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	<title>Ann Katrin &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Ann Katrin &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Buntes Disney ist nicht gleich „Regenbogen“-Bunt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ann Katrin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 May 2022 08:59:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Disney]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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		<category><![CDATA[Queer]]></category>
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					<description><![CDATA[Disneyhelden sind oft Vorbilder, an denen sich Kinder orientieren und die sie nachahmen. Dabei versucht Disney, Werte wie Treue und Mut zu vermitteln, doch mit Themen wie sexuelle Orientierung und Identitäten scheint sich der Konzern wenig zu beschäftigen. Was sie dazu im Programm haben und welche Charaktere mit queeren Persönlichkeiten auftreten, untersucht Ann Katrin. Wer]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="Body"><strong>Disneyhelden sind oft Vorbilder, an denen sich Kinder orientieren und die sie nachahmen. Dabei versucht Disney, Werte wie Treue und Mut zu vermitteln, doch mit Themen wie sexuelle Orientierung und Identitäten scheint sich der Konzern wenig zu beschäftigen. Was sie dazu im Programm haben und welche Charaktere mit queeren Persönlichkeiten auftreten, untersucht Ann Katrin.</strong></p>
<p><span id="more-14820"></span></p>
<p>Wer mit Disney-Filmen oder Serien aufgewachsen ist erinnert sich vielleicht noch gut an die kindgerechte Vermittlung von gesellschaftlichen Werten durch Handlungen der Hauptfiguren. Die Helden und Bösewichte im Disney-Entertainment sollen den oftmals kindlichen Zuschauern bestimmte Charakterzüge als positiv oder negativ darstellen und gleichzeitig erklären. Denn wie lernen Kinder und auch noch junge Erwachsene anders, wenn nicht durch Vorbilder und das Nachahmen von Werten oder Handlungen. Disney beweist fast von Beginn an eine umfangreiche Kreativität sowie sehr gutes Einfühlungsvermögen darin, Probleme, Konflikte aber auch teilweise Krankheiten die in der Gesellschaft vorkommen auf einfache, witzige und tiefsinnige Art in ihren Produkten einzubauen.</p>
<p>Kinder können in den unterschiedlichen Figuren Merkmale erkennen, die sie vielleicht auch im echten Leben mitbekommen und sich dann an den Handlungen ihrer Helden orientieren. In fast allen Filmen beruhen die Heldenfiguren auf den moralischen Werten wie Treue, Wahrheit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, Mut, aber auch Trauer und Verlust. Die Bösewichte hingegen erhalten unmoralische Charakterzüge wie List, Egoismus, Großmut, Verachtung oder Bösartigkeit. Wir alle kennen die Geschichten; die Helden gewinnen gegen die Bösewichte und haben ein glückliches Leben. Nichts falsch daran! Was aber seit einigen Jahren auffällt oder vermehrt angesprochen wird, ist das Disney sich sehr wenig mit Charakterzügen beschäftigt die Kinder oder älteren Zuschauern sexuelle Orientierung und Identitäten, also das persönliche Selbstbild des eigenen Geschlechts aufzeigt.</p>
<p>Nicht ganz; wer sich die Mühe macht die Reihe der klassischen Disney-Filme durchzuschauen bemerkt vielleicht ein auffälliges Detail in der Darstellung der Bösewichte und Helden: Die Helden aus den früheren Filmen, seien sie männlich oder weiblich, fühlen sich immer zum jeweils anderen Geschlecht hingezogen, beweisen eindeutige Charakterzüge und haben oft ein straightes Selbstbild, dass nur zwischenzeitlich in ihrer Entwicklungsgeschichte erschüttert wird. Die Antihelden hingegen, seien sie von den negativen Zügen gezeichnet, zeigen oft die Attribute die heutzutage mit den Selbstwahrnehmungen von (manchmal) homosexuellen, bisexuellen, a-sexuellen oder weiteren queeren Personenzügen übereinstimmen. Außerdem können bei einigen Bösewichten psychische Krankheiten oder zumindest die Symptome von solchen erkannt werden. Bei Helden sind diese ebenso zu erkennen, aber mit wenigen Ausnahmen überwinden diese die Symptome oder Krankheiten durch ein persönliches Wachstum. Disney vermittelt hierdurch, dass der offene Umgang mit den Problemen oder traumatischen Einschnitten im Leben zum Überwinden von Krankheiten führen kann, aber auch, dass Bösewichte in ihren charakterlichen Zügen eher fließend und weniger gestärkt sind. Einige Beispiele von Antagonisten mit Zügen von queeren Persönlichkeiten sind:<br />
Ursula die Züge einer Drag Queen aufweist, mit dem extravaganten Make-Up, dramatischen Auftritten und Verhalten, sowie ihrem Bewusstsein ihrer Kurven würden übereinstimmen.</p>
<p>Scar könnte als homosexuell identifiziert werden, durch ein feines Körperbewusstsein, die Änderung der Stimmlage und einiger Ironie gegenüber seinem Bruder und dessen männlichen Verhalten (obwohl dies auch auf Geschwisterfeindlichkeit und der Rivalität unter Löwen-Alphas beruhen kann).</p>
<p>Hades fällt nicht direkt in die Kategorie von homosexualität, zeigt aber auch eine fließende Darstellung im Umgang mit den jeweiligen Geschlechtern und seinem eigenen Verhalten.</p>
<p>Auch viele weitere Charaktere die Nebenrollen innehaben werden durch ihre Züge und Handlungen als homosexuell oder queer dargestellt. Diese Funktionen nennt sich Queer-Coding, Figuren werden durch ihr Verhalten und auch die Kleidung in manchen Fällen als queer impliziert obwohl es nicht explizit ausgesprochen wird. Mittlerweile wurde der Zusammenhang erkannt, dass homosexuelle, a-sexuelle oder weitere Merkmale von LGBTQ+ Personen im Verhalten der Antagonisten für Kinder als negativ und unmoralisch vermittelt werden sollen.</p>
