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	<title>Mobbing &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Mobbing &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Mobbing in der Schulzeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kreaty]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Nov 2024 07:10:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Kathy wurde in der Schulzeit gemobbt und hat lange Zeit keine Unterstützung erfahren. Wie sie es dennoch aus der Situation herausgeschafft hat und was sie dir rät, wenn du in einer ähnlichen Situation steckst, erfährst du im Video.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kathy wurde in der Schulzeit gemobbt und hat lange Zeit keine Unterstützung erfahren. Wie sie es dennoch aus der Situation herausgeschafft hat und was sie dir rät, wenn du in einer ähnlichen Situation steckst, erfährst du im Video.</strong></p>
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		<title>Wär ich heute in der Schule</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/11/waer-ich-heute-in-der-schule/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FaulenzA]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Nov 2019 07:00:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Gedanke an Schule weckt nicht unbedingt positive Erinnerungen oder Gedanken. Für viele ist die Schulzeit nämlich echt schwierig &#8211; aufgrund von Mobbing, Ausgrenzung oder Gewalt, Konkurrenzdenken und Druck. Die fantastische FaulenzA denkt in diesem Song laut darüber nach, wie es wäre, würde sie jetzt zur Schule gehen. Zum Beispiel hätte sie eine große Klappe,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Gedanke an Schule weckt nicht unbedingt positive Erinnerungen oder Gedanken. Für viele ist die Schulzeit nämlich echt schwierig &#8211; aufgrund von Mobbing, Ausgrenzung oder Gewalt, Konkurrenzdenken und Druck. Die fantastische FaulenzA denkt in diesem Song laut darüber nach, wie es wäre, würde sie jetzt zur Schule gehen. Zum Beispiel hätte sie eine große Klappe, sie wäre Sprücheklopferin, sie wäre selbstbewusst und proud &#8211; und außerdem würde sie eine Gruppe gründen für andere Kids, die trans*, inter, schwul, lesbisch, queer sind &#8211; yeah!</p>
<p>Übrigens: Heute ist der <strong>Transgender Day of Remembrance</strong>!</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von FaulenzA findest du <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/faulenza/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Marlon: Lea</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/10/marlon-lea/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Oct 2019 07:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Liebe_n Sticky]]></category>
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					<description><![CDATA[*Triggerwarnung: Rassismus, Mobbing, Suizid.* &#8222;Das alles hört erst dann auf, wenn ich nicht mehr bin&#8220; &#8211; Heute präsentieren wir euch einen Song von Marlon, der während des #gelände2019 entstanden ist. Lea, das ist nicht bloß ein Titel. Das ist der Name einer Freundin von Marlon und einigen anderen Teilnehmer*innen beim #gelände, die sich kurz zuvor]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>*Triggerwarnung: Rassismus, Mobbing, Suizid.*</strong></p>
<p><strong>&#8222;Das alles hört erst dann auf, wenn ich nicht mehr bin&#8220; &#8211; Heute präsentieren wir euch einen Song von Marlon, der während des #gelände2019 entstanden ist. Lea, das ist nicht bloß ein Titel. Das ist der Name einer Freundin von Marlon und einigen anderen Teilnehmer*innen beim #gelände, die sich kurz zuvor aufgrund von rassistischem Mobbing in der Schule das Leben genommen hat. In diesem Song verarbeitet Marlon seinen Schmerz und erinnert an Lea.</strong></p>
<p><span id="more-11838"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wenn du nicht mehr weiter weißt und/oder Hilfe suchst, kannst du dich unter der <a href="https://www.nummergegenkummer.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Nummer gegen Kummer</strong></a>, 116 111, kostenlos und anonym beraten lassen. Du bist nicht allein! &lt;3</li>
