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	<title>Körper &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Körper &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Ziad &#038; Nico &#8211; Körper in der Literatur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[CarMiA]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Feb 2026 11:35:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns über ein neues Video von Ziad und Nico. In ihrer gewohnten Art analysieren sie literarische Texte und nehmen dabei Bezug auf die Bedeutung von Körpern.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns über ein neues Video von Ziad und Nico. In ihrer gewohnten Art analysieren sie literarische Texte und nehmen dabei Bezug auf die Bedeutung von Körpern.</strong><span id="more-17322"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bis unter die Haut &#8211; Körper, Identität und der Sound von “2F4C3”</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/02/bis-unter-die-haut-koerper-identitaet-und-der-sound-von-2f4c3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[David Novell]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2026 09:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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					<description><![CDATA[2F4C3 entstand vor über zwei Jahren. Der Song war fertig &#8211; David war es noch nicht. Im aktuellen Beitrag auf Mein Testgelände schreibt David über Körper, Sichtbarkeit und das Gefühl, nie ganz „fertig“ zu sein. Ich bin David Novell aus Leipzig und arbeite in meiner Musik mit Einflüssen aus Hip Hop, experimentellem Pop und Medienkunst.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>2F4C3 entstand vor über zwei Jahren. Der Song war fertig &#8211; David war es noch nicht.</strong><br />
<strong>Im aktuellen Beitrag auf Mein Testgelände schreibt David über Körper, Sichtbarkeit und das Gefühl, nie ganz „fertig“ zu sein.</strong><span id="more-17317"></span></p>
<p>Ich bin David Novell aus Leipzig und arbeite in meiner Musik mit Einflüssen aus Hip Hop, experimentellem Pop und Medienkunst. Mein Song “2F4C3” bewegt sich zwischen Rap und New Wave und dreht sich um Fragen, die mir wortwörtlich unter die Haut gehen: Warum wollen wir eine Welt akzeptieren, in der es nicht allen gut geht? Warum tragen wir Masken, unter denen wir uns selbst nicht mehr erkennen? Und wie viele Gesichter darf ein Körper haben?</p>
<p>Körper sind nicht einfach privat. Sie sind zwar per Definition persönlicher Raum, aber eben auch Projektionsfläche und politisches Territorium. Körper sind für mich kein neutraler Ort: sie sind Ausdruck und Grenze, Bühne und Zielscheibe zugleich. In “2F4C3” frage ich, wie sich Schmerz, Ohnmacht und gesellschaftlicher Druck in meinem Körper ablagern. Im Pre-Chorus wiederhole ich:<br />
<i>„Es geht bis unter meine Haut / Wohin mit all dem Pain / Es ist so vertraut und trotzdem kann ich’s nicht versteh’n“</i></p>
<p>Dieser Widerspruch &#8211; zu spüren, zu durchschauen, aber nicht wirklich zu begreifen &#8211; beschreibt ziemlich genau, wie sich mein Körper im gesellschaftlichen Kontext anfühlt: die Spannung zwischen meinem eigenen Empfinden und der Sicht von außen. Als nicht-binäre Person merke ich, wie daraus oft etwas anderes wird &#8211; eine Zuschreibung, eine Kategorie, ein Kampf um Lesbarkeit.</p>
<p>„2F4C3“ ist schon länger fertig, aber ich arbeite oft ohne feste Strukturen oder Budgets, die einem Song automatisch Sichtbarkeit verschaffen. Gleichzeitig entsteht meine Musik nie im luftleeren Raum: der Track wurde gemeinsam mit dem Produzenten Akela1 entwickelt, der meine Arbeit seit Jahren unterstützt. Mit Menschen, die künstlerische Verwirklichung priorisieren, suche ich immer wieder nach Wegen, Dinge möglich zu machen. Manchmal entstehen daraus neue Ideen, manchmal auch nur Erschöpfung. Diese körperliche Grenze &#8211; das Gefühl, nicht hinterherzukommen, sich zu verausgaben &#8211; gehört für mich genauso zu Kunst wie der Moment, in dem etwas gelingt.</p>
<p>Ich habe bereits Ideen für Visuals, Release-Reels oder vielleicht auch ein Musikvideo, aber gerade sortiere ich mich künstlerisch neu und überlege, wie ich meine Musik in Zukunft veröffentlichen möchte. Oft geht es dabei nicht nur um äußere Strukturen, sondern auch um meinen eigenen Anspruch. Perfektion ist etwas, das mich in meiner künstlerischen Arbeit bis heute begleitet. Ich überdenke, verändere, verwerfe &#8211; zum Einen aus künstlerischem Spieltrieb, aber auch aus Angst, dass etwas noch nicht gut genug ist. Dieses Gefühl schreibt sich direkt in den Körper ein: in Anspannung, Haltung, Stimme. Und manchmal frage ich mich, “für wen” ich eigentlich all das perfektioniere, wenn das Ergebnis am Ende vielleicht nur als Zahl in einer Playlist landet. Zwischen dem künstlerischen Erforschen, dem Anspruch, alles richtig zu machen und der Realität, auf Gelegenheiten hinzuarbeiten, die vielleicht nie kommen, entsteht manchmal ein seltsamer Stillstand. Ich möchte noch mehr lernen, das Unfertige nicht als Makel, sondern als Teil meiner Arbeit zu sehen.</p>
<p>Dieser Gedanke hält auch den Song in Bewegung bzw. anschlussfähig für neue Formen, Begegnungen und Menschen, die meine Musik visuell weiterdenken wollen. “2F4C3” ist für mich ein offenes Experiment, eine erste Maske, die ich abnehme, um zu sehen, was darunter weiterarbeitet.</p>
<p>Dabei war “2F4C3” nie wirklich „unveröffentlicht“. Der Song war schon Teil mehrerer Live-Shows und einer Ausstellung an der Abendakademie der HGB Leipzig, bei der ich eine Skulptur und ein Videoobjekt dazu gezeigt habe. Für mich war das auch eine Form der Veröffentlichung: Menschen sind dem Song begegnet, nur eben nicht über einen Stream, sondern im physischen Raum. Musik darf und sollte meiner Meinung nach auch wieder stärker außerhalb digitaler Plattformen existieren. Deshalb teile ich hier zunächst nur einen Ausschnitt &#8211; ein kleiner Einblick in einen Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist.</p>
<p>Vielleicht ist aber auch das Teil des Themas: dass sich Identität, Körper und Ausdruck nie ganz „fertig“ anfühlen.</p>
<p>Meine eigene Gender-Identität ist für mich nicht nur dann gültig, wenn ich perfekt gestylt, geschminkt oder „queer-couture-ready“ auf der Straße erscheine. Ich bin auch dann non-binär, wenn ich mit Dreitagebart in einem ausgewaschenen Pullover auf meiner Couch sitze. Trotzdem spüre ich, wie viel Erwartung von außen in meinen Körper geschrieben wird &#8211; sei es durch Medienbilder, gesellschaftliche Normen oder auch durch queere Szenen selbst, die oft unbewusst neue Schönheitsmaßstäbe oder selektive Lesbarkeiten setzen. Im Spannungsverhältnis treibt mich selbst immer wieder die Frage um: Wie viel habe ich von meiner Gender-Identität überhaupt „explored“ &#8211; und wie viel davon ist sichtbar?</p>
<p>Mit meinem Körper verhandle ich Lust, Scham, Ausdruck, aber auch Grenzen. Ich bewege mich in einem Geflecht aus Blicken und Erwartungen, das viele Körper betrifft &#8211; besonders jene, die nicht “der Norm” entsprechen. Der Begriff “Norm” ist für mich persönlich besonders aufgeladen, da äußere Zuschreibungen mir oft eine Norm andichten, durch die ich zum Einen profitiere, aber unter welcher ich zum anderen auch leide. Solidarität bedeutet für mich auch, diese Verbindungen sichtbar zu machen und sich im Rahmen der eigenen Möglichkeiten für Körper einzusetzen, die nicht “der Norm” entsprechen. Körper sind nie neutral. Sie werden ständig kontrolliert, bewertet, reguliert &#8211; durch Politik, durch Sprache, durch Kultur. Und genau deswegen will ich meine Musik nutzen, um Räume für andere Körperbilder und Selbstwahrnehmungen zu öffnen.</p>
<p>“2F4C3” ist ein Song über den Schmerz, aber auch über den Wunsch nach einer anderen Art, miteinander zu leben &#8211; mit Körpern, die nicht genormt sind, sondern vielfältig und widersprüchlich, trotzdem oder gerade deswegen solidarisch.<br />
In seiner Energie bleibt der Song zugleich eine Warnung: eine Erinnerung daran, dass Fortschritt oft mit denselben Gesichtern spricht, die Wunden hinterlassen haben. Ich weiß, dass ich selbst Teil dieser Strukturen bin &#8211; privilegiert, verstrickt, nicht frei von dem System, das ich kritisiere. Aber genau deshalb will der Song nicht versöhnen, sondern an die Verantwortung erinnern, die in unseren Körpern mitschwingt, wenn wir von Gerechtigkeit sprechen.</p>
<p>Der komplette Song ist Teil einer fortlaufenden Erzählung, welche laufend aktualisiert wird &#8211; vielleicht mit einer Fortsetzung dieses Textes, die noch körperlicher und näher an dem sein wird, was unter der Maske liegt.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>zu viele Haare / Zwischen Zugehörigkeit und Rebellion</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/02/zu-viele-haare-zwischen-zugehoerigkeit-und-rebellion/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anjuli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Feb 2026 09:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Haare]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
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					<description><![CDATA[In ihrem ersten Text auf meintestgelände schreibt Anjuli über Körper, Feminismus und die Frage, ob Selbstbestimmung auch bedeutet, Schönheitsideale zu brechen dabei innere Widersprüche auszuhalten. Seit mehreren Jahren befinde ich mich immer mal wieder in Gesprächen oder Diskussionen darüber, ob wir als Feminist*innen eigentlich alle gängigen Schönheitsideale ablehnen müssen, um wirklich als solche zu gelten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In ihrem ersten Text auf meintestgelände schreibt Anjuli über Körper, Feminismus und die Frage, ob Selbstbestimmung auch bedeutet, Schönheitsideale zu brechen dabei innere Widersprüche auszuhalten.</strong><span id="more-17306"></span></p>
<p data-start="735" data-end="1236">Seit mehreren Jahren befinde ich mich immer mal wieder in Gesprächen oder Diskussionen darüber, ob wir als Feminist*innen eigentlich alle gängigen Schönheitsideale ablehnen müssen, um wirklich als solche zu gelten. Jegliche Körperbehaarung wachsen lassen statt waxen, keine Schminke benutzen, keine figurbetonten Klamotten tragen, erst recht nicht unters Messer legen oder sich die Falten wegspritzen lassen – und natürlich auch keine langen Haare haben, die man stundenlang föhnen und frisieren muss.</p>
<p data-start="1238" data-end="1577">Durch diese Unterhaltungen habe ich von vielen Frauen viele verschiedene Meinungen gehört.<br data-start="1328" data-end="1331" />„Aller Anfang ist schwer.“<br data-start="1357" data-end="1360" />„Wir haben das halt so gelernt.“<br data-start="1392" data-end="1395" />„Mein Freund findet Haare aber eklig und rasiert sich selbst die Achseln.“<br data-start="1469" data-end="1472" />„Schönheitseingriffe und Auftakeln sind auch feministisch, weil ich mache das ja, um MICH gut zu fühlen.“</p>
<p data-start="1579" data-end="1593">Und so weiter.</p>
<p data-start="1595" data-end="2127">Mir selbst fällt dabei oft ein innerer Zwiespalt auf. Ich bin so vielen Idealen unterworfen, bin mit ihnen als Norm aufgewachsen und habe gelernt, dass Dazugehören bedeutet, diesen Idealen nachzueifern. Doch gleichzeitig lerne ich immer mehr über patriarchale Strukturen, darüber, wie wenig Einfluss Frauen historisch auf Schönheitsideale hatten. Dass diese Ideale benutzt wurden und werden, um Frauen zu objektivieren und zu sexualisieren. Dass sie Frauen auferlegt wurden – über Hunderte von Jahren. Dass sie UNS auferlegt wurden.</p>
<p data-start="2129" data-end="2336">Natürlich fühlen wir uns also nach mehreren Jahrhunderten Indoktrinierung besser, wenn wir sie befolgen. Aber was bedeutet das dann für mich? Sind Feminismus und Schönheitsideale schlichtweg nicht vereinbar?</p>
<hr data-start="2338" data-end="2341" />
<p data-start="2343" data-end="2804">Meine Eltern erzählen oft, dass ich schon mit einer großen Portion Selbstvertrauen und einem starken Willen auf die Welt kam. Ich habe immer – als Kleinkind, als Teenager und auch noch als junge Erwachsene – mit (teilweise auch zu viel) Überzeugung angezogen, was ich wollte. Während ich also mit unbeirrbarer Selbstsicherheit knallige Farben und Tierprints getragen habe, gab es trotzdem immer einen Teil meines Äußeren, der mich verunsichert hat: meine Haare.</p>
<hr data-start="2806" data-end="2809" />
<p data-start="2811" data-end="3159">Mein Leben lang wurde mir gesagt, wie toll meine Haare seien und dass ich mich freuen müsse über so eine Haarpracht. Das habe ich nie verstanden. Für mich waren meine Haare etwas, womit ich herausgestochen bin, etwas, wodurch ich anders aussah als alle anderen – und womit ich mehr Raum eingenommen habe als die glatthaarigen Mädchen um mich herum.</p>
<p data-start="3161" data-end="3648">Ich erinnere mich an ein Foto, das mich und eine Freundin nebeneinander zeigt. Wir sehen beide ganz fröhlich aus, aber ich weiß noch, wie ich das Foto zum ersten Mal gesehen habe und es direkt gehasst habe. Sie war ein dünnes, schmales Mädchen mit aalglatten braunen Haaren. Ich war nicht so zart und schmal und hatte sehr voluminöses Haar. Schon mit acht Jahren habe ich das Foto angeschaut und gedacht, dass ich – vor allem durch meine Haare – zu breit und massig aussehe im Vergleich.</p>
<p data-start="3650" data-end="4043">Was mein Unwohlsein diesbezüglich noch verstärkt hat, war ein Verbot für die Mädchen in meiner Grundschule, die Haare offen zu tragen. Wem die Haare ins Gesicht hängen, kann sich nicht konzentrieren, hieß es. Je mehr und je länger die Haare, desto schlimmer. Wer sich widersetzt hat oder es vergessen hat, musste zum Sekretariat und sich ein Küchengummi holen. Und das hat schrecklich geziept.</p>
<hr data-start="4045" data-end="4048" />
<p data-start="4050" data-end="4618">Bis heute trage ich meine Haare nicht gerne offen, weil ich immer noch das Gefühl habe, zu sehr aufzufallen und zu viel Raum einzunehmen. Ich habe dann ständig das Bedürfnis, mein Spiegelbild überprüfen zu müssen und meine Haare bloß irgendwie in Form zu halten. Und gleichzeitig ist der Gedanke, sie ganz kurz zu schneiden, extrem abwegig. Auf der einen Seite bin ich fest davon überzeugt, dass es mir nicht stehen würde, und auf der anderen Seite bin auch ich schlichtweg nicht frei von der Assoziation, dass lange Haare Weiblichkeit und Attraktivität symbolisieren.</p>
<hr data-start="4620" data-end="4623" />
<p data-start="4625" data-end="4712">Coco Chanel sagte einst:<br data-start="4649" data-end="4652" /><strong data-start="4652" data-end="4712">„A woman who cuts her hair is about to change her life.“</strong></p>
<p data-start="4714" data-end="5247">Haare waren kulturell schon immer extrem bedeutungsmächtig und ein sehr wichtiger Schönheitsmarker. Frisuren und Haarfarben trendeten stets genauso wie Klamotten. Kaiserin Sissis Haarpracht war beispielsweise fast genauso berühmt wie sie selbst. Sie hatte eine Magd, die nur für ihre Haarpflege angestellt war und ihr jeden Tag stundenlang das bodenlange Haar kämmte und frisierte. Marilyn Monroe erlangte erst Ruhm, als sie sich die Haare wasserstoffblond färbte, und Anna Wintours stärkstes Erkennungsmerkmal ist ihr markanter Bob.</p>
<p data-start="5249" data-end="5480">Sowohl historische Frauenfiguren als auch Models, Schauspielerinnen und andere Frauen des öffentlichen Lebens zeigen uns, wie sehr unsere weiblich konnotierten Frisuren mit Status, Anerkennung und Symbolträchtigkeit zusammenhängen.</p>
<hr data-start="5482" data-end="5485" />
<p data-start="5487" data-end="6009">In vielen Filmen gibt es diese eine Szene, in der sich die weibliche Protagonistin theatralisch die Haare absäbelt, um eine Art der Veränderung und Emanzipation anzukündigen. Diese Protagonistinnen verwandeln sich dann oft von unterdrückten Mauerblümchen in skrupellose Kämpferinnen. Selbst in Kinderfilmen wie <em data-start="5798" data-end="5805">Mulan</em> wird der Akt des Haareschneidens als Befreiungsschlag dargestellt, wobei dieser dort sogar an die Identität als Frau gekoppelt ist. Ihre langen Haare stehen symbolisch für ihre traditionelle Frauenrolle.</p>
<p data-start="6011" data-end="6358">Aber auch reale Frauen benutzen den Akt des Haareschneidens, um der Welt zu zeigen, dass sie eine Veränderung oder Emanzipation durchmachen. Berühmte Beispiele dafür sind Britney Spears, Miley Cyrus und Emma Watson. All diesen Frauen wurde gesellschaftlich ein bestimmtes Image auferlegt, welches sie durch das Haareschneiden durchbrechen wollten.</p>
<p data-start="6360" data-end="6602">Auffällig ist die Reaktion der Öffentlichkeit, die manchmal auf subtile und oft auf unverblümte Weise junge Frauen abwertet, wenn sie sich plötzlich für eine Kurzhaarfrisur entscheiden. In dem Buch <em data-start="6558" data-end="6576">Drawing the Past</em> heißt es an einer Stelle:</p>
<blockquote data-start="6604" data-end="6845">
<p data-start="6606" data-end="6845">„Long hair for women is a strong signifier for their femininity. Cutting a woman’s hair is an effective and efficient way of destroying her beauty, which is no small matter in societies that view women first and foremost as sexual beings.“</p>
</blockquote>
<p data-start="6847" data-end="7140">Ein aktuelles Beispiel für die öffentliche Abwertung einer Frau wegen ihrer Kurzhaarfrisur ist die schweizer Sängerin Stefanie Heinzmann. In den sozialen Medien wurde sie gefragt, warum sie sich so verschandeln müsse, ob sie jetzt lesbisch sei, und behauptet, sie sehe jetzt aus wie ein Junge.</p>
<hr data-start="7142" data-end="7145" />
<p data-start="7147" data-end="7531">Lange Zeit benutzte man das Kahlrasieren des Kopfes, um Frauen zu bestrafen oder zu erniedrigen. Im Mittelalter wurden Frauen die Haare abgeschnitten, wenn man sie der Hexerei bezichtigte, da man den Haaren magische Kräfte nachsagte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden französischen Frauen, die man verdächtigte, Beziehungen mit deutschen Soldaten gehabt zu haben, die Haare abrasiert.</p>
<p data-start="7533" data-end="7775">Dieser Akt wird auch gerne in Film und Fernsehen verwendet – sehr prominent zum Beispiel in <em data-start="7625" data-end="7642">Game of Thrones</em>, als Cersei ihr langes blondes Haar abrasiert wird und sie nackt und kahlgeschoren einen buchstäblichen „Walk of Shame“ machen muss.</p>
<hr data-start="7777" data-end="7780" />
<p data-start="7782" data-end="8181">All diese Beispiele verdeutlichen die enorme Symbolträchtigkeit, die unseren Haaren als Frauen innewohnt. Ich glaube zwar, dass es noch etwas dauern wird, bis ich selber so weit bin und meinen Haaren ihre Bedeutung nehmen kann. Bis dahin hoffe ich aber, dass es weiterhin viele Frauen geben wird, die in diesem Prozess schon weiter sind und sich von öffentlichen Meinungen nicht kleinkriegen lassen.</p>
<p data-start="8183" data-end="8679">Zu meiner Frage, ob Feminismus und Schönheitsideale vereinbar sind, habe ich mir viele Gedanken gemacht, und eine klare, zufriedenstellende Antwort habe ich bisher nicht. Sich als Frau von seinen langen Haaren – also DEM Symbol für Weiblichkeit und Jugend – zu trennen, ist ein Akt der Rebellion und eine Abwendung von westlichen Schönheitsidealen. Aber heißt das gleichermaßen, dass man sich dem Patriarchat mit seinen strengen Schönheitsidealen unterwirft, wenn man lange Haare trägt und liebt?</p>
<p data-start="8681" data-end="8958">Selbstbestimmung und Unterwerfung liegen hier sehr nah beieinander – eine Widersprüchlichkeit, die aktuell gerne als Ambiguitätstoleranz bezeichnet wird. Letztens habe ich ein Zitat gefunden, das ich sehr passend finde und das indirekt eine Antwort auf meine Frage sein könnte:</p>
<p data-start="8960" data-end="9073"><strong data-start="8960" data-end="9073">„Mit Komplexität leben zu lernen – das ist vielleicht die größte Aufgabe demokratischer politischer Bildung.“</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Eine haarige Angelegenheit</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/02/eine-haarige-angelegenheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Laura]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Feb 2026 09:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbehaarung]]></category>
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					<description><![CDATA[Warum gilt Körperbehaarung bei Frauen noch immer als Tabu? In unserem heutigen Video spricht Laura über den gesellschaftlichen Druck, sich Beine, Achseln und Intimbereich zu rasieren und darüber, wie tief diese Erwartungen in Dating, Werbung und Alltagsbildern verankert sind.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Warum gilt Körperbehaarung bei Frauen noch immer als Tabu?</strong><br />
<strong>In unserem heutigen Video spricht Laura über den gesellschaftlichen Druck, sich Beine, Achseln und Intimbereich zu rasieren und darüber, wie tief diese Erwartungen in Dating, Werbung und Alltagsbildern verankert sind.</strong><span id="more-17301"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was ist schön?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/01/was-ist-schoen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Jan 2026 13:02:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Schönheitsideale]]></category>
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					<description><![CDATA[In ihrem neuen Video reflektiert Lilith, welche Körperbilder heute als ideal gelten, wie sie sich weltweit unterscheiden und welche Rolle Medien und Social Media dabei spielen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In ihrem neuen Video reflektiert Lilith, welche Körperbilder heute als ideal gelten, wie sie sich weltweit unterscheiden und welche Rolle Medien und Social Media dabei spielen.</strong><span id="more-17292"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tanzen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/01/tanzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophie]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jan 2026 12:38:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[tanzen]]></category>
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					<description><![CDATA[Laute Musik, Neonlicht, verschwitzte Körper und dabei tanzen, ohne perfekt zu sein. Sophie schreibt über die Unsicherheit im Club, Freundschaft im Gedränge und das gute Gefühl, sich einfach fallen lassen zu können. Wenn ich im Club bin, fühle ich mich meist ein wenig ungestüm. Irgendwie bewegt sich mein Körper nicht so, wie ich will, und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Laute Musik, Neonlicht, verschwitzte Körper und dabei tanzen, ohne perfekt zu sein. Sophie schreibt über die Unsicherheit im Club, Freundschaft im Gedränge und das gute Gefühl, sich einfach fallen lassen zu können.<span id="more-17288"></span></strong></p>
<p>Wenn ich im Club bin, fühle ich mich meist ein wenig ungestüm. Irgendwie bewegt sich mein Körper nicht so, wie ich will, und ich frage mich, wie sehr man mir das ansieht. Dann frage ich mich, warum mir das so wichtig ist. Vielleicht, weil man als weiblich sozialisierte Person so früh lernt, wie man angeblich sein sollte – charakterlich sowie körperlich. Wie soll mein Körper aussehen? Wie soll er sich bewegen, lächeln, auf andere wirken?</p>
<p>Man muss nicht alles können und über alles Kontrolle haben, man muss nur eine gute Zeit haben, sagst du. Ich denke nur, wie gut du mich kennen musst, um das Passende sagen zu können.</p>
<p><span data-contrast="auto">Wir kennen uns</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p>Wir kennen uns so lange und gut, dass ich gar nicht mehr weiß, wie es sich anfühlt, dich nicht in meinem Unterbewusstsein bei mir zu haben.</p>
<p>Du gehörst mit dazu. Mit zu meinen schönsten Momenten, mit zu meinen schlimmsten Momenten.</p>
<p>Du kommst mit mir mit, egal wohin ich gehe. So, als wäre mein Dasein immer mit einem Echo des deinigen verbunden.</p>
<p>Manche Menschen kommen und gehen, und das ist okay. Du bist trotzdem da.</p>
<p>Du hast mir eine meiner Lieblingsbands gezeigt, ich dir eine deiner Lieblingsserien. Ich habe dir gezeigt, wie man einen Eyeliner zieht, du mir, wie man seine eigenen Klamotten näht. Du hast mich zu meinen ersten Konzerten und zum CSD mitgenommen, ich dich mit in den Familienurlaub. Irgendwann bin ich in deine Stadt gezogen.</p>
<p>Du erzählst mir von deinen Lieblingsbüchern, ich dir von meinen Lieblingsliedern. Du versuchst mich zu überzeugen, dass Sommerrollen das beste Gericht sind, ich dich, dass Reispfannen definitiv besser sind.</p>
<p>Wir lachen über die alten Witze und über die neuen. Die Themen sind nicht mehr die von früher, aber das ist egal. Wir sind miteinander erwachsen geworden.</p>
<p>Ich weiß sicher nicht, was in der Zukunft passieren wird und wo wir einmal sein werden, aber ich weiß, dass du irgendwie dabei sein wirst. Das bringt mich dazu, dass ich guten Gewissens über meinen unrhythmischen Move zum aktuellen Song hinwegsehen kann.</p>
