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	<title>Netzfeminismus &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Netzfeminismus &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Netzfeminismus: So einfach gehts!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/08/netzfeminismus-so-einfach-gehts/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Svenja Gräfen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Aug 2016 08:00:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Netzfeminismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Ganz streng genommen ist das, was hier gerade passiert, schon &#8218;Netzfeminismus&#8216;: Du liest einen feministischen Text im Internet. Aber reicht das wirklich schon aus oder steckt noch mehr dahinter? So weit, so klar: Das Internet ist nicht bloß für Katzenvideos und Onlineshopping da. Ein Großteil unseres Lebens spielt sich zumindest zusätzlich auch online ab. Wir]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ganz streng genommen ist das, was hier gerade passiert, schon &#8218;Netzfeminismus&#8216;: Du liest einen feministischen Text im Internet. Aber reicht das wirklich schon aus oder steckt noch mehr dahinter?</strong></p>
<p><span id="more-7067"></span></p>
<p>So weit, so klar: Das Internet ist nicht bloß für Katzenvideos und Onlineshopping da. Ein Großteil unseres Lebens spielt sich zumindest zusätzlich auch online ab. Wir chatten mit Freund_innen, lesen Nachrichten, informieren uns, buchen Konzerttickets oder Reisen, bewerben uns für Ferienjobs oder an Universitäten. Und auch Politik gibt es online: Man kann beispielsweise Wahlprogramme lesen, Politiker_innen auf diversen Social Media-Kanälen folgen oder Petitionen unterzeichnen. Eigentlich also bloß logisch, dass es auch Feminismus (beziehungsweise: <u><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/07/feminismus-wovon-reden-wir-hier-eigentlich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Feminismen)</a></u> im Netz gibt.</p>
<p>Dieser sogenannte &#8218;Netzfeminismus&#8216; ist dabei allerdings keine für sich stehende Strömung, die sich durch besondere Forderungen auszeichnet. Das Phänomen lässt sich viel besser folgendermaßen erklären: Feminist_innen benutzen das Internet, um sich zu vernetzen, miteinander zu kommunizieren, Projekte und Kampagnen zu planen, (sich) zu informieren, sich gegenseitig zu bestärken und zu empowern – und das völlig unabhängig davon, wo in der Welt sie sich gerade aufhalten.</p>
<p>Es ist nicht bloß von Bedeutung, dass man überhaupt im Netz aktiv ist, sondern wie und zu welchen Zwecken – und wenn man sich online eben hauptsächlich mit feministischen Inhalten beschäftigt, dann könnte man sich durchaus als Netzfeminist_in bezeichnen. Muss man aber nicht! Generell wird diese Bezeichnung eher von außen zugeschrieben, um zu verdeutlichen, dass da &#8218;irgendwas mit Internet&#8216; gemacht wird.</p>
<p><strong>Online und offline funktionieren nur zusammen</strong></p>
<p>Oder anders gesagt: On- und Offline-Aktivismus ergänzen sich ganz hervorragend und gehen Hand in Hand. So werden etwa Demonstrationen, Tagungen und andere Events online geplant und offline durchgeführt. Oder es formiert sich Protest im Netz, der letztlich auch Auswirkungen für die Offlinewelt hat – wenn sich zum Beispiel kollektiv über sexistische Werbung aufgeregt wird und diese dann (im Idealfall) auch nicht mehr zu sehen ist.</p>
<p>Für den aktuellen Fall Gina-Lisa Lohfink formierte sich zunächst online Unterstützung – viele feministische Blogger_innen solidarisierten sich mit ihr, dann gab es an einem Prozesstag Ende Juni schließlich eine Demonstration vor dem Gericht. Ohne die Kommunikationswege des Internets wäre es um einiges schwieriger gewesen, diese Unterstützung zu organisieren.</p>