</ul>
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			</item>
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		<title>Ich bin meine eigene Marionette</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/07/ich-bin-meine-eigene-marionette/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lidia]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jul 2019 10:17:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
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		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns sehr, euch heute einen Poetry Clip unserer Autorin Lidia präsentieren zu dürfen. Ein starker, berührender, gnadenlos ehrlicher Text trifft auf einen künstlerischen Kurzfilm, den die junge Frau in Eigenregie gedreht hat. Es geht um ihr Leben, um teils sehr schmerzhafte Erfahrungen, die sie machen musste, es geht um Familie, Freund*innen, Mobbing, die]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns sehr, euch heute einen Poetry Clip unserer Autorin Lidia präsentieren zu dürfen. Ein starker, berührender, gnadenlos ehrlicher Text trifft auf einen künstlerischen Kurzfilm, den die junge Frau in Eigenregie gedreht hat. Es geht um ihr Leben, um teils sehr schmerzhafte Erfahrungen, die sie machen musste, es geht um Familie, Freund*innen, Mobbing, die Suche nach sich selbst und vor allem nach Selbstvertrauen. &#8222;Denn du bist die Hauptrolle in dem Film, der sich dein Leben nennt.&#8220; &#8211; Schaut einfach selbst!</strong></p>
<p><span id="more-11646"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte von Lidia findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lidia/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>auf ihrem Profil</strong></a>.</li>
<li>Und hier findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/07/aufstehen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>einen Text von Was geht Almanya</strong></a>, der sich mit Mobbing und Diskriminierung auseinandersetzt.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Aufstehen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/07/aufstehen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Jul 2017 07:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
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		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Aufzustehen, die Stimme zu erheben, sich zu wehren &#8211; das ist in Fällen von Mobbing und Diskriminierung überhaupt nicht einfach. Marlon von Was geht Almanya?! schreibt, wie er das geschafft hat. Dabei ist der erste Schritt oftmals, sich selbst anzuerkennen und zu akzeptieren. Es war irgendwann im August, und die Schule fing wieder an. Normalerweise]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong> Aufzustehen, die Stimme zu erheben, sich zu wehren &#8211; das ist in Fällen von Mobbing und Diskriminierung überhaupt nicht einfach.</strong><span id="more-9250"></span></p>
<p><strong>Marlon von <em>Was geht Almanya?!</em> schreibt, wie er das geschafft hat. Dabei ist der erste Schritt oftmals, sich selbst anzuerkennen und zu akzeptieren.</strong></p>
<p>Es war irgendwann im August, und die Schule fing wieder an. Normalerweise wäre ich an einem solchen Tag eher traurig gewesen, aber dieses Mal hatte ich einen Grund, mich über den Schulbeginn zu freuen. Denn der heutige Tag war der erste Tag in der neuen Schule und für mich gleichzeitig ein lang ersehnter Neubeginn. Ein Neustart, bei dem alles besser laufen sollte. Ich ging also in das Schulgebäude, stieg eine Treppe hoch und dann weiter Richtung Sekretariat, um dort nachzufragen, in welchen Raum ich müsste. Die Sekretärin gab mir eine Auskunft, und ich setzte meinen Weg Richtung Ausgangstür fort. Aber kaum hatte ich das Sekretariat verlassen, bekam ich einen riesigen Schock, und mein Herz blieb für eine Augenblick stehen. Auf dem Flur waren zwei „Kraft-Proleten“. Zwei riesige Klötze, bei denen man gleich merkte, dass sie sich eher durch ihre Muskel- als durch