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	<title>Marie &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Marie &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Liebe leben und erschaffen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/09/liebe-leben-und-erschaffen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Sep 2024 07:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[Es gibt viele Formen der Liebe. Marie hat eine ganz besondere kennengelernt: Die bedingungslose Liebe. Ich hatte in meiner gesamten Jugend viele „Liebesbeziehungen“. Die Einen kürzer, die Anderen länger, oft war es die berühmte „Liebe fürs Leben“. In der Pubertät lernt man, was Liebe überhaupt ist, meistens bleibt es beim „verliebt sein“ und die richtige]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt viele Formen der Liebe. Marie hat eine ganz besondere kennengelernt: Die bedingungslose Liebe.<span id="more-16179"></span></p>
<p>Ich hatte in meiner gesamten Jugend viele „Liebesbeziehungen“. Die Einen kürzer, die Anderen<br />
länger, oft war es die berühmte „Liebe fürs Leben“. In der Pubertät lernt man, was Liebe<br />
überhaupt ist, meistens bleibt es beim „verliebt sein“ und die richtige Liebe, beziehungsweise den<br />
Unterschied vom verliebt sein zur richtigen Liebe merkt man, wenn das Erwachsenenalter beginnt<br />
und es in der Liebe auf etwas ankommt.<br />
Gemeinsame Wege gehen, heiraten, Kinder bekommen, gemeinsame Strukturen, Routinen, Alltag,<br />
also wenn man eben das Leben gemeinsam lebt, geht die Liebe irgendwie tiefer.<br />
Versteht man, was ich meine?<br />
Ich möchte hier aber gar nicht über die typische Liebe zu einer/einem PartnerIn schreiben,<br />
sondern über eine Liebe, die ich in dieser Form in meiner gesamten Jugend noch nie gefühlt<br />
habe.<br />
Also nichts, was ich einfach so, während der Pubertät, kennengelernt habe.<br />
Es ist die Liebe, die ich lebe, seit ich mit einundzwanzig das erste Mal Mutter geworden bin.<br />
Heute habe ich drei Kinder und kann sagen, dass genau DAS für mich LIEBE LEBEN bedeutet.<br />
Leben erschaffen zu haben, die man mit Liebe füttert und genau das selbe unaufgefordert<br />
zurückbekommt, das Gefühl, dass man irgendwie auch dieser Mensch ist, in Kleinformat, aber<br />
eben diese Verbundenheit, weil diese Menschen in meinem Körper entstanden sind.<br />
Diese Liebe, die ich jeden Tag, jede Nacht, einfach immer meinen Kindern gegenüber spüre, ist<br />
mein Leben und für mich auch einfach die Definition für Leben.<br />
Natürlich fühle ich meinen Kindern gegenüber nicht diese Liebe, wie ich sie einem Partner<br />
gegenüber fühle, das wäre auch etwas seltsam und strafbar, man spürt keine körperliche<br />
Anziehungskraft, daher kann man das auch absolut nicht miteinander vergleichen, obwohl beides<br />
eben eine Liebe ist.<br />
Nichtsdestotrotz ein Unterschied wie Tag und Nacht.<br />
Gegenüber seiner Kinder hat man einen Beschützerinstinkt, Verantwortung, man sorgt dafür, dass<br />
das Kind überlebt, sich sicher fühlt, es etwas lernt, es mit Fragen zu einem kommen kann, es ist<br />
eine mütterliche Liebe (in meinem Fall, da ich ja nicht der Vater bin), die mir auch so viel mehr wert<br />
ist!<br />
Warum? Weil man sich in einer Partnerschaft trennen kann, jeder geht seinen eigenen Weg, man<br />
findet neue Lieben und beginnt neue Leben mit diesen Lieben.<br />
Aber die Liebe zu meinen Kindern kann ich nicht eintauschen, ich würde meine Kinder niemals<br />
weggeben und stattdessen andere Kinder anfangen zu lieben.<br />
Diese Liebe ist, im Gegensatz zu einer Partnerschaft, bedingungslos, ich erwarte nichts von<br />
meinen Kindern, bei einem Partner erwarte ich, dass man auf einer Wellenlänge ist, was die Liebe<br />
angeht, damit man sich nicht hintergeht oder sich einer von beiden vernachlässigt fühlt.<br />
Man muss sich bemühen, denn lieben ist ein Verb, man muss es tun! Gegenseitig!<br />
Meine Kinder müssen mir ihre Liebe aber nicht beweisen oder zeigen, da sie, aufgrund dessen,<br />
dass ich eben durch ihre Erschaffung ihre Mutter bin, mich ohnehin lieben, brauchen und wollen!<br />
Ich hoffe, man versteht, warum ich diese Liebe zu meinen Kindern als LEBEN sehe, als LIEBE<br />
LEBEN.<br />
Obwohl ich nicht weiß, wie es ist, eine Pflegemutter zu sein, eine Adoptivmutter oder eine<br />
Stiefmutter, kann ich mir vorstellen, dass das auch eine ähnliche Form dieser Liebe ist, da sie<br />
anders ist, als zur/zum eigenen PartnerIn.<br />
Es ist das Leben mit den Kindern, das man liebt, egal wie es läuft, man trennt sich nicht von<br />
diesen Kindern, eine Liebe, die man Tag für Tag lebt, ein Leben lang.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Aus Freundschaft wurde Liebe(skummer)</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/09/aus-freundschaft-wurde-liebeskummer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Sep 2024 10:49:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[ Wie Marie lernte keine Taube mehr zu sein. Tja, was soll ich sagen, ich bin nicht stolz drauf, aber wie sagt man so schön? Wo die Liebe hinfällt… Vor vielen Jahren habe ich mich in den besten Freund meines damaligen festen Freundes verliebt. Erst war er nur mein bester Freund und wir haben viel Zeit]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong> Wie Marie lernte keine Taube mehr zu sein.</strong><br />
<span id="more-16153"></span></p>
<p>Tja, was soll ich sagen, ich bin nicht stolz drauf, aber wie sagt man so schön?<br />
Wo die Liebe hinfällt…<br />
Vor vielen Jahren habe ich mich in den besten Freund meines damaligen festen Freundes verliebt.<br />
Erst war er nur mein bester Freund und wir haben viel Zeit miteinander verbracht, während mein<br />
fester Freund Vollzeit gearbeitet hat. Man muss dazu sagen, dass er mich oft nicht fair behandelt &#8211;<br />
und ständig angelogen hat, weshalb ich viel mit meinem besten Freund reden musste.<br />
Mit reingespielt hat &#8211; auch wenn es sich komisch anhört &#8211; unser Sternzeichen, wir haben beide<br />
das gleiche, weshalb wir uns vom Charakter her unglaublich ähnlich waren, ich sage bis heute,<br />
dass es eine Art Seelenverwandtschaft war.<br />
Es war leider eine Liebe, wie ich sie noch nie gefühlt habe, weil eben dieses<br />
Seelenverwandtschaftsding extrem viel dazu beigetragen hat.<br />
Man hat sich ohne Worte verstanden, man hatte die selben Interessen, die selben Gedanken, den<br />
selben Humor, es war alles so stimmig.<br />
Ich habe mich so wohl gefühlt.<br />
Andererseits aber auch so furchtbar, weil es eben der beste Freund meines Freundes war.<br />
Vor allem in der ersten Zeit, nach der Trennung und dem übergehenden Beziehungsbeginn dem<br />
Gewissen, dass die beiden sich oft sehen.<br />
Ihr fragt euch, warum sich &#8211; trotz Trennung &#8211; die beiden oft sehen mussten?<br />
Weil wir ein Kind haben. Inzwischen sogar drei und mit meinem damaligen besten Freund bin ich<br />
natürlich schon lange nicht mehr zusammen, mit dem Papa meiner Kinder dafür inzwischen<br />
verheiratet.<br />
Nur als kleiner Spoiler, dass sich alles zum Guten gewendet hat!<br />
Die Liebe zwischen meinem besten Freund und mir war etwas Besonderes, wie ich ja schon<br />
gesagt habe, unser Sternzeichen Skorpion hat uns extrem zusammengeführt, aber &#8211; trotz all der<br />
schönen, romantischen Seelenverwandtschaftsmomente, gab es auch eine dunkle Seite, die ab<br />
einer bestimmten Beziehungslänge einen großen Kummer hervorgerufen hat.<br />
Er war ein Narzisst. Er konnte mir Liebe zeigen oder Hass, ganz wie er gerade drauf war.<br />
Er hat Tage gehabt, an denen der mir die Sterne vom Himmel holen konnte, gute Laune hatte,<br />
auch meinem Sohn gegenüber und man einfach wusste, dass alles gut wird…und dann gab es<br />
Tage, an denen er seine Sache gepackt hat und weg war. Mir nicht mehr geschrieben hat, eine<br />
Auszeit brauchte (aber von was?) oder mich so sehr eingeengt hat, mir Dinge verboten hat, sogar<br />
was ich für Kleidung an hatte, bis er mich auf der Straße, in der Öffentlichkeit, so gewaltvoll<br />
behandelt hat, dass Passanten eingeschritten sind.<br />
Diese schlimmen Phasen wurden irgendwann mehr und mehr und die Guten immer weniger. Aber<br />
sie waren da! Sehr selten, aber auch die kamen immer mal wieder raus und darauf habe ich<br />
gewartet.<br />
Mein Psychologe nannte es „Intermittierende Verstärkung“ und verglich es mit einer Taube, die<br />
gelernt hat, dass aus dem Futtertrog manchmal Futter kommt, allerdings nicht regelmäßig. Sie<br />
wusste jedoch, es kommt welches, wenn sie warten würde.<br />
Ich war also die Taube.<br />
Diese emotionale Abhängigkeit von einem Narzissten, der einfach alles in der Hand hatte, hat<br />
jegliches Leben aus mir gesaugt. Denn er war mein Leben. Meine Liebe, die auf Krampf da war,<br />
denn viel mehr Anderes hatte ich nicht mehr.<br />
Die Abhängigkeit war mein Leben.<br />
Und am Ende hat sogar er sich getrennt, nicht ich.<br />
Das war die schlimmste Liebe und gleichzeitig die Schönste, ich kann es wahrscheinlich niemals<br />
so wiedergeben, wie es für mich war.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nur wenn man Geld verdient, ist es Arbeit</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/09/nur-wenn-man-geld-verdient-ist-es-arbeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Sep 2022 10:39:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Anerkennung]]></category>
		<category><![CDATA[Carearbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geld]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Anerkennung von Arbeit ist stark davon abhängig, ob damit Geld verdient wird. Marie leistet Carearbeit, sie ist 24/7 für ihre Familie in Bereitschaft. Geld verdient sie damit aber nicht und verliert damit auch Ansprüche wie bspw. beim Elterngeld. In ihrem neuen Text lest ihr, was Marie alles leistet und wie sie für sich selbst]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Anerkennung von Arbeit ist stark davon abhängig, ob damit Geld verdient wird. Marie leistet Carearbeit, sie ist 24/7 für ihre Familie in Bereitschaft. Geld verdient sie damit aber nicht und verliert damit auch Ansprüche wie bspw. beim Elterngeld. In ihrem neuen Text lest ihr, was Marie alles leistet und wie sie für sich selbst eine angemessene Honorierung definiert.</strong></p>
<p><span id="more-15048"></span></p>
<p>Wer kennt es nicht, dieses Vorurteil? „Nur wenn man Geld bekommt, ist es Arbeit“.<br />
Also nur, wenn man für seine Leistungen mit Geld entlohnt wird, ist es echte Arbeit.<br />
Ich verstehe den Sinn dahinter nicht ganz.  Als ich 2015 meinen Sohn bekommen habe und in Elternzeit war, war ich logischerweise zu Hause und habe kein Geld „verdient“, also ich habe für meine Leistungen kein Geld bekommen.  Auch als wir nach meiner Elternzeit auf einen Kita-Platz warten mussten, habe ich ihn zu Hause betreut und kein Geld verdient. Arbeit war es trotzdem. Und zwar ziemlich viel, Tag und Nacht. Eine Arbeit, die ich geliebt habe und immer noch liebe.<br />
Aber es war Arbeit und man kann seine Arbeit lieben, das ist vielen glaube ich nicht bewusst.<br />
Wer hat jemals die Regel aufgestellt, dass Arbeit nur Arbeit ist, wenn man Geld dafür bekommt? Wenn das so wäre, könnt ihr mir alle beim Innenausbau unseres Hauses helfen! Ihr bekommt kein Geld dafür, deswegen ist es ja auch keine Arbeit für euch!  Ich finde es ein wenig schade, wie einfältig manch einer denkt, als gäbe es nur Schwarz und Weiß. So ist es aber nicht, ganz im Gegenteil.<br />
Wenn man in Elternzeit ist, hat man ein Haufen Arbeit. Wenn man sich dann nach der Elternzeit die Aufgaben mit dem Mann teilt, man selbst zu Hause arbeitet, indem man den Laden am Laufen hält, sich um die Organisation von Kind und Familie kümmert, den Haushalt macht, das Essen macht, sich überhaupt um all die Pflege eines harmonischen Zusammenlebens kümmert, ist das Arbeit.  Arbeit, die ich persönlich gerne mache.<br />
Arbeit ist nicht immer gleich etwas, was man nicht gern macht.<br />
Ich liebe meinen Job zu Hause, aber es ist Arbeit.<br />
Und für diese Arbeit bekomme ich keinen Cent.<br />
Elterngeld bekomme ich! Den Mindestsatz von 300 Euro, weil ich ja vorher nicht gearbeitet habe! GEARBEITET. Ich war vorher nicht in einem Betrieb tätig und habe keine finanzielle Entlohnung bekommen, deswegen bekomme ich jetzt nur das Mindeste und darf schauen, wie ich alle Kosten unter einen Hut bekomme, damit mein Schulkind und mein Baby alles haben, was sie brauchen und ICH auch. Ich brauche auch diverse Dinge, man mag es kaum glauben. Und es juckt ja niemanden, dass ich davor nicht faul vor dem Fernseher gesessen habe, sondern meinen Sohn großgezogen- und nebenbei sogar versucht habe, zu studieren. Wie ich das Bafög zurückzahle, kann ich mir auch überlegen.  Manchmal möchte ich diese Arbeit nicht machen, manchmal nervt es mich, manchmal möchte ich alles liegen lassen, Urlaub nehmen oder eine Vertretung finden. Aber das geht nicht. Es ist eine selbstständige Arbeit und gleichzeitig eine Arbeit, die ich für jemanden mache, nämlich für meine Familie. Da gibt’s keine Vertretung und keinen (spontanen) Urlaubsanspruch, keine Krankheitstage. Warum nehmen das so viele Menschen nicht für voll? Das sind übrigens meistens diejenigen, die das noch nie gemacht haben, noch keine Familie gegründet haben und daher eine ganz andere Vorstellung haben. Daran wird es liegen, an der eigenen Vorstellung.  Das Leben von Influencern auf Social Media ist Arbeit. Die bekommen sogar eine ziemlich gute Bezahlung dafür. Die machen das auch gerne, beziehen oft ihre Kinder mit ein und machen das von zu Hause aus. Filmen sich beim Haushalt machen, kochen, einfach im Alltag. Eltern, die sich dabei nicht filmen und daher kein Geld damit im Internet verdienen, haben trotzdem eine Arbeit zu Hause.   Ich kann nicht einfach mal so eine Krankschreibung einreichen und „zu Hause“ bleiben, während sich alles um mich herum von selbst regelt.  Ich bin 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche in Bereitschaft, abrufbar. Das ist ein enormer psychischer Stress. Aber es ist eine Arbeit, die ich gerne mache. Körperlich belastet sie mehr als mancher Beruf. Ich habe Nachtschicht. Wenn ich nachts gebraucht werde, muss ich aufstehen und direkt funktionieren. Auch das mache ich sehr gern.  Der Haushalt ist nicht damit gemacht, die Spülmaschine ein- und auszuräumen. Das Badezimmer ist nicht sauber, wenn mein Freund mal mit einem Tuch durch das Waschbecken wischt. Da gehört so viel mehr zu. Der Boden muss nicht nur gesaugt, sondern auch manchmal gewischt werden.  In den Zimmern legt sich Staub auf Flächen ab, die Fenster bekommen Beläge, wenn sie nicht geputzt werden, im Flur wird jeden Tag mehrmals Dreck durch die Schuhe rein getragen.<br />
Kleidung muss gewaschen und getrocknet werden, die dazugehörigen Maschinen müssen gesäubert werden!  Schränke müssen (aus-)sortiert werden, jeden Tag muss das Mittag- und Abendessen geplant und gekocht werden. Und Zwischenmahlzeiten.  Die Wohnung muss bewohnbar sein. Und das ist nur der „Haushalts-Teil“.  Das ist Arbeit.<br />
Ich würde mir wünschen, dass die Menschen anfangen, umzudenken. Ein wenig um Ecken denken.  Wenn man einen tollen Haushalt führt und man sich als Eltern mit dieser Aufteilung wohl fühlt, dann ist es egal, durch wen das Geld auf dem Konto landet, denn es ist ein gemeinsames Leben mit gemeinsamer, unterschiedlicher Arbeit.  Man wird viel zu sehr durch Gesetze und Regeln in seinem Denken geleitet und manipuliert.  Wir Mütter, die zu Hause arbeiten, werden nicht bezahlt.<br />
Das verlangt erstmal auch niemand.<br />
Aber genauso, wie es dann diese Urteile „Das ist keine Arbeit“ gibt, sagen viele, wenn ich eben für diese Arbeit eine Art „Haushaltsgeld“ verlangen würde, weil ich mich für die Arbeit zu Hause entscheide, dass man dafür doch kein Geld verlangen müsse, weil man es gerne macht. Ergo machen ALLE, die Geld für ihre Tätigkeit bekommen, sie nicht gerne?<br />
Das wäre aber schade. Ich möchte nicht abhängig sein von der Person, die das hauptsächliche Geld auf das Konto bekommt.<br />
Ein Beispiel:  Für meine Texte, die ich schreibe, bekomme ich Geld. Dabei ist das sogar mein Hobby! Ich sehe im Schreiben meiner Texte keine Arbeit. Und nur weil ich Geld dafür bekomme, ist es Arbeit und ich mache sie nicht gerne, eben weil ich Geld dafür bekomme?<br />
Nein! Ich liebe das Schreiben.   Erkennt ihr das Gegenteil? Dabei ist mein Alltag Arbeit, ohne dass ich Geld dafür bekomme, während das Schreiben, wofür ich Geld bekomme, für mich keine Arbeit ist, sondern sogar sowas wie Entspannung, weil ich mir Dinge von der Seele schreiben kann.<br />
Arbeit bedeutet nicht gleich Geld verdienen.  Arbeit bedeutet auch nicht gleich körperlich anstrengende Tätigkeiten.<br />
Arbeit ist eine, mehrere oder unterschiedliche Tätigkeit/en, die man beständig macht, Tag für Tag, um etwas zu schaffen, um Erfolge und Fortschritte zu sehen, um zu bereichern.  Wen auch immer.  Sei es den Arbeitgeber, den Kunden oder die Familie.  Arbeit ist für mich, aktiv Erfolge zu schaffen.  Egal wo.  Egal ob mit Bezahlung oder ohne.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wir hatten Corona</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/04/wir-hatten-corona/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Apr 2022 09:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Covid19]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Mutter]]></category>
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					<description><![CDATA[2020 ging die Corona Pandemie in Deutschland richtig los und es war für uns alle etwas Seltsames, immer Präsentes und vor allem Gefährliches. Marie hat die Pandemie als junge Mutter mit zwei kleinen Kindern durchlebt: alle hat´s erwischt und das hat richtig Angst gemacht. Anfang 2020 ging die Corona-Pandemie los und es war sowas von]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong>2020 ging die Corona Pandemie in Deutschland richtig los und es war für uns alle etwas Seltsames, immer Präsentes und vor allem Gefährliches. Marie hat die Pandemie als junge Mutter mit zwei kleinen Kindern durchlebt: alle hat´s erwischt und das hat richtig Angst gemacht.</strong></p>
<p><span id="more-14694"></span></p>
<p>Anfang 2020 ging die Corona-Pandemie los und es war sowas von spannend, wie sich alles entwickelte. Die Menschen sahen so komisch aus, mit dem medizinischen Mund-Nasen-Schutz, als wären sie schwer krank, als wäre etwas ganz Schlimmes in der Welt ausgebrochen, hochansteckend und gefährlich. Und so war es ja irgendwie, aber die erste Zeit lang war es einfach nur seltsam, wie die Welt plötzlich eins wurde. Jeder, einfach jeder wusste, was Covid-19 ist. Jeder musste eine Maske tragen, jeder wusste, was diese Pandemie ist. Ich fand es einfach extrem faszinierend.<br />
Leider wurden mit der Zeit in den Medien ständig von schweren Verläufen und Todesfällen berichtet. Ich habe kaum Meldungen über Genesene bekommen oder dass die meisten Menschen einen milden Verlauf hatten. Diese Pandemie ging ganz schnell Richtung Intensivstation, Atemnot und Tod.<br />
Das hat mir Angst gemacht und meinem Umfeld auch.<br />
Vielleicht haben wir auch übertrieben gehandelt, aber meine Hände sind nach und nach kaputt gegangen, durch das permanente Desinfizieren. Überall hat man seine Hygienetücher und das Desinfektionsgel rausgeholt.<br />
Ein ständiger Kampf gegen die Angst vor Corona-Viren.<br />
Ich wollte auf keinen Fall infiziert werden und meine Kinder sollten es erstrecht nicht.<br />
Kinder starben, Babys starben, die Menschen starben laut den Medien langsam, aber sicher aus. Ich hatte echt Angst um meine Familie.   Das erste Jahr verging, dann verging das zweite Jahr. Ich war so stolz, wie wir das gemeistert hatten, selbst mein Sohn hat sich, nachdem er eingeschult wurde, nicht infiziert. Um uns herum gab es immer mehre Coronafälle.<br />
Was hatten wir für ein Glück, dass es uns nicht getroffen hat!<br />
