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		<title>Genuss</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/03/genuss/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[LizzyNet]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Mar 2016 08:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Schön sein. Anerkennung bekommen. Geliebt werden. Was im echten Leben fehlt, kann man im Internet inszenieren. Wie es ist, online jemand anderes zu sein, darüber hat Sarah (15) geschrieben. Ein Beitrag aus dem #netzheldin-Wettbewerb von LizzyNet. Langsam scrolle ich nach unten zu den Kommentaren. Es werden viele Komplimente dabei sein, denke ich. Mach dir keinen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Schön sein. Anerkennung bekommen. Geliebt werden. Was im echten Leben fehlt, kann man im Internet inszenieren. Wie es ist, online jemand anderes zu sein, darüber hat Sarah (15) geschrieben. Ein Beitrag aus dem <a href="http://www.lizzynet.de/netzheldin-siegerehrung.php" target="_blank" rel="noopener"><u>#netzheldin-Wettbewerb</u></a></strong><strong> von LizzyNet.</strong></p>
<p><span id="more-6294"></span></p>
<p>Langsam scrolle ich nach unten zu den Kommentaren. Es werden viele Komplimente dabei sein, denke ich. Mach dir keinen Kopf. Tatsächlich lese ich erst positive Beiträge. Über mein neues Kleid. Aber dann auch die, die ich am liebsten ignorieren will. Die mir egal sein sollten, es aber nicht sind, weil es genau die Stimmen sind, die mich an mir zweifeln lassen. Verdammt, iss mehr, du siehst unnormal aus, herrje deine Beine, du bestehst ja nur aus Knochen, schreiben sie. Ich lese mir jedes Wort genau durch, auch mehrmals. In der Hoffnung, die Buchstaben würden herumwirbeln und sich in einer anderen Ordnung wieder beruhigen. Ja, weiter so, bleib dran, du bist so schön, wünsche ich mir.</p>
<p>Manchmal passiert mir aus Frust ein Missgeschick. Ich geh dann an die Schublade und öffne sie, nehme mir schnell etwas Schokolade und setze mich wieder in mein Bett. Die Verpackung funkelt im Licht, sie glitzert fast und ich möchte diese Magie, diese Jungfräulichkeit nicht zerstören, doch dann beginne ich, sie zu öffnen.<br />
Vorsichtig, damit sie nicht reißt. Dann nehme ich mir die Süßigkeit und bevor ich es mir anders überlege, lege ich sie in meinen Mund. Dort schmilzt sie. Sie schmilzt und ich schmecke sie, auf meiner Zunge, an meinem Gaumen, überall ist dieser Geschmack und ich will mehr davon, mehr, doch dann erschrecke ich. Es ist weg. Ich habe geschluckt und nun füllt sich mein Magen. Das klaffende, riesige Loch in meinem Bauch wird angegriffen und mir wird heiß und kalt zugleich. Die Kalorien. Ich spüre wie ich mich aufblähe, wie ich zunehme, kann das Fett fühlen, wie es sich ansetzt.</p>
<p>Lenk dich ab, denke ich. Schreib etwas in deinen Blog. Lass die Fotos heute aus. Also schreibe ich, über die Mode, die ich hübsch finde, über gesunde Ernährung, über meine Freunde und erdenke mir eine Welt, in der man glücklich sein kann. Sie schreiben es in die Kommentare. Dass sie neidisch sind und wünschen mir und meinem Freund viel Glück. Ich mag die Anerkennung, die ich dort erhalte. Es stört mich nicht, dass ich in Wirklichkeit keine Beziehung habe. Es ist auch nicht erlogen, nein, das ist es nicht. Ich bin all das, in meinen Gedanken. Ich besitze alles, was ich will, ich kann mir schließlich alles aussuchen. Im Internet darf ich das.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Anders sein als man ist? Für Matilda ist das nichts. Warum, das erklärt die story-tellerin in ihrem Text <u><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/03/passend-gemacht-2/" target="_blank" rel="noopener">Passend gemacht</a></u>.</li>
<li style="text-align: left;">Lieber IQ statt GQ, findet Poetry-Slammer Dominik. Im Video <u><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/03/schoenheit-eine-zugabe/" target="_blank" rel="noopener">Schönheit – eine Zugabe</a></u> erklärt er, warum er vor keinem Ideal niederkniet.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Netz-Sexismus: Meine metaphorischen Brüste</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/03/netz-sexismus-meine-metaphorischen-brueste/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[LizzyNet]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Mar 2016 08:51:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Netzhass]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Offline trifft Kim nur anständige Leute. Online sieht die Sache anders aus: Da wird die 16-Jährige mal eben als „bitch“ beleidigt oder mit „Schätzchen“ tituliert. Was die #netzheldin über solche Umgangsformen denkt, lest ihr in ihrem preisgekrönten Beitrag. Ich habe eine Frage. Vielleicht auch mehrere. An Sie, der mir in Kommentardebatten unter Blog-Posts über die]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Offline trifft Kim nur anständige Leute. Online sieht die Sache anders aus: Da wird die 16-Jährige mal eben als „bitch“ beleidigt oder mit „Schätzchen“ tituliert. Was die #netzheldin über solche Umgangsformen denkt, lest ihr in ihrem preisgekrönten Beitrag.</strong></p>