<p>Jetzt stehen wir hier. Ein Lied unserer ersten gemeinsamen Lieblingsband schallt übersteuert aus den Boxen. Und wir tanzen.</p>
<p>;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mein Körper ist ein Schutzschild</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/01/mein-koerper-ist-ein-schutzschild/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michelle]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Jan 2026 09:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Schutz]]></category>
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					<description><![CDATA[Er trägt Spuren, Narben und Unsicherheiten und steht trotzdem jeden Tag da. Michelle schreibt über Selbstschutz, Selbstannahme und die Frage, warum Körper nicht perfekt sein müssen, um wertvoll zu sein. Mein Körper ist ein Schutzschild. Aber müssen Schutzschilde immer glänzen? Dürfen sie nicht die Spuren vergangener Schlachten tragen? Jede Narbe eine Erinnerung, jeder Makel eine]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Er trägt Spuren, Narben und Unsicherheiten und steht trotzdem jeden Tag da. Michelle schreibt über Selbstschutz, Selbstannahme und die Frage, warum Körper nicht perfekt sein müssen, um wertvoll zu sein.<span id="more-17282"></span></p>
<p><strong>Mein Körper ist ein Schutzschild.</strong><br />
Aber müssen Schutzschilde immer glänzen? Dürfen sie nicht die Spuren vergangener Schlachten tragen? Jede Narbe eine Erinnerung, jeder Makel eine Besonderheit.</p>
<p><strong>Mein Körper ist ein Schutzschild.</strong><br />
Doch verdient er nicht auch Schutz? Schutz vor der Sonne, Schutz vor Verletzungen und Schutz vor Blicken und den Urteilen anderer. Anderer, die gar nicht wissen, welche Schlachten er schon geschlagen und überstanden hat.</p>
<p><strong>Mein Körper ist ein Schutzschild.</strong><br />
Und er verdient Liebe. Vor allem von mir selbst. Ich, die ich jeden Tag in ihm herumlaufe. Ich, die ihn manchmal mit Liebe, manchmal mit Unsicherheit ansehe und mich immer wieder frage, wie ich ihn noch optimieren kann. Doch vielleicht muss er gar nicht perfekt sein. Vielleicht ist er gut so, wie er ist.</p>
<p><strong>Mein Körper ist mein Schutzschild.</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zwischen Stoff und Stimme</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/01/zwischen-stoff-und-stimme/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Luisa Galli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jan 2026 09:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Kleidung]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Stimme]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit 15 leitet Luisa ihre ersten Sitzungen und merkt schnell: Bevor Frauen gehört werden, werden sie gesehen. Ein Text über Kleidung, Macht und warum Sichtbarkeit in der Politik nie neutral ist. Ich erinnere mich noch gut an die ersten politischen Sitzungen, die ich leitete als Vorsitzende. Doch die prägendste musste wohl im Sommer 2023 gewesen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit 15 leitet Luisa ihre ersten Sitzungen und merkt schnell: Bevor Frauen gehört werden, werden sie gesehen. Ein Text über Kleidung, Macht und warum Sichtbarkeit in der Politik nie neutral ist.<span id="more-17272"></span></strong></p>
<p>Ich erinnere mich noch gut an die ersten politischen Sitzungen, die ich leitete als Vorsitzende. Doch die prägendste musste wohl im Sommer 2023 gewesen sein. Fünfzehn Jahre alt war ich an diesem Nachmittag und hatte vorher alles vorbereitet. Ich trug dabei eine knallpinke Hose, ein bauchfreies Top, Wimperntusche. Für mich war das kein großes Statement, sondern einfach ich. Doch das sahen viele anders. Als nach und nach die ersten Gäste den Raum betraten, war das Erste, was im Raum ankam, nicht mein Wort, sondern mein Körper. Manche lächelten irritiert, andere schauten weg. Und ich fragte mich einfach nur: but why?</p>
<p>An diesem Abend verstand ich jedoch etwas, das mich bis heute begleitet und schmerzt. Nämlich, dass Kleidung für Frauen in der Politik nie nur Kleidung ist, sondern Projektionsfläche für alle anderen. An dieser Stelle könnte man mir entgegenhalten, dass dies bei allen Menschen geschieht. Und ich würde sogar sagen: yes! Alle Menschen werden gesehen, bevor sie gehört werden, aber bei Frauen ist dieses Sehen nie neutral. Ihre Kompetenz bleibt an ihren Körper gebunden. Und dieses Muster ist kein Zufall, sondern ein historisches Erbe.</p>
<p>Über Jahrhunderte galt die öffentliche Rede als männliches Privileg. Schon der Philosoph Aristoteles schrieb: „Frauen haben zwar das Vermögen zur Überlegung (bouleutikon), aber ohne Autorität (akyros).“ Der männliche Körper stand seit der Antike für Vernunft, der weibliche für Irrationalität. Auch in der Aufklärung wurde diese Geschlechtergrenze nur selten infrage gestellt. Der französische Philosoph Rousseau betonte in seiner Pädagogik, dass Frauen lernen sollten, Männern zu gefallen und sich ihnen unterzuordnen.</p>
<p>Dieses Muster zog sich über Jahrhunderte, bis ein Umdenken stattfand. Doch auch nach 1949 passten sich viele Politikerinnen in Deutschland den vorherrschenden männlichen Normen an, um akzeptierter zu werden. Zwar setzte Elisabeth Selbert als eine der vier Mütter des Grundgesetzes mit dem Gleichberechtigungsgebot einen entscheidenden Meilenstein, doch das gesellschaftliche Rollenverständnis blieb träge. Viele Politikerinnen jener Zeit orientierten sich bewusst an männlichen Konventionen, um ernst genommen zu werden. Die große Frage war: Anpassung mit Ohnmacht oder Selbstbestimmung mit Konsequenzen.</p>
<p>Ich für mich habe irgendwann aufgehört, diesen Widerspruch zu bekämpfen. Stattdessen versuche ich, ihn zu nutzen. Wenn ich heute zu einer Sitzung gehe, teile ich mein Outfit auf Instagram, weil es Teil meiner Sprache ist. Ich mag meine Adidas-Joggi, ich mag jede Kollegin, die selbstbestimmt durch das Rathaus zieht, und ich mag, wenn wir unsere Subjekthaftigkeit ausleben.</p>
<p>Für mich bedeutet ein gleichberechtigter Blick auf Politik nicht nur, dieselben Ämter zu besetzen, sondern sich darin auch zeigen zu dürfen, wie frau möchte.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Körperliebe</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/01/mein-koerper/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eileen Ahland]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jan 2026 09:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>
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					<description><![CDATA[Unser Körper wird betrachtet, bewertet, vermessen. Als Objekt, als Projektionsfläche, als etwas, das gefallen soll. in ihrem neuen Text widerspricht Eileen und erzählt stattdessen von Selbstbestimmung, von Brüchen mit Schönheitsidealen und vom Recht, den eigenen Körper nicht erklären zu müssen. Mein Körper Als Kunstausstellung Kunst liegt im Auge des Betrachters doch die Augen zielen auf]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Unser Körper wird betrachtet, bewertet, vermessen. Als Objekt, als Projektionsfläche, als etwas, das gefallen soll. in ihrem neuen Text widerspricht Eileen und erzählt stattdessen von Selbstbestimmung, von Brüchen mit Schönheitsidealen und vom Recht, den eigenen Körper nicht erklären zu müssen.<span id="more-17265"></span></p>
<p>Mein Körper<br />
Als Kunstausstellung<br />
Kunst liegt<br />
im Auge des Betrachters<br />
doch die Augen zielen auf<br />
Makellosigkeit<br />
Attraktivität<br />
und Erotik</p>
<p>Der Körper als Objekt<br />
als Zielscheibe für<br />
(Ab-)Wertungen</p>
<p>Ihr habt kein Recht<br />
mir aufzuerlegen<br />
wie <strong>ICH</strong> mich kleiden soll<br />
wie <strong>ICH</strong> auszusehen habe<br />
wie <strong>MEIN</strong> Körper zu sein hat<br />
der <strong>MICH</strong> Tag für Tag<br />
durch <strong>MEIN</strong> Leben trägt</p>
<p>Das Problem bin nicht ich<br />
sondern die Gesellschaft<br />
mit ihren zerstörerischen<br />
Schönheitsidealen</p>
<p>Schlank<br />
aber bitte nicht zu dünn<br />
Sexy<br />
aber bitte nicht zu bitchig<br />
Attraktiv<br />
aber bitte ohne Körperbehaarung</p>
<p>Lieber bin ich so<br />
wie es mir gefällt<br />
mal mit fettigen Haaren<br />
dem ein oder anderen Pickel<br />
mit unrasierten Achseln und Beinen<br />
Jogginghose und Kapuzenpulli<br />
als früher oder später<br />
am Ideal kaputt zu gehen</p>
<p>Ich lasse mich tätowieren<br />
liebe weite Kleidung<br />
trage heute Nagellack<br />
und morgen keinen<br />
esse, was mir schmeckt<br />
schminke mich an einem Tag<br />
am nächsten Tag wieder nicht<br />
habe heute mal die Haarfarbe<br />
und morgen eine andere</p>
<p>Renne keinem Trend hinterher<br />
möchte mich wohlfühlen in meiner Haut<br />
mir stets treu bleiben<br />
und aufrichtig lächeln<br />
wenn ich in den Spiegel schaue<br />
nicht aufgesetzt und ferngesteuert<br />
der Masse hinterherlaufen<br />
mich entfremden und nicht wissen<br />
wer ich eigentlich bin</p>
<p>Ich bleibe ich<br />
ich werde kein anderer Mensch<br />
nur weil ich hin und wieder<br />
meinem Körper nach Belieben<br />
ein kleines Update verpasse<br />
auch wenn ich für euch dadurch<br />
in der Gesellschaft verblasse<br />
und nicht in euer<br />
Puzzle passe</p>
<p><strong>Mein Körper</strong><br />
ist keine Plattform für Bewertungen<br />
mein Körper ist<br />
<strong>mein Zuhause</strong></p>
<p>Mein Zuhause gehört mir<br />
und niemand außer mir<br />
darf darüber bestimmen</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Körperliche Selbstbestimmung und Schwangerschaftsabbrüche</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/12/koerperliche-selbstbestimmung-und-schwangerschaftsabbrueche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Dec 2025 16:01:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
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					<description><![CDATA[In diesem Video spricht Romy über Selbstbestimmung und warum die weiblicher Körper weiterhin zentrales Element feministischer Bewegungen ist.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In diesem Video spricht Romy über Selbstbestimmung und warum die weiblicher Körper weiterhin zentrales Element feministischer Bewegungen ist.</strong><span id="more-17250"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Körper unter Kontrolle</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/12/koerper-unter-kontrolle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sabylonica]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Dec 2025 10:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere Körper sind längst keine privaten Räume mehr. Sie werden geformt, bewertet und verkauft. In einer Welt, die Lust standardisiert und Intimität normiert, geraten wir schnell in einen inneren Konflikt zwischen Anpassungsdruck, Scham und dem Wunsch nach echter Nähe. Der Körper ist per se kein neutrales Territorium; er wird zur Projektionsfläche, zur Ware und zum]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Körper sind längst keine privaten Räume mehr. Sie werden geformt, bewertet und verkauft. In einer Welt, die Lust standardisiert und Intimität normiert, geraten wir schnell in einen inneren Konflikt zwischen Anpassungsdruck, Scham und dem Wunsch nach echter Nähe.</strong><span id="more-17244"></span></p>
<p>Der Körper ist per se kein neutrales Territorium; er wird zur Projektionsfläche, zur Ware und zum Symbol. Vor allem in unserer medienreichen Gesellschaft – explizit mit kommerziellem und pornografischem Blick – wird der Körper ständig produziert und reproduziert. Sei es in Bildern, Videos, Erwartungen oder Bewertungen. So banal es klingen mag: Der Körper ist nicht nur ein fleischiges Stück, von Haut überzogen, sondern ein durch Medien, Macht und Moral geformtes Konstrukt.</p>
<p>Ich kann mich an meine Sozialisation erinnern, in der ich gelernt habe, wie der Körper zu sein hat: glatte Haut, sichtbare Muskeln, Kurven an den „richtigen“ Stellen – intersektional betrachtet auch in Bezug auf westliche Ideale: glatte, helle Haare, gebräunte Haut, Sommersprossen. Solche Vorstellungen werden normalisiert und als selbstverständlich wahrgenommen. Wir internalisieren sie und streben ihnen nach. Dabei steckt eine lange Geschichte von Rassismen, Sexualisierungen und Idealen dahinter, geprägt durch Marketing, Kirche und Medien. Vor allem in der Moderne spielt die Pornoindustrie eine gravierende Rolle: Sie standardisiert Lust, wodurch der Körper auf Funktion und Verwertbarkeit reduziert wird.</p>
<p>Mit dem pornografischen Blick wird der Körper von der Person selbst getrennt. Dadurch entsteht kein Raum für Unsicherheit, Zärtlichkeit oder Unausgesprochenes. Stattdessen definiert sich Sexualität über Leistung, über banale Sichtbarkeit und über den Orgasmus als Ziel. Der Körper wird hierbei zu einem Produkt, Sex zu einer Handlung, und Intimität wird fiktionalisiert. Problematisch wird dies, weil Pornografie für viele die einzige Quelle sexueller Bildung bleibt – in einer Gesellschaft, in der Intimität tabuisiert wird.</p>
<p>Darüber hinaus ist die Pornoindustrie sehr binär und heteronormativ geprägt. Sie stellt klare Kategorien und eindeutige Geschlechterrollen her. Wer sich dazwischen, außerhalb oder jenseits dieser Normen bewegt, bleibt unsichtbar oder wird als Sparte für Fetischisierung und Exotisierung dargestellt. Dadurch ist für viele queere Menschen das Verhältnis zum eigenen Körper doppelt gebrochen: durch gesellschaftliche Marginalisierung und durch internalisierten Anpassungsdruck. Selbst im Begehren versuchen wir zu verstehen, ob wir „richtig“ sind. Der Körper wird dadurch weiter zu einem Ort des Konflikts – geprägt von Spannungsfeldern zwischen Sichtbarkeit und Selbstschutz, Begehren und Angst, Scham und Befreiung.</p>
<p>Deshalb ist es wichtig, Sexualität individuell zu definieren – jenseits von Normen und Rollenerwartungen. Sie sollte ein Prozess der Selbstermächtigung sein. Nicht Erwartungen sollten erfüllt werden, sondern eigene Grenzen, Wünsche und Unsicherheiten zugelassen werden.</p>
<p>Ich für meinen Teil habe bemerkt, dass Sex und Intimität dort beginnen, wo auch meine sexuelle und körperliche Scham beginnt. Scham ist dabei kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Signal von Verletzbarkeit und vielleicht sogar von Offenbarung. Somit beginnt Sex für mich nicht bei performativer Reproduktion, sondern in dem Moment, in dem ich mich zeige, ohne mich zu verstecken. Dort, wo mein Körper nicht mehr Abbild einer Norm ist, sondern Ausdruck eines Gefühls, eines Kontakts und einer Unsicherheit.</p>
<p>Der Körper bleibt weiterhin vielfältig, ambivalent und politisch. Er existiert in vielen Formen: in Begegnungen, in Gesprächen und in wahrnehmenden, nicht konsumierenden, Blicken. Und vielleicht begreifen wir, dass Intimität genau dann beginnt, wenn wir aufhören, „richtig“ sein zu wollen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Körper im Widerstand</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/12/koerper-im-widerstand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carlotta]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Dec 2025 09:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17239</guid>

					<description><![CDATA[Unsere Körper sollen privat sein und sind doch gesellschaftlichem Druck, herrschende Machtstrukturen und, im schlimmsten Fall, Gewalt ausgesetzt. Carlotta beschreibt anhand drei feministischer Protestbewegungen, wie körperlicher Protest Machtverhältnisse herausfordert und Sichtbarkeit schafft. Von Kindheit an wird uns beigebracht, dass unser Körper etwas ganz Persönliches ist. Er gehört nur uns und deshalb sollten auch nur wir]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Körper sollen privat sein und sind doch gesellschaftlichem Druck, herrschende Machtstrukturen und, im schlimmsten Fall, Gewalt ausgesetzt. Carlotta beschreibt anhand d<span data-contrast="auto">rei feministischer Protestbewegungen</span>, wie körperlicher Protest Machtverhältnisse herausfordert und Sichtbarkeit schafft. </strong><span id="more-17239"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">Von Kindheit an wird uns beigebracht, dass unser Körper etwas ganz Persönliches ist. Er gehört nur uns und deshalb sollten auch nur wir darüber entscheiden können. Wie wir damit umgehen und wer damit in Kontakt kommt, sollte ganz uns überlassen sein. Leider ist dies ein Ideal, welches in unserer Gesellschaft nicht für alle eine Realität ist. Viel zu häufig bekommt man mit, wie Menschen aufgrund des „Andersseins“ ihrer Körper nicht respektiert, diskriminiert oder – im schlimmsten Fall – sogar misshandelt werden. Wie der Körper doch nur ein Objekt darstellt, ein Spielzeug derer, die in der gesellschaftlichen Hierarchie ganz oben stehen. </span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Was mich immer fasziniert hat ist, wie Menschen ihre Körper einsetzen, um eben gegen diese Machtstrukturen anzukämpfen. In welcher Weise sie ihren Körper als Widerstand gegen die Missstände, die sie unterdrücken, einsetzen. Spätestens seit den „Klimaklebern“ sollten viele schon mal davon gehört haben. Das waren diese unverschämten Klimaaktivist*innen, die sich aus Protest gegen unzureichende Klimapolitik mit ihrem Körper – meist durch Festkleben auf Straßen oder Objekten – physisch an den öffentlichen Raum binden, um Aufmerksamkeit und politischen Druck zu erzeugen. Der Albtraum der städtischen SUV Fahrer*innen und vorstädtischen Pendler*innen. </span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Diesen Einsatz von Körpern als Protest gibt es nicht nur in der Klimapolitik, auch feministische Bewegungen setzten bewusst ihre Körper ein, um Aufmerksamkeit oder politisches Umdenken zu erwirken. In der heutigen Zeit wird der weibliche* Körper ständig politisiert, es ist quasi unmöglich als Frau* frei über seinen Körper selbstbestimmen zu können. Dass Abtreibung in Deutschland zwar straffrei aber faktisch immer noch illegal ist, ist nur eines der Beispiele für diesen Zustand. Umso mehr ist es wichtig, diese Zustände zu beleuchten und zu kritisieren und der Einsatz von Körpern schafft dies besonders gut. Je größer die Aufmerksamkeit, desto größer der politische Druck, richtig?</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Drei feministische Protestbewegungen der letzten Jahre haben mich in ihrer Art den Körper im Zuge des Protests zu inszenieren, besonders beeindruckt: FEMEN, Ni Una Menos und die Free Bleeding Bewegung. Die ein oder andere dieser Bewegungen hat medial schon einige Aufmerksamkeit erhalten, trotzdem möchte ich sie im Zuge ihrer Sichtbarkeit hier kurz vorstellen. </span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto"><a href="https://femen.org/about-us/">FEMEN</a> ist eine internationale Protestbewegung mit Ursprung in der Ukraine. Im Zuge des Protests gegen die patriarchale Unterdrückung, Objektifizierung und Ausbeutung weiblicher* Körper treten die Aktivist*innen oberkörperfrei, mit auf ihre Brust geschriebenen politischen Slogans und Blumenkranz auf dem Kopf auf. Ihr selbstbenannter „Sextremismus“ richtet sich gegen Sexismus, religiöse Unterdrückung und autoritäre Politik und ihre provokanten Aktionen erzeugen </span><span data-contrast="auto">hohe mediale Aufmerksamkeit</span><span data-contrast="auto"> für feministische Themen. Der weibliche Körper wird als </span><span data-contrast="auto">politisches Werkzeug</span><span data-contrast="auto"> genutzt, leider ist dies nicht immer politisch sensibel oder inklusiv. Oft wird die Organisation für ihre fehlende Sensibilität für unterschiedliche feministische Kontexte (z.B. queere, nicht-binäre oder nicht-europäische/weiß-feministische Ansätze) kritisiert. </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Eine weitere Bewegung, die den weiblichen* Körper und seine Eigenschaften sichtbar macht, ist die <a href="https://helloclue.com/articles/culture/whats-all-fuss-about-free-bleeding-why-does-it-matter">Free Bleeding-Bewegung</a>. Aus Protest gegen die Tabuisierung der Menstruation lassen Frauen ihre Periode frei fließen, ohne jegliche Art von Menstruationsprodukten. Einen Höhepunkt dieser Bewegung stellte die amerikanische Musikproduzentin und Schlagzeugerin Kiran Gandhi dar, als sie 2015 den London Marathon lief, ohne Menstruationsprodukte zu verwenden. Die Fotos ihrer blutdurchtränkten Leggings wurden Viral und erzeugten große mediale Aufmerksamkeit. Die Bewegung soll auf allgegenwärtig präsenten Periodenscham aufmerksam machen, sowie einen weltweit fehlenden Zugang zu Menstruationsprodukten. Die Menstruation ist ein natürlicher Körpervorgang, der in unserer patriarchalen Gesellschaft stigmatisiert wird während gleichzeitig aus dem Verkauf weiblicher Hygieneprodukte ein Profit geschlagen wird. Der Protest ist dabei überwiegend symbolisch, ohne einen wirklichen Vorschlag für strukturelle oder politische Veränderungen. </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ein drittes Beispiel, wo Körper Widerstand leisten, sind die „<a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/femizid-2023/519674/ni-una-menos/">Ni Una Menos</a>“-Proteste mit ihrem Ursprung 2015 in Argentinien. „Nicht eine weniger“ bedeutet der Slogan übersetzt und fordert, dass keine Frau* mehr aufgrund geschlechtsspezifischer Gewalt sterben soll. Die Demonstrationen gegen Femizide breiteten sich schnell in Lateinamerika und dem Rest der Welt aus, in Form von Flashmobs, Performances oder Slogans auf Körpern und Kleidung sowie Schweigemärschen. Die Frauen* nutzen ihre </span><span data-contrast="auto">körperliche Präsenz</span><span data-contrast="auto"> im öffentlichen Raum als Ausdruck von Solidarität und Widerstand, um Opfern von Gewalt eine Stimme zu verleihen und politische sowie juristische Konsequenzen einzufordern.</span></p>
<p><span data-contrast="auto">Alle drei Protestbewegungen nutzen die Präsenz, Inszenierung oder natürlichen Prozesse des Körpers, um gegen die Unterdrückung von Frauen*körpern im Patriarchat anzukämpfen. Sie zeigen, dass der Körper selbst ein politischer Raum ist – ein Ort, an dem Macht, Sichtbarkeit und Selbstbestimmung verhandelt werden. Mich fasziniert vor allem wie der Körper zu seiner Selbstermächtigung genutzt werden kann, in einer Welt, in der er lediglich aufgrund seiner Existenz politisiert wird. Gleichzeitig bleibt fraglich, ob körperliche Protestformen langfristig politische Veränderungen anstoßen können – oder ob sie, vor allem durch die Sozialen Medien, bloß als provokante Bilder konsumiert werden.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Spieglein, Spieglein in der Hand</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/12/spieglein-spieglein-in-der-hand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marv]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Dec 2025 09:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17234</guid>

					<description><![CDATA[Marv wagt einen poetischen Blick auf das, was wir Schönheit nennen und das, was wir wirklich sind.Dieses Spoken-Word-Stück lädt dazu ein, den eigenen Spiegel mit neuen Augen zu sehen: warm, ehrlich und frei von Perfektionsdruck. Ein Moment der Ruhe, der daran erinnert, wie wertvoll es ist, sich selbst zu erkennen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Marv wagt einen poetischen Blick auf das, was wir Schönheit nennen und das, was wir wirklich sind.</strong><br data-start="1388" data-end="1391" /><strong>Dieses Spoken-Word-Stück lädt dazu ein, den eigenen Spiegel mit neuen Augen zu sehen: warm, ehrlich und frei von Perfektionsdruck. Ein Moment der Ruhe, der daran erinnert, wie wertvoll es ist, sich selbst zu erkennen.</strong><span id="more-17234"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Selbstliebe durchgespielt?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/11/selbstliebe-durchgespielt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophia]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2025 10:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstliebe]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17225</guid>

					<description><![CDATA[Wir wachsen mit Erwartungen auf, die bestimmen sollen, wie wir auszusehen und zu sein haben. Diese Bilder formen unser Denken so früh, dass wir sie oft für unsere eigenen halten. Sophia beschreibt, wie internalisierte Misogynie wirkt, warum sie so schwer zu durchbrechen ist und wie wir lernen können, zwischen auferlegten Rollen und unserem wirklichen Selbst]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir wachsen mit Erwartungen auf, die bestimmen sollen, wie wir auszusehen und zu sein haben. Diese Bilder formen unser Denken so früh, dass wir sie oft für unsere eigenen halten. Sophia beschreibt, wie internalisierte Misogynie wirkt, warum sie so schwer zu durchbrechen ist und wie wir lernen können, zwischen auferlegten Rollen und unserem wirklichen Selbst zu unterscheiden.</strong><span id="more-17225"></span></p>
<p>Sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist, ist für die meisten schwierig. Man wird zwar nicht<br />