<p>Ob Disney mittlerweile neue Figuren erfindet, die sich als eindeutig queer zeigen bleibt noch abzuwarten. Der Entertainment-Riese erhält jedenfalls auch in diesem Thema viel Aufmerksamkeit. Bei der Suche auf Disney+ schließt das Programm jedoch schlecht ab. Denn mit der Suche nach „LGBTQ+“ wird kein einziger Film oder Serie angezeigt. Auch unter den Genres bei den Filmen oder Serien-Auswahl wird kein Hinweis auf ein mögliches Programm gegeben. Hat Disney also nichts im Angebot? Dieselbe Suche bei den Konkurrenten Netflix und Amazon Prime führt mit wenigen Einbußen zu einer soliden Auswahl rund um Filme oder Serien die sich mit queeren Charakteren verbinden. Die neusten Disney-Filme hingegen fallen mit einer großen Neutralität der Hauptfiguren auf. Die Definition ob die Figuren wirklich queere Züge haben oder nicht, wird immer schwerer. Netflix und Amazon hingegen setzen auf mehr Deutlichkeit. Die Streaming-Portale verfügen über Angebote die von Unterhaltung bis zu Aufklärung über das Leben von queeren Personen führen. Obwohl auch hier noch auf Stereotypen zurückgegriffen wird, können Zuschauer sich dem Programm hingeben und sitzen vor deutlichen Darstellungen der jeweiligen Charakterzüge.</p>
<p>Wie geht Disney in Zukunft mit der Möglichkeit auf explizite queere Figuren um? Seit neustem arbeitet der Streaming-Anbieter and er Aufarbeitung und Aufklärung kultureller Stereotypen mit dem Programm StoriesMatter. Kommen anschließend auch Experten der LGBTQ+ Szene und erklären, wie sowohl Helden als auch Bösewichte ohne die negativen Darstellungen von Stereotypen mit queeren Attributen in den Disney-Produkten Anklang finden können?<br />
Ein Anfang mit einer geringen Auswahl an LGBTQ+ freundlichen Shows existiert bereits, abgesehen von den unterschwelligen Figuren. Der Kurzfilm „Out“ handelt über die sexuelle Orientierung von Greg und wie er lernt seine bisher geheim gehaltene Orientierung mit seiner Familie und Freunde zu teilen. Über den Star-Kanal auf Disney+ ist das Angebot LGBTQ+-freundlicher und auch viel umfangreicher. In vielen Serien und Filmen wird das Thema offen aufgegriffen. Reines Entertainment aus dem Hause Disney sind diese Shows jedoch nicht, was weiterhin dazu führt, dass der Streaming-Dienst den Ruf als LGBTQ+ feindlich oder abblockend so schnell wohl nicht loswird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ordinäres oder modernes Grundgesetz?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/09/grundgesetz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ann Katrin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Sep 2021 07:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[#Bundestagswahl]]></category>
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		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland und mittlerweile 72 Jahre alt: Das Grundgesetz. In wenigen Tagen findet die Bundestagswahl statt, unsere Autorin Ann Katrin hat das zum Anlass genommen, sich nochmal intensiv mit dem GG zu beschäftigen. Welche Aspekte zu Gender im Grundgesetz zu finden sind und ob das GG überhaupt inklusiv ist, erfahrt]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland und mittlerweile 72 Jahre alt: Das Grundgesetz. In wenigen Tagen findet die Bundestagswahl statt, unsere Autorin Ann Katrin hat das zum Anlass genommen, sich nochmal intensiv mit dem GG zu beschäftigen. Welche Aspekte zu Gender im Grundgesetz zu finden sind und ob das GG überhaupt inklusiv ist, erfahrt ihr in ihrer Analyse. Viel Spaß beim Lesen!</strong><strong><br />
</strong></p>
<p><span id="more-13343"></span></p>
<p>2021 ist ein Jahr voller Landtagswahlen und der Bundestagswahl im September. Diese Zeit bietet für die Wähler eine gute Chance, die politischen Kenntnisse aufzufrischen. Ich habe mir das Grundgesetz nochmal genauer angesehen und besonders auf die Inklusion, hinsichtlich der vielen Orientierungsgruppen, geachtet. Sie kommen nicht vor! Das deutsche Grundgesetzt (GG) gilt für alle in Deutschland geborenen Menschen, Gruppen mit Flüchtlings-und Asylhintergrund sowie Personen mit deutschem Pass. Außerdem regelt das GG deutlich mehr als nur das soziale Zusammenleben, sondern auch wie Deutschland aufgebaut ist, inklusive der Eigentümer der Bundesrepublik und den Ablauf eventueller Veränderungen der staatlichen Struktur. Aber das Gesetz stellt neben der rechtlichen und politischen Aufstellung auch eine Richtlinie für das gesellschaftliche Zusammenleben dar. Es sind unterschwellige Leitlinien, wie Menschen miteinander umgehen und sich gegenseitig positionieren sollten. Dies ist besonders durch Artikel 1 gewährleistet, welcher die Würde des Menschen über allem anderen schützt. Gleichzeitig ist der Artikel auch durch die Ewigkeitsklausel geschützt und kann so nicht verändert werden. Betrachten wir das GG allerdings als maßgebendes Dokument, wie die Personen der deutschen Gesellschaft betrachtet werden, stoßen wir auf einige Hürden bezüglich der Einbindung der Gruppen mit diversen Orientierungen und Identifizierungen. Im Jahr 2021 kategorisieren wir Personen nicht nur als Mann oder Frau, sondern berücksichtigen auch die persönliche Wahrnehmung bezüglich des eigenen Körpers und der sexuellen Orientierung. Viele Bereiche des öffentlichen Lebens sind schon dabei sich anzupassen und für Gleichberechtigung sowie für Inklusion zu sorgen. Ein nächster großer Schritt sollte eine drastische Überarbeitung des GG