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	<title>Clara &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Clara &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<item>
		<title>Chancengleichheit – was ist das eigentlich?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/06/chancengleichheit-was-ist-das-eigentlich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Clara]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Jun 2018 07:00:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Chancengleichheit]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer wieder liest man in Zeitungen die Debatten über „mehr Chancengleichheit in Deutschland“. Immer wieder bekommt man mit, wie sich junge Menschen über Chancenungleichheit beschweren. Unsere Autorin Clara hat sich gefragt, was das eigentlich genau ist und inwiefern in Deutschland Chancengleichheit besteht – oder eben nicht. Chancengleichheit, die „Gleiche Ausbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten für alle ohne]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Immer wieder liest man in Zeitungen die Debatten über „mehr Chancengleichheit in Deutschland“. Immer wieder bekommt man mit, wie sich junge Menschen über Chancenungleichheit beschweren. Unsere Autorin Clara hat sich gefragt, was das eigentlich genau ist und inwiefern in Deutschland Chancengleichheit besteht – oder eben nicht.</strong></p>
<p><span id="more-10674"></span></p>
<p><strong><em>Chancengleichheit, die</em></strong></p>
<p><em>„Gleiche Ausbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten für alle ohne Rücksicht auf Herkunft und soziale Verhältnisse“ (Duden).</em></p>
<p>Die Herkunft kann sowohl die geographische, als auch die soziale, familiäre Herkunft sein. Es wäre also gerecht, wenn jeder, unabhängig davon, aus welchem Land die Vorfahren, Eltern oder man selbst kommt, die gleichen Bedingungen für Ausbildung und Karriere hat. Ebenso wäre es natürlich nur fair, wenn Kinder aus Nichtakademikerfamilien die gleichen Chancen für ihre Zukunft hätten wie Kinder aus Akademikerfamilien.</p>
<p>Dazu gibt es eine Studie des Hochschulbildungsreports: Im letzten Jahr haben von 100 Grundschulkindern aus Nichtakademikerfamilien 21 angefangen, zu studieren. Bei Kindern aus Akademikerfamilien lag die Zahl bei 74. Im Laufe des Studiums wird der Unterschied noch deutlicher, da ein höherer Anteil der Studierenden aus Nichtakademikerfamilien sein Studium vor dem Abschluss abbricht.</p>
<p>Da stellt sich die Frage, wie das zustande kommt und gerechtfertigt wird. Wie kann die Diskrepanz der Ausbildungsmöglichkeiten so stark von der familiären Herkunft abhängen?</p>
<p>Mit der geographischen Herkunft und ihren Auswirkungen auf die Ausbildung hat sich das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge genauer beschäftigt. Ergebnisse der letzten Studie zeigen, dass Kinder mit Migrationshintergrund in Deutschland weniger häufig auf Gymnasien und Realschulen, dafür mehr auf Hauptschulen gehen. Zudem ist der Anteil derer, die die Schule ohne einen Abschluss verlassen, bei Kindern mit Migrationshintergrund deutlich höher als bei Kindern, deren Familien selbst in Deutschland aufgewachsen sind. Insgesamt zeigen sich schon Unterschiede in der Grundschule, diese nehmen jedoch auf der weiterführenden Schule zu. Besonders schwierig haben es laut der Studie Kinder, in deren Familien kein Deutsch gesprochen wird.</p>
<p>Weshalb haben diese Umstände so einen großen Einfluss auf die Chancen in der Schulzeit? Besonders den letzten Punkt finde ich sehr problematisch, da dieser zeigt, dass Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache in der Schule nicht genug behoben werden können.</p>
<p>Zu den sozialen Verhältnissen gehört meiner Meinung nach ebenfalls das Geschlecht. Insgesamt machen mehr Mädchen Abitur und haben während ihrer gesamten Schulzeit im Durchschnitt bessere Noten als Jungen. Trotzdem ist das Einkommen von Frauen und deren Anteil in Führungspositionen merklich geringer. 2012 waren 29% der Führungskräfte weiblich. Zudem verdienen weibliche Erwerbstätige circa 20% weniger.</p>
