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	<title>Cybermobbing &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<item>
		<title>Ein Anruf, der ihr Leben veränderte</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/05/ein-anruf-der-ihr-leben-veraenderte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 May 2017 07:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgrenzung]]></category>
		<category><![CDATA[Cybermobbing]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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		<category><![CDATA[Mobbing]]></category>
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					<description><![CDATA[Mila postet selten auf Facebook, private Bilder sind überhaupt nicht auf ihrem Profil zu finden. Doch dann wird ihr Account gehackt und verbreitet bearbeitete Fotos von ihr. Als ihre Mutter ihr davon am Telefon berichtet, ist ihr klar, dass sich ihr Leben verändert&#8230; Das Telefon klingelte, während Mila gerade dabei war, die aktuelle Version ihres]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mila postet selten auf Facebook, private Bilder sind überhaupt nicht auf ihrem Profil zu finden. Doch dann wird ihr Account gehackt und verbreitet bearbeitete Fotos von ihr. Als ihre Mutter ihr davon am Telefon berichtet, ist ihr klar, dass sich ihr Leben verändert&#8230;</strong></p>
<p><span id="more-8964"></span></p>
<p>Das Telefon klingelte, während Mila gerade dabei war, die aktuelle Version ihres Praktikumberichts zum gefühlt zwanzigsten Mal zu überarbeiten – es war wirklich nicht sonderlich nett gewesen, diese Ausarbeitung über die Ferien aufzugeben – aber gut. Jetzt quälte sie sich eben zum hoffentlich letzten Mal durch die allerfeinsten Korrekturen in Sprache und Format ihres zwanzigseitigen Textes.</p>
<p>Das Klingeln ertönte erneut. Wer rief denn jetzt an!? An einem Dienstagvormittag!? Wenn keine Ferien waren, war zu dieser Zeit doch nie jemand zu Hause – das sollten selbst die Werbefuzzies wissen, die sie und insbesondere ihre Mutter ununterbrochen belästigten – und die Mila immer wieder abwimmeln musste. Sie hasste es, diesen Angestellten, die in ihrem pseudofreundlichen Ton und mit ihrer überaus korrekten Wortwahl pausenlos auf sie einredeten, tausend Mal erklären zu müssen, dass momentan niemand anderes als sie zu Hause sei und sie auch ganz sicher sowohl keinen neuen Handstaubsauger oder Türabtreter als auch keine „ultramoderne“ gestreifte Porzellankatze kaufen wolle, bevor sich diese endlich geschlagen gaben und ein erzwungenes „Tschüss! Dann bis zum nächsten Mal!“ herausbrachten.</p>
<p>Gerade jetzt war sie jedoch besonders sauer auf das Klingeln, da das nervige Geräusch sie nun vollkommen aus dem Konzept brachte. Trotzdem machte sie sich schließlich auf die Suche nach dem Telefon &#8211; man konnte schließlich nie wissen, ob vielleicht doch auch einmal jemand anderes als nur Firmenvertreter anriefen.</p>
<p>Also rannte sie die zwei Stockwerke nach oben, von woher sie die Tonfolge vernommen hatte, und nachdem sie es schließlich geschafft hatte, auf die grüne Taste zu drücken, kurz bevor der Anrufbeantworter ansprang, rief sie atemlos „Wibekind, Mila; Hallo!?“ in den Hörer.</p>
