Bücher, Reisen und die Weihnachtszeit und wohnt mit ihrem Freund und ihren beiden Kindern zusammen. Im Interview erzählt sie, wie sie die feministische Erziehung ihrer beiden Jungs gestaltet.</strong><br />
<span id="more-8597"></span></p>
<p><strong>Sarah Wies: </strong><strong>Seit wann bezeichnest du dich als Feministin?</strong></p>
<p>Melanie Trommer: Gute Frage. Ich hatte in dieser Schule diese „Feminismus? Das sind doch diese Emanzen die überall unnötigerweise rumnerven-Menschen“-Phase. Fand ich überflüssig. Einerseits. Andererseits hat es mich voll genervt, wenn man Mädchen, die gute Noten hatten, unterstellte, sie hätten ihren „Titten-Bonus“ ausgenutzt. Oder wenn ich auf einer Ferienfreizeit mit den Mädchen basteln sollte, statt Abenteuerspiele zu planen. Naja, irgendwie war ich wohl immer sehr feministisch, hätte mich aber lange nicht so bezeichnet, weil es ein schlechtes Image hatte. Durch das Studium dann und mit dem Lesen von Blogs wie der Mädchenmannschaft oder dem Missy Magazin fand ich das Image dann erstens besser und zweitens immer nebensächlicher. Frauen werden in vielen Bereichen benachteiligt, das ist ein Fakt. Das zu benennen, aufzuzeigen und zu ändern halte ich für unabdingbar. Dass das nicht immer Spaß macht, das Männer ungern ihre Privilegien aufgeben, daran habe ich mich inzwischen gewöhnt. Und dass man mit anderen Feministinnen sehr wohl sehr viel lachen kann ist ein netter Nebeneffekt.</p>
<p><strong>SW: Was hat sich durch die Geburt deines Kindes geändert?</strong></p>
<p>MT: Oh, eine Menge! Weniger Schlaf, mehr Liebe 😉 Aber jetzt mit Blick zum Beispiel auf Partnerschaft und Beruf haben mein Freund und ich gemerkt: Auch wenn wir beide die totale Gleichberechtigung , werden uns ganz schön viele Steine in den Weg gelegt. Wir haben beide sechs Monate Elternzeit genommen, bis hier hin alles gut und schön. Aber während ich im Job anschließend merkte, dass man mich nicht mehr für voll nahm, ging beim Mann alles weiter wie vorher. Mehrtätige Dienstreise? Kein Problem! Keiner seiner Auftraggeber ging von einer Veränderung aus. Bei späteren Bewerbungen merkte ich sehr oft, dass meine Kinder – mal mehr, mal weniger – ein Thema und ein Hindernis sind.</p>
<p>Bezogen auf meine feministische Einstellung hat sich aber auch einiges verändert. Gehörte ich vorher eher in die Kategorien „Gleichheits- oder Karrierefeministin“, also eine, für die das feministische Ziel ist, den Männern gleichgestellt zu sein und Erfolg im Job zu haben. Inzwischen denke ich viel mehr auf anderen Fragen rum: Wie soll Sorgearbeit generell in einer Gesellschaft aufgeteilt sein und welchen Wert messen wir dem zu? Warum wird Erfolg so sehr an beruflichem Aufstieg gemessen und nicht zum Beispiel daran, ob man das tut, was man liebt? Ich bin immer noch Feministin, ganz besonders seit ich Kinder habe. Aber ein paar Annahmen haben sich eben geändert: Statt als Ziel zwei vollzeitarbeitende Elternteile zu setzen eher die Frage, wie wenig Lohnarbeit (für Beide!) reicht aus um gut zu leben, die eigenen Kräfte für Lohn- und Sorgearbeit zu bündeln und gerecht untereinander aufzuteilen. Darüber hinaus auch, wie man Alleinerzieherinnen unterstützen kann und wie man Familie auch gesetzlich unabhängig von biologischer Verwandtschaft denken kann.</p>
<p><strong>SW: Du hast zwei Söhne. Wie genau sieht denn hier feministische Erziehung aus?</strong></p>
<p>MT: Das Wichtigste: Statt davon auszugehen, dass sie bestimmte Sachen mögen oder nicht mögen beobachte sie und versuche sie individuell zu betrachten. Also statt anzunehmen, weil sie Jungs sind spielen sie lieber mit Autos als mit Puppen biete ich ihnen beides an. Oder greife auf, was sie an Bedürfnissen zeigen. Der Große hat zum Beispiel in der Zeit, in der er Laufen lernte, auf den Spielplätzen den anderen Kindern immer die Puppen-Buggies „geklaut“, sich dran festgehalten und ist dann losmarschiert. Ich wollte dann, dass er zum Geburtstag auch einen bekommt. Tja und da fing das Problem an: Keiner aus meiner Verwandtschaft bzw. Freundeskreis wollte ihm sowas schenken. Und damit fangen die Probleme auch schon an&#8230;(siehe nächste Frage). Und zweitens versuche ich grade meine Jungs für das Thema Konsens und Einvernehmlichkeit zu sensibilisieren. Dass sie nie zu Jungs werden, die Mädchen bedrängen Dinge zu tun, die diese nicht wollen.</p>