<p>Insgesamt haben also sowohl die familiäre, als auch die geographische Herkunft, sowie das Geschlecht Auswirkungen auf Ausbildungs- und Karrierechancen. Für mich hat sich meine Frage nach Chancengleichheit in Deutschland somit beantwortet: Es ist definitiv notwendig, dass hier solche Debatten geführt werden, da derzeit noch nicht von fairen Chancen für alle geredet werden kann. Zwar ist die Tendenz steigend, dennoch reicht das meiner Meinung nach nicht aus und wir sollten uns weiterhin für ein gerechteres Deutschland einsetzen.<strong> </strong></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Hier entlang geht&#8217;s zu <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/clara/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Claras Profil.</strong></a></span></li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier gibt es <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/04/100-mensch/" target="_blank" rel="noopener"><strong>einen Text von den Sunrise Writers</strong></a>, der sich damit beschäftigt, warum so viele Meschen in Schubladen denken.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>6 Monate auf hoher See – so viel mehr als nur eine Segelreise (Teil 3)</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/08/6-monate-auf-see-teil-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Clara]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Aug 2017 07:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
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					<description><![CDATA[6 Monate hat Clara auf einem Segeschiff verbracht und dabei unterschiedlichste Erfahrungen gemacht. Zwei Teile ihres Reiseberichtes konnten wir bereits lesen, heute folgt der dritte und letzte Teil. Nächster Stopp: Bermudas. Noch so etwas, wo Leute von zuhause immer nachfragen: „Bermudas? Beim Bermudadreieck? Pass bloß auf dich auf, Clara, nicht, dass ihr untergeht!“ Meine Erfahrungen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong> 6 Monate hat Clara auf einem Segeschiff verbracht und dabei unterschiedlichste Erfahrungen gemacht. Zwei Teile ihres Reiseberichtes konnten wir bereits lesen, heute folgt der dritte und letzte Teil.</strong></p>
<p><span id="more-9319"></span></p>
<p>Nächster Stopp: Bermudas. Noch so etwas, wo Leute von zuhause immer nachfragen: „Bermudas? Beim Bermudadreieck? Pass bloß auf dich auf, Clara, nicht, dass ihr untergeht!“ Meine Erfahrungen sagten mir etwas anderes. Ich hatte kein einziges Mal auch nur das kleinste Gefühl, auf der Thor nicht sicher zu sein, auch bei Sturm waren wir schon eine sehr eingespielte Mannschaft. Trotzdem darf man die Gefahren des Meeres natürlich nicht unterschätzen, aber dafür sorgte unser Kapitän.</p>
<p>Wieder auf See fingen alle an, sich in Astronavigation fit zu machen. Die nächste Schiffsübergabe stand bevor. Schiffsübergabe, das heißt, der Segelstamm zieht sich zurück und die Schüler steuern das Schiff. Eingegriffen wird nur in Notsituationen. Dafür werden leitende Positionen von Schülern besetzt, es gab z. B. einen Schülerkapitän, Schülersteuermänner, Schülermaschinisten, Schülerwachführer etc. Dieses Mal gab es jedoch noch eine besondere Herausforderung. Alle elektronischen Geräte wurden abgeklebt und wir mussten uns, anstatt uns auf das GPS-Gerät zu verlassen, mithilfe der Sterne zurechtfinden. Also war vorher fleißig geübt worden, damit man, wie geplant, auf den Bermudas ankam und nicht plötzlich woanders landete. Unsere Schülerschiffsleitung war erstaunlich gut. Unsere errechnete Position nach einigen Tagen war nur sehr knapp an derjenigen vorbei, die das GPS anzeigte. Und wir kamen dementsprechend pünktlich auf den Bermudas an.</p>
<p>Dort war wieder eine Fahrradtour geplant; wie vorher erkannt, ist das eine gute Art, ein neues Land zu entdecken. Wir bewunderten die Landschaft, besonders die für die Bermudas typischen weißen Dächer. Außerdem besuchten wir alle die Hauptstadt Hamilton. Nach ein paar Tagen beendeten wir unseren Aufenthalt mit unserem Abschiedsfoto. Alle trugen „Bermuda-Pullis“, Pullover, die es dort in jedem Geschäft gibt, auf denen groß „Bermudas“ steht. Gedankenverloren blicke ich auf meinen eigenen Bermuda-Pulli. Auch der Landaufenthalt kommt mir schon ewig her vor.</p>