mit einer Abneigung gegen sich selbst geboren, doch die Welt trimmt einen relativ schnell<br />
darauf, vermeintliche Fehler zu entdecken. Hier zu viel, da zu wenig. Mehr Haare hier, bitte<br />
gar keine da.<br />
Viele von uns haben wahrscheinlich einen harten Weg hinter uns, um unseren Körper<br />
zumindest als neutrales Instrument, das uns durchs Leben bringt, anzusehen.<br />
Wer sich selbst sogar als ganz gut befindet – wow.<br />
Ich dachte diesen langen Weg endlich hinter mich gebracht zu haben und am grandiosen<br />
Finale angekommen zu sein: Ich finde mich selbst nicht mehr scheiße.<br />
Was ein epischer Win. Es hat zwar keiner geklatscht, aber es wäre passend gewesen.<br />
Ich habe mich sicherlich nie für die Krone der Schöpfung gehalten, aber bin ungeschminkt<br />
vor die Tür, habe gewagte Outfits getragen und mich nicht dafür gejuckt, was andere über<br />
mich denken.<br />
Doch nur kurze Zeit nach meinem Trumpf passierte das, womit ich nicht gerechnet hatte.<br />
Obwohl es jeden Tag zu jeder Zeit passiert, hatte ich die Möglichkeit nicht mal in Erwägung<br />
gezogen. Der Körper, den ich nach langer Zeit endlich mögen konnte – verändert sich<br />
plötzlich.<br />
Das Gesicht, mit dem ich endlich kein Problem mehr hatte entwickelt die ersten bleibenden<br />
Falten. Die Make-Up Skills, mit denen ich zufrieden bin, funktionieren nicht mehr mit meinen<br />
Features. Meinen Augenlidern werden langsam schlaff, die jahrelang antrainierte EyelinerTechnik ist plötzlich nutzlos.<br />
Meine Beine bekommen Dellen, das erste Haar wird grau und ich stehe gefühlt wieder ganz<br />
am Anfang. Plötzlich bin ich wieder 15 und frage mich, wann ich endlich meinen ersten BH<br />
ohne Extra-Füllung kaufen kann (ich werde nie über ein A-Körbchen hinweg wachsen), wann<br />
meine Pickel endlich weggehen (das frage ich mich mit 27 noch immer), und ob ich mit<br />
meinen Fettarmen überhaupt was Ärmelloses anziehen darf.<br />
Das ist nicht mehr der Körper, den ich mit Samthandschuhen angefasst und gutgeheißen<br />
habe. Dieser Körper wirkt mir auf einmal irgendwie fremd.<br />
Dabei ist diese Self-Love-Devise so viel einfacher für mich zu umzusetzen als für andere.<br />
Ich bin überwiegend normschön, weiß und relativ dünn. Ich habe keinerlei Behinderungen<br />
und trage weder Zahnspange noch Brille. Am Ende des Tages spüre ich von den absurden<br />
Beauty-Standards weniger als viele andere Frauen. Ich bin mega privilegiert und das ist mir<br />
bewusst. Doch hilft es nichts, denn wenn man zu einem Teil dem entspricht, was man<br />
gefälligst sein soll, dann macht der fehlende Teil trotzdem Druck. Und der tut weh.<br />
Genau dieser Druck gefällt der Industrie supergut &#8211; nicht nur der Schönheitsindustrie. Denn<br />
wenn man Hyaluron Fillern und formender Unterwäsche den Kampf ansagt, freuen sich<br />
Verkäufer von Online-Coachings, Badebomben und der gefürchteten finanziellen Abgründe<br />
des täglichen „treats“.<br />
Self care ist käuflich.<br />
Alles ist so kommerzialisiert, es gibt kaum ein Entrinnen, gerade durch die allgegenwärtige<br />
Instanz der sozialen Medien.<br />
Der Bossfight den ich momentan kämpfe ist gegen das Problem mit dem Alterungsprozess.<br />
An sich gibt es ja gar keins, man hat eben nur zwei Optionen: Älter werden oder jung<br />
sterben.<br />
Doch gerade als Frau wird einem sehr früh klargemacht: Du hast so maximal bis 30 und ab<br />
dann bist du abgelaufen. Wie eine vergessene Packung Milch ganz hinten im<br />
Kühlschrank.Männer reifen, Frauen welken. Dieses bla bla was man seit man klein ist<br />
eingetrichtert bekommt. Als ich das virale Tiktok Video einer 14-jährigen gesehen habe, die<br />
ihre Routine „zum Stoppen des Alterungsprozess“ präsentiert, habe ich für einen Moment<br />
den Glauben an die Menschheit verloren. Die Angst vorm natürlichen Alterungsprozess<br />
beginnt immer früher, Produkte zum “reparieren” der Fehler werden immer normaler auch<br />
im Badschrank einer Minderjährigen.<br />
Doch was macht man dagegen? Brutale Selbstakzeptanz und Entfolgen von allen SocialMedia- Mäusen, die sich Botox spritzen lassen? Ich weiß es selbst nicht so genau.</p>
<p>Die frustrierende Wahrheit ist:<br />
Selbstakzeptanz ist kein Endziel was man jemals zu 100% erreichen, kein To-Do was man<br />
irgendwann abhaken kann. Sicherlich gehört eine Anpassung von dem, was man online<br />
konsumiert dazu, aber überwiegend kommt Akzeptanz ja von innen.<br />
Es ist eine Entscheidung, die man sein Leben lang immer wieder aufs Neue treffen muss. Wie<br />
verdammt lame ist denn das</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mein Körper ist nicht das Problem (da bin ich mir recht sicher)</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/11/mein-koerper-ist-nicht-das-problem-da-bin-ich-mir-recht-sicher/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Nov 2025 09:00:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Körper ist nie nur ein Körper. Er ist Projektionsfläche, Erwartung oder Bewertung.Der neue Text von Lina handelt davon, was passiert, wenn die Welt uns erklärt, wer wir zu sein haben und wie wir lernen, uns trotzdem selbst zu gehören. Ich hatte nie ein Problem mit meinem Körper. Gut, das stimmt vielleicht nicht ganz. Andere]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-start="532" data-end="934"><strong>Ein Körper ist nie nur ein Körper. Er ist Projektionsfläche, Erwartung oder Bewertung.</strong><br data-start="263" data-end="266" /><strong>Der neue Text von Lina handelt davon, was passiert, wenn die Welt uns erklärt, wer wir zu sein haben und wie wir lernen, uns trotzdem selbst zu gehören.</strong><br />
<span id="more-17220"></span></p>
<p data-start="532" data-end="934">Ich hatte nie ein Problem mit meinem Körper. Gut, das stimmt vielleicht nicht ganz. Andere schon. Deshalb hatte ich dann auch ein Problem mit ihm.<br data-start="678" data-end="681" />Mein Körper ist mehrgewichtig, weich, sichtbar – und wird weiblich gelesen, auch wenn ich es nicht bin. Ich bin also gleichzeitig zu viel und zu wenig: zu groß für Restaurantstühle, zu rund für Mode, zu queer für das, was Leute glauben, sehen zu müssen.</p>
<p data-start="936" data-end="1391">Wenn ich alte Fotos von mir ansehe, sehe ich, wie mich eine sehr dünne Frau ansieht – fast noch ein Mädchen, das ich nicht mehr bin. Und trotzdem fühle ich mich genauso wie jetzt. Ich habe mich in jedem Stadium, in jeder Form meines Körpers gleich dick gefühlt, gleich zu viel, gleich zu massig. Obwohl ich jedes Mal sehr anders aussah. Ich habe mich nie gut über mich gefühlt. Ich habe mich immer gefühlt, als wäre ich nicht genug und zu viel auf einmal.</p>
<p data-start="1393" data-end="1991">Ich liebe auffällige Mode, aber ich wollte nie zu auffällig sein – weil dann alle meinen Körper sehen.<br data-start="1495" data-end="1498" />Früher war ich traurig, wenn mir niemand auf der Straße hinterhergerufen hat. Ich dachte, Sichtbarkeit sei Bestätigung. Heute weiß ich: Sichtbarkeit ist eine Frage der Norm. Und Normen – das hat Maria Evteeva (2024) treffend beschrieben – sind Werkzeuge patriarchaler Kontrolle. Sie schreiben Körpern soziale Positionen zu, um sie gefügig zu machen. Misogynie, schreibt sie, „ist kein Zufallsprodukt, sondern das zentrale Regulierungsinstrument des Patriarchats“ (Evteeva und Burges 2024, 85).</p>
<p data-start="1993" data-end="2190">Cat aus <em data-start="2001" data-end="2011">Euphoria</em> hat einmal gesagt:<br data-start="2030" data-end="2033" /><strong data-start="2033" data-end="2190">„I used to be so scared that people would notice I was fat. But now, I just don’t care. Because a fat girl who doesn’t care? That’s fucking unstoppable.“</strong></p>
<p data-start="2192" data-end="2317">Und das will ich auch sein.<br data-start="2219" data-end="2222" />Unaufhaltsam. Aber ich will das nicht <em data-start="2260" data-end="2267">trotz</em> meines Körpers sein. Ich will das <em data-start="2302" data-end="2307">mit</em> ihm sein.</p>
<p data-start="2319" data-end="2607">Neulich habe ich wieder gemerkt, wie tief die Vorstellung sitzt, dass „dick“ nicht sexy sein darf.<br data-start="2417" data-end="2420" />Macht mal den Selbstversuch: Gebt bei Google „Plus Size Halloween Kostüm“ ein.<br data-start="2498" data-end="2501" />Was kommt?<br data-start="2511" data-end="2514" />Säcke.<br data-start="2520" data-end="2523" />Tier-Onesies.<br data-start="2536" data-end="2539" />Und irgendwo dazwischen steht das Internet und ruft: „Be confident!“</p>
<p data-start="2609" data-end="2800">Zur Erinnerung: In <em data-start="2628" data-end="2640">Mean Girls</em> sagt Cady Heron:<br data-start="2657" data-end="2660" /><strong data-start="2660" data-end="2800">„In Girl World, Halloween is the one night a year when a girl can dress like a total slut and no other girls can say anything about it.“</strong></p>
<p data-start="2802" data-end="3113">Ich hab das mal versucht – bildlich gesprochen. Nur dass, wenn du „Plus Size Dessous“ suchst, das Ergebnis klingt wie ein Werbeslogan aus der Hölle: „Sexy für Mollige“.<br data-start="2970" data-end="2973" />Das klingt ungefähr so, als würde ein mittelmäßig gebildeter Mann über das „Stadtbild“ reden – gönnerhaft, aber ohne zu wissen, was er sagt.</p>
<p data-start="3115" data-end="3446">Und selbst diese „Dessous für Mollige“ gehen meist nur bis Körbchengröße E. Vielleicht 100 cm Unterbrustumfang, wenn man Glück hat. Und dann sind die BHs in D auch noch gepolstert. Warum?<br data-start="3302" data-end="3305" />Ich hab 105 G – oder 100 H als Kreuzgröße – und ich schwöre: Ich bin so hot. Ich bin so sexy.<br data-start="3398" data-end="3401" />Warum will mich die Industrie nicht so sehen?</p>
<p data-start="3448" data-end="3678">Die sogenannte Curvy Collection besteht oft aus Shapewear.<br data-start="3506" data-end="3509" />Die <em data-start="3513" data-end="3523">Brigitte</em>, <em data-start="3525" data-end="3531">Ella</em> und <em data-start="3536" data-end="3551">Bild der Frau</em> sagen im selben Atemzug:<br data-start="3576" data-end="3579" /><strong data-start="3579" data-end="3613">„Du bist gut so, wie du bist.“</strong> –<br data-start="3615" data-end="3618" />und:<br data-start="3622" data-end="3625" /><strong data-start="3625" data-end="3678">„So kommst du noch schnell in deinen Sommerbody.“</strong></p>
<p data-start="3680" data-end="3842">Ich hab die Diäten gemacht.<br data-start="3707" data-end="3710" />Ich war brav.<br data-start="3723" data-end="3726" />Ich war diszipliniert.<br data-start="3748" data-end="3751" />Und alles, was ich war, war schwach und ausgelaugt.<br data-start="3802" data-end="3805" />Genau so, wie sie mich haben wollten.</p>
<p data-start="3844" data-end="4097">Sorana-Alexandra Constantinescu (2021) nennt das internalisierte Misogynie: den Moment, in dem Frauen gelernt haben, sich selbst zu kontrollieren, bevor es andere tun.<br data-start="4011" data-end="4014" />Wir werden bestraft, wenn wir auffallen – und nicht belohnt, wenn wir uns anpassen.</p>
<p data-start="4099" data-end="4519">Wie Iris Marion Young (1992) schreibt, ist Unterdrückung kein einzelner Akt, sondern ein System aus „ökonomischer Ausbeutung, Marginalisierung, Machtlosigkeit, kulturellem Imperialismus und systemischer Gewalt“ (zit. nach Constantinescu 2021).<br data-start="4342" data-end="4345" />Wir leben in Strukturen, die uns lehren, wie wir uns zu formen haben:<br data-start="4414" data-end="4417" />Sei ehrgeizig, aber nicht zu laut; sei sinnlich, aber nicht sexuell; sei frei, aber bitte unauffällig.</p>
<p data-start="4521" data-end="4627">Und wir fallen in diese Unterdrückung nicht, weil wir schwach sind –<br data-start="4589" data-end="4592" />sondern weil wir in ihr aufwachsen.</p>
<p data-start="4629" data-end="5023">Constantinescu zeigt, dass Mädchen und weiblich sozialisierte Menschen schon in der frühen Jugend lernen, dass ihr Wert an Gefallen, Zurückhaltung und Kontrolle hängt. Zwischen elf und vierzehn, schreibt sie, verändert sich die Persönlichkeit vieler Mädchen: Aus mutigen, lauten, selbstbewussten Kindern werden Jugendliche, die plötzlich lernen, Platz zu sparen – in Stimme, Kleidung, Bewegung.</p>
<p data-start="5025" data-end="5308">So wachsen wir in einem doppelten Spiegelkabinett auf:<br data-start="5079" data-end="5082" />Wir sehen, wie Frauen bewertet werden – und beginnen, uns selbst mit denselben Augen zu betrachten.<br data-start="5181" data-end="5184" />Wir übernehmen das Urteil der Gesellschaft, bevor jemand es ausspricht.<br data-start="5255" data-end="5258" />Wir internalisieren den Blick, der uns klein hält.</p>
<p data-start="5310" data-end="5575">Evteeva (2024) beschreibt das als das perfide Prinzip des Patriarchats: dass es nicht nur über Macht, sondern über Bedeutung funktioniert. Weiblichkeit wird mit Schwäche, Abhängigkeit und Unfähigkeit gleichgesetzt – und alles, was davon abweicht, wird sanktioniert.</p>
<p data-start="5577" data-end="5949">Akane Kanai (2020) ergänzt, dass selbst die neue, mediale „Freiheit“ für FLINTA-Körper meist an Bedingungen geknüpft ist: an Schönheit, an Ästhetik, an Marktfähigkeit.<br data-start="5744" data-end="5747" />Freiheit ist erlaubt, solange sie klickt.<br data-start="5788" data-end="5791" />Freizügigkeit wird gefeiert, solange sie der Norm schmeichelt; dieselbe Geste wird bestraft, sobald sie von einem Körper kommt, der nicht in diese Norm passt.</p>
<p data-start="5951" data-end="6204">So funktioniert Kontrolle unter dem Deckmantel der Emanzipation:<br data-start="6015" data-end="6018" />Wir sollen frei sein, aber bitte nur so, dass es schön aussieht.<br data-start="6082" data-end="6085" />Wir sollen sichtbar sein, aber nur, wenn es sich verkaufen lässt.<br data-start="6150" data-end="6153" />Wir sollen selbstbewusst sein, aber nicht unbequem.</p>
<p data-start="6206" data-end="6555">Wir fallen also nicht in Unterdrückung hinein –<br data-start="6253" data-end="6256" />wir werden in sie hineingeschult.<br data-start="6289" data-end="6292" />In jede Pose, jede Werbung, jede Bemerkung, jede Diät.<br data-start="6346" data-end="6349" />Und irgendwann können wir sie selbst reproduzieren, ohne dass jemand sie uns noch beibringen muss.<br data-start="6447" data-end="6450" />Das Patriarchat muss uns gar nicht immer aktiv unterdrücken – wir erledigen die Arbeit inzwischen selbst.</p>
<p data-start="6557" data-end="6904">Und wenn ich dann auf der Bühne stehe, in einem Kleid, das ich liebe, und jemand sagt:<br data-start="6643" data-end="6646" /><strong data-start="6646" data-end="6748">„Mensch, du bist aber mutig, dass du dich mit deinem Körper so etwas traust. Du bist ein Vorbild!“</strong><br data-start="6748" data-end="6751" />dann weiß ich, das ist nett gemeint.<br data-start="6787" data-end="6790" />Aber wovon redet ihr?<br data-start="6811" data-end="6814" />Ich bin weder mutig noch gewagt noch zu viel.<br data-start="6859" data-end="6862" />Ich bin einfach da.<br data-start="6881" data-end="6884" />Ich bin einfach ich.</p>
<p data-start="6906" data-end="7152">Ich freue mich ehrlich über jede Marke, die größere Größen führt.<br data-start="6971" data-end="6974" />Ulla Popken zum Beispiel: Die machen großartige, hochwertige Teile – gut verarbeitet, langlebig, bequem.<br data-start="7078" data-end="7081" />Aber trotzdem: Vieles davon sind Säcke. Stoffgewordene Unauffälligkeit.</p>
<p data-start="7154" data-end="7364">Ich will nichts kaschieren. Ich will glänzen.<br data-start="7199" data-end="7202" />Ich will Kleider, die mich nicht verstecken, sondern feiern.<br data-start="7262" data-end="7265" />Ich will mich anziehen dürfen wie jemand, der sich liebt – nicht wie jemand, der sich entschuldigt.</p>
<p data-start="7366" data-end="7653">Und ja, ich könnte mir Kleidung maßanfertigen lassen – es gibt fantastische kleine Brands, die das machen, die radikal inklusiv denken, die Körper ernst nehmen.<br data-start="7526" data-end="7529" />Aber die Realität ist: Ich habe nicht das Geld dafür. Nicht die Zeit. Nicht die Möglichkeit, mich jeden Tag neu zu erfinden.</p>
<p data-start="7655" data-end="7775">Und trotzdem: Ich bin hier.<br data-start="7682" data-end="7685" />Ich bin sichtbar.<br data-start="7702" data-end="7705" />Mein Körper ist kein Kompromiss –<br data-start="7738" data-end="7741" />er ist Bühne, Zuhause, Widerstand.</p>
<div style="margin-top: 1em; padding: 1em; border-left: 4px solid #000; background: #f7f7f7; line-height: 1.6;">
<p><strong>Constantinescu, Sorana.</strong><br />
„<em>How Does the Internalization of Misogyny Operate: A Theoretical Approach With European Examples</em>“.<br />
<i>Research in Social Change</i>, Bd. 13, Dezember 2021, S. 120–128.<br />
<a href="https://doi.org/10.2478/rsc-2021-0013" target="_blank" rel="noopener">https://doi.org/10.2478/rsc-2021-0013<br />
</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Evteeva, Maria &amp; Burges, Lucrecia.</strong><br />
<em>Internalized Misogyny: The Patriarchy Inside Our Heads</em>.<br />
Bd. 14, 2024.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kanai, Akane.</strong><br />
„<em>Between the Perfect and the Problematic: Everyday Femininities, Popular Feminism, and the Negotiation of Intersectionality</em>“.<br />
<i>Cultural Studies</i>, Bd. 34, Nr. 1, Januar 2020, S. 25–48.<br />
<a href="https://doi.org/10.1080/09502386.2018.1559869" target="_blank" rel="noopener">https://doi.org/10.1080/09502386.2018.1559869</a></p>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Durchschnittlich perfekt</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/11/durchschnittlich-perfekt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nathan]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Nov 2025 09:59:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie viel „perfekt“ braucht ein Körper eigentlich – und wer entscheidet das? Dieses Gedicht von Nathan legt offen, wie wir zwischen Idealen, Kommentaren und Algorithmen zerrieben werden, und erinnert daran, dass Schönheit nie genormt war. Ein poetischer Blick darauf, warum unser Körper niemandem gehören muss außer uns selbst. Sie sagen, ich bin dick, dabei bin]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie viel „perfekt“ braucht ein Körper eigentlich – und wer entscheidet das? Dieses Gedicht von Nathan legt offen, wie wir zwischen Idealen, Kommentaren und Algorithmen zerrieben werden, und erinnert daran, dass Schönheit nie genormt war. Ein poetischer Blick darauf, warum unser Körper niemandem gehören muss außer uns selbst.<span id="more-17216"></span></strong></p>
<p>Sie sagen, ich bin dick,<br />
dabei bin ich vielleicht nur etwas über dem Durchschnitt.<br />
Sie sagen, ich bin zu dünn,<br />
dabei halte ich einfach nur das Idealgewicht.</p>
<p>Sie sagen: Form dich,<br />
glätt dich –<br />
ich verbiege mich,<br />
verliere mich<br />
in Kalorientabellen.</p>
<p>Sie dirigieren meinen Verstand,<br />
haben mich ganz in ihrer Hand.<br />
Sag, wie lang noch, Instagram?<br />
Zeigst du mir Bilder vom „perfekten Mann“,<br />
muskulös und stramm.</p>
<p>Sie möchten Perfektion<br />
in Bildern, auf Reklamen.<br />
Am besten bist du die Sensation –<br />
„der perfekte Körper“<br />
für Likes und Faszination.</p>
<p>Doch dein Körper gehört dir,<br />
dir alleine.<br />
Er ist schön,<br />
jeder auf seine Weise.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Metamorphosis</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/11/metamorphosis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phuong]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Nov 2025 09:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Phuong schreibt über einen Körper, der sich manchmal fremd anfühlt – und über den Versuch, ihn neu zu verstehen. Über Angst, Wandel, Erwartungen und die Frage, wie wir in unserem eigenen Körper Heimat finden können. Manchmal wache ich auf und meine Lunge schmerzt, verengt von den Kippen letzter Nacht; Kopfschmerzen, weil ich kaum Wasser trinke.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Phuong schreibt über einen Körper, der sich manchmal fremd anfühlt – und über den Versuch, ihn neu zu verstehen. Über Angst, Wandel, Erwartungen und die Frage, wie wir in unserem eigenen Körper Heimat finden können.</strong><span id="more-17212"></span></p>
<p data-start="226" data-end="572">Manchmal wache ich auf und meine Lunge schmerzt, verengt von den Kippen letzter Nacht; Kopfschmerzen, weil ich kaum Wasser trinke. Ich spüre die Angst in meiner Brust und die Gedanken, die in meinem Kopf rasen. Oft fühlt es sich so an, als gehöre mein Körper nicht mir, als hätte ich keine Kontrolle über ihn. Und doch ist er alles, was ich habe.</p>
<p data-start="574" data-end="1229">Manchmal beschützt mich mein Körper. Wenn ich achtsam genug bin und auf ihn höre, versucht er mir zu signalisieren, dass etwas nicht stimmt, dass Gefahr droht. Mein Herz schlägt schneller, mein Körper versteift sich, und ich finde keine Worte für das, was ich fühle, für die Bedeutung der Energie, die aufsteigt. Doch manchmal reagiert der Körper auch, wenn wir nervös oder aufgeregt sind. Es sind dieselben Hormone, die ausgestoßen werden, und mein Kopf kann nicht differenzieren. Manchmal sagt er uns auch, wenn wir müde sind und viel Schlaf brauchen. Oder wenn unser Nacken und unsere Schultern verspannt sind, bedeutet es, dass wir viel Stress tragen.</p>
<p data-start="1231" data-end="2153">Der Blick in den Spiegel fällt mir deshalb so schwer, weil es kein Körper ist, den ich begehrenswert finde. Ich wünschte, ich könnte mir nach Lust und Situation aussuchen, wie ich aussehe; manchmal ohne Brüste, manchmal mit. Ich möchte meinen Körper verändern, formen, deformieren, aber ich weiß nicht, welche Stellen genau und wie ich am Ende aussehen könnte. Wenn ich so überlege, verändert sich mein Körper ohnehin. Wir altern, wir wachsen, unsere Gesichtszüge tragen mit der Zeit die Schwere des Lebens. Im Sommer steigt der Druck, im Winter können wir uns unter unseren Pullovern verstecken. Deswegen fühle ich mich im Winter wohler. Ich kann die Teile meines Körpers verstecken, die im Sommer sonst für die Augen der anderen sichtbar und bewertbar sind. Die mehrfachen Schichten, die auf meiner Haut liegen, verstecken die Brüste, die zu viel Projektionsfläche bieten für all die Bewertungen und Erwartungen anderer.</p>
<p data-start="2155" data-end="2801">So nimmt der Körper je nach Umgebung eine andere Form an. Ich erscheine in meinem Hoodie mit meiner Kapuze und Beanie androgyner, vielleicht nicht einzuordnen, vielleicht sogar männlich. Bis sie jedoch meine Stimme hören, die irritierend auf sie wirken kann und ihre Erwartungen von dem, was sie sehen, bricht. In Vietnam gehe ich in der Mehrheitsgesellschaft unter, beinahe bin ich unsichtbar, anonym, ein Mensch wie jeder andere. Bei Aldi dagegen in der Schlange spüre ich schon von weitem den genervten Blick der Kassiererin, und mein Versuch eines freundlichen „Einen schönen Tag noch“ ändert nichts daran, dass sie Körper wie meinen ablehnt.</p>
<p data-start="2803" data-end="3684">Ich möchte glauben, dass ich manchmal vielleicht doch Kontrolle darüber haben kann – trotz der Umstände – über die soziale Bedeutung meines Körpers und über die Konsequenzen, die daraus für mich folgen. Aber wenn ich ehrlich bin, bin ich mir dessen nicht einmal sicher. Es fühlt sich absurd an, wenn Klamotten dabei helfen, im sozialen Gefüge zu überleben, und dass sie aber auch entscheiden können, ob Gefahr auf uns wartet, weil es Menschen nicht passt, dass wir aus dem Raster fallen. Vielleicht ist Kleidung genau deswegen nicht immer ein Ausdruck von Persönlichkeit, von Style, von Selbsterfahrung – besonders nicht dann, wenn wir mit Klamotten kompensieren müssen, was wir eben nicht ändern können: unsere Haarfarbe, unsere Hautfarbe, unsere Gesichtsmerkmale, unsere Sprache. Weil ein weißes Hemd dazu beitragen kann, unsere Chancen, den Job zu bekommen, um 10 % zu steigern.</p>
<p data-start="3686" data-end="4064">Die Bewertung meines Körpers ist beinahe abhängig von der Person mir gegenüber. Sie ist nicht Zeugin meiner Vielfältigkeit, sondern nur ein Bruchteil davon, ein Spiegel, der nur einen Teil des Mosaiks meiner Selbst widerspiegelt. Manchmal ist dieser Spiegel in Wirklichkeit eine Schablone, die ich mir nicht selber zusammengeschnitten habe, aber in die ich hineingepresst werde.</p>
<p data-start="4066" data-end="4668">Unser Körper ist verwundbar.<br data-start="4094" data-end="4097" />Er ist so vieles – vieles, was ich selber nicht verstehe oder greifen kann.<br data-start="4172" data-end="4175" />Ich kann ihn modifizieren, formen, trainieren, ihm Gutes tun, durch Bewegung spüren und in Kontakt treten, Medikamente nehmen, Drogen nehmen. Durch Hormone, Operationen, Bewegung, Ernährung, Kleidung, Make-up.<br data-start="4384" data-end="4387" />Er trägt viel Wissen in sich. Erinnerungen, Gerüche, Melodien, Geschichten.<br data-start="4462" data-end="4465" />Er schwitzt, um sich zu kühlen. Er wird krank und heilt wieder. Er speichert, regeneriert, stößt ab, was nicht zu ihm passt. Er atmet, verarbeitet, fühlt, menstruiert, schläft. Er trägt uns durchs Leben.</p>