<p>Mila erkannte sofort, dass es ihre Mutter war, die am anderen Ende der Leitung sprach. Sie kannte keine andere Person, die so laut in ihren Handylautsprecher sprach, wie diese Frau, sodass man bei Telefonaten mit ihr das eigene Telefon mindestens zwei Meter von seinem Ohr entfernt halten musste, um keine irreversiblen Schäden davon zu tragen. Ihre Rechtfertigung: man muss ja schließlich so laut rufen, dass die Worte beim Gesprächspartner ankämen. Naja – wenn man es eben immer noch nicht realisieren kann, wie fortgeschritten die Technik inzwischen ist, muss man sich damit abfinden. Auch dieses Mal dröhnte Mila wieder ein „Hallo!“ entgegen, noch bevor sie fertiggesprochen hatte. Daher war an diesem Telefonat zumindest zu Beginn nichts anders als an jedem anderen – und Mila hatte nicht die geringste Chance zu ahnen, was dieser kurze Anruf für sie noch alles bedeuten würde.</p>
<p>„Hi Schatz! Schau mal bitte auf deiner Facebook-Seite!! Da passiert gerade etwas vollkommen Seltsames. Es geht irgendso eine Nachricht herum mit einem total seltsamen Text. Warte! Ich lese ihn dir kurz einmal vor:</p>
<p><img /></p>
<p>Und dann ist da noch ein Link. Irgendwie postet das dein Facebook-Account gerade auf die Seiten von all deinen Freunden!“</p>
<p>Mila war ein beliebtes Mädchen. Sportlich, schlau, hilfsbereit, selbstbewusst und ganz besonders dickköpfig. Sie war fast überall beteiligt, plante zahlreiche Aktionen, die auf Missstände in der Welt aufmerksam machen sollten – und hatte viele Freunde. Ihre facebook-Liste zählte über 500 – dabei ist anzumerken, dass sie nie jemanden annahm, den sie nicht persönlich kannte, auch niemanden, den sie zwar kannte, bei dem sie aber nicht wusste, was sie jemals mit ihm über facebook kommunizieren sollte. Sie nutzte diese Plattform meistens nur dazu, um auf dem Laufenden zu bleiben, oder andere auf dem Laufenden zu halten. Verwendete sie, um auf Aktionen hinzuweisen, Anhänger und Unterstützer zu gewinnen und Termine und Treffpunkte bekannt zu geben.</p>
<p>Nach einem eigenen Bild von ihr selbst konnte man auf ihrer Seite vergeblich suchen. Stattdessen hatte sie eine Petunie – ihre Lieblingsblüte &#8211; als Profilbild, ihr Hintergrund war eine Fotografie aus dem letzten Urlaub, auf dem man nichts sah als Palmen und Meer bis zum Horizont.</p>
<p>Sie hatte nie viel über sich in ihrem virtuellen Profil bekannt gegeben, hatte weder bestätigt, welche Schule sie besuchte, noch ihr wirkliches Geburtsdatum eingetragen. Den „Like“- Button verwendete sie ausschließlich für Aktionen, die von ihrem Gymnasium oder ihren Freunden ins Leben gerufen worden waren und den Beziehungsstatus hatte sie einfach durchgehend auf „Single“ gestellt – was zwar auch stimmte, aber auch wenn sie einmal einen Freund haben würde, sah sie keinen Sinn darin, dies sofort der gesamten Facebook-Welt bekannt zu geben.</p>
<p>Es gab viele Jungs, die auf sie gestanden hatten. Mila war groß für ihr Alter, schlank und sportlich &#8211; und ihre dunklen Augen strahlten etwas Geheimnisvolles aus – sie glänzten. Ihre langen schwarzen Haare trug sie meist offen, sodass sie in großzügigen Wellen über ihre Schultern flossen. Nur im Sommer band sie diese zu einem Pferdeschwanz zusammen, wenn es ihr zu heiß wurde und ihre Haare drohten, an ihrem T-Shirt festzukleben.</p>
<p>Sie hatte nie auf Anfragen der Jungs reagiert, rückte ihre Handynummer nur sehr sparsam heraus – sie wollte keinen Freund. Hatte einfach keine Zeit dazu und war sich jetzt schon sicher, dass er sich spätestens einen Monat nach dem ersten Kuss darüber beklagen würde, dass sie bisher immer noch kein einziges Mal mit ihm ins Kino, Schwimmbad, oder ähnliches gegangen war und sie bisher vielleicht gerade einmal zwanzig Sätze persönlich und drei Nachrichten per Handy ausgetauscht hatten – nein! Ein Junge passte in ihren Zeitplan wirklich überhaupt nicht rein – aber diese Einstellung machte sie für viele Jungen nur noch interessanter.</p>