Meinem Sohn haben die Kuscheleinheiten mit seiner Oma gefehlt, sie war als Risikopatientin sehr vorsichtig.  Meine einjährige Tochter setzt sich zu Hause den medizinischen Mundschutz auf den Kopf, es ist unglaublich, dass selbst dieses kleine Wesen schon weiß, dass das Leben ein Leben mit Mundschutz ist. Sie hat mich das erste Mal mit einer FFP2-Maske im Gesicht gesehen, als sie auf die Welt kam.<br />
Nachdem wir an einem Nachmittag im Januar in Berlin auf dem Spielplatz waren &#8211; natürlich nicht, ohne uns vorher tagelang immer wieder getestet zu haben, das war ja der Alltag &#8211; haben wir spontan meine Familie getroffen und mein Sohn hat einfach mal endlich seine lang ersehnte Kuscheleinheit mit seiner Oma eingefordert.   Am nächsten Tag war er positiv.<br />
Seine Oma ist zum Glück negativ geblieben, aber mein Sohn hat, nach zwei Jahren Pandemie, seinen zweiten Strich auf dem Schnelltest gehabt. Ich war komplett überfordert und hatte Angst. Einfach Angst, ihn zu verlieren. Ich habe mir die schlimmsten Szenarien vorgestellt und war so überfordert &#8211; hatte ja noch meine einjährige Tochter &#8211; dass ich ihm seinen Quarantänebereich in seinem Zimmer eingerichtet habe. Er hat den großen Fernseher reingestellt bekommen und ich habe ständig gelüftet.<br />
Es war ein komisches Gefühl, ich hatte Angst vor seinen Viren, die er durch die Gegend gehustet hat, ich hab ihn irgendwie als „fremdes Wesen“ gesehen, den ich meiden musste.  Dieses Gefühl habe ich ihm natürlich nicht gegeben, aber innerlich hatte ich einen großen Konflikt mit meiner Angst und meiner Sorge.<br />
Meine Tochter durfte sich auf keinen Fall anstecken und meine zweite Impfung war doch schon über ein halbes Jahr her! Meinen Boostertermin hätte ich genau in dieser Woche gehabt, musste ihn aber absagen.   Jedes Mal, wenn mein Sohn ins Bad gegangen ist, bin ich ihm desinfizierend hinterher gerannt. Meine Tochter wollte zu ihm ins Zimmer, aber das habe ich mit seinem Polizei-Absperrband „abgesperrt“. Ich war wirklich überfordert.  Sind wir überhaupt noch sicher vor dem Virus, wenn es schon im Haus ist?  Am Abend habe ich ein Kratzen im unteren Hals bemerkt. Oh nein. Es ging mir auch irgendwie nicht mehr so gut. Aber sowas habe ich öfter, das wird am nächsten Tag weg sein.   Am nächsten Tag war ich positiv. Und meine Tochter auch. Scheiße.<br />
Der Papa der Kinder ist als Einziger negativ geblieben. Seine Booster-Impfung ist nicht lange her, hat er dadurch einen besonders hohen Schutz gehabt? Ich weiß es nicht.  Mein Sohn war wieder fit, ihm ging es so gut, als wäre nie etwas gewesen. Meine Tochter hatte normale, leichte Erkältungsanzeichen und ich lag komplett flach und habe jeden Tag ein neues Symptom dazu bekommen.  Halsschmerzen, Husten, Ohrenschmerzen, unglaubliche Schwäche, dann hat mein linker Arm so wehgetan, dass ich Schmerzmittel nehmen musste. Ich hatte mehrmals Nesselsucht und hatte Probleme beim Atmen.   Jeden Abend bin ich mit der Angst schlafen gegangen, dass es wirklich ernst wird. Zähle ich überhaupt noch als geimpft? Meine Kinder dürfen ihre Mama nicht verlieren!<br />
Ich habe versucht, mich im Internet zu belesen und habe nur Horrorgeschichten gelesen: „Probleme beim Atmen, kurz danach verstorben“, ES HAT MICH WAHNSINNIG GEMACHT! Ich war kurz davor, ein Testament zu schreiben, einfach wegen all der Nachrichten, die ich gelesen habe, im Bezug auf meine immer mehr werdenden Symptome!   Eine Woche später waren wir alle wieder negativ, zwei Symptome sind bei mir noch zwei Wochen lang geblieben und danach hatte ich den nächsten Infekt, mit denselben Symptomen. Nesselsucht bekomme ich bis heute immer wieder und der Schnupfen ist auch noch da.   Ich finde, dass einem viel zu viel Angst gemacht wurde. Das Gleichgewicht in den Nachrichten, zwischen Todesfällen und mildem Verlauf, ist nicht mehr normal.<br />
Das finde ich sehr schade.  Wahrscheinlich wird jeder mindestens einmal infiziert sein, ich denke, da kommen wir nicht drum herum. Wie das alles noch wird mit dieser Pandemie, weiß ich nicht, aber ich hoffe, dass es bald ein Ende hat und der Virus zu einer normalen Krankheit wird, gegen die man geimpft wird und jeder sie gut übersteht.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Er hat mich nie geschlagenTeil II &#8211; Intermittierende Verstärkung</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/02/er-hat-mich-nie-geschlagen-teil-ii-intermittierende-verstaerkung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Feb 2022 07:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=14460</guid>

					<description><![CDATA[CN: Gewalt in Beziehungen. Unsere Autorin Marie schreibt über ihre Erfahrungen in einer toxischen Beziehung. “Ich habe mal gehört, dass ein emotionaler Entzug so schlimm für den Menschen ist, wie ein Drogenentzug.”, erzählt sie und beschreibt, wie vielfältig Gewalt sein kann. Eindrucksvoll vermittelt Marie die Kontrollsucht ihres Ex-Freundes und den toxischen Kontakt zu ihm. “Er]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong>CN: Gewalt in Beziehungen.</strong><br />
<strong>Unsere Autorin Marie schreibt über ihre Erfahrungen in einer toxischen Beziehung. “Ich habe mal gehört, dass ein emotionaler Entzug so schlimm für den Menschen ist, wie ein Drogenentzug.”, erzählt sie und beschreibt, wie vielfältig Gewalt sein kann. Eindrucksvoll vermittelt Marie die Kontrollsucht ihres Ex-Freundes und den toxischen Kontakt zu ihm. “Er hat mich nie geschlagen” ist ein erschütternder Bericht über emotionalen Missbrauch. Lest hier Teil 2.</strong><span id="more-14460"></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Bei Gedanken an die Zukunft, an eine neue Beziehung, an Liebe, wurde mir ganz schlecht. Vielleicht war noch nicht genug Zeit vergangen, aber ich hatte solche Angst. Ich glaube, ich hatte Angst davor geliebt zu werden.<br />
Ich konnte mich nicht mehr öffnen, obwohl ich es so gerne getan hätte. Wenn ich Komplimente bekam, das Gefühl vermittelt bekam, respektiert zu werden, ernst genommen zu werden, wusste ich gar nicht, wie ich damit umgehen sollte. Ich wurde innerlich panisch, wollte aus der Situation flüchten.<br />
Und mir kamen die Tränen darüber, dass das so war.<br />
Ich hatte es nicht mehr unter Kontrolle.<br />
Natürlich wollte ich geliebt werden und ich wollte lieben. Aber ich spürte nichts mehr und hatte solch einen Fluchtinstinkt, wenn ich mir vorstellte, von jemand anderem geliebt zu werden. Vielleicht hatte ich das Gefühl, ich würde es nicht verdienen, besser behandelt zu werden, als bisher.<br />
Vielleicht vermisste ich die Kontrollsucht eines Mannes, die krankhafte Eifersucht, weil ich mich daran gewöhnt hatte und es zur eigenen Sicherheit als eine Art seiner Zuneigung gesehen hatte.<br />
Ich war verwirrt, wusste nicht mehr, was richtig und was falsch war.</span></span></span></p>
<p>Die Trennung im Oktober 2018 war nun ein paar Monate her.</p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Leider gab es da eine bestimmte Sache, die so gravierend und prägend war, dass ich selbst Monate nach der Trennung noch nicht loslassen konnte, weil ich es gewohnt war von ihm:</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Er ging und kam.<br />
Ging und kam.<br />
Immer und immer wieder.<br />
Einen Kreislauf, den ich aus der Beziehung kannte, dass er ging, wenn er nicht mehr wollte und irgendwann wiederkam. Das war die besagte, ruhige Phase, bis er wieder ging.<br />
Und dann wieder kam.<br />
Und wieder ging.<br />
Das hat sich so gefestigt in meinem Kopf, diese intermittierende Bestärkung, dass ich nach der Trennung immernoch dieses wartende Gefühl hatte, dass er wieder kommt. Obwohl die Trennung so endgültig war, mit komplettem Kontaktabbruch, jeglichen Blockierungen in sozialen Medien, jeder Mensch hat gesagt „Marie, er kommt nicht wieder, es ist eine endgültige Trennung“, aber ich kannte es anders von ihm! </span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Ich habe in diesen drei Monaten nicht gelebt innerlich. Ich habe extrem abgenommen und war wie leer. Ich hatte Entzugserscheinungen in Form von Blasen auf der gesamten Haut. Dieser emotionale Entzug von einer Person, die mich nur kontrollieren wollte, war das, was vorher mein Leben war und das war weg. Wie sollte ich weiterleben, ich kannte das Leben einfach nicht mehr.<br />
</span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Ich habe mal gehört, dass ein emotionaler Entzug so schlimm für den Menschen ist, wie ein Drogenentzug.<br />
</span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Und nach drei Monaten ohne Kontakt war es soweit, es kam eine E-Mail, dass er mit mir reden – und einen Neuanfang möchte. </span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Es hat sich bestätigt. Ich wusste es. Meine permanente Nervosität, dass ich doch irgendwie gewartet habe, hat sich bestätigt.</span></span></span></p>
<p>Es ging so schnell, plötzlich haben wir Kontakt gehabt, viel geschrieben, ein Treffen ausgemacht, an dem ich sogar Blumen bekam. Fotos von uns hatte er auch dabei. Und Salat. Aus unserem Stamm-Restaurant.<br />
Es hat mich überrumpelt. Es gab kein Gespräch, wir haben uns nicht ausgesprochen, es hat sich angefühlt, als wenn er einfach schnell einen kleinen Erfolg wollte. Meine Wunden waren präsent, der Schmerz war da, über den ich reden wollte. Ich wollte wissen, warum alles so gekommen ist, wie es gekommen ist. Das wurde ihm aber zu viel. Welch eine Überraschung. Er wollte einen Neuanfang.<br />
<span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Ich wollte, dass er sich erst bessert und eine Therapie macht, um mich (Frauen allgemein) besser zu behandeln. Die Stimmung kippte, er machte wieder zu und war weg.<br />
Nur zwei Wochen nach diesem Kontakt war er wieder weg.<br />
</span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Das gleiche Muster wie immer. Kompletter Kontakt weg aber ich automatisch in Warte-Haltung. Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, ich konnte nicht loslassen, ich war das Warten gewohnt und ich war es gewohnt, dass er wiederkommt.<br />
Ich war wie eine Taube, die vor ihrem Futtertrog sitzt, aus dem in ungewissen Abständen ein Korn kommt, auf das sie wartet, egal wie lange es dauert. </span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Denn ein Korn wird kommen, das hat sie gelernt. Sie weiß nur nicht, wann.<br />
</span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Deswegen sitzt sie da und wartet.<br />
</span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Egal wie lange.<br />
Man nennt es intermittierende Verstärkung.</span></span></span></p>
<p>Ich war jeden Tag nervös, habe meinen Schmerz kompensiert. Meine Gedanken drehten sich immer nur um ihn und darum, wann er denn wiederkommt. Er kommt wieder, das wusste ich.<br />
Ein Monat nach dem letzten Kontakt verging.<br />
Zwei Monate, drei Monate, vier Monate. <span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Dann kam der 14. Juni 2019 und während ich auf dem Bett lag und mal wieder in meinen Spam-Ordner schaute, hatte das Warten plötzlich ein Ende.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Es hat sich angefühlt, als würde ein Schwall LEBEN in meinen Körper strömen.<br />
Plötzlich hatte alles wieder einen Sinn. Ich habe wieder gefühlt und gelebt, ab dieser Sekunde.<br />
Wieder eine E-Mail. Wieder hat er angeblich viel nachgedacht, wieder hat sich angeblich etwas geändert und wieder vermisste er mich.<br />
Dasselbe Gelaber wie schon fünf Monate davor.<br />
Aber so labil und naiv wie ich war, war das das Schönste, das hätte passieren können.<br />
Der Kontakt war wieder da, auch ein Treffen wollte er wieder aber natürlich nicht so schnell, denn er hatte nicht viel Zeit (Wir halten fest: Er hat sich keine Zeit nehmen können für mich, in Kombination mit der angeblichen Wichtigkeit seiner Kontaktaufnahme nach so vielen Monaten) und war kurz darauf erstmal einige Wochen im Urlaub. </span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Auch danach hat er sich nicht mehr gemeldet. Der Kontakt war wieder weg, bis ich mich kurz darauf mit einem alten Freund traf, der gleichzeitig auch sein Freund ist. </span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Und siehe da: Es kam eine E-Mail, ob ich mich lieber mit seinem Freund treffen würde, als mit ihm. Ja. Ich wollte mich gerade mal wieder mit meinem Kumpel treffen.<br />
Und an den folgenden Treffen war er immer dabei. Ein komisches, vertrautes Gefühl.<br />
Wir schrieben wieder öfter und vertraut. Die Trennung war bereits ein Jahr her.</span></span></span></p>
<p>Es hätte so schön sein können, wenn ich nicht gewusst hätte, wie er war. Toxisch. Einfach gefährlich für Menschen mit Gefühlen. Komischerweise blieb der Kontakt diesmal länger erhalten aber er wollte sich einfach nicht öffnen. Ich habe also nichts anderes getan als in der Beziehung: Gekämpft.</p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Wozu hatten wir den Kontakt, was sollte der bringen? Eine Freundschaft hätte ich nie im Leben mit ihm geführt.<br />
Ich war es gewohnt gegen Wände zu rennen und mir klar zu werden, dass ich nichts wert bin. Ich bin es nicht wert, dass man sich für mich entscheidet. War ich diesmal wieder nur eine Hintertür?</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Was zur Hölle war ich für ihn und wieso mache ich das immer wieder mit?</span></span></span></p>
<p>Diese Momente, auf die ich immer gewartet habe, dass etwas Nettes kam, etwas, das mir Hoffnung machte, waren für mich das Schönste, was passieren konnte.<br />
Das war so erbärmlich.</p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Kurz vor meinem Geburtstag habe ich eine Nachricht bekommen: „Tust du mir noch einen letzten Gefallen?“ Und als ich gefragt habe, um welchen Gefallen es ging, kam die Antwort, dass er mich noch ein letztes Mal küssen will.<br />
Wie kann man so sehr mit Gefühlen spielen?<br />
Ich habe ihm diesen Gefallen nicht getan. Und darüber bin ich bis heute stolz.<br />
</span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Aber stark war ich noch lange nicht. Er hatte mich so lange nach der Beziehung noch unter Kontrolle. Ich habe ihn so geliebt und weiß nicht warum?!</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Der Kontakt musste bestehen bleiben, damit ich ein Gefühl von Leben habe aber gleichzeitig war es so toxisch. </span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Und um mich endgültig zu zerstören, habe ich etwas getan, was wohl kaum jemand verstehen würde:</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Ich habe vorgeschlagen, dass wir verreisen. Zu viert. So, wie wir früher verreist sind. Er, sein bester Freund, ich und der Papa meines Sohnes (mit unserem Sohn).<br />
Und wir haben es getan. Ich habe, glaube ich, mal erwähnt, dass ich Meisterin bin, mich psychisch selbst zu zerstören.<br />
Alle sind mitgezogen, niemand hat die Reißleine gezogen und dann waren wir plötzlich an der Ostsee. Habe ich mir gewünscht, dass er dort endlich zur Vernunft kommt, damit wir wieder zusammen sein können? Es ist natürlich nichts dergleichen passiert.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Zurück in Berlin wollte ich endlich wissen, was nun passiert, weil es mich alles einfach nur noch verletzte. Er wusste nicht, was er wollte. Wow.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Er wollte sich dann doch nochmal mit mir treffen: „Du wirst dich freuen, es wird nichts sein, was dich verletzt“.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Hatte sich das Kämpfen gelohnt? Es sollte mich nicht verletzen? Dann kann es nur etwas Gutes bedeuten und mir fiel ein Stein vom Herzen! Ich konnte gut schlafen, es ging mir einfach gut.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Natürlich hatte er für dieses Treffen aber erst in zwei Wochen Zeit.<br />
</span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Egal, so blieb meine gute Laune wenigstens zwei Wochen bestehen, dank der Vorfreude.<br />
Einen Tag vor dem Treffen hat er abgesagt.<br />
</span></span></span><a name="_GoBack"></a><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Wir haben seit über 1 1/2 Jahren keinen Kontakt mehr.</span></span></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong><br />
Den ersten Teil von Maries Bericht findest du <a href="https://www.meintestgelaende.de/2022/02/wann-ist-ein-mann-ein-mann-2/">hier.</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mütter, die nicht arbeiten, sind faul</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/04/muetter-die-nicht-arbeiten-sind-faul/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Apr 2021 11:30:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten Sticky]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Elternschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
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					<description><![CDATA[Kinderbetreuung, Haushalt, Lohnarbeit: Eltern — und insbesondere Mütter, an denen nach wie vor ein Großteil der Care-Arbeit hängt — haben enorm viele Aufgaben zu bewältigen, um den Laden am Laufen zu halten. Wie kann eine sinnvolle Aufgabenteilung aussehen, wenn man mit der*m Partner*in zusammenlebt? Müssen Mütter lohnarbeiten? Was sollte sich in unserer Gesellschaft ändern, damit sich auch]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kinderbetreuung, Haushalt, Lohnarbeit: Eltern — und insbesondere Mütter, an denen nach wie vor ein Großteil der Care-Arbeit hängt — haben enorm viele Aufgaben zu bewältigen, um den Laden am Laufen zu halten. Wie kann eine sinnvolle Aufgabenteilung aussehen, wenn man mit der*m Partner*in zusammenlebt? <em>Müssen </em>Mütter lohnarbeiten? Was sollte sich in unserer Gesellschaft ändern, damit sich auch Alleinerziehende nicht permanent am Rande der Erschöpfung befinden?</strong><strong> Über all das macht sich unsere Autorin Marie in ihrem neuen Text Gedanken. Viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-12867"></span></p>
<p>Ich bin mir nicht sicher, ob das Mamasein als Vollzeitjob zählt, wenn sie auch noch Vollzeit arbeitet und nebenberuflich den Haushalt am Laufen hält. Dann ist das Mamasein eher ein Nebenjob. Schade.<br />
Die Gesellschaft sieht es als normal an, dass Frauen eine Vielzahl an Jobs gleichzeitig machen:</p>
<p>&#8211; Mutter werden, was überhaupt erstmal eine ganz neue Lebenseinstellung ist<br />
&#8211; Das Kind oder die Kinder großziehen, inkl. eventuelle Elternzeit<br />
&#8211; Arbeiten und Geld zum Leben verdienen<br />
&#8211; Den Haushalt machen, Essen kochen und zu Hause in jeglicher Hinsicht den Laden schmeißen</p>
<p>Also eine Vollzeitaufgabe, die überhaupt keine Freizeit und keinen Freiraum mehr beinhaltet. Ist das richtig so? Muss man das so akzeptieren, wenn man unbedingt Kinder bekommen möchte?<br />
Das ist so viel, dass Zeit für sich selbst überhaupt nicht mehr in den Tag passt. Ein Gefühl des „funktionieren Müssens“, nicht mehr wirklich zu leben.<br />
Und wenn das jeden Tag so läuft, ist es selbsterklärend, dass all das, was sie tut, ein enormes Gesundheitsrisiko ist.<br />
Es gibt Frauen, die können das, die haben solch eine Belastungsgrenze, dass all das kein Problem darstellt. Da habe ich wirklich Respekt vor.<br />
Es gibt so viele Frauen, die keine Kinder bekommen, sondern nur arbeiten und ihren Haushalt machen, damit überfordert sind oder sich gar nicht vorstellen können, nebenbei und nachts noch die Energie für ein Kind oder mehrere Kinder zu haben. Das finde ich nicht verwerflich, sondern verantwortungsvoll sich selbst und seiner Gesundheit gegenüber, denn wenn die Gesundheit nicht läuft, läuft das Leben nicht.<br />
Wenn eine Frau aber gerne Kinder möchte, wird erwartet, dass sie alles andere nebenbei auch noch macht. Ein Zusatz an Arbeit, ein zusätzlicher Job, denn natürlich ist es viel nervliche – und vor allem körperliche Arbeit, Kinder in die Welt zu setzen und großzuziehen.</p>
