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	<title>Tod &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Tod &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>I‘m gonna live until I die</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/01/im-gonna-live-until-i-die/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ika]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jan 2021 13:21:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Ika schreibt heute über ein Thema, mit dem wir alle früher oder später konfrontiert werden &#8211; kein Weg führt daran vorbei: Es geht um Tod und Trauer. Jede*r geht anders damit um, und das ist auch absolut in Ordnung. Bloß verdrängen sollten wir es nicht unbedingt. Stattdessen lieber darüber reden oder, so wie Ika: darüber]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ika schreibt heute über ein Thema, mit dem wir alle früher oder später konfrontiert werden &#8211; kein Weg führt daran vorbei: Es geht um Tod und Trauer. Jede*r geht anders damit um, und das ist auch absolut in Ordnung. Bloß verdrängen sollten wir es nicht unbedingt. Stattdessen lieber darüber reden oder, so wie Ika: darüber schreiben.</strong></p>
<p><span id="more-12707"></span></p>
<p>Heute hat diese Kolumne ein etwas anderes Thema. Es soll weniger um Inter* sein gehen. Achtung &#8211; nicht erschrecken. Aber heute geht es um das Thema Tod und Trauer. Viele haben Angst vor dem Tod. Oder verdrängen den Tod.</p>
<p>Wir scheinen in einer Zeit und Gegend zu leben, in der für starke Gefühle wenig Platz ist.</p>
<p>Ständig gibt es Nachrichten über die neuesten Corona-Zahlen.</p>
<p>Leute wissen Infektionsraten und R-Werte. Aber Menschen sind keine Zahlen.</p>
<p>Selten lese ich die Geschichten hinter den Zahlen.</p>
<p>Von der Angst vor Corona, von der Trauer um Angehörige.</p>
<p>Es scheint Manchen dann wichtiger, dass &#8222;die Wirtschaft&#8220; läuft &#8211; als dass möglichst viele gesund bleiben.</p>
<p>Ich glaube sogar, dass auch die ganzen Maskenverweigerer unbewusst aus Angst vor dem Tod<span class="Apple-converted-space">  </span>handeln.</p>
<p>Manche Menschen haben ein so zerbrechliches Ego, dass sie nicht durch ein Stück Tuch an die eigene Sterblichkeit erinnert werden wollen.</p>
<p>Für mich ein Zeichen dafür, dass Verdrängung im Umgang mit dem Tod und der Trauer nicht unbedingt die beste Strategie ist.</p>
<p>Auch wenn ich selber Verdrängung kenne.</p>
<p>Ich glaube aber, dass wir eigentlich auch viel vom Tod lernen können.</p>
<p>In einem Interview<span class="Apple-converted-space"> </span>mit einem Hospiz-Mitarbeiter wurde dieser gefragt, ob sein Job nicht sehr psychisch belastend wäre und wie er das schaffen würde.</p>
<p>Er hat sinngemäß geantwortet, dass es ihm gut tue, das Gefühl zu haben, etwas Wichtiges zu tun. Er meinte, dass viele seiner Patienten Humor hätten und sehr dankbar seien.</p>
<p>Dann hat er noch betont, dass ein Satz, den er bis jetzt noch nie von den Sterbenden gehört habe lautet: Ach, wär ich doch nur früher mal länger im Büro geblieben.</p>
<p>Auch der Satz &#8211; hätte ich doch nur besser mal auf einen glatten Lebenslauf geachtet &#8211; wird wohl eher selten am Sterbebett zu hören sein.</p>
<p>Ich denke dann an die Schulzeit zurück.</p>
<p>Im Poesiealbum haben alle noch geschrieben &#8211; Lebe jeden Tag als wäre er dein letzter.</p>
<p>Aber dann kam wohl irgendwie der Alltag dazwischen.</p>