<p>Es ist außerdem übrigens ziemlich unwahrscheinlich, dass sich eine Person online als Feminist_in bezeichnet und dies offline nicht tut – im Gegenteil sind Netzaktivist_innen oft auch außerhalb des Internets aktivistisch unterwegs und leiten zum Beispiel Workshops oder halten Vorträge.</p>
<p><strong>Die großen Pluspunkte</strong></p>
<p>Vielfalt, Vielfalt, Vielfalt. Dank des Internets ist es kinderleicht, sich verschiedenste Perspektiven anschauen und so dazulernen zu können – und auch eigene Meinungen und Eindrücke sichtbar zu machen, indem man selbst Texte schreibt, bloggt oder twittert. Und Sichtbarmachung ist das Stichwort: Egal ob durch Artikel in Onlinemagazinen, Blogtexte, YouTube-Videos, Instagram-Fotos oder Tweets. Menschen, die im Mainstream kaum bis gar nicht repräsentiert werden (zum Beispiel People of Color, Muslim_innen, dicke_fette Personen oder LGBTTIQ) können das Netz und damit den Raum erobern, der ihnen genauso wie allen anderen zusteht. Die aktivistische Arbeit von Frauen war nie einfacher sichtbar und zugänglich zu machen. Und dadurch findet Empowerment statt, also Ermächtigung. Es gibt beispielsweise Blogs und Instagram-Accounts, die sich gegen vorherrschende Schönheitsnormen auflehnen und zeigen, dass jeder Körper schön ist, völlig wurscht, ob dick, dünn, behaart, unbehaart&#8230; Diese Vielfalt im Netz tut extrem gut und spiegelt die Realität viel besser wieder als der Mainstream. Außerdem können auf diese Weise Menschen, die aufgrund ihres Aussehens Ablehnung und Diskriminierung erfahren haben, dazu inspiriert und ermutigt werden, ihre Körper zu feiern.</p>
<p>Der Zugang zu feministischen Inhalten ist im Netz einfach – man braucht letztlich bloß einen Computer mit Internetanschluss. Womöglich muss man zu Beginn ein bisschen stöbern, bis man die für sich passenden Blogs, Accounts und Magazine findet. Aber das ist bloß ein weiterer Vorteil: Man kann sich alles erst einmal ganz in Ruhe anschauen. Auf welche Art schreiben die Feminist_innen in ihren Blogs? Wie wird bei Twitter miteinander kommuniziert? Welche Begriffe werden benutzt? Um welche Themen geht es gerade?</p>
<p>Und all das natürlich unabhängig davon, wo man lebt: Besonders, wenn man zuhause oder im näheren Umfeld keine feministische oder queere Community finden kann, ist das Netz eine große Hilfe, um Gleichgesinnte zu finden, sich auszutauschen, sich gegenseitig den Rücken zu stärken, Projekte zu planen und um voneinander zu lernen.</p>
<p><strong>Okay, aber geht’s auch ein bisschen konkreter?</strong></p>
<p>Du kannst verschiedene Blogs lesen und die Links dazu in den sozialen Netzwerken mit deinen Freund_innen teilen. Oder verschicke mal einen Artikel per E-Mail! Wenn du die Arbeit/die Texte einer_eines Netzaktivist_in gut findest, teile es ihm_ihr doch einfach mit – meist kannst du Texte und Facebook-Posts kommentieren, oder du schreibst eine Direktnachricht.</p>
<p>Hinterfrage Inhalte, die du online und insbesondere in sozialen Netzwerken findest, kritisch und – misch dich ein! Wenn jemand einen sexistischen Spruch postet – sag, dass das nicht ok und definitiv nicht cool ist. Wenn du mitbekommst, dass andere Nutzer_innen belästigt und/oder beleidigt werden, biete ihnen deine Unterstützung an.</p>
<p>Mach deine eigene Perspektive sichtbar! Fang an zu bloggen – die Software ist hier in den allermeisten Fällen kostenfrei und mit ein wenig Übung easy zu bedienen: Blogger, tumblr, WordPress (hier findest du eine <a href="http://www.lizzynet.de/wordpress-blog-anleitung.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">Schritt-für-Schritt-Anleitung</span></a>. Vernetze dich mit anderen Blogger_innen, indem du Einträge kommentierst und die Arbeit, die sie sich machen, wertschätzt.</p>
