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	<title>Gender &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Behind The Song „Magnolia“ &#8211; Ein Einblick in das Songwriting von David Novell</title>
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		<dc:creator><![CDATA[David Novell]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Mar 2024 06:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Rap]]></category>
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					<description><![CDATA[Hejj ihr &#8211; ich bin David aus Leipzig und trete mit meiner Musik unter dem Namen „David Novell“ im Internet und auf Bühnen auf. Heute gebe ich euch einen Einblick in meinen Song “Magnolia” und spreche über die Entstehung und mein Songwriting! In meinen Texten tauchen häufig Figuren mit unterschiedlichen Gender-Identitäten auf, deren Erfahrungen sich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Hejj ihr &#8211; ich bin David aus Leipzig und trete mit meiner Musik unter dem Namen „David Novell“ im Internet und auf Bühnen auf. Heute gebe ich euch einen Einblick in meinen Song “Magnolia” und spreche über die Entstehung und mein Songwriting!</b><span id="more-15968"></span></p>
<p>In meinen Texten tauchen häufig Figuren mit unterschiedlichen Gender-Identitäten auf, deren Erfahrungen sich in den besprochenen Themen ähneln oder sich an manchen Punkten überschneiden. Ich spiele gerne mit den Erwartungen der Hörenden: Was verbinden sie mit bestimmten Vorstellungen von Gender?</p>
<p>Dabei mische ich biografische Erlebnisse in die Erfahrungswelt der Figuren ein und lasse Raum für eigene Interpretationen. Ich versuche mit meinen Lyrics eine Fläche vorzugeben und damit Platz für eigene Gedanken zu schaffen. Das macht meine Songs interaktiv, da sie nicht nur eine Botschaft von mir an die Außenwelt sind, sondern zum Austausch einladen.</p>
<p>Der Song &#8222;Magnolia&#8220; beginnt mit einer äußeren Beschreibung einer Person mit „Sie“-Pronomen. Im Verlauf des Songs wird immer mehr klar, dass es sich um meine eigene Story handelt. Nach dem Hören der ersten Strophe haben viele wohl nicht unbedingt mich als Erscheinungsbild im Kopf. Das mag zum einen an der Distanz liegen, die durch die Third-Person-Perspektive aufgebaut wird, aber auch daran, was gemeinhin mit dem Pronomen „Sie“ verbunden ist und am beschriebenen Outfit.</p>
<p>Wie wir uns kleiden, hat einen großen Einfluss auf die Außenwahrnehmung. Die Bedeutung für die Selbstwahrnehmung ist davon nicht frei, hat aber vor allem eine subjektive Komponente. Für mich ist es so, dass ich mich am wohlsten fühle, wenn ich in einer spezifischen Situation genau das tragen kann, was ich gern möchte. Das bedeutet eben manchmal einfach einen bequemen 2-Min-Look mit Jogger und Hoodie <b>&#8211;</b> Boots an, Jacke und Tasche<b> &#8211; </b>fertig zum Rausgehen. In so einem Look fühle ich mich entspannt, aber nicht unbedingt sexy. Den Look, den ich im Song beschreibe, also Crop Top, Stockings und Lederrock, trage ich jetzt seltener, wenn ich nur mal schnell zum Konsum gehe (für die, die nicht aus “dem Osten” kommen: ein i.d.R. kleines Lebensmittelgeschäft). Das ist vielleicht eher meine Abendgarderobe, wenn ich mit Friends etwas trinken gehe oder einen Club besuche. Diese Etablissements kann ich mir natürlich mehr aussuchen als die Straßen, durch die ich laufe und in denen ich mit mehr random Menschen konfrontiert werde. Dennoch kann es natürlich auch in vermeintlichen Safer Spaces passieren, dass man unangenehme Erfahrungen macht.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Mit einem Klick aufs Cover kommt ihr zu MAGNOLIA auf Spotify.</strong><a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/6FfyVxw6jluNQcDVi4mdtn?si=PK1wBlj5SgSnPSQloUwCcQ&amp;context=spotify%3Aalbum%3A3JhmViDhY8r05AFdXKUxKZ&amp;nd=1&amp;dlsi=be1d5c0ab4724ec4" target="_blank" rel="noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" class=" wp-image-15972 aligncenter" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/03/Cover-Magnolia-600x600.jpg" alt="" width="519" height="519" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/03/Cover-Magnolia-600x600.jpg 600w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/03/Cover-Magnolia-300x300.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/03/Cover-Magnolia-150x150.jpg 150w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/03/Cover-Magnolia-768x768.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/03/Cover-Magnolia-1536x1536.jpg 1536w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/03/Cover-Magnolia-2048x2048.jpg 2048w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/03/Cover-Magnolia-570x570.jpg 570w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2024/03/Cover-Magnolia-1140x1140.jpg 1140w" sizes="(max-width: 519px) 100vw, 519px" /></a></p>
<p>Die Auseinandersetzung mit intolerantem Verhalten und Diskriminierung ist ein zentrales Thema meiner Musik. Ich habe sehr oft erlebt, wie Menschen versuchen, das Selbstbewusstsein anderer durch abwertendes Verhalten zu beeinträchtigen. In der Vergangenheit habe ich solche Angriffe persönlich genommen, doch mittlerweile erkenne ich, dass sie viel eher ein Spiegel der Unsicherheiten anderer sind.</p>
<p>Aber zurück zum sexy Teil: so wie die Person zu Anfang im Song beschrieben wird &#8211; ich nenne sie jetzt „Magnolia“ &#8211; sehe ich mich selbst gern. Gleichzeitig lasse ich aber auch kritische Töne mit einfließen, da ich nicht so Fan von Idealisierungen bin. Ich möchte lieber die Komplexitäten und den konfusen Wechsel aus Ups and Downs abbilden. Es geht mir also darum, ein starkes Mantra zu erschaffen, aber dabei eben die eigenen Problematiken nicht auszulassen.</p>
<p>Es scheinen im Verlaufe der Strophe neben den selbstbewussten Momenten auch immer wieder kritische Fragen durch, z.B. wenn es um das Konsumverhalten geht („Hitzkopf / trinkt oft“). Auch werden Erfahrungen mit Roofies (“sie ist vorsichtig seit den Roofies”) und patriarchaler Gewalt genannt. Im Refrain kulminieren alle diese Eindrücke, indem ich ihr aktuelles Leben als Kampf um bessere Tage beschreibe („She’s fighting for better days“).</p>
<p>Letztlich wird klar, dass hinter der oberflächlichen Beschreibung des äußeren Erscheinungsbildes mehr steckt als eine reine Konsumentscheidung.</p>
<p>Den Kampf, den ich gekämpft habe und immer noch kämpfe, meinen eigenen Körper und Look zu „ownen“, ist längst nicht immer nur der gegen die Diskriminierung und Objektifizierung durch Mainstream-Männer. Auch in linken Kreisen wird es teilweise angefeindet, wenn Personen nach ihrer Meinung „zu viel Wert auf ihr Äußeres legen“. Oder wenn Menschen, die einen diskriminierenden „Feminismus“-Begriff haben, dich ausschließen wollen, weil sie dich auf dein Äußeres reduzieren. Oft wird daraus dann auch direkt auf den Charakter oder die Erfahrungen bzw. Nicht-Erfahrungen von Personen geschlossen. Das tun neben Männern auch Frauen und nicht-binäre Personen. Bei letzteren kommt dies aber in meiner Erfahrung deutlich weniger vor, vielleicht ja weil mit Nicht-Binär-Sein oft gezwungenermaßen eine viel heftigere Auseinandersetzung mit Unsichtbarkeit und Ausschluss stattgefunden hat als bei vielen Cis-Personen? Wie denkt ihr darüber?</p>
<p>„Magnolia“ hat auch noch eine zweite Strophe. In dieser werden der angedeutete Kampf und die Prozesse, die sie im Privaten durchlaufen hat, noch deutlicher beschrieben. Außerdem geht es darin um das daraus gewonnene Selbstvertrauen und das eigene Aufblühen im neu gefundenen Bezug zu sich selbst.</p>
<p>Danke an alle Lesenden, an MeinTestgelände für die Plattform und an Oskar, der mich zu dieser Kollabo inspiriert hat. Ich bin immer offen für Feedback und Austausch! Folgt mir gern auf Instagram, um den offiziellen Release nicht zu verpassen und mehr von meiner Arbeit mitzubekommen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fake Facial Hair</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/06/fake-facial-hair/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ermis]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jun 2023 07:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[genderexpression]]></category>
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					<description><![CDATA[A new tutorial by Ermis: How to highlight facial Hair with eye shadow, eyeliner or mascara.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>A new tutorial by Ermis: How to highlight facial Hair with eye shadow, eyeliner or mascara.</strong><span id="more-15629"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Urknall</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/06/urknall/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jun 2023 11:58:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
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					<description><![CDATA[Lina fragt sich, ob Karsten aus dem Urschleim gekrochen wäre, wenn er gewusst hätte, dass er eine Steuererklärung machen muss… und warum er sich so übers Gendern aufregt, wenn doch alles mit einem Knall wieder vorbei sein könnte. Mit einem Plopp oder Knall oder ganz ohne Geräusch da entsteht es auch schon, bilden sich Teilchen,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Lina fragt sich, ob Karsten aus dem Urschleim gekrochen wäre, wenn er gewusst hätte, dass er eine Steuererklärung machen muss… und warum er sich so übers Gendern aufregt, wenn doch alles mit einem Knall wieder vorbei sein könnte.</strong><span id="more-15607"></span></p>
<p>Mit einem Plopp oder Knall<br />
oder ganz ohne Geräusch<br />
da entsteht es auch schon,<br />
bilden sich Teilchen, und Materie, Atome und Ionen,<br />
es kommt zu Zeit, Materie und Raum in 3 Dimensionen<br />
Wir sehen Feuer und Teilchen und Raum und Zeit,<br />
Dinge entstehen, kollabieren und bilden sich neu<br />
Erst war vielleicht nichts, dann alles auf einmal<br />
Der leere Raum, ein gigantischer Kreissaal<br />
Voller Geburten und Toten und alles auf Anfang<br />
Hinzu kommt Strahlung, unendliche Hitze und dunkle Materie,<br />
Es bilden sich Strukturen und Formationen in unendlicher Serie<br />
Die ersten Gaswolken kollabieren, und funkelnd zeigen<br />
Die ersten Sterne mit hellem Licht<br />
Vielleicht erst ein einzelner, doch bald ein ganzes Meer aus ihnen<br />
Erst dort dann da und überall<br />
Funkeln sie im Raum und senden ihr signal<br />
Erst Billionen Jahre später kam unsere Erde dazu<br />
Erst ein Klumpen Stein<br />
Doch im Nu &#8211; kommt Boom<br />
Ein Meteorit angeflogen<br />
Doch das war nicht alles, der Meteorit hatte Gepäck<br />
Hat in sich Sauerstoff und Wasserstoff versteckt<br />
Als Stoffgemisch zusammengeformt, viele wissen es sicher<br />
Entstand H20, Wasser das in die Erde sickert<br />
Millionen Jahre später, jetzt sind wir im Wasser<br />
Ja halt stopp, was ist denn das da:<br />
Eine Zelle, ein Leben,<br />
doch es geht noch weiter,<br />
da teilt sie sich und da ist ein zweiter,<br />
Sind erst Einzeller, dann Zweizeller und Dreizeller und Vielzeller<br />
Im Meer enstanden, nennen wir sie doch gleich Mehrzeller,<br />
„Es lebt“ – schreit niemand, dann es war noch kein Mensch da<br />
Doch es bilden sich Wesen, ganz schleimig, ganz sondarbar, erst Plankton und Algen,<br />
dann der erste Fisch, bis dieser gefressen wird von einem anderen Fisch?<br />
Von Sauriern und Echsen, mit Kiemen ausgestattet<br />
Bis Tetrapoden kamen, wir kennen sie sicher, kleine Bastarde die aus dem Wasser kamen<br />
