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	<title>Erziehung &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Blau für Jungs, Rosa für Mädchen?!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Wiedenhöft]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Apr 2017 07:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
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					<description><![CDATA[Kindern den Freiraum zu geben, sich frei von Geschlechterklischees und vorgegebenen Rollenbildern zu entwickeln, ist der Wunsch vieler Eltern. Leider ist dies gar nicht so leicht. Bei der Auswahl der Kleidung oder dem Spielzeug gilt – Blau für Jungs, Rosa für Mädchen. Blau für Jungs, Rosa für Mädchen. Die Industrie beeinflusst den Geschmack unserer Kinder]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kindern den Freiraum zu geben, sich frei von Geschlechterklischees und vorgegebenen Rollenbildern zu entwickeln, ist der Wunsch vieler Eltern. Leider ist dies gar nicht so leicht. Bei der Auswahl der Kleidung oder dem Spielzeug gilt – Blau für Jungs, Rosa für Mädchen.</strong></p>
<p><span id="more-7950"></span></p>
<p>Blau für Jungs, Rosa für Mädchen. Die Industrie beeinflusst den Geschmack unserer Kinder stark. Und die Eltern machen fleißig mit.</p>
<p>Mein Sohn mag Rot. Am liebsten ein leuchtendes, so wie das von Mohnblumen oder Marienkäfern. Das stellt uns oft vor Herausforderungen.</p>
<p>Im Schuhgeschäft geht es los. Dicht aneinander reihen sich die schwarzen und dunkelblauen Schuhe im Regal über dem in blauen Buchstaben „Junge“ steht. Dazu gibt es wütend schauende Ninjas, die sich mit Star-Wars-Kriegern abwechseln. Ein einfaches rotes Paar Schuhe ist nicht dabei. Im Regal nebenan reihen sich pinke und lila Schuhe aneinander, mit filigranen Bögen, Rosen und Glitzer. Auch hier ist kein einfaches rotes Paar Schuhe zu finden.</p>
<p>Auch bei T-Shirts ist es nicht besser. Auf der einen Seite stapeln sich Superhelden vor schwarzem oder blauem Hintergrund. Auf der anderen tanzen Feen, Elfen und Prinzessinnen in pink und rosa um die Wette.</p>
<p>Mein Sohn ist Schwarz und wünschte sich sehr eine Puppe, die ihm ähnlich sieht. Er bekam eine Doc McStuffins-Puppe, über die er sich riesig freute. Er strahlte, als er das Geschenk auspackte und nahm die Puppe direkt am nächsten Tag mit in den Kindergarten. Als ich ihn nachmittags abholte, war er sehr geknickt. Seine Freunde sagten, sie spielten nicht mit Puppen. Das sei ein Mädchenspielzeug.</p>
<p>Ich begann tatsächlich zu zweifeln. War es die richtige Entscheidung, meinem Sohn eine Puppe zu kaufen? Schließlich möchte ich nicht, dass er geärgert oder ausgeschlossen wird, auch, wenn ich es schlimm finde, Kindern aufgrund ihres Geschlechts bestimmtes Spielzeug zu geben oder vorzuenthalten.</p>
<p>Am nächsten Tag suchte ich das Gespräch mit der Erzieherin meines Sohnes. Sie versprach, die Angelegenheit in der Gruppe mit allen Kindern zu besprechen, machte mir Mut.</p>
<p>Nach wie vor glaube ich, dass es wichtig ist, einem Kind den Freiraum zu geben, sich seine Lieblingsfarbe und sein Lieblingsspielzeug unabhängig von vorgefertigten Geschlechterklischees auszusuchen. Ich versuche, meinen Sohn zu bestärken, ihn gleichzeitig nicht zu drängen. Aber einfach ist das nicht. Ich wünsche mir mehr Vielfalt, im Spielzeugregal und im Kindergarten. Und gleichzeitig mehr Eltern, die versuchen, ihren Kindern diese Vielfalt vorzuleben und zu ermöglichen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Crazy Grace <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/01/crazy-grace-top-5/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>zerstört Mädchenklischees</strong></a>.</li>
<li>Persönlichkeiten sind <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/03/go-back-to-your-country/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>selten eindeutig</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
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		<title>Wie geht feministische Erziehung von Jungen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Wiedenhöft]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Feb 2017 08:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Elternschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