<p>Früher war es „normal“, dass Frauen zu Hause die Kinder betreuen, den Haushalt machen und der Partner arbeiten geht, damit man sich Wohnung und Lebensmittel, eben alles, was zum Leben dazu gehört, leisten konnte. Die Frau hatte mindestens genau so viel zu tun wie der Mann, wenn nicht oft sogar ein wenig mehr, denn die Nachtschicht war inklusive und Feierabend hat man so gut wie nie. Das Mamasein ist eine Lebensaufgabe.<br />
Mit der Zeit sind mehr Frauen arbeiten gegangen, haben beides bewältigen können, was ich persönlich sehr, sehr stark finde.<br />
Ich denke, es sind insbesondere alleinerziehende Mütter/Väter, die leider keine Wahl haben und bis an ihre Grenzen gehen. Aber natürlich möchten oft auch Mütter, die nicht alleinerziehend sind, arbeiten gehen und unabhängig ihr Geld verdienen, auch das ist vollkommen okay. Beide Fälle sind für die Gesellschaft aber anscheinend ein Muss.<br />
Und das finde ich nicht okay.</p>
<p>Ich finde es nicht verwerflich, wenn das Leben mit Kind und Partner so geregelt ist, dass nur einer von beiden arbeiten geht und der jeweils Andere alle anderen Aufgaben übernimmt. Wir sind nicht ewig jung und haben eventuell auch nicht ewig eine intakte Gesundheit, die zudem nicht gefördert wird, wenn man permanent an seine körperliche- und psychische Belastungsgrenze geht und eben das wird so, so, so oft von der Gesellschaft erwartet.<br />
Selbst wenn die Mutter nur in Elternzeit ist und danach wieder arbeiten gehen möchte, ist die oft erste Frage: „Wann gehst du denn wieder arbeiten?“.</p>
<p>Ich finde das nicht fair und fänd es besser, wenn die Gesellschaft toleranter wäre und nicht erwartet, dass man bis zur Grenze kämpft und dass man nicht verurteilt wird, wenn nur einer von beiden arbeiten geht, denn der Andere arbeitet ja auch. Nur eben nicht für Geld und da liegt meistens der Fokus drauf, es geht immer um das Geld.</p>
<p>Wer kein Geld verdient, ist schwach und wird weniger angesehen.<br />
Wer kein Geld verdient, ist faul.<br />
Wer kein Geld verdient, ist nur wegen dem Geld mit dem Partner zusammen.</p>
<p>Wer kein Geld verdient, ist weniger intelligent.<br />
Wer kein Geld verdient, bekommt Geld vom Staat.</p>
<p>Dabei sind das alles einfach nur gesellschaftliche Vorurteile und Druck.<br />
Es ist es meiner Meinung nach egal, ob man sich das Geldverdienen teilt oder nur einer von beiden dafür arbeiten geht, am Ende ist es gemeinsames Geld in geteilter Arbeit.<br />
Und das wichtigste ist, dass sich die Familie damit wohl fühlt, denn nur darum geht es. Es geht niemanden etwas an, wie man sein Leben führt und dieser Druck sollte weniger werden.</p>
<p>Mein Appell an all die Mamas, die den Laden zu Hause schmeißen und die Kinder betreuen, damit sie nicht mit erst ein paar Monaten in die Kita müssen und so lange wie möglich Zeit zum Entwickeln haben, während der Mann arbeiten geht:<br />
Ihr seid stark, ihr seid selbstlos und ich wünsche euch, dass dieser Druck von außen irgendwann endlich aufhört.<br />
Wenn ihr glücklich seid und es eurer Familie gut geht mit dieser Entscheidung, ist es mehr als richtig. Und nur darauf kommt es an, lasst all das Gelaber von außen einfach an euch vorbeiziehen. Denn DAS ist falsch, nicht euer Leben.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Beiträge von Marie <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findest du hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Online ist anonyme Bösheit grenzenlos</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/02/online-boesheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Feb 2021 07:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Hatespeech]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Hass und Beleidigungen im Netz sind nach wie vor ein großes Problem. Ob es nun um Politik, die neuesten Corona-Verordnungen oder schlicht und ergreifend um authentische Geschichten aus dem Leben eines*einer Blogger*in geht — auf die Hater wartet man in der Regel nicht lange! Unsere Autorin Marie macht sich in diesem Text ein paar Gedanken darüber, woher]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hass und Beleidigungen im Netz sind nach wie vor ein großes Problem. Ob es nun um Politik, die neuesten Corona-Verordnungen oder schlicht und ergreifend um authentische Geschichten aus dem Leben eines*einer Blogger*in geht — auf die Hater wartet man in der Regel nicht lange! Unsere Autorin Marie macht sich in diesem Text ein paar Gedanken darüber, woher dieser immense und oft anonym herausgebrüllte Hass rühren könnte — und erzählt außerdem davon, was sie motiviert, trotzdem weiterzumachen.</strong></p>
<p><span id="more-12692"></span></p>
<p>Ich schreibe über ein Thema, das man als Blogger, Youtuber und Influencer kennt und mit umzugehen lernen muss.</p>
<p>Jeder Mensch, der öffentlich in den sozialen Medien steht, über sein Leben berichtet oder sich komplett öffnet und angreifbar macht, damit auf den sozialen Medien eventuell noch Geld verdient, muss eine Sache in Kauf nehmen und sich ein dickes Fell zulegen &#8211; und wenn man das nicht kann, wird man wahrscheinlich von Zeit zu Zeit an sich selbst zweifeln und sehr darunter leiden:<br />
Die allseits bekannten HATER in den sozialen Medien.</p>
<p>Oft frage ich mich, wieso es online so viele beleidigende, angreifende Menschen gibt, die kein Blatt vor den Mund nehmen und nicht davor scheuen, mit bösen Begriffen und Anschuldigungen um sich zu werfen. Die das Leben Anderer auseinandernehmen, einfach alles schlecht machen und nicht auch nur einmal dran denken, dass es deren Leben ist und nicht das eigene.<br />
„Leben und leben lassen“. Das interessiert niemanden.</p>
<p>Ich denke, dass all das etwas mit hochgradiger Missgunst zutun hat, weil das eigene Leben eventuell nicht so läuft, wie man es gerne hätte. Viele Menschen haben ein Problem damit, laut zu werden, sich zu öffnen und über kritische Themen zu reden. Schwächen zuzugeben und sich damit authentisch und selbstbewusst zu präsentieren.<br />
Und das ist etwas, was ganz viele öffentliche Blogger tun:<br />
Sie verhalten sich eben genauso. Öffnen sich gegenüber einer Vielzahl fremder Menschen, zeigen, dass Schwäche in Ordnung ist. Und dafür müssen sie einiges aushalten von wahrscheinlich denjenigen, die genau das nicht können und auf diese „Gabe“ neidisch sind, denn es ist etwas Gutes, das zu können. Man motiviert, man reflektiert sich selbst.</p>
<p>Obwohl sie einen nur als „Boxsack“ dafür benutzen, weil sie etwas kompensieren müssen, werden diejenigen fertig gemacht, die, wie zum Beispiel ich auf Instagram, ehrlich Schwächen und auch scheiß Zeiten im Leben präsentieren, um Anderen ein gutes Gefühl zu geben. Ein Gefühl von Verbundenheit, ein Du-bist-nicht-allein-Gefühl.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nicht nur ein perfektes, aufgesetztes Leben. Aber egal, ob man eben authentisch ist und „die Wahrheit“ zeigt, oder sich dafür entschieden hat, nur perfekte Situationen aus dem Leben zu zeigen und damit eine spezielle Reichweite in eine Art Traumwelt einzuladen, gibt es diese Hater, die niemals ihr Leben ändern würden, um erfüllter zu sein, die sich niemals trauen würden, über ihre eigenen Schwächen zu reden, aber ganz groß dabei sind, genau die, die das nämlich können und tun &#8211; und damit anderen helfen und motivieren &#8211; durchweg schlecht zu machen und zu denken, es würde jemanden jucken.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Am besten geht das natürlich so anonym wie möglich. Fake-Profile, kein abonnieren des Profils und auch spionieren lassen. Mit jedem Beitrag, jedem „nackt machen“, indem man aus dem Herzen spricht und Schwächen zugibt, bietet man eine Angriffsfläche für all die, die damit nicht umgehen können, dass man so selbstreflektiert und selbstbewusst ist, sich nicht einschränken lässt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Influencer, die Geld mit sozialen Medien verdienen, müssen Neider und Hater akzeptieren, ob sie wollen oder nicht. Denn, wenn sie sich einschränken, hat das große Ausmaße. Sie würden Abonnenten verlieren, die Reichweite würde sich verkleinern und die Folge ist, dass Kooperationen eventuell gekündigt werden.</p>
<p>Ich blogge auf Instagram und bekomme keinen Cent dafür. Ich habe nichts zu verlieren, es hängt nichts davon ab, was ich preisgebe und wie sehr ich mich Fremden gegenüber öffne. All das, was ich erzähle, mache ich freiwillig und weil ich so viel positive Rückmeldungen bekomme von Menschen, die ich noch nie im Leben gesehen habe. Sie fühlen sich motiviert und freuen sich darüber, dass ich authentisch bin, kritische Themen anspreche und vor allem Themen, die jeden beschäftigen.</p>
<p>Ich frage mich, was Hater für ein Ziel damit haben, ihre Missgunst überall zu verteilen.<br />
Es ist ein leichtes Spiel, anonym, nicht mal mit einem Foto auf dem Profil, zu beleidigen und mit bösen Beschimpfungen, um sich zu schmeißen. Man kann diejenigen nicht nachverfolgen, es ist einfacher, online respektlos zu sein und ordentlich die Sau rauszulassen, als wenn man dieser meist fremden Person auf der Straße gegenübersteht.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>So ist das nunmal.<br />
Niemand würde auf eine fremde Person zugehen und ihm persönlich ins Gesicht sagen:</p>
<p>„Deine Kleidung sieht richtig scheiße aus, wie kannst du denn sowas nur anziehen, das würde ich nie tun.“</p>
<p>„Du kaufst Erdbeeren, obwohl gerade gar keine Saison ist? Ich würde das ja nicht machen.“</p>
<p>„Du bist fett, ich verstehe gar nicht, wieso dein/e Partner/in mit dir zusammen ist.“</p>
<p>„Dein Kind ist alt genug, um keine Windeln mehr zu tragen, es tut mir echt leid, solche Eltern zu haben.“</p>
<p>Versteckte, unsichtbare Hater sind gefährlich, denn sie würde niemals mit der Wimper zucken, so sehr zu verletzen, zu beschimpfen, zu mobben, dass sie selbst eine Grenze sehen. Anonym ist Bösheit grenzenlos.</p>
<p>Und anscheinend tut es gut, jemanden das fühlen zu lassen, was man selbst fühlt. Hater tun das Gegenteil davon, ihre bösen Worte für sich zu behalten, wenn sie nichts Nettes zu sagen haben und das macht den Begriff „Hater“ überhaupt erst aus, denn das ist ihre Aufgabe: Nicht leise zu sein, auf keinen Fall das, was ihnen nicht passt, für sich zu behalten und die Person damit zu verschonen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der Sinn dahinter ist, all den Bloggern so gut es geht, ein extrem schlechtes Gefühl zu geben, DAMIT sie sich schlecht fühlen und an sich selbst zweifeln. Sie wollen, dass Menschen sich schlecht fühlen, weil sie sich selbst schlecht fühlen.<br />
Was ist das bitte für ein beschissenes Mindset.</p>
<p>Authentische Blogger, wie zum Beispiel ich, wollen, dass es Menschen, die sich schlecht und allein fühlen, besser geht. Ich öffne mich mit Themen, um verschlossenen Menschen zu zeigen, dass sie trotzdem gehört werden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Und Andere wollen, dass es mir schlecht geht.<br />
Wird es nicht. Es wird mir niemals schlecht gehen, wenn sich Andere darum bemühen.<br />
Dafür bin ich zu stark und wünsche das all den anderen Bloggern, Youtubern und Influencern da draußen auch. Glaubt an euch und an das, was ihr vermitteln wollt.<br />
Und den Hatern wünsche ich, diesen stillen Zorn loszulassen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Es wird euch nicht glücklicher und erfüllter<span class="Apple-converted-space"> </span>machen, Andere unglücklich zu machen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Unsere Autorin Veronika Rieger hat bereits <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/veronika-rieger/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>mehrere Texte zum Thema Hass im Netz</strong></a> veröffentlicht.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Von einer Fehlgeburt zum Mysterium</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/11/von-einer-fehlgeburt-zum-mysterium/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Nov 2020 07:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Schwangerschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12555</guid>

					<description><![CDATA[Trigger-Warnung: Fehlgeburt. Ein Baby zu verlieren, noch bevor es überhaupt geboren wurde &#8211; was für eine schreckliche Erfahrung. Unsere Autorin Marie musste sie gleich zweimal machen. Dieses Jahr wurde sie dann erneut schwanger &#8211; was für ein Glück! Und mit was für einer Angst verbunden&#8230; und dann passierte etwas wirklich Unglaubliches. Aber lest selbst! Nachdem ich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em><b>Trigger-Warnung: Fehlgeburt. </b></em><b>Ein Baby zu verlieren, noch bevor es überhaupt geboren wurde &#8211; was für eine schreckliche Erfahrung. Unsere Autorin Marie musste sie gleich zweimal machen. Dieses Jahr wurde sie dann erneut schwanger &#8211; was für ein Glück! Und mit was für einer Angst verbunden&#8230; und dann passierte etwas wirklich Unglaubliches. Aber lest selbst!</b></p>
<p><span id="more-12555"></span></p>
<p>Nachdem ich im Jahr 2017 meine Fehlgeburten hatte, hatte ich immer mehr Angst, weitere Kinder zu bekommen. Nach einer Fehlgeburt geht man erstmal nicht davon aus, dass es einen nochmal trifft. Wie hoch kann diese Wahrscheinlichkeit bitte sein? Meiner Meinung nach nicht so hoch. Wenn es aber nochmal passiert, hat man oft nur noch Angst vor weiteren Schwangerschaften.<br />
Dieses Gefühl, zu wissen, dass ein Baby im Bauch heranwächst, diese Freude, diese Hoffnung und dann dieser Schlag ins Gesicht, diese Angst, wenn man an einem Tag plötzlich anfängt zu bluten und einfach weiß, dass es vorbei ist.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Das Baby ist gestorben. Und in meinem Fall nicht nur einmal.</p>
<p>Wir befinden uns im Jahr 2020 und ich hielt meinen positiven Schwangerschaftstest mit so einer Euphorie in den Händen, dass ich nicht anders konnte, als es direkt jedem mitzuteilen. Die Freude war stärker, als die Angst und das ist erstmal nichts Schlechtes.<br />
Es sind 3 Jahre vergangen seit der letzten Fehlgeburt.<br />
Warum hatte ich überhaupt Fehlgeburten?<br />
Lag es an mir? Oder an meinem damaligen Partner?<br />
Ich werde es eventuell wissen, wenn dieses Baby bleibt und mich nicht verlässt. Ein bisschen Angst hatte ich schon. Warum sollte ich diesmal Glück haben?</p>
<p>Ich war mir die letzten Jahre so sicher, dass es an mir lag und bei allem Respekt, aber mein damaliger Partner hat mir dieses Gefühl auch gegeben.</p>
<p>Die Wochen vergingen, die Arzttermine vergingen und es war alles gut. Sogar den Herzschlag hat man gesehen. Ich konnte vom Kinderwunsch-Arzt zu meiner richtigen Gynäkologin wechseln, die die Schwangerschaft betreuen sollte. Schon einen Tag, nachdem ich den Herzschlag sehen durfte, sollte ich zu ihr gehen, da es, nach den vergangenen Fehlgeburten, eine Risikoschwangerschaft ist und mehr betreut werden sollte, gerade am Anfang.<br />
Zwei Tage hintereinander durfte ich nun also mein Baby sehen, dieses Privileg haben nicht viele, das wusste ich zu schätzen.</p>
<p>Am nächsten Tag ging ich voller Vorfreude zu meiner Frauenärztin und war schon auf ihre Reaktion gespannt, denn sie kannte meine Vergangenheit und meinen aktuellen Kinderwunsch. Leider war sie nicht da, aber auch die andere Ärztin im Haus kannte ich schon. Ich erzählte ihr, dass man den Herzschlag schon sah und alles gut entwickelt war, nahm auf dem gynäkologischen Stuhl Platz und schaute gespannt auf den Bildschirm.</p>
<p>Sie schallte und schallte. <i>„Tut mir leid Frau M., ich kann keinen Embryo finden.“</i></p>
<p>So ein Quatsch. Natürlich ist da ein Embryo, ich habe ihn doch vor wenigen Stunden noch mit schlagendem Herzen selbst gesehen. Sie schallt weiter. <i>„Es tut mir wirklich leid, aber da ist nichts mehr. Ich kann erahnen, dass da ein Embryo dicht an der Fruchthülle ist, aber ich finde keinen Herzschlag. Es tut mir leid.“</i></p>
<p>Nein. Das kann einfach nicht sein. Ich schaute selbst, ich suchte und suchte&#8230;ich sah auch etwas, ganz dicht am Rand der Fruchthülle, wieso pocht denn da kein Herz???<br />
Sie schaute mich traurig an und sagte: <i>„Ich werde noch mit dem Doppler raufschauen, ob eine Versorgung da ist, das wäre die letzte Möglichkeit.“<br />
</i>Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, ich war sprachlos.<br />
<i>„Schauen Sie selbst, da ist absolut keine Blut- oder Sauerstoffversorgung erkennbar. Hier müsste man rote Linien und blaue Linien auf dem Bildschirm erkennen, das wäre die Versorgung von Blut und Saugerstoff von Ihnen zum Embryo. Es ist nichts zu sehen. Es tut mir leid&#8230;aber es ist eine Fehlgeburt. Ich würde Sie jetzt gerne aufklären, wie es mit einer eventuellen Ausschabung im Krankenhaus abläuft.“<br />
</i><br />
Ich verstehe das alles nicht, das KANN nicht sein. Vor nicht mal 24 Stunden lag mein Baby friedlich in der Fruchthülle und das Herz schlug einwandfrei! Das Schwangerschaftshormon HCG war einwandfrei, alles war gut! Es KANN nicht sein.<br />
Sprachlos saß ich ihr inzwischen wieder am Tisch gegenüber und wusste einfach nicht, was los ist. Ich fragte sie, wie das sein kann und wo der Embryo war, er kann ja nicht einfach verschwunden sein.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Sie erklärte mir, dass tote Embryos oft mit der Fruchthülle „verschmelzen“.<br />
Diese Situation war wie ein Schlag ins Gesicht, so plötzlich aus dem Nichts heraus.<br />
Mir wurde klar, dass die vergangenen Fehlgeburten an mir lagen. Ich kann einfach keine Kinder mehr kriegen…</p>
<p>Die Ärztin schlug mir vor, am Abend nochmal vorbei zu kommen, weil dann meine reguläre Frauenärztin da sei und dass mir jetzt nochmal Blut abgenommen werden sollte, um das HCG zu checken. Erst im Laborzimmer liefen mir die Tränen herunter, als ich realisiert habe, was passiert ist.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Weinend fiel ich meinem Freund in die Arme. Unser Sohn war verwirrt. Wir entschieden uns für einen Ausflug in einen großen Playmobil-Laden, um unseren Sohn abzulenken und ihm eine Freude zu machen, er sollte sich alles aussuchen dürfen, was er wollte.<br />
Die ganze Fahrt über weinten wir und ich überlegte, wie das nur passieren konnte.<br />
Ich konnte einfach keine Kinder mehr bekommen, wie sollte ich das akzeptieren?<br />
Ich wollte abends nichts nochmal zur Frauenärztin, ich wollte damit nicht nochmal konfrontiert werden, dieser Schmerz war unbeschreiblich.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich habe es einfach nicht verstanden.</p>
<p>Um 17 Uhr fuhr ich los, ohne jegliche Motivation. Der Morgen, an dem ich so viel Freude verspürt hatte, kam mir so unwirklich vor.<br />
<i>„Guten Tag Frau M., ich habe schon gehört, dass kein Embryo und kein Herzschlag mehr zu erkennen ist. Ich schaue mir das im Ultraschall auch nochmal an.“<br />
</i><br />
Wie ferngesteuert setzte ich mich auf den gynäkologischen Stuhl und schaute nicht mal mehr auf den Bildschirm. Ich wollte es nicht sehen. Es tut so weh.</p>
<p><i>„Frau M., also ich sehe hier einen Embryo, ein schlagendes Herz, super entwickelt für die 7. Schwangerschaftswoche. Ihr HCG-Wert ist bei 57.000 und ideal für diese Woche.“</i></p>
<p>Bitte was?</p>
<p><i>„Ich weiß nicht, was Frau J. heute morgen gesehen hat, das ist wirklich ein Mysterium. Es ist alles da und sehr gut entwickelt. Ich stelle Ihnen jetzt Ihren Mutterpass aus.“<br />
</i><br />
