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	<title>Film &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Avatar 2 und die dreckige Leinwand</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/06/avatar-2-und-die-dreckige-leinwand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anton August Dudda]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Jun 2023 11:55:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[patriarchat]]></category>
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					<description><![CDATA[Anton analysiert in seinem Kommentar den Sexismus und den Rassismus in dem Film Avatar 2. An „Avatar – The way of water“ gibt es eine Menge zu kritisieren. Drehbuch zum Beispiel. Das fühlt sich an, als hätte jemand zu Marktforschungszwecken ausprobiert, wie viele Klischees man in einen Blockbuster einbauen und trotzdem für einen Oscar als]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Anton analysiert in seinem Kommentar den Sexismus und den Rassismus in dem Film Avatar 2.</strong><span id="more-15619"></span></p>
<p>An „Avatar – The way of water“ gibt es eine Menge zu kritisieren. Drehbuch zum Beispiel. Das fühlt sich an, als hätte jemand zu Marktforschungszwecken ausprobiert, wie viele Klischees man in einen Blockbuster einbauen und trotzdem für einen Oscar als bester Film nominiert werden kann. Hätte ich eine Parodie schreiben wollen, ich hätte fast nichts anders gemacht.<br />
Hier möchte ich allerdings kurz auf einen Aspekt des Films eingehen, den ich als besonders perfide empfinde. Es ist nicht neu, dass Hollywood in Zeiten amerikanischer, wie auch internationaler Aufrüstung die dafür wohlfeile Heroisierung des Soldatentums und Idealisierung des Krieges verbildlicht und festigt. Dem muss man keine finstere Absicht einzelner unterstellen, kulturindustrielle Massenprodukte sind schwankende Rohre im Wind und können sich meist eine allzu offene Opposition nicht leisten, da sie möglichst Weltweit geschaut werden müssen, um ihre exorbitanten Produktionsbudgets wieder einspielen zu können. Dennoch haben viele amerikanische Filme der jüngeren Vergangenheit zumindest oberflächlich gewisse identitätspolitische Zugeständnisse gemacht und – wenn auch zumeist sehr zaghaft – an bestehenden Geschlechter- und Familienbildern gerüttelt oder auf schwarze und indigene Geschichte fokussiert und die Rolle des Rassismus in der „westlichen“ Geschichte in Ansätzen reflektiert.<br />
An den Verantwortlichen für „Avatar – The way of Water“, wobei man James Cameron als Regisseur, Co-Autor und Co-Produzent wohl hervorheben muss, scheinen von diesen Diskursverschiebungen allerdings nichts mitbekommen zu haben oder haben sich bewusst dazu entschlossen, sie zu ignorieren. Die als Opfer menschlicher Kolonisation inszenierten Na’vi sind Aliens. Als solche könnten sie wunderbar als Leinwand für die fantastischsten und fantasievollsten gesellschaftlichen Gegenentwürfe und Utopien herhalten, man könnte sie zeichnen als Wesen ohne Geschlecht, ohne tribalistische Zugehörigkeiten, ohne gewaltvolle Machtstrukturen, doch der Film entscheidet sich in einem fast schon unverschämten Mangel an Originalität für das exakte Gegenteil. Bei den Na’vi gibt es Männer und Frauen. Die gezeigten Stämme sind strikt patriarchal organisiert, die Männer sind Krieger, die Frauen werden als Ernährerinnen mit zum Teil übersinnlicher Verbindung zur Natur dargestellt.</p>
<p>Die Frau als das naturnahe Geschlecht ist ein so unfassbar altes Klischee, dass es sich eigentlich für die Leinwand verbieten sollte, aber wie schon gesagt, diesbezüglich ist sich „Avatar- The way of Water“ für nichts zu schade.<br />
Generell weidet sich der Film an der doch arg von westlicher Esoterik gefärbten Vorstellung der indigenen Völker, für welche die Na’vi ganz offensichtlich stellvertretend sind. Sie sind naturnah, bescheiden und erfüllt von übersinnlicher Weisheit, der Mensch hingegen ist gierig, brutal und übergriffig. Der Konflikt und damit auch die Notwendigkeit des Krieges wird so naturalisiert, für systemische Kritik oder gar Kritik am Kapitalismus interessiert sich der Film nicht.<br />
Das schlimmste ist aber, dass der Film auf eine Art und Weise soldatische und reaktionäre Propaganda betreibt und dies mit einer Rhetorik der indigenen Emanzipation verschleiert. Es ist wohl selbst derzeit dem bürgerlich-liberalen Teil des Publikums kein Film mehr zu verkaufen, in welchem im Stile des amerikanischen Realismus und all seinem gewohnten Pathos, ein patriarchaler Familienvater von der Notwendigkeit spricht, sein Land und seine Familie zu verteidigen und seine Söhne unverhohlen zu Kriegern erzieht. Ein Vertreter „der Menschen“ oder „der Amerikaner“ müsste in irgendeiner Art in dieser Überzeugung gebrochen werden, er müsste lernen, dass diese Ideologie eine schadhafte, eine gewaltvolle, eine tödliche ist (siehe z.B. Oscarkandidat „Im Westen Nichts Neues“). Ansonsten wäre der Film vermutlich in reaktionären und rechten Kreisen erfolgreich, aber nicht mehr in dem Sinne massentauglich wie noch vor 10 oder 20 Jahren. „Avatar – The way of Water“ exemplifiziert diese Familien- und Gesellschaftsideologie aber nun anhand der Figuren, die als emanzipatorische Sympathieträger*innen gezeichnet sind und – man erinnere sich – als Naturvolk. Der Mensch, dessen inhärente Bosheit allzu vulgäre Liberale akzeptiert zu haben scheinen, ist böse auch als Patriarch. Ein indigener Patriarch kann stattdessen als Beispiel dienen, dass das gute und schützenswerte, der Mensch in seiner naturvölkischen Form nämlich, sich automatisch und auf zwanglose Weise patriarchal und soldatisch organisiert.<br />
Die leere Leinwand, von der ich zuvor sprach, welche hier gewoben ist aus den traumatischen und unbeschreiblich gewaltvollen Erfahrungen indigener Völker, wird beschmiert mit den reaktionären Gesellschaftsbildern eines neoliberalen Bürgertums, welches nur allzu bereit scheint, die Errungenschaften der offenen Gesellschaft mitsamt ihren Söhnen jederzeit von Bord zu werfen, wenn der politische Zeitgeist dies vermeintlich erfordert. Dies ist schon deshalb besonders widerlich, weil nicht-patriarchale Formen des Zusammenlebens grade in indigenen Kulturen nicht selten sind, welche durch diesen Film aber bloß ausgenutzt und als Zugpferde vor die Marketingmaschine gespannt werden.<br />
Aber die Landschaftsaufnahmen sind wirklich schön. Man kann sich richtig verlieren.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Filmempfehlung &#8211; Everything Everywhere All At Once</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/04/15454/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kenji]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Apr 2023 12:19:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Filmkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
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					<description><![CDATA[Queerness, Steuern und ein Multiversum – Kenji teilt mit seiner Filmkritik zu &#8222;Everything Everywhere All At Once&#8220; sein Hobby und seinen ersten Beitrag für meinTestgelände mit uns. Hi, ich bin Kenji. Ich bin 16 Jahre alt und dies ist mein erster Beitrag. Ich interessiere mich viel für Filme und deren Produktionen. Die Welt der Filme]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Queerness, Steuern und ein Multiversum – Kenji teilt mit seiner Filmkritik zu &#8222;Everything Everywhere All At Once&#8220; sein Hobby und seinen ersten Beitrag für meinTestgelände mit uns.</strong><span id="more-15454"></span></p>
<p>Hi, ich bin Kenji. Ich bin 16 Jahre alt und dies ist mein erster Beitrag. Ich interessiere mich viel für Filme und deren Produktionen.<br />
Die Welt der Filme wird seit den letzten Jahren immer vielfältiger und es gibt immer mehr Filme über Queere-Themen. Auch wenn die Anzahl an Queeren-Filmen oder Filmen mit Queerer Repräsentation, um einiges mehr sein könnte, existieren schon ziemlich gute Queere-Filme. Um auf einige dieser Filme aufmerksam zu machen, werde ich hier einige Filmempfehlungen veröffentlichen und mein Hobby teilen.</p>
<p>&#8222;The Only Thing I Do Know Is That We Have To Be Kind. Please, Be Kind. Especially When We Don&#8217;t Know What&#8217;s Going On.&#8220; &#8211; Waymond</p>
<p>&#8222;Das Einzige, was ich weiß, ist, dass wir freundlich sein müssen. Bitte, seid freundlich. Besonders wenn wir nicht wissen, was los ist.” &#8211; Waymond</p>
<p>Dieses Zitat stammt aus dem Film “Everything Everywhere All At Once”. “Everything Everywhere All At Once” ist der erste Film, den ich hier empfehle. Der Film stammt aus dem Jahr 2022 und wurde von Daniel Kwan und Daniel Scheinert, auch “die Daniels” genannt, gedreht.<br />
In Everything Everywhere All At Once (abgekürzt EEAAO) geht es um die Mutter und Waschsalonbesitzerin Evelyn (gespielt von Michelle Yeoh), ihren Mann Waymond (gespielt von Ke Huy Quan) und ihre Tochter Joy (gespielt von Stephanie Hsu). Evelyn macht einen guten Job in ihrem Waschsalon, hat aber leider nicht so viele Kunden. Es ist ihr wichtig, ihren Vater stolz zu machen und gleichzeitig ein gutes Verhältnis zu ihrer Tochter zu haben. Als sie eines Tages ihre Steuererklärung machen soll, passiert etwas Seltsames. Sie wird in ein sogenanntes Multiversum gezogen, macht sich auf die Suche nach einem Verbrecher und erlebt einige beeindruckende Abenteuer.</p>