Da ist der erste, nennen wir ihn Karsten<br />
Er schwimmt immer höher ja ist denn das zu fassen<br />
Sein Kopf ist Überwasser, gleich ist er am Ufer<br />
Ein schritt noch ein weiterer, das gibt es ja gar nichts, er berührt den Sand und mach weiter<br />
Von wasser an Land, meine Damen und Herren, was ein Bastard<br />
Karsten hättest du das auch gemacht, wenn du gewusst hättest dass wir jetzt alle eine Steuererklärung machen müssen<br />
Aber er geht weiter, Karsten denk nochmal drüber nach, irgendwann wird es Youtube Werbung geben die man nicht überspringen kann,<br />
aber Karsten hört nicht und krabbelt immer weiter und darauf kann ich nur sagen:<br />
fick dich Karsten<br />
Erst Saurier und Urmenschen und alles bis zu uns,<br />
bis zu mir auf der Bühne und das nennen wir dann Kunst<br />
haben Sprache erschaffen und nun Streiten wir uns<br />
ob es die, das oder der Nutella heißt (es ist das)<br />
Vieles von eben, ist nur eine Theorie<br />
Haben lange nicht verstanden wie alles geht<br />
Und dass sich das Universum ausdehnt, davon will ich gar nicht beginnen<br />
Doch was es schafft mich wirklich um den Verstand zu bringen,<br />
ist das für manche das größte Problem ist ein kleines Sternchen im Satz<br />
Rücksicht auf andere und das Klima hat keinen Platz,<br />
Als unnatürlich wird vieles vertäufelt,<br />
Sorry aber Faultiere sind natürlich?<br />
Sie greifen manchmal ihren eigenen Arm und fallen in den Tod, weil sie denken ihr Arm ist ein Ast<br />
Wenn Menschen davon anfangen zu reden, was natürlich ist würde ich Ihnen gerne die Herzschrittmacher ausstellen, ist nämlich auch nicht natürlich Herbert<br />
plötzlich fangen an Gedanken und auch Meinungen quellen,<br />
eine Hafermilch Milch zu nennen, dass ist ja nicht zu fassen!<br />
Was kommt als nächstes? Menschen Rechte haben lassen?<br />
Nach über 2000 Jahren Menschheitsgeschichte,<br />
denken Cis- dudes immer noch sie wissen besser was in anderen Körpern abgeht<br />
Wenn noch einmal jemand was erzählt von: naja Männer sind ja auch Jäger und Frauen Sammler<br />
<em>• Was hast du denn bitte in letzter Zeit gejagt? Du sitzt auf deiner Couch und postest diesen Mist auf Reddit. Wir sitzen 8 Stunden pro Tag vor einem blinkenden Bildschirm und essen aus Plastikschalen</em><br />
<em>• Es ging um Essen und nicht um Frauen. Man hat Essen gejagt. Karsten siehst du was passiert ist, siehst du was du getan hast mit deinem an Land krabbeln?</em><br />
Stell dir vor Karsten eine Spezies entwickelt im Laufe ihrer Evolution die Fährigkeit mithilfe von Lauten abstrakte Ideen auszudrücken und du benutzt diese unglaubliche Gabe dazu um bei jeder Gelegenheit „zum Beispiel“ zu sagen<br />
Oder dafür dass man einfach Haare hat und der Körper kann einfach selbst seine Temperatur regulieren nur damit dann jemand sagt: ihh, du schwitzt<br />
Und nochmal zum Mitschreiben, auch Bein oder Achselhaare sind nicht unnatürlich<br />
Das einzig gute an dieser Erde ist, dass wenn man mal wieder was fühlen muss, man nur vor ein paar BWLern erwähnen muss: ich verstehe nicht warum wir nicht einfach mehr Geld drucken<br />
Doch halt, wenn ich meinen Blick nach oben richte, dort Blinken sie weiter<br />
Das Meer aus Sternen, seit Millarden gealtert<br />
Und trotzdem leuchten sie, glitzern, funkeln und manche entschwinden<br />
Gebe ich die Hoffnung nicht auf, es könnte mit einem Plopp oder Knall, oder ohne Geräusch,<br />
von vorne beginnen</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Buginesen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/06/buginesen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Martha]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jun 2023 07:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Kolonialisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Martha schreibt über den Umgang mit den fünf Geschlechtern der Bugis in Süd-Sulawesi, Indonesien und den Zusammenhang von Traditionen, Religionen und Politik. Vor etwa drei Wochen brachen mein Freund und ich zu einem halbjährigen Auslandsaufenthalt auf – 10 Tage auf Bali, dann Work and Travel in Neuseeland und zum krönenden Abschluss einige Tage an der]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Martha schreibt über den Umgang mit den fünf Geschlechtern der Bugis in Süd-Sulawesi, Indonesien und den Zusammenhang von Traditionen, Religionen und Politik.</strong><span id="more-15598"></span></p>
<p>Vor etwa drei Wochen brachen mein Freund und ich zu einem halbjährigen Auslandsaufenthalt auf – 10 Tage auf Bali, dann Work and Travel in Neuseeland und zum krönenden Abschluss einige Tage an der Westküste der USA. Eine komische Vorstellung für uns, die erst vor wenigen Monaten das Abitur erhalten hatten. In Vorbereitung auf die große Reise machten wir natürlich die obligatorischen Google-Suchen: Wetterbedingungen in der Regenzeit, Mückenarten auf Bali, schönste Orte in Neuseeland, und so weiter. Doch etwa zwei Monate vor der Abreise stießen wir auf eine unerfreuliche Nachricht: Das indonesische Parlament hatte ein Gesetz beschlossen, das künftig außerehelichen Sex verbieten sollte. Als unverheiratete Touristen erkundigten wir uns weiter: Sexuelle Beziehungen von Unverheirateten würden ab 2025 mit einem Jahr Gefängnis bestraft werden, sofern die Beschwerde eines Familienmitgliedes der involvierten Personen vorläge. Auch wenn für uns also klar war, dass wir nicht vom Gesetz betroffen waren und ohne Sorge nach Bali reisen konnten, empfand ich ein starkes Mitgefühl für die Betroffenen. Bisher galten außerehelicher Sex und homosexuelle Beziehungen in Indonesien zwar nicht als Straftat, jedoch wird beides in dem konservativen Land als Tabu betrachtet. Wenig überraschend wird hier auch die gleichgeschlechtliche Ehe nicht anerkannt, für die LGBTQ+-Community ist der Gesetzesentwurf also eine Katastrophe: Sie können sexuelle Vorlieben ohnehin nicht öffentlich ausleben und laufen darüber hinaus Gefahr, für ihre Sexualität ins Gefängnis zu müssen. Als eine Person, die aus einem demokratischen Land kommt, in dem die LGBTQ+-Community von den meisten akzeptiert wird, ist es schlimm zu sehen, wie sie in anderen Ländern behandelt wird. Ich vermutete, dass es auch Menschen mit Geschlechteridentitäten jenseits des binären Spektrums (Trans*personen, Nicht-Binäre Personen usw.) in Indonesien schwer haben. Umso mehr überraschte es mich, als ich bei weiteren Recherchen ein indonesisches Volk entdeckte, das fünf verschiedene Geschlechter anerkennt: die Bugis.</p>
<p>Die Buginesen oder Bugis sind eine ethnische Gruppe, die in Süd-Sulawesi, auf der drittgrößten Insel Indonesiens, beheimatet sind. Die Hauptreligion der Bugis ist der Islam und sie sprechen neben Indonesisch auch die eigene Landessprache Basa Ugi und weitere ähnliche Sprachvariationen. Sie sind ein sehr altes Volk, dessen austronesische Vorfahren sich bereits 2500 v. Chr. auf Sulawesi niedergelassen haben. Die meisten (männlichen) Buginesen verdienen ihren Lebensunterhalt als Reisbauern, Händler oder Fischer und buginesische Frauen helfen in der Landwirtschaft und arbeiten in den Häusern. Auch heutzutage werden viele der buginesischen Ehen arrangiert und finden oft unter Cousins statt.</p>
<p>Auch wenn die Forschung eher auf ein konservatives Wert- und Familienbild schließen lässt, gibt es etwas, das Forscher schon seit Jahrzehnten an den Bugis fasziniert: ihre Auffassung von Geschlechteridentitäten, welche seit mindestens sechshundert Jahren in der Kultur verankert ist. Die Bugis erkennen drei „sexes“/ biologische Geschlechter (männlich, weiblich, intersexuell), vier „genders“/ soziale Geschlechter (Männer, Frauen, „Calabai“ und „Calalai“) und eine fünfte Meta-Gender-Gruppe, die „Bissu“, an. Direkt vergleichbar mit unseren westlichen Vorstellungen von Geschlecht sind die fünf Gruppierungen der Buginesen nicht, doch gerade bei den aktuellen Debatten um das binäre System und verschiedene Geschlechteridentitäten fand ich es sehr interessant, einen näheren Blick auf sie zu werfen.</p>
<p>Die ersten beiden Geschlechter der Bugis sind „Makkunrai“ und „Oroané“, die der westlichen Auffassung von männlichen und weiblichen Cisgender entsprechen. Ausgefallener wirken auf uns „Calalai“ und „Calabai“: Calalai sind anatomisch weiblich und übernehmen viele der Rollen und Funktionen, die gesellschaftlich Männern zugeschrieben werden. Sie tragen Männerkleidung und kurze Haare, arbeiten mit Männern, rauchen Zigaretten und gehen nachts alleine raus. Trotz aller Verhaltensweisen werden Calalai nicht als Mann betrachtet und wollen selbst auch nicht zum Mann werden.</p>
<p>Das Gegenstück zu ihnen sind die Calabai, anatomisch männliche Personen, die in vielerlei Hinsicht Eigenschaften verkörpern, die traditionellerweise Frauen zugeschrieben werden. Oft lassen sie sich die Haare lang wachsen und tragen Kleider und Make-up. Calabai arbeiten in Beauty-Salons oder organisieren Hochzeiten. Aber auch sie betrachten sich nicht als Frauen und werden nicht als Frauen angesehen. Während Calalai jedoch dazu neigen, sich an die männlichen Normen anzupassen, haben Calabai für sich selbst eine besondere Rolle in der Bugis-Gesellschaft geschaffen: Sie verhalten sich auf eine Weise, die bei Makkurnrai-Frauen verpönt wären, tragen kurze Röcke, rauchen oder haben ein mehr sexualisiertes Auftreten. In der Bugis-Gesellschaft werden Calalai und Calabai manchmal missbilligt, doch zu großen Teilen als wichtige Mitglieder der Community angesehen und müssen sich nicht davor fürchten, attackiert oder belästigt zu werden.<br />
Die fünfte Gruppierung, die Bissu, werden weder als männlich noch als weiblich angesehen, sondern als Repräsentanten des gesamten Gender-Spektrums. Viele von ihnen werden als intersexuell geboren und verkörpern spirituelle Wesen, die die Kraft von männlich und weiblich in sich tragen. Zum Beispiel tragen Bissu oft Blumen (weibliches Symbol), aber auch den „Keris“-Dolch (männliches Symbol). Sie nehmen in der Bugis-Religion eine schamanenähnliche Rolle ein und führen verschiedene Zeremonien durch. Bissu sind zudem in der Lage, als Vermittler zwischen Menschen und Geistern zu fungieren, weil sie weder als männlich noch als weiblich, weder als Frau noch als Mann gelten, sondern als eine Mischung aus allen vier.<br />
Leider führt die jahrhundertelange Tradition der Bugis nicht zur Anerkennung ihrer Genders. Aufgrund der Kolonisierung Indonesiens durch die Niederlande sind die komplexen Traditionen der Geschlechtervielfalt von ethnischen Gruppen wie den Bugis verloren gegangen und ihre Konzepte von Geschlecht und Sexualität wurden entsprechend den modernen Religionen und Werten neu definiert. In den letzten Jahrzehnten ist die indonesische Gesellschaft weniger tolerant gegenüber nicht-binären Geschlechtervorstellungen geworden, was zur Verfolgung von Calabai- und Bissu-Personen geführt hat. „Als die Darul-Islam-Rebellionsbewegung von Kahar Muzakkar in den 1950er Jahren einen islamischen Staat errichten wollte, wurden die Bissu verhaftet, gefoltert und zur Buße gezwungen“, so Nurhayatai Rahman Mattameng, ein Bugis-Philologe. Einigen Bissu wären die Köpfe kahl geschoren worden, um sie öffentlich zu beschämen; einige seien sogar getötet worden. Alle Betroffenen wurden zudem gezwungen, To Latang, der angestammten Religion der Bugis, abzuschwören und stattdessen eine der offiziell anerkannten Religionen Indonesiens zu wählen.</p>