<p>Leute fingen an Bäume zu pflanzen, Kinder zu kriegen, eine Karriere zu machen.</p>
<p>Bei mir war das irgendwie anders.</p>
<p>Das war glaub ich kein Zufall.</p>
<p>Mit drei Jahren ist mein Zwillingsbruder an Krebs gestorben.</p>
<p>Ich hatte eigentlich ziemliche Verlustängste.</p>
<p>Aber auch Angst ist manchmal ein krasser Motor.</p>
<p>Und während ich Angst hatte, andere zu verlieren &#8211; hatte ich um mich selber wenig Angst.</p>
<p>Manchmal eher eine Narrenfreiheit.</p>
<p>Wenn das Leben offensichtlich eh jederzeit vorbei sein könnte &#8211; kann ich auch jetzt ein bisschen geniessen, anstatt vernünftig an die Zukunft zu denken. No Future &#8211; wisst ihr?</p>
<p>Manche verpassen aus Angst vor dem Tod ihr Leben. Ich habe eher versucht für zwei zu leben.</p>
<p>Manchmal war das toll &#8211; manchmal ganz schön anstrengend.</p>
<p>Für ein live fast, die young &#8211; und den Rockstar-Tod mit 27 &#8211; bin ich mittlerweile zu alt.</p>
<p>Also gewöhn ich mich besser mal daran, noch etwas länger auf dieser blauen runden Kugel durch den Raum zu reisen.</p>
<p>Ich muss wohl doch ein bisschen – planen &#8211; an später denken – Geduld &#8211; lernen.</p>
<p>Aber wenn ich daran denke &#8211; wie andere ihr Glück auf nach der Rente oder<span class="Apple-converted-space"> </span>einen angeblichen Himmel &#8211; nach dem Tod verschieben. Wenn ich daran denke, wie andere ihr Leben so wenig schätzen, dass sie nie an den Punkt kommen, mal zu fragen, was ihnen eigentlich wichtig ist.</p>
<p>Dann bin ich doch ein bisschen froh, dass da einiges anders gelaufen ist bei mir.</p>
<p>Ich will hier gar nichts schön reden. Trauer ist ein unangenehmes Gefühl. Tod macht Angst. Auch Corona macht Angst und ich würde lieber nicht in Zeiten einer Pandemie leben.</p>
<p>Aber vielleicht ist es ein guter Zeitpunkt, damit aufzuhören, Tod und Trauer zu verdrängen.</p>
<p>Wir sind alle sterblich. Auch wenn der Tod nicht für alle gleich ist. Weil es viel mit den Lebensbedingungen zu tun hat, wer welche Lebenserwartung hat.</p>
<p>Trotzdem hat jede*r nur ein Leben.</p>
<p>Das könnte und sollte doch eigentlich ein Ansporn sein. Das Beste daraus zu machen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wie immer hat Ika <a href="https://www.youtube.com/watch?v=-azBAvaifQk" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>noch einen Musiktipp</strong></a> für euch.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum Frauen älter werden als Männer</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/06/warum-frauen-aelter-werden-als-maenner/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Jun 2018 07:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Jahr 2015 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung neugeborener Jungen 77 Jahre und 9 Monate. Die entsprechende Zahl für neugeborene Mädchen lautete 82 Jahre und 10 Monate. Damit werden Frauen im Schnitt 5 Jahre älter als Männer. Unsere Autorin Lilith ist den Gründen dafür nachgegangen. 117 Jahre alt ist die älteste Frau der Welt &#8211; Warum]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 1.14285rem;"><b>Im</b> <strong>Jahr 2015 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung neugeborener Jungen 77 Jahre und 9 Monate. Die entsprechende Zahl für neugeborene Mädchen lautete 82 Jahre und 10 Monate. Damit werden Frauen im Schnitt 5 Jahre älter als Männer. Unsere Autorin Lilith ist den Gründen dafür nachgegangen.</strong></span></p>
<p><span id="more-10687"></span></p>