<p>Dies ist nur eine kurze und grobe Beschreibung des Inhalts des Films. Der Film hat noch so viel mehr zu bieten, ist sehr kreativ und emotional.</p>
<p>Ich habe EEAAO bereits zweimal gesehen und beide Male war es ein atemberaubendes Erlebnis. Als der Film in die Kinos kam, hatte er noch nicht so viele Zuschauer, aber das änderte sich mit der Zeit. Viele Leute, die aus dem Kino kamen, sprachen positiv über den Film und so wurde er immer bekannter. Zu Recht wurde er von vielen zum besten Film des Jahres gewählt.</p>
<p><strong>Evelyn</strong></p>
<p>Everything Everywhere All At Once gibt einen wunderschönen, spannenden und emotionalen Einblick in das Leben von Evelyn und einer Mutter, die eine engere Beziehung zu ihrem Kind aufbauen will. Joy, Evelyns Tochter, ist Queer und hat eine Freundin namens Becky (gespielt von Tallie Medel). Der Charakter von Joy ist nicht nur eingebaut, um eine queere Repräsentation im Film zu haben, sondern er spielt eine wichtige Rolle im Film. Evelyn versucht ihrem alten und schrulligen Vater aus China zu erzählen, dass ihr Kind Queer ist und eine Freundin hat. Aber Evelyn kann es nicht, weil sie denkt, dass sie ihren Vater damit nicht stolz machen würde. So entsteht ein sehr emotionaler Konflikt über Akzeptanz zwischen Evelyn und Joy.</p>
<p><strong>Steuern</strong></p>
<p>Steuern spielen in diesem Film eine größere Rolle, als es auf den ersten Blick scheint. Das klingt zunächst langweilig, aber Steuern haben tatsächlich einen großen Einfluss auf den Film. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Steuerberaterin Deirdre (gespielt von Jamie Lee Curtis). Evelyn, Waymond, Joy und Gong Gong, ihr Vater, gehen gemeinsam zum Finanzamt, um über ihren Waschsalon und die Zukunft des Unternehmens zu sprechen. Evelyn hat vergessen, ihre Steuererklärung abzugeben, bittet freundlich um einen anderen Termin und versucht Deirdre zu überreden. Aber die Zeit im Finanzamt scheint für Evelyn sehr langweilig zu sein und sie bemerkt etwas Seltsames.</p>
<p><strong>Das Multiversum</strong></p>
<p>Das Multiversum ist der größte Handlungsstrang des Films und macht ihn so besonders. Wie gerade beschrieben, bemerkt Evelyn im Finanzamt etwas sehr Merkwürdiges, während sie Deirdre zuhört. Sie erhält eine Nachricht mit einer Reihe von seltsamen Aktionen, die sie ausführen muss. Das Multiversum in EEAAO ist eine wunderschöne, farbenfrohe und einfach faszinierende Welt. Einzigartige Bilder, verrückte Fantasien und unzählige Möglichkeiten, auf die man erst einmal kommen muss, finden in diesem Film statt. Das Ziel im Multiversum ist es, einen Verbrecher zu fangen, der durch das Multiversum reist. Was sonst noch im Multiversum passiert, könnt ihr gerne selbst herausfinden und ich werde nicht weiter spoilern.</p>
<p><strong>Der Erfolg des Filmes</strong></p>
<p>Everything Everywhere All At Once war nach seinem Kinostart sehr erfolgreich. Der Film hat in der Produktion nur 25 Millionen Dollar gekostet (was für einen Film relativ wenig ist), spielte aber nach der Veröffentlichung rund 100 Millionen Dollar ein, was ein sehr großer Erfolg war. So wurde der Film immer populärer und gewann viele Preise bei Filmfestivals und andere Auszeichnungen. Viele Leute waren der Meinung, dass dies der beste Film des Jahres werden würde und das wurde besonders bei einer sehr bekannten Veranstaltung deutlich. Diese Veranstaltung war die Oscar-Verleihung. Auch wenn es viel Kritik an den Oscars gibt, sind sie vielleicht die etablierteste Veranstaltung für Filme und Filmschaffende. Wenn ein Film, eine Schauspielerin oder ein Schauspieler einen Oscar gewonnen hat, kann das für diese Person eine Karriereleiter sein. Durch einen Oscar bekommt man oft mehr Filmangebote und wird bekannter.<br />
EEAAO hat ganze 9 Oscars bekommen. Darunter der Oscar für Michelle Yeoh als beste Hauptdarstellerin, Ke Huy Quan als bester Nebendarsteller oder auch der Oscar für den besten Film, der die wichtigste Auszeichnung bei den Oscars ist.</p>
<p>Everything Everywhere All At Once ist wirklich einer der besten Filme, die das Kino in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Der Film steckt voller Spaß, Kreativität und genialen Einfällen. Die Regisseure des Films, die Daniels, haben wieder einmal ein Meisterwerk geschaffen, aber ohne die hervorragende Arbeit und Leistung der Schauspieler_innen wäre der Film wahrscheinlich nicht so geworden, wie wir ihn jetzt kennen. Insgesamt kann ich den Film nur empfehlen. Im Moment kann man den Film noch in einigen kleinen Kinos sehen und er läuft auf der Streaming Plattform WOW.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Buntes Disney ist nicht gleich „Regenbogen“-Bunt</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/05/buntes-disney-ist-nicht-gleich-regenbogen-bunt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ann Katrin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 May 2022 08:59:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Disney]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
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					<description><![CDATA[Disneyhelden sind oft Vorbilder, an denen sich Kinder orientieren und die sie nachahmen. Dabei versucht Disney, Werte wie Treue und Mut zu vermitteln, doch mit Themen wie sexuelle Orientierung und Identitäten scheint sich der Konzern wenig zu beschäftigen. Was sie dazu im Programm haben und welche Charaktere mit queeren Persönlichkeiten auftreten, untersucht Ann Katrin. Wer]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="Body"><strong>Disneyhelden sind oft Vorbilder, an denen sich Kinder orientieren und die sie nachahmen. Dabei versucht Disney, Werte wie Treue und Mut zu vermitteln, doch mit Themen wie sexuelle Orientierung und Identitäten scheint sich der Konzern wenig zu beschäftigen. Was sie dazu im Programm haben und welche Charaktere mit queeren Persönlichkeiten auftreten, untersucht Ann Katrin.</strong></p>
<p><span id="more-14820"></span></p>
<p>Wer mit Disney-Filmen oder Serien aufgewachsen ist erinnert sich vielleicht noch gut an die kindgerechte Vermittlung von gesellschaftlichen Werten durch Handlungen der Hauptfiguren. Die Helden und Bösewichte im Disney-Entertainment sollen den oftmals kindlichen Zuschauern bestimmte Charakterzüge als positiv oder negativ darstellen und gleichzeitig erklären. Denn wie lernen Kinder und auch noch junge Erwachsene anders, wenn nicht durch Vorbilder und das Nachahmen von Werten oder Handlungen. Disney beweist fast von Beginn an eine umfangreiche Kreativität sowie sehr gutes Einfühlungsvermögen darin, Probleme, Konflikte aber auch teilweise Krankheiten die in der Gesellschaft vorkommen auf einfache, witzige und tiefsinnige Art in ihren Produkten einzubauen.</p>
<p>Kinder können in den unterschiedlichen Figuren Merkmale erkennen, die sie vielleicht auch im echten Leben mitbekommen und sich dann an den Handlungen ihrer Helden orientieren. In fast allen Filmen beruhen die Heldenfiguren auf den moralischen Werten wie Treue, Wahrheit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, Mut, aber auch Trauer und Verlust. Die Bösewichte hingegen erhalten unmoralische Charakterzüge wie List, Egoismus, Großmut, Verachtung oder Bösartigkeit. Wir alle kennen die Geschichten; die Helden gewinnen gegen die Bösewichte und haben ein glückliches Leben. Nichts falsch daran! Was aber seit einigen Jahren auffällt oder vermehrt angesprochen wird, ist das Disney sich sehr wenig mit Charakterzügen beschäftigt die Kinder oder älteren Zuschauern sexuelle Orientierung und Identitäten, also das persönliche Selbstbild des eigenen Geschlechts aufzeigt.</p>
<p>Nicht ganz; wer sich die Mühe macht die Reihe der klassischen Disney-Filme durchzuschauen bemerkt vielleicht ein auffälliges Detail in der Darstellung der Bösewichte und Helden: Die Helden aus den früheren Filmen, seien sie männlich oder weiblich, fühlen sich immer zum jeweils anderen Geschlecht hingezogen, beweisen eindeutige Charakterzüge und haben oft ein straightes Selbstbild, dass nur zwischenzeitlich in ihrer Entwicklungsgeschichte erschüttert wird. Die Antihelden hingegen, seien sie von den negativen Zügen gezeichnet, zeigen oft die Attribute die heutzutage mit den Selbstwahrnehmungen von (manchmal) homosexuellen, bisexuellen, a-sexuellen oder weiteren queeren Personenzügen übereinstimmen. Außerdem können bei einigen Bösewichten psychische Krankheiten oder zumindest die Symptome von solchen erkannt werden. Bei Helden sind diese ebenso zu erkennen, aber mit wenigen Ausnahmen überwinden diese die Symptome oder Krankheiten durch ein persönliches Wachstum. Disney vermittelt hierdurch, dass der offene Umgang mit den Problemen oder traumatischen Einschnitten im Leben zum Überwinden von Krankheiten führen kann, aber auch, dass Bösewichte in ihren charakterlichen Zügen eher fließend und weniger gestärkt sind. Einige Beispiele von Antagonisten mit Zügen von queeren Persönlichkeiten sind:<br />