<p>Leg’ dir einen Twitter-Account zu – das ist ebenfalls kostenfrei. Hier kannst du vielen Aktivist_innen und somit auch ihrer Arbeit folgen, bleibst informiert und kannst dich selbst in Diskussionen einbringen und an Hashtag-Aktionen beteiligen. Für all das musst du übrigens nicht deinen Klarnamen verwenden und genauso wenig ein Foto von dir hochladen – bloggen und twittern geht auch anonym unter einem von dir gewählten Namen.</p>
<p>Es gibt unzählige weitere Möglichkeiten. Nach dem Motto „Das Private ist politisch“ kann auch schon eine Whatsapp-Gruppe, in der du dich mit Freund_innen über feministische Themen austauschst, eine Form von Netzfeminismus sein.</p>
<p><strong>Nachteile?</strong></p>
<p>Leider existiert auch das Internet letztlich bloß innerhalb unserer patriarchalen Gesellschaft. Dass jede_r es benutzen kann, ist Vorteil und Nachteil zugleich. Es ist kein Raum frei von Gewalt und Machtstrukturen. Feministische Arbeit stößt immer auf Gegenwind, egal ob on- oder offline. Die Anonymität macht es online aber besonders einfach, Aktivist_innen mit Hass und Häme zu überschütten. Sogenannte Hate Speech ist wirklich völlig überflüssig, tut weh und raubt Energie – deswegen ist es wichtig, damit nicht allein zu bleiben. Wenn jemand hasserfüllte Kommentare unter einen Text von dir schreibt oder dich beleidigt, such’ dir unbedingt Unterstützung bei Freund_innen oder anderen Aktivist_innen.</p>
<p>Weiter gibt es noch den Vorwurf, dieser ganze Internetaktivismus würde ja sowieso nichts bringen. Diese Netzfeminist_innen würden ja den ganzen Tag nur vor’m Computer hängen und nichts &#8218;Richtiges&#8216; tun. Das ist natürlich Quatsch. Onlineaktivismus kann genauso anstrengend sein wie Offlineaktivismus, ist also genauso als Arbeit zu betrachten und trägt obendrein noch Früchte: Wenn sich mehr und mehr Menschen im Netz mit bestimmten Themen befassen, dann kommen die Mainstreammedien, die Öffentlichkeit und die Politik letztlich auch nicht mehr daran vorbei. Der Netzfeminismus hat in den letzten Jahren dafür gesorgt, wichtige Debatten wieder aus dem Keller zu kramen und in der Gesamtgesellschaft zu diskutieren. Und er inspiriert viele Menschen dazu, ebenfalls aktiv zu werden und sich einzubringen.</p>
<p>Wer behauptet, netzfeministische Arbeit bliebe in Online-Filterblasen hängen, der unterschätzt die Macht dieser Filterblasen ganz gehörig. Es ist eben online wie auch offline so: Feminismus stößt häufig auf Kritik.</p>
<p>Und auch online ist man eben letzten Endes einfach Feminist_in, der_die das Internet als Medium nutzt.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Auch Kim ist Netz-Feministin. In <u><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/03/netz-sexismus-meine-metaphorischen-brueste/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Meine metaphorischen Brüste</a></u> zeigt sie, mit welchen Anfeindungen Frauen und Mädchen im Internet konfrontiert sind und rechnet mit Netz-Sexisten ab.</li>
<li>Du willst mehr erfahren? In <u><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/07/feminismus-wovon-reden-wir-hier-eigentlich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Feminismus: Wovon reden wir hier eigentlich?</a></u> erklärt Svenja Gräfen, welche Strömungen es im Feminismus gibt.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Feminismus: Wovon reden wir hier eigentlich?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/07/feminismus-wovon-reden-wir-hier-eigentlich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Svenja Gräfen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jul 2016 08:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Netzfeminismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Schluss mit den Klischees: Den einen Feminismus gibt es nicht. Was die verschiedenen Strömungen voneinander lernen können und wie sie im Netz zusammenfließen. Ein Text von Svenja Gräfen In den Medien ist oftmals die Rede von dem Feminismus. Meist gleich auch noch im negativen Sinne: »Der Feminismus schadet sich selbst«, »Der Feminismus hat ein Problem«,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Schluss mit den Klischees: Den einen Feminismus gibt es nicht. Was die verschiedenen Strömungen voneinander lernen können und wie sie im Netz zusammenfließen. Ein Text von Svenja Gräfen</strong></p>