<p>&#8212;-                              &#8212;-</p>
<p>Am 21.06.2017 traf ein dunkelhaariges Mädchen bei der Polizei ein. Es war hübsch, ihre langen schwarzen Haare fielen in großzügigen Wellen über ihre Schultern, ihre Augen zogen mit ihrem tiefen Braunton den Blick von Tim an, der ihren Fall übernehmen sollte. Doch irgendetwas trog an dem Schein dieses hübschen, jungen Mädchens. Erst auf den zweiten Blick bemerkte er, wie stark ihre Fingernägel abgekaut waren, wie abgemagert ihr gesamter Körper wirkte und wie traurig und verzweifelt ihn die eigentlich so schönen Augen anstarrten. Unterlegt von einem tiefen Schatten der Augenringe, die von schlaflosen Nächten zeugten und umrahmt von einem roten eiförmigen Abdruck, der ahnen ließ, wie oft sie in ihrem Leben schon geweint haben musste. Ihre gesamte Körperhaltung wirkte ängstlich, seltsam in sich geschlossen &#8211; einsam.</p>
<p>Als er sie bat, ihm doch bitte zu erzählen, worin ihr Anliegen bestünde, wollte sie sich gar nicht erst setzen. Als sie es letztendlich doch tat, schaute sie sich unruhig um. Ihr Blick schnellte von seiner Ausgangsposition in der Mitte immer wieder ruckartig nach rechts oder links, wenn sie meinte, etwas gehört oder einen fremden Blick im Nacken gespürt zu haben. Ihre Augen immer wachsam und ängstlich. Wurde sie verfolgt!?</p>
<p>Als sie zu erzählen begann, war ihre Stimme so leise, dass sich Tim ein wenig nach vorne über den Tisch beugen musste, um sie zu verstehen. Ihre Stimme war nicht nur leise, sondern auch zittrig, immer wieder stockte sie mitten im Wort und das Mädchen schien andauernd den Faden ihres Berichtes zu verlieren. Tim schaffte es nur einzelne Wortfetzen zu verstehen: Hacker, facebook, Nacktfotos, die nicht ihre waren, PhotoShop, Anti-Gruppe, schon wieder facebook, Neid, Angst, Drohbriefe, Freunde, Feinde, Kommentare, Bilder… . Mehr konnte er nicht entschlüsseln, bevor das Mädchen in Tränen ausbrach.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier lest ihr, wie schnell aus <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/11/die-vierte-stunde/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Cybermobbing Übergriffe</strong></a> in der Schule werden.</li>
<li>Tipps wie ihr euch gegen Cyberübergriffe wehren könnt findet ihr <a href="https://www.lizzynet.de/wws/behaupte-dich-gegen-mobbing-tag.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>bei LizzyNet</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die vierte Stunde</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/11/die-vierte-stunde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[LizzyNet]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Nov 2016 08:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgrenzung]]></category>
		<category><![CDATA[Benachteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Cybermobbing]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie schnell aus Cybermobbing Übergriffigkeiten und verbale Attacken in der Schule werden können, zeigt Anna bei #netzheldin mit dieser guten Story. Veronicas Lippen waren ganz besonders glänzend und erst die Farbe. Wo hatte sie nur diesen Lipgloss her. Ich versuchte mich wieder auf den ausgeklügelten Mist, der aus diesem perfekt gestylten Lippen tropfte, zu konzentrieren.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie schnell aus Cybermobbing Übergriffigkeiten und verbale Attacken in der Schule werden können, zeigt Anna bei #netzheldin mit dieser guten Story. </strong><span id="more-7581"></span></p>