Ursula die Züge einer Drag Queen aufweist, mit dem extravaganten Make-Up, dramatischen Auftritten und Verhalten, sowie ihrem Bewusstsein ihrer Kurven würden übereinstimmen.</p>
<p>Scar könnte als homosexuell identifiziert werden, durch ein feines Körperbewusstsein, die Änderung der Stimmlage und einiger Ironie gegenüber seinem Bruder und dessen männlichen Verhalten (obwohl dies auch auf Geschwisterfeindlichkeit und der Rivalität unter Löwen-Alphas beruhen kann).</p>
<p>Hades fällt nicht direkt in die Kategorie von homosexualität, zeigt aber auch eine fließende Darstellung im Umgang mit den jeweiligen Geschlechtern und seinem eigenen Verhalten.</p>
<p>Auch viele weitere Charaktere die Nebenrollen innehaben werden durch ihre Züge und Handlungen als homosexuell oder queer dargestellt. Diese Funktionen nennt sich Queer-Coding, Figuren werden durch ihr Verhalten und auch die Kleidung in manchen Fällen als queer impliziert obwohl es nicht explizit ausgesprochen wird. Mittlerweile wurde der Zusammenhang erkannt, dass homosexuelle, a-sexuelle oder weitere Merkmale von LGBTQ+ Personen im Verhalten der Antagonisten für Kinder als negativ und unmoralisch vermittelt werden sollen.</p>
<p>Ob Disney mittlerweile neue Figuren erfindet, die sich als eindeutig queer zeigen bleibt noch abzuwarten. Der Entertainment-Riese erhält jedenfalls auch in diesem Thema viel Aufmerksamkeit. Bei der Suche auf Disney+ schließt das Programm jedoch schlecht ab. Denn mit der Suche nach „LGBTQ+“ wird kein einziger Film oder Serie angezeigt. Auch unter den Genres bei den Filmen oder Serien-Auswahl wird kein Hinweis auf ein mögliches Programm gegeben. Hat Disney also nichts im Angebot? Dieselbe Suche bei den Konkurrenten Netflix und Amazon Prime führt mit wenigen Einbußen zu einer soliden Auswahl rund um Filme oder Serien die sich mit queeren Charakteren verbinden. Die neusten Disney-Filme hingegen fallen mit einer großen Neutralität der Hauptfiguren auf. Die Definition ob die Figuren wirklich queere Züge haben oder nicht, wird immer schwerer. Netflix und Amazon hingegen setzen auf mehr Deutlichkeit. Die Streaming-Portale verfügen über Angebote die von Unterhaltung bis zu Aufklärung über das Leben von queeren Personen führen. Obwohl auch hier noch auf Stereotypen zurückgegriffen wird, können Zuschauer sich dem Programm hingeben und sitzen vor deutlichen Darstellungen der jeweiligen Charakterzüge.</p>
<p>Wie geht Disney in Zukunft mit der Möglichkeit auf explizite queere Figuren um? Seit neustem arbeitet der Streaming-Anbieter and er Aufarbeitung und Aufklärung kultureller Stereotypen mit dem Programm StoriesMatter. Kommen anschließend auch Experten der LGBTQ+ Szene und erklären, wie sowohl Helden als auch Bösewichte ohne die negativen Darstellungen von Stereotypen mit queeren Attributen in den Disney-Produkten Anklang finden können?<br />
Ein Anfang mit einer geringen Auswahl an LGBTQ+ freundlichen Shows existiert bereits, abgesehen von den unterschwelligen Figuren. Der Kurzfilm „Out“ handelt über die sexuelle Orientierung von Greg und wie er lernt seine bisher geheim gehaltene Orientierung mit seiner Familie und Freunde zu teilen. Über den Star-Kanal auf Disney+ ist das Angebot LGBTQ+-freundlicher und auch viel umfangreicher. In vielen Serien und Filmen wird das Thema offen aufgegriffen. Reines Entertainment aus dem Hause Disney sind diese Shows jedoch nicht, was weiterhin dazu führt, dass der Streaming-Dienst den Ruf als LGBTQ+ feindlich oder abblockend so schnell wohl nicht loswird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>(Ein bisschen) Contra geben</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/05/ein-bisschen-contra-geben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johanna-Maria]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 May 2022 09:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
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					<description><![CDATA[Beim Filmgucken in der Schulklasse von Johanna Maria kommt es zu intimen Szenen, welche ihren Mitschüler:innen und ihrem Lehrer offensichtlich unangenehm sind, sie gucken weg. Warum ist es so ein Tabuthema und warum fällt es vielen so schwer darüber zu sprechen? Diese und weitere Fragen kommen Johanna Marie in den Kopf.  9:45 Uhr, Beginn des]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Beim Filmgucken in der Schulklasse von Johanna Maria kommt es zu intimen Szenen, welche ihren Mitschüler:innen und ihrem Lehrer offensichtlich unangenehm sind, sie gucken weg. Warum ist es so ein Tabuthema und warum fällt es vielen so schwer darüber zu sprechen? Diese und weitere Fragen kommen Johanna Marie in den Kopf. </strong></p>
<p><span id="more-14751"></span></p>
<p>9:45 Uhr, Beginn des Religionsunterrichts.</p>
<p>Wir schauen den Film ,,Das Tagebuch der Anne Frank“ im Klassenverbund. Am Smartboard erscheint eine Szene, bei der die Protagonistin ihre Vulva mit dem Spiegel genauer erforscht, sich genauer mit ihrem Körper und ihren Gefühlen dort auseinandersetzt. Die Stimmung im Klassenraum ist bedrückt, als würden alle die Luft anhalten, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Der Lehrer schaut auf die gegenüberliegende Wand, bloß nicht auf den Film und erst recht nicht in die Augen der Schüler*innen blicken. Könnte ja unangenehm werden, um Himmels Willen!</p>
<p>Der Film geht weiter, Ausschnitte aus der Zeit im Hinterhaus der Familie Frank, Auseinandersetzungen zwischen Mutter und Tochter und Leid, sehr viel Leid und Trauer, sind zu sehen. Dazwischen typische Probleme aus dem Alltag von Heranwachsenden. Kurz darauf sitzen Margot und Anne nebeneinander und reden darüber, dass Margot ihre Tage bekommen habe. Zu meiner Linken wendet sich meine Sitznachbarin plötzlich scheinbar sehr am Zeichnen interessiert ihrem Blatt zu; mein Sitznachbar sieht gerade die Notwendigkeit darin, sich seinen Schnürsenkel, der bereits zu einer Schleife gebunden war, neu zu öffnen und zu binden. Und ich sitzen zwischen den beiden, nicht sicher, was ich fühlen soll. Sollte ich auch beschämt wegschauen? Oder ist es in Ordnung, dass ich die Szene alles andere als unangenehm finde, sogar vielmehr dagegen ankämpfen will, dass auch meine Umsitzenden sich nicht mehr schämen müssen?</p>
<p>Der Film endet, Reflexionsrunde.</p>
<p>Oberflächlich wird der Film wiedergegeben und bewertet, wie die filmische Umsetzung in Bezug auf das Tagebuch der Anne Frank gelungen sei. Der Lehrer nimmt Stellung zu den intimen Stellen, die der Film darlegt und behauptet plötzlich selbstbewusst, wie unnötig das Zeigen solcher Situationen sei und er das nicht sehr begrüße. Seltsam, denn während des Films schien er einst verunsichert und so …klein?&#8230; Ich merke, wie sich Gefühle in mir anstauen. Aus Wut darauf, dass wir Offensichtliches nicht ansprechen und alles totschweigen, was es in diesem Scheißsystem zu ändern gebe. Einatmen, ausatmen, runterfahren.</p>
<p>Die darauf folgende Aufgabe: ,,Verfasse eine Filmkritik zum Film!“</p>
<p>Sie wollten es so, denke ich und schreibe Teile dessen, die mir während des Films durch den Kopf gingen, mit in die verlangte Rezension.</p>
<p>Ein Auszug meiner Rezension lautet wir folgt:</p>
<p>,,Auch die Themen Liebe und Selbstfindung finden in dem Film Platz. Das führt bei einem gemeinsamen Anschauen des Films in der Schulklasse zu peinlicher Berührung und die Relevanz des Zeigens dieser Themen in diesem Kontext kann sicherlich in Frage gestellt werden. Dennoch habe ich für mich feststellen können, dass es Teil des Entwicklungsprozesses eines Teenagers ist und wo, wenn nicht in der Schule, sollte es eine Plattform zur realistischen Darstellung dieses Lebensabschnitts, der Pubertät, geben? Es gehört einfach dazu und der Film gewinnt dadurch an Echtheit.“</p>
<p>Ich lese meinen Text in der Klasse vor, schließlich soll jede*r seine Ergebnisse vorstellen.</p>
<p>Übrig bleibt nach dem Vorlesen meines Textes Schweigen, auch der Lehrer äußert sich nicht weiter dazu.</p>
<p>Was ich vielleicht noch erwähnen sollte: Besagter Film wurde in unserer Klasse bereits als Ergänzung zum Tagebuch der Anne Frank geschaut. Dadurch, dass wir den Film nun auch in unserem Mischkurs in Religion anschauten, fiel mir auf, dass im Deutschunterricht auf die Darstellung folgender Filmszenen verzichtet wurde: Anne erforscht sich mit dem Handspiegel. Anne und Margot sprechen über die Menstruation. Anne wird mit Peter intimer. Anne gelangt ins Konzentrationslager.</p>
<p>Interessant, wo die Prioritäten gesetzt wurden, oder?</p>
<p>Es geht nicht darum, dass wir immer und überall über Sex, Sexualität und Identifikation reden. Es geht darum, dass wir dann über diese Themen können, wenn es angemessen und nötig wäre.</p>
<p>Auch sollten wir nie vergessen, dass auch Lehrer*innen nur Menschen sind. Und genau deshalb ist es wichtig, dass wir als Schüler*innen weiterhin unsere Meinung vertreten und verteidigen. Denn selbst wenn unsere Lehrer*innen Vieles anders sehen, als wir selbst, ist es umso relevanter, dass wir zu uns stehen, marginalisierte Gruppen verteidigen und Contra geben.</p>