<p>Auch in der jüngeren Vergangenheit ist die LGBTQ*-Community in Indonesien immer wieder von Hass und Gewalt betroffen gewesen. Im Jahr 2001 brannten islamische Extremisten den Hauptsitz von GAYa Celebes, einer Schwulenrechtsorganisation in Makassar nieder. 2018 wurden Transgender-Frauen in der indonesischen Hauptstadt Jakarta zusammengetrieben und in Haftanstalten gebracht. Aktuell erleben Bissu, Calalai und Calabai eine Menge Stigmatisierung und Diskriminierung, die leider mit dem wachsenden Selbstbewusstsein des politischen Islam zunimmt. Beim Interview mit der BBC prophezeite Eka, Chef-Bissu in Segiri, den Bissu eine düstere Zukunft: „Die Zahl der Lehrer mit Kenntnissen über die Bissu-Traditionen nimmt ab. Auch das Interesse der Menschen, als Calabai zu leben, ist weniger geworden. In Zukunft werden sie vom Aussterben bedroht sein.“</p>
<p>Doch manche wie der Bugis-Aktivist und Anthropologe Halilintar Lathief haben noch Hoffnung. Seine Organisation Latar Nusa kämpft für die Wiederbelebung der Bissu- und Calabai-Kultur, indem sie die traditionelle Literatur der Buginesen bewahrt und das Volk befähigt, die wirtschaftlichen Vorteile ihrer rituellen Rollen zu nutzen. Als er von der BBC interviewt wurde, verkündete er: „In den ersten Tagen wollte aufgrund des Traumas der Verfolgung, die sie erlitten hatten, niemand Bissu werden oder behaupten, einer zu sein. Sie hatten Angst, verhaftet oder getötet zu werden. Jetzt, nach einigen Jahren, gibt es viel mehr Menschen, die sich als Calabai identifizieren, und mehr, die stolz darauf sind, Bissu genannt zu werden.“<br />
Für uns bleibt also nur zu hoffen, dass die Kultur der Buginesen noch für viele Jahre erhalten bleibt und auch Bissu und Calabai weiter für ihr Bestehen kämpfen. Denn in viel zu vielen Teilen der Welt müssen Menschen auch heutzutage darauf verzichten, ihre Identität ausleben zu können. Und wer weiß, vielleicht reise ich mit meinem Freund beim nächsten Mal nicht nach Bali, sondern nach Sulawesi.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>I have a dream &#8211; Song zum Girls&#8216; &#038; Boys&#8216; Day</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/04/girls-boys-day/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Apr 2023 09:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Boys Day]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Girls Day]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Song]]></category>
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					<description><![CDATA[I HAVE A DREAM von WAS GEHT ALMANYA (2015) – Musikvideo zum Girls’ &#38; Boys’ Day… &#8222;Typisch Mann, typisch Frau &#8211; was soll das bedeuten?&#8220; Mehr dazu: Hier findest du mehr Information über den Girls&#8216; Day und den Boys&#8216; Day. Und hier schreibt die Story-Tellerin Tamy Keitel, warum Geschlechterklischees total von gestern sind.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>I HAVE A DREAM von WAS GEHT ALMANYA (2015) – Musikvideo zum Girls’ &amp; Boys’ Day… &#8222;Typisch Mann, typisch Frau &#8211; was soll das bedeuten?&#8220;</strong></p>
<p><span id="more-11300"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier findest du mehr Information über den <a href="https://www.girls-day.de" target="_blank" rel="noopener"><strong>Girls&#8216; Day</strong></a> und den <strong><a href="https://www.boys-day.de" target="_blank" rel="noopener">Boys&#8216; Day</a>.</strong></li>
<li>Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2014/04/2549/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier</strong></a> schreibt die Story-Tellerin Tamy Keitel, warum Geschlechterklischees total von gestern sind.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Genderneutrale Toiletten</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/01/genderneutrale-toiletten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Martha]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Jan 2023 13:30:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Toiletten]]></category>
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					<description><![CDATA[Ihren letzten Urlaub hat Martha in Schweden verbracht. Dort ist ihr aufgefallen, dass es deutlich mehr Genderneutrale Toiletten gibt, als in Deutschland. Warum das so ist und welche Fragen dazu in Deutschland diskutiert werden, hat Martha für ihren neuen Text recherchiert. In den vergangenen Sommerferien habe ich mit zwei Freund*innen eine Zugreise per Interrail- Ticket]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ihren letzten Urlaub hat Martha in Schweden verbracht. Dort ist ihr aufgefallen, dass es deutlich mehr Genderneutrale Toiletten gibt, als in Deutschland. Warum das so ist und welche Fragen dazu in Deutschland diskutiert werden, hat Martha für ihren neuen Text recherchiert.</strong> <span id="more-15291"></span></p>
<p>In den vergangenen Sommerferien habe ich mit zwei Freund*innen eine Zugreise per Interrail-<br />
Ticket unternommen. Zwei Wochen lang reisten wir durch Schweden, die Niederlande, Belgien und<br />
Frankreich. Leider hatten wir in der ersten Woche nicht immer das beste Wetter und so besuchten<br />
wir in Stockholm einige Museen, um dem kalten Wind und den Regenschauern zu entfliehen. An<br />
einem Nachmittag landeten wir im “Moderna Museet“. Was uns dort neben den<br />
Ausstellungsstücken besonders gefiel, war die genderneutrale Toilette. Ihr Konzept war recht<br />
unkompliziert: Es gab zwei Toilettenräume, doch keine Beschilderung, um das Gender zu<br />
spezifizieren. Wir waren froh, dass es hier nicht die Schlangen vor den als &#8222;Frauentoiletten&#8220;<br />
spezifizierten Räume gab, die wir aus Deutschland gewohnt waren.<br />
Ich habe auch in Deutschland in der einen oder anderen öffentlichen Einrichtung eine<br />
geschlechtsneutrale Toilette gesehen, doch in Stockholm schien es diese öfter zu geben. Das warf<br />
bei mir mehrere Fragen auf: Warum gibt es wenige genderneutrale Toiletten in Deutschland? Wie<br />
sieht die Rechtslage diesbezüglich aus?<br />
Welche Argumente haben Gegner*innen und Befürworter*innen der Toiletten?<br />
Und – gibt es eine Lösung für die Problematik, welche alle (oder<br />
die meisten) zufriedenstellen könnte?</p>
<p>Die Debatte um Unisex-Toiletten ist kein neues Thema mehr. Seit Dezember 2018 können sich alle<br />
Personen in Deutschland offiziell nicht nur als männlich oder weiblich, sondern auch als divers<br />
eintragen lassen. Dies war eine große Errungenschaft für Nicht-Binäre, Intersexuelle, Trans-<br />
Personen und weitere Gruppen, die sich nicht ausschließlich auf ein Gender beschränken oder auch<br />
keinem Gender zuordnen wollen. Doch einen großen Einfluss auf den Alltag der Menschen hatte<br />
die Gesetzesänderung nicht. „In den Kloräumen ernte ich oft schiefe Blicke oder empörte<br />
Nachfragen – ob ich mich verlaufen hätte. Aus beiden Toiletten wurde ich schon mehr oder weniger<br />
freundlich hinaus gebeten, auf beiden werde ich meistens angestarrt wie ein Fremdkörper.“, schreibt<br />
Soziolog*in und Kolumnist*in Louka Maju Goetzke im Wirtschaftsmagazin „Neue Narrative“. Da<br />
wäre eine Einführung von genderneutralen Toiletten in allen öffentlichen Räumen doch ein gutes<br />
Mittel, um eine solche Ausgrenzung zu verhindern. Deshalb möchte ich euch einen groben<br />
Überblick geben, welche Aspekte für und gegen ein solches Unterfangen sprechen, auch wenn die<br />
Debatte schon seit längerem am Laufen ist. Immerhin sind genderneutrale Toiletten in Deutschland<br />
immer noch eine Seltenheit.<br />
Befürworter*innen sagen, dass der Verzicht auf eine Unterteilung der Toilettenräume zur besseren<br />
Nutzung von vorhandenen Räumlichkeiten führen würde. Statt zwei getrennten Bereichen mit<br />
jeweiligen Kabinen und Waschbecken könnten beide Räume zusammengelegt werden, wodurch<br />
mehr Platz für weitere Kabinen entstehen würde und weniger Waschbecken notwendig wären.<br />
Hinzu kommt der Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit: Erwiesenermaßen müssen Frauen* öfter<br />
ihr “aufs Klo”und teilen sich bei höherem Bedarf denselben Platz, den auch die Männer zur<br />
Verfügung haben, auch wenn dieser meistens gar nicht in vollem Umfang genutzt wird. Da auf<br />
Toiletten für Männer meistens Urinale zur Verfügung stehen, die keine separaten Kabinen erfordern,<br />
bleiben manche abgetrennte Bereiche zum Teil ungenutzt. Würden die Räumlichkeiten nun für alle<br />
nutzbar gemacht werden, hätten Frauen* weitere Kabinen zur Verfügung und bei hohem Andrang<br />
mit weniger Wartezeit zu rechnen. Doch das ist noch nicht alles. Die Professorin Mary Anne Case<br />
kritisiert, dass auf Männertoiletten oft wichtige Networking-Prozesse stattfinden, von denen<br />
Frauen* ausgeschlossen werden: „Gleichberechtigung wird niemals erreicht werden, solange die<br />
geschlechtergetrennten Toiletten bestehen bleiben!“</p>
<p>Es wird oft argumentiert, dass es in öffentlichen Verkehrsmitteln, die längere Strecken zurücklegen,<br />
schon immer Unisex-Toiletten gegeben hat: In Zügen oder Flugzeugen ist der verfügbare Platz für<br />
Sanitäranlagen gering, also gibt es ausschließlich einzelne Kabinen mit einer Toilette und ohne<br />
Urinal, was eine Trennung nach Geschlecht sowieso überflüssig macht. Auch manche kleinen Cafés<br />
haben eben nur Platz für einen Toilettenraum und dieser kann oder muss von allen genutzt werden.<br />
In solchen Fällen scheint Gender für Gegner*innen keine Rolle zu spielen, während die Idee von<br />
geschlechtsneutralen Gemeinschaftstoiletten in größeren Sphären zu einem Aufschrei führt.<br />
Und wie so oft lohnt es sich auch bei dieser Debatte in die Vergangenheit zu reisen und den<br />
Ursprung von geschlechtergetrennten Toiletten zu erforschen. Es gibt diese nämlich erst seit der<br />
viktorianischen Epoche. Ausgehend von der sozialen Moral fand eine klare Rollenteilung zwischen<br />
Männern – welche die Öffentlichkeit (z.B. den Arbeitsplatz) besetzten – und Frauen, die<br />
zurückgezogen in der Privatsphäre (dem Heim) beschäftigt waren, statt. Mit der industriellen<br />
Revolution stieg jedoch die Anzahl von Frauen, die arbeiten gingen und somit in die Öffentlichkeit<br />
gelangten. Somit nutzten sie auch öffentliche Toiletten (zum Beispiel am Arbeitsplatz), die zuvor<br />
bloß von den arbeitenden Männern benutzt worden waren. Doch in „Sorge“ um die Moral, Reinheit<br />
und die Privatsphäre der Frau führte man im Laufe des 19. Jahrhunderts geschlechtergetrennte<br />
Toilettenräume ein – auf genauem Blick also aus einer sexistischen Haltung heraus.<br />
Diese viktorianische Moral scheint sich teils bis heute gehalten zu haben, denn viele Gegner*innen<br />
von genderneutralen Toiletten bezeichnen diese als unsittlich und unangenehm. Zudem wird<br />
argumentiert, dass sich vor allem junge Frauen* in der Anwesenheit von Männern auf Toiletten<br />
unwohl fühlen, zum Beispiel wenn sie ihre Tage haben. In den Augen von Louka Maju Goetzke ist<br />
dies jedoch reine Gewohnheitssache. Denn aktuell haben Menschen, die nicht in die Kategorien<br />
„Mann“ oder „Frau“ passen, gar keinen Ort für ihr Geschäft. Gleichzeitig wird argumentiert, dass<br />
auf die Schutzbedürfnisse von Frauen* geachtet werden sollte, für die Toiletten oft ein Safe Space<br />
sind. Schließlich gibt es leider auch mehrere Quellen, die zeigen, dass Fälle von sexueller<br />
Belästigung und sexuellen Übergriffen vermehrt in Einrichtungen stattfinden, die<br />