<p>Wir legten ab. Jetzt kam die angeblich stürmischste Etappe, der Weg bis zu den Azoren, einer Inselgruppe, die zu Portugal gehört. Dieses Mal hatten wir jedoch verhältnismäßig Glück, was das Wetter betraf. Ich erinnere mich an einige Tage, an denen ich sogar entspannt an Deck saß, ohne mir Sorgen zu machen, dass ich mich gleich festhalten muss, weil die nächste große Welle kommt. Trotzdem hatten wir natürlich viel Wind, aber das war auch eine besondere Erfahrung, die ich gerne gemacht habe. Wir gingen weiter Wache, hatten Unterricht und es stellte sich wieder der normale Thor-Alltag ein. Wie absurd das klingt. Ich segle auf einem Traditionssegler über den Atlantik und es wird für mich Alltag. Das ist aber definitiv nicht negativ gemeint. Es ist gerade etwas Besonderes, sich auf eben diesem Traditionssegler so heimisch zu fühlen, dass sich eine Art Alltag entwickeln kann. Trotzdem habe ich bis jetzt fast jede Sekunde auf der Thor genossen und wollte das nie gegen meinen Alltag zuhause eintauschen.</p>
<p>Doch auch dieser „Alltag“ währte nicht lange. Bald schon kamen wir auf den Azoren an. Am meisten hat mir der Hafen gefallen. Jedes Schiff, das dort anlegt, darf ein Rechteck auf der Pier bemalen, weshalb es dort von Bildern von Schiffen nur so wimmelt. Ich konnte stundenlang damit verbringen, mit anderen zusammen an der Hafenmauer entlangzulaufen und die unterschiedlich gestalteten Kunstwerke zu betrachten. Ein besonderes Highlight war es natürlich, dass auch wir uns verewigen durften. Nach vielen Ausflügen auf die Insel, die fast alle in einem Café bei heißer Schokolade und Kuchen endeten, und einem Ausflug aus dem Dorf heraus, war der Landaufenthalt wie im Fluge vergangen und schon stand die letzte Etappe vor uns: Azoren – Kiel. Wieder war es Zeit, abzulegen, und der Schiffsalltag stellte sich ein. Wieder bereiteten sich viele auf eine bevorstehende Schiffsübergabe vor. Die letzte ging durch den englischen Kanal und beinhaltete sogar das Ablegen aus Falmouth, unserem Zwischenstopp in England. Also war nicht viel Zeit, die wir jedoch alle noch möglichst genießen wollten. Ich habe viel Zeit unter Deck mit unserem Maschinisten verbracht, um mein selbstgebautes Flaschenschiff fertigzustellen. Das Hobby haben sich einige von unserem Maschinisten abgeschaut. Außerdem begann meine Projektgruppe, der Thor Chor, den „Final Countdown“: Jeden Tag wurde ein Lied für einen von uns vorgestellt, sodass ich sehr mit Sägen, Feilen, Nähen und Lieder schreiben beschäftigt war. Außerdem hatten wir alle das Häkeln entdeckt. Nicht zu glauben, aber es war tatsächlich ein Junge, der angefangen hat, sich mit einer Häkelnadel und Wolle bewaffnet an Deck zu setzen und seine Mützen zu häkeln. Schon bald waren alle angesteckt und wir beschlossen, alle mit selbstgehäkelten Mützen einzulaufen.</p>
<p>Das erinnert mich daran, dass heute unser letzter Tag ist und dass ich gleich Wache habe. Erschrocken schaue ich auf die Uhr. Okay, noch 10 Minuten, noch etwas Zeit für Wachträume. So beschäftigt merkten wir alle gar nicht, wie schnell die Zeit verging und wie bald plötzlich alles zum Ablegen in Falmouth bereitgemacht werden musste. In Falmouth angekommen, fühlten wir uns das erste Mal seit vielen Monaten wieder wie auf typischem europäischem Festland. Die Azoren waren eben noch mitten auf dem Atlantik. Wir gingen viel durch die Stadt, besuchten das Marine Museum und saßen am Hafen. Der nächste deutsche Boden würde schließlich Deutschland sein. Doch eine Sache stand uns vorher noch bevor: Solo. 24 Stunden alleine auf einer Wiese, in denen man sich nur auf sich selbst konzentriert. Ein ganz schöner Kontrast zum Bordleben, bei dem man durchgehend von Menschen umgeben ist und wenig Zeit hat, über sich nachzudenken. Trotzdem gingen die 24 Stunden erstaunlich schnell vorüber. Ich habe viel nachgedacht, geschrieben und einfach auf das Meer hinausgeschaut. Definitiv eine besondere Erfahrung! Ich bin echt gespannt darauf, den Brief in ein paar Jahren zu lesen und zu versuchen, nachzuvollziehen, was ich in dem Moment gedacht habe.</p>