<p>Wir müssen im Diskurs bleiben und sollten uns keinesfalls verschließen. Konstruktiver Austausch ist eine Grundlage für ein friedliches Zusammenleben und so kann es auch nicht schaden, sich mit der Gegenseite auseinanderzusetzen.</p>
<p>Es läutet zur Pause.</p>
<p>Ich verabschiede mich vom Lehrer, verlasse den Raum und übrig bleiben drei zentrale Fragen:</p>
<p>• Wieso fällt es uns schwer, über Tabus zu sprechen und Grenzen zu überwinden, die uns doch zu mehr Akzeptanz verhelfen würden?</p>
<p>• Was hat Religion mit alledem zu tun?</p>
<p>• Was habe ICH beizutragen?</p>
<p>Ich gehe über die Türschwelle raus in den Flur und übrig bleibt:</p>
<p>Leere.</p>
<p>(PS: Für die positiven Vibes eines jeden Textes möchte ich an dieser Stelle noch mal den seit 2011 bestehenden Ausdruck ,,Vulvina“ feiern und den Buchtipp ,,Sie hat Bock“ von Katja Lewina in die Welt raussenden. Habt einen schönen Tag!)</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Coming Out – Das bin ich</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/11/coming-out-das-bin-ich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johanna-Maria]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Nov 2021 07:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute vor genau einem Monat, nämlich am 11.10., war der Internationale Coming Out Day. Passend zu diesem Anlass präsentieren wir euch mit Freude den ersten Beitrag unserer neuen Autorin Johanna-Maria. Sie hat sich den MDR DOK Film »Coming Out« angesehen, beschreibt im Text ihre Eindrücke aus dem Film und stellt spannende und schockierende Bezüge zu]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute vor genau einem Monat, nämlich am 11.10., war der Internationale Coming Out Day. Passend zu diesem Anlass präsentieren wir euch mit Freude den ersten Beitrag unserer neuen Autorin Johanna-Maria. Sie hat sich den MDR DOK Film »Coming Out« angesehen, beschreibt im Text ihre Eindrücke aus dem Film und stellt spannende und schockierende Bezüge zu ihrem Alltag her, dem einer jungen Frau der Generation Z.      </strong></p>
<p><strong><span id="more-13593"></span></strong></p>
<p>Für gewöhnlich schaue ich selten Filme. Gerade solche, die Geschlechterklischees vertiefen, keine objektive Berichterstattung vorlegen können, oder schlicht und ergreifend keinen Mehrwert in Form einer ,,Message“ liefern, sind für mich uninteressant. Fast habe ich meinen Glauben in die Filmbranche verloren, da fiel mir der Film &#8222;Coming Out“ auf dem YouTube Kanal MDR DOK in die Hände. Thematisiert werden hier die Outings unterschiedlichster junger Menschen. Während wir einige hautnah und unzensiert bei ihrem Gespräch mit Eltern/Verwandten/Freund*innen verfolgen dürfen, legen andere ihren Weg der Selbstfindung und des ,,Andersseins“ dar. Die Reaktionen der Umstehenden: Teils liebevoll, wissend, akzeptierend bis hin zu erschütternden, menschenverachtenden und hasserfüllten Aussagen.</p>
<p>Der Film hat mich deshalb sehr emotional mitgenommen. Reale und oftmals erdrückende Videosequenzen. Eine klare Empfehlung also, denn einen so ungefilterten Einblick erfährt man selten, dazu später mehr.</p>
<p>Diese Filmentdeckung möchte ich mit Verweis auf den Coming Out Day (11. Oktober) 2021 zelebrieren. Als Erinnerung daran, dass wir nicht allein sind. Mein Appell: Seid stolz auf euch, ihr seid wundervoll! Und jetzt: Viel Spaß beim Lesen meiner kleinen Stellungnahme.</p>
<p>Vor Kurzem wurde ich in der Schule in ein interessantes Gespräch verwickelt. Es ging um die Beinbehaarung bei Frauen*. Als Mädchen wurde ich hinzugezogen und nach meinen Erfahrungen gefragt. Es stellte sich heraus, dass die Mehrheit der in das Gespräch verwickelten (pubertierenden) Jungen dachte, Frauen* hätten keine Beinhaare und waren über die Widerlegung entsprechend schockiert. Weiter schien kein Verständnis dafür zu bestehen, dass nicht jede Frau* die Pille als Verhütungsmethode verwenden möchte. Die Nebenwirkungen seien verkraftbar und die Verweigerung ihrer Verwendung unverständlich, hieß es. Auf die Spitze wurde das Gespräch dadurch getrieben, dass mir einige Mitschüler*innen erklärten, dass sie nie Sexualkunde in der Schule gehabt hätten und von ihren Eltern nicht aufgeklärt worden wären. Schlussfolgend bleibt diesen Jugendlichen also nur die Aufklärung durch Funk und Fernsehen, worin eine große Gefahr besteht. Anders als im oben erwähnten Video führen erste Nachforschungen zu Geschlechtsidentitäten, Sexualität, Gender und der Selbstfindung aber zumeist zu eintönigen und falschen Quellen, eben dem &#8222;bereits bekannten&#8222;. Allein durch Recherchieren gelangt man durch Werbeanzeigen auf pornographisches Material, fake News, Hass, Pauschalisierungen. Das muss gar nicht offensichtlich geschehen. Oft reicht ein Klick auf die Überschrift ,,Bilder“ oder (Werbe-)Anzeigen, schon sieht man Bilder, die sexistischen Hintergrunds sind und in jungen Jahren negativ prägen; sie schaffen ein Weltbild, das als Norm dargestellt und Minderheiten ausschließen wird. Dass wir uns mit dem übermäßigen Konsum dieser Videos, Bilder und Texte keinen Gefallen tun, ist oft nicht präsent, doch dass Deutschland Weltmeister im &#8222;Porno-Gucken&#8222;** ist, ist nichts, auf das man stolz sein sollte – und birgt eine riesige Gefahr. 11 Jahre beträgt das Durchschnittsalter der Erstkonsument*innen von Pornos** und es wird ein surreales Bild von Liebe und Sex geschaffen – um nur einen Aspekt aufzugreifen. Und wieder einmal stelle ich unter Menschen fest, dass wir häufiger Diskurse führen und vor allem zuhören müssen. Das ausschweifende, aber dennoch erkenntnisreiche Gespräch im Schulgebäude wurde beendet und wir gingen befreit und erkenntnisreich auseinander. Es muss sich noch einiges ändern, insbesondere bei der medialen Darstellung.<br />
Wieso dieser Exkurs?</p>
<p>Für eine ach so aufgeklärte und reife Generation Z ist das ziemlich erschreckend und dennoch Alltag. Nie hatten wir einen dermaßen unbegrenzten Zugriff auf Informationen durch das Internet. Leider bewirkt das nicht, dass wir auch wirklich informierter durchs Leben gehen, sondern online die Aspekte aufgreifen, die uns am besten gefallen und unsere Meinung, auch Algorithmen bedingt, unterstreichen. Es beginnt bei der kaum geförderten Diskussionskultur und wird dadurch fortgeführt, dass wir verlernt haben, andere Meinungen auszuhalten und zu argumentieren. Erst seit dem 01.10.2017 gilt die Ehe für alle und wir haben es trotzdem nicht vollbracht, über Geschlechtervielfalt und Gleichberechtigung zu sprechen, ohne dass eine der Fronten resigniert das Handtuch wirft. Haben noch immer keinen (Sexualkunde)Unterricht, bei dem Heterosexualität nicht die Norm darstellt. Stattdessen wird geschwiegen, ignoriert und gehofft, alles regele sich von allein. Wir definieren uns über Mode, denn bereits jede*r zweite*r Deutsche legt Wert auf Marken.*** Dabei ist Individualität so wundervoll und wichtig. Hierzu möchte ich mich auf das Video ,,Coming Out“ beziehen, denn es spiegelt bei genauerem Hinsehen genau diese Probleme wider. Immer wieder beteuern die Eltern darin, sie hätten gewusst, dass ihr Kind bereits in jungem Alter diese Wahl getroffen hätte. Gesagt haben sie ihren Liebsten davon aber nichts, von ihrer stillen Vermutung über die Sexualität und das Leben ihrer Kinder. Die Kinder/Jugendlichen betonen während ihrer Gespräche immer und immer, dass sie keine Wahl getroffen hätten, dass es falsch sei, das zu behaupten und fragen, wann denn sie [ihre Eltern] entschieden hätten, heterosexuell zu sein. Diese Aussage wird auf der anderen Seite ignoriert. So wird der Diskurs fortgeführt und übrig bleiben Wut, Frust und Verletztheit, weil man trotz eines 30-minütigen Gesprächs aneinander vorbeigeredet hat. Weil man sich jemandem anvertraut hat und statt Akzeptanz Meinungen erfährt. Ein Coming Out sollte nicht bewertet werden. Niemand hat das Recht dazu, jemanden in Bezug auf seine Sexualität und Identifikation abzuwerten und zu kategorisieren. Es ist essenziell, den Unterschied zwischen Meinung und Hass zu kennen. Es ist doch in Ordnung, nicht jede*n zu mögen, aber dann halte lieber Abstand, statt zu hassen und zu hetzen. Nicht alles, was gedacht wird, muss auch ausgesprochen werden, denn wir wissen nicht, wir es auf unser Gegenüber wirken wird.</p>
<p>Wir werden bereits bei unserer Geburt einem Geschlecht und einem Namen zugeordnet, beides wird auf Akten hinterlegt. Wir werden irgendwo reingepresst, dabei hat jede*r andere Wünsche, Normen, Gedanken und Probleme im Leben. Jede*r, der/die sich outet ist normal, ist liebenswert. Denn Homosexualität ist verdammt nochmal keine Krankheit. Wer ,,Schwuchtel“ als Schimpfwort verwendet ist ignorant und versucht auf den Kosten anderer inneren Druck zu kompensieren…</p>