<p data-start="4670" data-end="4953">Vielleicht muss ich ihn gar nicht vollständig verstehen.<br data-start="4726" data-end="4729" />Vielleicht existiert er einfach so – wissend, was zu tun ist.<br data-start="4790" data-end="4793" />Vielleicht müssen wir ihn nicht verbiegen, um den Blick in den Spiegel zu ertragen.<br data-start="4876" data-end="4879" />Vielleicht reicht es, wenn wir lernen, ihn zu halten, zu hören, zu lassen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wann ist mein Körper richtig so?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/11/17206/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kreaty]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Nov 2025 09:00:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegelbild]]></category>
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					<description><![CDATA[In einer Welt, die ständig an unseren Körpern etwas auszusetzen hat, fragt Kathy im Video: Was bleibt eigentlich noch echt an uns – und was machen wir nur, um anderen zu gefallen? Ein ehrlicher Blick auf Schönheitsdruck, Selbstzweifel und die Frage, wie wir uns selbst wiederfinden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In einer Welt, die ständig an unseren Körpern etwas auszusetzen hat, fragt Kathy im Video: Was bleibt eigentlich noch <em data-start="156" data-end="162">echt</em> an uns – und was machen wir nur, um anderen zu gefallen? Ein ehrlicher Blick auf Schönheitsdruck, Selbstzweifel und die Frage, wie wir uns selbst wiederfinden.</strong><span id="more-17206"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Dichte</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/11/dichte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sven Hensel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Nov 2025 10:26:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17202</guid>

					<description><![CDATA[Zwischen Schönheitsidealen, schwuler Fetischkultur und Selbstakzeptanz erzählt Sven davon, was es heißt, im eigenen Körper zu wohnen – mit all seinen Dellen, Gewichten und Bedeutungen. Ein poetisches Plädoyer für Körpervielfalt, Selbstironie und die Freiheit, sich nicht ständig neu erfinden zu müssen. Ich habe einen Körper, eine Platine aus Fleisch und Neuronen, die Grundlage für die]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zwischen Schönheitsidealen, schwuler Fetischkultur und Selbstakzeptanz erzählt Sven davon, was es heißt, im eigenen Körper zu wohnen – mit all seinen Dellen, Gewichten und Bedeutungen. Ein poetisches Plädoyer für Körpervielfalt, Selbstironie und die Freiheit, sich nicht ständig neu erfinden zu müssen.</strong><span id="more-17202"></span></p>
<p>Ich habe einen Körper, eine Platine aus Fleisch und Neuronen, die Grundlage für die Befestigung und Verbindung meiner Schaltkreise, die ein kleiner wabbeliger Glibber-Tentakelhaufen in meinem Kopf mit winzigen elektrischen Impulsen steuert.</p>
<p>Mein Körper ist 178 Zentimeter hoch, getragen von zwei Füßen in Schuhgröße 43, zwei Beinen in Hosengröße 32/30, gefolgt von einem Torso in Größe M–XL, je nach Hersteller, gekrönt von einem Kopf, dessen Hutgröße ich nie wusste, von dem ich aber schon immer wusste, dass er ein Dickschädel ist.</p>
<p>Mein Körper hat Zähne, die von Zahnärzten Komplimente bekommen, mein Körper hat Zahnfleisch, bei dem Zahnärzte scharf einatmen. Mein Körper wird gerne berührt – im Bett, in Dunkelkammern, auf der Autobahnraststätte, beim freundlichen Händedrücken, bei schönen Umarmungen, bei intimem Sex.</p>
<p>An meinem Körper hängen Haare – für die einen zu viele, für die anderen zu wenige. An meinem Körper hängt ein Penis, von dem meiner Meinung nach zu viele Leute zu viel wissen wollen. Mein Körper ist eine Schaufensterpuppe für die Klamotten, die ich an ihm mag.</p>
<p>Mein Körper ist ein Wunder der Natur – und anstatt mich über ihn zu freuen, habe ich euch eine wichtige Information vorenthalten: die Dichte meines Körpers. Mein Körper macht gerade eine Diät, weil ihm letztens die Zahl auf der Waage nicht so gut gefallen hat und er unfreundliche Kommentare von anderen Körpern über seinen eigenen bekam. Er weiß nicht einmal, ob er es eine Diät nennen würde – manchmal sagt er dazu Fasten, manchmal Kaloriendefizit, aber heute sagt er das erste Mal das Wort Diät.</p>
<p>Mein Körper mag sich eigentlich und andere Körper, die so aussehen wie seiner, denn jeder body ist ein beach body. Aber die Glibbermasse, die den Körper steuert, würde sich wohler in ihm fühlen, wenn er für den Sommer seine Sommerrollen loswerden könnte, er für die Dichte seines Körpers nicht unfreundlich angehupt wird, und die einzigen Schwimmflügel, die er bräuchte, die von vor 25 Jahren sind, als er schwimmen lernte.</p>
<p>In der schwulen Welt gibt es viele verschiedene Schönheitsideale für Körper, und das einzige, dem dieser Körper davon jemals entsprach, ist, dass er sehr oft für sehr jung eingeschätzt wurde. Mein Körper war nie dick und haarig genug für einen Bären, mein Körper war nie schlaksig und haarig genug für einen Otter, mein Körper war nie dünn und haarlos genug für einen Twink. Und mehr Kategorien gibt es da nicht, die krass fetischisiert werden.</p>
<p>Mein Körper wurde schon ab und an mal freundlich „chubby“ genannt, aber dieses Label gefiel der steuernden Glibbermasse in meinem Kopf nicht so gut wie das Label „Bärchen“.</p>
<p>Ich habe einen Körper. Eine Maschine aus Fleisch und aus Neuronen, eine Maschine aus Knochen und aus Gefühlen, eine Maschine aus Organen und aus Sternenstaub.</p>
<p>In der Gesellschaft unserer Körper herrscht Fettphobie – „fett“ ist ein Adjektiv und keine Beleidigung. Ein fetter Körper kann sehr wohl ein gesunder Körper sein, ein fetter Körper kann sehr wohl ein schöner Körper sein, ein fetter Körper ist auf jeden Fall ein Körper, in dem man sich wohlfühlen kann.</p>
<p>Das sind Grundsätze, die mein Körper fest in sich verankert hat, die er nicht nur daher sagt und dann anders auf Datingplattformen handelt. Er mag Männer verschiedenster Proportionen in verschiedensten Positionen – denn ein Körper ist ein Körper ist ein Körper.</p>
<p>Und dann wog mein Körper plötzlich so viel wie noch nie in meinem Leben, und falls euch die Zahl interessiert: Auf 178 cm Höhe waren es 93 Kilogramm. 93 Kilogramm – das sind 146 Habichte, das sind 3720 einzelne Mozzarellasticks ohne Dip, das sind 7153,8 Geckobabys, das sind 465 Tausend Sandkörner, aus denen er eine Sandburg bauen könnte – das ist ein ganzer Sven.</p>
<p>Mein Körper kann sich aber nicht einmal darüber freuen, jetzt endlich ein Bär zu sein, weil er immer noch nicht haarig genug ist. Versteht mich nicht falsch: Mein Körper mag sich, meine 7153,8 Babygeckos in einem Trenchcoat. Er findet sich nackt und angezogen hübsch, aber diese Zahl auf der Waage hat ihm ganz und gar nicht gefallen.</p>
<p>Also hat er aufgehört zu essen. Also – naja, nicht aufgehört, aber die Glibbermasse im Kopf hat sich bewusst dafür entschieden, auf ihre Kalorien zu achten. Mein Körper hat einen Monat lang keinen Alkohol getrunken, keine Cola, jeden Tag drei Liter Wasser. Die einzigen Molkereiprodukte, die er zu sich nahm, waren ein kleines Glas Milch zum Frühstückseiweißbrot jeden Morgen. Er hat mehr Cardiosport getrieben, und die Pfunde begannen wieder zu purzeln.</p>
<p>Aber wieso ist es mir so wichtig, die Dichte meines Körpers zu verringern? Ich mag meine Speckröllchen – sie sehen aus wie Bulldoggen vor der Überzüchtung. Ich mag meine Dehnungsstreifen – meine Haut, mein größtes Organ, hat mir mit meinem Gewicht ein Lächeln auf uns drauf gezeichnet. Ich mag meine Tattoos, die meine Beine oberhalb des Fußknöchels zieren, weil sie Kunst sind, die mir was bedeutet und die ich für immer bei mir tragen darf.</p>
<p>Ich habe einen Körper. Mein Körper besteht aus Fleisch und Neuronen – er wird wieder zunehmen und wieder abnehmen und wieder und wieder. Mein Körper wird von einem glibberigen Wesen in meinem Kopf gesteuert, aber mein Körper ist keine Maschine. Mein Körper ist ein Körper ist ein Körper. Und mein Körper ist Dichter.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Intention / Mein Versprechen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/01/intention-mein-versprechen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marlo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jan 2024 10:11:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Non-binary]]></category>
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					<description><![CDATA[Dysphorie und Euphorie – Ablehnung und Akzeptanz, Marlo betrachtet und spürt their Körper, will ihn wertschätzen und doch ist er manchmal so fremd… Intention Verfasst: 15.04.2022 I dreamed about you and everyone else / about forgiveness / my heart longed for a reunion / with laughter / a touch / understanding / from you and]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dysphorie und Euphorie – Ablehnung und Akzeptanz, Marlo betrachtet und spürt their Körper, will ihn wertschätzen und doch ist er manchmal so fremd…</strong><span id="more-15890"></span></p>
<p>Intention<br />
Verfasst: 15.04.2022</p>
<p>I dreamed about you and everyone else / about forgiveness / my heart longed for a reunion / with laughter / a touch / understanding / from you and the others / the heaviness in my throat / I woke up alone and let the tension linger in my chest for a little while / then my mind saves me / again / I let go / continuing &#8211;  </p>
<p>mich und meinen körper<br />
betrachte ich<br />
mit anderen augen</p>
<p>in diesem moment<br />
existieren keine<br />
normen und ideale</p>
<p>meine blicke, im spiegel<br />
verlangen nach intimität<br />
zart und hungrig</p>
<p>still und allein<br />
zwischen mir und meiner haut<br />
neue berührungen </p>
<p>und körperstellen, die sich sehnen<br />
nach verbundenheit<br />
nach einer vertrauten nähe</p>
<p>„ich versuche wertzuschätzen,<br />
dass du hier mit mir bist.“</p>
<p>mein körper zeigt mir<br />
meine hoffnung<br />
mit jedem atemzug<br />
kann ich erkennen<br />
die schmerzen<br />
an meiner haut haftend<br />
die zweifel<br />
in meinem kopf fixierend<br />
die hemmungen<br />
in den bildern<br />
von gestern und morgen</p>
<p>ich schaffe es<br />
zu verstehen<br />
zu unterbrechen<br />
wie dysphorie<br />
und ich<br />
bis heute waren<br />
und bleiben werden</p>
<p>denn mit jedem meiner blicke<br />
und berührungen<br />
bin ich mir vertrauter  </p>
<p>in diesem moment<br />
bin ich<br />
mit meinem körper</p>
<p>with my body / each awakening / I find myself in comfort / in the expansion of my imagination / knowing one morning my body savors / the future I am creating at night – end.</p>
<p>Mein Versprechen<br />
Verfasst: 15.11.2023</p>
<p>Ich wusste bereits, ich würde wieder zurückkommen, zu dem Verlangen nach Testosteron. Die sogenannte Hormontherapie. Ich gebe mir Mühe, besonders körperliche Euphorie zu empfinden. In den Momenten und Erfahrungen mit meinen trans und queeren friends oder bekannten Personen. Überall. Ich suche nach der Nähe, die mir das Hormon Testosteron nicht geben kann. Ich suche nach einen Trost. Weil nach mehr als einem Jahr, fällt es mir weiterhin schwer meinen Körper selbst zu spüren. </p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Selbstbestimmtes Körpergefühl</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/08/selbstbestimmtes-koerpergefuehl/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sabylonica]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Aug 2023 07:29:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Body Positivity]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
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					<description><![CDATA[Sabylonica analysiert, was sein*ihr Körpergefühl beeinflusst und wie sich ein selbstbestimmtes Erleben und Sein entwickeln kann. Genauso wie ich mich in meiner Persönlichkeit entwickle und mich in einem Prozess befinde, tu ich dasselbe mit meinem Körper. Mein Körper hat sehr viele Entwicklungen hinter sich. Oft war mein Körpergefühl verbunden mit Kleidung, Situationen, Erinnerung und Sexualität.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sabylonica analysiert, was sein*ihr Körpergefühl beeinflusst und wie sich ein selbstbestimmtes Erleben und Sein entwickeln kann.</strong><span id="more-15683"></span></p>
<p>Genauso wie ich mich in meiner Persönlichkeit entwickle und mich in einem Prozess befinde, tu ich dasselbe mit meinem Körper. Mein Körper hat sehr viele Entwicklungen hinter sich. Oft war mein Körpergefühl verbunden mit Kleidung, Situationen, Erinnerung und Sexualität.<br />
In Bezug auf Kleidung konnte ich mein Körper unterschiedlich präsentieren und in Szene setzen und auch ich habe, sowohl bewusst als auch unbewusst, vielen Trends nachgeeifert und den Kleidungsstil meiner Bubble angeeignet. Durch die Kleidung an meinem Körper habe ich ein Zugehörigkeitsgefühl bekommen oder durch den Kleidungsausdruck weitere Menschen aus derselben oder ähnlichen Bubble kennenlernen können. Weiter verband ich mein Körpergefühl eben mit Situationen. Viele verschiedenen Situationen haben mein Körpergefühl beeinflusst, wie etwa, wenn ich schwimmen, tanzen, in der Schule oder Universität oder auf der Arbeit war. Je nach Ort und Tätigkeit habe ich ein anderes Gefühl zu meinem Körper, auch hierbei spielt die Kleidung als Komponente eine wesentliche Rolle. Unter gewissen negativen Situationen hat sich mein Körpergefühl ebenso verändert und beeinflusst, wenn ich beispielsweise die Treppen ausrutsche. Diese Situationen sind schlussendlich eine Erinnerung und haben weiterhin Auswirkungen auf mein Körpergefühl. Das geschieht sehr schnell, wenn ich an einem bestimmten Ort eine Situation erlebt habe und erneut an dem Ort auftauche oder wenn ich bei einem bestimmten Song rückbeeinflusst werde, kommen die Erinnerungen an die Situationen wieder hoch und somit auch das Gefühl von meinem Körper. Diese drei Verbindungen, Kleidung, Situationen und Erinnerungen, hängen sehr stark miteinander zusammen, zwar fällt der Aspekt der Sexualität unter Situationen, aber ich habe sie gesondert genannt, weil sie für mich eine besondere Sparte erbringt. Hinsichtlich der Sexualität verspüre ich meinen Körper am meisten, ich spüre, wie ich meinen Körper einsetze, erforsche und ihn vielleicht sogar teile. Mein Körper entfacht auf einer besonderen Weise, wenn es um Sexualität geht und erlebt, wenn es vor allem mal zu einem Orgasmus kommen sollte, einen Höhepunkt des Körpergefühls.<br />
All diese Verbindungen, die ich mit meinem Körper herstelle, sind nicht nur Verbindungen, die ich allein herstelle, vielmehr haben externe Personen, ob nun nahe oder fremde, einen starken Einfluss. Sie haben Einfluss auf mein Körpergefühl, wenn sie meine Kleidung kommentieren, bei Situationen aktiv und passiv wirken und diese schlussendlich zu einer Erinnerung wird. Der Einfluss von externen Personen kann sich positiv oder negativ auf das Körpergefühl auswirken. Außerdem können vermeintlich oder tatsächlich positive Merkmale, dennoch negative Assoziationen, durch den Einfluss früherer externer Personen, welche zu einer Erinnerung beitrugen, hervorrufen.<br />
In vielen Bereichen meines Lebens fällt es mir nicht allzu schwer, vernünftig zu reflektieren und mich selbstbestimmt zu entwickeln, aber wenn es um mein Körpergefühl geht, verblasst sich meine Vernunft zu reflektieren und mich weiterzuentwickeln. Aber ich bin an einem Punkt in meinem Leben angelangt, wo ich mir mein Körpergefühl aneignen möchte und mein Körperbewusstsein selbstbestimmt fördern will. Es hat lange gedauert mich von Einflüssen von externen Personen zu lösen und auch heute bin ich nicht komplett gelöst, aber Schritt für Schritt lasse ich diese Einflüsse nicht weiter zu, Auswirkungen auf mein Körpergefühl zu haben. Denn, ich finde mich in meinem kurvigen Körper schön. Ich finde meine Behaarung an meinem kompletten Körper schön. Ich liebe meine gehackte Nase und finde sie schön. Ich finde so viel schön an mir. Mein Körper ist wunderschön.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Körperbrief</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/07/koerperbrief/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phuong]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jul 2023 09:29:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstliebe]]></category>
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					<description><![CDATA[„Du veränderst dich in letzter Zeit. Oder meine Wahrnehmung auf dich verändert sich“, schreibt Phuong. Lieber Körper, ich habe nie daran gedacht dir jemals zu schreiben, als ein Etwas zu betrachten, als ein Konstrukt, als etwas Eigenständiges. Ich sehe dich viel zu sehr als etwas Getrenntes von mir an; und gleichzeitig bist du mein Gefängnis.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Du veränderst dich in letzter Zeit. Oder meine Wahrnehmung auf dich verändert sich“, schreibt Phuong.</strong><span id="more-15649"></span></p>
<p>Lieber Körper,<br />
ich habe nie daran gedacht dir jemals zu schreiben, als ein Etwas zu betrachten, als ein Konstrukt,<br />
als etwas Eigenständiges. Ich sehe dich viel zu sehr als etwas Getrenntes von mir an; und<br />
gleichzeitig bist du mein Gefängnis. Mein ganz persönliches.<br />
Du veränderst dich in letzter Zeit. Oder meine Wahrnehmung auf dich verändert sich. Irgendwie<br />
sehe ich dich jetzt anders. Ich weiß nicht wann und wie dieses Chaos schon wieder angefangen<br />
hat und anfangen konnte.<br />
Heute beim Duschen habe ich dich nur wage betrachtet: Die Haare sind noch immer lang.<br />
Manchmal würde ich sie dir alle abrasieren wollen, aber dann bin ich doch zu faul. Und eigentlich<br />
mag ich diesen Achselgeruch an dir.<br />
Ich bin so verwirrt, ich weiß nicht was lost ist. Du bist so dünn geworden. Irgendwas ist anders<br />
geworden. Oder bilde ich mir das nur ein? Denn deine Taille ist noch immer da und dein Becken<br />
stickt auf einmal so hervor. Aber deine Oberschenkel werden muskulöser, besonders in der<br />
Schmertterlingsstellung ist das gut zu sehen. Trotzdem hast du noch deine Hüfte und deine<br />
haarlosen Oberschenkel.<br />
Ich will dich verändern. Ich möchte, dass du dich schnell veränderst.<br />
Aber ich weiß nicht in welche Richtung und wie und warum und welche Teile von dir. Und ich weiß<br />
auch gar nicht, ob ich es wirklich will, oder besser gesagt, brauche.<br />
Oder ob es irgendetwas ändern würde.<br />
Weißt du, ich träume davon mit dir im Sommer oberkörperfrei am See liegen zu können, die Hände<br />
hinter deinem Kopf verschränkt, Kopfhörer in deinen Ohren, dein „Fuck You“ unter der Brust<br />
tätowiert und in deinem Mund ein Joint.<br />
Ich hab so vieles ausprobiert, aber deine Brüste sind zu groß. Dieses scheiß Tape war nicht fest<br />
genug. Dabei hättest du so schön aussehen können. Vor allem mit den Härchen, die unter deinem<br />
Bauchnabel verlaufen. Wie hot du aussehen würdest!<br />
Ich weiß nicht was ich tun soll; ich will ja nicht gegen dich ankämpfen. Vielmehr habe ich das<br />
Gefühl, dass du gegen mich kämpfst. Und ja ich weiß, du kannst ja nichts dafür. Ich weiß nur<br />
einfach nicht wie ich das alles aushandeln soll, mit dir. Ich mein, dich sieht zwar eh niemand außer<br />
ich, und auch nur ich weiß wie du dich anfühlst. Ich kenne alle deine Stellen, über die du dir<br />
unsicher bist. Aber dein Ekzem auf dem Bauch und unter den Brüsten wird besser. Dein<br />
Schamhaar, das seitlich aus der Unterhose hinauswächst, sieht schön aus. Dein Lachen und<br />
Lächeln finde ich auch voll schön, du strahlst dann immer so. Und mittlerweile finde ich deine<br />
Augen auch schön.<br />
Ich weiß eigentlich gar nicht, ob ich dich jemals schön fand. Ich weiß, dass ich mit dir schon immer<br />
unzufrieden war, und dass ich dich immer biegen wollte und es auch versucht habe. Ich weiß auch,<br />
dass du nie genug sein wirst.<br />
Und deshalb hab ich auch so Angst, weißt du. Ich habe so Angst davor, dass Menschen dich eklig<br />
finden werden, oder abstoßend, oder hässlich. Ich habe auch insgesamt Angst davor dich anderen<br />
zu zeigen. Nicht mal ich guck dich an, nehme mir Zeit jede Einzelheit deiner Teile anzusehen, sie<br />
zu fühlen, sie vielleicht auch zu streicheln. Und ich weiß auch, dass ich dich niemanden zeigen<br />
muss; dass ich alles Schritt für Schritt machen kann. Dass deine sexy Hände, deine Oberarme,<br />
deine Tattoos am Rücken deiner Oberarme oder dein Nacken auch voll ausreichen, um Menschen<br />
total aus der Bahn zu bringen. Oder ich. Und wir.<br />
Ich weiß, dass wir irgendwann als Team arbeiten müssen&#8230;<br />
Wir haben keine Wahl.<br />
Ich möchte mich nicht mehr getrennt fühlen, von dir; weinen, wenn ich masturbieren will, weil mir<br />
das einfach nicht gefällt und es sich einfach komisch anfühlt. Oder wenn ich in den Spiegel schaue<br />
und dir ins Gesicht schaue..manchmal frage ich mich: Wer ist das? Wer sind wir?<br />
Ich fühle mich wie in der Schwebe und als würde niemand sehen, was für ein Chaos eigentlich in<br />
dir herrscht.<br />
Wenn ich dir die Leggins anziehe, dann sehe ich, dass deine Beine dünner werden und mehr an<br />
Form gewinnen; das ist ein Erfolg! Gleichzeitig wirkst du so feminin dann. Aber meine einzige<br />
Jogginghose kann ich dir nicht die ganze Zeit anziehen. Zum Beispiel jetzt: Die Jogginghose muss<br />
dringend gewaschen werden und wir haben keine weitere und müssen die ganze Zeit in der<br />
blauen Schlafhose chillen. Aber eigentlich auch okay, die Hose haben wir auch in Viet Nam<br />
gekauft. Ey und aktuell finde ich, dass wir mit Mütze, dem schwarzen Hemd und der filigranen<br />
Kette und dem Septum unglaublich gut aussehen.<br />
Jetzt bin ich aber wieder voll gesprungen und weiß gar nicht worauf ich eigentlich hinaus will.<br />
Gestern haben wir uns endlich mal diese App heruntergeladen. Ich wollte das schon die ganze Zeit<br />
ausprobieren, aber hatte die ganze Zeit Angst und jetzt bin ich eher verwirrt, und das ist alles ganz<br />
neu für mich. Und für uns ebenso, weil du ein Problem sein könntest. Etwas Ekliges, Verwirrend,<br />
ein Fetisch. Ich habe fünfmal die Bilder geändert, und war panisch, dass man uns erkennt. Und<br />
dein Körper sah viel zu feminin aus. Oder was auch immer. Jedenfalls habe ich mich nicht wohl<br />
damit gefühlt. Eigentlich bin ich auch ganz froh, dass wir gerade nicht so viel rausmüssen; dann<br />
sind wir gar nicht mit so vielen Sachen und Reibungspunkten konfrontiert.<br />
Heute warst du dann wieder sehr präsent auf einmal. Ich bin froh, dass wir für gute Klamotten<br />
sorgen. Das gibt mir zumindest viel Sicherheit. Als du die Tage dich mal wieder bewegt hast und<br />
wir getanzt haben, habe ich mich ein bisschen wohler gefühlt. Heute aber will ich dich keiner<br />
Person mehr zeigen. Und hier komme ich denke auch langsam zum Ende. Ich habe fürs Erste<br />
nichts weiter zu sagen, denn ich glaube, dass jetzt erstmal die Zeit für sich sprechen wird. Ich habe<br />
auch ein wenig Angst; ich weiß einfach nicht&#8230;aber vielleicht ist das ja auch okay so. Und vielleicht<br />
ist diese Angst wichtig, weil sie uns beide voranbringt; und wir über uns hinauswachsen werden.<br />
Und ich versuche daran zu glauben, dass wir liebevolle und zärtliche Begegnungen erleben<br />
werden. Wir sind doch noch so jung. Und jede Verletzung wird uns lehren, wir tragen den Schmerz<br />
mit uns weiter, transformieren ihn und finden wieder Hoffnung und fühlen Verbundenheit. Wie<br />
immer eigentlich.<br />
Und um ganz ehrlich zu sein; manchmal glaube ich zwar an sowas, aber ganz oft denke ich mir,<br />
dass sich manche Dinge auch einfach nie ändern werden. Vielleicht ist das ja auch okay, dann bin<br />
das eben ich. Aber ich weiß mit Sicherheit, dass du dich verändern wirst. Das werden wir aber mit<br />
aller Ruhe machen und mit ganz vielen Zärtlichkeiten.<br />
Und vielleicht hören wir auch irgendwann mal mit dem Rauchen auf. Aber dafür lassen wir uns<br />
auch erstmal Zeit&#8230;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Touch me where you feel water</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/06/touch-me-where-you-feel-water/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phuong]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jun 2023 12:59:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[Was bedeutet es, in Berührung… in touch zu sein…, Phuong? – Ein Gedicht. I In touch, we fear of losing our spirit in someone In touch, we say words of intimacy we are ever afraid of vocalizing In touch, we speak when there’s no language that can build bridges between worlds In touch, we carry our traumas]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was bedeutet es, in Berührung… in touch zu sein…, Phuong? – Ein Gedicht.</strong><span id="more-15585"></span></p>