geschlechtsneutrale Räumlichkeiten vorweisen. Nichtsdestotrotz erscheint es etwas weit gegriffen,<br />
ausgerechnet bei Toiletten auf Safe Spaces zu beharren, vor allem wenn diese im Umkehrschluss zu<br />
Ausgrenzung führen.<br />
Doch einige Argumente lassen sich schwerer entkräften. Allen voran natürlich der Kostenfaktor:<br />
bereits vorhandene Toiletten abzuändern, würde zu Umbaukosten führen, die in den Augen vieler<br />
als unnötig angesehen werden. Dabei gibt es tolle Vorschläge der Umgestaltung. Der Architekt und<br />
Nachwuchs-Kolumnist Fabian Dahinten stellt in einem Artikel des Deutschen Architektenblattes<br />
verschiedene Konzepte für genderneutrale Toiletten vor. Doch um diese realisieren zu können,<br />
braucht es Ressourcen, die auch von jemandem bezahlt werden müssen. Bei der aktuellen Inflation<br />
möchten wahrscheinlich die wenigsten in den Umbau von Toiletten investieren. Zudem legt die<br />
deutsche Versammlungsstättenverordnung folgendes fest: „Versammlungsstätten müssen getrennte<br />
Toilettenräume für Damen und Herren haben.” (§ 12 Abs. 1 Satz 1 VstättVO). Somit ist eine<br />
Trennung also per Gesetz vorgeschrieben und die Umwandlung zu Unisex-Toiletten eigentlich<br />
illegal.<br />
Trotzdem gibt es immer mehr geschlechtsneutrale Klos in Deutschland, vor allem an Universitäten<br />
und nach und nach auch an Schulen. Dort sind diese hilfreich, um Kindern und Jugendlichen zu<br />
vermitteln, dass es normal ist, wenn sie sich nicht (nur) zu einem Geschlecht zugehörig fühlen. In<br />
Zürich werden an den Schulen zurzeit Urinale durch genderneutrale Kabinen ersetzt – sehr zum<br />
Empören von erwachsenen Männern, die nicht auf ihr Recht verzichten wollen, im Stehen zu<br />
pinkeln. Dabei sind sie ja gar nicht diejenigen, die die Toiletten benutzen!</p>
<p>Apropos Urinale – Architekt Dahinten, den ich bereits erwähnte, hat einen Kompromiss: Statt<br />
komplett auf diese zu verzichten, gibt es Konzepte, in denen Urinale in einem separaten Raum<br />
innerhalb der Räumlichkeiten untergebracht sind. So muss nicht komplett auf sie verzichtet werden,<br />
aber gleichzeitig fühlt sich der Klogang für alle Toilettenbenutzer*innen, die keine Urinale<br />
benutzen, wesentlich angenehmer an. Zudem setzt der Architekt auf einen offenen und einladenden<br />
Vorraum mit einem zweiten Eingang oder Glasscheiben, um diesen einsichtiger zu gestalten, was<br />
sich positiv auf die Sicherheitsbedürfnisse vieler FLINTA*-Personen auswirkt. Was in den<br />
vorgestellten Konzepte auch nicht schlecht ist: Es soll Türen geben, die sich bis zur Decke und bis<br />
zum Boden erstrecken. So ist man erstens nicht gezwungen, alles zu hören, was sich in den<br />
Nachbarkabinen tut und der Toilettengang fühlt sich zudem privater an.<br />
Leider wird es wohl noch einige Jahre dauern, bis genderneutrale Toiletten zum Mainstream<br />
werden. Schließlich hängt viel davon ab, welche Werte und Moralvorstellungen in unserer<br />
Gesellschaft vorherrschend sind und leider ist für viele eine gemeinsame Toilette auch heutzutage<br />
noch obszön oder unangebracht. Doch Ähnliches bekamen auch Mitglieder der LGBTQ+-<br />
Community allzu oft zu hören und dennoch setzten sie und viele Initiativen sich in vielen Ländern<br />
auf der ganzen Welt für ihre Rechte ein. Das wohl prominenteste Beispiel dafür ist die Ehe für Alle,<br />
die bereits in 30 Ländern eingeführt wurde (Stand Oktober 2022). Deshalb möchte ich allen<br />
Menschen, die tagtäglich mit der Thematik konfrontiert werden, Mut zusprechen. Gebt niemals auf,<br />
macht auf euch aufmerksam und lasst euch nicht entmutigen.<br />
Hoffentlich führt in naher Zukunft eine höhere Akzeptanz und Inklusion von Nicht-Binären,<br />
Intersexuellen, Trans-Personen und allen weiteren Gruppen dazu, dass jede*r auf dieselbe Toilette<br />
gehen kann, ohne sich ausgeschlossen zu fühlen. Integration statt Ausgrenzung &#8211; und das nur durch<br />
Toiletten.</p>
<p><strong>Quellen:</strong><br />
<a href="https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/rauchverbot-in-deutschen-gaststaetten-was-hat- es-gebracht-14601236.html">https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/rauchverbot-in-deutschen-gaststaetten-was-hat- es-gebracht-14601236.html </a></p>
<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Unisex-Toilette#Gegenw%C3%A4rtige_Verbreitung https://www.law.uchicago.edu/news/pacific-standard-cites-mary-anne-cases-research-sex- segregated-bathrooms">https://de.wikipedia.org/wiki/Unisex-Toilette#Gegenw%C3%A4rtige_Verbreitung https://www.law.uchicago.edu/news/pacific-standard-cites-mary-anne-cases-research-sex- segregated-bathrooms </a></p>
<p><a href="https://www.neuenarrative.de/magazin/kolumne-geschlechtergefuhle-warum-wir-mehr-unisex- toiletten-brauchen/">https://www.neuenarrative.de/magazin/kolumne-geschlechtergefuhle-warum-wir-mehr-unisex- toiletten-brauchen/</a></p>
<p><a href="https://www.dabonline.de/2022/08/03/kolumne-114-unisex-toiletten-grundriss-beispiele-planung- genderneutral-geschlechtsneutral-wc/"> https://www.dabonline.de/2022/08/03/kolumne-114-unisex-toiletten-grundriss-beispiele-planung- genderneutral-geschlechtsneutral-wc/</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Skater Boys</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/11/skater-boys/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Siri_us]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Nov 2022 12:28:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gendereuphoria]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Skateboarding]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute geht’s um Skateboarding, zumindest vordergründig. Aaron und Alecos erzählen im Video über Geschlechterrollen und diese Gendereuphoria, die das Skaten bei ihnen auslöst. &#160;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute geht’s um Skateboarding, zumindest vordergründig. Aaron und Alecos erzählen im Video über Geschlechterrollen und diese Gendereuphoria, die das Skaten bei ihnen auslöst.</strong><br />
<span id="more-15153"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gendertrouble</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/09/gendertrouble/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Siri_us]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Sep 2022 11:32:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gender Swap]]></category>
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					<description><![CDATA[Was mache ich eigentlich wenn mein Gender nicht mehr passt? Ich geh los und hole mir ein neues. So geschieht das auch im Comic Gendertrouble von Siri_us.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was mache ich eigentlich wenn mein Gender nicht mehr passt? Ich geh los und hole mir ein neues. So geschieht das auch im Comic Gendertrouble von Siri_us.</strong></p>
<p><span id="more-15030"></span></p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-15031" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-1-600x600.jpg" alt="" width="795" height="795" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-1-600x600.jpg 600w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-1-300x300.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-1-150x150.jpg 150w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-1-768x768.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-1-1536x1536.jpg 1536w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-1-570x570.jpg 570w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-1-1140x1140.jpg 1140w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-1.jpg 1920w" sizes="(max-width: 795px) 100vw, 795px" /> <img decoding="async" class="alignnone wp-image-15032" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-2-600x600.jpg" alt="" width="794" height="794" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-2-600x600.jpg 600w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-2-300x300.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-2-150x150.jpg 150w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-2-768x768.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-2-1536x1536.jpg 1536w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-2-570x570.jpg 570w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-2-1140x1140.jpg 1140w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-2.jpg 1920w" sizes="(max-width: 794px) 100vw, 794px" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-15033" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-3-600x600.jpg" alt="" width="792" height="792" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-3-600x600.jpg 600w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-3-300x300.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-3-150x150.jpg 150w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-3-768x768.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-3-1536x1536.jpg 1536w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-3-570x570.jpg 570w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-3-1140x1140.jpg 1140w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-3.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 792px) 100vw, 792px" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-15034" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-4-600x600.jpg" alt="" width="799" height="799" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-4-600x600.jpg 600w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-4-300x300.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-4-150x150.jpg 150w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-4-768x768.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-4-1536x1536.jpg 1536w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-4-570x570.jpg 570w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-4-1140x1140.jpg 1140w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2022/09/Bild-4.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 799px) 100vw, 799px" /></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein paar Gedanken zum Gendern</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/09/ein-paar-gedanken-zum-gendern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mare]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Sep 2022 09:26:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechtergerechte Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Diskussion um gendergerechte Sprache bringt regelmäßig Kommentarspalten in Sozialen Medien zum Explodieren. Mare hat sich zu dem Thema ein paar Gedanken gemacht. Habt ihr auch welche? Ein paar Gedanken zum Gendern: Was mich stört und was ich mal gesagt haben wollte Wer kennt sie nicht? Social Media-Kommentarspalten, die einem Kopfschmerzen bereiten. Besonders beliebt für]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Diskussion um gendergerechte Sprache bringt regelmäßig Kommentarspalten in Sozialen Medien zum Explodieren. Mare hat sich zu dem Thema ein paar Gedanken gemacht. Habt ihr auch welche?</strong></p>
<p><span id="more-15023"></span></p>
<p>Ein paar Gedanken zum Gendern: Was mich stört und was ich mal gesagt haben wollte<br />
Wer kennt sie nicht? Social Media-Kommentarspalten, die einem Kopfschmerzen bereiten. Besonders beliebt für Diskussionen, bei denen sich Menschen schnell an die virtuelle Gurgel springen, ist jeder Beitrag, der etwas mit der Nutzung von gendersensibler Sprache, dem sogenannten Gendern, zu tun hat. Egal ob ein Artikel mit einem polemischen Titel wie „Gender-Gaga!“ schon dazu einlädt, oder die Tagesschau versucht, neutraler zu berichten, die Kommentarspalten sind immer aufgeheizt.<br />