sein, welche eine deutliche Inklusion der diversen Gruppen nach sich ziehen kann. Das seit 1949 bestehen GG umfasst aktuell 202 Artikel und wurde seit seinem Bestehen schon 60 Mal geändert, einige Artikel wurden neu formuliert oder ganz entfernt. Aber die Formulierungen der angesprochenen Personen haben sich nicht verändert. Hauptsächlich wird im GG vom “Deutschen Volk” und explizit von Männern und Frauen gesprochen. Die am meisten verwendete Formulierung ist immer noch “Personen” und “jedermann”. Diese Formulierungen sind grob gesehen sehr allgemein und inklusiv und natürlich kann nicht jeder Artikel in korrekter Gendersprache überarbeitet werden, besonders, da mehr als die Hälfte des GG das politische und rechtliche System, sowie die Zuständigkeiten und das Eigentum der Bundesrepublik erläutern. Aber einige Artikel sind in ihrer aktuellen Formulierung sehr explizit ausgrenzend und leider nicht durch Gleichberechtigung geprägt. So besagt Artikel 3 die explizite Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Aber gerade in diesem Artikel sollten dann auch alle Gruppen eingeschlossen werden, wie die LGBTQ, Transgender oder Personen mit Nicht-binärer Orientierung (divers). Bisher werden Personen, die sich als divers oder Trans identifizieren, ausgeschlossen, falls sie weder explizit Mann noch Frau sind oder sich so sehen. Dies stellt auch die Frage, ob das GG sich nur auf eine rein biologische Kategorisierung der Geschlechter bezieht und wie die Definition Mann und Frau hergeleitet wird. Gleichzeitig besagt Artikel 3, dass keine Person benachteiligt werden darf. Wie also werden hier Menschen mit einer anderen Orientierung als die im GG festgelegte beachtet und geschützt? Ein weiterer Streitpunkt kommt mit Artikel 12. Dieser Artikel bezieht sich auf die Verpflichtung zum Zivildienst. Ersterer Absatz besagt deutlich, dass Männer verpflichtet werden dürfen, sollte die Not bestehen. Ein weiterer Absatz besagt, dass Frauen ebenso verpflichtet werden können, wenn die freiwillige Besetzung durch Männer nicht ausreicht und auch, dass Frauen vom Dienst mit der Waffe ausgeschlossen werden: “Sie dürfen auf keinen Fall zum Dienst mit der Waffe verpflichtet werden.” So viel zu voller Gleichberechtigung. Abgesehen vom expliziten Ausschluss weiblicher Personen vom Waffendienst, werden hier auch wieder nur Männer und Frauen angesprochen. Wenn sich eine Person also &#8222;anders&#8220; identifiziert, anstatt klar als Frau oder Mann, entfällt diese Person im Artikel 12 dann komplett? Darüber hinaus könnte eine freiwillige Bereitstellung zum Zivildienst zu der Frage führen, für welche Aufgaben die Person gemeldet werden würde. Gilt diese Person dann für die weibliche Gruppe oder die männliche? Wird sie aufgrund der physischen Attribute eingeordnet oder nach der sexuellen Orientierung oder der persönlichen Identifikation? In den restlichen Artikeln des GG kommt es nicht zu solch starken Auffälligkeiten aber zusammengefasst ist das GG leider sehr einseitig formuliert. Es klingt sehr einfach, die Anpassung des GG zu fordern und Vorschläge zu machen. Allerdings muss auch abgewogen werden, wie diese Veränderungen durchgeführt werden würden und welche Schwierigkeiten aber auch Vorteile entstehen könnten. Die positiven Aspekte lassen sich einfach zusammenfassen: transparente Inklusion und Gleichberechtigung aller gesellschaftlichen Gruppen mit diversen Orientierungen und Identifizierungen. Eine Aufnahme im GG würde zu mehr Akzeptanz führen und zu mehr Beachtung durch die Politik. Außerdem setzt die Veränderung ein klares Zeichen für eine wirklich transparente und moderne Politik in Deutschland. Bisher blieb es nur bei Veranstaltungen, sozialen Bewegungen und gelegentlichen Statements durch einzelne Politiker. Die Hürden auf der anderen Seite sind etwas komplizierter. Zum einen wäre es ein sehr aufwendiger Prozess zwischen Politikern und Sozialwissenschaftlern, sich darauf zu einigen, welche Formulierungen untergebracht werden sollten, um die verschiedenen Personengruppen korrekt zu integrieren. Ein weiterer Punkt wäre der fortlaufende Prozess. Wenn diese erste Unterbringung erst einmal beginnt, dann kann argumentiert werden, dass mit jeder neuen Identifikationsgruppe auch eine erneute Anpassung des GG notwendig wird. Es wäre also ein sich wiederholender Prozess, den sicherlich nicht viele Politiker begrüßen würden. Zuletzt stellt sich die Frage, wann eine eindeutige Aufnahme in das GG notwendig wird oder ob vielleicht eine klare Definition der Personengruppen eine schnelle Lösung wäre. Dies könnte nur eine Aufnahme bzw. Ergänzung benötigen mit klarer Formulierung, dass die neue Bezeichnung für die restlichen Artikel gelten wird.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><strong>Noch unentschlossen wo du am 26.09 dein Kreuz setzt? Mach einfach den <a href="https://www.wahl-o-mat.de/" target="_blank" rel="noopener">Wahl-O-Mat</a><br />