<p><strong>117 Jahre alt ist die älteste Frau der Welt &#8211; Warum Frauen älter werden als Männer</strong></p>
<p>Jeanne Calment starb im Alter von 122 Jahren und 164 Tagen – damit ist sie der älteste Mensch, dessen Alter jemals vollständig nachgewiesen wurde.</p>
<p>Die Jamaikanerin Violet Brown, geboren am 10.03.1900 wurde 117 Jahre alt.</p>
<p>Der älteste Mensch aus dem deutschsprachigen Raum ist Augusta Holtz, die in die Vereinigten Staaten emigrierte und im Alter von 115 Jahren und 79 Tagen starb.</p>
<p>Neben dem erstaunlich hohen Alter dieser Rekordhalter fällt eine Tatsache ganz besonders ins Auge – alle aufgelisteten Personen sind weiblich. Betrachtet man die Liste der 100 ältesten Menschen, die je gelebt haben, so findet sich tatsächlich erst auf Platz 14 mit dem Japaner Jiroemon Kimura ein Mann, zu dem sich in der gesamten Liste nicht mehr als vier weitere Männer hinzugesellen.</p>
<p>Aber nicht nur bei den Rekorden übertreffen die Frauen die Männer bei weitem, sondern auch im Gesamtdurchschnitt.</p>
<p>In Deutschland können sich aktuell neugeborene Mädchen auf 83 Lebensjahre freuen, während der männliche Teil der Babys durchschnittlich „nur“ 78 Jahre vor sich liegen hat. Diese Differenz von fünf bis sechs Jahren zu Gunsten der Frau ist nicht nur auf deutschem Territorium zu beobachten. Denn auch nach ausführlicheren Recherchen konnte ich tatsächlich keine Region finden, in der der männliche Teil der Bevölkerung älter wird als der weibliche.</p>
<p>Doch – woran liegt es, dass eine Frau durchschnittlich ein höheres Alter erreicht als ein Mann?</p>
<p>Diese Frage ist nicht ganz so einfach zu beantworten, wie sie auf den ersten Eindruck scheinen mag. Denn es gibt nicht DEN EINEN WUNDERGRUND der die Lebenserwartung der Frauen erhöht. Vielmehr handelt es sich um eine Reihe von Gründen, die alle in die Lebenserwartung der Menschen hineinspielen.</p>
<p>Der erste bekannte Ansatz in der Geschichte, um dieses Phänomen zu erklären, liegt weit in der Geschichte zurück und beruht auf genetischen Faktoren. Auch lange danach noch waren Forscher davon überzeugt, dass rein biologische Gründe hinter dieser Tatsache stecken. Studien aus dem Jahr 2014, in denen ausschließlich Mönche und Nonnen aus insgesamt vier Jahrhunderten als Probanden dienten, brachten jedoch neue Erkenntnisse hervor. Laut des Bevölkerungswissenschaftlers Marc Luy sind die sechs Jahre, die Frauen weltweit im Durchschnitt länger leben als Männer, vielmehr auf den unterschiedlichen Lebensstil zurückzuführen. Bestätigt wird er in dieser Annahme von seiner Kollegin, der Ökonomin Michaela Grimm. Sie dreht die Aussage sogar um und meint, dass die korrekte Formulierung nicht lautet, dass Frauen länger leben, sondern stattdessen, dass Männer frühzeitig ableben. Die Lebensweise und das Umfeld sind für beide Wissenschaftler die zwei determinierenden Faktoren, wenn es um die Lebenserwartung geht. Hierbei sehen auch sie das allgemeine Klischee bestätigt – Frauen leben vorsichtiger, gesundheitsbewusster und vernünftiger.</p>
<p>Aber was haben nun die Klosterbewohner mit diesen Erkenntnissen zu tun? Bei den Untersuchungen Luys stellte sich heraus, dass sich die Lebenserwartung von Nonnen und Mönchen anstatt um sechs nur um ein Jahr unterscheidet – und dies signifikant über 400 Jahre hinweg. Seine Folgerung – wenn man den Lebensstil von Mann und Frau anpasst, so ist der Altersunterschied der verschieden hohen Lebenserwartungen kaum mehr zu bemerken. Die biologischen Faktoren sind laut ihm für nicht mehr als das eine noch verbleibende Unterschiedsjahr verantwortlich.</p>