Oft habe ich den Eindruck, dass es dabei auf beiden Seiten schon lange gar nicht mehr um gendergerechte Sprache an sich geht. Dass die Sternchen und Doppelpunkte gar nicht das sind, was die Emotionen so hochschaukeln. „Gender-Gaga“ steht in vielen Fällen nicht nur für „die Art, wie ihr Sprache benutzt, ist verrückt“, sondern auch für „eure Identitäten und eure politischen Forderungen sind verrückt“. Auf der anderen Seite sieht es aber genauso aus. Hinter „Wir sollten alle gendern“ steht auch „Akzeptiert uns und unsere politischen Forderungen.“<br />
Gendern ist auf viele Weise eine symbolische Debatte geworden und ich schließe mich da selber nicht aus. Oft genug habe ich mit Bekannten diskutiert und das Gendern verteidigt, während ich das Gefühl hatte, eigentlich geht es hier um etwas noch Fundamentaleres. Genau diese symbolische Rolle macht es aber auch schwierig, kritisch die Art zu diskutieren, wie wir Gendern und wie wir über Gendern sprechen. Mein Eindruck ist, dass wir es so gewohnt sind, dass es bei diesen Diskussionen unausgesprochen um viel mehr geht, als das was gesagt wird, und dass unser Gegenüber grundsätzlich nicht wohlwollend (queer)feministischen Ideen gesonnen ist, sodass wir direkt in eine Abwehrhaltung gehen, sobald Kritik am Gendern geübt wird.<br />
Das ist auch nicht gut, denn eine kritische Auseinandersetzung ist immer bei allem wichtig. Deshalb möchte im Folgenden ein paar Punkte darstellen, die ich selber an der Art, wie wir gendern und über das Gendern sprechen, kritisch sehe. Dabei möchte ich nicht verallgemeinern. Ich will nicht sagen „alle Feminist:innen denken so“ sondern „mir ist das häufiger aufgefallen, aber ich kenne natürlich auch Leute, die etwas anderes sagen“. Außerdem vertrete ich prinzipiell die Position, dass die Nutzung einer gendersensiblen Sprache wünschenswert ist. Ich möchte lediglich kritisieren, wie wir das häufig tun.<br />
1. Gendern kann einem schwer fallen. Das sollten wir akzeptieren.<br />
Mir ist in Debatten oft aufgefallen, dass die Aussage „Wir müssen das Gendern auch barrierefreier gestalten“ in den meisten Fällen auf großen Zuspruch stößt. Wenn man die Aussage allerdings umformuliert zu „Es gibt einige Menschen, denen fällt das Gendern schwer“, habe ich es schon häufiger erlebt, dass als Antwort kam „die sollen sich nicht so anstellen“ oder „die wollen doch nur eine Ausrede haben, nicht zu gendern“. Ich glaube, mit solchen Aussagen gaukeln wir uns was vor und vergraulen gleichzeitig Leute, die gute Absichten haben.<br />
Ich hätte es auch gerne, dass es einfach wäre, gendersensible Sprache zu benutzen. Und dabei bringe ich schon sehr gute Voraussetzungen mit: Ich schreibe gerne, sprachliche Themen lagen mir schon immer und ich hatte inzwischen sehr viele Jahre Zeit, mich daran zu gewöhnen, weil ich mit dem Thema schon relativ früh konfrontiert wurde. Und trotzdem. Wenn ich auf der Arbeit einen großen Berg an Texten Korrekturlesen muss mit der Bitte „Check das mal aufs Gendern und korrigier es“, dann gibt es mehr als genug Momente, wo ich leise vor mich hin fluche, denn es ist nicht immer einfach, den Lesefluss beizubehalten und gleichzeitig einen Text gendersensibel umzugestalten.<br />
„Du stellst dich doch nur an, ich habe keine Probleme damit“, höre ich gerade gedanklich mein fiktives Gegenüber sagen. Darauf kann ich nur antworten, dass es einfach meine ehrliche Meinung basierend auf jahrelanger Erfahrung ist und ich das Ganze ja trotzdem für sinnvoll halte. Und bei alldem dürfen wir nicht vergessen, dass es genug Menschen gibt, die aus sonstigen Gründen Probleme mit der deutschen Sprache und/oder dem Lesen und Schreiben im Allgemeinen haben. Ich würde mir wünschen, dass wir häufiger Verständnis dafür hätten und öfter annehmen, dass solche Kritik nicht automatisch bedeutet, dass sich jemand als anti-feministisch sieht.<br />
2. Es ist nicht nur wichtig, wie etwas gesagt wird, sondern mit welchen Absichten.<br />
Ah ja. Hier ist sie. Die altbekannte Kritik a la „Ich hab das Gefühl, es geht gar nicht mehr darum, was gesagt wird, sondern wie man es sagt“. Das haben viele von uns schon öfter auf verschiedenste Weise gehört. Von „diese Feministen, die wollen einem das Denken verbieten“ über „Das N-Wort werde ich ja noch wohl sagen dürfen, das macht mich nicht zum Rassisten“ bis hin zu nuancierterer Kritik, an der ich mich hier versuchen will.<br />
Natürlich kann die Art, wie wir Sprache benutzen, verletzend und diskriminierend sein, und ich finde, wir müssen auch als Gesellschaft ständig neu Grenzen aushandeln, die nicht überschritten werden dürfen. Gleichzeitig dürfen wir auch nicht vergessen, dass es ein Privileg ist, ständig auf dem neusten Stand sein zu können, was wie bezeichnet wird. In aktivistischen Kreisen, in denen man sich sehr intensiv mit solchen Themen beschäftigt, ist es einfach, ein Gefühl dafür zu verlieren, wie viel Kontakt andere Menschen (die teilweise z.B. auch selber queer sind!) mit diesen Themen haben. Das meine ich nicht herablassend-vorwurfsvoll. Ich schließe mich da selbst nicht aus.<br />
Gleichzeitig haben nicht binäre Personen, die ich kenne, auch schon ihren Frust geäußert, dass zwar immer mehr Menschen mit Sternchen oder Doppelpunkt gendern, diesen Personen aber oft nicht einmal bewusst ist, dass es nicht binäre und inter Personen gibt. Wir sollten also nicht nur im Blick behalten, dass wir uns nicht nur für die Nutzung gendersensibler Sprache einsetzen sollten, sondern auch für die Vermittlung dahinter warum und für wen und uns generell für Aufklärung einsetzen, um einen positiven gesellschaftlichen Wandel voranzutreiben.<br />
3. Es gibt auch noch andere politische Ziele, und wir sollten Betroffenen zuhören, wenn sie sich wünschen, dass diese mehr Gehör finden.<br />
„Manchmal habe ich das Gefühl, dass cis Menschen im Internet denken, mein einziges Problem sei, dass ich in der Sprache oft nicht mitgemeint bin“, hat mir vor einer Weile eine befreundete Person gesagt, die nicht-binär ist. Dieses Stimmungsbild habe ich schon öfter mitgekriegt. Trans und nicht binäre Menschen, die von der Debatte müde sind und die sich wünschen, dass Allies stattdessen mehr Energie z.B. in die Forderung nach Gesetzesänderungen investieren. Gleichzeitig darf man aber auch nicht so tun, als würden sich nur cis Menschen für gendergerechte Sprache einsetzen und ich bin auch der Meinung, dass Aktivist:innen sich selber aussuchen sollten, wo sie ihre Energie reinstecken. Wir sollten diese Diskussion also als einen Austausch sehen, einen fortwährenden Prozess, an dem wir arbeiten, um gemeinsam weiter voranzukommen.<br />
Im Endeffekt Gendern wir, weil wir ein gemeinsames Ziel haben: Eine gerechtere Gesellschaft. Und um diese zu erreichen, müssen wir uns austauschen, uns gegenseitig zuhören und kritisch mit uns und unserer Bewegung sein. Die Punkte, die ich genannt habe, sind keine konkreten Lösungen. Das würde ich mir nicht anmaßen wollen. Es sind Dinge, von denen ich mir wünschen würde, dass sie in Debatten öfter im Hinterkopf behalten werden. Ich weiß, dass abseits von Social Media-Kommentarspalten schon häufig kritische Diskussionen geschehen, und ich möchte mit diesem Artikel meinen kleinen Beitrag dazu beitragen, zur Reflexion anzuregen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kirschen pflücken</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/01/kirschen-pfluecken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ursula Recih]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jan 2022 07:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Empowerment]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir begrüßen eine neue Autorin auf meinTestgelände: Ursula Recih! Sie studiert Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis in Hildesheim, lebt in Leipzig und schreibt Poesie und Prosa, um Erlebtes zu verarbeiten und ihre Gefühle zu kanalisieren. &#8222;Eine feministische Perspektive und meine eigene Position als queere Frau liegen meinen Texten zugrunde, welche sich mit Beziehungsdynamiken, lesbischem Begehren und gesellschaftspolitischen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir begrüßen eine neue Autorin auf meinTestgelände: Ursula Recih! Sie studiert Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis in Hildesheim, lebt in Leipzig und schreibt Poesie und Prosa, um Erlebtes zu verarbeiten und ihre Gefühle zu kanalisieren. &#8222;Eine feministische Perspektive und meine eigene Position als queere Frau liegen meinen Texten zugrunde, welche sich mit Beziehungsdynamiken, lesbischem Begehren und gesellschaftspolitischen Verhältnissen auseinandersetzen.&#8220;, sagt sie. Wir wünschen euch viel Spaß mit ihrem ersten Text!</strong><span id="more-14374"></span></p>
<p>Vielleicht können wir dann klar sein, wenn unser Gegenüber unklar ist, wenn wir glauben selbst klarer zu sein und uns deshalb erhaben fühlen. Vielleicht ist Klarheit mit Macht verbunden, vielleicht gründet sie sich sogar auf Macht. Ich bin dann klar, wenn mir Raum und die richtigen Anstöße gegeben und Impulse gesendet werden und ich weiß, ich darf sein, ich bin nicht zu viel, egal wie viel ich ordnen muss und egal wie lange ich dafür brauche. Ich bin dann klar, wenn mein Gegenüber mir Klarheit zuspricht, wenn mein Gegenüber denkt, ich sei klar und ich bin eben dann unklar, wenn ich ahne, mein Gegenüber hält mich bereits für unklar.</p>
<p><i>Ich stehe neben meinem Vater im Garten, wir pflücken Sauerkirschen und er sagt, ich solle ihm aus meinem Leben erzählen. Ich beginne über meine Bachelorarbeit zu berichten und bemerke direkt, dass es mir schwer fällt mich zu formulieren, dass ich hadere. Einen Tag zuvor, als ich mit meiner Mutter spazieren war und wir über gesellschaftspolitische Themen diskutierten, hatte ich keinerlei Probleme meine Haltung argumentativ darzulegen und eloquent mein Wissen und Erlerntes zu vermitteln. Neben meinem Vater fühle ich mich auf einmal wieder wie ein kleines Mädchen. Seine kleine Tochter, die schön und künstlerisch kreativ ist aber nicht intelligent. Das allein ist schon paradox, denn für Kreativität bedarf es Intelligenz. Aber Intelligenz ist für meinen Vater und in dem patriarchalen System in dem wir leben, eben nicht gleich Intelligenz. Da gibt es Theorie und Praxis und da gibt es Eigenschaften, die Weiblichkeit zugeschrieben werden und deshalb keine Anerkennung erfahren oder Tätigkeiten, die sobald sie von Frauen ausgeübt werden, nicht mehr als Kompetenzen gelten. Soziale Fähigkeiten zum Beispiel oder eben, wie in meinem Fall, Wissen um Mode und Popkultur. Aber vor allem geht es um Zuschreibungen, die nicht selbst gewählt sind und in die ich nicht passe.</i></p>
<p><i>Er auf der Leiter Meter über mir, ich unten am Boden, mich am rechtfertigen, mich am erklären, am holpern, am Worte suchen. Ich scheitere daran, ihm meine These zu sagen. Ich weiß meine These und ich habe einiges zu ihr und den Texten und Büchern, die ich zu der Thematik gelesen habe, zu erzählen. Ich verspüre seine Skepsis und beginne meinen Satz immer wieder neu, mein Kopf leer, während ich nach den richtigen Worten suche und suche. Ein wenig oberflächliches Gedöhns findet den Weg aus meinem Mund, vor allem aber der wenig aussagende Satz „Ja, es macht mir einfach Spaß, ich finde das alles ganz toll, was denkst du darüber?“ Er erklärt mir, ich solle meine These schmal halten, nicht zu ausführlich werden, sonst würde ich nie fertig werden und eine Doktor-</i></p>