</strong></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schwarm-Stereotype &#038; Vorurteile vs. Diversität im (Rand-)Sport</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/07/stereotype-sport/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ann Katrin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jul 2021 07:00:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[An der Fußball-EM — und diversen damit zusammenhängenden Skandalen — kommen wir gerade nicht vorbei, ob wir uns nun für diese Ballsportart begeistern können oder nicht. Fußball gehört irgendwie dazu, oder nicht? Zumindest hat man da schnell ein recht klares Bild vor Augen. Aber wie steht es um Sportarten, die nicht von so vielen Menschen ausgeübt und/oder bejubelt werden?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>An der Fußball-EM </strong><b>— </b><strong>und diversen damit zusammenhängenden Skandalen </strong><b>— </b><strong>kommen wir gerade nicht vorbei, ob wir uns nun für diese Ballsportart begeistern können oder nicht. Fußball gehört irgendwie dazu, oder nicht? Zumindest hat man da schnell ein recht klares Bild vor Augen. Aber wie steht es um Sportarten, die nicht von so vielen Menschen ausgeübt und/oder bejubelt werden? Unsere Autorin Ann Katrin hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt und in diesem Rahmen mit drei Sportler*innen gesprochen. Ihren Text und die Interviews lest ihr hier.</strong></p>
<p><span id="more-13152"></span></p>
<p>Sportliche Aktivitäten sind seit jeher ein wichtiger Bestandteil einer jeden Gesellschaft, auf die eine oder andere Weise. Positive Aspekte wie ein persönliches Zugehörigkeitsgefühl, psychische und physische Vorteile und die Macht zu sozialen Veränderungen lassen sich sehr schnell erkennen. Für letzteres ist das neuste Beispiel die Debatte um das Erleuchten des Münchener Fußballstadions in Regenbogenfarben als Protest gegen das LGBTIQ+ feindliche Gesetz in Ungarn. Leider zeigte sich die UEFA dem Vorhaben abgeneigt, mit einer Begründung zur angeblichen politischen Neutralität die aber finanzielle Gründe vermuten lässt.</p>
<p>Neben vielen politischen oder finanziell begründeten Diskussionen bergen Sportarten, besonders die weniger Bekannten Rand-Sportarten auch heute noch viele Stereotypen gegen die SportlerInnen und führen daher auch wieder und wieder zu Diskussionen über die persönliche sexuelle Orientierung, die Einstellung zum Sport, die Motivation der Aktiven und vieles mehr. Viele Fälle zeigen nur die Wiedergabe von allgemein bekannten Stereotypen gegenüber den SportlerInnen. Entweder weil dieses begrenzte Bild durch die persönlichen Beziehungen oder die Medien vermittelt werden. Ein weiterer Faktor für das Fortbestehen derselben Vorurteile ist die einfache Unwissenheit. Personen die sich nicht mit den verschiedenen Sportarten auskennen neigen dazu diese mit Stereotypen zu verbinden. Für die SportlerInnen kann so ein Gespräch oder direkte Rückmeldung sehr unangenehm oder (je nach persönlicher Einstellung) auch ärgerlich und sogar verletzend sein. Die Unterschiede in den nationalen Sportarten oder die Beliebtheit von Sportarten in den verschiedenen Ländern spielt nur noch eine kleine Rolle. Die weltweite Aufmerksamkeit wird in den letzten Jahren immer mehr auf Randsportarten gelenkt. Sowohl das Internet als auch die verstärkte Darstellung durch Streaming Services wie Netflix (hier wurde 2020 die Serie Cheer veröffentlicht) oder Amazon Prime (diese bieten eine Auswahl an Channels mit Wettkämpfen oder Dokuserien) bieten Unterstützung das allgemeine Verständnis aufzuklären.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich habe zu dem Thema der Vorurteile in Randsportarten drei SportlerInnen befragt:<br />
Cheerleading ist in Deutschland mit mindestens 20.000 SportlerInnen noch ein sehr kleiner Wettkampf-Sport, obwohl die allgemeine Aktivität durch das amerikanische Bild fast jeder Person bekannt ist. Aber leider resultieren aus der geringen Bekanntheit dieses Wettkampfsports auch weiterhin viele Vorurteile den SportlerInnen gegenüber.</p>
<p>Stefan (männlich) und Laura (weiblich) (Namen zur Sicherheit geändert) kommen beide aus dem Cheerleading und haben mit mir über ihre Erfahrungen gesprochen:</p>
<ol>
<li>Welche Motivation treibt dich an gerade diesen Sport zu betreiben? Welche Faszination steckt dahinter?</li>
</ol>
<p><i>S.: Die Mischung aus Bodenturnen und Akrobatik. Besonders gefesselt hat mich die Faszination des Partnerstunts. Beim Partnerstunt wird eine Person, der Flyer, von einer anderen Person, der Base gehoben. &#8230;. Das Zusammenspiel und Vertrauen, das nötig ist um schwere Elemente zu meistern, der Weg dahin, das Üben und sogar das Versagen auf dem Weg ist das, was mich an diesen Sport gefesselt hat.</i></p>
<p><i>L.: Dieser Sport ist einfach mal was anderes, man fühlt sich total frei und es bringt Spaß. Es ist eine Mischung aus Tanz, Akrobatik und Stunts was ist sehr gut finde. Man ist ein großes Team und hält zusammen. Ich kenne keine andere Sportart in der Vertrauen im Team so wichtig ist wie bei dieser Sportart. Zudem finde ich es ziemlich aufregend sich für eine Meisterschaft vorzubereiten. Man ist voller Adrenalin und Aufregung und sobald man durch ist, ist man als Team so froh und stolz, dass man es geschafft hat. </i></p>
<ol start="2">
<li>Wie oft besprichst du dein sportliches Hobby mit Freunden, Bekannten oder fremden Personen?</li>
</ol>
<p><i>S.: Da ein Großteil meines Freundeskreises ebenfalls aus Cheerleadern besteht, ist Cheerleading unter uns auch häufig ein Thema. Mit Bekannten oder Fremden kommt das Thema meist in der ersten Zeit beim Kennenlernen auf. Da ich sehr gern über den Sport spreche kommt es auch häufig vor, dass ich das Thema anspreche.</i></p>
<p><i>L.: Ich bespreche meinen Sport überwiegend nur mit denen die auch diesen Sport betreiben, denn viele sehen den Sport nicht wirklich an, weil die meisten denken, dass man ja nur mit irgendwelchen pom poms durch die Gegend läuft.<span class="Apple-converted-space"> </span></i></p>
<ol start="3">
<li>Was sind die häufigsten Reaktionen von den Gesprächspartnern?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ol>