Träume ich? Mein Baby ist noch da und es lebt? Ich war genauso sprachlos wie am Vormittag. Ich verstand die Welt nicht mehr. Mein Baby war am Leben, es war alles gut. Und heute bin ich im 6. Monat, mit meinem gesunden „mysteriösen“ Baby im Bauch, das mich Tag und Nacht mit Tritten auf Trab hält. Ich bin so dankbar, aber werde diesen schrecklichen Tag nie verstehen und nie vergessen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Marie schreibt bereits eine Weile für uns über ihren Alltag. <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Hier findet ihr ihre Texte</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Eine Kindheit während Corona</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/09/eine-kindheit-waehrend-corona/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2020 06:39:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Covid19]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Jahr der Pandemie war bislang für uns alle schwierig, kompliziert und überfordernd. Unsere Autorin Marie berichtet in diesem Text aus ihrem Alltag mit ihrem kleinen Sohn, denn Eltern stehen nochmal vor ganz anderen Herausforderungen und Fragen. Sollte mein Kind einen Mund-Nasen-Schutz tragen? Wie gehe ich mit Ängsten um? Wie erkläre ich die Situation altersgemäß?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Das Jahr der Pandemie war bislang für uns alle schwierig, kompliziert und überfordernd. Unsere Autorin Marie berichtet in diesem Text aus ihrem Alltag mit ihrem kleinen Sohn, denn Eltern stehen nochmal vor ganz anderen Herausforderungen und Fragen. Sollte mein Kind einen Mund-Nasen-Schutz tragen? Wie gehe ich mit Ängsten um? Wie erkläre ich die Situation altersgemäß? Wie können die Kinder trotz allem noch, ganz einfach, Kinder sein?</b><br />
<span id="more-12416"></span><br />
Als die Pandemie ungefähr im Januar 2020 zu uns nach Deutschland schwappte, hat glaube ich niemand geahnt, was das bedeuten würde. Für uns Menschen, für unsere Kinder, unsere Eltern, für chronisch Kranke, überhaupt das Berufsleben und für den häuslichen Frieden.<br />
Sicherlich hat man die Situation anfangs erst unterschätzt, dann, als der „Lockdown“ kam, Panik um seine Existenz bekommen und nach dem „Lockdown“ war man genervt, weil es kein Ende zu nehmen schien und da realisierte man langsam, dass die Lage ja doch ernst ist.</p>
<p>Jeder Mensch wurde auf die Probe gestellt, ins kalte Wasser geworfen, musste, von gestern auf heute, mit einer Situation fertig werden und seinen Alltag, wenn nicht sogar sein ganzes Leben, neu planen.</p>
<p>Im Februar 2020 wurden ganz plötzlich die Kitas und viele Arbeitsplätze geschlossen, sodass von einem Tag auf den Anderen Kinder und Eltern zu Hause waren und nicht wussten, wie man den Alltag nun geregelt bekommen sollte.<br />
Mein, zu dem Zeitpunkt vierjähriger Sohn, sollte, ohne dass er darauf vorbereitet werden konnte, für mind. 9 Wochen zu Hause bleiben, ohne seine Freunde zu sehen. Nur noch Alltag mit Mama und Papa. <a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/04/planlos-ging-der-plan-los/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Dazu habe ich bereits einen Artikel geschrieben.</strong></a></p>
<p>Nun hat der Kita-Alltag wieder begonnen, wir hatten das Glück, dass die Kita nicht so lange geschlossen hatte, wie andere Kindergärten. Nichtsdestotrotz merken alle Kinder, dass draußen etwas anders ist.<br />
In den Geschäften, egal in welchen, laufen die Menschen mit Mund-Nasen-Schutz herum und gehen sich aus dem Weg.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Mein Dilemma war und ist es immernoch, ob mein Kind einen Mund-Nasen-Schutz tragen sollte. Ich als Mutter finde es alles nicht einfach. Natürlich möchte ich meinen Sohn vor Corona schützen und gebe ihm einen Mund-Nasen-Schutz. Wie oft habe ich nun schon den Satz gehört „Ihr Sohn ist doch unter 6, der braucht noch keinen tragen!“, aber nur, weil er unter 6 ist, ist er doch nicht immun gegen Corona?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Er selbst mag den Mund-Nasen-Schutz.<br />
So sehr, dass er von innen immer darauf herumkaut, bis er nass und warm ist. Aber ist das so gut? Birgt das nicht neue Risiken, mit einem warmen, feuchten Stoff vor dem Gesicht herumzulaufen? Wenn ich ihm keinen Mund-Nasen-Schutz geben würde, wäre ich wiederum eine Rabenmutter.</p>
<p>Denn als wäre die Situation nicht genug, gibt es ja auch noch zwei Extremen, die ständig kollidieren:<br />
Die sogenannten „Aluhüte“ und die „Ordnungshüter“.<br />
Die Einen finden es schlimm, wenn man einen Mund-Nasen-Schutz trägt und man wird als schlimme Mutter bezeichnet, wenn man dem armen Kind so etwas gibt, die Anderen finden es schlimm, wenn man keinen trägt und das arme Kind und allen Anderen einer solchen Gefahr aussetzt und beide Seiten gehen oft so weit, dass man regelrecht belästigt oder bedrängt wird.</p>
<p>Ich habe von Kindern gehört, die Angst haben, wenn sie so viele fremde Menschen nur mit Augen, ohne Mund und Nase, sehen. Man darf nicht vergessen, dass Kinder eine ganz andere Sicht auf die Welt haben. Nicht nur, dass sie alles von unten sehen, sondern auch, dass es einfach unheimlich sein kann, wenn sie sehr jung sind oder einfach andere Auffassungen haben, als andere Kinder.<br />
Nicht jeder Mensch ist gleich, jeder hat andere Ängste und Empfindlichkeiten und so ist es auch bei Kindern, egal wie gut die Eltern die Situation erklärt haben, so einfach ist es leider nicht.</p>
<p>Und je kleiner die Kinder sind, desto unheimlicher kann es für sie sein. Natürlich wurden/werden ein Haufen Babys in der Quarantänezeit- und danach geboren, sie wurden/werden alle in die Pandemie hineingeboren. Sie werden von Anfang an, sobald sie Situationen unterscheiden können, wie das eigene zu Hause, das Spazierengehen an der Luft und eben in Geschäfte gehen, ganz viele Menschen ohne Mund und Nase sehen. Vielleicht reden diese Menschen auch mit ihnen und sie sehen aber nur Augen und hören eine Stimme. Keine Mimik, kein Lächeln, kein sich bewegender Mund, als würden nur Mama und Papa einen Mund und eine Nase besitzen, die sie ja zu Hause ohne Mundschutz sehen.<br />
Und plötzlich haben Mama und Papa auch so ein unheimliches Ding im Gesicht, sodass man nur noch die Augen sieht, wenn überhaupt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Denn Säuglinge sehen bis zu einem bestimmten Lebensmonat übrigens nur verschwommen, stellt euch mal vor, wie es ist, verschwommen so viele „vermummte“ Gesichter zu sehen und sich selbst nicht äußern zu können.</p>
<p>Was mir aufgefallen ist, ist, dass die größeren Kinder, ab ca. vier Jahren, momentan alle wie Erwachsene über Corona reden. Sie kennen die Maskenpflicht, sie meckern, wenn sie jemanden sehen, der die Maske falsch trägt und allgemein ist Corona anscheinend ein Teil ihres Lebens geworden, der sie permanent beschäftigt. Sie wissen, worum es geht.<br />
Sie müssen Kind sein, aber gleichzeitig verantwortungsbewusst denken, das erwarten zumindest viele von ihnen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die Maske richtig tragen, Kindern auf dem Spielplatz nicht zu nah kommen. Türen, Geländer etc. nicht anfassen und nicht in die Gegend husten oder niesen. Hände nicht ins Gesicht nehmen und brav, wie die Erwachsenen, sich ständig die Hände mit zum Teil aggressivem Desinfektionsmittel einreiben.<br />
Wenn sich Kinder nicht „vorschriftsmäßig“ verhalten, werden die Eltern blöd angeschaut oder sogar angesprochen. Dass sie es den Kindern doch bitte mal besser erklären sollen. Aber wir Eltern sind genauso überfordert. Wir haben dem Kind vielleicht schon 30 Mal gesagt, dass es den Mundschutz bitte NICHT in den Mund nehmen soll. Es ist nicht so, dass wir nicht selbst drum kämpfen, dass das Kind gesund bleibt und in gewisser Weise auch Andere schützt.<br />
Man vergisst oft, dass es KINDER sind. Kinder haben bis zu einem gewissen Alter weder ein Empathievermögen, noch überhaupt den Sinn dafür, was Verantwortung Anderen gegenüber ist.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Und man sollte daran denken, dass für uns als Erwachsene diese Pandemie etwas ganz Neues ist, eine ganz neue, plötzliche Herausforderung und selbst wir oft dran verzweifeln. Wie ist das wohl für Babys und Kinder?</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Unter dem <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/covid19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Hashtag #Covid19</strong></a> findet ihr all unsere Beiträge und Texte zum Thema.</li>
</ul>
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		<title>Das eigene Kind als emotionaler Boxsack</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/06/das-eigene-kind-als-emotionaler-boxsack/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jun 2020 07:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere Autorin Marie hat selbst einen viereinhalbjährigen Sohn. In diesem Text sinniert sie darüber, wie Kinder uns Erwachsenen die Möglichkeit geben, uns zu verändern oder gar bessere Menschen zu werden &#8211; Menschen, die sich mit sich selbst auseinandersetzen, die alte Wunden aufarbeiten statt sie weiterzugeben, und die Gefühle zulassen und tatsächlich fühlen. Was für ein]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Unsere Autorin Marie hat selbst einen viereinhalbjährigen Sohn. In diesem Text sinniert sie darüber, wie Kinder uns Erwachsenen die Möglichkeit geben, uns zu verändern oder gar bessere Menschen zu werden &#8211; Menschen, die sich mit sich selbst auseinandersetzen, die alte Wunden aufarbeiten statt sie weiterzugeben, und die Gefühle zulassen und tatsächlich fühlen. Was für ein schöner Text! Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.</b></p>
<p><span id="more-12258"></span></p>
<p>In der aktuellen Corona-Krise kommt es vermehrt zu häuslicher Gewalt und die Rate der Kinderpornographie steigt. Das darf nicht so sein, das ist eine Katastrophe.<br />
Auch, wenn ich keine besonders große Reichweite habe, hoffe ich sehr, dass diese Menschen anfangen, ihr Verhalten zu reflektieren, in den Spiegel schauen und überlegen, wieso es jemals dazu gekommen ist.</p>
<p>Es gibt so viele Persönlichkeitsstörungen, psychische Konflikte und emotionale Extreme, die erwachsene Menschen entwickeln können. Es gibt so viele gebrochene Seelen da draußen, die darauf warten, geheilt zu werden, oder sich gerne selbst heilen möchten, aber das Grundproblem gar nicht erkennen.<br />
So gut wie alle sind auf die Kindheit/Jugend zurückzuführen. Ein Bruch im Urvertrauen, zu wenig elterliche Liebe, emotionale Vernachlässigung oder allgemein Vernachlässigung.<br />
Viel zu oft werden Kinder als minderwertige Menschen gesehen, nicht als Vollwertige.<br />
Und gleichzeitig müssen sie mehr leisten und beweisen, als sie vielleicht können. Es sind kleine Kämpfer, die ganz häufig nicht Kind sein dürfen, sondern ein hartes Fell bekommen, um Niederlagen, Verluste von Elternteilen, Strafen und Vernachlässigungen einzustecken.<br />
Und das macht etwas mit ihnen, nach und nach.</p>
<p>Manchmal gibt es Probleme mit dem eigenen Kind, die auf uns selbst zurückzuführen sind. Das Kind badet Dinge aus, die uns gefehlt haben, die wir uns wünschen, ohne zu erkennen, dass uns genau das früher gefehlt hat.<br />
Dem Kind die Schuld geben an Dingen, die man sich aber selbst zu verschulden hat. Von sich auf das Kind projizieren, das Kind als emotionalen Boxsack missbrauchen.</p>
<p>Wir, als Erwachsene, sind in der Lage, zu erkennen, was uns fehlt, wenn wir uns damit befassen.<br />
Und dann können wir etwas ganz Krasses tun: Wir können es aufarbeiten, wir können aktiv dafür sorgen, dass es uns besser geht!<br />
Ist das nicht mega? Wir sind dazu in der Lage!<br />
Wir müssen nicht ewig leiden, wir können etwas tun.<br />
Eine Voraussetzung gibt es aber: Der Wille muss da sein. Wir müssen es wirklich wollen.</p>
<p>Wir können uns eingestehen, dass Eltern nicht perfekt sind.<br />
Auch unsere Eltern sind bestimmt nicht perfekt.<br />
Als Kind hebt man Mama und Papa oft in den Himmel, keiner ist besser als Mama und Papa und sie machen alles richtig. Natürlich ist das so, als Kind hat man auch kaum die Möglichkeit, um Ecken zu denken, abzuwägen, was eventuell nicht gut für uns ist.<br />
Wir glauben Mama und Papa. Alles.</p>
<p>Ich nehme meinen Sohn immer in den Arm, wenn er weint, oder es ihm nicht gut geht.<br />
Aber wenn ich das nicht tun würde, würde er mit 4 ½ Jahren nicht zu mir kommen und sagen: <i>„Mama, wenn ich weine, musst du mich in den Arm nehmen, sonst kann ich eventuell später Folgen davontragen“</i>.<br />
Mein Kind würde sich vielleicht wünschen, dass ich ihn in den Arm nehme, aber mit der Zeit würde er das kompensieren. Und es würde etwas mit ihm machen, dass er nie in den Arm genommen wird. Es würde Folgen haben.<br />
Nichtsdestotrotz bin ich seine Mama und das, was ich mache, wird richtig sein in seinen Kinderaugen.<br />
Dass ihm etwas fehlt, wird, wie gesagt, unbewusst kompensiert.</p>
<p>Es geht hier darum, dass wir unsere Kinder von Geburt an emotional aufladen. Mit Liebe, mit Sicherheit, Vertrauen, Körpernähe und auch Respekt.<br />
Wenn ich keinen Respekt meinem Kind gegenüber hätte, würde ich es wie Müll behandeln. Schubsen, wenn es im Weg steht, beleidigen oder auslachen.</p>
<p>Wir alle waren mal Babys, wir alle standen mal am Anfang unseres Lebens. Jetzt sind wir erwachsen und man respektiert uns (im besten Fall), aber gibt es dafür ein Anfangsalter?<br />
Nein, gibt es nicht.</p>
<p>Respekt als Lebewesen, als Mensch mit Bedürfnissen und Rechten, haben wir, sobald wir anfangen zu leben. Unsere Kinder müssen respektiert werden. Ihre Rechte auf Grenzen, ihre Rechte auf eine eigene Meinung, ihre Rechte auf Freiheit &#8211; solange das Leben nicht gefährdet ist, ihr wisst, was ich meine.<br />
Und das ist extrem wichtig, dass unsere Kinder dieses Gefühl bekommen, ein vollwertiger Mensch zu sein, der ernst genommen wird. Nur weil sie kleiner sind als wir, sind sie nicht minderwertiger. Respekt fängt nicht erst ab einem bestimmten Alter an, so ist es einfach.</p>
<p>Wisst ihr, was unsere Kinder uns geben? Etwas sehr Wertvolles: Sie zeigen uns, dass sie angenommen, geliebt und respektiert werden wollen. Sie geben uns die Möglichkeit, in uns zu gehen und uns mit all diesen Dingen auseinanderzusetzen. Wir merken vielleicht, was uns fehlt, was uns in der Kindheit gefehlt hat, wir setzen uns damit auseinander. Vielleicht heilen wir uns sogar, ändern uns, werden bessere Menschen, können mehr fühlen.<br />
Weil unsere Kinder uns in diese Richtung schubsen, indem sie einfach da sind und uns Gefühle in all ihren Facetten zeigen.<br />
Liebe, Trauer, Wut, Stolz, Freude, Enttäuschung etc.</p>
<p>Wenn wir daran nicht interessiert wären, an etwaigen Änderungen unserer eigenen Konflikte, die vielleicht als Folge aus der Kindheit entstanden sind, ist das echt ein Problem, immerhin geht es darum, dass das Kind mit den Werten und Gefühlen aufwächst, die uns vielleicht fehlen.</p>
<p>Niemand ist perfekt, wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, sehe ich eine wundervolle, perfekte Zeit, mit den besten Eltern und der tollsten Schwester, die ich mir hätte wünschen können. Ich denke sehr gerne an meine Kindheit zurück.<br />
Nichtsdestotrotz haben sicherlich Werte gefehlt oder es gab Dinge, die mehr im Vordergrund standen, als andere, dass ich hier und da einige eigene Verhaltensweisen entwickelt habe, die mich blockieren, die mich stören und die dafür sorgen, dass ich mich kontraproduktiv verhalte.<br />
Sei es meine Eigenheit, dass ich mich viel zu sehr um Andere kümmere, als um mich selbst, sehr selbstlos bin &#8211; oder meine Art, dass ich ganz allergisch darauf reagiere, wenn man mich bevormunden möchte oder für mich redet.<br />
All solche Eigenschaften haben sich irgendwann entwickelt und es ist einfach wichtig, dass wir selbst versuchen, zu erkennen, wenn wir Probleme im Alltag bekommen, wenn unsere Lebensqualität darunter leidet, dass wir so sind, wie wir sind.<br />
Es liegt an uns, uns Hilfe zu suchen, darüber zu reden, oder es selbst anzupacken und egal, wie klein und langwierig die Schritte sind, es SIND SCHRITTE.<br />
Wir werden glücklicher, unsere Kinder werden glücklicher, das Leben wird schöner.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte von Marie <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Planlos ging der Plan los</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/04/planlos-ging-der-plan-los/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2020 07:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Covid19]]></category>
		<category><![CDATA[Elternschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch unsere Autorin Marie bleibt aufgrund des Lockdowns zuhause. Klingt erstmal gemütlich? Nun: In ihrer Wohnung leben allerdings auch noch ihr vierjähriger Sohn und ihr Partner, dessen Arbeit ins Homeoffice verlegt wurde&#8230; Ersatz-Kita, Aufenthaltsort UND Büro, das ist ganz schön viel für eine Zwei-Zimmer-Wohnung! Hier berichtet Marie von den ersten Tagen nach der plötzlichen Umstellung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auch unsere Autorin Marie bleibt aufgrund des Lockdowns zuhause. Klingt erstmal gemütlich? Nun: In ihrer Wohnung leben allerdings auch noch ihr vierjähriger Sohn und ihr Partner, dessen Arbeit ins Homeoffice verlegt wurde&#8230; Ersatz-Kita, Aufenthaltsort UND Büro, das ist ganz schön viel für eine Zwei-Zimmer-Wohnung! Hier berichtet Marie von den ersten Tagen nach der plötzlichen Umstellung.</strong></p>
<p><span id="more-12137"></span><br />
Zwei Erwachsene und ein vierjähriges Kind in einer kleinen Wohnung in Berlin. Jeder Tag fühlt sich wie Sonntag an. Vor einer Woche hat die allgemeine Homeoffice-Situation, zur Eindämmung von Covid19, begonnen.<br />
Ich musste mir plötzlich ganz schnell einen Plan überlegen, wie mein Sohn die Zeit, die er fünf Tage die Woche, acht Stunden täglich, in der Kita verbringt, zu Hause rumbekommt. Aber das war noch nicht alles, denn der Papa musste ja auch plötzlich einen ruhigen Platz in der Wohnung kriegen, von dem aus er ungestört mindestens acht Stunden arbeiten konnte, inklusive stundenlange Telefon-Meetings.</p>
<p>Planlos ging der Plan los.<br />
Ich hatte einen starken Druck in den ersten Tagen, weil all das über Nacht funktionieren musste, man hatte keine Vorlaufzeit, keine Zeit, um sich eine Struktur aufzubauen und niemand wusste, wie lange dieser Plan überhaupt anhalten musste.<br />
Da ich davon ausging, dass auch die Berliner Kitas schließen – und viele Arbeitnehmer Homeoffice bekommen werden, habe ich an einem freien Vormittag die leerste Ecke in der Wohnung so eingerichtet, dass der Papa einen Schreibtisch hatte, auf dem der Laptop dauerhaft stehen konnte.<br />
Leider ging dieser Plan nach hinten los, denn diese leere Ecke war mitten im Zentrum des Geschehens: Im Flur.</p>
<p>Keine Chance für Telefonie oder acht Stunden konzentriertes Arbeiten, für unseren Sohn die perfekte Gelegenheit, den Papa immer anzusprechen, wenn er ihn sieht, außerdem sind wir permanent an ihm vorbeigelaufen, wenn es in die Küche, ins Bad oder in eines der beiden Zimmer ging – und da lag das nächste Problem: Zwei Zimmer. Wir haben nur zwei Zimmer.</p>
<p>An Tag zwei habe ich räumliches Tetris gespielt.<br />
Möbel verschoben, Ecken freigelegt, einen Spielplatz auf dem Balkon errichtet, mit Sandkiste und Spielsachen. Das ist übrigens ein <strong>Quarantäne-Tipp</strong> von mir, denn der Sandkasten mit 60 kg Spielsand sorgt dafür, dass sich mein Sohn selbst beschäftigt und ich einige eigene Dinge erledigen kann. Wir haben ihn am zweiten Tag noch schnell gekauft, bevor alle Läden dicht gemacht haben.</p>
<p>Nun stand der Kleiderschrank unseres Sohnes im Flur und die Homeoffice-Ecke ist ins Schlafzimmer gezogen. Sehr gequetscht und eng, aber man konnte die Tür schließen. Mein Sohn und ich hatten das Wohnzimmer, den Flur, die Küche und das Bad für uns und so bleibt es erstmal. Wenn der Papa aus dem Schlafzimmer kommt, kann er angesprochen werden, ansonsten bleibt die Tür zu, was übrigens auch ein anderes Problem gelöst hat: Gereizte Stimmung.</p>
<p>Wenn einer gereizt war, waren alle gereizt und das hat sich hochgeschaukelt, wenn man auch noch ständig im selben Raum war oder Sichtkontakt hatte. Hört sich vielleicht dämlich an, weil man ja freiwillig zusammenlebt, aber…wie soll ich mich denn, zum Beispiel mit einem Migräne-Anfall, den ich jede Woche habe, eine Stunde alleine hinlegen, wenn das Homeoffice-Büro im Schlafzimmer ist und das Wohnzimmer zur Hälfte Spielzimmer ist, das zudem so intensiv genutzt wird, dass der Lautstärkenpegel immer kurz vor der Eskalation liegt. Es ist für alle nicht einfach.<br />