ihre Hirnmasse definieren. Und es waren nicht nur irgendwelche Kraftprotze, sondern genau die, die mir meine gesamte Zeit in meiner alten Schule zur Hölle gemacht hatten. Warum mussten gerade diese Gorillas (Fettes Sorry an jeden Gorilla dieser Welt) unbedingt hierhin wechseln? Kaum hatten sie mich gesehen, ging es schon wieder von vorne los. Die gleichen Beleidigungen und die gleichen Schikanen, die ich in all den Jahren ertragen musste. Am Ende schubsten sie mich zu Boden und sagten mir mit einem hämischen Grinsen, sie freuten sich schon auf mehr. Als sie weg waren, stand ich auf und schüttelte mir den Staub von den Klamotten. Ich hatte mir so gewünscht, ich hätte ihnen die Meinung gegeigt, aber ich hatte zu viel Angst davor und war einfach wie gelähmt. Meine Gefühlsebene schwankte zwischen Scham, Wut und Hass auf mich selbst. Als ich meinen Weg fortsetzen wollte, kam in dem Augenblick ein Junge zu mir, der alles mitbekommen hatte. Er erzählte mir, dass ich mich nicht wegen so etwas runterkriegen lassen solle und dass er auch Ähnliches durchgemacht habe. Seit seinem Coming Out hatte er viel durchgemacht. Er musste Vieles ertragen und hatte viel einstecken müssen. Doch irgendwann hat er sich gedacht: &#8222;Ich mache das nicht mehr mit. Ich bin nun mal so wie ich bin, und wenn es ihnen nicht passt, dann haben sie halt Pech gehabt&#8220;. Seitdem er so dachte und zu sich selbst stehen konnte, war es ihm egal, was andere von ihm dachten oder über ihn sagten, verlief sein Leben in eine positive Bahn. Immer mehr Leute haben angefangen, ihn zu akzeptieren, und wenn sie es nicht taten, war es ihm einfach egal. Seine Offenheit und Ehrlichkeit haben mich sehr beeindruckt. Das hat mich sehr nachdenklich gestimmt und mir den Mut gegeben, endlich den Mund aufzumachen und mir nichts mehr gefallen zu lassen. Vielleicht bin ich anders als viele andere. Aber anders sein ist cool. Und ich bin einmalig. Die beiden Jungs lassen mich mittlerweile endlich zufrieden und sagen keinen Ton mehr über mich. Ich habe gelernt, an mich zu glauben und mehr Selbstvertrauen zu haben und mich nicht mehr von Typen wie denen runterziehen zu lassen. Ich bin so wie ich bin. Und das ist auch gut so.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/author/almanya/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Hier</strong></a> findet ihr weitere Beiträge der Redaktionsgruppe &#8222;Was geht Almanya?!&#8220;.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/05/ein-anruf-der-ihr-leben-veraenderte/" target="_blank" rel="noopener"><strong>an dieser Stelle</strong></a> könnt ihr einen Text zu Mobbing im Internet lesen.</span></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Ein Anruf, der ihr Leben veränderte</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/05/ein-anruf-der-ihr-leben-veraenderte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 May 2017 07:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgrenzung]]></category>
		<category><![CDATA[Cybermobbing]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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		<category><![CDATA[Mobbing]]></category>
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					<description><![CDATA[Mila postet selten auf Facebook, private Bilder sind überhaupt nicht auf ihrem Profil zu finden. Doch dann wird ihr Account gehackt und verbreitet bearbeitete Fotos von ihr. Als ihre Mutter ihr davon am Telefon berichtet, ist ihr klar, dass sich ihr Leben verändert&#8230; Das Telefon klingelte, während Mila gerade dabei war, die aktuelle Version ihres]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mila postet selten auf Facebook, private Bilder sind überhaupt nicht auf ihrem Profil zu finden. Doch dann wird ihr Account gehackt und verbreitet bearbeitete Fotos von ihr. Als ihre Mutter ihr davon am Telefon berichtet, ist ihr klar, dass sich ihr Leben verändert&#8230;</strong></p>
<p><span id="more-8964"></span></p>