<p><i>S.: Die erste Reaktion ist meist, ob das nicht ein reiner Frauensport ist oder welche Mannschaft ich denn anfeuern würde. Häufig werde ich im ersten Moment auch stark belächelt. Viele andere haben das Bild der Sideline Cheerleader im Kopf, die ein anderes Team unterstützen und verstehen es nicht, wenn ich erkläre, dass wir für Meisterschaften und nur für uns Selber trainieren. Je jünger ich und meine Gesprächspartner sind oder waren, desto länger braucht es, bis der Gesprächspartner verstanden hat, worum es beim Meisterschaftscheerleading eigentlich geht.</i></p>
<p><i>Einer der Kommentare, der immer wieder aufkommt ist „Ist das nicht das mit den Puscheln?“ oder auch Kommentare wie „Trägst du dann auch einen Minirock?“. Oft wird auch sofort eine Mutmaßung zu meiner sexuellen Orientierung getroffen und ich werde gefragt, ob ich schwul bin.</i></p>
<p><i>L.: Die Reaktionen von den anderen sind überwiegend negativ und abweisend. „ach das ist doch das mit den Pom poms und wo jeder mit jedem rum macht“</i><br />
<i>„Ist aber schon ganz schön billig sich so zu zeigen mit einem kurzen Röckchen“</i><br />
<i>„ein wenig hin und her laufen kann doch jeder. Um Cheerleader zu sein braucht man kein Talent“</i><br />
<i>„Sind doch die, die immer am Rand stehen beim Basketball und so oder?“ </i><br />
<i>„Wie jetzt?! Jungs machen da auch mit? Wie schwul ist das denn?!“</i></p>
<ol start="4">
<li>Wurden dir im Zusammenhang mit der Sportart schon einmal sexistische Kommentare gegeben? Gab es Kommentare, welche eine typische geschlechtliche Orientierung implizieren?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ol>
<p><i>S.: Durch das Stereotypische Bild eines Cheerleaders als junges Mädchen, das beim Football leicht bekleidet am Spielfeldrand steht und das Publikum anheizt, kommt es sehr häufig zu sexistischen Kommentaren. Mir gegenüber hauptsächlich wie eben erwähnt, eine Mutmaßung, dass ich Homosexuell sei. Bei den Frauen aus dem Cheerleading habe ich häufig erlebt, dass sie als „leicht zu haben“ gelten und, dass Männer offen über ihre Phantasien mal mit einer Cheerleaderin ins Bett zu gehen sprechen.</i></p>
<p><i>L.: Ja, es wurden schon des Öfteren sexistische Kommentare abgegeben. Das gab es auch schon sehr oft</i></p>
<ol start="5">
<li>Was empfindest du beim Erhalt solcher Kommentare?</li>
</ol>
<p><i>S.: Anfangs hat es mich sehr gestört und belastet. Wenn man als Kind bereits mit Sexismus und Kommentaren zur sexuellen Orientierung konfrontiert wird, ist es schwer das einfach abzuschütteln. Inzwischen als erwachsener Mann ist es deutlich leichter über Vorurteile und Stereotypen zu lachen, den Menschen zu zeigen, was der Sport wirklich beinhaltet und aufzuklären. Häufig habe ich danach auch positive Reaktionen erhalten. Dadurch, dass der Sport, wenn man ihn auf einem hohen Niveau ausübt, sehr Visuell ist, kann man damit die nötige Athletik und Sportlichkeit anhand von Videos schnell erkennen.</i></p>
<p><i>L.: Ich fühle mich oft sehr komisch und schlecht, weil ich immer denke, dass sie recht haben könnten, weil sie diese Sportart immer so schlecht reden.</i></p>
<ol start="6">
<li>Wünschst du dir eine andere Reaktion der Gesprächspartner? Wenn ja, welche?</li>
</ol>
<p><i>S.: Manchmal würde ich mir wünschen, dass meine Gesprächspartner, wenn sie den Sport nicht selber gesehen oder ausgeübt oder zumindest mit einem Sportler darüber gesprochen haben, nicht davon ausgehen, dass die Art auf die Cheerleader in Filmen dargestellt werden, der Realität entspricht. Ich bin nicht verletzt oder sauer, wenn jemand nicht weiß, was Cheerleading eigentlich ist und ich bin immer gern dazu bereit einen Einblick zu geben und zu helfen. Aber wenn jemand mir wieder die gleichen Vorurteile erzählt, die ich seit Mittlerweile 12 Jahren immer wieder höre, dann enttäuscht mich das definitiv.</i></p>
<p><i>L.: Ich würde mir wünschen, dass diese Sportart mehr Anerkennung bekommen würde. Das mal gesagt wird “Wow ist das gefährlich, dafür muss man bestimmt richtig lange üben. Respekt!”</i></p>
<ol start="7">
<li>Weist du deine Gesprächspartner daraufhin, wenn die Kommentare dich verletzen oder dir unangebracht erscheinen?</li>
</ol>
<p><i>S.: Für gewöhnlich gehe ich immer davon aus, dass es sich bei solchen Kommentaren um Unwissenheit und nicht bösen Willen handelt und spreche es nicht an. Wenn es aber zum wiederholten Mal passiert, dass mich jemand mit dem Sport den ich ausübe anzugreifen versucht, kann es schon passieren, dass ich eine entschiedene Grenze setze und meinem Gesprächspartner sage, dass seine Kommentare unangebracht und verletzend sind.</i></p>
<p><i>L.: Ich sage immer, dass die keine Ahnung haben und nicht urteilen sollen, sondern einfach mal mitkommen und man dann ja sehen wird, ob das alles so easy ist.</i></p>
<p>Als nächstes habe ich Timon (männlich) <i>(Namen zur Sicherheit geändert)</i> zu seinen Erfahrungen aus dem Eishockey befragt. Ebenso wie Cheerleading ist Eishockey zwar bekannt, birgt aber auch viele stark festgelegte Geschlechterrollen für die SportlerInnen. In dieser Sportart hat Deutschland ca. 30.000 SportlerInnen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<ol>
<li>Was sind deine persönlichen Erfahrungen aus dem Eishockey bezüglich definierter Geschlechterrollen oder Vorurteile gegenüber den SportlerInnen?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ol>
<p><i>Erster Spruch du siehst nicht aus wie Eishockeyspieler, Spieler werden häufig als großen muskulösen Mann vorgestellt.<span class="Apple-converted-space"> </span></i></p>