Momentan fühle ich mich, als wäre ich kein Mensch, sondern etwas, was einfach funktionieren muss. Das Verbindungsstück zwischen einem entspannten Zusammenleben zwischen ungestörtem Homeoffice und einem Kind, das, wie in der Kita, acht Stunden Action braucht.</p>
<p>Achja und zusätzlich muss die Wohnung sauber bleiben und das Essen auf dem Tisch stehen. Hört sich an sich simpel an, ABER: Ich DARF keine eigenen Bedürfnisse haben.<br />
Sobald ich solche Gedanken bekomme, kriege ich direkt ‘ne Ansage aus meinem Kopf.</p>
<p>…„Ich möchte mich kurz 15 Minuten alleine hinlegen, der Vormittag war sehr anstrengend“ &#8211; (Wo?! Ins Homeoffice? Ins Spielzimmer? Leg dich doch in die Küche oder vor die Waschmaschine ins Bad)<br />
…„Ich möchte das Bad jetzt ohne parallele Kinderbeschäftigung putzen“ &#8211; (Bitte was?! Mach das doch nachts, wenn alle schlafen)</p>
<p>Die Idee mit dem frühen Mittagessen hatte ich komischer Weise schon direkt am ersten Homeoffice-Tag: Um spätestens 10 Uhr war das Mittagessen fertig und stand bereit, sodass der Papa essen konnte, sobald er eine Pause hatte, denn ich wollte vormittags gerne an die frische Luft und nicht in der Wohnung gefangen sein, bis Zeit für das Mittagessen war. Außerdem konnten wir direkt essen, wenn wir ausgepowert wieder nach Hause kamen.</p>
<p>Eine weitere Idee, die ich hatte, war der Tagesplan. Am ersten Wochenende ohne Homeoffice, mit mehr Zeit für mein eigenes Office, hatte ich die Idee, einen Tagesplan am Laptop zu entwerfen, als Richtwert für uns, wann was dran ist UND mit geplanten Ruhepausen beziehungsweise geplanten Zeiten, an denen sich mein Sohn alleine beschäftigen sollte, damit ich, egal, was es war, es ohne paralleler Kinderbespaßung tun konnte. Diesen Plan habe ich einmal für uns Eltern gemacht und mit Bildern für den Kleinen, damit er es auch auf Augenhöhe hängen hat.<br />
Und was soll ich sagen? Vom ersten Tag an hat er sich an alles gehalten. Er läuft mehrmals täglich zur Wand, um zu schauen, was nun auf dem Plan steht. Nach dem Mittagessen kommt die Ruhepause, in der nur geflüstert – und sich alleine beschäftigt wird. Nach dieser Pause habe ich mehr Energie und kann mehr mit allem anfangen.</p>
<p>Deswegen komme ich auch dazu, jetzt diesen Text zu schreiben. Das hat in der Mittagsruhe nicht geklappt, weil mein Sohn mit mir zusammen eingeschlafen ist, aber ich hatte trotzdem eine Lösung: Wir sind in einen leeren Park gefahren, in dem er zu zweit mit seinem Opa spielen – und ich im Auto am Laptop sitzen kann.</p>
<p>Ich muss sagen, dass ich wirklich stolz auf mich selbst bin, dass ich ein Organisations- und Planungs-Talent habe, in solchen Ausnahmesituationen hilft das wirklich sehr und ich bin extrem dankbar für diese „Gabe“.</p>
<p>Wäre ich alleinerziehend und müsste im Homeoffice sitzen, wüsste ich ehrlich gesagt nicht, wie ich das anstellen sollte. Da habe ich großen Respekt all den alleinerziehenden Heldinnen/Helden gegenüber, die das meistern müssen.</p>
<p>Ich weiß, dass es von Tag zu Tag bei uns entspannter wird, je mehr wir uns an diese Situation gewöhnen und ich bin gespannt, wie es wird, wenn das ganze Chaos zu Ende ist und sich der normale Alltag wieder einpendeln muss. &#8211; Nach dem Chaos ist vor dem Chaos.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Möchtest du wissen, wie Maries Alltag ohne Lockdown und Corona aussieht? Schau doch mal <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>auf ihrem Profil</strong></a> vorbei.</li>
</ul>
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		<item>
		<title>Verlust durch Tod und Trennung</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/02/verlust-durch-tod-und-trennung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Feb 2020 09:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Trauer hat so viele verschiedene Gesichter &#8211; die eine, &#8218;richtige&#8216; Art zu trauern existiert nicht. Und außerdem fühlt sich Trauer nicht immer gleich an. Sie besteht nicht nur aus einem Gefühl, sondern aus einem ganzen Haufen an Emotionen. Unsere Autorin Marie hat über ihre Trauer geschrieben &#8211; über die Trennung von ihrem Partner, über den]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Trauer hat so viele verschiedene Gesichter &#8211; die eine, &#8218;richtige&#8216; Art zu trauern existiert nicht. Und außerdem fühlt sich Trauer nicht immer gleich an. Sie besteht nicht nur aus einem Gefühl, sondern aus einem ganzen Haufen an Emotionen. Unsere Autorin Marie hat über ihre Trauer geschrieben &#8211; über die Trennung von ihrem Partner, über den Tod eines geliebten Menschen. Herausgekommen ist ein mutiger Text über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser beiden Arten von Trauer.</strong></p>
<p><span id="more-12018"></span></p>
<p>Die letzten drei Monate des Jahres 2018 habe ich Gefühle kennengelernt, die ich vorher noch nicht erlebt habe. Der Verlust geliebter Menschen, auf zwei verschiedene Arten.<br />
Durch Trennung und durch den Tod.<br />
Eins haben beide Verluste gemeinsam, es ist die Trauer um die Person, die man liebt und verloren hat. Zu wissen, dass sie weg ist, obwohl man sie liebt. Ohne, dass man etwas hätte ändern können. Man kann niemanden zwingen, zu bleiben, egal wie sehr man es selbst möchte. Diese Trauer, wenn die Person weg ist, schlägt einen nieder, es ist unverständlich, es gibt vielleicht noch so viel zu fragen, zu verstehen, zu sagen.<br />
Vorwürfe, dass man es vorher hätte ändern können, damit es anders kommt.</p>
<p>Leider ist die Trauer nicht das Einzige an Gefühlen, die mich überkamen. Ich habe in den wenigen Wochen, die vom einen Verlust in den Nächsten übergingen, einen Haufen Emotionen gespürt, die man nicht einfach wegsteckt, die man nicht beeinflussen – und erst recht nicht herunterschlucken kann.</p>
<p>Der Mensch, den man durch eine Trennung verliert, ist freiwillig gegangen, hat diese Entscheidung eigenständig getroffen, kann selbst bestimmen, inwieweit er den Verlassenen noch an sich heran lässt, Gespräche führt, Krisen überstehen würde. Er tut etwas Schmerzhaftes: Er entscheidet sich aktiv, zu verlassen.</p>
<p>Ich habe Wut und Hass gespürt. Wie kann dieser Mensch einfach gehen, wenn er mich doch liebt? Wie kann er mich so bewusst verletzen? Wut auf mich selbst, dass ich so oft verziehen – und weitergemacht habe. Neben der Wut kam die Sehnsucht, das Vermissen, denn diese eine Person war so unendlich vertraut und man hat sich an den Alltag gewöhnt, der nun plötzlich so anders ist.<br />
Enttäuschung, Zorn, Angst, Schmerz, Sehnsucht, Liebe, eine Mischung aus guten – und schlechten Emotionen, die mich wochenlang begleitet haben. Sie wechselten sich ab, sie wurden durch äußere Einflüsse getriggert und verstärkt. Erinnerungen, die plötzlich geweckt wurden, lösten Wut und Sehnsucht in mir aus! Wut, weil er einfach gegangen ist und mich mit diesen Erinnerungen alleine ließ – Sehnsucht, weil es eben eine vertraue Erinnerung war und ich es so vermisste. Schmerz und Angst, weil derjenige sein Leben mit einer neuen Person weiterführen würde.<br />
Es ist furchtbar anstrengend, eine Person zu vermissen, sich nach ihr zu sehnen, wenn man so wütend auf sie ist und sie eigentlich nie wiedersehen möchte. Es ist paradox, es ist der Verlust.</p>
<p>Der Verlust durch den Tod hat mich von einer Sekunde auf die Nächste umgehauen. Ich habe keine negativen Emotionen gespürt. Ich habe etwas Sanftes gespürt, etwas wie Mitleid.<br />
Diese Person lebt nicht mehr weiter und hat sich wahrscheinlich nicht freiwillig dafür entschieden.</p>
<p>Noch dazu kam bei mir ein Gefühl, das ich als solches beschreiben würde, die durch den Tod verlorene Person beschützen zu können. Sie ist nicht mehr körperlich anwesend, aber sie ist immer noch da und hat mich nicht verlassen. Ich kann an diese Person denken, für sie denken, im Guten an sie denken, mich um sie kümmern, ich spüre keine Verbitterung.<br />
Es ist ein angenehmer Schockzustand, eine angenehme Sehnsucht.<br />
Es ist eine angenehme Trauer, die ich zulasse, weil mich diese Person nicht verletzt hat.</p>
<p>Ein großer Unterschied zum Verlust durch Trennung, denn dieser Mensch lebt weiter, es gab für mich keinen Grund für Mitleid, keinen Grund für Leid in seinem Namen. Er lebt sein Leben weiter, hat seine Zukunft vor sich und entschied sich bewusst, sie nicht mit mir zu teilen.<br />
Das ist keine angenehme Trauer, sie ist verbunden mit all dem Ekel, dass ich mich aufgeopfert habe, mich hab verändern lassen, vertraut habe und mich eingelassen habe, um am Ende ohne jegliche Chance verlassen zu werden, was im Nachhinein dazu führte, dass die Wut, die Enttäuschung und gleichzeitig die Sehnsucht &#8211; ausgelöst durch die Liebe &#8211; mein Herz hat brechen lassen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>In <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/08/mein-opa/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>diesem Text</strong></a> berichtet Jeremy von Was geht Almanya, wie er den Tod seines Opas erlebt hat.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vater werden ist nicht schwer – Vater sein dagegen sehr</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/08/vater-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Aug 2019 07:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Elternschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir melden uns endlich zurück aus der Sommerpause und starten mit unserer Autorin Marie, die sich in diesem sehr persönlichen Text mit der Frage auseinandersetzt, was eigentlich einen guten Vater ausmacht und inwiefern Elternschaft schon weit vor der Geburt beginnt. Triggerwarnung vorweg: Fehlgeburt. Ein Mann ist während einer Schwangerschaft der eher inaktive Teil. Denn die]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir melden uns endlich zurück aus der Sommerpause und starten mit unserer Autorin Marie, die sich in diesem sehr persönlichen Text mit der Frage auseinandersetzt, was eigentlich einen guten Vater ausmacht und inwiefern Elternschaft schon weit vor der Geburt beginnt. Triggerwarnung vorweg: Fehlgeburt.</strong></p>
<p><span id="more-11721"></span></p>
<p>Ein Mann ist während einer Schwangerschaft der eher inaktive Teil. Denn die werdende Mutter trägt das Kind viele Monate unter ihrem Herzen, spürt es, spürt die Veränderungen in und an ihrem Körper und hat schon in dieser Zeit einen Bindungs-Vorsprung zum Baby.<br />
Der werdende Papa kann es mit der Hand fühlen, die Bauchbewegungen sehen, die Entwicklung auf Ultraschallfotos verfolgen, aber eben leider alles nur von außen, die körperliche Verbindung spürt er eher nicht.</p>
<p>Eine Geburt ist der erste richtige Kampf, den die Mama für das Kind führt, damit es leben kann. Der Papa kann nur zusehen, wenn er Glück hat. Jedoch wollen viele Väter so viel mehr. Mitkämpfen, statt hilflos danebenstehen. Zeigen, dass sie da sind und alles geben würden, für das Baby und die Mama. Doch die richtige Bindung, das Kennenlernen entsteht erst, sobald das Baby fertig entwickelt auf der Welt ist. Jetzt ist es für die meisten Väter das größte Ziel, ein guter Vater zu sein.</p>
<p><strong>Doch was ist ein guter Vater?</strong></p>
<p>In den letzten zwei Jahren habe ich selbst den Unterschied kennengelernt, zwischen einem guten Vater und einem schlechten Vater. Der Unterschied ist gravierend.<br />
Ob ein Mann ein guter Vater ist, spürt nicht nur das Kind, sondern auch dessen Mutter.<br />
Ich präsentiere hier einen Vergleich.</p>
<p>Person 1, der Vater meines Sohnes, der ein wundervoller Papa ist &#8211; und Person 2, eine vergangene Beziehung, mit zwei Fehlgeburten, die mir gezeigt hat, wie das Gegenteil vom guten Vater aussieht: Als ich im Jahr 2014 schwanger wurde, war für Person 1, den Vater meines Sohnes, der größte <em>Ich-bin-ein-guter-Vater</em>-Beweis, für <em>mich</em> da zu sein, weil er es für das Baby nicht konnte, denn es war ja in meinem Bauch, nicht in seinem. Also war es für ihn am logischsten, mich zu pflegen, denn das spürt das Baby, wenn es der Mama gut geht und sie gesund ist/isst. Als positiven Nebeneffekt habe ich in diesen Monaten erfahren, wie fürsorglich, pflicht- und verantwortungsbewusst er ist.</p>
<p><strong>Ob man ein guter (werdender) Vater ist, geht für mich also schon in der Schwangerschaft los.</strong></p>
<p>Eine Schwangerschaft ist genauso Verantwortung, wie ein Baby auf dem Arm zu tragen. Für beide Elternteile. Im Jahr 2017 war ich in meiner neuen (inzwischen beendeten) Beziehung zweimal schwanger. Beide Male verlor ich die Babys. Leider konnte Person 2 mit dieser Verantwortung, mir während ich seine Babys verlor, beizustehen, nicht umgehen, saß mit einer Null-Bock-Haltung neben mir im Krankenhaus, als ich erfahren habe, dass das Baby weg ist &#8211; und ist ausgezogen, wollte sein bequemes Leben weiterführen, weil das Dasein, während einer Fehlgeburt, für ihn zu anstrengend war.</p>
<p>Das war für mich das Zeichen <em>„Halt Stopp! Wenn du während einer Fehlgeburt nicht nur das Baby, sondern auch den dazugehörigen Vater verlierst, wird er sich in anstrengenden Situationen mit Kind auch verziehen und niemals alles geben! Keine Kinder mit solch einem Typen, er wäre kein guter Vater.“.<br />
</em><br />
In diesen Wochen, während der Nachblutungen, der psychischen Belastung, der Trauer und dem Betreuen meines zwei Jahre alten Kindes, das zu dem Zeitpunkt noch nicht in die Kita ging, hat Person 1 mich dort aufgefangen, wo Person 2 mich hat fallen lassen. Er hat die Verantwortung auf sich genommen, diese Fürsorge übernommen, die Person 2 mir nicht mehr geben wollte. Und sein Satz <em>„Hätte er dich verlassen, obwohl du ein Kind mit ihm hast, würde ich das Kind wie mein eigenes behandeln und dich damit nie im Stich lassen“, </em>ist einer der schönsten Sätze, die mir Sicherheit geben. Dass er da war, hat mir eine unglaubliche Last von den Schultern genommen, ich konnte weiterhin eine gute Mama sein und gleichzeitig die Fehlgeburten realisieren, weil ich diese Unterstützung von ihm hatte.</p>
<p><strong>Die Unterstützung in jeglichen Lebenslagen ist also ein wichtiger Punkt, wenn man ein guter Vater sein möchte.</strong></p>
<p>Denn das Kind spürt, wenn es eine Krise gibt. Sich gegenseitig den Rücken zu stärken kann ungemein helfen, Kraft und Energie zu gewinnen. Wenn das Kind auf der Welt ist und sich entwickelt, viele anstrengende Entwicklungsphasen durchlebt, ist es für mich wichtig, dass der Vater sich dran beteiligt, interessiert und gewillt ist, sein Kind in dieser Entwicklung zu begleiten.<br />
Der Vater meines Sohnes hat jegliche Krankenhaus- und Arztbesuche, nächtliches Milchgeben, Wutanfälle und Krankheiten genauso mit begleitet, wie ich. Das war (und ist weiterhin) sein Wunsch.</p>
<p><strong>Dass der Vater, soweit es beruflich möglich ist, aktiv und gewillt ist, in stressigen und unentspannten Situationen zu helfen, gehört für mich dazu, wenn man ein guter Vater ist.</strong></p>
<p>In der anderen vergangenen Beziehung hat sich mein Partner oft nur zu uns gesellt, wenn es entspannt und bequem war. Die helfende Hand zu sein, wenn es anstrengend wird, war nicht in seinem Sinne. Oft war er in solchen Situationen sauer, weil die Stimmung umschlug, es anstrengend wurde und man sich bemühen musste, Werte zu vermitteln.</p>
<p>Alles in allem muss ich sagen, dass alle Kriterien für mich auf beide Elternteile zutreffen, ob man Vater oder Mutter ist, ist egal, denn keiner muss meiner Meinung nach mehr tun als der andere. Wenn der Vater berufstätig ist, während die Mutter in Elternzeit das Baby betreut, zählen für ihn die Aufgaben zu Hause genauso dazu wie für die Mutter.Das Stillen kann er nicht übernehmen und auch manch andere Dinge kann der eine besser als der andere.<br />
Ein Gleichgewicht zu finden, ist sehr, sehr wichtig und zu versuchen, sich gegenseitig auszugleichen. Wenn die Mama am Ende ihrer Kräfte angekommen ist, ist das für den Papa das Zeichen, zu übernehmen. Wenn der Papa erschöpft ist, übernimmt die Mama. Und ansonsten machen es beide zusammen.</p>
<p><strong>Dass der Papa dazu bereit ist – und sich im Klaren ist, dass das auch nach Feierabend so sein wird, ist für mich ein Zeichen, dass er ein guter Vater ist. </strong></p>
<p>Wenn er es sich für alle Beteiligten fair einteilt, ob er sich nach dem Feierabend ausruht und dann Zeit mit seiner Familie verbringt oder umgekehrt. Wichtig ist, dass der Feierabend nicht so aussieht, dass er nach Hause kommt und den Rest des Tages mit der Couch verschmilzt.</p>
<p>Diese Erfahrung habe ich gemacht und habe mich allein gefühlt. Denn auch ich habe zuvor einen anstrengenden Tag gehabt, mehrere Stunden den Haushalt erledigt, mit dem Baby gespielt, eingekauft, geputzt, aufgeräumt und der Tag ist für mich, mit dem Feierabend des Partners, nicht vorbei, sondern geht weiter, bis zum Abend, wenn das Kind eingeschlafen ist und wenn möglich durchschläft.</p>
<p>Leider gibt es viele Väter, die sich die Freiheit herausnehmen, während der Schwangerschaft – oder wenn es ihnen zu anstrengend wird, zu gehen. Die Familie zu verlassen. Weil die Kinder oft, gerade im Babyalter, mehr von Mama abhängig sind, die Mutter meistens diejenige ist, die Elternzeit in Anspruch nimmt – und nicht mal die Möglichkeit und Freiheit hätte, zu gehen.</p>
<p><strong>Dass ich dem Vater meines Kindes vertrauen kann, mich auf ihn verlassen kann und somit auch das Kind immer das Gefühl bekommt, dass Papa nach Hause kommt nach der Arbeit, macht einen guten Vater aus.</strong></p>
<p>Nicht jeder Mensch mag es, zu spielen. Ich persönlich bin eine Person, die sich sehr, sehr schwer tut mit Rollenspielen. Da kommen wir wieder zu dem Punkt <em>gegenseitiger Ausgleich. </em>Der eine kann das besser, der andere das. Mit einem Kind zu spielen, sich mit ihm auf Augenhöhe zu beschäftigen, ist ein toller Weg, sein Kind mehr und mehr kennenzulernen. Und es gibt dem Kind das Gefühl, nicht nur jemand zu sein, der dafür sorgt, dass es alles bekommt, um zu überleben, sondern auch, dass man ein Spielpartner ist. Wem das Spielen nicht liegt, liest vor oder bastelt mit ihm.</p>
<p><strong>Ein guter Vater bemüht sich, eine Beziehung, eine tiefe Bindung zu seinem Kind aufzubauen. </strong>Und das funktioniert spielerisch einfach extrem gut, ohne dass es stressig ist.</p>
<p>Der Überbegriff, was einen guten Vater ausmacht, ist derselbe, der einen guten Beziehungspartner ausmacht: LIEBE. Sobald man liebt, gibt man. So viel es geht.<br />
<strong>&#8211; Fürsorge<br />
&#8211; Vertrauen<br />
&#8211; Respekt<br />
&#8211; Geduld<br />
&#8211; Ehrlichkeit<br />
&#8211; Verlass<br />
&#8211; Nähe<br />
&#8211; Geborgenheit</strong></p>
<p><strong>Ein guter Vater – und das ist wahrscheinlich der einzige Unterschied zur Mutter – setzt seine Kraft und seine Körpergröße nur zum Schutz ein, niemals gegen das Kind oder dessen Mutter.</strong></p>
<p>Ob nun dem Beziehungspartner, oder dem Kind. Liebe ist immer der Überbegriff, um ein guter Mensch zu sein. Der Überbegriff einer guten Mutter oder eines guten Vaters. Liebende Menschen sind liebevoll und behandeln so ihre Mitmenschen, vor allem die eigene Familie.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Alle weiteren Texte von Marie findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>auf ihrem Profil</strong></a>.</li>