<p>Das Telefon klingelte, während Mila gerade dabei war, die aktuelle Version ihres Praktikumberichts zum gefühlt zwanzigsten Mal zu überarbeiten – es war wirklich nicht sonderlich nett gewesen, diese Ausarbeitung über die Ferien aufzugeben – aber gut. Jetzt quälte sie sich eben zum hoffentlich letzten Mal durch die allerfeinsten Korrekturen in Sprache und Format ihres zwanzigseitigen Textes.</p>
<p>Das Klingeln ertönte erneut. Wer rief denn jetzt an!? An einem Dienstagvormittag!? Wenn keine Ferien waren, war zu dieser Zeit doch nie jemand zu Hause – das sollten selbst die Werbefuzzies wissen, die sie und insbesondere ihre Mutter ununterbrochen belästigten – und die Mila immer wieder abwimmeln musste. Sie hasste es, diesen Angestellten, die in ihrem pseudofreundlichen Ton und mit ihrer überaus korrekten Wortwahl pausenlos auf sie einredeten, tausend Mal erklären zu müssen, dass momentan niemand anderes als sie zu Hause sei und sie auch ganz sicher sowohl keinen neuen Handstaubsauger oder Türabtreter als auch keine „ultramoderne“ gestreifte Porzellankatze kaufen wolle, bevor sich diese endlich geschlagen gaben und ein erzwungenes „Tschüss! Dann bis zum nächsten Mal!“ herausbrachten.</p>
<p>Gerade jetzt war sie jedoch besonders sauer auf das Klingeln, da das nervige Geräusch sie nun vollkommen aus dem Konzept brachte. Trotzdem machte sie sich schließlich auf die Suche nach dem Telefon &#8211; man konnte schließlich nie wissen, ob vielleicht doch auch einmal jemand anderes als nur Firmenvertreter anriefen.</p>
<p>Also rannte sie die zwei Stockwerke nach oben, von woher sie die Tonfolge vernommen hatte, und nachdem sie es schließlich geschafft hatte, auf die grüne Taste zu drücken, kurz bevor der Anrufbeantworter ansprang, rief sie atemlos „Wibekind, Mila; Hallo!?“ in den Hörer.</p>
<p>Mila erkannte sofort, dass es ihre Mutter war, die am anderen Ende der Leitung sprach. Sie kannte keine andere Person, die so laut in ihren Handylautsprecher sprach, wie diese Frau, sodass man bei Telefonaten mit ihr das eigene Telefon mindestens zwei Meter von seinem Ohr entfernt halten musste, um keine irreversiblen Schäden davon zu tragen. Ihre Rechtfertigung: man muss ja schließlich so laut rufen, dass die Worte beim Gesprächspartner ankämen. Naja – wenn man es eben immer noch nicht realisieren kann, wie fortgeschritten die Technik inzwischen ist, muss man sich damit abfinden. Auch dieses Mal dröhnte Mila wieder ein „Hallo!“ entgegen, noch bevor sie fertiggesprochen hatte. Daher war an diesem Telefonat zumindest zu Beginn nichts anders als an jedem anderen – und Mila hatte nicht die geringste Chance zu ahnen, was dieser kurze Anruf für sie noch alles bedeuten würde.</p>
<p>„Hi Schatz! Schau mal bitte auf deiner Facebook-Seite!! Da passiert gerade etwas vollkommen Seltsames. Es geht irgendso eine Nachricht herum mit einem total seltsamen Text. Warte! Ich lese ihn dir kurz einmal vor:</p>
<p><img /></p>
<p>Und dann ist da noch ein Link. Irgendwie postet das dein Facebook-Account gerade auf die Seiten von all deinen Freunden!“</p>
<p>Mila war ein beliebtes Mädchen. Sportlich, schlau, hilfsbereit, selbstbewusst und ganz besonders dickköpfig. Sie war fast überall beteiligt, plante zahlreiche Aktionen, die auf Missstände in der Welt aufmerksam machen sollten – und hatte viele Freunde. Ihre facebook-Liste zählte über 500 – dabei ist anzumerken, dass sie nie jemanden annahm, den sie nicht persönlich kannte, auch niemanden, den sie zwar kannte, bei dem sie aber nicht wusste, was sie jemals mit ihm über facebook kommunizieren sollte. Sie nutzte diese Plattform meistens nur dazu, um auf dem Laufenden zu bleiben, oder andere auf dem Laufenden zu halten. Verwendete sie, um auf Aktionen hinzuweisen, Anhänger und Unterstützer zu gewinnen und Termine und Treffpunkte bekannt zu geben.</p>
<p>Nach einem eigenen Bild von ihr selbst konnte man auf ihrer Seite vergeblich suchen. Stattdessen hatte sie eine Petunie – ihre Lieblingsblüte &#8211; als Profilbild, ihr Hintergrund war eine Fotografie aus dem letzten Urlaub, auf dem man nichts sah als Palmen und Meer bis zum Horizont.</p>