<p><i>Das Bodyshaming kam häufig durch das heranwachsen. Bis 6 Jahre haben die Teams häufig zusammen geduscht und danach wurden wir dann separiert in Männer und Frauen. Dann sind von den Jungs auch Kommentare gekommen. Dann kamen auch Imitationen, ´ich versteh das nicht, ich bin 8 Jahre, davor hat es auch funktioniert´. In der Pubertät kamen dann noch mehr Kommentare, teilweise zum dominieren, um zu zeigen wer das sagen hat. Z.b. wurde den Frauen gesagt, die vorher geduscht haben, sie sollen sich beeilen, die Männer wollen auch duschen. Einmal ist ein Mann in die Frauendusche gekommen, sein Kommentar war “chillt euch mal, ich guck euch nichts ab”. Also um die Scham in der Situation zu überspielen, hat er es wohl mit einem sexistischen Spruch überspielt.</i></p>
<p><i>Situationen auf dem Eis waren teilweise so, dass die Frauen im Team teilweise besser waren als die Männer und haben teilweise auch in der Nationalmannschaft gespielt. In der Nationalmannschaft gibt es andre regeln, weniger Körperkontakt und Fouls werden schneller geahndet. Es wird davon ausgegangen, dass der Körper einer Frau schwächer ist, wenn Frauen zusammen spielen sei es friedvoller. Es gab Kommentare wie zb gegen andere Leistungsmannschaften (internationaler) “das sind ja alles Mannsweiber” weil die Frauen auch ruppiger gespielt haben. Es wurde auch gesagt, damit die deutschen Frauen besser werden sollen sie mit den Männern im selben Team um da nicht in Watte gepackt werden.</i></p>
<ol start="2">
<li>Wie waren/ sind die Reaktionen mit anderen Personen außerhalb des Sports?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ol>
<p><i>Im Gespräch mit Leuten außerhalb des Sports kam es zu Verwunderung, weil Eishockey oft als Männer Sport betrachtet wurde oder haben sich darüber lustig gemacht, dass die Frauen oftmals besser spielen als die Männer. “Zeig den Frauen mal wie das Eishockey geht”, ein anderes Thema war auch in Jungs Gruppen, dass es ums frauenaufreißen geht, nach dem High-School Klischee und die Frauen himmeln einen an, was innerhalb des Teams als Trophäen Sammlung gewertet wurde, auch wenn jemand eine Freundin hatte. Das ist aber nichts so besonders nur fürs Eishockey, sondern eher in der jeglichen Jungs Gruppen.</i></p>
<p><i>Mit dem Gesprächspartner gab es keine Aufklärungsgespräche, ich zu meinem Teil war zu unbewusst darin. Bei solchen Themen war ich in meiner Jugend total irritiert und hab es über mich ergehen lassen. Ich weiß das etwas falsch daran ist. Aber ich weiß nicht was falsch ist. Als Kind respektiert man die Erwachsenen ja auch und fängt dann nicht an dagegen zu reden. Gerade für die Erwachsenen wäre es in deren Augen respektlos auch wenn man es auf argumentativen Wegen machen würde.</i></p>
<ol start="3">
<li>Wie ist der Austausch mit anderen Teammitgliedern oder Ehemaligen SpielerInnen?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ol>
<p><i>Wenn ich mit den Leuten in Kontakt komm, und man kommt gemeinsam auf das Thema, dann würde ich gerne darüber sprechen. Ich würde das Thema aber nicht aufzwingen, was sie als Kinder gemacht haben. Dann wäre es für mich anmaßend und das will ich auf keinen Fall. Ich merk es aber auch bei andren Spielern mit denen ich noch in Kontakt stehe, da ist schon eine erwachsene Haltung du das Thema wird nicht mehr so gelebt. Der Status Eishockey Spieler nicht mehr als Trophäe gesehen wurde oder als Mittel um Frauen zu beeindrucken.<span class="Apple-converted-space"> </span></i></p>
<ol start="4">
<li>Wie würdest du heute mit Kommentaren bezüglich Stereotypen oder Vorurteilen umgehen?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ol>
<p>4.1. Siehst du bei Eltern oder dem direkten Umfeld von Kindern eine gewisse Rolle in der Vermittlung von Vorurteilen?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><i>Würde ich es deeskalierend ansprechen, ich würde es rückfragen “Verstehst was du da sagst”, und dazu anregen, dass eine Reflektion stattfindet. Z.b. bei sexistischen Beleidigungen, würde ich im Team den Status des Menschen ansprechen “Weißt du was du da gesagt hast oder weißt du was die andere Person fühlt” um es fragend anzusprechen.<span class="Apple-converted-space"> </span></i></p>
<p><i>Es gab auch Momente, dass wenn das eigene Kind einen Check bekommen hat vom Gegner die Eltern den Gegner lautstark beleidigt haben. Unser Coach ging mal soweit und hat die Eltern verwarnt, dass wenn da nächste Mal vorkommt und sie dann zuhause bleiben und nicht mehr am Rand stehen dürfen. Das habe ich damals unterstützt und hinter jedem Gegner steht auch ein Mensch. Man kann sein Kind anfeuern und sich beschweren bei Fehlentscheidungen. Aber persönliche Beleidigungen, gegen die Kinder, die Eltern gehen unter die Gürtellinie und das würde ich gegen angehen. Das konnte der Coach aber auch machen, weil er von den Eltern angesehen wurde. Es kommt auch auf das Standing an, inwiefern die Eltern dich respektieren und ihnen klar sagen, wenn etwas nicht geht.</i></p>
<ol start="5">
<li>Was für Reaktionen würdest du dir im besten Fall erwünschen, wenn es um das Thema Eishockey geht?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ol>
<p><i>Bei dem Thema Mannweib, was auch von anderen Spielern oder Eltern genutzt wurde, mehr Bewusstsein wünschen, dass dies beleidigenden Worte sind. Wenn eine Person außerhalb des Sportes sowas sagt, kann ich es nicht übel nehmen würde mir aber mehr Bewusstsein wünschen. Bei Leuten die ich privat kenne, die ein spiel gesehen haben, ist das Bewusstsein hinterher anders. Oftmals fehlt auch der Bezug zur Sportart, weil Eishockey auch eine Rand Sportart ist. Auch der Umgang im Team, manche Situationen hätten nicht sein müssen, aber dass die Betreuerinnen ungelernte Eltern sind (ohne pädagogische Vorerfahrung) kann ich es auch nicht vorhalten, wenn sie so denken wie sie es tun.</i></p>