<li>Und hier findet ihr einen Slam-Text aus der Perspektive einer Tochter: <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/10/mein-held-mein-papa/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Mein Held, mein Papa</strong></a> von Lidia.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Er hat mich nie geschlagen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/12/er-hat-mich-nie-geschlagen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Dec 2018 07:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[„… jedoch wünschte ich, er hätte es getan.“ Der Beginn von Maries Text verstört. Wünscht sie sich wirklich, von ihrem Freund geschlagen zu werden? Nein, keineswegs. Sie erzählt von einer gewalttätigen Beziehung, die sie über zweieinhalb Jahre führte und in der sie sich selbst nahezu komplett aufgab für ein bisschen Zuwendung und Liebe. Der Preis]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„… jedoch wünschte ich, er hätte es getan.“ Der Beginn von Maries Text verstört. Wünscht sie sich wirklich, von ihrem Freund geschlagen zu werden? Nein, keineswegs. Sie erzählt von einer gewalttätigen Beziehung, die sie über zweieinhalb Jahre führte und in der sie sich selbst nahezu komplett aufgab für ein bisschen Zuwendung und Liebe. Der Preis war hoch. Wie hoch, das beschreibt Marie in brutaler Offenheit, die zeigt, wie Lieblosigkeit und Kontrolle einen Menschen bis ins Selbstverständnis zerstören können.</strong></p>
<p><span id="more-11158"></span></p>
<p>&#8230;jedoch wünschte ich, er hätte es getan.<br />
Mein Artikel handelt von emotionalem Missbrauch in einer Liebesbeziehung, eine stille Gewalt, die nach außen hin kaum einer bemerkt. Es äußert sich schleichend und meistens wird es erst realisiert, wenn es zu spät ist, wenn man so sehr an sich selbst zweifelt, weil man das Gefühl bekommt, nichts wert zu sein, nicht richtig zu sein.<br />
Man will die Anerkennung von genau dem Menschen, der sich einem ständig entzieht, wird süchtig nach dessen Bestätigung, dass man halbwegs wertvoll ist, denn meistens ist man es nicht.</p>
<p>So lange habe ich das Gefühl bekommen, alles mögliche falsch zu machen. Dinge, die im Alltag normal waren, waren plötzlich etwas, das nicht sein darf. Ich habe den Menschen, den ich so sehr geliebt habe, viel zu oft verärgert. Ich habe Dinge getan, die in seinen Augen respektlos waren. Zu diesen Dingen zählte zum Beispiel das Freundetreffen.</p>
<p>Ich habe niemals das Vertrauen missbraucht, trotzdem wurde mir nicht vertraut.</p>
<p>Als Folge durfte ich mich nicht mit Freunden treffen, die männlich waren. Ich habe mich isoliert und meine Freunde lediglich gesehen, wenn wir eine der vielen Beziehungspausen hatten, während denen mein Partner sich nicht mehr sicher war, ob er mich möchte &#8211; und mich wochen- bis monatelang hat warten lassen, mich jedoch weiterhin mit Regeln und Vorwürfen bei sich hielt.</p>
<p>Meine damals beste Freundin, die ich wegen dieser Beziehung – und fehlender Einsicht meinerseits, bald darauf verloren habe, hat einmal zu mir gesagt: <em>„Er hält dich in einem Käfig und wirft dir ab und zu ein paar Brocken zu. Und du freust dich darüber, als wäre es das tollste auf der Welt.“</em></p>
<p>Noch nie habe ich mich so wertlos gefühlt. Wie eine Strafe. War ich wirklich so grausam, dass man fast zwei Jahre braucht, um zu überlegen, ob ich die Richtige bin? Was an mir war falsch, dass ich so lange auf eine Person warten musste, die ich so sehr liebte.<br />
Ich habe angefangen, mir Bücher zu kaufen. Das war zwar der richtige Ansatz, jedoch war es zu kompliziert. Ist das Egoismus? Narzismus? Einfach nur Respektlosigkeit? Bindungs – oder Verlustangst? Eine Beziehungsunfähigkeit?</p>
<p>Ich wusste es nicht. Oder war sein Verhalten ganz normal, meins jedoch nicht?<br />
Je öfter mir meine Freunde und Verwandte sagten, dass ich die Notbremse ziehen sollte, weil das nicht normal sei, desto mehr hängte ich mich rein, mich mehr anzustrengen, ihn zu halten und zu rechtfertigen, weshalb er so reagiert. Die Schuld auf mich genommen, zugegeben, dass all das, was ich mache, wirklich nicht okay ist. Damit sein Verhalten entschuldigt ist.</p>
<p>Irgendwann traf ich auf den Begriff &#8220;Emotionaler Missbrauch&#8220; und traute meinen Augen nicht, als ich gelesen habe, woran man ihn erkennt:</p>
<p>1. Ein ständiger Wechsel zwischen Zuneigung und Ablehnung deines Partners, über Jahre.<br />
2. Krankhafte Eifersucht → Isolation von Freunden<br />
3. Deine Selbstachtung und das Selbstwertgefühl verschwinden nach und nach<br />
4. Es reicht nie, was du tust<br />
5. Kontrolle, Drohungen, wenn du etwas tust, was dem Partner nicht passt<br />
6. Partner ist unfähig, Kritik/Schuld anzunehmen/zuzugeben<br />
7. Partner überschreitet menschliche Grenzen<br />
8. Partner übernimmt keine Verantwortung für das eigene Handeln<br />
9. Partner hat die eigenen Emotionen nicht im Griff<br />
10. Der Fokus liegt die meiste Zeit auf ihm und seinen Bedürfnissen</p>
<p>Wir hatten im Jahr 2017 zwei schlimme Verluste, zwei Fehlgeburten mit einem Abstand von einem halben Jahr. Nach der ersten Fehlgeburt hat er mich alleine gelassen, statt mir beizustehen. Die ganze Situation war so auf ihn gerichtet, dass ich das Gefühl hatte, nicht ich, sondern ausschließlich er hat das Baby verloren. Mein Fokus war auf ihn gerichtet, denn er ist gegangen. Er hat diesen Verlust nicht ausgehalten und hat mich verlassen. Nur für ein paar Wochen, denn ich habe so sehr gekämpft, bis ich am Ende meiner Kräfte war – dann kam er wieder. Ich war der glücklichste Mensch der Welt.<br />
So blind, dass ich mich an jedem Grashalm festhielt.</p>
<p>So fixiert, dass ich den Verlust nicht verarbeitet habe.</p>
<p>Während der darauffolgenden Schwangerschaft hatte ich Angst. Weniger, das Baby wieder zu verlieren, eher, IHN dann wieder zu verlieren! Er war immer so schnell weg.<br />
Wie das Schicksal es wollte, ich verlor das Baby wieder. Und ihn auch.<br />
Diesmal ist er für mehrere Monate gegangen. Zwischenzeitlich hat er mich mit Anwesenheit und Zuneigung beehrt, wann immer er wollte, aber wie es mir ging, wie sehr ich ihn brauchte, war egal. Es ging nur um ihn und dass ich doch gefälligst Rücksicht nehmen soll. Immer und immer wieder.</p>
<p>Ich kämpfte, weinte, wütete, vermisste. Zuneigung bekam ich, wenn er es wollte. Ich gab sie ihm immer, musste jedoch ständig eine Zurückweisung einstecken.</p>
<p>Ich verlor mein Selbstwertgefühl mehr und mehr. Ich fühlte mich nicht mehr richtig, dieser Wechsel zwischen Himmel und Hölle waren unfassbar anstrengend.<br />
Wenn es eine Zeit gab, in der er sich wieder für mich entschied, ich wieder seine Traumfrau war und er sein restliches Leben mit mir verbringen wollte, war es einerseits das schönste, was mir hätte passieren können, andererseits hatte ich einen enormen Druck, eine unterbewusste Angst, weil er nie lange blieb.</p>
<p>Meine Aufgabe war es, da zu sein, perfekt zu sein, Fehler zu verstecken und es meinem Partner so bequem und einfach wie möglich zu machen, denn sonst hätte das Risiko bestanden, dass er wieder geht. Ich war in einer Hab-Acht-Stellung und verlor immer mehr an Energie und Realitätsbezug.</p>
<p>Nichtsdestotrotz war ich der glücklichste Mensch der Welt, wenn er bei mir war, mir Zuneigung und Aufmerksamkeit gab. Denn wenn er da war, war er es richtig. Mit Liebe. So schien es zumindest.<br />
Schwarz und Weiß. Wenn etwas passierte, ein Streit, eine Situation, in der auch ich mal sauer war, oder ein Gedankenblitz seinerseits, verschloss er sein Herz, machte einfach zu und ich war allein. So lange musste ich Rücksicht nehmen, immer und immer wieder. Immer nur Rücksicht, wenn er sich zurück zog.<br />
Aber wurde Rücksicht auf mich genommen, während ich unsere Babys verlor, Zuneigung brauchte oder ihm all meine Liebe geben wollte? Nein. Nie.</p>
<p>Wenn ein Kumpel, der ihm nicht passte, mit mir schrieb, wollte er den Chatverlauf sehen, von oben bis unten, ich habe all seine Wut abbekommen, musste mich rechtfertigen und als wenn das nicht genug wäre, hat auch mein Kumpel Drohungen über Social Media bekommen. Er war so respektlos und herablassend zu eigentlich jedem Menschen. Ich wollte ihn so gerne mitnehmen, wenn ich mich mit Freunden traf, aber das wollte er nie, wollte meine Freunde nicht kennenlernen, ich selbst durfte sie aber auch nicht treffen.<br />
Ich bin so unendlich froh, mir dieses Verhalten nicht angeeignet zu haben.<br />
Ich bin so froh, immer respektvoll gewesen zu sein, denn ich habe die Sicht auf die Realität wieder und weiß zu hundert Prozent, dass ich nie etwas unverzeihliches, respektloses getan habe. Nie.<br />
Das sind Dinge, die er mir niemals vorwerfen könnte.</p>
<p>Oft habe ich es bereut, menschliche Reaktionen gezeigt zu haben, anstatt mich einfach zu fügen, indem ich während eines ausartenden Streits aus dem Auto gestiegen bin, um mit dem Bus nach Hause zu fahren, damit wir uns beruhigen. Denn zu dem Zeitpunkt war ich mir sicher, dass es das schlimmste ist, was ich hätte tun können, was mir auch bestätigt wurde, als ich am Abend zwei blaue Flecken auf meinem Arm entdeckte und mein Handgelenk eine Woche nicht mehr bewegen konnte. <em>„Wärst du im Auto geblieben, wäre das nicht passiert“ </em>Selbst, als zwei fremde Männer zu uns kamen, um ihm zu sagen, dass man so keine Frau durch die Straßen zerrt, war die Antwort <em>„Sie will ja nicht mit mir reden!“</em>. Und ich habe direkt danach den Satz <em>„Na? Haste wieder schön auf die Tränendrüse gedrückt?“ </em>zu hören bekommen. Er hat mir im selben Atemzug verboten, weiterhin mit seinen Eltern Kontakt zu haben, denn &#8220;sowas&#8220; hätten sie nicht verdient.</p>
<p>Ja, meine Tränen flossen. Denn es hat mir unfassbar wehgetan. Nicht nur körperlich, auch im Herzen.</p>
<p>Als wieder eine Phase begann, in der er sich nicht mehr sicher mit mir war – und ich mich mit meinen Freunden traf, um keine Depression zu bekommen, wurden mir grundlos Dinge unterstellt, ich wurde mit einer &#8220;Hure&#8220; verglichen, er stand plötzlich vor der Tür bei meinen Freunden oder drohte mir. Immer wieder.<br />
Alles war ich, alles schlechte, was er sich in dem Moment gerade erlaubte. Jedes Mal. Ein menschlicher Boxsack, der immer hinhalten musste, wenn er es wollte.</p>
<p>Er hat meinem besten Freund schlechte Eigenschaften über mich eingeredet, dass ich mich von Männern leicht beeinflussen lasse und mir nach einer Trennung direkt männliche Ablenkung suchen würde, was mir die Bezeichnung &#8220;Hure&#8220; zu recht geben würde. Hure, Hure, Hure.<br />
So oft habe ich diesen Begriff noch nie gehört und erstrecht nicht im Bezug zu mir.<br />
Ein Mensch, der seine Emotionen nicht im Griff hatte und jegliche Verantwortung für sein eigenes Verhalten abschob.</p>
<p>Keine zwei Wochen später kam der Tag, an dem ich frei sein sollte.<br />
Während ich in der einen Woche eine &#8220;Hure&#8220; war, weil ich Freunde traf, bekam ich in der darauffolgenden Woche den Vorschlag von ihm, mich mit Männern abzulenken.<br />
Denn er trennte sich.<br />
Eine Leere.<br />
Ein Gefühl des Erstickens.<br />
Ein Gefühl der Extase, ein Entzug aus heiterem Himmel.<br />
Er war weg.</p>
<p>Eine zweieinhalb Jahre lange Beziehung, in denen ein Mann mehr als die Hälfte der Zeit braucht, um zu überlegen, ob er bleibt, bis er mich verlässt.<br />
Zweieinhalb Jahre, in denen der Fokus zum größten Teil darauf lag, mich warten – und spüren zu lassen, nicht richtig zu sein.<br />
Zweieinhalb Jahre, in denen ich so viel aufgegeben, verloren und geändert habe, damit er bleibt.<br />
Nein, das war keine Liebe.<br />
Ich war ein Gegenstand, den er besitzen – und kontrollieren wollte.<br />
Mein Herz ist gebrochen, denn meine Liebe war so ehrlich, dass ich ohnmächtig bin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Die GRRRLs Voice of HeRoes Duisburg <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/11/ehre-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>sprechen darüber</strong></a>, wie verletzend es für sie ist, im Namen einer Ehre kontrolliert und bewertet zu werden.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Was juckt dich die Ehre deiner Schwester? <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/05/was-juckt-dich-die-ehre-deiner-schwester/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Fragt Burak</strong></a> und beschreibt all die Gewalt und Unterdrückung als Folge eines patriarchalen Verständnisses von Ehre.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein Schwank aus meinem Leben &#8211; Motivation</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/09/motivation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Sep 2018 07:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Elternschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Mutterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir haben euch schon einige Texte von Marie vorgestellt und sind selbst immer wieder begeistert von ihrer ehrlichen und gleichzeitig positiven Weise, mit der sie ihre großen und kleinen alltäglichen Probleme als junger Mensch und Mutter beschreibt. In diesem Text geht es um ihre Motivation, jeden Tag zu einem besonderen zu machen, eigene Fehler zu]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir haben euch schon einige Texte von Marie vorgestellt und sind selbst immer wieder begeistert von ihrer ehrlichen und gleichzeitig positiven Weise, mit der sie ihre großen und kleinen alltäglichen Probleme als junger Mensch und Mutter beschreibt. In diesem Text geht es um ihre Motivation, jeden Tag zu einem besonderen zu machen, eigene Fehler zu erkennen, zu reflektieren und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Aber lest am besten selbst!</strong></p>
<p><span id="more-10929"></span></p>
<p>Wenn ihr diesen Text jetzt vor euch habt, habe ich es wohl doch endlich geschafft, zu schreiben.<br />
Jeden Tag habe ich mir Gedanken gemacht, was ich abtippe und was nicht.<br />
Ich fange einfach mal an, ohne vorher zu erklären, worum es eigentlich geht.</p>
<p>Regt ihr euch oft über Kleinigkeiten auf? Über das ungeputzte Bad, über im Weg herumliegende Schuhe, über Dinge, die nicht an ihrem Platz stehen?<br />
Das ging täglich bei mir ab. Über alles habe ich geflucht und gemeckert. Ich habe mich selbst ständig über Kleinigkeiten aufgeregt – und wenn ich mir dann versehentlich wehgetan habe, indem ich gegen die Tür gelaufen- , oder gestolpert bin, dann ging es aber richtig los.</p>
<p>Dann wurde ich wütend, habe geflucht und war nicht mehr zu beruhigen.<br />
Aber warum?<br />
Warum passiert so etwas, warum schaukelt man sich da so hoch?<br />
Warum sind wir überhaupt gereizt und schlecht gelaunt?<br />
Das bringt mir doch überhaupt nichts. Es bringt mich nicht weiter.<br />
<strong><br />
</strong>Ich habe jeglichen negativen Einfluss, den ich um mich hatte, ganz weit von mir weg geschoben.<br />
Ganz entfernen geht nie, aber ich lasse ihn nicht mehr an mich ran.<br />
Ich bezeichne mich als eine Mutter, die mindestens genauso viel zutun hat wie Berufstätige in diversen Branchen, Studenten &#8211; oder einfach als eine vollbeschäftigte Person, die wenig Zeit für sich selbst hat, manchmal wochenlang überhaupt keine Zeit, wenn das Kind eine anstrengende Phase hat und meine Nähe noch intensiver braucht, als sonst.<br />
Mein Schlaf wurde über Jahre hinweg alle zwei Stunden unterbrochen, ich sorge für ein kleines Wesen, damit es ihm immer gut geht, überlebt und sich entwickelt. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für andere Dinge, aber das kennt ihr sicherlich.<br />
Natürlich machen wir das aus vollem Herzen und mit Liebe.<br />
Aber Anerkennung schadet niemandem, oder? Mit Anerkennung hab ich viel zutun, davon ist oft die Rede, bloß nicht, was mich angeht. Es sind immer die Menschen gemeint, die arbeiten gehen oder studieren.</p>
<p>Was eine Mutter alles vollbringt, wissen leider nur wenige. Die meisten Mütter tun zusätzlich das, was Haushaltshilfen oft übernehmen. Wir kochen, wir putzen, wir sind die Seelsorge für unsere Kinder, wir machen uns generell Sorgen, wir kaufen ein, wir tauschen um, wir haben Termine, wir sind permanent aktiv, sogar nachts. Wir haben keinen Feierabend!<br />
Denn wer schonmal einen Säugling hatte, kennt die nächtliche Angst.</p>
<p>Wir sind Tag und Nacht, am Wochenende und zu jeder Sekunde für unsere Kinder da.<br />
Wir tun einfach alles und stellen unsere Bedürfnisse hinten an.<br />
Ein Kind ist nicht anstrengend. Das muss man unterscheiden können. Anstrengend ist nur, dass man permanent hochkonzentriert sein muss, keine Krankschreibung einreichen kann, keine Pause machen kann, wenn man es spontan braucht.</p>
<p>Man kann das Füttern oder Zähneputzen nicht ausfallen lassen, wenn man mal keine Lust hat oder müde ist. Wir können keinen Urlaub vom Alltag beantragen. Und ich betone nochmal, dass nicht das Kind so anstrengend ist, sondern die permanente Aufmerksamkeit.<br />
Dann haben Kinder Entwicklungsphasen, in denen sie Zähne bekommen, wachsen, oder einfach sehr viel Mamakontakt brauchen. Kleine Kinder lernen ihre Emotionen kennen, wir begleiten sie dabei.</p>
<p>Das letzte Jahr war ein sehr emotionales und chaotisches Jahr, es gab mehr Tiefen als Höhen und ich hatte so oft keine Lust auf alles. Wenn ich täglich am Ende war, traurig, bedrückt, habe ich alles daran gesetzt, dass mein Kleiner nichts davon mitbekommt. Sowas ist anstrengend.</p>
<p>Gefühle zu verstecken, ins Nebenzimmer zu gehen, um durchzuatmen, Tränen wegzuwischen und weiterzumachen. Tag für Tag.<br />
Das ist auch die Erklärung für meine damals andauernde Müdigkeit, es hatte psychische Ursachen.<br />
Ich hatte nach der Geburt meines Sohnes im Jahr 2015 das Glück, keine Wochenbettdepressionen gehabt zu haben.<br />
Und ich verstehe nicht, warum selten jemand über dieses Thema redet.<br />
Vielleicht liegt das an den Vorurteilen: Wochenbettdepressionen. Depressionen. Trübseligkeit. Nervende Menschen, die kein Bock aufs Leben haben.</p>
<p>Wer hat solche Vorurteile in die Welt gesetzt?</p>
<p>Dabei haben doch so unglaublich viele Menschen Depressionen. Vielleicht sogar die Meisten und – man will es nicht glauben, es ist nichts ansteckendes!</p>
<p>Der Eine verarbeitet psychisch viel, der Andere macht sich nicht viele Gedanken drum und lenkt sich ab. Wir sind doch alle unterschiedlich.</p>
<p>Meiner Meinung nach kann man anderen Menschen die Kraft, dass man nichts verstecken muss, dass es IMMER Gleichgesinnte gibt, erst geben, wenn man selbst etwas erlebt hat.<br />
Ich mag Menschen, die Schwächen einsehen und darüber reden. Die Fehler zugeben und motivieren.<br />
Die mag ich sogar mehr, als diejenigen, die es überspielen und mit Absicht so tun, als wäre das Leben ein Regenbogen mit sprechenden Einhörnern.<br />
Es ist nicht alles so rosig, wie es aussieht, bei niemandem, es geht aber alles immer weiter und jeder Tag wartet darauf, genutzt zu werden, zu etwas Besonderem gemacht zu werden, oder, dass man ihn einfach nur genießt.</p>
<p>Die letzten Monate war so hart, wie noch nie. Es wurde Rücksicht von mir erwartet, es wurde erwartet, dass ich kämpfe. Es wurde erwartet, dass ich rede. Einfach immer. Ich sollte funktionieren, durfte keine Schwäche zeigen.</p>
<p>Dabei war ich es die ganzen Monate über: Schwach.<br />
Was andere von mir und meinem Leben denken, interessiert mich so unglaublich wenig und so sollten viel mehr Menschen denken. Wenn ich wie ein schlechtgelaunter Sack permanent meckere, muss ich mich nicht wundern, wenn man sich abwendet.<br />
Ist einfach so.<br />
In Maßen ist das normal, aber nicht permanent.<br />
Scheißt doch mal auf alles und jeden! Dann sieht die Wohnung halt chaotisch aus, na und?<br />
Dafür kann man mal eben etwas anderes tun. Wieso denken alle so engstirnig und perfektionisitisch? Ich bin das beste Beispiel dafür, denn perfektionistischer als ich es bin, geht es sicherlich kaum.<br />
Aber dass es mich selbst einfach nur einengt und einschränkt, habe ich erst vor kurzem bemerkt.<br />
Aber immerhin habe ich es bemerkt.</p>
<p>Wenn mein Kind permanent jammert, geht es ihm halt nicht gut. Dann meckere ich nicht, sondern versuche alles, damit es ihm besser geht. Manchmal vergesse ich, dass ich die Person bin, die er am meisten braucht. Ich gebe das offen zu, dass ich auch mal überfordert bin, weil ich diese Rolle habe, dass ich als Mama alles ersetzen kann, aber nichts und niemand MICH ersetzen kann für ihn. Das ist eine riesen Verantwortung.<br />
Außerdem fühlt es sich alles so viel schöner an, wenn man glücklich ist.</p>
<p>Glücklich und gesund zu sein ist wirklich ein Heilmittel für einfach alles.<br />
Das Schönste ist für mich, ist Liebe zu bekommen. Von meinem eigenen Kind.<br />