<p>Es liegt nicht an Euch. Das dürft ihr niemals vergessen und deshalb steht zu dem, was ihr seid. Das kann euch keiner nehmen. Ein Outing kann sehr befreiend sein, aber man sollte sich bereit fühlen. Der richtige Moment wird kommen, wenn das erstmal nicht der Fall ist, ist das auch okay! Und wenn es dann doch nicht so läuft wie geplant: Langsam rantasten und sich Menschen suchen, die einem gut tun. Dieser Rückhalt ist unglaublich wichtig. Es sollte möglich sein, so zu leben wie man es möchte, wenn niemandem Schaden zugefügt wird. Und das ist hier absolut nicht der Fall. Befreit euch und lebt 🙂 Und ja, auch ich gehöre dieser Community an und das hier ist mein Outing: Ich bin bisexuell und glücklich damit.<br />
Hab(t) Euch lieb.</p>
<p>*Frau meint hier das biologische Geschlecht<br />
** <a href="https://www.netzsieger.de/ratgeber/internet-pornografie-statistiken" target="_blank" rel="noopener">https://www.netzsieger.de/ratgeber/internet-pornografie-statistiken</a><br />
*** <a href="https://de.statista.com/infografik/25869/befragte-die-bei-kleidung-und-schuhen-besonders-aufmarken-achten/" target="_blank" rel="noopener">https://de.statista.com/infografik/25869/befragte-die-bei-kleidung-und-schuhen-besonders-aufmarken-achten/</a></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><strong>Du möchtest dich gern mit Erfahrungsberichten zu Coming Outs beschäftigen? Eine kurze Reportage dazu von BR Puls gibt&#8217;s <a href="https://www.youtube.com/watch?v=iUlN9gNKaVQ">hier</a></strong></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum wir Feminismus brauchen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/12/warum-wir-feminismus-brauchen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amelie Elisabeth]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Dec 2018 07:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Gender]]></category>
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		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir möchten euch heute unsere neue Autorin* Amelie Elisabeth vorstellen &#8211; ihr erster Beitrag ist ein Interview zum Thema Feminismus. Wir kennen Amelie schon länger, weil sie auf unserem #gelände bereits zur Filmcrew gehörte. Jetzt hat sie einen eigenen Film gemacht, mit dem sie sich euch nun vorstellt. Elena berichtet, was sie unter Feminismus versteht,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir möchten euch heute unsere neue Autorin* Amelie Elisabeth vorstellen &#8211; ihr erster Beitrag ist ein Interview zum Thema Feminismus. Wir kennen Amelie schon länger, weil sie auf unserem #gelände bereits zur Filmcrew gehörte. Jetzt hat sie einen eigenen Film gemacht, mit dem sie sich euch nun vorstellt. Elena berichtet, was sie unter Feminismus versteht, warum sie ihn notwendig findet und wie ihr eigenes Verständnis als Feministin zustande kam.</strong></p>
<p><span id="more-11167"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Schaut euch das <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/07/feminismus/" target="_blank" rel="noopener"><strong>sprachliche Feuerwerk</strong></a> von Svenja Gräfen zum Thema Feminismus an.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Die GRRRLs Voice of HeRoes Duisburg <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/04/grrrls-voice-kommentiert-120db/" target="_blank" rel="noopener"><strong>enttarnen einen Kampagnenfilm</strong></a> rechter junger Frauen, die unter dem Deckmantel des Feminismus rassistisch agieren.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hidden Figures „Unerkannte Heldinnen“ &#8211; Filmempfehlung</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/05/hidden-figures-filmempfehlung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 May 2018 07:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute haben wir mal wieder eine Filmempfehlung von Lilith für euch. Sie hat sich den Film &#8222;Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen&#8220; angeschaut und berichtet, worum es darin geht und warum ihr euch den Film auch anschauen solltet. Aber lest am besten selbst. Drei dunkelhäutige Frauen, die der NASA im Amerika der 60er Jahre bei ihrem]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute haben wir mal wieder eine Filmempfehlung von Lilith für euch. Sie hat sich den Film &#8222;Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen&#8220; angeschaut und berichtet, worum es darin geht und warum ihr euch den Film auch anschauen solltet. Aber lest am besten selbst.</strong></p>
<p><span id="more-10597"></span></p>
<p><em>Drei dunkelhäutige Frauen, die der NASA im Amerika der 60er Jahre bei ihrem Wettstreit gegen die Russen um das All helfen. Wie die Diskriminierung auch bei mathematischen Genies keinen Halt macht. </em><strong> </strong></p>
<p>Interessanterweise habe ich von diesem Film zum ersten Mal in Afrika gehört. Als ich dort eine neunte Klasse besuchte, wurden an diesem Morgen in Gruppenarbeit Fragen zu diesem Film bearbeitet, den die Schüler scheinbar in der vergangenen Schulstunde angeschaut hatten. Ein klares Zeichen dafür, dass auch hier in Burkina Faso dunkelhäutige Mädchen gestärkt und ihnen ihre Rechte und Fähigkeiten aufgezeigt werden. Denn genau darum geht es in dem Film. 2016 gedreht, verfilmt „Hidden Figures“ die wahre Geschichte dreier dunkelhäutiger Frauen in den 60er Jahren in Langley USA lebend, die als wichtige Mitarbeiter der NASA Geschichte geschrieben haben. Von Problemen mit dem Toilettengang aufgrund der Trennung zwischen „Black“ und „White restrooms“ über einen Gerichtsprozess, um an einer eigentlich den Hellhäutigen vorbehaltenen Universität Kurse besuchen zu können, bis hin zur Durchführung der Mercury Mission, die nur durch die Rechnungen einer der Hauptcharaktere möglich wurde. Ein durchaus zu empfehlender Film.</p>
<p>Ein Polizeiauto mit eingeschaltetem Blaulicht, das von einem PKW mit drei dunkelhäutigen Insassinnen „gejagt“ wird – dieses Bild ergibt sich bereits in Minute zehn des Films „Hidden Figures“. Katherine Johnson, Dorothy Vaughan und Mary Jackson befinden sich auf dem Weg zu ihrer Arbeitsstelle: allesamt sind sie Mathematikerinnen, angestellt bei der NASA. Nach anfänglicher eher feindlicher Kommunikation zwischen Polizist und den drei Damen an diesem Morgen, bietet er ihnen schließlich an, ihnen durch sein Blaulicht den Weg zur Arbeit zu beschleunigen.</p>
<p>Dort treten sie in einen Kellerraum ein, in dem eine Gruppe afroamerikanischer Frauen auf sie wartet. Geleitet wird sie von Dorothy. Sie ist die offensichtlich beharrlichste und selbstbewussteste der drei Hauptfiguren. Immer und immer wieder fordert sie eine Beförderung und verlangt, für das, was sie leistet auch angemessen bezahlt zu werden. Katherine ist hier deutlich schüchterner und wirkt zunächst unsicher. Im Film wird sie als geniale Mathematikerin dargestellt, die im Team von Al Harrison landet und dort Flugbahnen für „Projekt Mercury“ berechnet, das erste menschenbemannte Weltraumflugprogramm in der Geschichte der amerikanischen Raumfahrt. In diesem Team ist sie nicht nur die einzige Dunkelhäutige, sondern auch die einzige weibliche Person. Durch beides wird sie speziell zu Beginn mit besonderer Skepsis betrachtet und beobachtet. Mit der Zeit stellt sie jedoch ihr Wissen und ihr logisches Denkvermögen immer mehr unter Beweis und beeindruckt die Mitarbeiter sowie ihren Vorgesetzten. Mit diesen Schritten gewinnt sie an Selbstvertrauen und Mut, sodass sie schließlich damit beginnt, ihren eigenen Namen auf die Papiere zur Dokumentation ihrer Arbeit zu tippen und verlangt, bei den bislang nur für Männer zugänglichen Sitzungen dabei zu sein. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Konkurrenz der russischen Forscher und Naturwissenschaftler, denen die Amerikaner um jeden Preis zuvorkommen wollen.</p>
<p>Auch den anderen beiden Frauen kommt der hohe Druck, der angesichts der russischen Konkurrenz auf der NASA lastet, zu Gute. So schafft es z.B. Dorothy mithilfe eines aus der Bibliothek „geliehenen“ Buches über die Programmiersprache Fortran den defekten IBM Computer wieder zum Laufen zu bringen, was sie jedoch „heimlich“ macht, da sie offiziell nicht dazu berechtigt ist, an dieser wichtigen Gerätschaft zu arbeiten. Die Abteilung sieht die Chance, das IBM Problem zu lösen – und da Dorothy darauf besteht, zieht sie mit ihrer ganzen Frauentruppe schließlich aus dem Keller, um gemeinsam die neue verantwortliche Mannschaft des IBM Computers zu formen.</p>
<p>Das Buch, aus dem sie die Grundlagen entnommen hat, hat sie nur „theoretisch geliehen“, denn im Grunde genommen hat sie es widerrechtlich aus der Bibliothek mitgehen lassen. Da sich dieses nur in der „Weißen-Abteilung“ finden ließ, wurde sie bei dem Versuch es auszuleihen, schnurstracks hinausgeworfen und konnte sich das Buch gerade noch in die Tasche schieben. Derartige Situationen, in denen die Diskriminierung der Dunkelhäutigen besonders offensichtlich wird, treten immer und immer wieder auf. Ein Fernseherbildschirm zeigt eine Rede von Martin Luther King oder die Meldung eines Anschlags auf eine dunkelhäutige Personengruppe, Proteste auf der Straße werden von der Kamera erwischt, und kleine Details, wie die alte Kaffeekanne „für Schwarze“ neben der Hightechmaschine der „weißen“ Mitarbeiter, werden hervorgehoben.</p>