<p>Es lässt sich leider erkennen, dass Sport ohne Vorurteile nur selten funktioniert. Häufig entstehen diese jedoch nur aus Unbekanntheit und weniger aus der Intention heraus, die SportlerInnen zu verletzen oder zu beleidigen. Denn was alle SportlerInnen immer wieder beschreiben, ist ein allgemeines Gemeinschaftsgefühl in der jeweiligen Sportart und dass Fairness gegenüber den Gegnern oder anderen Teams auch bei Wettkämpfen eingehalten werden soll.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der Zusammenhalt im Team kann durch sexistische oder andersfeindliche Kommentare auch beeinträchtigt werden. Leider können diese gleichermaßen durch das Elternhaus wie auch das Team selbst vermittelt werden, wenn ein scheinbares Gesamtbild gegen eine Ansicht besteht. Gerade für Kinder oder Jugendliche ist es schwer gegen diese Meinung anzutreten, weil sie sich noch entwickeln und eine respektvolle Haltung gegenüber den Erwachsenen haben. Wenn Vorbilder es nicht richtig oder fair vorleben, folgen jüngere Personen diesem Beispiel und tragen die Ungleichheit weiter.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Daher sollten sich in der heutigen, divers aufgestellten und stark verändernden Gesellschaft Teams und auch die Vereine mit deutlich mehr Mitgliedern für Gleichberechtigung aller Orientierungen einsetzen, denn solche Positionierungen können den Mitgliedern und Fans oder Verwandten der Aktiven helfen eine Meinung zu bilden oder zu ändern. Wenn sich jedoch bereits große Verbände dagegen wehren ihre Macht einzusetzen und auf internationaler Ebene mitzuhelfen Personen zu mehr Gleichberechtigung zu verhelfen, dann stellt sich die Frage worum es diesen Verbänden wirklich geht? Darüber hinaus kommt die Frage auf, ob es sich Vereine es sich heutzutage noch leisten können “politisch neutral” aufzutreten? Fördern sie dadurch die Diversität ihrer eigenen Teams wirklich?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Zum Thema Fußball und Gender haben auf meinTestgelände auch schon <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/11/baelle-haben-kein-geschlecht/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Lilith</strong></a> und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2019/06/rundballsport-nur-fuer-penistraeger/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Jasmin</strong></a> geschrieben.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Handwerklich ungeübt und bevormundet?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/04/handwerklich-ungeuebt-und-bevormundet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ann Katrin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Apr 2021 07:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir begrüßen eine neue Autorin auf meinTestgelände: Herzlich willkommen, Ann Katrin! In ihrem ersten Text geht es um&#8217;s Handwerken und um die Frage, was junge Menschen alleine im Haushalt instand halten können — und welche Rolle das Geschlecht dabei spielt&#8230; Wie sieht es bei euch aus? Traut ihr euch zu, Möbel selbst aufzubauen, oder würdet ihr euch]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir begrüßen eine neue Autorin auf meinTestgelände: Herzlich willkommen, Ann Katrin! In ihrem ersten Text geht es um&#8217;s Handwerken und um die Frage, was junge Menschen alleine im Haushalt instand halten können —<span class="Apple-converted-space"> </span>und welche Rolle das Geschlecht dabei spielt&#8230; Wie sieht es bei euch aus? Traut ihr euch zu, Möbel selbst aufzubauen, oder würdet ihr euch eher für den Montage-Service entscheiden? Viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-12894"></span></p>
<p>Bei einem Umzug in eine neue Wohnung oder auch ein Haus kommt es immer zu den üblichen Aufgaben und manchmal auch zu eher seltenen handwerklichen Herausforderungen. Zuletzt kam ich über diese To-Do´s ins Gespräch und habe zwei für mich sehr typische Reaktionen erlebt: „Du kannst sowas? Das ist ja cool“ und „Denk daran es so und so zu machen. Oder soll ich es schnell für dich erledigen?“. Neutral betrachtet sind diese Sätze sehr freundlich gemeint und sind auch bei vielen Menschen einfach die erste Reaktion. Jetzt kommt es aber zum Kontext; der erste Satz kam von einer weiblichen Person und letzterer Satz von einer männlichen Person. Und wenn ich so über meine Gespräche zum handwerklichen Bereich nachdenke, sind das auch in 90% der Fälle diese Reaktionen die ich von Gesprächspartnern meines Alters erhalte.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Da kommt mir die Frage: sind jüngere Generationen handwerklich unbegabt geworden? Und sind häusliche Aufgaben weiterhin auf die Geschlechterrollen festgelegt?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Zum handwerklichen Hintergrund von Generation Y und Z können immer Statistiken und Zahlen herangezogen werden, aber die sagen oftmals nichts über private Fähigkeiten aus. Mein persönlicher Hintergrund ist eher akademischer Natur und dennoch bin ich sowohl in allgemeinen als auch speziellen Gebieten des Handwerkes so gut befähigt, dass ich nicht um Unterstützung bitten müsste. Lampen anbringen oder auch ausgefallenere Reparaturen sind für mich keinerlei Problem; handwerklich ausgebildete Familienmitglieder haben unterschiedliche Lektionen stets in den Alltag integriert und so einen nachhaltigen Lernprozess geschaffen. Aber wie verhält es sich mit den anderen Mitgliedern meiner Generation?