<p><i>anstatt eine Bachelorarbeit schreiben. Ich pflichte ihm zu, dass ich um diese Problematik wisse. Am Abend fahre ich zu meiner Mutter zurück und berichte ihr von dem Nachmittag, dem Kirschen pflücken, den darauf folgenden Gesprächen beim Kaffee, bei denen ich dann stille Zuhörerin geworden bin. Ich sage ihr „Ich fühle mich nicht gesehen, unsere Lebensrealitäten sind meilenweit entfernt.“ Ich sage vieles mehr, da ich einige Gedanken zu dem Geschehenen habe und auf einmal kann ich wieder sprechen.</i></p>
<p>Das heißt meine Annahme über die Haltung meines Gegenübers, anhand meiner Wahrnehmung, wie die Person agiert, bestimmt mein Handeln. Das heißt eine Vermutung bestimmt die Realität. Im Endeffekt ist also die Angst den vermeintlichen Erwartungen des Gegenübers nicht gerecht zu werden der Grund wieso ich dann tatsächlich unklarer werde. Ich beweise mir selbst, dass meine eigenen Zweifel gerechtfertigt sind und schiebe es auf den Habitus einer anderen Person. Das heißt nicht, dass dieser Habitus nicht tatsächlich auch zu meinem Verhalten beiträgt und diese Situation systemisch bedingt ist. Dass sie in vielen Gärten genauso von statten geht. Dass Väter auf Leitern stehen und auf ihre Töchter herabsehen und sie unterschätzen und dass diese Töchter sich deshalb stetig selbst unterschätzen. Aber vielleicht geht es viel mehr darum, mein Verhalten und Selbstbewusstsein nicht länger von der Antizipation, was mein Vater über mich denkt, abhängig zu machen. Sondern mich von dem Drang zu emanzipieren, ihm beweisen zu müssen, dass ich intelligent bin, um etwas wert zu sein.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Texte zum Thema Empowerment gefällig? <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/empowerment/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Hier entlang</strong></a>!</li>
</ul>
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		<title>Süß</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/01/suess/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Isa]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jan 2022 07:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns sehr, mit Isa eine weitere neue Autorin hier auf meinTestgelände begrüßen zu dürfen! Isa hat das Buch &#8222;Süß&#8220; der Journalistin Ann-Kristin Tlusty gelesen und für uns besprochen. Worum es geht? Das lest ihr hier. Sanft. Süß. Zart. Diese Attribute werden Frauen nicht nur zu- und vorgeschrieben, sondern teilweise auch von ihnen selbst]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns sehr, mit Isa eine weitere neue Autorin hier auf meinTestgelände begrüßen zu dürfen! Isa hat das Buch &#8222;Süß&#8220; der Journalistin Ann-Kristin Tlusty gelesen und für uns besprochen. Worum es geht? Das lest ihr hier.</strong></p>
<p><span id="more-14366"></span></p>
<p>Sanft. Süß. Zart. Diese Attribute werden Frauen nicht nur zu- und vorgeschrieben, sondern teilweise auch von ihnen selbst internalisiert. Wie kommt es, dass Frauen in Zeiten eines salonfähigen und weitverbreiteten Feminismus immer noch die Aufgabe zukommt, als Zuckerguss auf dem von Männern dominierten Alltag zu fungieren? Und wie haben sich solche zuckrigen Ansprüche an Weiblichkeit nahezu unbemerkt in feministische Ansätze eingewoben? Vor diesen Fragen nimmt die Streitschrift von Ann-Kristin Tlusty ihren Ausgang. Zudem stellt sie schon zu Beginn ihrer Schrift klar, dass sich ihr Weiblichkeitsbegriff auf alle Menschen bezieht, die sich als Frau fühlen und nicht bloß jene, die als solche geboren werden. Intelligent, nahbar und authentisch analysiert die Autorin die Sphären der sanften, sich stets selbst aufopfernden; der süßen, sexuell verfügbaren sowie der zarten, anmutig schwächlichen Frau und bettet sie in einen Kontext von Macht und Ohnmacht, ökonomischer Ungleichheit und fragwürdiger sexueller Mündigkeit ein.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die sanfte Frau geht vollkommen in ihrer Aufgabe als Pflegerin und Ernährerin auf, ohne sich dabei zu beschweren. Aus diesem Grund ist die sanfte Frau oftmals in Pflegeberufen anzutreffen, die ihrerseits innerhalb einer neoliberalen und kapitalistischen Gesellschaft vernachlässigt werden und unterbezahlt sind. Diese Sanftheit resultiert, so Tlusty, aus dem gesellschaftlichen Anspruch an Frauen, sich stets mütterlich und aufopfernd zu verhalten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die süße Frau wird von anderen – aber auch von sich selbst – als eben solche empfunden. Schüchtern kichert sie, wenn sich Männer auf der Tanzfläche an sie anschmiegen, obwohl sie sich dabei eigentlich alles andere als wohl fühlt. Hauptsächlich ist die süße Frau aber eines: sexuell befreit bzw. jederzeit sexuell verfügbar. Diesen Anspruch an sexuelle Offenheit um jeden Preis verortet die Autorin in den feministischen Bewegungen der 1960er Jahre und analysiert diese Sphäre vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Lebensrealität. Um als Feministin zu gelten, scheint ein offenherziger Umgang mit Sex unumgänglich.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der Sphäre der zarten Frau, der in dem Buch ebenfalls Beachtung geschenkt wird, begegnet man häufig in medialen Darstellungen von Weiblichkeit. Anmutig schwächlich ziert diese Frau leicht bekleidet und dementsprechend fröstelnd die bunten Seiten diverser Modemagazine. Man trifft die zarte Frau natürlich sehr oft auf Kinoleinwänden, während sie als Schönheit darauf wartet, von einem Mann aus einer brenzligen Lage gerettet zu werden (ohne dass dabei ihr Make-Up verwischt, selbstverständlich).<span class="Apple-converted-space">   </span></p>
<p>In erster Linie dient dieses Buch der Auseinandersetzung mit den antifeministischen Unterdrückungsmechanismen in unserer Gesellschaft. Tlusty stellt sich aber ebenfalls vehement gegen eine Ansammlung feministischer Strömungen, die sie unter dem Namen ‚Potenzfeminismus‘ subsumiert. Unter Potenzfeminismus versteht sie all jene feministischen Strömungen, die auf verschiedensten Social Media Plattformen Konzepte wie Female Empowerment und radikale Selbstliebe propagieren und dabei außer Acht lassen, dass sich die Kämpfe des Feminismus nicht rein auf einer individuellen Ebene ausfechten lassen. Vielmehr bedarf es grundlegender, kollektiver Bemühungen, um einen gesellschaftlichen Wandel herbeizuführen und dem klebrigen Stigma der süßen Frau ein Ende zu setzen.</p>
<p>Eine Leseempfehlung für alle, die sich sowohl mit den zeitgenössischen feministischen Strömungen als auch mit ihren eigenen Ansprüchen an Weiblichkeit kritisch auseinandersetzen wollen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Das Buch findet ihr <a href="https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/suess/978-3-446-27101-2/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Gefühllosigkeit ist ein Gefühl</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/12/gefuehllosigkeit-ist-ein-gefuehl/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tom]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Dec 2021 07:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Psyche]]></category>
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					<description><![CDATA[Content Note: Psychische Gesundheiten / Krankeiten. Unser Autor Tom fand zwei Jahre lang keine Worte dafür, was er hier im Text aufgeschrieben hat. Im Laufe seiner tiefenpsychologischen Therapie und eigenen Reflexionsversuchen gelang ihm Anfang diesen Jahres der Sprung raus aus der Ego-Ebene und das Erlebte aus der Vogelperspektive zu betrachten. Dieses Essay erschien zunächst im Mantis]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Content Note: Psychische Gesundheiten / Krankeiten. </b></p>
<p><b>Unser Autor Tom fand zwei Jahre lang keine Worte dafür, was er hier im Text aufgeschrieben hat. </b><b>Im Laufe seiner tiefenpsychologischen Therapie und eigenen Reflexionsversuchen gelang ihm Anfang diesen Jahres der Sprung raus aus der Ego-Ebene und das Erlebte aus der Vogelperspektive zu betrachten. Dieses Essay erschien zunächst im Mantis Magazine #11. Für die Veröffentlichung hier auf meinTestgelände ist er nach gut einem Vierteljahr nochmal in das Thema eingestiegen und versuchte sich bewusst zu machen, was das Aufschreiben dieser Geschichte mit ihm gemacht hat.</b></p>
<p><span id="more-14348"></span></p>
<p>Berlin 2019: Als ich gewusst habe, ich fahre, da dachte ich, es kann nur besser werden, doch es kam schlimmer. Schlimmer als all die schlaf-gestörten Nächte, die ich erlebt hatte, während ich<a href="https://www.torial.com/tom.oswald/portfolio/416429" target="_blank" rel="noopener"> die Lebensgeschichte eines anderen aufgeschrieben habe</a>. Schlimmer als die Zurückweisung der für mich damals wichtigsten Person in meinem Leben in einer neuen Stadt, die mich gleichzeitig ermattet und überfordert hat. Schlimmer als die Angst, dass ich nie wieder aus dem Bett kommen werde, das mich in der Zeit angezogen hat wie ein Magnet ein tonnenschweres Auto anzieht, kurz bevor er das Fahrzeug loslässt, kurz vor dem determinierten Fall in die Schrottpresse. Ich hatte Angst, niemandem in meinem Leben und schon gar nicht mir selbst gerecht werden zu können, Angst vor Arbeitslosigkeit, Energielosigkeit und Verlust. In diesem Moment kam keine meiner früheren Aggressionen zum Vorschein. Keine Emotion, die durchbricht. In diesem Moment war ich leer und mein Kopf voller Gedanken, die mir das Gefühl gaben, er explodiert bald. Ich bin implodiert. Habe mich selbst in Ketten gelegt, um die Auswirkungen des Schadens zu spüren und war gefangen in meinem Dasein als weißer, konservativ sozialisierter, 23-jähriger von Geburt an männlich gelesener, deutscher Student aus einem nicht-akademischen Haushalt ohne Migrationserfahrung. Ohne Emanzipationserfahrung.</p>
<p>Den Begriff „Emanzipation“ definiert der Duden mit: „Befreiung aus einem Zustand der Abhängigkeit; Selbstständigkeit; Gleichstellung.“ In gesellschaftlichen Debatten wird dabei meist nur die Emanzipation der <b>FLINTA</b> ( cis <b>F</b>rauen, <b>L</b>esben, <b>I</b>ntersexuelle, <b>N</b>onbinäre Menschen, <strong>t</strong>rans Personen und <b>A</b>gender) diskutiert. Diese Bewegungen sind global, entwickelten sich über Jahrhunderte weiter und dauern bis heute an. FLINTA kämpfen für ihre Rechte. Sie kämpfen gegen die strukturelle Diskriminierung und Unterdrückung im Patriarchat. Und CIS-Männer? Sie mussten nie für ihre Rechte kämpfen, sie halten Macht und Privilegien bis heute inne.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Verinnerlichte Rollenbilder, verinnerlichter Druck</b></p>
<p>Meine Glaubenssätze, wie „Sei ein Mann“ (sei stark, sei tapfer, sei hart, sei bestimmt, sei abgesichert und setze dich solange gegen alles und alle anderen durch, bis du bekommst, was du willst), verfestigten sich mit der Zeit, wie Grabsteine aus flüssigem Beton, in meinem Bewusstsein. Sie waren das Symbol vom Tod meiner Hoffnung. Der Hoffnung auf „Nicht sein zu müssen, wie es vom außen erwartet und mir zugeschrieben wird. Vielmehr so sein zu können, wie ich es im Inneren bin und fühle.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Mit dem Umzug nach Berlin wollte ich aus dieser Sozialisation ausbrechen. Den Ausbruch aus Bayern, den Ausbruch meiner seit Jahren unterdrückten Gefühle erzwingen. Aus dem Zwang mir selbst gegenüber brach ich ein und schon im ersten Jahr meiner Ankunft in mich zusammen. Unter der Saugglocke in meinem Bett, betäubt von Dokus und Serien sah ich mich, gut 10 Jahre später, Anfang/Mitte Dreißig und immer noch im selben Bett liegend. Ich sah, wie ich mich immer noch quälte, von journalistischer Arbeit leben zu können, weil das in all den Jahren das Einzige war, was mich ausmachen würde. Zumindest in meinem Kopf.</p>