Und ich könnte jetzt schreiben, dass es auch wunderschön ist, von einem Mann geliebt zu werden, der mich so nimmt, wie ich bin, aber das tut er nicht.<br />
Er liebt mich, WEIL ich so bin, wie ich bin. Und das ist noch viel schöner. Zwei Menschen, die mich lieben und brauchen, weil ich ich bin.<br />
Nur darum geht es im Leben. Es geht einfach mal nicht darum, direkt nach dem Schulabschluss einen Beruf zu lernen, es geht auch nicht darum, das meiste Geld zu verdienen, es geht nicht darum, unbedingt die Welt zu bereisen, es geht nicht darum, nach außen hin perfekt zu erscheinen, das größte Auto zu fahren und die teuersten Marken zu tragen.<br />
Das alles ist vergänglich!</p>
<p>Nicht vergänglich sind Liebe, Treue, Vertrauen, Ehrlichkeit, Geborgenheit. Menschen um sich zu haben, denen man zeigen kann, wie sehr man sie in seinem Leben braucht und von denen man das Gefühl bekommt, dass es auf Gegenseitigkeit beruht. Sei es als Lebenspartner oder als Familienmitglied.<br />
Erst, seitdem ich das gecheckt habe, geht es mir wieder gut, ich genieße jeden Tag, auch wenn nichts los ist. Ich freue mich auf den Sommer, ich freue mich darauf, dass alles einfach weitergeht.</p>
<p>Früher, als ich noch kein Kind hatte, war für mich das Schönste, zu Hause in meinem Zimmer zu sein, meine Ruhe zu haben und spontan unabhängig alles tun zu können, was ich möchte.<br />
Das hat sich vor fast 3 Jahren sehr geändert, auch wenn ich meine komplette Familie im Umkreis von 3 Minuten Laufweg habe, bin ich sozusagen abgetrennt und lebe mein eigenes Leben.<br />
Das spüre ich sehr, denn mein Auszug war wie ein Schubs ins kalte Wasser, das hat mich erst mit der Zeit sehr mitgenommen. Es war meine eigene Entscheidung, meine Wohnung noch vor der Geburt zu beziehen. Es ging sehr, sehr schnell.</p>
<p>Im Nachhinein ZU schnell. Ich konnte mich nicht umgewöhnen, plötzlich war mein Zimmer weg, weil ich immer alles auf einmal machen musste und es nicht schnell genug gehen konnte. Das war mein eigener Fehler, ich leide noch sehr darunter, aber ich weiß, es lässt sich nicht ändern, dafür haben sich neue Türen geöffnet.<br />
Dadurch, dass ich zu meiner Familie keinen innigen Kontakt mehr habe, obwohl ich fast täglich dort bin, bin ich so schnell gereift und habe alles alleine gemacht, geplant, gebaut, was sicherlich viele in meinem Alter damals noch nicht konnten oder gewollt haben.</p>
<p>Ich sehe mich dadurch als jemanden, der wirklich weiß, wie man ins richtige Leben springt. Zu schnell, zu chaotisch, oft zu undurchdacht, aber gerade das hat mir gezeigt, was das Leben wirklich ist.<br />
Ich versuche jeden Tag so zu gestalten, dass er sich wirklich gelohnt hat. Dass er keinem anderen Tag gleicht und immer etwas besonderes ist.<br />
Steine, die mir in den Weg geräumt werden, male ich bunt an und lasse sie als Deko stehen.<br />
Wenn mir etwas schlecht gemacht wird, stehe ich drüber.<br />
Wenn ich Stress habe, Zeitdruck und Hektik, bleibe ich einfach gelassen.<br />
Und ganz wichtig: Seht euch selbst! Seid stolz auf euch, auch, wenn mal etwas daneben gegangen ist.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr tolle Texte von Marie findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener"><strong>auf ihrem Profil</strong></a>.</li>
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</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Manipulation</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/06/manipulation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jun 2018 07:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrauen]]></category>
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					<description><![CDATA[Bereits die ersten zwei Texte, die Marie auf meinTestgelände veröffentlicht hat, haben uns besonders aufgrund ihrer Ehrlichkeit begeistert. In ihrem aktuellen Text geht es um Manipulation innerhalb von Beziehungen. Und dabei erzählt Marie ehrlich und detailliert wie sie selbst manipuliert wurde, aber auch wie sie selbst die Rolle der Manipulierenden eingenommen hat&#8230;  Von der Manipulierenden]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bereits die ersten zwei Texte, die Marie auf meinTestgelände veröffentlicht hat, haben uns besonders aufgrund ihrer Ehrlichkeit begeistert. In ihrem aktuellen Text geht es um Manipulation innerhalb von Beziehungen. Und dabei erzählt Marie ehrlich und detailliert wie sie selbst manipuliert wurde, aber auch wie sie selbst die Rolle der Manipulierenden eingenommen hat&#8230; </strong></p>
<p><span id="more-10658"></span></p>
<p><strong>Von der Manipulierenden zur Manipulierten</strong></p>
<p>Es war beruhigend, Kontrolle zu haben. Mir hat das Gefühl von Macht gefallen. Mit ein paar Handgriffen und Sätzen eine ganze Situation ändern zu können, zu meinem eigenen Zweck. Nur für mich, damit es mir gut geht und ich einen Blick auf alles habe. Der Fokus sollte auf mir liegen. Wenn er nicht auf mir lag, war ich beleidigt, sauer, habe ich mich emotional gerächt.   Der Manipulierende pflanzt sich wie ein Parasit in den Kopf des Schwächeren. Man wird ihn nicht los, weil man es zum Einen nicht merkt und zum Anderen das Gefühl hat, dass alles richtig läuft. Und wenn einem doch etwas auffällt, schaut man zuerst in den Spiegel und sucht den Fehler bei sich. Manipulation macht blind, Manipulation macht abhängig.  Einmal ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen, als ich an einem Abend, vor vielen Jahren mit Freunden unterwegs war und einer von ihnen gefragt hat: &#8220;Und, was macht dein Freund so? Außer Stöckchen apportieren?&#8220;  Das war hart. Und wahr. Oh man, das war mir wirklich peinlich. Ich war wesentlich jünger, hatte noch kein Kind und eine andere Vorstellung einer Beziehung als jetzt.   Wenn sich zwei Menschen finden, deren Selbstbewusstsein weit voneinander entfernt ist, gibt es immer eine Person, die (auch im positiven Sinne) die Richtung vorgibt, aber ggf. auch (im negativen Sinne) Macht ausübt – und eine Person, die das akzeptieren muss, wenn sie bleiben will. Und so war es bei mir in den letzten Jahren. Das Traurige ist, dass ich die Machtausübende war. Davon möchte ich euch erzählen. Warum? Weil ich diesen Fehler eingesehen habe, ich habe es eingesehen, dass ich so war und kann offen drüber schreiben, weil ich die andere Seite auch kennengelernt habe: Die der Manipulierten.   Wenn du das machst, musst du die Konsequenzen akzeptieren  Im Nachhinein frage ich mich, warum man sich nicht einfach von mir getrennt hat. Jetzt weiß ich, wieso: Weil es MANIPULATION ist, man bemerkt es nicht. Manipulation bedeutet, etwas verdeckt in der Hand zu haben. Man täuscht, man hat Kontrolle, man lenkt und die andere Person kann gar nicht anders, als mitzugehen, weil es die Möglichkeit, ggf. gehen zu können, nicht gibt. Durch Manipulation lässt man jemanden so handeln, wie man es selbst gerne sehen möchte. In einer Beziehung macht man seinen Gegenüber durch Manipulation abhängig von sich selbst. Emotional, finanziell, materiell, psychisch, was auch immer, einfach abhängig. Man hat das Gefühl, ohne den Anderen nicht mehr leben zu können.  Inzwischen weiß ich, dass Manipulation nichts mit wahrer, ehrlicher Liebe zu tun hat. Ich habe gelernt, dass es einerseits Liebe gibt, andererseits Abhängigkeit. Es gibt beides zusammen, jedoch für den Einen mehr, als für den Anderen.  Ich habe aus Angst manipuliert. Aus Angst, verlassen zu werden. Seltsam oder? Ich habe sozusagen jemandem keine Wahl gelassen, anstatt sein eigenes Handeln zu akzeptieren. Ich habe also etwas getan, wofür man mich eigentlich hätte verlassen müssen – aus Angst, verlassen zu werden. Außerdem lag es an geringem Selbstbewusstsein. Hätte ich ausreichend Selbstbewusstsein gehabt, hätte ich das eigene Handeln meines Partners angenommen, ohne Angst zu kriegen, verlassen zu werden, nur weil die Aufmerksamkeit mal nicht ausschließlich auf mir lag. Dann kam noch Langeweile dazu. Wenn mein Partner in der Zeit, in der ich selbst nichts zu tun hatte, sein eigenes Ding gemacht hat, habe ich mich aus Langeweile – und weil ich es eben konnte – emotional &#8220;gerächt&#8220;, dafür, dass ich nicht im Mittelpunkt stand, weil mein Partner eben auch mal etwas ohne mich zu tun hatte.</p>
<p><strong> Emotionale Rache</strong></p>
<p>Diese &#8220;emotionale Rache&#8220; kann ich nicht genau beschreiben. Ich habe etwas gefühlt wie &#8220;Wenn du jetzt nicht bei mir bist, liebst du mich nicht und kannst mich mal am Arsch lecken&#8220; und musste ihm zeigen, was er eben davon hat. Zum Beispiel habe ich absichtlich mehrere Stunden nicht auf Nachrichten geantwortet, um zu demonstrieren, dass ich auch wichtige Dinge ohne ihn zu tun habe.  Wie du mir, so ich dir. Was du kannst, kann ich schon lange.  Im Nachhinein bin ich froh, dass die armen Kerle mich nicht länger ertragen mussten, so würde ich auch keine Beziehung mit mir führen wollen – oder umgekehrt eine Beziehung mit einem Mann, der mich so an der Leine führt. Im Endeffekt wurde es mit der Zeit sehr langweilig, weil mein Gegenüber keine eigene Meinung mehr hatte, die emotionale Waage bei diesem Ungleichgewicht schon ins kippen geriet, es keine Spannung mehr gab, weil ich die Fäden in der Hand hatte und mein Partner für mich gelebt hat, anstatt mit mir.  Ziemlich erbärmlich von mir, wenn ich das im Nachhinein alles Revue passieren lasse. Wie wenig habe ich an mich selbst geglaubt, an meinen eigenen Wert, dass ich keine Wahl gelassen habe, sich eigenständig – und ggf. gegen mich zu entscheiden. Wie unmenschlich.  Wie kann man denn glücklich sein, wenn es der Partner gar nicht selbst entscheiden kann, ob er glücklich ist, sondern es sein MUSS, weil er sonst emotionale bestraft wird.</p>
<p><strong>   Mutter sein oder manipulieren?   </strong></p>
<p>Seit ich ein Kind habe, hat sich einiges geändert bei mir. Die Verantwortung hat den größten Platz eingenommen, sodass ich keine Kapazität mehr habe, etwas anderes zu lenken oder zu kontrollieren. Das war wie eine Therapie.  Mein Sohn bekommt meine Aufmerksamkeit, meine Energie, ich könnte es mir nicht mehr leisten, mich so auf das Manipulieren eines Menschen zu konzentrieren. Außerdem kann ich es mir nicht leisten, meine Launen durch Situationen, die mir nicht passen, so zu versauen, wenn die Prioritäten ganz woanders liegen, nämlich auf der Entwicklung meines Kindes. Wenn man ein Kind bekommt, reift man. Das ist einfach so. Seit ich Mutter bin, habe ich ein anderes Bild einer Beziehung. Ich habe gelernt, zu akzeptieren, zu schätzen, zu respektieren. Ich habe meinen eigenen Wert erkannt und würde niemanden mehr zwingen, sich mit mir abzugeben, wenn er es nicht von selbst möchte. Ich behandle, wie ich selbst behandelt werden möchte. Kein Mensch der Welt ist perfekt, in Beziehungen tun wir alle mal Dinge, die nicht besonders nett sind, testen unbewusst Grenzen aus, kontrollieren auch mal, sind beleidigt und legen unwichtige Dinge auf die Goldwaage. Das ist ganz normal. Nur wenn genau das so überwiegt, dass es kein Gleichgewicht mehr gibt, ist es nicht mehr normal.</p>
<p><strong>Nun war ich an der Reihe  </strong></p>
<p>Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich als erfolgreich Manipulierende mal zur blinden Manipulierten werde. Das einzig Positive daran ist, dass ich mich dafür schäme, was ich mal getan habe.  Ich habe diese Abhängigkeit kennengelernt, wenn man hingestellt wird, als macht man einen riesen Fehler, den man sofort einzusehen hat, wenn man nicht drunter leiden möchte, selbst wenn man ihn vielleicht gar nicht als Fehler sieht. Nur weil man selbstständig etwas entscheidet, was der anderen Person nicht gefällt.</p>
<p>Ohne, dass es um Betrug, Unwahrheiten oder sonstige Vertrauensmissbräuche geht. Einfach alltägliche Entscheidungen. Ich war an dem Punkt, an dem ich mich selbst dafür mit Missachtung gestraft habe, mir eingeredet habe, ich sei nichts wert, weil ich immer Fehler mache, wegen denen man sauer werden musste, sich zurückzog oder mich beschimpft hat, ganz wie es in dem Moment beliebte – und für all das Argumente hatte, damit ich diese Reaktionen verstehe.</p>
<p>Wenn die Zärtlichkeit, das Liebevolle, die Aufmerksamkeit nachlässt und die Zeit, die aber genau dafür dienen sollte, dafür genutzt wird, die Liebe in den Hintergrund zu schieben, Macht auszuüben, Drohungen auszusprechen, ein schlechtes Gewissen einzureden, auf Fehler aufmerksam zu machen, zu versetzen und vertrösten, aber immer mal wieder ein wenig gibt, wird man abhängig, weil man selbst ja Liebe empfindet und sich daher über jeden Brocken, der einem ab und zu hingeworfen wird, freut, als wäre es das Tollste auf der Welt.</p>
<p><strong>Jeder Mensch mit Selbstbewusstsein manipuliert?</strong></p>
<p>Natürlich nicht. Ich habe mich selbst gefragt, wieso es Menschen gibt, die so etwas tun.  Und dann bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass manipulierende Menschen in der Vergangenheit vielleicht einen Verlust erlebt haben könnten.  Dass etwas passiert ist, was sie nicht mehr unter Kontrolle hatten, etwas hinnehmen mussten, was nicht zu ändern war. Ein Verlust, eine Trennung, einfach etwas, wo sie kein Mitspracherecht hatten und etwas Schmerzhaftes akzeptieren mussten, was sie so nicht noch einmal erleben möchten. Das kann dann zur Folge haben, dass man einen Menschen so einengt, kontrolliert und manipuliert, damit derjenige nicht auf die Idee kommt, einen zu verlassen, oder die Chance hat, einen anderen Weg einzuschlagen. Wenn man manipuliert, ist man meiner Meinung nach eigentlich sehr, sehr ängstlich und hatte schon mal selbst das Gefühl, abgelehnt worden zu sein. In meinem Fall war es eine prägende Beziehungstrennung vor einigen Jahren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><strong> </strong>Alle Texte von Marie <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Wie schön Liebe und Beziehung sein können, schreibt Nev <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/04/beziehungsweise/" target="_blank" rel="noopener"><strong>in diesem Text</strong></a>.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum es sich nicht lohnt, das Handtuch zu werfen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/04/das-handtuch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Apr 2018 07:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsdruck]]></category>
		<category><![CDATA[Mutter]]></category>
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					<description><![CDATA[Schwäche und Überforderung sind in unserer Gesellschaft nur selten anerkannt. Leistung und Funktionalität stehen da schon eher im Mittelpunkt. Besonders als Mutter kann man nicht einfach sagen, man sei überfordert. Dann ist man ja in den Augen vieler schnell eine schlechte Mutter. Unsere Autorin Marie schreibt in diesem Text über Gefühle, die sie auf der]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Schwäche und Überforderung sind in unserer Gesellschaft nur selten anerkannt. Leistung und Funktionalität stehen da schon eher im Mittelpunkt. Besonders als Mutter kann man nicht einfach sagen, man sei überfordert. Dann ist man ja in den Augen vieler schnell eine schlechte Mutter. Unsere Autorin Marie schreibt in diesem Text über Gefühle, die sie auf der Straße so nie aussprechen würde.</strong></p>
<p><span id="more-10537"></span></p>
<p>Als ich vor einigen Monaten realisiert habe, wie schwach man auf die Gesellschaft wirkt, wenn man, wie ich als junge Mutter, mal &#8220;nicht mehr kann&#8220; oder überfordert ist, habe ich mich hingesetzt und überlegt, weshalb so viele Menschen so unfassbar engstirnig denken.<br />
Traut man sich überhaupt noch, zuzugeben, dass man erschöpft ist, überfordert ist oder vielleicht sogar nachdenkt, etwas hinzuschmeißen?<br />
In meiner Nachbarschaft habe ich einige Male gehört, wie sich die ältere Generation über ihre erwachsenen Töchter und deren Nachwuchs unterhalten:&#8220; Die ist komplett überfordert, das hätte sie sich aber vorher überlegen können!&#8220;<br />
Wie bitte? Nun komme ich gerade mit zwei vollen Einkaufstaschen aus dem Supermarkt, schiebe den vollgepackten Buggy mit meinem müden, weinenden Sohn, der permanent versucht, rauszuklettern – und fühle mich ziemlich überfordert. Hätte ich mir das &#8220;aber vorher überlegen können&#8220;? Hätte ich machen können. Und dann? Setze ich deshalb kein Kind in die Welt, weil es nach einem Einkauf mal anstrengend sein könnte?</p>
<p>Ich schreibe jetzt etwas, was ich auf offener Straße nicht laut aussprechen sollte:<br />
Ich habe sehr oft keine Energie, Motivation oder Ausdauer mehr. Kranker Scheiß, was?<br />
Dabei meint man doch, sobald man ein Kind hat, ist man stark und unberechenbar, eine Maschine, die nur noch funktioniert.<br />
Seit ich Mutter bin, habe ich gelernt, dass ich zwar – man will es nicht glauben &#8211; weiterhin Emotionen und Bedürfnisse habe, diese aber, wenn sie ins nicht besonders positiv sind, Probleme bereiten. Ich würde mich dann lieber zurückziehen.<br />
Aber wem hilft es, wenn ich dem nachgebe? Ich würde mich festbeißen und vielleicht nicht mehr herausfinden. In ein Loch fallen.<br />
Warum schreibe ich so offen darüber? Weil es nichts Schlimmes ist.<br />
Weil es jedem Anderen manchmal genauso geht. Manchmal geht es einem ganz lange so, manchmal ist das aber auch schnell wieder vorbei.<br />
Deshalb ist das etwas ganz normales, ein ganz normales Gefühl, ein ganz normales &#8220;Mit den Kräften am Ende sein&#8220;.<br />
Nur, wer sich genau das eingesteht, dass auch das mal passieren kann, lebt. Wenn man es unterdrückt, nicht zugibt, versucht, perfekt zu sein, ist innerlich sicher nicht erfüllt, setzt sich selbst unter Druckt.<br />
Ich bin manchmal ganz stark überfordert. Weil dann mein Bedürfnis, einfach nur ein eigener, unabhängiger Mensch zu sein, überwiegt. Dann will ich nicht mehr. Dann ist eine Grenze erreicht und ich könnte auf der Stelle das Handtuch werfen. Und zwar ganz weit weg.<br />
Ich stelle alles infrage, halte mich für eine beschissene Mutter, weil ich nicht vierundzwanzig Stunden am Tag hochmotiviert und dauerbespaßend durch die Gegend hüpfen kann, permanent lachen kann, mich das zehnte Mal in Folge darüber freuen kann, wenn mein Sohn etwas Tolles macht. Denn das tut er. Er macht ganz tolle Dinge, die ständig mein Herz erfüllen.<br />
Auch wenn ich meine Grenze erreicht habe.</p>
<p>Eine Grenze zu erreichen, überfordert zu sein, bedeutet, keine Kapazität mehr zu haben, keinen Aufwand mehr zu betreiben oder etwas zu tun, was aktuell nicht seinem eigenen Bedürfnis entspricht. Es bedeutet nicht, aufzugeben. Wenn man aufgibt, wirft man das Handtuch und geht. Und wie ich oben geschrieben habe &#8220;Dann ist eine Grenze erreicht und ich könnte auf der Stelle das Handtuch werfen.&#8220; Ja, auch ich denke das manchmal.<br />
Wichtig ist dann, zur Ruhe zu kommen.<br />
Zeit zu haben, dieses Chaos wieder ordnen zu können.<br />
Denn wir werfen nicht einfach das Handtuch, was unser Leben ist. Das wirft man nicht einfach weg. Denn was haben wir dann? Wahrscheinlich erstmal nicht viel.<br />
Ist es das wert?<br />
Oder ist das, was wir haben, das, was wir uns aufgebaut haben, mehr wert?<br />
Die Mühe wert, auch in schlimmen Zeiten an unser Herz zu glauben und uns daran zu erinnern, WIESO wir hier stehen.<br />
Weil wir uns so entschieden haben.<br />
Weil wir es wollten.<br />
Weil wir dieses Leben in guten Phasen sehr, sehr lieben. Und in schlechten Phasen kein Bock mehr auf nichts haben. So ist das. Bei mir und bei Dir. Und das ist gut so.</p>
<p>So kann es uns ins verschiedenen Situationen gehen. Ob man eine Beziehungskrise durchlebt, Verantwortung zu tragen hat, einen Beruf ausübt, zur Schule geht, einfach immer.</p>
<p>Das Leben ist nicht einseitig. Man könnte meinen, ein Leben ist einseitig, wenn ein Mensch die Schule beendet, einen Beruf lernt und den Rest seines Lebens die selbe Arbeitsstelle hat.<br />
Aber – und darauf möchte ich hinaus – es geht mir nicht um das, womit wir unseren Tag verbringen.<br />