<p>Sie hatte nie viel über sich in ihrem virtuellen Profil bekannt gegeben, hatte weder bestätigt, welche Schule sie besuchte, noch ihr wirkliches Geburtsdatum eingetragen. Den „Like“- Button verwendete sie ausschließlich für Aktionen, die von ihrem Gymnasium oder ihren Freunden ins Leben gerufen worden waren und den Beziehungsstatus hatte sie einfach durchgehend auf „Single“ gestellt – was zwar auch stimmte, aber auch wenn sie einmal einen Freund haben würde, sah sie keinen Sinn darin, dies sofort der gesamten Facebook-Welt bekannt zu geben.</p>
<p>Es gab viele Jungs, die auf sie gestanden hatten. Mila war groß für ihr Alter, schlank und sportlich &#8211; und ihre dunklen Augen strahlten etwas Geheimnisvolles aus – sie glänzten. Ihre langen schwarzen Haare trug sie meist offen, sodass sie in großzügigen Wellen über ihre Schultern flossen. Nur im Sommer band sie diese zu einem Pferdeschwanz zusammen, wenn es ihr zu heiß wurde und ihre Haare drohten, an ihrem T-Shirt festzukleben.</p>
<p>Sie hatte nie auf Anfragen der Jungs reagiert, rückte ihre Handynummer nur sehr sparsam heraus – sie wollte keinen Freund. Hatte einfach keine Zeit dazu und war sich jetzt schon sicher, dass er sich spätestens einen Monat nach dem ersten Kuss darüber beklagen würde, dass sie bisher immer noch kein einziges Mal mit ihm ins Kino, Schwimmbad, oder ähnliches gegangen war und sie bisher vielleicht gerade einmal zwanzig Sätze persönlich und drei Nachrichten per Handy ausgetauscht hatten – nein! Ein Junge passte in ihren Zeitplan wirklich überhaupt nicht rein – aber diese Einstellung machte sie für viele Jungen nur noch interessanter.</p>
<p>&#8212;-                              &#8212;-</p>
<p>Am 21.06.2017 traf ein dunkelhaariges Mädchen bei der Polizei ein. Es war hübsch, ihre langen schwarzen Haare fielen in großzügigen Wellen über ihre Schultern, ihre Augen zogen mit ihrem tiefen Braunton den Blick von Tim an, der ihren Fall übernehmen sollte. Doch irgendetwas trog an dem Schein dieses hübschen, jungen Mädchens. Erst auf den zweiten Blick bemerkte er, wie stark ihre Fingernägel abgekaut waren, wie abgemagert ihr gesamter Körper wirkte und wie traurig und verzweifelt ihn die eigentlich so schönen Augen anstarrten. Unterlegt von einem tiefen Schatten der Augenringe, die von schlaflosen Nächten zeugten und umrahmt von einem roten eiförmigen Abdruck, der ahnen ließ, wie oft sie in ihrem Leben schon geweint haben musste. Ihre gesamte Körperhaltung wirkte ängstlich, seltsam in sich geschlossen &#8211; einsam.</p>
<p>Als er sie bat, ihm doch bitte zu erzählen, worin ihr Anliegen bestünde, wollte sie sich gar nicht erst setzen. Als sie es letztendlich doch tat, schaute sie sich unruhig um. Ihr Blick schnellte von seiner Ausgangsposition in der Mitte immer wieder ruckartig nach rechts oder links, wenn sie meinte, etwas gehört oder einen fremden Blick im Nacken gespürt zu haben. Ihre Augen immer wachsam und ängstlich. Wurde sie verfolgt!?</p>
<p>Als sie zu erzählen begann, war ihre Stimme so leise, dass sich Tim ein wenig nach vorne über den Tisch beugen musste, um sie zu verstehen. Ihre Stimme war nicht nur leise, sondern auch zittrig, immer wieder stockte sie mitten im Wort und das Mädchen schien andauernd den Faden ihres Berichtes zu verlieren. Tim schaffte es nur einzelne Wortfetzen zu verstehen: Hacker, facebook, Nacktfotos, die nicht ihre waren, PhotoShop, Anti-Gruppe, schon wieder facebook, Neid, Angst, Drohbriefe, Freunde, Feinde, Kommentare, Bilder… . Mehr konnte er nicht entschlüsseln, bevor das Mädchen in Tränen ausbrach.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier lest ihr, wie schnell aus <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/11/die-vierte-stunde/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Cybermobbing Übergriffe</strong></a> in der Schule werden.</li>
<li>Tipps wie ihr euch gegen Cyberübergriffe wehren könnt findet ihr <a href="https://www.lizzynet.de/wws/behaupte-dich-gegen-mobbing-tag.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>bei LizzyNet</strong></a>.</li>
</ul>
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