<p>Veronicas Lippen waren ganz besonders glänzend und erst die Farbe. Wo hatte sie nur diesen Lipgloss her. Ich versuchte mich wieder auf den ausgeklügelten Mist, der aus diesem perfekt gestylten Lippen tropfte, zu konzentrieren. Wen hatte diese Terrorschlampe nun für ihren feigen Machenschaften auserkoren?<br />
&#8222;Ich wüsste zu gern wer diese supergirl43 ist? Ich würde ihr zu gern den Hals umdrehen. Sie hat den letzten Shitstorm auf die Streber-Lisa total ruiniert. Betti wir hätten dich echt gebraucht.&#8220;, sagte sie, als ob sie über Germanys Next Topmodel reden würde.<br />
Ich verzog mein Gesicht zu einer bedauernden Maske und erwiderte: &#8222;Ja, ich hätte dich so gerne unterstützt, aber meine nervige Mutter erlaubt mir nicht ohne Aufsicht im Netz zu surfen. Sie ist ja so eine paranoide Kuh.&#8220;<br />
Meine Mutter ist eigentlich ganz in Ordnung. Sie hat mir erst einen neuen Rechner besorgt. Ich liebte dieses Stück, aber ich war zu feige um Veronica ins Gesicht zu sagen, dass ich bei ihrem Cybermobbing nicht mitmachen werde.<br />
&#8222;Egal&#8220;, setzte Veronica fort. Mein Einwurf hatte sie nicht interessiert. Sie wusste nun, dass ich ihr noch zuhörte. Das reichte.<br />
&#8222;Lisa hat einen neuen grottenhässlichen Pullover. Wir sollten ihr heute Abend wirklich die Hölle heiß machen. Habt ihr gesehen wie sie sich bei Herrn Schubert eingeschleimt hat? Diese dreiste Streberin hat es so verdient.&#8220;<br />
Jenny und Daniela pflichteten ihr bei. Ich nickte, zu ängstlich meine echte Meinung zu sagen.<br />
Veronica, du bist eine Schlange, eine schlechte Freundin und mit dem Rock siehst du aus wie eine Nutte.<br />
Ein Glück konnte ich mich während des Unterrichts abkapseln. Ich wusste, was Veronica vorhatte. Mehr wollte ich eigentlich nicht von ihr.<br />
Mit Karikaturen meines Lehrers Herr Nase konnte ich mich vom gehässigen Getuschel hinter Lisas Rücken drücken. Jenny, neben mir, kicherte über die übertrieben groß gezeichneten Nasenhaare. Auch wenn mir die Galle hochstand, hatte ich zu viel Angst vor ihrem Zorn in der Schule.<br />
Ich freute mich schon auf das letzte Läuten, nach dem ich mich in mein Netz zuhause verziehen konnte.</p>
<p>Ich schleuderte meinen Rucksack in eine Ecke und fuhr meinen Schatz hoch. Das Summen der Lüftung beruhigte mich und ich konnte schnell das Gefühl bevorstehender Rache genießen. Bald schon lag ich in sämtlichen sozialen Netzwerken auf der Lauer wie eine Spinne und wartete bis die Gruppe Wespen, die ich meine Freunde nannte, auf die Jagd gingen.<br />
Nun war ich supergirl43, eine Verteidigerin der Schwachen im Netz. Ein spezielles Programm teilte mir immer mit, wenn die Klicke schrieb. Einfache Antworten schrieb die Anwendung für mich. Ich war sehr stolz auf das, was ich programmiert hatte. Im Netz fühlte ich mich stark und mutig. Ich bekämpfte die Tyrannei Veronicas. Ich war eine moderne Heldin.</p>
<p>Am nächsten Tag war Veronica nicht wiederzuerkennen. Ich hatte sie wohl etwas überreizt. Sie tobte so stark, dass es ihr glatt die Sprache verschlug. Ich genoss die Stille und fühlte mich gut. Das Gefühl, sie besiegt zu haben erfüllte mich. Ich dachte, ich hätte sie gebrochen. Veronica lästerte nicht einmal mehr über Lisa oder supergirl43.<br />
Dann kam die vierte Stunde und Herr Nase war spät dran. Veronica kochte über. Sie nahm eine Schere, ging zielstrebig auf Lisa zu und packte ihre Haare. Über das erschrockene und schmerzerfüllte Wimmern Lisas, brüllte Veronica:<br />