<p>Letzteres wird am Arbeitsplatz von Katherine besonders deutlich. Doch was ihr das Leben zur Hölle macht, ist weniger der Kaffee als vielmehr die Trennung der Toiletten nach Hautfarbe. So muss sie jedes mal, wenn sie die Kloschüssel, oder auch nur ein Waschbecken aufsuchen möchte über das halbe Gelände laufen und bekommt dann auch noch Anschuldigungen zu hören, warum sie so häufig „pausieren“ würde. An einem regnerischen Tag platzt ihr schließlich der Kragen. Immerhin nicht umsonst, denn nach ihrem Wutausbruch macht sich ihr Vorgesetzter Al Harisson eigenhändig an die Arbeit, die Schilder an den Toiletten abzureißen.</p>
<p>Was Katherine belastet, ist jedoch nicht nur ihre Arbeit. Die alleinerziehende Mutter, von drei Töchtern kann sich nur dank der Unterstützung ihrer Mutter auf ihren Ganztagesjob konzentrieren. Interessant sind hierbei die Szenen der Nebenhandlungen, die zumeist in der von Dunkelhäutigen dominierten Heimcommunity spielen. Auch dort sieht sich Katherine nicht immer sofort für voll genommen, denn Frauen als wichtige Naturwissenschafterinnen erwidern die Männer auch hier nicht gerade mit Anerkennung. Letztendlich endet dieser Handlungsstrang jedoch in einer glücklichen zweiten Ehe.</p>
<p>Auch Mary muss sich zunächst dem schiefen Blick ihres Mannes stellen, als er hört, dass sie nach ihrem Bachelor in höherer Mathematik, nun Ingenieurin werden möchte. Letztendlich unterstützt er sie jedoch und nach einem Gerichtstermin, schafft sie es sogar, sich die Erlaubnis herauszuhandeln, die Abendkurse an einer den Hellhäutigen vorbehaltenen Universität besuchen zu dürfen, was für das Erreichen ihres Traumabschlusses von Nöten ist.</p>
<p>Doch zurück zur Arbeit bei der NASA. Auch wenn Al Harrison durchweg seiner nicht-rassistischen und auch nicht-frauendiskriminierenden Linie treu bleibt, muss er nicht für jeden als Sympathieträger oder Held aus dem Film hervorgehen. Ihm geht es schlichtweg um die Performance, den Outcome. Wer die Arbeit macht, welches Geschlecht oder welche Farbe diese Person hat, ist ihm egal – so lange alles korrekt ist. Besonders herzlich wird die Handlung schließlich, als der amerikanische Astronaut John Glenn nur nach einer Bestätigung der Zahlen durch Katherine dem Missionsstart zustimmt. Bereits in vorhergegangenen Szenen ist deutlich geworden, dass er die Frauen schätzt, und das Vertrauen, mit dem er ihr alleine sein leben in die Hand legt, ist rührend. Als sie sich ans Rechnen macht und die Zahlen in den Raum bringt, in dem sich die ganze Crew versammelt hat, um gespannt dem Verlauf der Mission zu folgen, wird ihr die Tür vor der Nase zugeschlagen. Doch wenige Sekunden später öffnet sie sich wieder und zum ersten Mal muss Katherine die Durchführung eines der Projekte, an denen sie tagtäglich rechnet, nicht auf einem winzigen Fernsehbildschirm verfolgen, sondern kann mit dabei sein.</p>
<p>Der Film endet mit einigen Fakten zu den den Hauptrollen zugrunde liegenden realen Figuren: Katherine berechnete die Flugbahn der Apollo11 und der Space Shuttle Mission. 2015 wurde sie mit der „Presidential Medal of Freedom“ geehrt und auch ein Gebäude wurde nach ihr benannt. Mary schaffte als erste afroamerikanische Ingenieurin ihren Abschluss zu erlangen und Dorothy wurde befördert und durfte fortan als Ausbilderin bei der NASA ihr Wissen weitergeben.</p>
<p>Insgesamt lässt sich festhalten, dass der Film die beeindruckenden Geschichten dreier starker Frauen widerspiegelt, die Geschichte geschrieben haben. In jedem Fall ist er zu empfehlen, auch wenn man in den 127 Minuten beachten muss, dass es sich nun einmal um einen Spielfilm und keine Dokumentation handelt, weshalb einige Szenen sicher nicht zu 100% den wahren Begebenheiten vor 50 Jahren entsprechen.</p>
<p>Interessant wäre es, Zahlen zu finden, die Auskunft über die aktuellen Angestelltenverhältnisse in Hinblick auf Geschlecht und Hautfarbe bei der NASA geben. Auch wenn ich derartige Statistiken leider nicht finden konnte, bleibt festzuhalten: Auch heute studieren immer noch weniger Frauen als Männer mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer. Betrachtet man die Anzahl der Astronautinnen im Verhältnis aller bereits ins All gesandten Menschen, so sind ihre Zahlen gegenüber den männlichen Astronauten verschwindend gering. Auch wenn sich der letzte Punkt aktuell doch zumindest in Besserung befindet. So soll sich im Jahr 2020 z.B. die erste weibliche Deutsche auf den Weg zur Internationalen Raumstation begeben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier könnt ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/03/filmempfehlung-girl-rising/" target="_blank" rel="noopener"><strong>eine weitere Filmempfehlung</strong></a> von Lilith lesen.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier lest ihr über Liliths<a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/06/erst-einmal-weg-teil-1/" target="_blank" rel="noopener"><strong> Pläne nach dem Abi</strong></a>.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Filmempfehlung – „Girl Rising“</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/03/filmempfehlung-girl-rising/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Mar 2018 07:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Falls ihr über die freien Tage an Ostern noch etwas zum Zeitvertreiben sucht, haben wir heute eine Filmempfehlung für euch. Unsere Autorrin Lilith hat sich „Girl Rising“ angeschaut und einen Artikel darüber geschrieben. Also erst die Empfehlung lesen &#8211; und dann den Film schauen 😎 9 Mädchen, 9 Geschichten, 9 Wege zu Bildung Während meines Bioinformatikpraktikums]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Falls ihr über die freien Tage an Ostern noch etwas zum Zeitvertreiben sucht, haben wir heute eine Filmempfehlung für euch. Unsere Autorrin Lilith hat sich „Girl Rising“ angeschaut und einen Artikel darüber geschrieben. Also erst die Empfehlung lesen &#8211; und dann den Film schauen </strong>😎</p>
<p><span id="more-10474"></span></p>
<p><strong>9 Mädchen, 9 Geschichten, 9 Wege zu Bildung</strong></p>
<p>Während meines Bioinformatikpraktikums an der University of Sheffield bekam ich einen Flyer der Aktion „16 Days Against Gendered Violence“ in die Hand gedrückt. 16 Tage lang Programm, das sich von einem friedlichen Protestmarsch „Girls claim the night“ über Diskussionsveranstaltung bis hin zu Vorträgen spannte. An einem Abend fand zudem eine kostenlose Vorstellung des Films „Girl Rising“ statt, den ich euch wärmstens ans Herz lege. Einen kleinen Eindruck bekommt ihr im folgenden Artikel.</p>
<p>Girl Rising ist nicht nur der Name eines Films, sondern der Name einer ganzen globalen Kampagne, die versucht mithilfe von Geschichten, die auf wahren Begebenheiten beruhen, die Bildungssituation von Mädchen in aller Welt zu verbessern. Die Initiatoren möchten keine Schulen bauen, oder Stipendien vergeben, stattdessen verfolgt die Kampagne das Ziel, die Sichtweise auf Mädchen und deren Bildung nachhaltig zu verändern und deren Wichtigkeit in den Köpfen durchzusetzen. Besonders über Fernsehen, Radio und Fotos verbreiten sie Fakten über die inakzeptablen Situationen von Mädchen in den verschiedensten Ländern der Welt, wie Indien, Peru, Nigeria, dem Kongo oder auch den Vereinigten Staaten.</p>
<p>Der Film an sich, entstand aus dem Projekt, gemeinsam mit dem Regisseur Richard E. Robbins um die Welt zu reisen, um vor Ort Geschichten zu drehen, die nach wahren Begebenheiten von weiblichen Autorinnen geschrieben wurden. Diese Geschichten wurden teils mit den erzählenden Mädchen selbst, teils mit berühmten Schauspielerinnen, wie Selena Gomez, Liam Neeson und Anne Hathaway verfilmt. Insgesamt kommen auf diese Weise neun Mädchen in Sequenzen von 12-15 Minuten zur Sprache, die mit ganz unterschiedlichen Problemen zu kämpfen haben. Doch, was sie alle verbindet, ist ihr Ziel, in die Schule zu gehen und Zugang zu einer richtigen Ausbildung zu haben. Da dieser Artikel zu lang werden würde, würde ich alle Mädchen vorstellen, habe ich mir drei von ihnen herausgesucht.</p>
<p><strong>Nepal – Suma</strong></p>
<p>Eine junge Frau ist zu sehen, die mit dem Fahrrad durch die Landschaft fährt. Ihr Name ist Suma. Sie stammt aus einer armen Familie in Nepal und berichtet von ihrer Kindheit während sie vom einem Ort des Geschehens zum nächsten fährt. Dabei führt sie den Zuschauer an insgesamt drei Häuser, in denen jeweils ihre „Master“ lebten, denen sie als junges Mädchen diente. Mit sechs Jahren gaben ihre Eltern sie an den ersten Master. Sie waren zu arm und wollten so erreichen, dass ihrem Kind genug Nahrung und eine Unterkunft zur Verfügung steht. Während Sumas Bruder jedoch bei den Eltern bleiben und die Schule besuchen konnte, musste sie bei den Mastern schwere Arbeiten verrichten. Von morgens bis abends wusch sie Geschirr und sammelte im Wald Feuerholz, während sich die Kinder des Masters über sie lustig machten.</p>
<p>Der Name „Unlucky Girl“ den das zweite Ehepaar ihr verlieh, bei dem sie arbeiten musste, ließ Suma noch wertloser erscheinen und Befehle wie „Hey! Unlucky Girl. Do this!“ standen an der Tagesordnung. Sie kann noch nicht einmal alles erzählen, was ihr an diesem Ort wiederfahren ist, wird die Geschehnisse gleichzeitig aber auch nie vergessen. Die Zeit konnte sie nur durch das Liederschreiben aushalten, das sie zu diesem Zeitpunkt begann.</p>
