Gleichberechtigung ist für alle da

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(c) Cary Bass-Deschenes:  Equality  (CC BY-SA 2.0)

Gleichberechtigung ist für alle da. Man muss nicht gleich sein. Jeder ist anders. Aber alle sollen berechtigt sein, so zu sein wie sie sind. Manchmal muss man kämpfen für seine Rechte. Ich will kein Unrecht.

Zu dieser „Gleichberechtigung“ gehört mehr. Es gibt immer mehr Gleichberechtigte, damit immer mehr gleichberechtigt sind. Und damit es keine Schlägereien gibt, damit niemand aggressiv wird oder Steine auf Autos schmeißt.

Es geht nicht, dass andere sich einmischen, aber wenn andere sagen: „Wir kümmern uns nicht um die anderen“, dann ist das auch nicht richtig. Gleichberechtigung heißt auch: keine Gleichgültigkeit!
Man muss gleichberechtigt sein. Jeder muss zu seinem Recht kommen. Jeder hat seine Rechte und seine Grenzen. Und die muss man auch ausleben.

Gut, wir im Haus achten immer drauf.

Man geht ja auch raus, unter Leute. Aber Heidrun (aus meiner Wohngruppe) braucht Begleitung; Heidrun sammelt gerne Müll oder zerreißt Nachbars Hecken, aber weil sie nicht aufpasst, wird sie vielleicht totgefahren auf der Straße. Trotzdem: Heidrun muss auch gleichberechtigt werden.

Aber ich sehe mir auch andere Leute an, im Fernsehen: Menschen, die auf die Straßen laufen und Menschen zusammenschlagen. Das ist auch nicht richtig, das muss man denen mal beipusten. Wenn die Leute auf die Straße gehen, weil sie demonstrieren wollen, weil sie Rechte haben wollen, dann ist das aber auch gut und Recht.

Wir haben Arbeit, wir verdienen unser gutes Geld.
Gleiches Recht für eine und gleiches Recht für alle.

Drunter und drüber geht gar nicht. Das gilt für alle Leute, nicht nur für uns. Andere müssen auch zu ihrem Recht kommen, und andere haben auch ihre Meinung. Wenn in meiner Wohngruppe jemand sagt: „Ich würde das und das ändern“, dann würden wir das besser machen. Das ist mein Wunsch.
Wir haben leider keinen Interessenten für Bewohnerkonferenzen. Es interessiert keinen. Ich unterstütze die Bewohner. Ich bin gewählt worden. Ich finde es nicht in Ordnung, dass sich sonst keiner äußert. Es müssen da auch Gleichberechtigungen sein. Es müssen Meinungen gesagt werden.
Es muss da viel Verständnis eingebracht werden, dass man nicht die Betreuer fragt, sondern dass die Betreuer fragen: Was willst Du? Es geht nicht darum, was der Betreuer will, sondern was der Bewohner will. Der Bewohner muss sich äußern.

Zu Hause habe ich gelernt, dass man immer fragt und hilfsbereit ist. Ich brauche jemanden, der mich unterstützt. Ich brauche deinen Rat. Andere sind auch krank oder haben Schmerzen oder Kummer oder einfach nur Redebedarf: Da sollten wir auch helfen.

von Birgit Hohnen

Wir sind die Story-Teller aus Hamburg. Mit unseren Texten möchten wir von unseren Erfahrungen berichten und Denkanstöße geben.

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