&#8222;Hier kann dich dein Supergirl nicht beschützen. Soll ich dir nicht eine schöne neue Frisur verpassen? Dann kann dich deine Heldin ja loben und trösten. Ein Zwei-Zentimeter-Schnitt würde dir stehen.&#8220;<br />
Eingefroren starrte die ganze Klasse auf die Szene. Bis auf das herzzerreißende Heulen Lisas, war es sehr still geworden. Ich musste etwas dagegen tun. Das erhabene Gefühl war verpufft. Die virtuelle Veronica so zu reizen, dass sie in der Realität noch mehr Schaden anrichtet, war ein großer Fehler gewesen. Übrig blieben nur die Schuld und die Angst. Ich musste endlich etwas sagen, doch meine Stimmbänder waren gelähmt. Das einzige, was ich schaffte, war mich auf meine Beine zu stellen. Mit aller Kraft versuchte ich einen Ton hervorzubringen und schaffte es doch nicht. Stattdessen klingelte mir nur das linke Ohr, als Jenny neben mir brüllte:<br />
&#8222;Veronica, es reicht jetzt endgültig. Der Spaß ist jetzt vorbei. Ich habe lang genug mitgemacht. Wenn du das tust, bin ich nicht mehr deine Freundin.&#8220;<br />
&#8222;Ja, Veronica, du bist in letzter Zeit immer schlimmer geworden. Ich fühle mich schon seit Wochen schlecht, wegen dir. Wenn du nicht sofort loslässt, ist es aus.&#8220;, warf auch Daniela Veronica an den Kopf.<br />
Nach einem sehr langen Moment der Stille, in dem Lisa und Veronica die beiden Sprecherinnen aus großen Augen anstarrten, ließ Veronica die Schere fallen und ging zu ihrem Platz.<br />
Herr Nase betrat den Raum und alle setzten sich.<br />
Nicht ich war eine Heldin, sondern Jenny. Ich bin so schlecht wie Veronica gewesen und genauso feige.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.lizzynet.de/behaupte-dich-gegen-mobbing-tag.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">Wie gegen Cybermobbing</span></a> aktiv werden, lest ihr auf lizzynet</li>
<li>Material gegen Cybermobbing für Unterricht und Eltern <a href="https://www.schau-hin.info/extrathemen/cybermobbing.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">von klicksafe kostenlos hier</span></a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Online-Sanitäterinnen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/07/die-online-sanitaeterinnen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[LizzyNet]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Jul 2016 08:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Cybermobbing]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer wieder hat #netzheldin kleeblatt41 Stress durch Mobbingattacken von Mitschüler*innen. Der Griff zu Smartphone ist fast immer mit dem Lesen von Beleidigungen im Gruppenchat verbunden. Doch unverhofft kommen ihr die Online-Sanitäterinnen auf Whatsapp zu Hilfe. Mein Handy klingelte, immer und immer wieder. Ging das schon wieder mit dem Mobbing los? Aber früher oder später musste]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Immer wieder hat #netzheldin kleeblatt41 Stress durch Mobbingattacken von Mitschüler*innen. Der Griff zu Smartphone ist fast immer mit dem Lesen von Beleidigungen im Gruppenchat verbunden. Doch unverhofft kommen ihr die Online-Sanitäterinnen auf Whatsapp zu Hilfe.</strong></p>
<p><span id="more-6860"></span></p>