<p>Ich habe eine Frage. Vielleicht auch mehrere.</p>
<p>An Sie, der mir in Kommentardebatten unter Blog-Posts über die Geschlechterunterschiede beim Zusammenbauen von IKEA-Schränken <em>Schätzchen, du bist bitchy </em>unterstellt.</p>
<p>An Sie, der <em>Wenn Du mit den Jungs spielen willst, dann mach keine &#8222;ich bin ein aber ein Mädchen&#8220;-Aussagen. Wenn Du das doch machen willst: &#8222;Show your boobs&#8220; </em>zu mir sagt. Der sich später damit rechtfertigt, das sei metaphorisch gemeint gewesen, er wolle lieber meine Argumente hören.</p>
<p>An Sie, der das auch noch mit <em>boobs sind aber (hoffentlicht) die größten argumente einer echten Frau 😉 </em>kommentiert. Der meint, durch den Zwinker-Smiley würden seine – Frauen und die deutsche Rechtschreibung – verachtenden Kommentare weniger widerlich.</p>
<p>An Sie, der sich mit Rechtschreibung auskennt, und mit Etikette, und außerdem mit ganz vielen halbseriösen Studien, die belegen, dass Frauen, die sich gegen traditionelle Geschlechterrollen auflehnen, im Mutterleib zu viel Testosteron abbekommen haben. Der mir auf hormoneller Ebene erklären will, warum Unterdrückung, gegen die ich mich wehre, für andere Mädchen okay ist. Der Links und Links und noch mehr Links im Gepäck hat, und mich fragt, wo ich denn bitte die Unterdrückung von Frauen sähe, während ich in den Kommentaren drum herum als <em>Schätzchen </em>und <em>bitchy </em>und <em>boobs </em>beleidigt werde.</p>
<p>Genau Sie. Sie alle. Hallo. An Sie habe ich Fragen.</p>
<p>Wenn Sie mir ins Gesicht sehen müssten. Wenn Sie mir in der U-Bahn oder im Supermarkt oder im Wartezimmer begegnen würden. Wenn ich offline sagen würde, was ich online gesagt habe, denn ich sage offline, was ich online sage.</p>
<p>Würden Sie mich Schätzchen nennen? Würden Sie mir unterstellen, ich sei bitchy? Würden Sie mich in aller Öffentlichkeit auffordern, Ihnen meine metaphorischen Brüste zu zeigen? Würden Sie mir, mit Brüsten, Biologie-Leistungskurs und Wut im Bauch, vorschlagen, ich sei Feministin wegen [irgendwas mit Testosteron]?</p>
<p>Genau Sie, Sie alle, hinter Ihren Tastaturen. Würden Sie?</p>
<p>Vermutlich würden Sie mich offline nicht mal duzen. Sie wissen sich ja zu benehmen. Sie nennen niemanden Schätzchen oder bitchy oder argumentieren mit boobs und Zwinker-Smileys. Sie bezeichnen sich als anständige Leute, und Sie sind definitiv keine Sexisten. Wenn man Sie fragt, sind Sie bestimmt für Gleichberechtigung der Geschlechter. Offline. Nicht wahr?</p>
<p>Und warum nicht online? Wohin flieht Ihr Gehirn, sobald Sie eine Computermaus in die Hand nehmen? Macht das Internet Sie dumm?</p>
<p>Bitte, erklären Sie mir das. Erzählen Sie, genau Sie, Sie alle, dass Sie an Internet-Tourette leiden. Oder dass Ihre Katze über die Tastatur gelaufen ist und zufällig Wörter wie Schätzchen und bitchy produziert hat. Oder dass Ihr Internetbrowser vom Geist Ihres sexistischen toten Großvaters besessen ist. Lassen Sie sich was einfallen.</p>
<p>Denn ansonsten muss ich, müssen alle Mädchen und Frauen online und offline, damit rechnen, dass Sie, genau Sie, Sie alle uns täglich in der U-Bahn oder im Supermarkt oder im Wartezimmer in die Augen sehen und uns am liebsten Schätzchen und bitchy nennen würden, dass Sie uns über unseren Testosteronhaushalt aufklären und unsere metaphorischen Brüste sehen wollen. Und das wollen Sie nicht, oder? Sie sind doch anständige Leute. Sagen Sie doch. Sind Sie doch.</p>
<p>Oder?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wie kann Frau auf sexistische Kommentare reagieren? Dieser Frage geht Fee in ihrem Beitrag <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/02/sexistische-kackscheisse/" target="_blank" rel="noopener"><u>Sexistische Kackscheiße</u> </a> nach.</li>
<li>Mehr Gewinnerbeiträge aus dem <a href="http://www.lizzynet.de/netzheldin-siegerehrung.php" target="_blank" rel="noopener"><u>#netzheldin-Schreibwettbewerb</u></a> findest du auf LizzyNet.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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