<p>I</p>
<p>In touch,<br />
we fear of losing our spirit in someone</p>
<p>In touch,<br />
we say words of intimacy we are ever afraid of vocalizing</p>
<p>In touch,<br />
we speak when there’s no language that can build bridges between worlds</p>
<p>In touch,<br />
we carry our traumas projecting on one other’s skin</p>
<p>In touch,<br />
we tell our story and give a piece of our culture</p>
<p>in touch,<br />
souls can meet deeply</p>
<p>II</p>
<p>when it‘s dark and quiet, the night becomes our universe</p>
<p>two trans bodies laying close too each other yet so close they might be strangers</p>
<p>In reciprocative anxiety one is breathing, calming their mind one is quite hoping they will fall asleep soon</p>
<p>one more sensitive than the other sweat and shyness when love speaks truth in breathing not in sex and sexual performance cautious and deeply connected dancing between the stars</p>
<p>III</p>
<p>the candle in my back, far away  its shadow on the wall shows me your believe</p>
<p>with the morning in its slowest movement fear arises  dreams are clouded<br />
to be seen is rare<br />
to let being seen is brave   in summer’s air I smell curiosity<br />
but we fear the other’s word<br />
in my eyes, you are scared to hurt me</p>
<p>In summer’s heat<br />
we feel homesick</p>
<p>like water,<br />
we flow,<br />
like water,<br />
we let go like autumn<br />
slowly but surely<br />
touch me where you feel water</p>
<p>I<br />
In Berührung,<br />
haben wir Angst unsere Seele in jemand anderes zu verlieren</p>
<p>In Berührung,<br />
sagen wir Worte der Intimität, vor denen wir Angst haben jemals auszusprechen</p>
<p>In Berührung,<br />
sprechen wir wenn es keine Sprache gibt,<br />
die Brücken zwischen Welten aufschlagen kann</p>
<p>In Berührung,<br />
tragen wir Traumata, die wir auf die Haut des anderen projizieren</p>
<p>In Berührung,<br />
erzählen wir unsere Geschichte<br />
und schenken ein Teil unserer Kultur</p>
<p>in Berührung,<br />
können sich Seelen tief berühren</p>
<p>II</p>
<p>Wenn es dunkel und still ist,<br />
wird die Nacht zu unserem Universum</p>
<p>zwei trans Körper liegen nah beieinander so nah, dass sie Fremde sein könnten</p>
<p>In gegenseitiger Angst<br />
eine atmet, beruhigt ihren Geist<br />
eine ist ruhig und hofft, dass sie bald einschläft</p>
<p>Die eine sensibler als die andere<br />
&#8211; Schweiß und Schüchternheit.<br />
Wenn die Liebe Wahrheit im Atmen spricht nicht in Sex und sexueller Performance behutsam und tief verbunden:<br />
tanzend zwischen den Sternen.</p>
<p>III</p>
<p>die Kerze in meinem Rücken, weit weg<br />
ihr Schatten an der Wand zeigt mir deinen Glauben</p>
<p>mit dem Morgen in seiner langsamsten Bewegung<br />
entsteht Angst<br />
Träume sind getrübt<br />
gesehen zu werden ist selten<br />
gesehen werden zu lassen ist mutig<br />
in der Sommerluft rieche ich die Neugierde,<br />
doch wir fürchten das Wort des anderen<br />
in meinen Augen hast du Angst, mich zu verletzen.<br />
In der Hitze des Sommers<br />
fühlen wir Heimweh</p>
<p>wie Wasser,<br />
fließen wir<br />
wie Wasser,<br />
lassen wir los wie der Herbst langsam aber sicher<br />
berühre mich, wo du Wasser fühlst</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Barteln</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/05/barteln/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fluff]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 May 2022 09:43:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Transition]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=14824</guid>

					<description><![CDATA[“Drei einzelne Barthaare am Kinn. […] Der ganze Körper verändert sich”. Fluff erzählt von hormonellen Veränderungen und dass solche Transition nicht ausschließlich glücklich macht – aber das findet Fluff in Ordnung. Haare. Überall neue Haare. Ich schneide meinem Gesicht im Spiegel eine Grimasse. Gleichzeitig sieht es lustig aus, wie diese drei Barthaare dabei zittern. Drei]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="Body"><strong>“Drei einzelne Barthaare am Kinn. […] Der ganze Körper verändert sich”. Fluff erzählt von hormonellen Veränderungen und dass solche Transition nicht ausschließlich glücklich macht – aber das findet Fluff in Ordnung.</strong></p>
<p><span id="more-14824"></span></p>
<p class="western" align="left">Haare. Überall neue Haare.</p>
<p class="western" align="left">Ich schneide meinem Gesicht im Spiegel eine Grimasse. Gleichzeitig sieht es lustig aus, wie diese drei Barthaare dabei zittern.<br />
Drei einzelne Barthaare am Kinn. Ein dünner Oberlippenflaum. Und ein ganzer Wald an dicken, borstigen Haaren am Bauch, an der Hüfte, der Innenseite der Oberschenkel, den Brüsten.</p>
<p class="western" align="left">Ich nehme mir eine Pinzette und zupfe die drei langen, einzelnen Haare am Kinn. Ansonsten hat das so etwas Koi-Karpfen-mäßiges. Blubb.</p>
<p class="western" align="left">Griff zur Creme. Testosteron trocknet die Haut aus (naja, streng genommen nicht das Testo, sondern die 98% Alkohol, die das Testo umgeben und einmal täglich auf die Haut geschmiert werden). „Reichhaltige Bodylotion. 48h Feuchtigkeit!“ verspricht die Packung. Bei mir sind es eher 12 Stunden, aber meine Haut ist da ohnehin eher so wüstenartig. Wüstenartig mit neuen Haaren. Gibt’s dafür bereits den passenden, geologischen Vergleich?</p>
<p class="western" align="left">Anziehen. Die nächste Hose sitzt wieder locker. Der ganze Körper verändert sich. Gleichzeitig hat er zum ersten Mal Grenzen. Ich spüre, wo ich aufhöre und der Rest der Welt anfängt. Es ist ein „ich“ und ein „da draußen“ – und beides ist eindeutig voneinander abgrenzbar.<br />
Ganz neues Gefühl, deutlich besser als vorher. Würde jederzeit wiederempfehlen, selbst mit lästigen Koi-Karpfen-Haar-Antennen. (Memo an mich: Googlen, wie diese Koi-Karpfen-Barthaare heißen.)</p>
<p class="western" align="left">Socken und Schuhe. Meine Füße sind größer geworden, den Großteil meiner alten Schuhe musste ich verkaufen. Eine Leidenschaft für High-Heels und wachsende Füße lehren Abschiedsschmerz. (Und Blasen. Und ganz neu: wie sich passende Schuhe anfühlen.)</p>
<p class="western" align="left">Angezogen. Ausgehfertig. Diese Welt dort draußen, mit all ihrer (unbeabsichtigten, banalen) Feindlichkeit. Die Welt hier drinnen, in der ich genießen und abwarten darf. Ausprobieren, welche Veränderungen mir gut tun. Meckern, wenn ich irgendeine Veränderung nicht mag. (Es ist erlaubt, nicht alles zu mögen. Es ist in Ordnung, wenn hormonelle Transition nicht ausschließlich glücklich macht.) Ein Ort der Zwischentöne.</p>
<p class="western" align="left">Ich schließe die Tür hinter mir. Die Welt scheint schwarz-weiß. Die Zwischentöne, Pastellfarben, Grauvarianten lasse ich hinter mir. Meine Schritte hallen auf den alten Treppenstufen. Die Maske drückt vor dem Gesicht. Die Luft ist kalt, irgendwer hat schon wieder die Fenster im Treppenhaus offen gelassen. Der Packer schmiegt sich von innen an meinen Körper und bildet von außen eine zarte Beule.</p>
<p class="western" align="left">Die Koi-Karpfen-Barthaare heißen übrigens Barteln.</p>
<p class="western" align="left">
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Geschlechtskrankheiten &#8211;Bei Waffeln und Sandwiches Scheiden basteln</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/02/geschlechtskrankheiten-bei-waffeln-und-sandwiches-scheiden-basteln/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Feb 2022 07:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
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					<description><![CDATA[„Ich denke, hier müsste noch etwas mehr von dem Material hin&#8220;, sagt Elena, […] was das wird? Eine Vagina”. Liliths Lokalgruppe ist Teil von “Mit Sicherheit verliebt” und man findet sie meistens in Schulen um Workshops durchzuführen, bei denen Themen wie Verhütung und Geschlechtskrankheiten angesprochen werden, Themen die auch heute noch oft als Tabuthemen gelten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong>„Ich denke, hier müsste noch etwas mehr von dem Material hin&#8220;, sagt Elena, […] was das wird? Eine Vagina”. Liliths Lokalgruppe ist Teil von “Mit Sicherheit verliebt” und man findet sie meistens in Schulen um Workshops durchzuführen, bei denen Themen wie Verhütung und Geschlechtskrankheiten angesprochen werden, Themen die auch heute noch oft als Tabuthemen gelten. Doch sind Geschlechtskrankheiten nicht eh etwas aus dem letzten Jahrhundert? Und HIV haben ausschließlich Schwule? Dass das gar nicht so ist, sondern sich die Zahl der Erkrankten sogar erhöht, erklärt Lilith in ihrem Text.</strong><span id="more-14465"></span></p>
<p class="western">„Ich denke, hier müsste noch etwas mehr von dem Material hin“, sagt Elena, die gerade den Karton festhält. „Ja stimmt – warte“ ich beiße noch einmal in mein veganes Sandwich, bevor ich mir ein Stück Knete abzupfe und es ihr reiche. Im Hintergrund ertönt Weihnachtsmusik – schließlich findet an diesem Montagabend unsere Lokalgruppenweihnachtsfeier statt. Und weil wir nicht nur Leckereien genießen, sondern auch etwas schaffen wollen, basteln wir nebenbei – was das wird? Eine Vagina.</p>
<p class="western">Etwas seltsam muss das für die meisten klingen – auf einer Weihnachtsfeier das weibliche Geschlechtsorgan nachbauen. Aber – wir sind schließlich auch eine besondere Gruppe. Studierende aller Fachrichtungen kommen bei uns zusammen. Unsere Lokalgruppe ist Teil der Initiative „Mit Sicherheit verliebt“ der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd). Wenn wir nicht gerade dabei sind, Materialien vorzubereiten, sind wir dort anzutreffen, wo diese zum Einsatz kommen: In Schulen.</p>
<p class="western">„Das klappt sehr gut. Hier ist dein Kondomführerschein!“ Ein wenig Gekicher gibt es auch beim 20. Schüler, dem wir das kleine Dokument austeilen noch. Aber nach einigen Stunden der Aufwärmung scheint einiges an Scham und Pein bereits abgefallen zu sein. Und dennoch – bei unseren Schulworkshops merken wir stets, dass die Themen, die wir ansprechen, immer noch zu den Tabuthemen zählen. Dabei sind sie so wichtig. Gerade wenn es um Verhütung und Geschlechtskrankheiten geht.</p>
<p class="western"><b>Let’s talk about SEX – and STIs</b></p>
<p class="western">„Mmh. Ich finde es schon sehr schwierig, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Irgendwie ist das auch in jeder Partnerschaft anders.“ „Aber jetzt einmal ganz ehrlich – wie viele Partnerinnen hast du nach ihrem STI Status gefragt, bevor du mit ihnen ins Bett gegangen bist?“ Der Geräuschpegel auf der Coach in dem Raum, in dem wir alle zwei Wochen zusammensitzen, ist merklich angestiegen. Gerade haben wir gemeinsam den TED Talk von Evelin Dacker über die STAR Methode angeschaut. Die US-Amerikanerin, die sich selbst als Sexual Health Advocate bezeichnet, empfiehlt in ihrem Vortrag, vor dem Sex wichtige Dinge zu klären. Unter anderem empfiehlt sie ganz offen darüber zu reden, was einem gefällt und was einen besonders anturned, gleichzeitig aber auch, auf was man sich lieber nicht einlassen möchte. Ein für sie noch deutlich entscheidender Aspekt ist der Austausch über den STI-Status. STI steht für sexually transmitted infections, auf Deutsch sexuell übertragbare Krankheiten. Hat jemand eine Erkältung oder Magen-Darm-Probleme, ist es meist kein Problem, dies auf eine Entschuldigung an die Lehrkräfte zu schreiben, oder sich in WhatsApp-Gruppen mit dieser Begründung von einem Präsenztreffen abzumelden. Doch wann liest man davon, dass jemand eine Pilzerkrankung, Filzläuse, oder Gonnorhö auskurieren muss? Dabei sind STIs auch heutzutage noch ein großes Problem. Weltweit soll es laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ca. 340 Mio. Neuinfizierte jährlich geben. Im Allgemeinen Volksmund herrschen andere Meinungen: Syphilis ist doch etwas aus dem letzten Jahrhundert &#8211; das bekamen im Übrigen sowieso nur die Prostituierten. Und HIV haben ausschließlich Schwule.</p>
<p class="western"><b>Geschlechtskrankheiten – Mythen und Wahrheiten</b></p>
<p class="western">Während die Geschlechtskrankheiten früher als „Strafe Gottes für irdische Sünden“ galten, scheint einem auch heute als Betroffener noch eine gewisse Schuld zugeschrieben zu werden und man erfährt von nicht wenigen Personen eine abwertende Reaktion. Auch ist es häufig, dass ein offener Umgang mit dieser Art von Krankheiten zu einer Weigerung sexueller Handlungen des Gegenübers führen – selbst wenn bei einigen der Krankheiten mit ausreichendem Schutz keinerlei Übertragungsgefahr besteht. Unwissenheit und Verwirrung sind häufig die Gründe für derartige Reaktionen. Auch ist es wichtig, wenn man selbst betroffen ist, sich nicht zu schämen oder gleich in Panik zu verfallen. Viele der STIs sind gut behandelbar, besonders bei einer frühen Diagnose. Umso wichtiger ist es, bei Anzeichen, wie z.B. Juckreiz, Rötungen oder Schwellungen nach dem Geschlechtsverkehr schnell zum Arzt zu gehen.</p>
<p class="western"><b>Eine Mini-Übersicht</b></p>
<p class="western">Chlamydia trachomatis finden sich besonders gerne in den Geschlechtsorganen der Deutschen. Kein Wunder, denn die Bakterien lieben feuchte, warme Gebiete, in denen sie sich einnisten können. Falls die Bakterien auch bei dir herumwuseln, klagst du über Ausfluss, Jucken, Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen – ein endgültiger Nachweis kann über einen Urintest erfolgen und über Antibiotika behandelt werden.</p>
<p class="western">Auch bei einer Erkrankung mit Syphilis- oder Gonorrhoeerregern erhältst du Antibiotikum zur Heilung. Feststellen lässt sich die erstgenannte Krankheit durch eine Blutuntersuchung. Falls du dunkle Flecken oder Geschwüre bei dir entdecken solltest, weist dies stark auf eine Erkrankung mit diesem Erreger hin. Bei Genorrhoe, auch als Tripper bekannt, beobachtest du Schmerzen beim Wasserlassen, sowie einen Juck- und Brennreiz.</p>
<p class="western">Genitalherpes wird durch einen Virus hervorgerufen. Jucken, Brennen und Bläschen im Genitalbereich sowie Schmerzen beim Wasserlassen sind Anzeichen. Anstelle von Antibiotikum erhältst du zur Therapie Virostatika. (*Einmal dagewesen kann Herpes allerdings immer wieder ausbrechen.)</p>
<p class="western">Filzläuse zählen wiederum zu einer anderen Kategorie. Sie sind Parasiten und lassen sich sogar mit einer Lupe erspähen. Die Bissstellen der kleinen Tierchen lösen einen Juckreiz aus und es kommt zu Hautausschlägen. Aber keine Sorge. Auch gegen sie kommst du mit Cremes oder Lösungen an.</p>
<p class="western"><b>Krank und nun?</b></p>
<p class="western">Falls du selbst weißt, dass du von einer Geschlechtskrankheit betroffen bist und niemanden anstecken möchtest, oder du bei deinem Geschlechtspartner Vermutungen in diese Richtung hast, müsst ihr nicht zwingend auf Sex verzichten. Einen vollständigen Schutz vor HIV erhältst du bei einem korrekten Einsatz von Kondomen. Bei Gonorrhoe, Trichomonaden und Chlamydien können Kondome das Ansteckungsrisiko stark verringern, da der Schleimhautkontakt verhindert wird. Herpes, Syphilis und HPV betreffen jedoch andere Regionen – so z.B. die Vulva, den Damm, die Analregion und den Hodensack. Da ein Kondom den Kontakt mit diesen Gebieten nur verringert, aber nicht verhindert, bleibt eine Ansteckungsgefahr erhalten. Nur fair ist es in jedem Fall, dass dein/e Partner/in immer bescheid weiß, falls du von einer sexuell übertragbaren Krankheit betroffen bist.</p>
<p class="western"><b>Reden statt krank werden</b></p>
<p class="western">Erschreckend ist, dass die Anzahl an von Geschlechtskrankheiten Betroffenen in Deutschland eher steigt als fällt. So hat sich z.B. die Anzahl der Erkrankten an Syphilis zwischen 2000 und 2013 mehr als verdoppelt. Wissen über ein angemessenes Schutzverhalten und ein offener Umgang, der eine direkte Therapie sowie die Eindämmung der Übertragung eindämmen kann, sind heutzutage somit wichtiger denn je.</p>
<p class="western"><strong>Also:</strong></p>
<ul>
<li>Rede offen mit deinem Partner/deiner Partnerin über Verhütung und STIs</li>
<li>Tausche dich mit anderen Personen zu dem Thema aus. Welche Erfahrungen haben sie gemacht?</li>
<li>Verwende zum besseren Schutz immer Kondome</li>
<li>Mache den Safer-Sex-Check <span style="color: #0000ff;"><u><a href="https://www.lovelife.ch/de/safer-sex-check/">https://www.lovelife.ch/de/safer-sex-check/</a></u></span></li>
</ul>
<p class="western" align="left"><a name="_GoBack"></a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Urteil &#8211; es war soweit</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/12/das-urteil-es-war-soweit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Celine]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Dec 2021 07:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualisierte Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Content Note: Sexualisierte Gewalt.  Unsere Autorin Celine schreibt für uns über den Prozess gegen den Freund ihrer Mutter. Inzwischen ist das Urteil verkündet worden, und Celine und ihre Schwester sind erleichtert, nach dieser langen Zeit des Kämpfens zumindest ein bisschen Gerechtigkeit zu erfahren. Wie Celine den Tag am Schöffengericht erlebt hat, lest ihr hier. Es]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Content Note: Sexualisierte Gewalt. </strong></p>
<p><strong>Unsere Autorin Celine schreibt für uns über den Prozess gegen den Freund ihrer Mutter. Inzwischen ist das Urteil verkündet worden, und Celine und ihre Schwester sind erleichtert, nach dieser langen Zeit des Kämpfens zumindest ein bisschen Gerechtigkeit zu erfahren. Wie Celine den Tag am Schöffengericht erlebt hat, lest ihr hier.</strong></p>
<p><span id="more-14344"></span></p>
<p>Es war soweit…</p>
<p>Dienstag den 09.11.2021, 9:30 Uhr angekommen am Schöffengericht, standen wir da.<br />
Leer Blicke.<br />
Wut.<br />
Angst und hoher Puls.<br />
Gedanken schossen mir durch den Kopf…<br />
Eine Zigarette nach der anderen, Tränen in den Augen, denn es war endlich soweit.<br />
Um 9:45 sind wir die Treppen hochgelaufen und standen vor dem Saal 158, voller Aufregung, zitternde Beine und nasse Hände.</p>
<p>Es war soweit…</p>
<p>10 Uhr durften wir in diesen kalten weissen Saal eintreten und das taten wir dann auch…<br />
Im Saal saßen der Pflichtverteidiger und die Dolmetscherin auf der linken Seite vom Saal, in der Mitte der Richter und die zwei Schöffen. Auf der rechten Seite saßen die Staatsanwaltschaft und die Protokollantin und unsere Rechtsanwältin.<br />
Und dann saßen da wir.</p>
<p>Und du? Du kamst mal wieder zu spät.</p>
<p>Um 10:25 ging die Tür auf und ich sah den Mann in Uniform, Justiz stand auf seiner Jacke…<br />
Und dann kamst du rein, mit Handschellen an deinen Händen… in einem roten T-Shirt und grauer Jogginghose.<br />
Ich schaute dir direkt in die Augen und für einen kurzen Moment fühlte ich nichts.<br />
Du bleibst stehen.<br />
Deine hässliche Neugier und deine ungeduldige Art wollten wissen, wer alles auf diesen Stühlen sitzt.</p>
<p>Nun sitzt du auf einem dieser Stühle mit der Dreistigkeit, in unsere Richtung zu gucken.<br />
Mir kamen die Tränen.<br />
Mein Herz klopfte so schnell und meine Schwester neben mir war am zittern.<br />
Ich griff nach ihrer Hand und sie schaute mich an, dieser Blick… den ich niemals vergessen werde.<br />
So viel Schmerz in ihren Augen.<br />
So viel Angst.<br />
So viele Zweifel.</p>
<p>Der Justizbeamte wurde laut und befiehlt dir nach vorne zu schauen und nicht in unsere Richtung.<br />
Das gefiel dir nicht…<br />
Und dann hörte ich deine grauenvolle Stimme fragen &#8211; Ist das jetzt auch verboten? &#8211;</p>
<p>Deine ekelhafte Dreistigkeit allein sollte schon bestraft werden!</p>
<p>Die ersten Sätze von dem Richter bekam ich vor lauter Gedanken gar nicht mit… ich wollte einfach nur, dass es vorbei ist, ich versuchte mich zu konzentrieren.<br />
Doch dann mussten wir raus aus dem Saal, denn du hattest das Recht, etwas über dich zu erzählen und wie es dir so ergangen ist in der Untersuchungshaft…</p>
<p>Wir saßen draußen direkt vor dem Saal und warteten und warteten…<br />
Die Zeit war in diesem Moment mein schlimmster Feind.<br />
Sekunden wurden zu Minuten und die Minuten wurden zu einer fast ganzen Stunde…</p>
<p>Ich habe mich so lange Zeit emotional darauf vorbereitet gegen dich auszusagen…<br />
Allen Anwesenden zu erzählen, was für ein schreckliches Monster du bist… dir ins Gesicht gucken zu können und dir zur erzählen, was du aus mir gemacht hast… wieviel Leid du mir zugefügt hast… wieviel Schmerz ich in mir trage wegen dir, und was du alles kaputt gemacht hast.<br />
DENN ALL DAS IST DIR NICHT BEWUSST!!!</p>
<p>Ich wollte gegen dich aussagen, um endlich einen Haken dahinter setzen zu können, ich wollte gegen dich aussagen für meine Schwester. Ich wollte mein Leid mit allen Anwesenden teilen und ihnen zeigen, was für ein schrecklicher Mensch du bist.</p>
<p>Nach einer ganzen Weile kam meine Rechtsanwältin raus und schaute mich an und meinte, dass ich wahrscheinlich nicht aussagen werde gegen dich sondern nur meine Schwester… Das würde entschieden werden, wenn meine Schwester ausgesagt hat! Und vorteilhaft wäre es, wenn ich während ihrer Aussage mit draußen warte…</p>
<p>Schaffst du das fragte man meine Schwester, sie schaute mich an … Und ich versicherte ihr, dass sie es schaffen würde!!</p>
<p>Sie steht auf und betrat den Saal mit meiner Rechtsanwältin…<br />
Die Tür ging zu und ich weinte… ich wusste nicht, was ich denken sollte…<br />
Ich weiß nicht, wie lange sie ihre Aussage machte aber sie hat es geschafft… Die Tür ging auf und sie fiel mir in die Arme.<br />
Ich war so unglaublich stolz auf sie!!</p>
<p>Alle mussten raus aus dem Saal, denn der Pflichtverteidiger und er wollten sich besprechen…<br />
Man schlug ihm ein Deal vor.. bei einem Geständnis würde es zu einem Urteil von 2-3 Jahren kommen…<br />
Aber der Pflichtverteidiger wollte Bewährung für ihn???<br />
Mit was für einer Begründung sollte er Bewährung bekommen fragte ich mich…</p>
<p>Es war soweit…<br />
Nach all dem langen Warten und nicht zu wissen, was passiert, durften wir wieder in den Saal 158 eintreten…</p>
<p>Der Richter gab dem Pflichtverteidiger das Wort um sein Geständnis abzulegen und gleichzeitig zu begründen, warum Bewährung für ihn doch rechtens wäre…</p>
<p>Haltet euch fest!!</p>
<p><b>Herr XY gibt zu, die beschriebenen Taten begangen zuhaben, dennoch könne das Opfer froh sein, dass er zum MASTURBIEREN nach anfassen des Mädchens extra auf den Balkon gegangen sei. Zudem sollte auch berücksichtig werden, dass er ja nicht eingedrungen sei und es zu keiner Vergewaltigung kam, und verantwortlich ist das Opfer, denn sie habe sich freizügig gekleidet…  Unter anderem leidet Herr XY an körperlicher Gewalt, die ihm durch andere Insassen zugefügt werde… Deshalb beantrage ich Bewährung… </b></p>
<p>Meine Wut in diesem Moment kann ich absolut nicht beschreiben und der Anblick meiner Schwester in diesem Moment brach mir das Herz.<br />
Wir saßen beide nebeneinander und weinten und hofften auf ein Ende, denn das war einfach nur schrecklich und ekelhaft…</p>
<p>Die Staatsanwaltschaft bekam das Wort, die Frau musste selbst erst einmal tief durchatmen, denn auch sie war einfach nur geschockt, wie alle anderen im Raum… Sie hielte ihre Ansprache und beantragte 3-4 Jahre Haft plus einen weiteren Haftbefehl, denn es besteht Fluchtgefahr…<br />
Nach ihrer Ansprache bekam unsere Rechtsanwältin das Wort, sie schüttelte den Kopf und hielte ihre Ansprache…auch sie beantragte 3-4 Jahre Haft…</p>
<p>Sie war ein kleines Mädchen und es lag ganz sicher nicht in ihrer Verantwortung, ob freizügig gekleidet oder nicht…<br />
Zum Masturbieren extra auf den Balkon gegangen?<br />
Berücksichtigen, dass es zu keiner Vergewaltigung gekommen ist?<br />
EKELHAFTES SCHWEIN!!!!</p>
<p>Es war soweit…</p>
<p>nach fast 4 Stunden kam endlich das Urteil.<br />
Erheben Sie sich…</p>
<p>Meine Knie zittern.<br />
Ich halte die Luft an.<br />
Halte die Hand von meiner Schwester.<br />
Weinten und hofften.</p>
<p>Und ich dachte mir… danach ist es endlich vorbei. Der Kampf, den wir seit 2019 kämpfen, nimmt endlich ein Ende.<br />
Gerechtigkeit oder keine Gerechtigkeit?<br />
Bewährung oder doch 3-4 Jahre Haft?</p>
<p><b>Urteil… im Namen des Volkes… in der Strafsache gegen Herr XY wegen </b><b>sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen und Kindern</b><b> wird der Angeklagte zu </b><b>3 Jahren Haft </b><b>verurteilt… </b></p>
<p>Ich holte tief Luft und knickte ein …<br />
Ich umarmte meine Schwester und wir beide fingen an zu weinen…<br />
Wir haben es geschafft!</p>
<p>Nach über 2 Jahren ist es endlich vorbei und wir haben ein kleines bisschen Gerechtigkeit bekommen…<br />
Die 3 Jahre Haft sind wenig, darüber brauchen wir uns nicht zu streiten, aber es ist besser, als ihn auf freien Fuß zu sehen.</p>