<p>Mein Handy klingelte, immer und immer wieder. Ging das schon wieder mit dem Mobbing los? Aber früher oder später musste es ja so kommen. Zuvor wurde ich wenigstens &#8222;nur&#8220; in der Schule als &#8222;abgemagerte Bohnenstange&#8220;, oder &#8222;Hast du nicht Angst, du fließt beim Duschen durch den Abfluss?&#8220; beleidigt. Aber seit die Leute aus der Schule im Internet angefangen hatten, sich über meine Magersucht lustig zu machen, ging der Shitstorm richtig los. Nicht mal in unserer WhatsApp-Klassengruppe schreckten sie davor zurück. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, die Sache zu ignorieren und erst recht nicht die Nachrichten zu lesen, doch ich konnte es nicht ertragen, nicht zu wissen, was die Leute über mich redeten.<br />
Mit zitternden Händen nahm ich also mein Smartphone entgegen und tippte den PIN ein. Ich machte mich schon auf das Schlimmste gefasst, während ich den Klassenchat öffnete. Was war das? Ich überflog einige Beleidigungen, aber erst nach ein paar Kommentaren erkannte ich, dass diese ausnahmsweise nicht mir galten.<br />
&#8222;Schämt euch!&#8220;<br />
&#8222;Ihr seid das Letzte!&#8220;<br />
&#8222;Es ist schon erbärmlich, Menschen grundlos zu beleidigen, aber was ihr hier online treibt, ist mehr als bodenlos!&#8220;<br />
&#8230;<br />
Darunter stand noch:<br />
Ira hat die Gruppe verlassen.<br />
Maya hat die Gruppe verlassen.<br />
Nele hat die Gruppe verlassen.</p>
<p>Da ich so viel Schlimmes in den letzten Monaten erlebt hatte, konnte ich mir nicht sicher sein, ob sich hier tatsächlich jemand auf meine Seite stellte und versuchte mich zu unterstützen. Aber ich wagte es zu hoffen.<br />
Trotzdem reagierte ich zunächst nicht, da ich Angst hatte, es könnte sich um eine Art &#8222;Trick&#8220; handeln. Bis jetzt hatte ich Ira, Maya und Nele kaum wahrgenommen. Auch sie hatten mich bisher kaum beachtet, und die fiesen Attacken gegen mich schienen einfach an ihnen vorbeizugehen. Wenigstens hatten sie sich nicht daran beteiligt, was mir Mut machte.</p>
<p>An diesem Tag schien mein Handy nicht mehr still zu liegen. Nachricht um Nachricht folgte, die Gespräche in der Gruppe schienen zu eskalieren. Spannend verfolgte ich alles mit, und spätestens als zum ersten Mal mein Name auftauchte, war ich sicher, dass es hier um mich ging. Als jedoch die Beschimpfungen mir gegenüber wieder überhand gewannen, nahm ich mir vor, mich zunächst einmal nicht mehr mit diesem Thema zu beschäftigen.<br />
Nach dem &#8222;Abendessen&#8220;, einem Streit mit meiner Mutter und unzähligen Versuchen, endlich mein Deutschreferat zu erledigen, gelang mein Handy mal wieder auf unerklärliche Weise in meine Hände.</p>
<p>Nele hat dich zu einer Gruppe hinzugefügt.<br />
Gespannt ließ ich meine Finger über den Bildschirm gleiten. Und fand mich als Mitglied in einer Gruppe namens &#8222;Die Online-Sanitäterinnen&#8220; wieder. Scherz oder Wirklichkeit?<br />
Ohne auch nur den Blick einmal abzuwenden, verfolgte ich den Chatverlauf. Ich war aufgeregt, ungeheuer aufgeregt.</p>
<p>Nele: &#8222;Hey Leute, willkommen in der Realität!&#8220;<br />
Ira: &#8222;Ohne Feigheit und Beschimpfungen!&#8220;<br />
Maya: &#8222;Ja Mädels, zusammen schaffen wir&#8217;s!&#8220;</p>
<p>Ich wusste nicht, was sie damit meinten. Außer mir hatte Nele auch ein paar Mädchen aus der Parallelklasse der Gruppe hinzugefügt, die ich ebenfalls nur flüchtig kannte. Nach einigen Minuten folgten endlich Erklärungen.</p>
<p>Ira: &#8222;So jetzt schaffe ich hoffentlich Klarheit! Eure verdutzten Gesichter hätte ich gerne gesehen. 🙂 Nele, Maya und ich hatten eine Idee! Da wir alle unter unseren Problemen leiden und manche von euch niemanden haben, mit dem sie diese teilen können, dachten wir uns, wir führen so eine Art &#8222;Erste Hilfe-Chat&#8220; ein. Ihr könnt jederzeit Fragen, Anmerkungen und euren Stress mit uns teilen.<br />
Und ich spreche hier im Sinne aller: ALLES WAS WIR HIER BESPRECHEN, BLEIBT AUCH HIER!!!“</p>