<p>Mit dem Solo war unser Englandaufenthalt beendet und die letzte Schiffsübergabe begann. Dieses Mal hatten wir sogar eine Kapitänin, ein Umstand, der unseren Kapitän besonders freute. Sie und alle anderen machten ihre Aufgabe super und eine knappe Woche später wurde das Schiff in bestem Zustand wieder an den Stamm übergeben. Wir waren so schnell gewesen, dass wir sogar noch ein paar Tage Zeit hatten und für einen Tag nach Helgoland fuhren. Dort wanderten wir und besuchten das große Aquarium. Es kam mir total unwirklich vor, dass wir tatsächlich wieder auf deutschem Boden waren. Und dann ging es nur noch durch den Nord-Ostsee-Kanal und hier bin ich. Gestern Abend war noch das „Captain’s Dinner“, unser Abschiedsessen, bei dem alle Vorräte aufgebraucht werden und die großartige Reise gefeiert wird. Ich kann es nicht glauben, dass es unser letzter Abend auf der Thor war. Heute würde mein letztes Frühstück auf der Thor sein und wir bald wieder bei uns zuhause. Was für eine seltsame Vorstellung!</p>
<p>„Clara! Du hast nur noch 5 Minuten! Zieh dich an, ich möchte pünktlich schlafen können.“ „Mhh“, murmele ich, schüttle kurz den Kopf, um mich aus meinen Träumereien zu lösen und schwinge mich aus der Koje. Gleich beginnt meine letzte Wache, da möchte ich schließlich pünktlich zur Wachübergabe da sein. Ich gehe den altbekannten Gang, den Niedergang hoch und steige auf das Achterdeck. Dort steht der Rest meiner Wache schon und schaut mich abwartend an. Ich nuschele den Wachgruß mit und melde mich, um an das Ruder zu gehen. Die ganze Wache rauscht wie ein Traum an mir vorbei. Ausguck, Wetter, Maschinenronde, noch einmal Ausguck. Und dann wieder: „Gode Ruh!“. Ich lege mich schlafen, in dem Gewissen, dass ich morgen beim Aufstehen das Einlaufen vorbereiten muss. Am liebsten würde ich noch einmal die Reise reflektieren. Aber es ist Viertel nach fünf. Todmüde sinke ich mein Kissen und bin zehn Sekunden später eingeschlafen. Vielleicht träume ich ja von der Reise…</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Hier könnt ihr den <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/05/6-monate-auf-hoher-see-und-doch-so-viel-mehr-als-nur-eine-segelreise-teil-1/" target="_blank" rel="noopener"><strong>ersten Teil</strong></a> von Claras Reisebericht lesen.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">&#8230; und hier den <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/06/6-monate-auf-hoher-see-so-viel-mehr-als-nur-eine-segelreise-teil-2/" target="_blank" rel="noopener"><strong>zweiten</strong></a>.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>6 Monate auf hoher See – so viel mehr als nur eine Segelreise (Teil 2)</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/06/6-monate-auf-hoher-see-so-viel-mehr-als-nur-eine-segelreise-teil-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Clara]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jun 2017 07:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere Autorin Clara verbrachte sechs Monate auf einem Segelschiff. Während dieser Zeit hat sie viele Eindrücke sammeln können, die wir heute im zweiten Teil ihrer Geschichte lesen dürfen. Die kommende Zeit war besonders spannend. Erstmal haben wir einige Tage nach Ablegen Weihnachten gefeiert. In Weihnachtsstimmung zu kommen, während man bei 33° auf das Meer blickt,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong> Unsere Autorin Clara verbrachte sechs Monate auf einem Segelschiff. Während dieser Zeit hat sie viele Eindrücke sammeln können, die wir heute im zweiten Teil ihrer Geschichte lesen dürfen.</strong></p>
<p><span id="more-9084"></span></p>
<p>Die kommende Zeit war besonders spannend. Erstmal haben wir einige Tage nach Ablegen Weihnachten gefeiert. In Weihnachtsstimmung zu kommen, während man bei 33° auf das Meer blickt, ist ein wenig schwierig. Trotzdem haben wir natürlich gefeiert mit Wichteln, großem Weihnachtsessen und sogar einem kleinen Plastikweihnachtsbaum. Eine einmalige Erfahrung!</p>