<p>Konkret heißt hier nein zum Beispiel immer nein, besonders wenn es um ihre Körper geht. Sie selber sollen erfahren, dass ein Nein akzeptiert wird. Wenn ich sie zum Beispiel kitzel und es ihnen zu viel wird, hör ich direkt auf und mach nicht weiter, weil´s ja „nur Spaß ist“. Wenn Tante Klothilde oder Oma Trude einen Kuss von ihnen wollen aber meine Jungs sie eben nicht küssen wollen, dann wende ich mich an beide und sage, dass sie das nicht tun müssen. Da werde ich dann gegebenenfalls auch ungehalten. Ich hoffe, wenn sie erfahren, dass sie selber über ihre Körper entscheiden dürfen, dass sie auch bei anderen nie in die Versuchung geraten, Grenzen zu überschreiten.</p>
<p><strong>SW: Es ist sehr schwer, bei Spielzeug nicht in die Gender-Falle zu tappen. Wie umgehst du das Problem?</strong></p>
<p>MT: Ich weiß nicht – wir haben hier viele Autos, Eisenbahnen, Baukästen&#8230;ich vermute, wir sind irgendwann voll in die Falle getappt. Der Große hat seit etwa anderthalb Jahren aber auch sehr konkrete Vorstellungen von Jungs- und Mädchenspielzeug. Im Kindergarten und durch den Kontakt mit anderen Kindern hat sich unser Einfluss da leider sehr relativiert. Aber goldenen Glitzernagellack will das Kind immer noch J.</p>
<p><strong>SW: Glaubst du, dass feministische Erziehung von Jungs anders funktioniert als von Mädchen?</strong></p>
<p>MT: Eigentlich nicht. Eigentlich stehen die individuellen Bedürfnisse des Kindes im Fokus. Ist ein Kind sehr bewegungsfreudig, dann sollte ich das fördern. Und bevor ich den Jungen beim Fußball und das Mädchen beim Ballett anmelde vielleicht mal nachfragen und ein paar Stunden ausprobieren lassen, was ihnen denn so gefällt.</p>
<p>Die einzige Ausnahme ist für mich eben das Thema Rücksicht und Konsens. Das liegt mir einfach am Herzen, dass meine Söhne nicht zu grenzüberschreitenden Arschlöchern werden, sondern zu Menschen die Respekt vor den Grenzen anderer haben.</p>
<p><strong>SW: Was wünschst Du dir für die Zukunft?</strong></p>
<p>MT: Oh, eine Menge. Konkret auf die Fragen hier bezogen: dass die Leute mehr nachdenken. Wirklich. Darüber, wer ihre Kinder sind. Wer ihre Schüler_innen. Sich weniger auf vermeintliche Unterschiede zu konzentrieren und dafür die Gemeinsamkeiten zu sehen. Und jede*r, die_der eine pädagogische Ausbildung macht, soll das Buch „Die rosa-hellblau Falle“ von Almut Schnerring lesen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Mehr dazu: </b></p>
<ul>
<li>Junge Mama und Feministin &#8211; <strong><a href="http://gluecklichscheitern.de/feministin-und-jungs-mama-was-heisst-das/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">was heißt das?</a></strong></li>
<li>Der Tag, <strong><a href="http://gluecklichscheitern.de/rosa-brotdose/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">an dem die rosa Brotdose zu Hause bleiben musste.</a> </strong></li>
<li>Sarah Wies: Manchmal habe ich <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/12/manchmal-habe-ich-angst-um-meinen-sohn/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Angst um meinen Sohn</a>.</strong></li>
<li>Die Story Teller mit dem Gedicht: <a href="https://www.meintestgelaende.de/2014/06/der-vater-sehr-maennlich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Der Vater sehr männlich </strong></a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
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