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Laut offiziellen Statistiken gab es 2019 knapp <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1365/umfrage/bevoelkerung-deutschlands-nach-altersgruppen/">5.56 Millionen</a> Personen im Alter von 14-20 in Deutschland. Natürlich gehen viele dieser Menschen noch zur Schule, aber einige davon starten eventuell schon eine Ausbildung, dann stellt sich die Frage, welche Karriere Wege eingeschlagen werden. Eine andere Statistik zeigt auf, dass im Jahr 2019 insgesamt <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/70717/umfrage/neu-abgeschlossene-ausbildungsvertraege-im-handwerk/">139 Tausend</a> neue Ausbildungsverträge im Handwerk abgeschlossen werden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Wenn dieser Anteil nur auf die Gruppe der 14-20-Jährigen angewendet wird, ist es ein geringer Bruchteil der Altersgruppe die sich für eine handwerkliche Ausbildung entscheidet. Viele von diesen neuen Azubis brechen die Ausbildung eventuell auch ab, weil es doch nicht die richtige Wahl war oder einige werden auch vorzeitig entlassen aufgrund anderer Einschätzung durch die Arbeitgeber. Das heißt, es bleiben nicht mehr sehr viele Azubis, die die Ausbildung durchziehen und ins Berufsleben starten. Alles in allem, scheint es ein geschwindend geringer Anteil der jüngeren Generationen zu sein, die sich für eine Ausbildung im Handwerk interessieren und sich dort beruflich auch niederlassen. Was aber tun die restlichen Millennials und Digital Natives 2.0, wenn sie nun vor handwerklichen Herausforderungen im Haushalt stehen?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Im Laufe unseres Lebens ziehen wir ca. 4,5-mal um. Daher müssen wir für jeden dieser Wohnorte die üblichen Installationen vornehmen. Diese beinhalten Lampen zu installieren, eine Waschmaschine anschließen, Möbel aufbauen, Bilderrahmen oder Spiegel anbohren und manchmal auch Küchenmöbel installieren. Viele Möbelhäuser bieten mittlerweile schon einen Montage-Service an und auch für größere Elektro-Geräte wird ein ähnlicher Service geboten. Beides kostet teilweise aber auch einen sehr teuren Aufschlag und nicht jede Person kann sich so etwas leisten. Hinzu kommt ein gesellschaftlicher Faktor, Pärchen die gerade zusammenziehen und die Wohnung einrichten, möchten sich ihr Heim gemeinsam gestalten und entscheiden sich auch dazu die Möbel selbst aufzubauen. Möbelhäuser wie IKEA bieten zwar auch eine babyleichte Aufbau-Anleitung, aber wie steht es damit Löcher zu bohren oder eventuelle Reparaturen in der Wohnung vorzunehmen? Da kommt es dann doch wieder zu Problemen. Kleinere Reparaturen sind schnell gemacht, aber wenn ein Regal doch nicht ganz optimal hält, stehen einige Personen schon vor der Herausforderung zu entscheiden woran es liegen könnte. Und eine gute Lösung zu finden.</p>
<p>Ein weiterer kritischer Punkt von handwerklichen Fähigkeiten scheint die gesellschaftliche Akzeptanz der Rollenverteilung zu sein. Seit Jahrhunderten ist Frauen die Aufgabe der Kindererziehung und täglicher, häuslicher Aufgaben wie Kochen, Putzen und Wäschewaschen zugeordnet. Für Männer sind es hingegen der Unterhalt; der Schutz der Familie und die handwerklichen Tätigkeiten. Aber was passiert, wenn diese stereotypischen Rollen aufgebrochen werden? Die beiden häufigsten Reaktionen habe ich schon beschrieben. Als Frau werde ich entweder bewundert oder bevormundet. Hinzu kommt noch mein Alter, mit 25 Jahren scheine ich in den Augen der meisten Personen zu jung, um mich in den entsprechenden Aufgaben ausreichend auszukennen oder eine Ahnung zu haben, was ich da tue. Die Generationen Y und Z brechen viele Geschlechterrollen immer mehr auf, sie beschäftigen sich immer häufiger mit tabu Themen. Aber sind diese Verhaltensweisen nur ein Dramaspiel oder wenden sich die jüngeren Generationen wirklich zum rollenunabhängigen Handeln?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Obwohl Handwerksbetriebe die Stellenanzeigen immer häufiger geschlechterneutral verfassen oder eine Begünstigung diverser Geschlechter ausdrücken, sind kaum drastische Veränderungen wahrzunehmen. Allein der Anteil weiblicher Auszubildenden im Handwerk hat sich über die Jahre von 1992 bis 2017 kaum verändert. Mit Schwankungen zwischen <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36281/umfrage/frauenanteil-bei-auszubildenden-im-handwerk-seit-1992/">19% und 24%</a> scheint der Anteil weiterhin zu gering zu sein, um dem femininen Geschlecht eine handwerkliche Bedeutung zukommen zu lassen. Doch an dieser Stelle kommt auch der Zweifel auf, ob es nur an den gesellschaftlichen Strukturen gelegen ist, dass weibliche Personen nicht ins Handwerk aufgenommen werden. Oder ob es auch den Frauen selber liegt, sich nicht in die Tätigkeiten einfinden zu wollen?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Klar ist jedenfalls, dass weiterhin geschlechtliche Vorurteile auch bei den jüngeren Generationen noch spürbar vertreten sind und es eine große Herausforderung bleibt, diese Ansichtsweisen zu einem angenehmeren Standpunkt zu verändern.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr zum Thema Beruf findest du <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/beruf/" target="_blank" rel="noopener"><strong>unter dem entsprechenden Hashtag</strong></a>.</li>
</ul>
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