<p>Einige Tage später sind wir dann in Panama angekommen. Genauer gesagt in Kuna Yala. So heißt das Gebiet, das den Kuna, einem indigenen Volk, gehört, eine Inselgruppe vor der Küste Panamas. Dort haben wir wieder Schnobataso in vollen Zügen genossen. Sehr abenteuerlustig begann dann unsere Reise durch den Urwald. Geschlafen haben wir in einem Camp, was man aber bitte nicht mit dem Dschungelcamp verwechseln sollte. Die Tage wurden von langen Wanderungen durch den Regenwald bestimmt, dessen Landschaft und Tierwelt wir wenigstens ein bisschen kennenlernen durften. Natürlich reichen ein paar Tage dafür allerdings nicht aus. Immerhin habe ich dort aber Tiere gesehen, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Grundsatz war: Egal was du tust, schau vorher nach, ob du Skorpione, Spinnen oder Insekten siehst. Besonders Schuhe und Kleidung waren ein beliebter Ort für die Kleintiere zum Übernachten, was nicht selten zu überraschtem Gekreische führte. Aber auch daran gewöhnt man sich natürlich schnell. Der Abschied fiel uns dementsprechend schwer. Aber wir wussten ja, dass es gleich spannend weitergeht.</p>
<p>Als nächste Station war Panama City geplant. Dahin kamen wir in einem grellbunten alten Bus, von uns auch „Partybus“ genannt. Bei der Ankunft war ich erstmal sprachlos. Ich war noch nie in einer so bunten, so lebhaften, so vielfältigen Stadt. Panama City ist die Hauptstadt Panamas und dort leben 1,5 Millionen Menschen. Wie sie leben, ist jedoch komplett unterschiedlich. Während wir an einem Tag die von Touristen gut besuchte Altstadt besichtigt haben und dabei beobachtet haben, wie ein 200m langes Schiff durch den Panama-Kanal geschleust wurde, sind wir an einem anderen Tag durch die Slums der Hauptstadt durchgefahren. Heruntergekommene Hochhäuser, in denen große Familien in winzigen Wohnungen wohnen. Auch eine andere Erfahrung, als man sie in Deutschland machen könnte.</p>
<p>Ich habe Panama City als eine Stadt mit unheimlich vielen Facetten in Erinnerung. Der Kulturschock, der uns schon auf Grenada erreicht hat, war in Panama natürlich ebenso da. Dementsprechend angenehm war es für uns wieder, nach einigen Tagen in der lauten Großstadt nach Boquete, eine Kleinstadt in den Bergen, zu fahren. Wieder waren wir in Gastfamilien. Gar nicht einfach, mit denen zu kommunizieren, wenn man Spanisch nicht in der Schule lernt. Aber dafür haben wir eine Woche die Sprachschule besucht. Unterricht in Boquete von Lehrern, die nur Spanisch sprechen. Effektivere fünf Lerntage habe ich noch nicht erlebt. Am Wochenende ging es dann auf den Baru. Das ist mit 3475m Höhe der höchste Berg Panamas und man kann vom Gipfel aus die Pazifik und den Atlantik sehen. Dafür war das auch eine anstrengende Wanderung. Am ersten Tag ging es los und wir sind den ganzen Tag bis auf eine Plattform kurz unter dem Gipfel gewandert. Dort haben wir in Zelten übernachtet – tierisch kalt übrigens – und sind am nächsten Morgen pünktlich zum Sonnenaufgang nach ganz oben gelaufen. Das Bild dieses Sonnenaufganges ist immer noch in meinem Kopf, wie die Sonne über dem Meer auftaucht und die Berge in ein rotes Licht taucht. Beeindruckend. Doch auch der Moment des Triumphes, endlich den Gipfel erreicht zu haben, währte nicht lange, da wir wieder ins Tal mussten, um den Bus zu unseren Gastfamilien zu erreichen.</p>
<p>Am nächsten Tag ging es wieder weiter. Nächste Station: Die Naso, ebenfalls ein indigenes Volk. Bis zu ihrem Dorf kamen wir nur mit Einbäumen, aber das hört sich jetzt traditioneller an, als es war. Wir waren alle etwas überrascht, als die Nasos plötzlich den Motor angeschaltet haben und unsere Einbäume stark beschleunigt über den Fluss Teribe flitzten. Ähnlich sah es dort auch aus. Untergebracht waren wir in Holzhütten, das also noch alles ganz urtümlich. Als wir uns allerdings eingerichtet hatten und zum Essen kamen, sahen wir die kleinen Naso-Kinder auch zum Teil an Smartphones. Also doch nicht ganz so frei von Technik… Es war natürlich trotzdem eine total neue Erfahrung, deren Alltag mitzubekommen. Kakao selbst machen, also wirklich aus Kakaobohnen, Fußball spielen gegen deren Team, Wanderungen durch den Urwald… Aber mit unserem Aufenthalt dort ging auch unser Aufenthalt in Panama zu Ende.</p>