<p>Mit 11 schließlich gelangte sie an ihren dritten Master. Hart und lange war auch dort die Arbeit, aber sie durfte abends den Unterricht besuchen und liebte es, endlich schreiben und rechnen lernen zu dürfen. Geleitet wurden diese Unterrichtsstunden von Sozialarbeitern, die nach einiger Zeit damit begannen, dem Master vorzuhalten, dass die Beschäftigung Sumas illegal sei. Sie erzählten ihm von den herrschenden Gesetzen und Kinderrechten und ließen sich nicht abwimmeln, bis Suma schließlich in die Freiheit entlassen wurde.</p>
<p>Seitdem hat sie sich vorgenommen, die Letzte in ihrer Familie gewesen zu sein, die nicht von Geburt an frei ist und setzt sich gemeinsam mit anderen dafür ein, Mädchen wie sie von ihren Mastern zu befreien.</p>
<p><strong>Peru – Senna</strong></p>
<p>Senna stammt aus einem hochgelegenen Dorf in Peru. Wie alle Einwohner arbeitet auch ihr Vater in den Goldminen. Nach einem Unglück, das er zwar überlebt, jedoch ein schweres Trauma davonträgt, kehrt er nicht mehr zu den Minen zurück und seine Frau und Sennas ältere Schwester müssen seinen Platz einnehmen und nach Gold suchen, das die Minenarbeiter übersehen haben könnten. Senna kann zur Schule gehen und ihr Vater ist davon überzeugt, dass dies der einzige Weg ist, aus ihrem Leben ein besseres zu machen, als er es konnte. Er möchte, dass Senna die Chance hat, all das zu lernen, wozu er nie Zugang hatte und wünscht sich für sie eine Zukunft als Ingenieurin. Denn Ingenieure sind in dieser Region die Wohlhabenden, die das Sagen haben. Sie jedoch ist in der Schule durch seine sich stets verschlechternde Gesundheit stark abgelenkt. Ihr erster Job, den sie findet besteht darin, Toiletten zu putzen und von jedem Benutzer Geld einzusammeln. Als Sennas Vater schließlich stirbt, ist sie am Boden zerstört. Doch dann entdeckt sie die Welt der Lyrik. Sie ist begeistert und beginnt, selbst Gedichte zu schreiben und vorzutragen. Die Filmsequenz endet mit Sennas Zukunftsplänen. Sie möchte nicht Ingenieurin werden, sondern Dichterin.</p>
<p><strong>Indien &#8211; Rukana</strong></p>
<p>Auch Ruksana hat ähnlich wie Senna das Glück, dass ihr Vater die Bildung als hohes Gut einschätzt. Ihre Familie ist ebenfalls arm, Ruksanas Vater zieht es aber trotzdem nicht in Betracht, auf dem Land zu wohnen, da es dort deutlich schwieriger ist, seinen Töchtern eine gute Bildung zu bieten. Ruksana weiß, wie hart ihr Vater dafür arbeitet, dass sie diese Möglichkeit erhält. Sie ist ein phantasiereiches junges Mädchen, das gerne zeichnet und der Tag, an dem ihr Vater ihr einen Zeichenblock und Buntstifte kauft, ist der glücklichste ihres Lebens. Die Lage in der Innenstadt wird jedoch immer angespannter. Ältere Jungen belästigen die Mädchen und die Straßen sind nicht mehr sicher. Auch auf erneute Aufforderung durch Ruksanas Mutter gibt ihr Vater nicht nach und besteht darauf, in der Stadt zu bleiben. Die Kinder werden nun jeden Abend in eine Betreuung gebracht, in der sie vor den Gefahren der Nacht beschützt werden sollen und die meiste Zeit damit verbringen, Aufgaben zu machen. Eines Tages zerstört die Polizei die Wohnsiedlung, in der auch Ruksanas Familie eine bescheidene Unterkunft hat. Nun sitzen Eltern samt Kinder auf der Straße und wissen keinen Ausweg. Während Ruksanas Vater bereits aufgeben und doch in ein Dorf ziehen möchte, hat nun ihre Mutter verstanden, wie wichtig die Ausbildung ihrer Kinder ist und ist bereit, dafür zu kämpfen. Ob sie es schafft, ihre Kinder weiter in der Stadt großzuziehen? Ob Ruksana ihren Schulabschluss machen und ihrer Passion des Malens weiter nachgehen kann? Das verrate ich an dieser Stelle nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Die <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/11/maedchen-sein-2/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Sunrise Writers schrieben hier</strong></a> darüber, wie es ist, ein Mädchen zu sein.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier könnt ihr nochmal sehen, wie <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/11/wie-ich-es-sehe/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Jugendliche den Begriff &#8222;Gender&#8220; einordnen</strong></a>.</span></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Erwachen der Macht &#8211; Eine feministische Reyvolution?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/07/das-erwachen-der-macht-eine-feministische-reyvolution/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2016/07/das-erwachen-der-macht-eine-feministische-reyvolution/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophia]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jul 2016 22:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Empowerment]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
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					<description><![CDATA[Klischees ziehen sich durch alle Teile unserer Gesellschaft, auch durch die Popkultur. Mit der Frauenrolle im Blockbuster „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ hat sich Sophia auseinandergesetzt und einen beeindruckenden Text über die Protagonistin Rey geschrieben. Das weltweit beliebte Star Wars-Franchise wurde im Dezember des Jahres 2015 mit dem nun siebten Teil „Das Erwachen der]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Klischees ziehen sich durch alle Teile unserer Gesellschaft, auch durch die Popkultur. Mit der Frauenrolle im Blockbuster „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ hat sich Sophia auseinandergesetzt und einen beeindruckenden Text über die Protagonistin Rey geschrieben.</strong></p>
<p><span id="more-6898"></span></p>
<p>Das weltweit beliebte Star Wars-Franchise wurde im Dezember des Jahres 2015 mit dem nun siebten Teil „Das Erwachen der Macht“ fortgesetzt. In vielerlei Hinsicht unterscheidet sich dieser Film jedoch von seinen sechs Vorgängern, wodurch einige Debatten über die politische Aussage des Filmes ausgelöst wurden.</p>
<p><strong>Political correctness als Marketingtool?</strong></p>
<p>Das Thema wurde durch die Besetzung der Protagonisten des Films, Daisy Ridley und John Boyega, hervorgerufen. Eine Frau und einen dunkelhäutigen Mann in der Hauptbesetzung zu wählen ist für Kritiker ein offensichtlicher Versuch politische Korrektheit in den Film einzubauen, um sich als „revolutionär“ darzustellen.</p>
<p>Allerdings, ist das wirklich gerechtfertigt? Oder gibt es im Vergleich zu Prinzessin Leia Organa, Padmé und Co. keine einschneidenden Veränderungen?</p>
<p>Um diese Frage zu beantworten ist es nötig, die bisherige Darstellung der weiblichen Charaktere in vorhergehenden Star Wars Filmen im Kontext des modernen Feminismus zu betrachten.</p>
<p>Doch wie sieht „moderner Feminismus“ aus? In heutiger Zeit haben sich die Ziele des Feminismus im Vergleich zur Vergangenheit geändert. Feministen im zwanzigsten Jahrhundert kämpften noch um das Wahlrecht, Abtreibungsrecht oder auch das Verbot von Vergewaltigung innerhalb einer Ehe, welches übrigens in Deutschland erst 1997 realisiert wurde. Die heutigen Ziele reichen nun viel weiter als nur auf die grundlegenden Menschenrechte. Es sind soziale Konstrukte, die Frauen als minderwertig ansehen, welche Feministen bemüht sind aufzulösen. Angefangen bei der Hausarbeit und „Mutteraufgabe“ bis hin zur Sexualisierung des weiblichen Geschlechts und dessen Zensur. Moderne Feministen wollen diese Werte abschaffen und sich nicht weiterhin von der Gesellschaft kontrollieren lassen.</p>
<p>Doch entspricht Rey diesen Anforderungen? Und worin liegt der Unterschied zu den anderen Star Wars Frauen?</p>
<p><strong>Die knapp bekleidete Schwester des Helden</strong></p>
<p>Schauen wir uns zunächst die weiblichen Charaktere in den bisherigen Star Wars Filmen an:</p>
<p>Prinzessin Leia Organa ist die tragende weibliche Kraft der „Krieg der Sterne“ Trilogie. Sie wird zwar teils als starke, beinahe Männern gleichwertige Frau dargestellt, jedoch ist ihre Funktion als Anreiz für die überwiegend männliche Zielgruppe deutlich sichtbar, wenn man bedenkt wie Leia den Zuschauern im Gedächtnis bleibt. Nicht als die Heldin, sondern als knapp bekleidete Schwester des Helden.</p>
<p>Ein jedoch durchaus, für die achtziger Jahre, revolutionäres Bild ist in Episode sechs „Die Rückkehr der Jedi Ritter“ zu sehen, in welcher Leia das Steuer eines Düsenschlittens übernimmt, während Luke hinter ihr sitzt. Eine Frau die ein “Motorrad“ fährt, während sich der Mann im Beifahrersitz befindet ist ein beinahe einmaliges Bild in der Kinogeschichte.</p>
<p>Leia hat „Die Macht“ in sich, so wie ihr Bruder Luke. Im Gegensatz zu ihm benutzt sie jedoch nie ein Laserschwert. Keine Frau hat vor dem Prequel jemals das essentielle Symbol für die Star Wars-Reihe in die Hände bekommen. Dadurch wird gezeigt, dass sie nur wegen dem Fakt, dass sie keinen Penis haben, nicht in der Lage sind, mit einer besonderen Waffe zu kämpfen.</p>
<p>Schauen wir uns einmal den Bechteltest an: Er ist ein, durch die Zeichnerin und Autorin Alison Bechtel hervorgegangener, Test für Filme, welcher zum Bestehen nur wenige Voraussetzungen stellt.</p>