<p><span id="more-6891"></span></p>
<p>In den Medien ist oftmals die Rede von <em>dem</em> Feminismus. Meist gleich auch noch im negativen Sinne: »Der Feminismus schadet sich selbst«, »Der Feminismus hat ein Problem«, »Brauchen wir den Feminismus überhaupt noch?« <em>Der</em> Feminismus wird so zu einer Art Feindbild – einem beinah bedrohlichen -Ismus, den es scheinbar nur in einer einzigen, gesamtgültigen Ausfertigung gibt.</p>
<p>Dabei stimmt das nicht, denn: <em>Den einen, </em>einheitlichen Feminismus gibt es überhaupt gar nicht. Genauso wenig gibt es die »zehn goldenen Regeln des Feminismus« oder gar einen Vertrag, den man unterschreiben muss, bevor man sich Feminist_in nennen darf. Der Grund dafür liegt eigentlich auf der Hand: Es gibt so, so viele verschiedene Frauen, Männer und <em>nichtbinäre</em> [http://de.nichtbinaer.wikia.com/wiki/Liste_Nichtbinärer_Identitäten] Personen, die in völlig unterschiedlichen Lebenssituationen stecken, auf unterschiedliche Art privilegiert sind und/oder <em>diskriminiert </em>[http://www.gleichbehandlungsbuero.de/gbb-grundlagen-unserer-arbeit_a.html] werden und daher allesamt eine ganz eigene, individuelle Perspektive haben. All diesen Personen lässt sich »der Feminismus« nicht wie ein Kostüm überziehen, das ihnen sofort passt.</p>
<p><strong>Verschiedene Menschen &#8211; verschiedene Strömungen</strong></p>
<p>Es gibt muslimischen Feminismus, afrodeutschen Feminismus, <em>Queer</em>feminismus [http://queer-lexikon.net/queer/queer] – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Leider gibt es auch Strömungen, die Personen(gruppen) ausgrenzen – wie zum Beispiel die konservative Position von Alice Schwarzer und ihrer Zeitschrift <em>Emma </em>(die etwa immer wieder kritisiert, dass muslimische Frauen Kopftuch tragen) oder der sogenannte »Elitefeminismus«, der nur überdurchschnittlich verdienenden, gebildeten Frauen weiterhilft, die einen guten und sicheren Arbeitsplatz haben.</p>
<p>Außerdem gibt es den sogenannten intersektionalen Feminismus. Hierbei werden Mehrfachdiskriminierungen berücksichtigt – denn Diskriminierung gibt’s ja nicht ausschließlich aufgrund des Geschlechts (bei der Geburt wird aufgrund äußerer Geschlechtsmerkmale das Geschlecht festgelegt), der Geschlechtsidentität (das bedeutet nicht zwingend, sich mit diesem Geschlecht auch zu identifizieren) oder der sexuellen Orientierung (die beschreibt, zu welchem Geschlecht/welchen Geschlechtern man sich sexuell und/oder romantisch hingezogen fühlt), sondern zudem noch aufgrund einiger weiterer Kategorien: Ethnische Zugehörigkeit, Religion, Gesundheit, Alter, soziale Klasse…</p>
<p>Während eine junge, weiße, heterosexuelle und gebildete Frau also ›bloß‹ aufgrund ihres Geschlechtes diskriminiert wird, so wird ihre lesbische Schwester <em>zusätzlich</em> dazu aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert. Und eine lesbische Schwarze Frau oder WoC (Woman <em>of Color</em>) [http://www.derbraunemob.de/faq/#f055] zusätzlich zu ihrem Geschlecht ebenfalls aufgrund ihrer sexuellen Orientierung <em>und zusätzlich</em> aufgrund ihres Schwarzseins.</p>
<p><strong>My feminism will be intersectional or it will be bullshit</strong></p>
<p>»Mein Feminismus ist intersektional – oder Bullshit« – denn ja: was bringt der schönste Feminismus, wenn er sich nur für weiße Frauen starkmacht? Nur für Akademikerinnen? Nur für Frauen, die auf Männer stehen? Nur für <em>Cisfrauen </em>[https://femgeeks.de/glossar/#cis]? Nur für Personen ohne Behinderung? So werden doch nur weitere Ausschlüsse geschaffen und Nachteile verfestigt. Wenn wir schon dabei sind, sollten wir uns für alle starkmachen. Das sollte ein erklärtes Ziel des feministischen Aktivismus sein – das Erreichen einer Chancengleichheit für <em>alle </em>Personen. Ausnahmslos alle.</p>