<p>Unser erster richtig langer Landaufenthalt, deshalb war die Freude natürlich auch riesig, alle wiederzusehen, die an Bord geblieben sind. Und klar – endlich wieder auf der Thor zu wohnen. Also ging es weiter. Jetzt Kurs auf Kuba. Das war eine entspannte Etappe! Keine Stürme, kein Böenalarm, einfach nur Segeln. Ich höre die Maschine brummen und seufze. Tja, so funktioniert das leider gerade nicht. Aber vor Kuba schon. Ich erinnere mich noch an so viele Stunden, in denen wir alle gemeinsam versucht haben, das Schiff auf Vordermann zu bringen, damit wir den Hygienestandards von Kuba entsprechen und einreisen dürfen. Hat dann zum Glück auch geklappt. Erste Station: Maria la Gorda. Nach einigen Tagen Erholung fing unsere Erkundungstour durch Kuba an. Und womit geht das am besten? Mit dem Fahrrad. Also machten wir alle unsere Fahrräder startbereit und konnten bald aufbrechen.</p>
<p>So eine schöne Landschaft, die ich da gesehen hab… Alles grün, viele Tabakplantagen, immer Sonne. Aber auf dem Weg haben wir auch schon das erste Mal etwas von der Politik mitbekommen; Bilder von Che Guevara oder „Miami Five“ waren nicht selten an Hauswänden zu sehen. Ziemlich ungewohnt, aber auch eine spannende Erfahrung. Nach einigen Tagen sind wir dann in Vinales angekommen. Unser Mittagessen war relativ einseitig, aber beliebt: Sowohl den ganzen Weg über, als auch in der kleinen Stadt gab es nur „Peso-Pizza“. Das ist eine ganz normale, wenn auch relativ fettige Pizza, die aber nur einige Pesos, also Centbeträge kostet. Daher auch der Name. Die Reaktion darauf war unterschiedlich: Während einige immer noch sagen, sie hätten zwischendurch mal Lust auf eine Peso-Pizza, bin ich ganz zufrieden so mit dem Essen auf der Thor. Von Vinales aus planten wir auch schon unsere Kleingruppenexkursionen. Unsere Unterbringungen, die so genannten „Casas particulares“, konnte man nämlich natürlich nicht an Bord reservieren. Zum Glück waren wir aber alle pünktlich genug und haben einen Schlafplatz gefunden. Es mussten ja immer nur 7 Leute untergebracht werden und nicht 34. Es gab nämlich 5 Kleingruppen aus 6 oder 7 Schülern mit jeweils einem Lehrer, die sich eine Stadt auf Kuba ausgesucht hatten, die sie auf eigene Faust entdecken wollten. Dafür wurde vorher ein Programm in der Stadt erarbeitet, die Anfahrt wurde geklärt, mögliche „Casas particulares“ herausgesucht und ein Kostenvoranschlag eingereicht. Glücklicherweise waren wir am Ende viel billiger unterwegs, als wir es anhand des Reiseführers geplant hatten. Touristenbusse wurden gestrichen und durch LKWs ersetzt, die völlig überfüllt vor allem Einheimische von einem Ort zum anderen transportieren. Das war schließlich der Plan, das Land aus der Perspektive der Kubaner zu entdecken. Auch Museen waren im Nachhinein definitiv billiger, als es im Reiseführer stand.</p>
<p>Meine Gruppe war in Santiago de Cuba. Mit einem Lächeln denke ich an die Stimmung zurück. Die Bewohner sind freundlich und überall auf der Straße ist man von Musik und Tanz umgeben. Die Landschaft war sowieso wunderschön, blaues Meer und überall grün. Immer noch meine Lieblingsstadt. Nach sieben Tagen, die erstaunlich schnell vergangen waren, kam dann der letzte Programmpunkt unseres Kubaaufenthaltes: Havanna bzw. La Habana, die Hauptstadt. Noch einmal ein völlig anderer Eindruck. Überall Hochhäuser, bis direkt an das Meer, volle Straßen, riesige Märkte mit Souvenirs. Außerdem hatte jedes Hochhaus ein begehbares Dach, von dem aus der Blick über die Stadt besonders schön war. Unvergessliche Stunden! Wenige Tage später ging es zurück auf die Thor. Wieder ein Gefühl, wie nach Hause zu kommen. Jeder zog wieder in seine Kammer ein, räumte seine Fächer voll und hängte die Fotos von Zuhause auf. Dann legten wir ab und die nächste Seeetappe lag vor uns.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Den ersten Teil von Claras Geschichte findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/05/6-monate-auf-hoher-see-und-doch-so-viel-mehr-als-nur-eine-segelreise-teil-1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a>.</li>