<p>Die drei Bedingungen, die ein Film erfüllen muss um den Test zu bestehen lauten wie folgt:</p>
<ol>
<li>Es muss wenigstens zwei weibliche Charaktere geben, die einen Namen haben;</li>
<li>Sie müssen ein Gespräch miteinander führen;</li>
<li>In diesem Gespräch muss es um etwas anderes gehen als einen Mann. Trotz dieser vermeintlich einfachen Voraussetzungen besteht keiner der Star Wars Filme den Bechteltest (weder Originaltrilogie noch Prequels).</li>
</ol>
<p>Die Screentime aller Frauen – mit Ausnahme von Leia &#8211; zusammengezählt ergibt 1:24 Minuten in über sechseinhalb Stunden Filmlaufzeit.</p>
<p>Im Vergleich zur Originaltrilogie sind in den Prequels einige weibliche Charaktere hinzugekommen. Die wichtigste Person ist Padmé Amidala, welche zunächst Königin und ab Episode zwei „Angriff der Klonkrieger“ Senatorin von Naboo ist, besitzt eine starke eigenwillige Persönlichkeit. Sie fällt allerdings im Verlauf der drei Filme immer mehr in eine unterwürfige, unscheinbare Position.</p>
<p>Als Senatorin ist sie eine starke Frau mit Durchsetzungsvermögen, im Gegensatz zu ihren letzten Szenen, in welchen sie immer mehr in die Hintergrundhandlung tritt und sich aus der Politik zurückzieht. Ihre Schwangerschaft mit den Zwillingen Luke und Leia nimmt sie gänzlich ein.</p>
<p>Dadurch wird ein weit verbreitetes Klischee bedient, in dem die Frau als „Gebärerin“ gilt. Sobald eine Frau schwanger ist, solle sie sich aus dem Berufsleben zurückziehen und für den Nachwuchs sorgen. Diesem unausgesprochenen Gesetz wird von Padmé durchaus Gehorsam entgegengebracht.</p>
<p><strong>Frauen nur teilweise selbstständig</strong></p>
<p>Dadurch wird klar, wie unwichtig Frauen eigentlich für den Plot der Star Wars-Saga sind. Die höchste Position die eine Frau in sechs Filmen je bekam war „Die Frau an der Seite des Helden“, auch wenn diese Frau teilweise selbstständig war.</p>
<p>In den ersten zwei Trilogien der Star Wars Saga wird wenig von dem umgesetzt, was man als „modernen Feminismus“ versteht. Frauen werden zwar nicht offensichtlich unterdrückt, jedoch unterschwellig durch deren unterwürfige Darstellung und Präsenz degradiert.</p>
<p><u>Darstellung von Rey</u></p>
<p>In der achten Episode der Star Wars-Saga wird einer der beiden Protagonisten durch eine Frau, Daisy Ridley, verkörpert. Der von ihr gespielte Charakter ist eine Waise namens Rey, welche seit ihrer Kindheit auf dem Wüstenplaneten Jakku auf die Rückkehr ihrer Eltern wartet. Um überleben zu können sammelt sie Schrott und alte Wertgegenstände, die sie anschließend in Nahrung umtauscht. Bereits innerhalb der ersten Minuten wird klar, dass Rey eine unabhängige Person ist, welche es schafft, vollkommen allein zu leben. Allerdings wird ihr auch ein gewisser Grad an Naivität zugeschrieben, da sie vergeblich auf ihre Eltern wartet, die offensichtlich nicht zurückkehren werden.</p>
<p>Äußerlich ist sie eine sehr attraktive junge Frau, was für einen Film der vor allem männliche Zuschauer generieren will unumgänglich ist. Sie trägt meist relativ enge Kleidung, die allerdings durch ihre regelrechte Hochgeschlossenheit an sehr offensichtlichem und sexualisierendem Reiz verliert.</p>
<p>Was definitiv als revolutionär bezeichnet werden kann, ist das Auftreten einer Frau als Protagonistin. In der bisherigen Filmgeschichte der Saga war die höchste Position die eine weibliche Person in der Handlung hatte, wie bereits erwähnt „Die Frau an der Seite des Protagonisten“.</p>
<p>Ebenfalls wurde zum ersten Mal einer für den Film wichtigen Frau ein Laserschwert in die Hände gegeben. Für die bisherigen Episoden undenkbar. Das universale Machtsymbol wird nun nicht mehr nur von Männern besessen, sondern auch Frauen können über solche Macht verfügen. Dies ist eine Gleichstellung der Geschlechter in der Kampfposition.</p>
<p><strong>Entwicklung zur willensstarken Frau</strong></p>
<p>Im Laufe des siebten Teils entwickelt sich Rey von einem unwissentlichen Mädchen welches vergeblich auf ihre Eltern wartet zu einer willensstarken Frau, die legendäre Figuren des Star Wars-Universums wie Han Solo begleiten will und sogar ebenbürtig den Millennium Falken steuern kann. Als sie von Kylo Ren gefangen genommen und von ihm gefoltert wird, schafft sie es ohne jegliches vorheriges Training sich ihm mithilfe der Macht zu widersetzten und zu befreien. Auch in ihrem Kampf gegen ihn mit dem Lichtschwert ist Rey, trotz Fehlens jeglicher Übung, klar im Vorteil.</p>
<p>Durch dieses Ereignis wird offengelegt, dass die Autoren Rey als eine Art „Mary Sue“ darstellen wollten. Zum Vergleich: Anakin konnte auch nach Jahren seiner Ausbildung bei einem Kampf gegen seinen Meister kaum standhalten. Luke wurde, nach einigen Tagen Trainings durch Yoda, seine Hand von Darth Vader abgeschlagen. Rey konnte es also kaum möglich sein gänzlich ohne Übung einen Sith, welcher durchaus eine Ausbildung genossen hat, zu duellieren. Jedoch weiß sie ohne zu zögern sowohl mit dem, für sie „komischen Leuchtstäbchen“, als auch mit der Macht umzugehen. Es wird also in höchstem Maße übertrieben was ihre möglichen Fähigkeiten angeht.</p>
<p><u>Fazit</u></p>
<p>Die  Leitfrage bezüglich Reys revolutionären Darstellung ist nun einfach beantwortet.</p>
<p>Trotz einiger feministischen Ansätze sind Frauen in den ersten sechs Episoden definitiv wenig präsent, erfüllen keinen signifikanten Zweck für die Handlung und sind im Gesamten eher in traditionellen Frauenpositionen, wie „Die Gattin des Helden“, „Die Mutter des Helden“ oder auch „Die Schwester des Helden“.</p>
<p><strong>Eine feministische Revolution</strong></p>
<p>Rey hingegen wird, etwas überspannt, als starke Protagonistin, welche eine tragende Rolle im Film spielt präsentiert. Eine feministische Revolution. Allerdings kommt Rey nicht in ähnliche Situationen wie andere Frauen des Star Wars-Universums, beispielsweise Schwangerschaft, wodurch ein Vergleich schwer fällt.</p>
<p>Ebenfalls ist das offensichtliche Ziel der Produzenten und Autoren, „politisch korrekt“ zu sein durch die überzogenen Fähigkeiten Reys, und die Besetzung des dunkelhäutigen zweiten Hauptdarstellers, ziemlich klar.</p>
<p>In Gänze betrachtet ist Rey jedoch als revolutionär zu betrachten, da sie die erste Frau des Star Wars-Universums ist, welche als Protagonistin auftritt, ein Laserschwert benutzt und keinem unterdrückenden Gesellschaftsklischee entspricht.</p>
<p>Meiner Meinung nach war dieser Film durchaus ein Versuch, irgendwie politisch korrekter zu sein und somit Aufmerksamkeit zu generieren. Die Umsetzung der Story war jedoch davon nicht sehr betroffen und im Großen und Ganzen exzellent. Rey als „übernatürliche Jedi“ darzustellen war zwar etwas zu offensichtlich, aber von den Produzenten gut gemeint.</p>
<p>Somit ist zu sagen, dass die etwas zu offensichtliche feministische <strong><em>Rey</em></strong><em>volution</em> im Star Wars-Universum stattgefunden hat.</p>
<p><strong>Weiterführende Links:</strong></p>
<ul>
<li>Videodreh: <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/05/klischees-sind-fuer-die-tonne/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Klischees sind für die Tonne</a></span></li>
<li>Definition: <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/03/was-ist-feminismus/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Was bedeutet eigentlich Feminismus?</a></span></li>
<li>Star Wars: <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article149661200/Rey-ist-Disneys-wichtigste-Merchandising-Waffe.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Disney will die Frauen erreichen</a></span></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>11. -13.12.15: Kameraworkshop mit dem OK Wettin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Dec 2015 12:53:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
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					<description><![CDATA[Für 16 Personen aus bestehenden und neu entstehenden Redaktionsgruppen drehte sich am vergangenen Wochenende alles ums Thema &#8222;Kamera&#8220; und &#8222;Schnitt&#8220; rund um Videoproduktionen. Unterstützt durch die Medienprofis der Redaktionsgruppe Jeco vom Offenen Kanal Wettin TV erhielten die Teilnehmer*innen eine Einführung in die verschiedenen Techniken der Kameraführung und des Videoschnitts und hatten die Gelegenheit, erworbene Fähigkeiten]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Für 16 Personen aus bestehenden und neu entstehenden Redaktionsgruppen drehte sich am vergangenen Wochenende alles ums Thema &#8222;Kamera&#8220; und &#8222;Schnitt&#8220; rund um Videoproduktionen. Unterstützt durch die Medienprofis der Redaktionsgruppe Jeco vom Offenen Kanal Wettin TV erhielten die Teilnehmer*innen eine Einführung in die verschiedenen Techniken der Kameraführung und des Videoschnitts und hatten die Gelegenheit, erworbene Fähigkeiten bei der Erstellung eigener Filmclips direkt anzuwenden. Einige Eindrücke sind im Zusammenschnitt des Wochenendes festgehalten.</strong></p>
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