<p>Ich wollte heulen. Ging nicht. Wollte all das vergessen, was sich wie mit einem Vorschlaghammer in meine Gedanken schlug. Wollte loslassen. Dabei hatte ich Pläne, auf die ich mich freuen sollte. Ich stand kurz vor dem Aufbruch in die Ukraine. Hatte die Zusage für ein interkulturelles Projekt im Hinterland der Karpaten. Hatte den Anreiz, mein Bett zu verlassen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Zurück in Berlin, Südkreuz, Februar 2019: Als der Zug sich in Bewegung setzte, begann das Grübeln wieder. Ein Gedankenchaos, das sich wie ein gefährlicher Strudel auf hoher See in meinem Kopf ausbreitete und mich in ein tiefes Loch ohne sichtbaren Boden hineinzog. Ich war beschämt. Beschämt von mir und meiner Vergangenheit, beschämt von meinen Eigenschaften als Mann im Patriarchat, beschämt von all den Ungerechtigkeiten in der Welt. Lange Zeit fühlte ich mich als Opfer, in dem Moment sah ich nur den Täter in mir. Ich habe schwarz oder weiß gedacht, schwarz oder weiß gefühlt, die Welt nur schwarz oder weiß gesehen. Da war kein grau mehr. Kein warum? Nur eine Ohnmacht, die mich bewegungsunfähig machte.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Ich muss etwas ändern“, dachte ich. „Jetzt!<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich wollte mir Hilfe von außen holen, eine Therapie machen oder so. Wollte einen gesunden und nachhaltig anhaltenden Weg aus meinem Leid finden und mich von dem durchdringenden Schmerz befreien. Einen Augenblick später tippte ich die E-Mail an die Kassenärztliche Vereinigung Berlin:</p>
<p><b><i>Sehr geehrte Damen und Herren, </i></b><br />
<b><i>ich befinde mich aktuell in einer Phase der extremen Antriebslosigkeit und habe durch Gespräche mit Freunden festgestellt, dass es depressive Anzeichen sind. </i></b><br />
<b><i>Ich weiß nicht mehr weiter&#8230; </i></b><br />
<b><i>Viele Grüße</i></b></p>
<p>Wirklich weitergekommen bin ich in diesem Jahr nicht mehr. Aus Nachhaltigkeit wurde ein Feuerwerk aus Ablenkungen und Kompensationen. Die Bilanz: eine abgebrochene Therapie, eine zweimal beendete romantisch-polygame Beziehung, ein weiteres unbezahltes Praktikum, um mich doch noch im Berufsfeld des Journalismus irgendwie zu etablieren. Und viele Fluchtwege aus meinem Kummer. Darunter: Sieben Festivals im Sommer, sechs Länder bereist und eine Menge abgestumpften Sex auf der Suche nach Nähe und Geborgenheit. Auf der Suche nach einer flauschigen Decke, die mich wohlwollend umhüllt und mich die Welt da draußen für einen Moment vergessen lässt. Auf einen Arm, der mich auffängt und sich um mich legt. Auf einen Neustart. Das Feuerwerk knallte laut und zog in bunten Farben wie Blitze in der Dunkelheit an meinen Augen vorbei. Einen Augenblick war alles um mich herum wieder dunkel. War vergessen. Zurück blieben Asche und das Verlangen nach dem nächsten Kick.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Mitte des Jahres sah ich, dass kein Kick der Welt mich zurück in die Bahn kickt. Stattdessen lag ich betäubt am Straßenrand. Mit dem nächsten Auslandsprojekt, der nächsten Flucht vor mir selbst, schwor ich mir 3 Monate auf viele dieser Ablenkungen zu verzichten. Kalter (Sex)entzug. In der Hoffnung, ich wäre danach dazu fähig, den Neustart-Button drücken.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>2020 ist alles anders. Alles besser?</b></p>
<p>Januar 2020 in Berlin: Ich drückte den Neustart-Button. Eine neue Therapie, neues Bewusstsein für Freundschaften, regelmäßiger Ausgleich durch Theaterarbeit und Schwimmen. Und Sexualität nur nach Gefühl. Nicht um meine Leere zu kompensieren oder meine Unsicherheiten, meinen Zweifel und meinen Hass auf mich selbst. Nein, diesmal will ich anfangen mich zu lieben, mich fair und wertschätzend zu behandeln. Und nicht nur mir zu verzeihen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nicht mehr der Mensch sein, der abends, weil er „nichts Produktives“ geschafft hat, die Verabredung mit seinen Freunden aus Scham absagt und ohne Essen versucht zu schlafen. „Das hast du dir nicht verdient“, sagte meine immer lauter werdende innere Stimme damals.</p>
<p>Nicht mehr der Mensch sein, der sich selbst durch Erfolg im Job, Geld und in Sex bemisst. Das Credo „höher, schneller, weiter“ sollte aus meinen Lebensplänen gestrichen werden. Ebenso die „Base-Theorie“, bei der es darum geht, wie bei einer Checkliste, bei Dates meine Gegenüber möglichst „sicher“ zum Sex zu motivieren. „Wenn ich mit einer Frau schon im Bett liege, muss ich auch mit ihr schlafen. Auch, um dann mir selbst und anderen etwas zu beweisen.“ Eine Theorie aus meiner Kindheit und Jugend, die in meinem damaligen Umfeld heteronormativ und patriarchal kultiviert wurde. Ansonsten warst du als Mann schwach und uncool. Mann macht den ersten Schritt. Mann macht die Show. Mann muss eine Strategie haben, um mit Frau intim zu werden. Was ich heute sofort in die Schublade der Pick-Up-Artists packen würde, war zu Jugendzeiten die Norm. 2020 war ich absolut dagegen. Gegen Diskriminierung aller Art.</p>
<p>Dennoch fällt es mir auch heute noch schwer, meinen eigenen moralischen Ansprüchen zu genügen und eine klare Meinung zu all den Themen zu finden. Politisch und gesellschaftlich: Je mehr Perspektiven, Bildungsfaktoren, Sozialisationen und Lebensrealitäten ich gesehen habe, desto weniger konnte ich mir eine sachliche Meinung darüber bilden. Desto weniger konnte ich im Kopf rational bleiben, auch wenn in eigenen Krisenzeiten auf meinen Rationalen Autopilot immer Verlass ist. Bis heute. Selbst, wenn ich dagegen ankämpfen will. Ist der Schmerz zu groß, schaltet er um. Rationalisiert und legitimiert mein Verhalten, selbst, wenn ich damit geliebten Menschen an meiner Seite nachhaltige Schmerzen zufüge. Er redet mir ein: „Ich bin der Gute.“</p>
<p><b>Sichtbare Wut, unsichtbarer Schmerz</b></p>
<p>Letztendlich kamen die Symptome und die Probleme gar nicht so plötzlich und erst recht nicht die Einsicht, was dagegen zu tun. Ich unterdrückte, seitdem ich denken kann, viel. Nicht bewusst, sondern aus mangelnder Sensitivität. Aus mangelnder Durchlässigkeit und mangelndem Mut, der Mensch zu sein, der ich bin und so zu sein, wie ich bin. Mehrdimensional. Als Mann, als Sohn, als Bruder, als Freund oder als Boyfriend. Mit harten Seiten und mit weichen. Mit zahlreichen Männlichkeiten und ebenso vielen Weiblichkeiten. Mit Gefühlen, die nicht immer sichtbar an der Oberfläche waren und es bis heute noch immer nicht sind. Seit ich denken kann, war ich wütend. Als Kind der Giftzwerg, der sich ausspinnen soll und erst dann wieder kommen darf, wenn er wieder „normal“ ist, später als junger Erwachsener, der Igel mit ausgefahrenen Stacheln, der nicht wirklich einen Menschen an sich ran lässt, zwischenmenschliche Beziehungen schnell wieder abbricht oder gar nicht erst annimmt. Demut und Versöhnungsgedanken, Fehlanzeige. Heute ziert eine tiefe Zornesfalte mein Gesicht.</p>
<p>Doch mein Zorn war nur die sichtbare Spitze eines Eisberges, gegen den selbst mein Autopilot nicht mehr ankommen konnte. Unsichtbar aber da und unterhalb der Wasseroberfläche verbarg sich meine Trauer. Meine Angst und meine Scham. Damals wurde mein Verhalten von außen meist mit Unverständnis bewertet, irgendwann tat ich es selbst nach innen. Ich verstand mich nicht. Verstand nicht, wer dieser Mensch sein mag, der in seinen Wutausbrüchen so in sich zusammen fällt. Der insgeheim nach Hilfe ruft, einen Ausweg aus seiner selbst sucht und dies in seiner Verzweiflung anmaßend als Drohung ausspricht und manipuliert. Der Mensch, der so viele Menschen, die ihm etwas bedeuten, aktiv verletzt hat und es kurz darauf wieder bereute, aber nicht fähig war, diese Reue zu kommunizieren. Ich war passiv und still. In diesen Momenten war nur eines größer als die Scham. Der Selbsthass.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich hasste bis zu meinem unausweichlichen Zusammenbruch 2019 im emotionalen Chaos. Aus mir selbst heraus konnte ich mir nicht helfen und die Reisen oder auch Flucht- und Kompensationsbewegungen nach Außen bewiesen letztendlich nur eines. Ich brauche Hilfe. Spezielle Hilfe. Bei einer meiner Tramperfahrungen lernte ich einen erfahrenen Psychotherapeuten kennen. Er war damals so um die 60 Jahre alt und auf dem Weg zu einem Fachkongress in Berlin, bei dem er selbst einen Vortrag gehalten hat. „Du bist anders“, meinte er damals, „anders als 90% der Menschen in deinem Alter.“ Dementsprechend brauchst du auch eine therapeutische Hilfe, die mit deinem Lebensstil vertraut ist und ihn anerkennt.“ Bevor er mich in Berlin Mitte absetzt, erzählte er mir noch etwas von einem Stürmer und Dränger in mir, abgeleitet aus der Historischen Epoche des Sturms und Drangs. Ich war mehr als verwirrt.</p>
<p><b>Meine Emanzipation: Ich bin am Anfang, aber ich hab angefangen</b></p>
<p>Heute kann ich es immer noch nicht nachvollziehen, wie er mich gesehen hat. Für mich aber zählt: Er hat mich gesehen und letztendlich mich dazu motiviert, einen zweiten Therapieversuch im Januar 2020 zu starten. Eine Stütze, die mir bis heute Stabilität gibt. Aus dieser Stütze entstanden weitere Inseln in einem weiten Meer der Außenwelt und näherem Umfeld in Berlin; Lübeck und an weiteren Orten, an denen mir auf meiner Lebensreise die Türen geöffnet und die Hand gereicht wurde. Orte, wo ich willkommen bin und immer noch aufgefangen werde, wenn ich mich danach fühle und den Mut habe, um Hilfe zu fragen. Sie aber auch anzunehmen gelingt mir nicht immer, Scham, Angst und Sorgen sind noch da, auch wenn der Hass langsam sich auflöst, wie der Nebel an einem kalten sonnigen Morgen im Frühling. Was neu ist, ist die Zuversicht. Die Zuversicht, dass alles gut wird, auch wenn ich meiner Oma damals nach dem Ausspruch dieses Satzes selten geglaubt habe. Vor allem, wenn ich dachte, ich bin kurz davor in den Fluten des Neuen, Aufregenden, Experimentellen und sich ständig veränderten Meeres zu ertrinken. Heute kann ich sagen:, Ich liebe es, in diesem Meer zu schwimmen, tief einzutauchen und mich auch mal treiben zu lassen. Mich frei zu bewegen und frei zu fühlen. Dennoch brauche ich Inseln, um nicht in der Flut, die dieses Leben mit sich bringt, unterzugehen. Eine Insel, auf der ich mich zu Hause fühle. Eine Insel, auf der ich individuelle Familiengefühle spüre. Eine kreative Insel für Theaterarbeit, Körperarbeit, Kunst und Experimente. Eine Insel, auf der ich soft sein und auch Schwäche und Emotionen zeigen kann und auch lernen kann, diese zu zeigen. Eine Insel, auf die ich zu jeder Zeit hin kann, wenn&#8217;s mir schlecht geht. Mit maximalem Vertrauen, Aufrichtigkeit und Respekt vor den Lebensrealitäten und Umständen anderer. Für das Gefühl von Geborgenheit, Sicherheit und Lebendigkeit und der Lust, alle Parameter nach Lebensphase und Gefühl frei und selbstständig justieren zu können. Eine Inselgemeinschaft. (M)ein Leben lang.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><i>Essay, verfasst am 08.02.2021, überarbeitet am 20.07.2021</i></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>In diesem Text stellt Tom die Frage: <a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/05/wann-ist-ein-mann-ein-mann/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Wann ist ein Mann ein Mann?</strong></a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die HeRoes zum internationalen Tag gegen Gewalt an Mädchen und Frauen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/11/internationalertaggegengewalt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HeRoes]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Nov 2021 07:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Solidarität]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=14309</guid>