<li>In diesem Text erfahrt ihr, wie Lilith die <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/06/erst-einmal-weg-teil-1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Zeit nach der Schule</strong></a> geplant hat.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>6 Monate auf hoher See – so viel mehr als nur eine Segelreise (Teil 1)</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/05/6-monate-auf-hoher-see-und-doch-so-viel-mehr-als-nur-eine-segelreise-teil-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Clara]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 May 2017 07:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere neue Autorin Clara startet auf meinTestgelände mit einem Bericht über ihre sechsmonatige Reise auf einem Segelschiff. Heute liefern wir euch den ersten Teil dieser aufregenden Geschichte. „Clara, hey! Es ist halb zwei und du hast in einer halben Stunde Wache. Draußen ist es richtig kalt, ich trage drei Pullis und mir ist immer noch]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere neue Autorin Clara startet auf meinTestgelände mit einem Bericht über ihre sechsmonatige Reise auf einem Segelschiff. Heute liefern wir euch den ersten Teil dieser aufregenden Geschichte.</strong></p>
<p><span id="more-8973"></span></p>
<p>„Clara, hey! Es ist halb zwei und du hast in einer halben Stunde Wache. Draußen ist es richtig kalt, ich trage drei Pullis und mir ist immer noch kalt. Bist du wach? Ich komme nachher nochmal vorbei!“ Und schon ist mein persönlicher Wecker wieder draußen. Ich reibe mir die Augen. Noch eine halbe Stunde Zeit, da muss ich noch nicht sofort aufstehen. Wie schwer mir das Aufstehen nachts am Anfang der Reise fiel. Ich muss schmunzeln. Der Anfang, das heißt Oktober vor einem halben Jahr, erscheint mir unheimlich weit weg. Als wir alle in Kiel mit dem Bus angekommen sind und mit Blaumännern von der Jugendherberge zur Werft gefahren sind… Ich war so aufgeregt, das erste Mal die Thor Heyerdahl zu sehen, unser Schiff. Und dann stand es schließlich auch vor uns. 50m lang, drei Masten, der höchste davon 30m hoch. Unser neues Zuhause für sechseinhalb Monate. Ich seufze gedankenverloren.</p>
<p>Wie viel ist seitdem passiert! Der Abschied von unseren Eltern. 34 Schüler, 14 Jungs und 20 Mädchen, die auf eine lange Reise gehen. Außerdem natürlich unser Segelstamm, der Kapitän, die Projektleitung und die Lehrer. Schon ein großer Schritt, sich für eine solche Zeit von seinen Familien zu verabschieden. Dann die erste Etappe: Es fing schon mit einem starken Sturm vor den Niederlanden und England an. Fast alle wurden seekrank, obwohl das ja auch die Zeit war, in der wir segeln lernen sollten. Ganz schön schwierig, mit Übelkeit und Kopfschmerzen Maschinenronde zu gehen, wobei man im heißen Maschinenraum die Maschine ölen, den Tagestank aufpumpen und generell den Zustand der Maschine überprüfen muss, Sicherheitsronde, wo man über und unter Deck kontrolliert, ob alles in Ordnung ist, im Ausguck sein und nach anderen Schiffen, Bojen und allem Möglichem Ausschau zu halten und natürlich lernen, Ruder zu gehen und den Kurs zu halten. Das zwei Mal drei Stunden am Tag. Außerdem natürlich putzen und kochen.</p>
<p>Aber das war ja noch gar nicht alles. Auf einem Segelschiff muss man ja auch noch ganz viel nautische Grundlagen lernen: Wie setzt man Segel, wie birgt man sie, wie errechnet man den Kurs, wie führt man Manöver durch, wie funktioniert die Lichterführung auf See und vieles mehr. Also ganz schön viel für unsere Zeit bis Teneriffa. Natürlich bestand die Etappe aber nicht nur aus Seekrankheit und Lernen. Ich weiß noch, wie wir die ersten Delphine gesehen haben, die uns tagelang begleitet haben. Einmal war sogar ein Wal zu sehen, der seine Wasserfontäne über die ganze Mannschaft gespuckt hat. Das sind schon Erlebnisse, die man nie vergisst. Erneut lächle ich in mich hinein. Dann Teneriffa. Unsere Enttäuschung, dass wir nicht auf den Teide wandern konnten. Zwei Wochen Verspätung wegen Sturm können schon ziemlich nervig sein! Aber immerhin konnten wir da ja ein bisschen spazieren und die wunderschöne Landschaft von Teneriffa entdecken. Doch drei Tage später, als der ganze Proviant für die Atlantiküberquerung an Bord war, ging es auch schon wieder los. Jetzt kam die längste Etappe: 3 Wochen auf See, ohne ein einziges Mal Land zu sehen. Da fing auch der Unterricht an. Schulstoff, 10. Klasse, bayrischer Lehrplan, damit wir zuhause auch alle wieder normal in unsere Klassen zurückkommen können. Aber viel spannender als Zuhause. Viel praxisorientierter irgendwie: Man hört Referate über Delphine, während sie vorne am Bug spielen, die Winde, nach denen wir unsere Route richten mussten, werden behandelt und in Geschichte diskutieren wir über die Politik Kubas, die wir alle später wirklich miterleben durften.</p>