<p>Wichtig ist hierbei vor allen Dingen: Zuhören und voneinander lernen. Wie schon erwähnt macht jede Person ihre ganz eigenen Erfahrungen, ist möglicherweise anderen Personen gegenüber privilegiert und erfährt bestimmte Formen von Diskriminierung nicht. Als weiße Person kannst du beispielsweise nichts zu Erfahrungen mit Rassismus sagen – aber du kannst dir die Perspektive von Rassismus betroffener Menschen anhören und daraus lernen. Als Mann kannst du auch die Perspektive einer Frau nicht nachempfinden – auch hier gilt: Zuhören und lernen. Manchmal ist man eben schlicht nicht der_die Expert_in für ein bestimmtes Thema, das gilt ja auch für andere Lebensbereiche. Ich zum Beispiel würde auch nicht plötzlich anfangen, Vorträge zum Thema Biomathematik zu halten – davon verstehe ich nämlich rein gar nichts.</p>
<p><strong>Das Netz</strong></p>
<p>Ein guter Ort, um sich diese verschiedenen Positionen anzuschauen und sich zu informieren, ist genau hier: im Internet. tumblr, Twitter, WordPress, Blogger, Facebook – überall kannst du Feminist_innen finden, die über ihre Erfahrungen oder ihre aktivistische Arbeit schreiben, die zum Austausch einladen, die sich gegenseitig empowern – also ermächtigen. Schwarze, weiße, muslimische, nichtreligiöse, christliche, jüdische, junge, alte, heterosexuelle, homosexuelle, queere, genderfluide, trans-Personen – nie war es so einfach, Zugang zu so vielen verschiedenen Perspektiven zu finden! Und wenn im Netz über feministische Themen und Aktion geschrieben oder zu einer Demonstration aufgerufen wird, wenn sich in Facebookgruppen Girl Gangs, Bündnisse oder Netzwerke formieren, dann nennt man das Netzfeminismus.</p>
<p>Das ist keine eigene Strömung wie beispielsweise der Queerfeminismus, sondern bedeutet schlicht, dass Feminist_innen das Netz nutzen, um Informationen zu verbreiten, zu beziehen, um zu kommunizieren und sich gegenseitig zu supporten. Das Schöne daran – so drückte es die Aktivistin <em>Kübra Gümüşay</em> [http://ein-fremdwoerterbuch.com] einmal aus: Netzfeminismus ist wie eine große Party, zu der du in Schlabberklamotten gehen und den anderen zuschauen kannst – und niemanden stört es. Das bedeutet, dass du zunächst einmal reinschnuppern, dich in Themen einlesen und zuschauen kannst, wie zum Beispiel bei Twitter miteinander kommuniziert wird. Und dann kannst du dich natürlich auch jederzeit einmischen und die netzfeministische Szene um deine Perspektive bereichern.</p>
<p>Bei einer solch großen Vielfalt kommt es natürlich regelmäßig zu Reibung und Diskussionen. Das kann anstrengend sein, aber auch durchaus positiv: denn nur so können sich die verschiedenen Feminismen weiterentwickeln, nur so entstehen neue Bündnisse, nur so können wir letztlich alle dazulernen. Denn niemand ist allwissend, für alle ist es ein Prozess – und darauf sollte man sich einlassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Weiterführende Links:</em></strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/07/frauenrechte-aus-der-sicht-junger-frauen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">Frauenrechte aus der Sicht junger Frauen</span></a>:</li>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/06/netzheldin-dinge-mit-denen-jede-frau-im-internet-konfrontiert-wird/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">Dinge mit denen jede Frau im Netz konfrontiert wird</span></a></li>
<li>Feminismus ein Gesicht geben: <a href="http://werbrauchtfeminismus.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">http://werbrauchtfeminismus.de</span></a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
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