<p>Wir standen draußen vor dem Saal, biegen links ab in einen Gang… und da kommt er… in Handschellen, voller Wut und Hass… wird er abgeführt von dem Justizbeamten…<br />
Und mit meinem ganzen Stolz und mit meiner ganzen Kraft schaute ich ihm ein letztes Mal in die Augen und lächelte…<br />
Alles kommt zurück schrie er wie ein Bekloppter und ich antwortetet.. JA RICHTIG, ALLES KOMMT ZURÜCK ZU DIR!<br />
Und lief die Treppe mit erhobenem Kopf runter, gemeinsam mit meiner Schwester und mit meiner Mama…</p>
<p><b>… Ich bin Celine Grace Senses und ich wurde Opfer von sexuellem Missbrauch. </b><br />
<b>Das, was man mir angetan hat, wurde nicht bestraft, gekämpft habe ich trotzdem.</b><br />
<b>Ich bin eine, eine von acht Milliarden Menschen, und habe hier euch meine Geschichte erzählt, diese eine von vielen Geschichten.</b></p>
<p>Sexuelle Gewalt oder sexueller Missbrauch ist für tausende Kinder in Deutschland leider alltäglich. Nur wenige Täter und Täterinnen sind den betroffenen Kindern oder Jugendlichen wirklich fremd. Sexueller Missbrauch findet nach Angaben des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung am häufigsten innerhalb der engsten Familie statt…<br />
Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche hat für die Betroffenen dramatische Folgen – oft ein Leben lang.</p>
<p>Wenn du von sexueller Gewalt betroffen bist oder du dich um ein Kind sorgst, einen Verdacht oder ein komisches Gefühl hast oder du dir unsicher bist und Fragen zum Thema stellen möchtest, kannst du dich auch vertrauensvoll an das Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch wenden. Es ist eine Anlaufstelle für Betroffene von sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend, für Angehörige sowie Personen aus dem sozialen Umfeld von Kindern, für Fachkräfte und für alle Interessierten. Die pädagogischen und psychologischen Beraterinnen und Berater unterstützen bei allen Fragen zum Thema <b>kostenlos und anonym.</b><br />
Zu erreichen ist das Hilfetelefon unter der Nummer<b> 0800 22 55 530</b></p>
<p><b>Du bist niemals allein, vergiss das nicht! </b><br />
<b>Und Danke an alle, für die tolle Unterstützung und für all den Mut, den ihr mir mitgegeben habt! </b><br />
<b>Eure Celine</b></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/celine/" target="_blank" rel="noopener"><strong>alle weiteren Beiträge von Celine</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nackt im Sport</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/11/nackt-im-sport/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Nov 2021 07:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[10 cm – zu viel oder zu wenig? Wir freuen uns über einen neuen Text unserer Autorin Lilith. Sie schreibt folgenden Teaser: Die modernen Wettkämpfe im Jahr 2021 unterscheiden sich nicht nur in Hinblick auf die Ausrichtung und die Art der Disziplinen von denen, die in der Antike zwischen 776 v. Chr. und 393 n. Chr. ausgetragen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>10 cm – zu viel oder zu wenig?<span class="Apple-converted-space"> Wir freuen uns über einen neuen Text unserer Autorin Lilith. Sie schreibt folgenden Teaser</span></b><strong><span class="Apple-converted-space">: </span><i>Die modernen Wettkämpfe im Jahr 2021 unterscheiden sich nicht nur in Hinblick auf die Ausrichtung und die Art der Disziplinen von denen, die in der Antike zwischen 776 v. Chr. und 393 n. Chr. ausgetragen wurden. Neben der geringeren Anzahl an Tagen sowie an Sportarten waren auch deutlich weniger Klamotten angesagt. Denn: die Athleten traten nackt an. Trotz Kleidung in den Stadien heute sind manche Regelwerke mit entsprechenden Maximalwerten an Stoffmaßen fragwürdig und stehen in scheinbarem Zwiespalt zwischen sportlicher Funktionalität, Attraktivität für die Zuschauer*innen und dem Wohlfühlen der Athlet*innen. Ein Beitrag über Selbstbestimmung des Outfits im Sport.<span class="Apple-converted-space"> </span></i></strong></p>
<p><span id="more-14305"></span></p>
<p>„Die folgende Abbildung zeigt, welche Körperbereiche zwingend verdeckt sein müssen“. Ich blättere auf die nächste Seite des Regelwerk Rock’n’Roll. Über mehrere Abschnitte erstreckt sich die umfassende Kleiderordnung für den Wettkampfsport. Welche Körperteile müssen bei welchem Geschlecht wie bedeckt sein, welche Farben sind für das Make-Up erlaubt? Und auf welche Stellen in meinem Gesicht darf ich Glitzersteine platzieren? Minutiös aufgeschlüsselt sind die Vorgaben. Etwas zu kompliziert, wie ich auf den ersten Blick empfinde – aber: bei weitem besser als das, was sich in anderen Schriftstücken findet. So beispielsweise im Beach-Handball: „Die Shorts, sofern sie nicht zu lässig geschnitten sind, können länger sein, aber nicht länger als 10 cm über dem Knie. Spielerinnen müssen Bikinihosen tragen, die der angehängten Abbildung entsprechen. Sie müssen körperbetont geschnitten sein, mit einem hohen Beinausschnitt. Die Seitenbreite darf höchstens 10 cm betragen“ heißt es dort. Eine Maximalbreite bei meiner Tanzkleidung kann ich glücklicherweise nicht finden – auch den Mitspielerinnen des norwegischen Teams wäre dies wohl lieber gewesen. Bei der EM in Bulgarien drohte ihnen die Disqualifikation, weil sie genau diesen Abschnitt des Regelwerks bewusst nicht einhielten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Handball ist hierbei leider keine erschütternde Ausnahme. Frauen mussten lange Zeit im Bikini antreten, seit 2004 bestand die offizielle Regelung, dass die Hosen der Frauen an der Seite eine Breite von sieben Zentimetern nicht überschreiten durften. Eine traurige Unterbietung der Regularien im Beach-Handball. Bei den männlichen Spielern hingegen waren die Hosen im selben Jahr knielang.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Früher hingegen gestaltete sich die Situation in den Sportstätten anders – nämlich allseits mit noch mehr unbedeckter Haut. Und tatsächlich war auch hierfür einmal wieder eine Frau verantwortlich. Ähnlich wie schon Eva Schuld auf sich lud, so war es einige Jahrtausende später eine sich entblößende Dame, die dafür sorgte, dass Nacktheit im wettkampflichen Sport zu einem Normalum wurde. Der Begriff Gymnastik basiert auf gymnos was so viel wie nackt bedeutet. Der wenige Stoff sollte unter anderem ein unnötiges Mehr an Schweiß vermeiden. Dass auch die Trainer keine Kleidung tragen durften, liegt jedoch an einer männlich verkleideten Trainerin. Scheinbar schlich sie sich im Jahr 404 v. Chr. als anfeuernde Mutter zu den 94. Olympischen Spielen. Als ihr Sohn gewann, riss sie sich vor lauter Ergriffenheit die Kleidung vom Leib. Um zukünftige ungebetene weibliche Gäste zu vermeiden, bestand die Folge in der Auferlegung eines Nacktheitzwangs. Was wohl die Zuschauer*innen sagen würden, wenn auch sie maximal mit zehn-Zentimeter Höschen begleitet sein dürften? Warum denn nicht, wenn die Voyeure ohnehin mehr an den Körpern als an den sportlichen Leistungen interessiert zu sein scheinen: <a href="https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1300/J057v13n01_04">Wie eine Studie von sechs Beachvolleyballbegegnungen bei den Olympischen Spielen 2004 ergab</a>, zeigten 20 Prozent der Bilder die Brüste der Athletinnen, 17 Prozent ihren Po. Brüste und Po fungieren dabei wohl besonders unbedeckt als Zuschauermagnet.</p>
<p>In diesem Jahr war die Bandbreite der Outfits bei den Olympischen sowie Paraolympischen Spielen recht groß. Während einige Outfits sehr an die antike Kleidungsfreiheit grenzen, betonen andere Sportlerinnen, dass sie sich mit mehr Bedeckung wohler fühlen. Besonders bezeichnend – die Gymnastinnen ganz widersprüchlich zum „nackten“ Wortursprung. &#8222;Schönes Turnen hat nichts damit zu tun, dass man das auch geil findet&#8220;. Unter diesem Motto trat Elisabeth Seitz gemeinsam mit ihren Kolleginnen in Tokio an. Die Unitards des Nationalteams sind zweckmäßig für den Sport eng anliegend, aber eben auch ganzkörperbedeckend. Mut zur Bekleidung nach Lust und Laune unterstreicht die deutsche Rekordmeisterin. Spaß am Sport soll genauso wenig von einer Minimalbekleidung abhängen wie Spaß am Sportschauen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nicht nur Berühmtheiten aus dem Sport setzen sich für die Selbstbestimmung der Kleiderwahl ein. Die Sängerin Pink beispielsweise kritisierte die Strafe des Hanballfrauenteams, die ihnen letztendlich anstelle der Qualifikation auferlegt wurde, öffentlich und bot an, die Summe zu übernehmen. Positiv ist zumindest die Debatte, die dadurch verstärkt wurde. Besonders entscheidend ist dabei, den Kontext nicht aus den Augen zu verlieren. Das fundamentale Problem liegt schließlich in den Entscheidungsstrukturen solcher Bestimmungen:<span class="Apple-converted-space">  </span>Häufig bestimmen nicht die Athletinnen oder Athleten, sondern Aufsichtsräte der jeweiligen Sportverbände. Diese wiederum sind zu großen Teilen männlich besetzt – und rechtfertigen sich mit dem Argument der Einschaltquoten. Würden die Frauen auf den Bildschirmen unattraktiver aussehen – was scheinbar durch eine jugendfreiere Klamotte bedingt würde – müsste man sich auch nicht beschweren, dass dem Frauensport medial geringe Aufmerksamkeit zukommt. Bessere Sendezeiten anstelle der Etablierung von Stripkluboutfits fällt ihnen als Maßnahme wohl nicht ein.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Besonders problematisch ist die Debatte im Kontext des Sexismus‘ sowie sexuellen Missbrauchs im Sport. Enthüllungen über Unrechtmäßigkeiten gegenüber Sportlerinnen, wie sie in der Dokumentation Athlete A dargestellt sind, gehören leider keiner Seltenheit an. Egal also ob hinter oder vor den Kulissen – Sportlerinnen werden zu selten in ihrer Leistungsfähigkeit bewertet und zu sehr als Schönheiten und Sexobjekte wahrgenommen. Aber nicht nur die Geschlechterdebatte ist im Sport prominent – Entscheidungsgremien sind eben nicht nur vorwiegend männlich, sondern auch weiß und alt. So durfte beispielsweise die Schwimmerin Alice Dearing nicht eine extra an ihre Afro-Haare angepasste Schwimmkappe tragen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Letztendlich bleibt zu hoffen, dass Initiativen wie die Unitards in diesem Jahr bei Olympia Wirkung entfalten und absurde Vorstöße wie die 2012 eingebachte Idee, Boxerinnen zwangsweise mit Röcken statt Shorts in den olympischen Ring zu schicken, Geschichte bleiben. Das wichtigste: Spaß an einem gefahrenfrei ausgeführten Sport haben. Und als Zuschauer*in? Die Leistung der Sportler*innen und nicht deren äußerliches Erscheinungsbild bewerten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Klickt euch für weitere Beiträge unbedingt mal rüber zu <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lilith/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Liliths Autorinnenprofil</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Die blutige Wahrheit &#8211; Warum Menstruationshygieneartikel kostenfrei sein sollten</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/11/die-blutige-wahrheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Aurum]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Nov 2021 07:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Menstruation]]></category>
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					<description><![CDATA[Ob nun Binden, Tampons, Menstruationstassen oder -schwämmchen: Menstruationsprodukte kosten Geld. Und zwar gar nicht mal so wenig. Das ist ein Problem, insbesondere für von Armut betroffene Menschen. In Schottland sorgt inzwischen ein Gesetz dafür, dass Hygieneprodukte kostenfrei erhältlich sind. Die Reaktionen auf diese Entscheidung und vor allem die erboste Kritik daran &#8211; zumeist von cis]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ob nun Binden, Tampons, Menstruationstassen oder -schwämmchen: Menstruationsprodukte kosten Geld. Und zwar gar nicht mal so wenig. Das ist ein Problem, insbesondere für von Armut betroffene Menschen. In Schottland sorgt inzwischen ein Gesetz dafür, dass Hygieneprodukte kostenfrei erhältlich sind. Die Reaktionen auf diese Entscheidung und vor allem die erboste Kritik daran &#8211; zumeist von cis Männern &#8211; in den sozialen Medien hat unsere Autorin Amelie in ihrem neuen Text für euch auseinander genommen. </strong><span id="more-14292"></span></p>
<p><b>Das Gesetz</b></p>
<p>Am 24. November 2020 hat das schottische Parlament ein Gesetz erlassen, welches in Zukunft kostenfreie Binden und Tampons bereitstellt. „Ich bin stolz darauf, für diese bahnbrechende Gesetzgebung gestimmt zu haben, die Schottland zum ersten Land der Welt macht, das kostenlose Menstruationsprodukte allen zur Verfügung stellt, die sie brauchen.“ Das äußerte die schottische Ministerpräsident Nicola Sturgeon, am Tag der Abstimmung. Das Gesetz sieht in Zukunft vor, dass an öﬀentlichen Orten wie etwa Gemeindezentren, Jugendclubs oder Apotheken Tampons und Binden kostenlos erhältlich sein sollen. Ein solches Gesetz ist bisher einmalig auf der Welt.</p>
<p><b>“Also ich bin der Meinung”</b></p>
<p>Vor allem davon ausgelöst, wurde in den sozialen Medien ein ausgiebiger Diskurs über kostenfreie Menstruationshygieneartikel freigetreten. Ob Facebook-Posts, Tweets oder Instagram-Kommentare, die vorherrschenden Gedanken schienen überall gleich und die Bildung von zwei Fronten war zu beobachten: Unterstützer*innen und Gegner*innen gerieten aneinander. In der zweiten Gruppierung ist dabei eine erstaunlich hohe Anzahl an cis-Männern zu finden, welche Kommentare wie <i>„Wenn Frauen jetzt das kriegen, möchten wir als Männer aber auch kostenfreie Rasierer und Taschentücher.“</i>, <i>“Also ich finde irgendwo ist auch mal Schluss. Es kann nicht alles kostenlos geben. Was kommt als nächstes, kostenloses Toilettenpapier?“</i> oder <i>„Das ist doch nur so ne feministische Scheiße, gebt lieber obdachlosen Menschen Essen. Das brauchen nämlich alle.“</i> hinterlassen haben.</p>
<p><b>Periodenarmut</b></p>
<p>Scheinbar ist diesen Menschen trotz mehrfacher Belehrung nicht bewusst, welch großes Problem Periodenarmut (eng. period poverty) ist. Aufgrund der teuren Monatshygiene, aber auch Nebenkosten wie Schmerztabletten und Unterwäsche müssen viele menstruierenden Menschen weltweit am Existenzminimum leben. Deshalb wurde in Schottland nach dem Motto: „Niemand sollte sich Sorgen machen, woher die nächsten Tampons kommen.”, gehandelt. Zuvor gab jede fünfte Frau in einer Studie aus 2018 an, dass sie ein Problem hätten für Hygieneartikel aufzukommen. Neben dem physischen Aspekt, dass Ersatzprodukte wie Socken, Stoﬀreste oder Wattebäusche viel unpraktischer und unsicherer sind, kommt aber auch die psychische Belastung dazu. Einerseits der Scham sich die “richtigen” Produkte nicht leisten zu können; andererseits die Angst etwas könnte “undicht” sein oder auslaufen. Das alles kann letztendlich dazu führen, dass Menschen während der Menstruation nicht oder nur eingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Es scheint nun auf der Hand zu liegen, weshalb sich in Schottland so entschieden hat.</p>
<p><b>Kommentare des Grauens</b></p>
<p>Um nun nochmal auf die oben genannten Kommentare einzugehen.</p>
<p><i>“Also ich finde irgendwo ist auch mal Schluss. Es kann nicht alles kostenlos geben. Was kommt als nächstes kostenloses Toilettenpapier?</i></p>
<p>In dem Beschluss geht es vor allem um kostenfreie Hygieneartikel an öﬀentlichen Plätzen und auf öﬀentlichen Toiletten. Somit ist es gut mit Toilettenpapier zu vergleichen, welches schon längst überall in genüge vorhanden ist und als Standard angesehen wird.</p>
<p><i>„Wenn Frauen jetzt das kriegen, möchten wir als Männer aber auch kostenfreie Rasierer und Taschentücher.“</i></p>
<p>Da diesen Menschen scheinbar nicht bewusst ist, was der Unterschied zwischen Bartwuchs und einer Menstruation ist, werde ich sie hier noch einmal auflisten. Eine charakteristische Abweichung ist wohl, dass man(n) aus einem Bart nicht blutet. Zusätzlich fehlen natürlich auch Bauchkrämpfe gepaart mit anderen Symptomen wie Rückenschmerzen, Übelkeit, Appetitsverlust, Stimmungsschwankungen oder Kopfschmerzen. Um hier einen kleinen Teil genannt zu haben. Abgesehen davon gibt es auch kein strukturelles Problem im Zusammenhang mit Bartpflege, wie es in der Perioden Armut zu finden ist.</p>
<p><i>„Das ist doch nur so ne feministische Scheiße, gebt lieber obdachlosen Menschen essen. Das brauchen nämlich alle.“</i></p>
<p>Zum einen trieft das Kommentar nur so von whataboutism, bei dem auf einen anderen Missstand hingewiesen wird, um die eigentliche Aktion zu entkräften. Abgesehen davon scheint mir der kommentierende Menschen ein wenig voreingenommen dem Feminismus gegenüber. Insgesamt fand ich es bei meinem Recherche interessant zu beobachten, wie schnell sich einige cis-Männer benachteiligt fühlten. Es wird etwas entschieden und plötzlich hört man „Wir werden diskriminiert!!!!!“- Schreie aus ihren Reihen. Und das in einer Gesellschaft in der gerade sie profitieren.</p>
<p><b>Es ist Gegenteiltag</b></p>
<p>Aber ich würde sogar noch weitergehen und behaupte; wenn in der heutigen patriarchalischen Gesellschaft, Rollen getauscht werden würden (heißt Menschen mit männlichen Geschlechtsorganen menstruieren), gäbe es diese Probleme nicht. Anstatt zu tabuisieren würde es gefeiert werden, wenn man(n) seine erste Periode bekommen würde. Es wäre ein Symbol der Stärke jeden Monat die Krämpfe aushalten zu müssen. Anstelle der aktuell häufig damit verbundenen Ekelreaktion, würde oﬀen davon gesprochen werden. Und möglicherweise wären Tampons, Binden und co. schon längst kostenlos und überall verfügbar. Dies ist jedoch nicht der Fall und deshalb möchte ich schlussendlich festhalten „no uterus no opinion“. Meinetwegen sollen sich alle Menschen die sich beschwert haben, später auch an den Tampons oder Binden ihrer Wahl bedienen. Falls in Deutschland überhaupt in den nächsten Jahren ein solches Gesetz verabschiedet wird, denn bis jetzt ändert sich für uns rein gar nichts.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Let&#8217;s talk about Menstruation! Hier findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/menstruation/" target="_blank" rel="noopener"><strong>weitere Beiträge zum Thema</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Schönheitsideale &#038; Patriarchat: Jungs* im Jahr 2021</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/10/schoenheitsideale-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Moritz Mager]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Oct 2021 07:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Pünktlich zum neuen Monat begrüßen wir einen neuen Autoren auf meinTestgelände: Herzlich willkommen, Moritz Mager! Über sich selbst sagt Moritz: &#8222;Ich finde es total wichtig sich mit politischen Themen zu befassen und sich für Progressives einzusetzen. Antifaschismus. Antirassismus. Feminismus. Seit Beginn meiner Politisierung weiß ich, dass ich darüber reden und schreiben muss, da ist es doch]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Pünktlich zum neuen Monat begrüßen wir einen neuen Autoren auf meinTestgelände: Herzlich willkommen, Moritz Mager! Über sich selbst sagt Moritz: &#8222;Ich finde es total wichtig sich mit politischen Themen zu befassen und sich für Progressives einzusetzen. </strong><strong>Antifaschismus. Antirassismus. Feminismus.</strong> <strong>Seit Beginn meiner Politisierung weiß ich, dass ich darüber reden und schreiben muss, da ist es doch wunderbar, wenn es Chancen wie meinTestgelände gibt.&#8220;<br />
</strong><strong>Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen seines ersten Texts über Schönheitsideale für Jungs und Männer im Patriarchat. </strong></p>
<p><span id="more-13448"></span></p>
<p>Hoch gewachsen, breit gebaut, Muskulös, volles Haar, kantiges Gesicht, Jawline, große Hände und Markenkleidung. In meiner Oberstufe gab es genau einen Jungen der so aussah und mindestens ein dutzend Mädchen, die ihn offen begehrten. Das ist nicht mal zwei Jahre her.<br />
Das ist ja nichts verwerfliches, aber das heißt, dass es sie noch gibt, die klassischen Schönheitsideale für Jungs* und ich denke, dass sie auch niemand tot geglaubt hat. Zumindest für einen beträchtlichen Teil unserer erkrankten Gesellschaft.<br />
Diagnose: Patriarchat.<br />
Symptome: Vor allem Sexismus gegen weiblich gelesene Menschen, LGBTIQ+ und auch gegen alle anderen.<br />
Wirt der Krankheit: Alle „westlich“ sozialisierten Menschen, aber wahrscheinlich der allergrößte Teil der Menschheit insgesamt.<br />
Das sind ja erst mal sehr pessimistische Ansichten, sagt der Realist zum Pessimist. Der Optimist darf erst später sprechen.</p>
<p>Nun ist die Schulzeit aber auch ein sehr guter Nährboden für viele stereotypische Situationen.<br />
Schauen wir also Mal kurz über den Tellerrand der ersten großen Bubble. die uns so als Jugendliche*r vereinnahmt, hinaus. Und Bubble ist dabei ein ganz wichtiges Stichwort, denn in jedem sozialen Milieu, in jeder gesellschaftlicher Bubble, gibt es ganz verschiedene Schönheitsideale für Jungs*.<br />
Es ist wirklich nichts auszuschließen, das ist erst mal ganz wichtig festzuhalten in einer pluralistischen Gesellschaft die, vor allem bei jüngeren Menschen, maßgeblich von Social Media geprägt ist. Es gibt also kein richtiges Schönheitsideal und es ist auch nicht erstrebenswert, sich nach einem zu richten. Erstrebenswert ist, sich mit seinem Aussehen wohl zu fühlen und wenn dazu auch ein paar persönliche Ideale gehören, die nah am gesellschaftlichen Konsens liegen, ist das nicht schlimm. Es lässt sich aber auch nicht verneinen, dass es immer noch ideale Ansprüche an männlich gelesene Personen gibt.<br />
In Zeiten von einem „Body Positivity Movement“ auf Plattformen, die seit Jahren für eine verzerrte und unrealistische Wahrnehmung von Schönheitsidealen sorgen, scheint es so, als gehe es zum ersten Mal seit langem wieder in die richtige Richtung. Jungs* müssen nicht den muskulösesten Körper haben um einem Schönheitsideal gerecht zu werden. Und sobald mensch aus einem postpubertären Alter heraus ist, spielt meistens auch die Markenkleidung keine Rolle mehr, sie dient dann lediglich einem fiktiv oktroyiertem Statussymbol.<br />
In erster Linie ist es wichtig, dass man zufrieden mit sich selbst ist, und ja, das ist eine verdammt große Herausforderung.</p>
<p>Leider hält das Patriarchat auch nach der Pubertät und auch nach viel Reflexion einiges an grundlegenden Schönheitsidealen für Jungs* bereit. Da kommt auch schon wieder Social Media ins Spiel, geht ein heteronormativer junger erwachsener Mann auf Datingplattfpormen, die auf Oberflächlichkeit basieren, lernt Mann schnell, dass Mann vielleicht Stelzen braucht, denn auf einmal scheint die Größe das wichtigste Attribut zu sein. Ein Attribut auf das niemand Einfluss nehmen kann und ja Ansprüche an Ideale auf die niemand Einfluss hat gibt es noch viel öfter und auf andere Arten. Dazu sind solche Datingplattformen typisch für zahlreiche toxische Ansprüche.<br />
Besonders an dem Attribut Größe ist, dass es sich leider oft bis ins komplett reale Leben zieht und davon können sich auch manche linke Feminist*innen noch nicht freisprechen, so zumindest meine Erfahrung.<br />
Feminismus verfolgt, kurz gesagt, das Ziel die Geschlechterhierachien aufzuheben. Dabei wird Feminismus, vor allem von konservativer Seite aus, oft vorgeworfen Männerhass zu erzeugen. Ich halte Männerhass an manchen Stellen auch schon fast für gerechtfertigt. Worauf ich aber eigentlich hinaus möchte ist, dass Menschen die sich mit Feminismus beschäftigen, meist auch mit dem Begriff der „Toxic masculinity“ vertraut sind.</p>
<p>„Ein I****** kennt keinen Schmerz“, ein Elternsatz um kleinen Jungs* die Legitimation zum weinen zu nehmen. Ich persönlich kenne den Satz von meinem Vater.<br />
„Toxic masculinity“ bedeutet in etwa, dass Jungs* und Männer im Patriarchat Druck auf das eigene Geschlecht und dessen Bild erzeugen, wie also z.B. keine Emotionen offen zeigen zu dürfen. Aber das Prinzip lässt sich natürlich auch auf ein Schönheitsideal anwenden.<br />
Das fängt ja schon bei simplen Bizeps vergleichen an und in unausgesprochenen Dresscodes. Ich nehme zwar eine schleichend positivere Entwicklung in den letzten Jahren wahr aber bis es als normal gilt, dass ein Junge* einen Rock trägt, werden vermutlich noch Jahrzehnte ins Land gehen. Jedenfalls finde ich die kritische Sicht und das Erkennen von toxischer Männlichkeit in unserer Gesellschaft ist eine weitere wichtige Facette des Feminismus und damit auch ein unterbewertetes Argument für Feminismus. Abgesehen davon, dass ein Argument reicht.<br />
Der Kampf des Feminismus ist ein Kampf für Menschenrecht.</p>
<p>Der Optimist in mir springt auf, wie so oft in Texten wurde er vergessen. Bis jetzt.<br />
Ein aktuell hoch angehimmelter Wert im Sinne eines Schönheitsideals in der Gesellschaft bei Jungs* ist in gewisser Weise der Individualismus. Was bedeutet das?<br />