<p>Zwischen Schule und Schiff steuern gab es aber wieder auch ganz andere Erlebnisse: Ich habe mein erstes Praktikum gemacht. Bei Willi, unserem Maschinisten. Wenn ich mich an die Reaktion der Leute zuhause erinnere, denen ich davon erzählt habe, muss ich lachen. Ja, ein Praktikum in der Maschine. Konnte ich mir vor einem halben Jahr auch noch nicht vorstellen, aber handwerkliche Arbeit bringt mir total viel Spaß. Irgendwie ist es hier generell so, dass wir nicht nur Arbeit machen, die typisch für Mädchen ist. Alle putzen, alle kochen, aber es helfen auch alle bei den Segelmanövern und leisten körperliche Arbeit. Und es sind ja sowieso mehr Mädchen als Jungs. Auch wenn man das nicht so denkt, trauen sich das wohl mehr Mädchen, so lange von Zuhause weg zu gehen, und dann auch noch auf ein Segelschiff… Sagt jedenfalls unsere Projektleitung. Außerdem unsere Atlantiktaufe. Bei der ersten Überquerung des Atlantiks ist es bei uns eine Tradition, auf einen Fischnamen getauft zu werden. Dabei gibt es eine ganze Taufzeremonie, die angeblich Neptun besänftigen soll, uns vor Sturm zu verschonen. Also trage ich jetzt den stolzen Taufnamen „Schneckenfisch“. Mitten auf dem Atlantik durften wir dann auch unseren Atlantiksprung erleben. Weil wir sonst ja immer an Bord bleiben müssen und nicht einfach während der Fahrt ins Meer springen dürfen, haben wir an einem Tag unser Rescueboot ausgesetzt und alle durften einige Male ins Meer springen. Mitten auf dem Atlantik, wo das Wasser mehrere Kilometer tief ist. Was für ein besonderes Erlebnis! Um uns sonst täglich erfrischen zu können, hatten wir unseren eigenen Salzwasserpool an Deck aufgebaut. Eine sehr nützliche Idee bei 30° auf See.</p>
<p>Dann, nach drei Wochen, Land in Sicht. Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen. Wir waren mitten in einer Schülerbesprechung, als plötzlich einer aus unserer Gruppe vom Segel herunter „Land in Sicht. Wir haben die neue Welt erreicht!“ schrie. Was für ein Moment! Wir hatten drei Wochen nichts als Wasser gesehen und landeten im Paradies. Palm Island sieht tatsächlich aus wie das Paradies. Karibische Insel mit Palmen, weißem Sand und türkisem Wasser. Kokosnüsse als Snack zwischendurch, die man das erste Mal tatsächlich vom Baum pflücken kann. Da war Schnobataso angesagt: Schnorcheln, baden, tauchen, sonnen. Also kurz: Riffferien. Das haben wir auch ausgenutzt. So häufig wie möglich waren wir mit Schnorchelbrille unterwegs, um Korallen, Algen und Fische in den unterschiedlichsten Farben zu bestaunen.</p>
<p>Doch so spannend ging es auch weiter. Als nächstes Grenada, auch Teil der Inselgruppe „Saint Vincent and the Grenadines“, aka Gewürzinsel. Dort waren wir das erste Mal in Gastfamilien. Das war ein Kulturschock! Wir Mädchen durften auf keinen Fall allein unterwegs sein, schon vom Aussehen her stachen wir sofort zwischen all den Dunkelhäutigen heraus. Aber auch sonst war alles anders als Europa. Die Straßen waren überfüllt mit Obstständen, eingeschränkte Marktzeiten gibt es da nicht. Außerdem waren die Unterschiede im Lebensstandard deutlich sichtbar. Ein Plumsklo für die Familie war schon Luxus in einigen Gegenden, da mussten wir erst einmal schlucken. Beeindruckend, wie lieb wir in dieser doch eher ärmlichen Region empfangen wurden. Auch auf Grenada blieben wir aber nur eine Woche, die Weiterreise rief.</p>
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<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
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<li>Auch Lilith begibt sich auf eine Reise, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/03/eine-reise-durch-die-zeit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>eine Reise durch die Zeit</strong></a>.</li>
<li>Die 10 BS Queens darüber wie es ist, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/04/arbeiten-in-der-fremde/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>zum Arbeiten in ein anderes Land zu gehen</strong></a>.</li>
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