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		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere Autorin Sarah Wies im Interview mit der Bloggerin Melanie Trommer, die den Blog glücklich scheitern betreibt. Melanie ist 36 Jahre alt und wohnt in Köln. Sie hat mehrere Studiengänge angefangen und dann Sozialpädagogik (auf Diplom) und Soziologie und Gender Studies (Master) beendet. Sie mag Bücher, Reisen und die Weihnachtszeit und wohnt mit ihrem Freund und ihren]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Autorin Sarah Wies im Interview mit der Bloggerin Melanie Trommer, die den Blog <a href="http://gluecklichscheitern.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>glücklich scheitern</em></a> betreibt. Melanie ist 36 Jahre alt und wohnt in Köln. Sie hat mehrere Studiengänge angefangen und dann Sozialpädagogik (auf Diplom) und Soziologie und Gender Studies (Master) beendet. Sie mag Bücher, Reisen und die Weihnachtszeit und wohnt mit ihrem Freund und ihren beiden Kindern zusammen. Im Interview erzählt sie, wie sie die feministische Erziehung ihrer beiden Jungs gestaltet.</strong><br />
<span id="more-8597"></span></p>
<p><strong>Sarah Wies: </strong><strong>Seit wann bezeichnest du dich als Feministin?</strong></p>
<p>Melanie Trommer: Gute Frage. Ich hatte in dieser Schule diese „Feminismus? Das sind doch diese Emanzen die überall unnötigerweise rumnerven-Menschen“-Phase. Fand ich überflüssig. Einerseits. Andererseits hat es mich voll genervt, wenn man Mädchen, die gute Noten hatten, unterstellte, sie hätten ihren „Titten-Bonus“ ausgenutzt. Oder wenn ich auf einer Ferienfreizeit mit den Mädchen basteln sollte, statt Abenteuerspiele zu planen. Naja, irgendwie war ich wohl immer sehr feministisch, hätte mich aber lange nicht so bezeichnet, weil es ein schlechtes Image hatte. Durch das Studium dann und mit dem Lesen von Blogs wie der Mädchenmannschaft oder dem Missy Magazin fand ich das Image dann erstens besser und zweitens immer nebensächlicher. Frauen werden in vielen Bereichen benachteiligt, das ist ein Fakt. Das zu benennen, aufzuzeigen und zu ändern halte ich für unabdingbar. Dass das nicht immer Spaß macht, das Männer ungern ihre Privilegien aufgeben, daran habe ich mich inzwischen gewöhnt. Und dass man mit anderen Feministinnen sehr wohl sehr viel lachen kann ist ein netter Nebeneffekt.</p>
<p><strong>SW: Was hat sich durch die Geburt deines Kindes geändert?</strong></p>
<p>MT: Oh, eine Menge! Weniger Schlaf, mehr Liebe 😉 Aber jetzt mit Blick zum Beispiel auf Partnerschaft und Beruf haben mein Freund und ich gemerkt: Auch wenn wir beide die totale Gleichberechtigung , werden uns ganz schön viele Steine in den Weg gelegt. Wir haben beide sechs Monate Elternzeit genommen, bis hier hin alles gut und schön. Aber während ich im Job anschließend merkte, dass man mich nicht mehr für voll nahm, ging beim Mann alles weiter wie vorher. Mehrtätige Dienstreise? Kein Problem! Keiner seiner Auftraggeber ging von einer Veränderung aus. Bei späteren Bewerbungen merkte ich sehr oft, dass meine Kinder – mal mehr, mal weniger – ein Thema und ein Hindernis sind.</p>
<p>Bezogen auf meine feministische Einstellung hat sich aber auch einiges verändert. Gehörte ich vorher eher in die Kategorien „Gleichheits- oder Karrierefeministin“, also eine, für die das feministische Ziel ist, den Männern gleichgestellt zu sein und Erfolg im Job zu haben. Inzwischen denke ich viel mehr auf anderen Fragen rum: Wie soll Sorgearbeit generell in einer Gesellschaft aufgeteilt sein und welchen Wert messen wir dem zu? Warum wird Erfolg so sehr an beruflichem Aufstieg gemessen und nicht zum Beispiel daran, ob man das tut, was man liebt? Ich bin immer noch Feministin, ganz besonders seit ich Kinder habe. Aber ein paar Annahmen haben sich eben geändert: Statt als Ziel zwei vollzeitarbeitende Elternteile zu setzen eher die Frage, wie wenig Lohnarbeit (für Beide!) reicht aus um gut zu leben, die eigenen Kräfte für Lohn- und Sorgearbeit zu bündeln und gerecht untereinander aufzuteilen. Darüber hinaus auch, wie man Alleinerzieherinnen unterstützen kann und wie man Familie auch gesetzlich unabhängig von biologischer Verwandtschaft denken kann.</p>
<p><strong>SW: Du hast zwei Söhne. Wie genau sieht denn hier feministische Erziehung aus?</strong></p>