<p>Maya: &#8222;Genauso ist es, wir haben hier auch nur vertrauenswürdige Personen ausgewählt, also keine Scheu!&#8220;</p>
<p>Gerne hätte ich sofort losgelegt, da ich wirklich das Gefühl hatte, dass es endlich jemanden gab, der mir zuhörte und mich ernst nahm. Aber aus Vorsicht wollte ich den Anderen Vortritt gewähren und warten, wer dem Angebot nachkam.</p>
<p>Es dauerte nicht lange, dann schrieb jemand:<br />
Sarah: &#8222;Hey Mädels, ich hab ein riesiges Problem, meine Eltern lassen sich scheiden und sind völlig zerstritten. Und jetzt soll ich mich entscheiden, zu wem ich ziehen soll&#8230;.“<br />
Ira: &#8222;Das können sie doch nicht von dir verlangen!&#8220;<br />
Sarah: &#8222;Scheint leider so :/ &#8220;<br />
Lisa: &#8222;Mach ihnen klar, dass du dich nicht auf einen von ihnen beschränken willst!&#8220;<br />
Ich: &#8222;Genau! Für einen von ihnen musst du dich wohl oder übel entscheiden, aber mach ihnen klar, dass dir beide GLEICH WICHTIG sind und du den anderen jederzeit besuchen und sehen möchtest. Gib ihnen auch zu verstehen, wie sehr du unter der Situation leidest und dass du hoffst, sie bemühen sich um ein gutes Verhältnis.&#8220;<br />
Sarah: &#8222;Wenn das so einfach wäre&#8230; Aber ihr habt Recht, ein ruhiges Gespräch ist das Beste. Es wird schwierig&#8230;&#8220;<br />
Ira: &#8222;Kopf hoch, wir stehen dir zur Seite!&#8220;<br />
Maya: &#8222;Es wird besser!&#8220;</p>
<p>Jetzt traute ich mich auch, über meine Situation zu schreiben.</p>
<p>Ich: &#8222;Ich hab da, wie ihr sicher wisst, auch ein Problem! Nicht nur, dass ich unter der Essstörung leide, die gemeinen Mobbingattacken machen mir unglaublich zu schaffen!&#8220;<br />
Sarah: &#8222;Das tut mir leid. Sich immer gegen einen zu stellen, so feige und asozial.&#8220;<br />
Nele: &#8222;Wir müssen ein Zeichen dagegen setzen! Deshalb sind wir auch aus der Klassengruppe raus! Tut mir leid, dass ich nicht schon eher reagiert habe!&#8220;<br />
Ira: &#8222;Mir auch..&#8220;<br />
Maya: &#8222;Morgen rede ich mit ein paar Leuten in der Klasse, damit sie dir auch zur Seite stehen. Wenn wir nur genügend Mitschüler überzeugen, wie erbärmlich die Aktionen sind, sinkt die Unterstützung und Bewunderung für die Mobber automatisch!&#8220;<br />
Ich: &#8222;Danke, Maya!&#8220;<br />
Maya: &#8222;Keine Ursache, wir bringen sie dazu, sich klein und nichtig zu fühlen.&#8220;<br />
Nele: &#8222;Das bekommen wir hin, zusammen!&#8220;<br />
Sarah: &#8222;Auch wenn ich in einer anderen Klasse bin, ich helfe euch!&#8220;<br />
Kati: &#8222;Ich auch!&#8220;<br />
Lina: &#8222;Ich auch!&#8220;<br />
&#8230;.</p>
<p>Nach unzähligen weiteren Nachrichten schlief ich ein und zum ersten Mal seit langer Zeit freute ich mich wieder auf die Schule.</p>
<p><strong>Weiterführende Links:</strong></p>
<ul>
<li>Poetry-Slam-Text: <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/04/poetry-slam-text-anders-sein/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anders sein als die Masse</a></span></li>
<li>Jeder ist anders. <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/10/gleichberechtigung-ist-fuer-alle-da/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Doch Gleichberechtigung ist für alle da.</a></span></li>
<li>Mobbing in der Schule – <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.vigeno.de/heli-scheuble-kerntopf/praxis-life-mobbing-schule-free" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Magersucht</a></span></li>
</ul>
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