<p>Diese These wird zusätzlich durch die Tatsache unterstützt, dass insbesondere gut gebildete Frauen eine hohe Lebenserwartung haben – sie verfügen über ausreichende Kenntnisse über eine gesunde Lebensweise und können dies entsprechend vernünftig umsetzen.</p>
<p>Wenn diese Hypothese tatsächlich zutrifft, so können sich die Männer freuen – denn für sie bedeutet der geringe genetische Einfluss eine Wandelbarkeit. Die sozialen, politischen, ökonomischen, demographischen und verhaltensbedingten Faktoren, die die Hauptrolle spielen, lassen sich verändern. Wenn sie ihren gefährlichen Lebensstil also anpassen und vernünftiger mit ihrer Lebenszeit umgehen, so müsste sich die Lebenserwartung der Männer immer mehr der der Frauen annähern. Klassische Beispiele hierfür sind eine gesündere Ernähren, häufigere Arztbesuche, seltener rauchen … &#8211; wenn sich die Männer von diesem Frauenverhalten auch nur eine schmale Scheibe abschneiden würden, könnte es sein, dass sie mit den Frauen in Zukunft doch noch in Konkurrenz treten. Doch auch diesem Verhalten liegen verschiedenste Ursachen zugrunde. Der höhere Testosteronspiegel der Männer spielt ebenso eine Rolle wie das Weiterbestehen von Rollenbildern und die gesellschaftlichen Erwartungshaltungen. Die erhöhte Risikofreude des Mannes lässt sich unter Umständen doch nicht ganz so leicht abstellen.</p>
<p>Untersuchungen seit Beginn der 1980er Jahre zeigen jedoch, dass Frauen auch ganz ohne hohe Testosteronspiegel immer mehr zu einer „männlichen“ Lebensweise tendieren. Laut der erhobenen Daten übernehmen vielmehr die Frauen immer eher die Lebensweisen der Männer, weshalb sich deren Lebenserwartung nach unten korrigiert. Gründe hierfür könnten im höheren Anteil berufstätiger Frauen liegen, die dadurch einer doppelten Belastung und somit mehr Stress ausgesetzt sind. Als Folge greifen auch sie immer häufiger zum Alkohol oder zur Zigarette.</p>
<p>Dennoch sollten die biologischen Ursachen nicht ganz aus der Aufmerksamkeit verschwinden. Denn es bleibt unabhängig des Verhaltens mindestens das eine zugrundeliegende Differenzjahr auf diesen Faktor zurückzuführen. Woran liegt das?</p>
<p>Bisher übertreffen Vermutungen, Annahmen und Spekulationen in diesem Bereich die tatsächliche Datenlage: Eine davon besteht in dem Vorteil, der sich aus dem zweiten X-Chromosom der Frau ergibt. Zwar ist in den Zellen stets nur eines beider X-Chromosome aktiv, aber falls eines defekt oder beschädigt ist, steht das andere immer noch als Ersatz parat. Wissenschaftliche Beweise für einen sich daraus ergebenden Vorteil gibt es jedoch noch nicht. Eine weitere biologische Hypothese fußt auf dem unterschiedlichen Hormonhaushalt, der ebenfalls an der Bestimmung der Lebenserwartung beteiligt sein kann.</p>
<p>Interessanter Fakt am Rand – die Debatte über die abweichende Lebenserwartung von Mann und Frau ist kein modernes Thema – die ersten Diskussionen darüber traten bereits im 18. Jhd. Auf. Und sie wird auch in Zukunft weitergeführt werden – es bleibt also spannend, welche Ursachen noch so herausgefunden werden und wie sich unsere Lebenserwartung in den nächsten Jahrzehnten verändern wird.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Mein Opa</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/08/mein-opa/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Aug 2017 07:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