<p>MT: Das Wichtigste: Statt davon auszugehen, dass sie bestimmte Sachen mögen oder nicht mögen beobachte sie und versuche sie individuell zu betrachten. Also statt anzunehmen, weil sie Jungs sind spielen sie lieber mit Autos als mit Puppen biete ich ihnen beides an. Oder greife auf, was sie an Bedürfnissen zeigen. Der Große hat zum Beispiel in der Zeit, in der er Laufen lernte, auf den Spielplätzen den anderen Kindern immer die Puppen-Buggies „geklaut“, sich dran festgehalten und ist dann losmarschiert. Ich wollte dann, dass er zum Geburtstag auch einen bekommt. Tja und da fing das Problem an: Keiner aus meiner Verwandtschaft bzw. Freundeskreis wollte ihm sowas schenken. Und damit fangen die Probleme auch schon an&#8230;(siehe nächste Frage). Und zweitens versuche ich grade meine Jungs für das Thema Konsens und Einvernehmlichkeit zu sensibilisieren. Dass sie nie zu Jungs werden, die Mädchen bedrängen Dinge zu tun, die diese nicht wollen.</p>
<p>Konkret heißt hier nein zum Beispiel immer nein, besonders wenn es um ihre Körper geht. Sie selber sollen erfahren, dass ein Nein akzeptiert wird. Wenn ich sie zum Beispiel kitzel und es ihnen zu viel wird, hör ich direkt auf und mach nicht weiter, weil´s ja „nur Spaß ist“. Wenn Tante Klothilde oder Oma Trude einen Kuss von ihnen wollen aber meine Jungs sie eben nicht küssen wollen, dann wende ich mich an beide und sage, dass sie das nicht tun müssen. Da werde ich dann gegebenenfalls auch ungehalten. Ich hoffe, wenn sie erfahren, dass sie selber über ihre Körper entscheiden dürfen, dass sie auch bei anderen nie in die Versuchung geraten, Grenzen zu überschreiten.</p>
<p><strong>SW: Es ist sehr schwer, bei Spielzeug nicht in die Gender-Falle zu tappen. Wie umgehst du das Problem?</strong></p>
<p>MT: Ich weiß nicht – wir haben hier viele Autos, Eisenbahnen, Baukästen&#8230;ich vermute, wir sind irgendwann voll in die Falle getappt. Der Große hat seit etwa anderthalb Jahren aber auch sehr konkrete Vorstellungen von Jungs- und Mädchenspielzeug. Im Kindergarten und durch den Kontakt mit anderen Kindern hat sich unser Einfluss da leider sehr relativiert. Aber goldenen Glitzernagellack will das Kind immer noch J.</p>
<p><strong>SW: Glaubst du, dass feministische Erziehung von Jungs anders funktioniert als von Mädchen?</strong></p>
<p>MT: Eigentlich nicht. Eigentlich stehen die individuellen Bedürfnisse des Kindes im Fokus. Ist ein Kind sehr bewegungsfreudig, dann sollte ich das fördern. Und bevor ich den Jungen beim Fußball und das Mädchen beim Ballett anmelde vielleicht mal nachfragen und ein paar Stunden ausprobieren lassen, was ihnen denn so gefällt.</p>
<p>Die einzige Ausnahme ist für mich eben das Thema Rücksicht und Konsens. Das liegt mir einfach am Herzen, dass meine Söhne nicht zu grenzüberschreitenden Arschlöchern werden, sondern zu Menschen die Respekt vor den Grenzen anderer haben.</p>
<p><strong>SW: Was wünschst Du dir für die Zukunft?</strong></p>
<p>MT: Oh, eine Menge. Konkret auf die Fragen hier bezogen: dass die Leute mehr nachdenken. Wirklich. Darüber, wer ihre Kinder sind. Wer ihre Schüler_innen. Sich weniger auf vermeintliche Unterschiede zu konzentrieren und dafür die Gemeinsamkeiten zu sehen. Und jede*r, die_der eine pädagogische Ausbildung macht, soll das Buch „Die rosa-hellblau Falle“ von Almut Schnerring lesen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Mehr dazu: </b></p>
<ul>
<li>Junge Mama und Feministin &#8211; <strong><a href="http://gluecklichscheitern.de/feministin-und-jungs-mama-was-heisst-das/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">was heißt das?</a></strong></li>
<li>Der Tag, <strong><a href="http://gluecklichscheitern.de/rosa-brotdose/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">an dem die rosa Brotdose zu Hause bleiben musste.</a> </strong></li>
<li>Sarah Wies: Manchmal habe ich <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/12/manchmal-habe-ich-angst-um-meinen-sohn/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Angst um meinen Sohn</a>.</strong></li>
<li>Die Story Teller mit dem Gedicht: <a href="https://www.meintestgelaende.de/2014/06/der-vater-sehr-maennlich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Der Vater sehr männlich </strong></a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
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