Es wird oft als besonders und unumstritten schön empfunden, etwas Besonderes an sich zu haben, sei es die Augenpartie, eine bestimmte Art die Haare zu tragen oder auch subversive Styleelemente wie z.B. Nagellack. Das Beste an diesem Ideal, „besonders sein“ ist, dass jeder von uns besonders ist und Besonderheiten subjektiv auf jeden Menschen wirken können.<br />
Jeder von uns Menschen ist irgendwie besonders schön für andere Menschen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Viele unserer Autor*innen setzen sich mit dem Thema Männlichkeit auseinander &#8211; <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/maennlichkeit/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier findest du weitere Beiträge</strong></a>!</li>
</ul>
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			</item>
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		<title>Oberkörperfrei</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/09/oberkoerperfrei/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nev]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Sep 2021 07:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Eigentlich ist nichts passiert, ABER&#8230;&#8220; Ganz ehrlich, so beginnen doch die besten Geschichten! Wir freuen uns über ein Update-Video von Nev, in dem er unter anderem von einem ganz besonderen Erlebnis erzählt: Sich zum allerersten Mal oberkörperfrei in der Öffentlichkeit zeigen. Mehr dazu: Mehr zum Thema trans*-Identität findet ihr hier.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Eigentlich ist nichts passiert, ABER&#8230;&#8220; Ganz ehrlich, so beginnen doch die besten Geschichten! Wir freuen uns über ein Update-Video von Nev, in dem er unter anderem von einem ganz besonderen Erlebnis erzählt: Sich zum allerersten Mal oberkörperfrei in der Öffentlichkeit zeigen.</strong></p>
<p><span id="more-13352"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr zum Thema trans*-Identität <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/trans/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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		<item>
		<title>Das Kratzen &#8211; Lukas Kluge</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/09/das-kratzen-lukas-kluge/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jungen* Wettbewerb 2021]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Sep 2021 07:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute präsentieren wir euch den Text, der ganz offiziell den 2. Platz bei unserem Jungen*-Wettbewerb belegt hat! Es ist ein Gedicht, und geschrieben hat es Lukas Kluge. Herzlichen Glückwunsch! Und jetzt viel Spaß beim Lesen:  Es kratzt Es kratzt an meiner Haut Von innen Es kratzt an der Hülle Ein langer Nagel auf einer Tafel]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="page" title="Page 1">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p><strong><strong>Heute präsentieren wir euch den Text, der ganz offiziell den 2. Platz bei unserem Jungen*-Wettbewerb belegt hat! Es ist ein Gedicht, und geschrieben hat es Lukas Kluge. Herzlichen Glückwunsch! Und jetzt viel Spaß beim Lesen: </strong></strong><span id="more-13325"></span></p>
<p><span style="font-size: 1.14285rem;">Es kratzt</span></p>
</div>
</div>
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p>Es kratzt an meiner Haut</p>
<p>Von innen<br />
Es kratzt an der Hülle</p>
<p>Ein langer Nagel auf einer Tafel<br />
Es kratzt lang und unaufhörlich<br />
Es streckt, greift, beißt, schlägt von innen zu</p>
<p>Es will raus und schnürt mir den Hals ab.</p>
<p>Ich wasche mich und rubbel so lange bis die Haut rot ist<br />
Egal wie lange ich reibe,<br />
Es lässt sich nicht abwaschen.</p>
<p>Ich schneide meine Haare ab in dem Versuch, meinen Körper zurückzugewinnen.</p>
<p>Der Wunsch zu sein ist endlos.<br />
Nur zu sein gibt mir die Freiheit, frei zu sein.</p>
<p>Ich will leben, ohne täglich damit konfrontiert zu sein, wie andere mich sehen.<br />
Ich will mich dem Blick der Welt entziehen.</p>
<p>Ich sehe meinen Körper im Spiegel und schaue ihn so lange an, bis es nicht mehr mein Körper ist.<br />
Dann ist es ein Körper, Muskeln, Sehnen, Fett, Haaren, Haut, Nägeln, Knochen, Gliedmaßen,<br />
Venen, Gelenke, Poren, Talg, Pickel, Muttermale,<br />
und er bewegt sich<br />
und er atmet<br />
und er ist.<br />
Er ist weich und hart, beweglich und fest, manchmal ganz groß und manchmal ganz klein, kalt und warm, rund und eckig, sensibel und robust.<br />
Er ist alles.</p>
<p>Alles an ihm ist beweglich, statisch und dynamisch.<br />
Der Körper ist mein Leben und doch ist mein Leben viel mehr als mein Körper.</p>
<p>Das Zimmer ist kalt und ich spüre, wie sich die Gänsehaut auf dem Körper ausbreitet.<br />
Ich sehe, wie sich die Haare aufstellen und spüre die Kälte.</p>
<p>Auch wenn ich für ewig mit diesem Körper verbunden bin,<br />
spüre ich die Vollkommenheit, die das einfach Sein in mir auslöst.<br />
Und in diesem Moment lässt das Kratzen nach.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier könnt ihr euch nochmal den <a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/08/verzerrte-sicht/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Gewinner-Beitrag von Nico Herrmann anhören</strong></a>.</li>
</ul>
</div>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Abwarten und Dranbleiben</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/08/abwarten-und-dranbleiben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nev]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Aug 2021 07:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=13285</guid>

					<description><![CDATA[Wir freuen uns über ein Update-Video von unserem Autoren Nev! Er berichtet über den Wechsel vom Testo-Gel zur Spritze und wie dies seinen Alltag etwas unkomplizierter macht, außerdem erklärt er, warum es wichtig ist, die Narben im Sommer ordentlich mit Sonnencreme einzucremen. Wir wünschen dir, lieber Nev, weiterhin alles Gute &#38; euch allen viel Spaß]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns über ein Update-Video von unserem Autoren Nev! Er berichtet über den Wechsel vom Testo-Gel zur Spritze und wie dies seinen Alltag etwas unkomplizierter macht, außerdem erklärt er, warum es wichtig ist, die Narben im Sommer ordentlich mit Sonnencreme einzucremen. Wir wünschen dir, lieber Nev, weiterhin alles Gute &amp; euch allen viel Spaß beim Anschauen.</strong></p>
<p><span id="more-13285"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Videos von Nev <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/nev/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kolja Fach: Therme</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/08/kolja-fach-therme/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Aug 2021 07:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Klischees]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;So, jetzt was Albernes.&#8220; Mit diesen Worten beginnt Kolja Fach seinen Auftritt beim Poetry Slam in Hamburg, und puh, was Albernes können wir alle zwischendurch mal ganz gut gebrauchen, oder? In diesem Text besucht der Ich-Erzähler gemeinsam mit seiner Freundin eine Therme, um endlich mal wieder so richtig zu entspannen. Doch anders als sie findet]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;So, jetzt was Albernes.&#8220; Mit diesen Worten beginnt Kolja Fach seinen Auftritt beim Poetry Slam in Hamburg, und puh, was Albernes können wir alle zwischendurch mal ganz gut gebrauchen, oder? In diesem Text besucht der Ich-Erzähler gemeinsam mit seiner Freundin eine Therme, um endlich mal wieder so richtig zu entspannen. Doch anders als sie findet er es&#8230; nun ja, eher unangenehm. Aber hört selbst! Wir wünschen euch eine gute Zeit mit diesem Video.  </strong></p>
<p><span id="more-13274"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Jede Menge weitere <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/poetry-slam/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Poetry Slam-Videos findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gerichtstermin</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/07/gerichtstermin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Celine]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jul 2021 07:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualisierte Gewalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=13164</guid>

					<description><![CDATA[&#8222;Ich bin Celine Grace Senses und ich wurde Opfer von sexuellen Missbrauch 2011-2016. Mir wurde ein Stück Kindheit genommen. Und mir wird dieses Stück Kindheit nie wieder zurück gegeben.&#8220; Unsere Autorin Celine berichtet schon seit einer Weile offen und mutig über das, was ihr widerfahren ist, und über den laufenden Gerichtsprozess. Mit diesem Bericht nimmt sie]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Ich bin Celine Grace Senses und ich wurde Opfer von sexuellen Missbrauch 2011-2016. Mir wurde ein Stück Kindheit genommen. Und mir wird dieses Stück Kindheit nie wieder zurück gegeben.&#8220; Unsere Autorin Celine berichtet schon seit einer Weile offen und mutig über das, was ihr widerfahren ist, und über den laufenden Gerichtsprozess. </strong><strong>Mit diesem Bericht nimmt sie uns mit zum Gerichtstermin vor einigen Wochen. Danke, Celine, dass du deine Geschichte mit uns teilst!</strong></p>
<p><span id="more-13164"></span></p>
<p><strong>Dienstag, den 27. April.2021 Gerichtstermin 10:00 Uhr </strong></p>
<p>Es war Dienstag, der 27.April 9:45 als wir vor dem Amtsgericht standen, so voll gepumpt mit Emotionen, die man sich nicht vorstellen kann in diesem Moment.<br />
So traurig und wütend zugleich. So zerbrechlich und stark, so verwirrt und Wahnsinnig…</p>
<p>Durch die Personen-Kontrolle, und hoch in den ersten Stock geschickt worden.<br />
…Die erste Tür links…</p>
<p>Weitere 4 Menschen standen ebenfalls vor dem Gerichtssaal , von Blicken durchlöchert… beobachtet worden…<br />
In diesem kleinen Info Kasten standen die Namen von meiner Schwester, meiner Mutter und mir. UND dein Name… Gänsehaut und Schweiß… Herzklopfen und zitternde Hände …<br />
Tränen fließen meiner Schwester und mir übers Gesicht… Die Angst verspürten wir beide… hielten uns an den Händen und sagten uns : ,,WIR SCHAFFEN DAS.“</p>
<p>Bis 9:55 standen wir vor diesem Gerichtssaal, DU bist nirgendwo zusehen… Du kommst nicht oder ? Nur dein Pflichtverteidiger und die 3 anderen fremden Menschen… und WIR!<br />
EINFACH NUR SCHWACH..</p>
<p>Wir durften um 9:58 den Saal betreten… aber auch um 10:00 Uhr warst du noch nicht da…<br />
Dir wurden 20 Minuten Zeit gegeben doch noch aufzukreuzen, doch du kamst nicht!<br />
Schon zum zweiten Mal nicht…</p>
<p>Wo bist du? Bist du in Sizilien? Versteckst du dich? Vielleicht bist du auch in Deutschland und versteckst dich da irgendwo?</p>
<p>Ich wusste dass er zu feige ist… Ich wusste wie schwach er ist… Und ich wusste dass er nicht kommt…</p>
<p>Dein Pflichtverteidiger berichtete dass er dich aufgeklärt hat, was dir blüht wenn du wieder nicht auftauchst!!</p>
<p><strong>ES WIRD EIN HAFTBEFEHL GESTELLT!  DU WIRST GESUCHT!</strong><br />
<strong>EIN EUROPÄISCHER HAFTBEFEHL WIRD ANGEREGT!</strong><br />
<strong>DU LEBST JETZT IN ANGST!  WOLLTEST DU DAS? WOLLTEST DU DEIN LEBEN SO VERBRINGEN? </strong></p>
<p>NEIN?</p>
<p>Wolltest doch immer neue Abenteuer erleben, jetzt hast du dein ganz eigenes spezielles Abenteuer!</p>
<p>Und WIR?<br />
Wir warten und warten und wir warten… die Zeit vergeht nicht!  Als würden wir in einer endlosen Zeit Schleife feststecken…</p>
<p>tik… tak… tik… tak…</p>
<p>Meine Uhr ist stehen geblieben… Beobachte mein Telefon… Checke meine E-mails und hoffe darauf zu lesen, dass sie dich gefunden haben… Und wenn sie dich irgendwann gefunden haben.. dann wird’s ein Urteil geben… und welches Urteil, das wissen wir leider nicht aber dann hat das warten endlich ein Ende und ich kann wieder atmen… Und meine Uhr tickt weiter…</p>
<p>Ich hoffe bis bald!</p>
<p>Danke!</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Offen darüber zu sprechen, wenn einer*m sexualisierte Gewalt angetan wird, ist nicht leicht. <a href="https://www.meintestgelaende.de/2019/09/celine-es-war-2011/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Celine beweist Stärke, denn sie tut es trotzdem.</strong></a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vielleicht wollen nackte Menschen einfach nur für sich nackt sein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/07/nackt-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tom]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jul 2021 07:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Me, Myself & I Sticky]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor ein paar Monaten hat Tom hier schon einmal über Nacktheit geschrieben. Er ist über seinen Schatten und direkt ins kalte Wasser gesprungen und hat sich bei einem Nackt-Shooting im Wald ablichten lassen. Die dabei entstandenen Fotos zeigt er unter anderem auf seinem Instagram-Kanal, und die Reaktionen von außen verwundern ihn etwas. Warum müssen nackte]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor ein paar Monaten hat Tom hier schon einmal über Nacktheit geschrieben. Er ist über seinen Schatten und direkt ins kalte Wasser gesprungen und hat sich bei einem Nackt-Shooting im Wald ablichten lassen. Die dabei entstandenen Fotos zeigt er unter anderem auf seinem <a href="https://www.instagram.com/tom__oswald/?hl=de" target="_blank" rel="noopener"><em>Instagram-Kanal</em></a>, und die Reaktionen von außen verwundern ihn etwas. Warum müssen nackte Körper immer gleich sexualisiert werden?</strong></p>
<p><span id="more-13156"></span></p>
<p>Im Text: <a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/12/was-ist-nacktheit/" target="_blank" rel="noopener"><strong>„Was ist Nacktheit &#8211; für und in (unserer) Gesellschaft)?“</strong></a> habe ich mich mit meinen Erfahrungen mit Nacktheit auseinandergesetzt. Ein kleiner Auszug: „Das Nacktbaden war in unseren Kreisen eine ähnliche Mutprobe wie rückwärts vom 10 Meter Turm zu springen. Und wenn dann doch jemand sich im Waldbad nackt zeigte, ist die Person von allen Seiten beäugt und bewertet worden.“ Mein nackter Körper ist verglichen, beäugt, bewertet und belacht worden. In Situationen, in denen ich nackt nicht aus der Reihe getanzt bin. Beim Duschen nach den Eishockeyspielen zusammen im Team oder bei einem ungezwungenen Festival in Ostdeutschland.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-13158" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-4-480x600.jpg" alt="" width="480" height="600" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-4-480x600.jpg 480w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-4-240x300.jpg 240w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-4-768x960.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-4-1229x1536.jpg 1229w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-4.jpg 1280w" sizes="(max-width: 480px) 100vw, 480px" /></p>
<p>Im letzten Jahr habe ich ein Experiment gemacht und in meinem ersten Nacktfotoshooting vor der Kamera posiert. Frei von Menschen im Wald wurde mein Körper von den Photographen in die Natur integriert. Eingebunden in die Brauntöne des Spätsommerlaubes und die natürlichen Formen der Bäume und Äste. Ich habe meine Körperform zum ersten Mal gezeigt. Nackt. Präsent und für die Leser*innen von MeinTestgelände, meiner Instagramcommunity und allen, die den daraus entstandenen Kalender des Photographen käuflich erworben haben, sichtbar. Ich habe mich sowohl alleine gezeigt, als auch verschlungen mit dem professionellen Male-Model Fridos Meier, einem Mann aus Mönchengladbach, Mitte 50 und mit internationaler Erfahrung im Aktshooting.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Für mich war das ein Schritt, meine Scham zu überwinden und negative Erfahrungen aus der Vergangenheit hinter mir zu lassen. Ich wollte mich zeigen, doch dachte ich nicht daran, wie herausfordernd es sein kann, meinen nackten Körper zu betrachten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b><i>Wie ist es, mit Nacktheit konfrontiert zu werden?<span class="Apple-converted-space"> </span></i></b></p>
<p>„Sei ehrlich. Biste jetzt schwul oder nicht!“ &#8211; fragte mich jemand, den ich seit meiner Kindheit kenne und zu Weihnachten wieder besucht habe. Ich war irritiert.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Ja, da ist doch dieses Foto auf Instagram mit dir und diesem anderen nackten Mann drauf.“ Selbst meine Eltern wurden von vielen Seiten auf meine Fotos angesprochen und gefragt, warum ich das gemachte habe. Der Artikel unter den geposteten Fotos kam allerdings kaum zur Sprache. In diesem Text habe ich versucht, mich mit Nacktheit in Bezug auf meine Männlichkeiten auseinanderzusetzen. In keiner der Zeilen schreibe ich über Homosexualität, das wäre ein anderes Thema. Dennoch sahen manche Menschen durch die Fotos eine Verbindung dazu.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-13161" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-2-800x533.jpg" alt="" width="700" height="466" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-2-800x533.jpg 800w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-2-300x200.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-2-768x512.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-2-1536x1024.jpg 1536w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-2.jpg 2048w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /> <img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-13160" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-6-800x533.jpg" alt="" width="700" height="466" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-6-800x533.jpg 800w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-6-300x200.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-6-768x512.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-6-1536x1024.jpg 1536w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-6.jpg 2048w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /></p>
<p>Wie ich in der Zeit feststellte, hatten meine Fotos eine Wirkung auf Menschen, der ich mir selbst nicht bewusst war. Die Bilder waren teilweise für sie schwer einzuordnen und das warf Fragen auf, die sie sich versucht haben, selbst zu beantworten. Vor allem, wenn ein Mensch sich nackt zeigt, der seinen Körper nicht sexualisiert darstellt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nicht sexualisierte Nacktheit findet im öffentlichen Raum, außer an dafür ausgewiesenen Orten, kaum noch statt. Im digitalen Raum sieht das ganz anders aus. Das Internet ist voll davon. Wer „Nacktheit“ googelt, landet auf heilsamen FKK Yoga Blogs, die dir das Paradies auf Erden versprechen oder gleich in der Pornographie. Wer sich also mit Nacktheit beschäftigen will, kann es kaum erwarten, nackte Menschen auf dem Bildschirm gezeigt zu bekommen. So die Theorie. Wo wir wieder bei der Sexualisierung von Nacktheit sind.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nackt bedeutet für mich persönlich aber nicht gleich Sex. Das Zeigen der weiblichen Brust oder das Weglassen des Büstenhalters nicht: „Komm, sexualisiere mich.“ Auch ein männlicher nackter Körper will nicht unbedingt das Signal senden, bewertet zu werden oder „Der hat&#8217;s aber nötig.“</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-13159" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3-400x600.jpg" alt="" width="400" height="600" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3-400x600.jpg 400w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3-200x300.jpg 200w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3-768x1152.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3-1024x1536.jpg 1024w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3-380x570.jpg 380w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3-760x1140.jpg 760w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3.jpg 1365w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Vielleicht wollen nackte Menschen einfach nur für sich nackt sein, volle Bräune ihres Körpers ohne weiße Streifen oder keine nassen Badeklamotten in ihrer Tasche haben. Vielleicht wollen sie für sich etwas ausprobieren, sich mit ihrem nackten Körper und den Gefühlen dahinter auseinandersetzen. Nackt sein auf ausgewiesenen Plätzen ist keine Einladung zum Gaffen oder viel schlimmer, zum Anfertigen von Fotos. Ein nackter Körper ist kein Interpretationsobjekt. Ein nackter Körper ist in den meisten Fällen nicht und nicht weniger als ein nackter Körper. Körper dürfen Körper sein und bleiben. Nackt, behaart, tattoowiert, gepierct, faltig, glatt und in allen Formen und Farben. Ein Penis oder eine Vulva darf ein gleichwertiges Körperteil sein und bleiben. Fridos, das Model vom Shooting meinte zu mir: „Dein Penis ist genauso viel wert wie Deine Nase. Deine Eichel genauso viel wert wie dein großer Zeh oder Dein Bauchnabel.“</p>
<p>Vielleicht sollten wir uns öfter daran zurückerinnern, wenn wir uns mal wieder den Impuls haben zu kichern, sobald wir einen nackten Körper auf der Liegewiese am See bemerken oder das Aufkommen von Scham verspüren, wenn wir unseren eigenen nackten Körper im Spiegel betrachten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Auch Fee befasst sich mit dem Thema Nacktheit, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/07/von-hier-an-nackt/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier geht&#8217;s zu ihrem Text</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Testosteron mal anders</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/04/testosteron-mal-anders/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nev]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Apr 2021 07:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute gibt es mal wieder ein kleines Update von unserem Autoren Nev! Im Video berichtet er, was sich in der letzten Zeit bei ihm verändert hat und warum man manchmal Sport machen sollte, nachdem man eine Spritze bekommen hat — und zwar eine Testosteronspritze. Wir wünschen euch viel Spaß beim Ansehen! Und übrigens: Wenn ihr Fragen an]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute gibt es mal wieder ein kleines Update von unserem Autoren Nev! Im Video berichtet er, was sich in der letzten Zeit bei ihm verändert hat und warum man manchmal Sport machen sollte, nachdem man eine Spritze bekommen hat — und zwar eine Testosteronspritze. Wir wünschen euch viel Spaß beim Ansehen! Und übrigens: Wenn ihr Fragen an Nev habt, nur raus damit. Hinterlasst uns gerne einen Kommentar.</strong></p>
<p><span id="more-12875"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Solltet ihr die vorherigen Videos von Nev verpasst haben, kein Problem <span style="font-size: 1.14285rem;">— <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/nev/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier entlang</strong></a>.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Meine Mantren: Gesundheit und Self-Care während der Corona-Krise</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/03/meine-mantren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mare]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Mar 2021 07:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Covid19]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mentale Gesundheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Teamsport, Schwimmbad, Fitness-Studio oder Meditationskurs: Was uns ansonsten Struktur und Entspannung beschert, ist leider momentan nicht möglich. Was also tun? Auf Online-Angebote zurückgreifen? Irgendwie müssen wir uns schließlich um uns selbst kümmern, eine Balance finden, richtig? Unsere Autorin Mare hat aufgeschrieben, wie sie die Sache mit der Self-Care in Zeiten der Pandemie angeht. „Wir beginnen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Teamsport, Schwimmbad, Fitness-Studio oder Meditationskurs: Was uns ansonsten Struktur und Entspannung beschert, ist leider momentan nicht möglich. Was also tun? Auf Online-Angebote zurückgreifen? Irgendwie müssen wir uns schließlich um uns selbst kümmern, eine Balance finden, richtig? Unsere Autorin Mare hat aufgeschrieben, wie sie die Sache mit der Self-Care in Zeiten der Pandemie angeht.</b></p>
<p><span id="more-12827"></span></p>
<p>„Wir beginnen. Einatmen. Ausatmen. Ohhhhm.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich atme ein. Ich atme aus. Ich fühle mich vollkommen bescheuert dabei, wie ich im Schneidersitz auf dem Boden sitze und der Frau auf dem Computerbildschirm dabei zuhöre, wie sie auf einer Sprache schief Wörter singt, die weder ich noch sie verstehen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich mag Yoga. Oder besser gesagt: ich bin im Fitnessstudio gerne in die Yogakurse gegangen. Genauso wie ich gerne schwimmen war und in den Kampfsportverein gegangen bin. Oder einfach nur am Ende eines langen Tages ein bisschen im Park eine Runde spazieren war.</p>