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					<description><![CDATA[Jeremy Jameel Chahine von unserer Redaktionsgruppe Was geht Almanya hat einen Text über, aber auch für seinen Opa geschrieben. Darin beschreibt Jeremy, wie er den Tod seines Opas erlebt hat – die letzten Erinnerungen, das erste Mal am Grab und sein Umgang mit dem Verlust eines geliebten Menschen. Ich habe heute ein mulmiges Gefühl, mir]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jeremy Jameel Chahine von unserer Redaktionsgruppe <em>Was geht Almanya</em> hat einen Text über, aber auch für seinen Opa geschrieben. Darin beschreibt Jeremy, wie er den Tod seines Opas erlebt hat – die letzten Erinnerungen, das erste Mal am Grab und sein Umgang mit dem Verlust eines geliebten Menschen.</strong></p>
<p><span id="more-9340"></span></p>
<p>Ich habe heute ein mulmiges Gefühl, mir geht es nicht sonderlich gut. Ich trete ans Fenster, blicke raus ohne wirklich wahrzunehmen, was sich draußen tut und denke, hoffentlich kommt er bald raus. Er ist da schon viel zulange drin. Mein Vater ist fast jeden Tag da. Bei meinem Opa im Krankenhaus. Er ist schon seit Wochen dort, aber ich weiß immer noch nicht warum. Ich frage sie und frage sie. Aber meine Eltern wollen es mir nicht sagen. Sie sagen nur, es sei grade schwer. Ich frage mich, warum ist es schwer. Ich verstehe das nicht. Der Tag neigt sich langsam dem Ende zu, ich gehe ins Bett und schlafe nicht. Ich liege stundenlang wach und frage mich immer wieder, was mit meinem Opa los ist. Ich höre meine Eltern reden, verstehe aber nicht, über was sie sich unterhalten. „Wie geht es dir, Opa?“, formen meine Lippen leise. Es ist bestimmt schon nach zwölf, aber ich kann immer noch nicht einschlafen. Meine Eltern kommen abwechselnd rein, um nach mir zu schauen. Ich tue so, als würde ich bereits schlafen. Irgendwann merke ich, dass meine Augen vor lauter Müdigkeit zufallen. Ich flüstere leise „Ich hab dich lieb, Opa!“, danach schlafe ich ein. Ich schlafe unruhig, wälze mich von einer Seite auf die andere. Irgendwann stehe ich auf und habe von meinem Opa geträumt. Es war ein schöner Traum. Dort sah ich, dass mein Opa wieder gesund ist. Und dass er mit mir wieder spielen kann. Bei diesem Gedanken muss ich lächeln. Ich lächle und spüre gleichzeitig, wie Tränentropfen meine Wangen runterfließen. Ich will so gerne glauben, dass es ihm besser geht. Ich gehe ins Wohnzimmer. Mein Papa sitzt am Esstisch und weint. Er wischt sich die Tränen von den Augen und lächelt mich an. Dann umarmt er mich, deutlich fester als sonst, und gibt mir einen Kuss auf die Wange. Er lächelt und weint gleichzeitig. Ich sehe ihm an, wie sehr er sich bemüht, nicht mehr so traurig zu sein. Das gelingt ihm einigermaßen. Was denn los sei, frage ich ihn. Er sagt, dass er von uns gegangen sei.</p>
<p>„Dein Opa ist gestorben.“ Ich spüre Schmerzen, die ich vorher nicht kannte und bin nicht in der Lage, irgendetwas zu sagen. Ich frage, warum Opa gestorben sei. Mein Papa antwortet, dass jeder irgendwann gehen müsse. Das sei nun mal der Lauf der Dinge. Er gab mir noch einen Kuss, dann sagte er, dass ich nicht so traurig sein solle, denn Opa würde in uns, in ihm und in mir, weiterleben. „Opa wird immer ein Teil von uns bleiben.“</p>