Es geht mir um das Innere. Unser Herz, unsere Gefühle, unsere Emotionen, unsere Gedanken. DAS ist nicht einseitig und prägt unser Leben. Darauf baut es sich auf. Darauf, was wir in uns haben an Emotionen.<br />
Denn auch ein Mensch, der seit zwanzig Jahren den selben Beruf Tag für Tag ausübt, hat kein einseitiges Leben, wenn er, wie wir alle, Phasen durchlebt, in denen er zu Tode betrübt ist, oder so glücklich, dass er auf Wolken zur Arbeit schwebt.<br />
Wir kennen das ALLE!<br />
Niemand ist damit allein.<br />
Und trotzdem fühlen wir uns oft furchtbar allein, nicht wahr?<br />
Weil leider niemand in unseren Kopf schauen &#8211; und unsere Gefühle ändern kann, um uns aus dieser Phase zu befreien.<br />
Das tun wir ganz alleine, wir befreien uns von ganz allein, indem wir Hoffnung haben.</p>
<p>Das ganze Leben besteht also aus Überforderung, aus Antriebslosigkeit, aus Hoffnungslosigkeit, aus Phasen fehlender Motivation, die uns verleiten, uns für einen Versager zu halten.<br />
Das Leben besteht aus Wut, auf uns selbst und auf Andere, aus Trauer, aus Trennungen, aus Kummer.<br />
Wir verschließen uns, weil wir nicht mehr wollen.<br />
Wir machen einfach zu.<br />
Keine Lust mehr.<br />
Komplett überfordert.<br />
Zu viel Alltag, zu viel Arbeit, zu viel Erwartungen. Erwartungen an uns selbst und von anderen. Von all den Erwartungen an das Leben enttäuscht, jedoch diese Enttäuschung erwartet.<br />
Wir können nicht mehr.<br />
Es ist alles zu viel.<br />
Ist das MEIN Leben?<br />
Wollte ich das je so, wenn ich nun nicht mehr kann? Natürlich kann man nicht glauben, dass der Weg richtig war. Nicht, wenn man an seiner Grenze ist. Dann ist alles falsch, was man je getan hat. Dann ist man selbst falsch. Falsch und alleine und niemand versteht einen. Niemand versucht, einen zu verstehen.<br />
Niemand kümmert sich um Dich, weil alle anderen klarkommen und alles auf die Reihe bekommen, während Du selbst eingehst.</p>
<p>Ein Teufelskreis. Die Anderen kriegen alles hin, während man selbst anscheinend versagt. Niemandem fällt auf, dass diese Phase, die man gerade erlebt, für jemand Anderen aktuell eine ganz tolle, erfolgreiche Phase ist, die aber auch umschlägt und auch die Person plötzlich nicht mehr kann, wenn DEINE Kraft wieder da ist und Du voll durchstartest.<br />
Dann bist Du der, der anscheinend alles super schafft, während der Andere glaubt, aufgeben zu müssen.<br />
JEDER hat Phasen.<br />
Gute und Schlechte.<br />
Wenn Du eine schlechte Zeit hast, hat jemand anderes gerade eine sehr gute Zeit. Und umgekehrt. Vergiss das nicht.<br />
Das Leben kann megamäßig beschissen sein.<br />
Für jeden.<br />
Aber so hoffnungslos wir uns fühlen, während wir aufgeben, hat bereits ganz tief innen wieder etwas Neues begonnen.<br />
Wir erinnern uns.<br />
Es muss nur etwas Vertrautes passieren und wir freuen uns, lachen und erinnern uns. Und dann ist sie wieder da. Die schöne Seite des Lebens. Wir haben sie einfach aus unserem Herzen geholt.</p>
<p>Wie beschreibe ich die schöne Seite des Lebens? Ganz einfach. Ich erinnere mich kurz, was ich in der letzten Zeit, wenn es manchmal auch nur Tage oder Wochen waren, erlebt habe.<br />
Die schöne Seite besteht aus Höhen, in denen man wunschlos glücklich ist, aus wochenlanger Motivation, aus plötzlicher Energie, woher die auch immer kommen mag, aus langanhaltender Ausdauer, dass das Leben perfekt erscheint, weil man alles ohne viel Aufwand schafft.<br />
Außerdem besteht die schöne Seite des Lebens aus ganz viel Spaß, stundenlangem Lachen, aus Zeit und aus Liebe. Zu wissen, man wird gebraucht, zu spüren, dass es ein Kind gibt, das zu mir hoch schaut, von mir lernt.</p>
<p>Das alles sind wunderschöne Dinge, die wir während der schönen Seite des Lebens erleben, die sich wiederholen.<br />
Und das ist das Wichtige, dass man genau daran glaubt, sich daran festhält: Sie wiederholen sich. Immer und immer wieder.<br />
Mal variiert die Länge der Phasen, aber sie kommen immer wieder.</p>
<p>Das ist LEBEN.<br />
Diese Dinge halten uns aufrecht, geben uns Hoffnung, geben Kraft, weiterzumachen und optimistisch zu bleiben.<br />
Bestärken uns, dass es richtig ist.<br />
Das WIR richtig sind, das unser Leben richtig ist.<br />
Das wir in die richtige Richtung gehen und alle Steine und Hindernisse mal ganz einfach zur Seite schieben können, aber auch mal zu zweit anpacken muss und einen fetten Stein aus dem Weg räumt. Damit unser Weg wieder frei ist und wir weitergehen können.</p>
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<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
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<li>Hier könnt ihr einen weiteren Text von Marie <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/01/mein-babyalltag-mit-22/" target="_blank" rel="noopener"><strong>über ihre Mutterschaft</strong></a> lesen.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier einen Text von Sarah zu <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/02/feministische-erziehung/" target="_blank" rel="noopener"><strong>feministischer Erziehung von Jungen</strong></a>.</span></li>
</ul>
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		<title>Mein Babyalltag mit 22</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/01/mein-babyalltag-mit-22/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jan 2018 07:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Schwangerschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Eigentlich wollte Marie nur zur routinemäßigen Kontrolle zu ihrer Frauenärztin. Diese verrät ihr allerdings, dass Marie schwanger ist. Über den Moment, der ihr Leben auf den Kopf stellte, die Schwangerschaft, die Geburt und den Alltag mit Kind, Freund und Familie hat Marie einen Text geschrieben. Nachdem ich am 2. Februar 2015 den Satz: “Sie sind]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eigentlich wollte Marie nur zur routinemäßigen Kontrolle zu ihrer Frauenärztin. Diese verrät ihr allerdings, dass Marie schwanger ist. Über den Moment, der ihr Leben auf den Kopf stellte, die Schwangerschaft, die Geburt und den Alltag mit Kind, Freund und Familie hat Marie einen Text geschrieben.</strong></p>
<p><span id="more-10302"></span></p>
<p><strong>Nachdem ich am 2. Februar 2015 den Satz: “Sie sind schwanger!“ von meiner Frauenärztin hörte, begann ein neuer Lebensabschnitt für mich. Eigentlich war ich nur zur Kontrolle dort. </strong>Ab dieser Sekunde habe ich mich anders gefühlt. Das war wie ein Schock, aber ein positiver, weil es plötzlich in meinem Leben eine Veränderung gab, mit der ich nicht gerechnet habe. Ich war 21 Jahre alt, mein Freund 20, wir lebten beide noch bei unseren Eltern, er machte im Sommer 2015 sein Abi, ich habe zu der Zeit studiert. Es war also nichts geplant und es war bis dahin auch nichts in Planung!</p>
<p>Ich kam nach Hause, mit einem kleinen Baby, das zu dem Zeitpunkt so groß war, wie ein Reiskorn, im Bauch, das am 20. September auf die Welt kommt. Meine Eltern, meine Schwester, mein Freund, meine Großeltern und meine anderen Verwandten haben sich unglaublich gefreut. Die Familie meines Freundes nicht, das war aber kein Problem, denn unser Baby sollte sowieso in meiner optimistischen Familie aufwachsen.</p>
<p>Die ersten 7 Monate meiner Schwangerschaft verliefen sehr entspannt, mir war nie übel, ich war weiterhin fit und konnte alles machen, was ich vorher auch gemacht habe. Mein Freund und ich haben eine Wohnung gefunden, gleich in der Nebenstraße meiner Eltern. Da wir eben erst am Anfang des Lebens standen, spielte natürlich auch das Geld eine Rolle. Wir wussten nicht, was man monatlich für Windeln, etc. ausgeben musste. Bei ProFamilia wurden wir sehr gut beraten und konnten so besser planen. Während einer Schwangerschaft muss man nicht viel Geld ausgeben. Wenn man wenig Geld zur Verfügung hat, gibt es sehr gut erhaltene, gebrauchte Kinderwägen, Autoschalen, Wickeltische, Klamotten und Wiegen, was komplett übernommen wird. Man muss nicht reich sein, wenn man ein Baby bekommt!</p>
<p>Wir haben alles neu gekauft, aber auch nur, weil es uns finanziell gut geht. 4 Monate, bevor ich von der Schwangerschaft erfuhr, machte mir mein Freund einen Heiratsantrag, den er im Mai 2015 wiederholte, als ich schon im 5. Monat schwanger war. Er wollte vor der Geburt heiraten, sodass wir von Anfang an eine richtige Familie, mit gleichem Nachnamen sind. Der Hochzeitstermin war im Juli 2015, ich war zu dem Zeitpunkt im 8. Monat, passte aber noch super in mein Brautkleid. Es wurde viel geplant, gekauft und vorbereitet, auch das ging mit dem Babybauch super, ich war voller Elan, das passiert oft bei Schwangeren im Endstadium, habe ich gehört.</p>
<p>Wenige Wochen, bevor wir heiraten wollten, musste die Hochzeit abgesagt werden, weil sich die Familie meines Freundes quergelegt hat. Im August 2015 begann der Umzug in unsere Wohnung, ich hatte schon einen großen Bauch, inzwischen musste ich alle 2 Wochen zum Frauenarzt, vorher war es alle 4 Wochen. Das war hart, denn die Ultraschallfotos waren spannend, da wären wir lieber öfter gegangen. Beim Frauenarzt wird jedes mal Blut abgenommen, der Blutdruck und das Gewicht gemessen und man muss Urin abgeben. Ab der 30. Schwangerschaftswoche kommt man noch dazu ans CTG, um die Wehentätigkeit und das Herz des Babys zu kontrollieren. Die ersten Monate alle 4 Wochen, danach alle 2 Wochen. Ich hatte das Glück, bei wirklich jedem Termin ein Ultraschallfoto zu bekommen, am Ende waren es fast 13 Stück! In der 23. Schwangerschaftswoche gab es die Feindiagnostik, dort habe ich ein 3D-Foto bekommen und einige kleine Ultraschall-Videos. An dem Tag haben wir die Bestätigung erhalten, dass es ein Junge wird. Anfangs war ich etwas enttäuscht, denn ich hatte mir so sehr ein Mädchen gewünscht. Ich musste mich langsam an den Gedanken gewöhnen, dass es ein Junge wird. Aber ich wusste, dass ich unser Baby lieben werde und habe gehofft, dass es gesund und ohne Probleme auf die Welt kommt.<br />
Die ersten Bewegungen, die ich gespürt habe, waren einzigartig, das kann man nicht beschreiben. Manchmal hatte er Schluckauf oder hat einfach vor sich hin gewühlt und getreten. Ein richtiger Mensch, der in einem anderen Menschen wohnt. Unglaublich.</p>
<p>Durch den Umzugs-Stress hatte ich vorzeitige Wehen und bekam Bettruhe verordnet. Die konnte ich nicht einhalten, weil wir eben mitten im Umzug steckten und ich in solcher Situation nicht einfach herumliegen kann. Die Wehen haben sich nicht verschlimmert. Im Sommer hochschwanger zu sein, war echt anstrengend. Die Hitze, die man aushalten muss, macht einem zu schaffen, denn es fließt mehr Blut durch den Körper, man hat einen anderen Menschen mit zu versorgen, man wird schwerer, der Körper arbeitet und daher war es echt eine Qual. Insgesamt habe ich 15 kg zugenommen, das liegt im Normalbereich.</p>
<p>Anfang September hatte ich keine Lust mehr, ich war so ungeduldig, hab so viele Mütter mit Babys gesehen und wollte meins auch endlich haben. Es waren noch 20 Tage bis zum Entbindungstermin und ich hatte noch nicht mal eine Hebamme! Die hätte ich mir schon viel früher suchen müssen. Meine Frauenärztin hat mir einen Termin bei ihrer praxisinternen Hebamme gemacht, sodass ich noch einige Fragen klären konnte. Einen Geburtsvorbereitungskurs habe ich auch nicht besucht, weil ich mir das nicht besonders cool vorgestellt habe, zusammen mit anderen schwangeren Frauen. Ich dachte mir, im Endeffekt kann man nicht so handeln, wie man es plant. Ich habe mich informiert, wie man die Geburt anregen kann, hab dann oft abends warm gebadet, meinen Bauch mit Ölen massiert und scharf gegessen. Hat alles nichts gebracht, denn das Baby macht sich dann auf den Weg, wenn es bereit ist, da kann man tun, was man will.</p>
<p>Am 7. September hatte ich den ganzen Tag Rückenschmerzen, ich wusste nicht warum, ich habe nicht schwer getragen oder mich viel bewegt. Die Schmerzen wurden nachts schlimmer, ich konnte mich gar nicht bewegen. Am 8. September ist morgens, beim Aufstehen, die Fruchtblase geplatzt. Das war der nächste Schock, gleich nach meinem Frauenarztbesuch im Februar. Man wartet auf diesen Moment und wenn er da ist, ist man total überrascht. Erst war ich mir nicht sicher und dachte, vielleicht kann ich einfach meine Blase nicht mehr halten, aber es wurde immer mehr und hatte einfach eine andere Konsistenz. Also hab ich meiner Mutter und meinem Freund Bescheid gesagt und wir sind ins Krankenhaus gefahren. Dort kam ich direkt ans CTG und es waren Wehen zu erkennen, der Muttermund war 1 cm auf. Dann ging es ins Vorwehenzimmer, es war richtig schön da, wie im Hotel. Dort sollte ich vor mich hinwehen. Um 11 Uhr bekam ich homöopathische Tabletten und ein Bauch-Öl, damit die Wehen in Gang kommen, das hat auch ziemlich gut geholfen, denn ab 13 Uhr gings richtig schön los mit der Eröffnungsphase. Ich hatte zu dem Zeitpunkt starke Schmerzen, eine PDA gibt&#8217;s aber erst im Kreißsaal und dazu muss der Muttermund 4 cm auf sein. Also weiter gequält, mit einem Tropf gegen die Schmerzen, sodass ich zwischen den Wehen eingeschlafen bin, also im 2 Minutentakt. Das nächste mal beim Muttermunduntersuchen war er 4 cm auf, es war 18:39 Uhr, also ab in den Kreißsaal, natürlich nicht ohne das typische Wehen-Gebrüll, im Gang auf dem Weg dahin. Im Kreißsaal kam dann die Anästhesistin, die mir die PDA gelegt hat. Wie soll man ruhig, im Schneidersitz, mit einem Katzenbuckel sitzen, wenn man alle 2 Minuten die Schmerzen seines Lebens hat? Vor der PDA gab es also nochmal ein Schmerzmittel. Gespürt habe ich absolut nichts, vom Legen der PDA, auch keinen Stromschlag im Bein, vor dem ich gewarnt wurde. Kurz darauf waren die Schmerzen endlich weg, aber ich habe meinen Körper von der Brust an bis zu den Zehen nicht mehr gespürt. Das hat die Anästhesistin etwas verunsichert, sie tigerte einige Zeit immer mal wieder zu mir, um zu sehen, ob ich meine Beine wieder bewegen kann. &#8222;Das ist komisch, das sollte so nicht sein&#8220; hat sie gesagt und die Hebamme meinte, dass sie wohl versehentlich eine Spinalanästhesie gelegt hat, wie beim Kaiserschnitt. Naja gut, Schmerzen hatte ich nicht mehr, daher war mir alles egal. Von 18:30 Uhr bis 23:45 Uhr lag ich im Kreißsaal rum, dann wurde Fieber gemessen und ich bekam einen Wehentropf, damit die Wehen in Gang kommen. Der hing genau 5 Minuten an mir, da kamen um 23:50 Uhr die Hebamme und die Ärztin und sagten, dass mein Baby und ich 38 Grad Fieber haben, seine Herztöne sich verschlechtert haben und wir jetzt beginnen müssen. Durch den Tropf gab&#8217;s noch ein Antibiotikum. Von der Brust abwärts war ich immernoch gefühllos, das war praktisch, denn die Presswehen habe ich nur als Druck nach unten gespürt und konnte zwischen den Wehen mit der Ärztin quatschen. Kurz vor Ende haben Hebamme und Ärztin ziemlich erschrocken geguckt, mir ist fast das Herz stehen geblieben. Gesagt haben sie nichts, nur, dass ich nicht mehr Pressen soll. Die Ärztin hat sich auf meinen Bauch gestemmt, die Hebamme hat gezogen und dann war unser Elias Leonardo M. um 0:14 Uhr, am 9.9.2015, mit 3420 g und 53 cm, auf der Welt. Es war kein Schrei zu hören und ein paar Sekunde haben die Hebamme und die Ärztin irgendwas an ihm gemacht, dann hörte ich ein Röcheln und einen kleinen Schrei und er wurde mir auf die Brust gelegt. Er hat mich direkt angeguckt, mit dunkelblauen Augen und seiner kompletten Hand im Mund.</p>
<p>Seine Nabelschnur war 2 mal um den Hals gewickelt und ich hatte einen Dammriss 2. Grades, der von der Ärztin und der Oberärztin 1 Stunde lang genäht wurde. Eine Betäubung dazu brauchte ich nicht, ich hab ja sowieso nichts gespürt. Während der Geburt haben mein Freund, meine Mutter und meine Schwester vor dem Kreißsaal gewartet. Eigentlich war es anders geplant, aber dann musste alles so schnell gehen, dass man nichts mehr ändern konnte. 2 Stunden nach der Geburt konnte ich schon duschen gehen und geschlafen haben wir auch gut. Das Anlegen an der Brust hat auf Anhieb funktioniert. Die Narben haben am nächsten Tag absolut nicht wehgetan. Am 2. Tag habe ich heftige Kopfschmerzen bekommen, die, sobald ich mich hingelegt habe, verschwunden sind. Sie waren nur im Stehen/Sitzen da und nicht auszuhalten. Es wird wohl als Unterdruck-Syndrom bezeichnet.</p>
<p>Ich konnte mich leider die erste Woche nicht richtig um Elias kümmern, nur das Stillen im Liegen ging, mehr nicht. Ich konnte ihn nicht herumtragen, nicht wickeln, das hat mich sehr belastet. Meine 15 kg, die ich zugenommen hatte, waren schon fast verschwunden, direkt nach der Geburt habe ich schon 12 kg weniger gewogen und mein Bauch sah aus, wie vorher.</p>
<p>Elias&#8216; Papa und meine Familie unterstützten mich sehr, wickelten ihn, machten mir Essen, erinnerten mich ans Trinken. Die ersten Tage zu Hause habe ich super geschlafen, ich war alleine im anderen Zimmer, um Ruhe zu bekommen und alle 2 Stunden hab ich Elias zum Anlegen bekommen.</p>
<p>Nach einer Woche war wirklich alles wieder gut, das war eine richtig intensive Woche, man merkt, was eine Geburt für eine Anstrengung für den Körper ist.<br />
3 Wochen später konnten mein Freund, Elias und ich endlich in unsere Wohnung ziehen, die fast fertig war. Mein Freund ist jeden Tag arbeiten gegangen, seine Abizeit war im Sommer zu Ende und er hat direkt mit einer Ausbildung begonnen. Ich bin in Elternzeit und umsorge Elias. Trotz der Arbeit hat mein Freund oft die Nachtschicht übernommen, sodass auch ich schlafen konnte. Elias hat sich wunderbar eingewöhnt, meine ganze Familie liebt ihn, die Familie meines Freundes interessiert sich nicht für ihn, außer die Großeltern. Elias hat also 2 Paar Urgroßeltern, das ist wirklich selten!</p>
<p>Nun ist das Jahr 2015 vorbei, Elias ist fast 4 Monate alt und dieses Jahr war voller Ereignisse. Mein Freund und ich sind von der ersten Sekunde an gereift, dazu musste man nicht viel lernen. Wir hatten plötzlich ein Baby auf dem Arm, dessen Eltern WIR sind. Wir waren Eltern und dieses Baby braucht uns zum Überleben, da hat der Mensch anscheinend eine Automatik, dass man das Wesen umsorgen, pflegen und glücklich machen möchte. Und dass es funktioniert, zeigt er uns jeden Tag, wenn seine blauen Augen leuchten und er uns anstrahlt. Dann wissen wir, dass er uns liebt und wir alles richtig machen. Er vertraut uns und das ist das Wichtigste. Dieses Gefühl kann man in jedem Alter geben, wenn man sich drauf einlässt, wenn man diese Veränderung zulässt. Denn dazu braucht man kein bestimmtes Alter, es gibt genug Menschen, die älter als 25 Jahre sind und ihre Babys weggeben, oder sogar töten! Es ist auch nicht unnormal, wenn man während der Schwangerschaft oder nach der Geburt auf einmal traurig wird und alles infrage stellt. Das ist normal und das hat fast jede Frau, JEDEN Alters. Eine Wochenbettdepression hatte ich nicht, aber auch das ist bei jeder Frau unterschiedlich. Meine Nachsorgehebamme hat mich super unterstützt, uns alles gezeigt, denn keiner kann auf Anhieb wissen, wie man mit seinem ersten Baby umgeht. Elias&#8216; Papa ist für mich der beste Papa, den er bekommen konnte und ich hoffe, dass ich als Mutter auch alles richtig mache. Meine Familie, unsere Nachbarn, Freunde und Bekannte freuen sich jedes mal, wenn sie uns, als kleine Familie sehen und das bestärkt uns, dass es richtig gewesen ist.</p>
<p>Der negative Einfluss von der Familie meines Freundes verschwindet im Hintergrund.</p>
<p>Wir sind sehr gespannt, was im Jahr 2016 passiert, denn heute vor 1 Jahr hätten wir NIE geahnt, was 2015 alles kommt.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
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<li>Wie geht eigentlich feministische Erziehung von Jungs? Mögliche Antworten lest ihr in <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/02/feministische-erziehung/" target="_blank" rel="noopener"><strong>diesem Interview</strong></a>.</li>
<li>Mehr über Maries Babyalltag könnt ihr<strong> <a href="http://www.mariebloggt.de/">in ihrem Blog</a> </strong>mitverfolgen.</li>
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