<p>Was ich nicht mag, sind Online-Yogakurse, die unbedingt dem ganzen einen esoterischen Flair geben müssen, indem Worte rezitiert werden, die keiner versteht (oder noch schlimmer, die man lieber nicht verstehen würde a la „Ich fühle Mondenergie in meinem Herzen wachsen!“). Aber mir bleibt momentan dank Corona nichts anderes übrig, als mich von Video von Video zu klicken, um merkwürdige Mantren-Gesänge zu vermeiden.</p>
<p>Dabei können Mantren hilfreich sein. Gerade in dieser Zeit. „Ein Mantra kann eine Silbe, ein Wort oder (meistens) eine Wortfolge sein, die wiederholt aufgesagt, gedacht oder gesungen wird“, sagt das <a href="https://neueswort.de/mantra/">Online-Wörterbuch</a>. Und ich habe auch Mantren.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><i>Ich mache es, um gesund zu sein und mich um meinen Körper zu kümmern. Nicht um irgendeinen Schönheitsideal zu entsprechen.</i> Immer und immer wieder<i>. Ich mache es, um gesund zu sein. </i>Und irgendwie stimmt das auch.<span class="Apple-converted-space">  </span>Mir geht es so gut wie noch nie. Plötzlich ist da Energie, wo vorher nie welche war. Und auch die chronischen Rückenschmerzen lassen nach. Und trotzdem. Mit jedem Kilo, das auf der Waage fällt, kommt das Erfolgsgefühl.</p>
<p>Aber dann kommt der Schnitt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Bleib mal lieber zu Hause und geh nicht zum Training. Herunterfahren des öffentlichen Lebens. Kontaktverbot. Und jetzt auch noch das böse Wort mit Q.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Unterstimulierung. Energieüberschuss. Zukunftsängste. Rückenschmerzen. Frustessen. Home-Workouts und Online-Yogakurse. Seit Tagen kein Blick auf die Waage. Und mein Mantra. <i>Ich mache es, um gesund zu sein.</i></p>
<p>Ich versuche es zu dem Mantra von allem zu machen, was ich in diesen Tagen tue. Für meine körperliche Gesundheit und für meine geistige. Denn einige Tage ziehen sich hin, strecken sich aus, fühlen sich an, als müsste ich mich durch Stunde um Stunde kämpfen, denn hinter jedem Gedanken warten die Sorgen. An anderen Tagen überschlagen die Stunden sich. Mit jeder Vibration vom Handy kommt die Angst um schlechte Nachrichten, von der Tagesschau oder dem Bekanntenkreis, und oft genug kommen sie auch.</p>
<p><i>Ich mache es, um gesund zu bleiben</i>. An manchen Tagen heißt das, dass mein Wecker um 8 klingelt, denn ich brauche einen Tagesrhythmus. Frühstück. Yoga. Arbeit. Mittagessen. Hausarbeiten. Cardio-Training. Abendessen. Gruppenchats auf Discord oder Brettspiele mit den Mitbewohnern. Fast schon das Gefühl von Normalität.</p>
<p><i>Ich mache es, um gesund zu bleiben. </i>An manchen Tagen heißt das, dass ich mich mit dem Snackvorrat in eine Decke auf dem Sofa einwickle und eine Staffel von irgendeiner dummen Serie auf Netflix in einem Rutsch durchgucke. Denn die Ereignisse überschlagen sich, genauso wie die schlechten Nachrichten. Wir durchleben momentan eine globale Pandemie, keinen normalen Hausarrest. Die beste Version von mir selber in der Quarantäne ist nicht die, die fünf neue Sprachen anfängt und einmal komplett das Haus grundreinigt, während sie Gewichte stemmt. Die beste Version von mir selber, ist die, die es da irgendwie durchschafft. Das ist genug. Das ist genug. <i>Das ist genug.</i></p>
<p>Zwei Gedanken gehören zu meinem Mantra: Ich darf nicht aufgeben. Ich muss mich um mich selber kümmern, darf nicht versinken in Angewohnheiten, die mir am Ende nur schaden.</p>
<p>Und: Wenn ich mich schone, meine Batterien auflade, die Kekspackung für ein bisschen Glückgefühl leer esse, dann kümmere ich mich auch um mich. Ich kümmere mich darum, durch den Tag zu kommen.</p>
<p>Es ist ein Balanceakt. Ständig fühle ich, wie ich von der einen Seite zu der anderen schwanke. Aber genau für sowas hat mir Yoga ein Mantra mitgegeben. Einatmen. Ausatmen. Und auf einen Punkt direkt vor mir konzentrieren. Und nicht zu weit nach vorne oder oben gucken. Dann fällt das mit dem Gleichgewicht leichter.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Beiträge von Mare gibt&#8217;s <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/mare/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier</strong></a>!</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gemeinsam Verschieden!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/03/gemeinsam-verschieden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tom]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Mar 2021 07:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12810</guid>

					<description><![CDATA[Ausstellungen finden — wie so vieles — momentan ja ausschließlich online statt. Aber immerhin haben auf diese Weise ganz schön viele Menschen die Möglichkeit, sie zu besuchen! Unser Autor Tom hat sich die Vernissage zur Ausstellung &#8222;Gemeinsam verschieden&#8220; der FH Bielefeld angeschaut und berichtet hier darüber. Er findet: Lohnt sich total! Also nichts wie los, schaut euch ein bisschen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ausstellungen finden — wie so vieles — momentan ja ausschließlich online statt. Aber immerhin haben auf diese Weise ganz schön viele Menschen die Möglichkeit, sie zu besuchen! Unser Autor Tom hat sich die Vernissage zur Ausstellung &#8222;Gemeinsam verschieden&#8220; der FH Bielefeld angeschaut und berichtet hier darüber. Er findet: Lohnt sich total! Also nichts wie los, schaut euch ein bisschen Kunst an! Oder werdet vielleicht gleich selbst kreativ? Mehr Infos dazu findet ihr am Ende des Texts </strong>🤗</p>
<p><span id="more-12810"></span></p>
<p>Studierende der FH Bielefeld zeigen, was Diversität für sie persönlich bedeutet. Gemeinsam verschieden“ ist eine Plattform für Projekte, die sich mit allen Facetten und Perspektiven von „Diversität“ auseinandersetzen will.</p>
<p>Divers, bunt, aber einheitlich traten am 22. Februar 2021 die Koordinator:innen und Studierenden des Projektes „Gemeinsam Verschieden“ der FH Bielefeld bei der Online-Vernissage via Zoom auf. Hinter ihren Gesichtern leuchtete das nie gedruckte Poster für die ursprünglich geplante physische und interaktive Ausstellung der zehn Projekte. So sahen die Teilnehmenden der digitalen Veranstaltung schnell, wer mit involviert ist und wer zusieht. Knapp 100 Menschen schalteten sich zu.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nachdem sie in den Begrüßungsworten vom Diversity Beauftragten des Fachbereichs Gestaltung Dr. Philip Rupp und Lore Funk vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. erste Einblicke der Entstehungsgeschichte von „gemeinsam verschieden“ erfahren konnten, wurde die Website präsentiert und somit der Ausstellungsraum dieser Vernissage eröffnet. Die Ausstellung bündelt diese Arbeiten und bietet ihnen eine Plattform“, so Dr. Philipp Rupp. „Sie soll zur Auseinandersetzung mit den verschiedenen Aspekten von Diversity anregen. Die Studierenden sollen dazu ermutigt werden, Fragen zu stellen und ihren ganz eigenen Zugang zu Diversity-Themen zu erforschen.“ Herausfordernd war dabei nicht nur die Übersetzung der Ausstellung im digitalen Raum, sondern auch mit den unterschiedlichsten Meinungen der Initiator:innen einen zielorientierten Entstehungsprozess basisdemokratisch voranzubringen, sagt Lore Funk. „Begeistert hat mich aber auch der Entstehungsprozess und die Kombination aus persönlichen Reflexionen und wissenschaftlich soziologischen Untersuchungen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Mit dem selbst ernannten Ziel, die Vielfalt der Hochschule Bielefeld sichtbar zu machen, wird die Plattform ins Leben gerufen. Dabei wurde den Künstler:innen, in diesem Fall den Studierenden der Abschlussjahrgänge des Fachbereichs Gestaltung, nicht das Thema „Diversity“ strikt vorgegeben, sondern die Inspiration und Umsetzung der Abschlussarbeiten war den Studierenden selbst überlassen. Letztendlich waren 10 der Projekte sehr nah an der Auseinandersetzung mit Diversität dran und wurden auf unterschiedlichste Art und Weise ausgedrückt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Besonders sticht dabei die Auseinandersetzung mit Körperformen von Isabel Pallas, sowie die Arbeit an sich selbst und gesellschaftlichen Geschlechtszuschreibungen von Marvin Glißmann heraus, die beide auch im Videocall der Onlineveranstaltung zugeschaltet waren. Im Rahmen seiner Bachelorarbeit an der FH Bielefeld beschäftigt er sich mit der Rolle von „Countess Marrin“, die im knallpinken Kostüm, silbern glänzendem Haar und markantem Make-UP mit matt-roten Lippen bei ZOOM auftritt und auf einem Video der Plattform „gemeinsam verschieden“ chic C&#8217;est La Vie performt. Inspiriert von der Serie „Rupaul&#8217;s Drag Race“, spürt der Absolvent der FH Bielefeld in der weiblichen Rolle von Marrin schon früh, wie chic und elegant das Leben sein kann. „In Bielefeld trat ich so nicht in die Öffentlichkeit, das wäre aufgefallen.“ Heute lebt Marvin Glißmann in Berlin und will dort &#8211; nach dem Studium und seiner Ausbildung zum Haar- und Make-Up-Artist &#8211; Drag als professionelle Tätigkeit ausüben. Für ihn bedeutet Diversität freie Selbstbestimmung seines Auftretens und die Einordnung seines Geschlechts und seinen sexuellen Vorlieben, abseits einer heteronormativen Gesellschaft, auch wenn er anfangs Angst vor negativen Reaktionen und den gesellschaftlichen Stigmata „Drag Queen“ und „schwul“ hatte.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Mode sieht schön und besonders aus, egal an welchem Körper sie ausgestellt wird.“</p>
<p>Isabel Pallas nimmt Bilder von der Haute Couture bekannter Laufsteg-Labels wie Off-White und Prada und setzt sie mithilfe eines Bildbearbeitungsprogramms an diversere Körperfomen (Plus-Size-Models). Im Rahmen eines Seminarprojektes ihrer Masterarbeit untersucht sie die Rolle der Gesellschaft und der Bekleidungsindustrie im Bezug auf Body Shaming als Form der Diskriminierung. Dabei konzentriert sich Isabel Pallas auf Körperformen abseits der Normen, die von der Modeindustrie gesetzt werden. Sie entwickelt während ihres Studiums Kleidung für mehr gewichtige Körper, nachdem sie selbst bei einem Casting von Models gemerkt hat, dass Menschen abseits der gesellschaftlichen Körperformen und Größen nicht in die Kleidungsstücke passen, die sie entworfen hat. „Warum differenziert die Industrie und Gesellschaft heute noch das Spektrum der Kleidergrößen? Im Sinne der Gleichberechtigung ist das diskriminierend.“ Sie sieht Body Shaming aber nicht nur als Problem in der Modewelt, auch beispielsweise bei der Größe der Stuhllehne oder der Länge des Gurtes bei Flugzeugen und plädiert dafür, dass die Normgrößen eines Körpers auch von Kosument:innen grundlegend infrage gestellt werden sollten. Von Body Shaming betroffenen jungen Menschen rät Isabel Pallas die Bodypositivity-Bewegung in den sozialen Medien, die von Schwarzen, mehr-gewichtigen Aktivist:innen ins Leben gerufen wurde. „Ich wäre froh gewesen, wenn ich damals auf die Bodypositivity-Blase zurückgreifen hätte können. Die, die Menschen aufgrund ihrer Körperform beschimpfen, haben vielleicht das Problem, nicht die Beschimpften. Das ist ein Kommunikationsthema.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><em>*Body Shaming bedeutet, jemanden aufgrund seiner körperlichen Erscheinung zu beleidigen oder zu diskriminieren. Das kann jeden Körper treffen, aber vor allem weibliche Körper werden bewertend und herablassend kommentiert. Es ist ein Irrglaube, dass Body Shaming nur dicke Körper betrifft (Fat Shaming) (Skinny Shaming), alte oder behinderte Körper werden Opfer von Body Shaming.<span class="Apple-converted-space"> </span>Quelle: Marshmellow-Mädchen.de<span class="Apple-converted-space"> </span></em></p>
<p>Neben den Aspekten der Projekte von Marvin Glißmann und Isabel Pallas stellt die Plattform „gemeinsam verschieden“ Vielfalt auf unterschiedliche Arten dar. Ziel ist es, eine diverse Gesellschaft kulturell vielfältig, sexuell vielfältig und innerhalb eines Genderspektrums, ebenso barrierefrei und inklusiv abzubilden. Die einzelnen Arbeiten überschreiten dabei Grenzen von Geschlechtern und Geschlechtszuschreibungen, wie in „Moments“ von Johanna Baschke, einer künstlerischen Reflexion ihrer eigenen Geschlechtsidentität als CIS-Frau “ oder kulturelle Grenzen, wie die Portraitreihe von Paul Koncewicz „I am not your ideologie“ über politische und gesellschaftliche Anfeindungen queerer Menschen und LGBTQIA*-freie Zonen in Polen. Grenzen von Barrieren im öffentlichen Leben, die mit ausfahrbaren „Beep Rampen“, von Betül Ügüden, Sarah Rehrmann und Chantal Schäffer von Rollstuhlfahrer:innen überschritten werden und Grenzen im Kopf, die in einem gesamtgesellschaftlichen und generationsübergreifenden Prozess überwunden werden können.</p>
<p>Da Diversität aber noch vielfältiger und von noch vielfältigeren Künstler:innen aus noch unterschiedlicheren Lebensrealitäten und Perspektiven ausgedrückt werden kann, soll diese Ausstellung nur der Beginn der Plattform „gemeinsam verschieden“ sein. „Wir sind Feuer und Flamme für weitere Projekte, sagt Lore Funk „Was fehlt, ist eine stärkere Auseinandersetzung mit Inklusion.“ Was aber auch fehlt sind Perspektiven von Menschen mit Rassismus-, Antiziganismus-, Islam- und Fremdenfeindlichkeit- und Antisemitismuserfahrung, von Ausgrenzung durch Langzeitarbeitslosigkeit und Wohnungslosigkeit. Sogenannte gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (hier <a href="https://www.bpb.de/mediathek/230610/gruppenbezogene-menschenfeindlichkeit" target="_blank" rel="noopener"><strong>in einfacher Sprache erklärt</strong></a>).</p>
<p><strong>Die Initiator:innen von „gemeinsam verschieden“ rufen daher auf, eigene Projektideen bis zum 30.04.21 unter <a href="mailto:diversity@fh-bielefeld.de">diversity@fh-bielefeld.de</a> einzureichen. Alle bisherigen Arbeiten sind seit dem 22.02.2021 und für unbegrenzte Zeit unter <a href="http://www.gemeinsamverschieden.de/">www.gemeinsamverschieden.de</a> einsehbar.</strong></p>
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		<title>Von „Sexflatrates“ bis hin zu „Kleidung verboten“- Regelungen – die aktuelle Lage der Prostitution in Deutschland</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/02/prostitution-in-deutschland/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Feb 2021 07:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Sexarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Für diesen Text hat sich unsere Autorin Lilith mit dem Thema Sexarbeit in Deutschland auseinandergesetzt. Wie steht es um die aktuelle Gesetzeslage, wie viele Sexarbeiter*innen gibt es überhaupt, und wie ordnet Lilith dies ein? All das lest ihr im Folgenden. Pornotheater, „Teeklubs mit Spaß“, Lusthäuser so groß wie ganze Hotels. Dass derartige Einrichtungen die deutschen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Für diesen Text hat sich unsere Autorin Lilith mit dem Thema Sexarbeit in Deutschland auseinandergesetzt. Wie steht es um die aktuelle Gesetzeslage, wie viele Sexarbeiter*innen gibt es überhaupt, und wie ordnet Lilith dies ein? All das lest ihr im Folgenden.</strong></p>
<p><span id="more-12756"></span></p>
<p>Pornotheater, „Teeklubs mit Spaß“, Lusthäuser so groß wie ganze Hotels. Dass derartige Einrichtungen die deutschen Straßen säumen, bekommt jede*r mit. Nicht umsonst bezeichnen Aktivisten wie auch einige Politiker Deutschland als reinstes Paradies für an bezahlter Befriedigung interessierte Männer. Denn: Die Prostitution ist in der Bundesrepublik bereits seit 100 Jahren legal. Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf die Situation in Deutschland auch im 21. Jahrhundert durch das Prostitutionsgesetz aus dem Jahr 2001. Lediglich die Ausbeutung Prostituierter blieb strafbar. Alles andere: nach Gesetz unbedenklich.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die Befürworter dieser erweiterten Legalisierung der Prostitution versprachen sich daraus eine bessere Kontrolle über diesen Sektor. So ist es seitdem z.B. möglich, sich als regulär Angestellte registrieren zu lassen und eine Sozialversorgung zu erhalten. Bislang haben sich jedoch lediglich 44 Prostituierte wirklich registrieren lassen. Und das bei einer Anzahl von 4000 bis vermuteten 1 Mio. Prostituierter in der Bundesrepublik. Die Krankenversicherung ist teuer, da es sich um einen „riskanten Beruf“ handelt und der Anreiz, sich offiziell zu melden, fehlt. Viele wollen zudem nicht, dass eine derartige Tätigkeit in ihrem Lebenslauf vermerkt werden muss. Denn, dies ist vielleicht die einzige positive Nachricht: ein Großteil der Prostituierten führt diesen „Job“ nicht dauerhaft, sondern nur temporär aus.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Schlimm ist jedoch die andere Seite der „Sexindustrie“. In vielen Städten stellen die dahintersteckenden Strukturen einen Teil der organisierten Kriminalität dar und werden von Gruppen, wie den Hells Angels oder United Tribuns dominiert. Kein Wunder, in einer Industrie, in der pro Jahr 15 Mio. Euro umgesetzt werden. Dies ist besonders durch die Entwicklung ganzer Bordellketten bedingt. Kunden werden diese in jeder deutschen Stadt ebenso einfach finden, wie es für Kaffeeliebhaber bei der Kette Starbucks der Fall ist und für Shoppingqueens für H&amp;M und Zara gilt. Täglich werden in Deutschland aktuell 1,2 Mio. Männer bedient. Es gibt in diesem Milieu aufgrund der kriminellen Strukturen also nicht ausschließlich „freiwillige“ Arbeiterinnen, sondern immer noch ist der Menschenhandel keine Seltenheit. 70% des Menschenhandels in Europa wird mit Zwangsprostitution gedeckt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Besonders Frauen aus Osteuropa werden nicht selten mit beruflichen Perspektiven als Kellnerin oder Hotelangestellte, nach Deutschland gelockt und folgen meist aufgrund ihrer finanziellen Not, diesem Aufruf. Angekommen in Deutschland werden sie zur Arbeit als Prostitutierte gezwungen und können einen Großteil ihres Gehaltes noch nicht einmal selbst einstecken.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Gleichzeitig darf nicht unerwähnt bleiben, dass nicht alle Sexarbeiterinnen den Beruf aus Zwang oder aus finanziellen Nöten heraus ergreifen. Auch ist es wichtig, Menschen, die den Beruf selbst wählen, mitzudenken. Diese sollten keinesfalls stigmatisiert werden, dennoch bleibt es gerade bei einem solch intimen Berufsfeld wichtig, genau hinzusehen und die Hintergründe detailliert zu untersuchen. Und genau das wird zu selten getan:</p>
<p>Einrichtungen in denen derartige Damen arbeiten, können rechtlich nicht belangt werden. Die meisten Geschäfte vermieten „lediglich“ Räume an die Damen. Diese sind also ebenso Kunden, wie die die Einrichtung besuchenden Männer. Daraus folgt, dass für die Eröffnung eines Bordells weniger Regeln gelten, als für einen geplanten Supermarkt. Das Paradox: trotz des Verhältnisses zwischen den Frauen und dem Betreiber als „Kunde“ kann Ersterer Regeln festlegen, an die sich alle in seinem Haus Mietenden zu halten haben. Eine Beispielregel gefällig? Durchgehend nackt sein.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Einige Betreiber jedoch bleiben nicht untätig. Sie vermitteln Prostituierte an entsprechende Beratungsstellen und Hilfsnetzwerke, wenn sie mitbekommen, dass die Frauen einen „Arbeitgeber“ haben, der sie zwingt. Viele Freier im Gegensatz dazu, denen sich die Damen anvertrauen, trauen sich wiederum nicht, dies bei der Polizei zu melden. Zu groß empfinden sie ihr Risiko, dass aufgedeckt wird, wo sie sich abends aufhalten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Hilfsnetzwerke bieten bislang besonders für den Winter warme Räumlichkeiten und Tee, ganzjährig jedoch Beratungsgespräche, Informationsmaterial und Verhütungsmittel an. Einige Vereinigungen stellen auch draußen Räumlichkeiten, ausgestattet mit Notknopf und Notausgang, zur Verfügung, sodass besonders Stricherinnen ihre Freier an einen sicheren Platz führen können.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„All inclusive: nur 100€“ „Eine Nacht im Traumkeller: nicht mehr als 30€“. Dass Frauen und ihre Dienstleistungen als Produkte angeboten werden, scheint heutzutage kaum noch jemanden zu stören. Auch Bestellapps für derartige Dienste sprießen genauso zahlreich in die Höhe, wie es in den Freizeitspielebereichen, oder bei Pizza vorm Fernsehen der Trend ist. Selbst „Sexflatrates“ sind heute genauso leicht wie Handyverträge erhältlich. Werbung findet sich in deutschen Städten überall. Steigt man in einer deutschen Großstadt in ein Taxi, trennt man beim Öffnen der Beifahrertür die Telefonnummer eines „Orientparadies“ mit dementsprechend anzüglichen Bildern und auch auf der Autobahn wird man durch mit Werbeplakaten ausgestattete LKWs nicht in Ruhe gelassen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der Markt ist hart. Es gibt nicht wenige, die bereit dazu sind, für schnelles, wohlgemerkt nicht einfaches Geld, ihren Körper als Mittel zur Verfügung zu stellen. Der Konkurrenzkampf ist in der Folge dementsprechend angespannt. So kommt es, dass z.B. Frauen trotz der gesetzlichen Vorschriften nicht auf Verhütungsmittel bestehen. Wenn man den Kunden diesen Wunsch verweigere, so würden sie einfach zur Konkurrenz wechseln – und diesen Verlust können sich die meisten nicht leisten. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Dass die Legalisierung der „Erwachsenen-Unterhaltung“ in der Form, wie sie aktuell ausgeprägt ist, nicht wirklich Erfolg zu verzeichnen hat, wird besonders in einem internationalen Vergleich deutlich: Selbst wenn man die Anzahl der Prostituierten in Abhängigkeit der Einwohner betrachtet, weist Deutschland mehr Sexarbeiterinnen auf als Thailand oder das für sein Rotlichtmilieu besonders berüchtigte Amsterdam in den Niederlanden. In Ländern, in denen bezahlter Geschlechtsverkehr eine Straftat darstellt, wie z.B. in Norwegen, Schweden und Island ist die Lage deutlich kontrollierter als in der Bundesrepublik. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nichtsdestotrotz muss man vorsichtig sein, wenn man das System der Legalisierung als das Non plus ultra herausstellen möchte. Dieser Ansatz muss keine Einbahnstraße sein, es besteht vielmehr die Frage, wie er umgesetzt wird. Eine Fehleranalyse der momentanen Situation wäre bereits der erste Schritt hin zur Besserung. Sind die Kontrollen nicht strikt genug? Gibt es zu wenige Regeln und Gesetze? Auch über EU-weite Regelungen wird diskutiert.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Warum aber wird in diesem Artikel fast ausschließlich von „Damen“ geredet, die ihre Körper auf dem Markt anbieten? Weil das der Realität entspricht. Es werden kaum sexuelle Dienste von Männern angefordert. Zwar gibt es Callboys und auch einige männliche Stricher lassen sich auf den Straßen erblicken, diese sind jedoch in der Unterzahl. Interessant dabei: Meist werden diese nicht etwa von Frauen angefragt, sondern von homosexuell orientierten männlichen Kunden. Frauen sind in diesem gesamten Apparat also sehr selten als Kunden beteiligt. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Du willst mehr Texte von Lilith lesen? Kein Problem, <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lilith/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier entlang</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Ein bisschen leichter</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/01/ein-bisschen-leichter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nev]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Jan 2021 07:00:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns über ein Update von Nev! Vor ein paar Wochen hat er uns noch erklärt, was für eine Operation für ihn auf dem Plan stand — Mastektomie sowie Hysterektomie — inzwischen hat er sie bereits hinter sich gebracht. Zwar hat er sich noch nicht ganz wieder erholt, aber es ist alles soweit gut gegangen. Mehr]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns über ein Update von Nev! Vor ein paar Wochen hat er uns noch erklärt, was für eine Operation für ihn auf dem Plan stand <span style="font-size: 1.14285rem;">— </span>Mastektomie sowie Hysterektomie <span style="font-size: 1.14285rem;">—</span> inzwischen hat er sie bereits hinter sich gebracht. Zwar hat er sich noch nicht ganz wieder erholt, aber es ist alles soweit gut gegangen. Mehr Details und einen ausführlichen Bericht bekommt ihr im Video<span style="font-size: 1.14285rem;">. Vielen Dank, dass du deine Geschichte mit uns teilst, Nev!</span></strong></p>
<p><span id="more-12738"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Falls ihr das letzte Video von Nev verpasst haben solltet <span style="font-size: 1.14285rem;">—</span><span style="font-size: 1.14285rem;"> <a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/09/der-erste-schritt-richtung-freiheit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier entlang</strong></a>.</span></li>
</ul>
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