<p>Die Beerdigung steht an. Ich will unbedingt bei der Beerdigung dabei sein und meinen Opa noch einmal sehen, bevor er ganz von uns geht. Doch meine Mutter ist dagegen. Ich sei noch zu klein, sagt sie. Ich bin sehr traurig und verstehe das nicht. Ich will ihn doch nur ein letztes Mal sehen. Meine ganzen Cousinen und Cousins werden doch auch hingehen, erwidere ich ihr. Warum ich nicht? Aber meine Mutter bleibt bei ihrem Nein, ich sei mit fünf Jahren einfach noch zu jung. Mein Opa wird beerdigt, und ich kann nicht dabei sein. Alle begleiten meinen Großvater auf seinem letzten Weg, und ich kann nicht mit den anderen trauern. Ich sei ja zu jung, was ich nicht wirklich verstehe.</p>
<p>Ein paar Tage später darf ich zu seinem Grab. Ich fahre mit meinen Eltern zum Friedhof und bin sehr aufgeregt. Die Sonne scheint an diesem Tag im Juni. Wir parken das Auto und betreten den Friedhof. Es ist für mich das erste Mal, dass ich einen Friedhof besuche. Ich gucke mich um, überall gibt es Gräber, einige sind sehr schön geschmückt, andere dagegen sind schlicht gehalten. Und dann stehen wir vor dem Grab meines Opas. Das Grab ist voller Blumenkränze. Wir stehen davor und ich merke, wie mein Vater weint. Ich schaue zu meiner Mutter und sehe, dass sie auch feuchte Augen hat. Dann nehme ich die Hand meines Vaters und drücke sie fest. Er guckt mich an und lächelt. Dort also liegt mein Opa, einige Zentimeter unter der Erde. Mein Großvater ist gestorben und wird nie wieder zurückkommen. Ich stehe vor dem Grab und verstehe, was das jetzt bedeutet. Mein Vater sagt, mein Opa sei nun an einem besseren Ort. An einem Ort, wo er nicht mehr krank ist und wo es ihm gut geht. Diese Vorstellung beruhigt mich. Trotzdem bin ich traurig, dass mein Großvater auf den Tag genau einen Monat vor meinem Geburtstag gestorben ist.</p>
<p>Ich hätte mich sehr gefreut, wenn mein Opa meinen sechsten Geburtstag noch erlebt hätte. Vielleicht guckt mein Opa vom Himmel aus zu und wünscht mir alles Gute. Diese Vorstellung gefällt mir.</p>
<p>Zuhause angekommen, gehe ich in mein Zimmer und denke über meinen Großvater nach. Danach gehe ich zu meinem Vater ins Wohnzimmer, setze mich zu ihm auf das Sofa und lächele ihn an. Er nimmt mich in den Arm und schaut mich fragend an: „Warum bist du so glücklich?“ Ich sage ihm: „Ich weiß dass mein Opa uns nie verlassen wird. Er wird auf uns aufpassen und uns beschützen.“ Mein Vater lächelt. „Kannst du mir ein paar Geschichten von meinem Opa erzählen?“, frage ich ihn. Er nickt und erzählt mir einige lustige Geschichten aus dem Leben seines Vaters. Ich höre aufmerksam zu und merke, dass mein Großvater nicht wirklich weg ist. Er wird immer in meinem Herzen bleiben, und ich werde mein Leben lang an ihn denken. Mein Vater schaut mich an, lächelt leicht und sagt, dass ich meinem Opa sehr ähnlich sehe, vor allem seine gigantischen Ohrläppchen hätte ich von ihm geerbt. Ich merke, wie mein Mund sich zu einem Lächeln formt. Trotz all der Trauer fühle ich, wie ich so etwas wie Glück empfinde. Und dann schlafe ich auf dem Schoß meines Vaters ein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Der Text ist ein Kapitel aus dem Buch „Aus Angst wächst Mut“, den Link dazu findet ihr <a href="http://www.lutherverlag.de/Geschenkideen/Buecher/Hoof-Aus-Angst::843.html" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/05/wie-feuer-und-flamme/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier ein weiteres Kapitel</strong></a>, das bei uns veröffentlicht wurde.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
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