					<description><![CDATA[Anlässlich des heutigen internationalen Tages gegen Gewalt an Mädchen und Frauen haben die HeRoes Duisburg ein neues Video produziert. In ihrer Arbeit setzen die jungen Männer sich für ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben von Mädchen und Frauen ein. In diesem Video zeigen sie in ihren persönlichen Statements, dass sie solidarisch sind &#8211; und zwar nicht]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Anlässlich des heutigen internationalen Tages gegen Gewalt an Mädchen und Frauen haben die HeRoes Duisburg ein neues Video produziert. In ihrer Arbeit setzen die jungen Männer sich für ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben von Mädchen und Frauen ein. In diesem Video zeigen sie in ihren persönlichen Statements, dass sie solidarisch sind &#8211; und zwar nicht nur an diesem Tag!</strong></p>
<p><span id="more-14309"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von den HeRoes <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/heroes_neu/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nackt im Sport</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/11/nackt-im-sport/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Nov 2021 07:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[10 cm – zu viel oder zu wenig? Wir freuen uns über einen neuen Text unserer Autorin Lilith. Sie schreibt folgenden Teaser: Die modernen Wettkämpfe im Jahr 2021 unterscheiden sich nicht nur in Hinblick auf die Ausrichtung und die Art der Disziplinen von denen, die in der Antike zwischen 776 v. Chr. und 393 n. Chr. ausgetragen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>10 cm – zu viel oder zu wenig?<span class="Apple-converted-space"> Wir freuen uns über einen neuen Text unserer Autorin Lilith. Sie schreibt folgenden Teaser</span></b><strong><span class="Apple-converted-space">: </span><i>Die modernen Wettkämpfe im Jahr 2021 unterscheiden sich nicht nur in Hinblick auf die Ausrichtung und die Art der Disziplinen von denen, die in der Antike zwischen 776 v. Chr. und 393 n. Chr. ausgetragen wurden. Neben der geringeren Anzahl an Tagen sowie an Sportarten waren auch deutlich weniger Klamotten angesagt. Denn: die Athleten traten nackt an. Trotz Kleidung in den Stadien heute sind manche Regelwerke mit entsprechenden Maximalwerten an Stoffmaßen fragwürdig und stehen in scheinbarem Zwiespalt zwischen sportlicher Funktionalität, Attraktivität für die Zuschauer*innen und dem Wohlfühlen der Athlet*innen. Ein Beitrag über Selbstbestimmung des Outfits im Sport.<span class="Apple-converted-space"> </span></i></strong></p>
<p><span id="more-14305"></span></p>
<p>„Die folgende Abbildung zeigt, welche Körperbereiche zwingend verdeckt sein müssen“. Ich blättere auf die nächste Seite des Regelwerk Rock’n’Roll. Über mehrere Abschnitte erstreckt sich die umfassende Kleiderordnung für den Wettkampfsport. Welche Körperteile müssen bei welchem Geschlecht wie bedeckt sein, welche Farben sind für das Make-Up erlaubt? Und auf welche Stellen in meinem Gesicht darf ich Glitzersteine platzieren? Minutiös aufgeschlüsselt sind die Vorgaben. Etwas zu kompliziert, wie ich auf den ersten Blick empfinde – aber: bei weitem besser als das, was sich in anderen Schriftstücken findet. So beispielsweise im Beach-Handball: „Die Shorts, sofern sie nicht zu lässig geschnitten sind, können länger sein, aber nicht länger als 10 cm über dem Knie. Spielerinnen müssen Bikinihosen tragen, die der angehängten Abbildung entsprechen. Sie müssen körperbetont geschnitten sein, mit einem hohen Beinausschnitt. Die Seitenbreite darf höchstens 10 cm betragen“ heißt es dort. Eine Maximalbreite bei meiner Tanzkleidung kann ich glücklicherweise nicht finden – auch den Mitspielerinnen des norwegischen Teams wäre dies wohl lieber gewesen. Bei der EM in Bulgarien drohte ihnen die Disqualifikation, weil sie genau diesen Abschnitt des Regelwerks bewusst nicht einhielten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Handball ist hierbei leider keine erschütternde Ausnahme. Frauen mussten lange Zeit im Bikini antreten, seit 2004 bestand die offizielle Regelung, dass die Hosen der Frauen an der Seite eine Breite von sieben Zentimetern nicht überschreiten durften. Eine traurige Unterbietung der Regularien im Beach-Handball. Bei den männlichen Spielern hingegen waren die Hosen im selben Jahr knielang.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Früher hingegen gestaltete sich die Situation in den Sportstätten anders – nämlich allseits mit noch mehr unbedeckter Haut. Und tatsächlich war auch hierfür einmal wieder eine Frau verantwortlich. Ähnlich wie schon Eva Schuld auf sich lud, so war es einige Jahrtausende später eine sich entblößende Dame, die dafür sorgte, dass Nacktheit im wettkampflichen Sport zu einem Normalum wurde. Der Begriff Gymnastik basiert auf gymnos was so viel wie nackt bedeutet. Der wenige Stoff sollte unter anderem ein unnötiges Mehr an Schweiß vermeiden. Dass auch die Trainer keine Kleidung tragen durften, liegt jedoch an einer männlich verkleideten Trainerin. Scheinbar schlich sie sich im Jahr 404 v. Chr. als anfeuernde Mutter zu den 94. Olympischen Spielen. Als ihr Sohn gewann, riss sie sich vor lauter Ergriffenheit die Kleidung vom Leib. Um zukünftige ungebetene weibliche Gäste zu vermeiden, bestand die Folge in der Auferlegung eines Nacktheitzwangs. Was wohl die Zuschauer*innen sagen würden, wenn auch sie maximal mit zehn-Zentimeter Höschen begleitet sein dürften? Warum denn nicht, wenn die Voyeure ohnehin mehr an den Körpern als an den sportlichen Leistungen interessiert zu sein scheinen: <a href="https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1300/J057v13n01_04">Wie eine Studie von sechs Beachvolleyballbegegnungen bei den Olympischen Spielen 2004 ergab</a>, zeigten 20 Prozent der Bilder die Brüste der Athletinnen, 17 Prozent ihren Po. Brüste und Po fungieren dabei wohl besonders unbedeckt als Zuschauermagnet.</p>
<p>In diesem Jahr war die Bandbreite der Outfits bei den Olympischen sowie Paraolympischen Spielen recht groß. Während einige Outfits sehr an die antike Kleidungsfreiheit grenzen, betonen andere Sportlerinnen, dass sie sich mit mehr Bedeckung wohler fühlen. Besonders bezeichnend – die Gymnastinnen ganz widersprüchlich zum „nackten“ Wortursprung. &#8222;Schönes Turnen hat nichts damit zu tun, dass man das auch geil findet&#8220;. Unter diesem Motto trat Elisabeth Seitz gemeinsam mit ihren Kolleginnen in Tokio an. Die Unitards des Nationalteams sind zweckmäßig für den Sport eng anliegend, aber eben auch ganzkörperbedeckend. Mut zur Bekleidung nach Lust und Laune unterstreicht die deutsche Rekordmeisterin. Spaß am Sport soll genauso wenig von einer Minimalbekleidung abhängen wie Spaß am Sportschauen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nicht nur Berühmtheiten aus dem Sport setzen sich für die Selbstbestimmung der Kleiderwahl ein. Die Sängerin Pink beispielsweise kritisierte die Strafe des Hanballfrauenteams, die ihnen letztendlich anstelle der Qualifikation auferlegt wurde, öffentlich und bot an, die Summe zu übernehmen. Positiv ist zumindest die Debatte, die dadurch verstärkt wurde. Besonders entscheidend ist dabei, den Kontext nicht aus den Augen zu verlieren. Das fundamentale Problem liegt schließlich in den Entscheidungsstrukturen solcher Bestimmungen:<span class="Apple-converted-space">  </span>Häufig bestimmen nicht die Athletinnen oder Athleten, sondern Aufsichtsräte der jeweiligen Sportverbände. Diese wiederum sind zu großen Teilen männlich besetzt – und rechtfertigen sich mit dem Argument der Einschaltquoten. Würden die Frauen auf den Bildschirmen unattraktiver aussehen – was scheinbar durch eine jugendfreiere Klamotte bedingt würde – müsste man sich auch nicht beschweren, dass dem Frauensport medial geringe Aufmerksamkeit zukommt. Bessere Sendezeiten anstelle der Etablierung von Stripkluboutfits fällt ihnen als Maßnahme wohl nicht ein.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Besonders problematisch ist die Debatte im Kontext des Sexismus‘ sowie sexuellen Missbrauchs im Sport. Enthüllungen über Unrechtmäßigkeiten gegenüber Sportlerinnen, wie sie in der Dokumentation Athlete A dargestellt sind, gehören leider keiner Seltenheit an. Egal also ob hinter oder vor den Kulissen – Sportlerinnen werden zu selten in ihrer Leistungsfähigkeit bewertet und zu sehr als Schönheiten und Sexobjekte wahrgenommen. Aber nicht nur die Geschlechterdebatte ist im Sport prominent – Entscheidungsgremien sind eben nicht nur vorwiegend männlich, sondern auch weiß und alt. So durfte beispielsweise die Schwimmerin Alice Dearing nicht eine extra an ihre Afro-Haare angepasste Schwimmkappe tragen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Letztendlich bleibt zu hoffen, dass Initiativen wie die Unitards in diesem Jahr bei Olympia Wirkung entfalten und absurde Vorstöße wie die 2012 eingebachte Idee, Boxerinnen zwangsweise mit Röcken statt Shorts in den olympischen Ring zu schicken, Geschichte bleiben. Das wichtigste: Spaß an einem gefahrenfrei ausgeführten Sport haben. Und als Zuschauer*in? Die Leistung der Sportler*innen und nicht deren äußerliches Erscheinungsbild bewerten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Klickt euch für weitere Beiträge unbedingt mal rüber zu <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lilith/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Liliths Autorinnenprofil</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Erleben Jungen Sexismus?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/11/erleben-jungen-sexismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jungen* Wettbewerb 2021]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Nov 2021 07:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns, euch heute einen weiteren Text aus den Einsendungen zum Jungen*-Schreibwettbewerb zu präsentieren. Ismail Rahals Beitrag &#8222;Erleben Jungen Sexismus?&#8220; hat uns total überzeugt, räumt er darin doch mit so manchen Vorurteilen auf und hat außerdem noch Lösungsvorschläge parat. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen! Sexismus ist eine Art von Diskriminierung auf Basis]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns, euch heute einen weiteren Text aus den Einsendungen zum Jungen*-Schreibwettbewerb zu präsentieren. Ismail Rahals Beitrag &#8222;Erleben Jungen Sexismus?&#8220; hat uns total überzeugt, räumt er darin doch mit so manchen Vorurteilen auf und hat außerdem noch Lösungsvorschläge parat. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-14297"></span></p>
<p>Sexismus ist eine Art von Diskriminierung auf Basis des Geschlechts. In der heutigen Gesellschaft werden größtenteils Frauen, jedoch auch ein gewisser Prozentsatz an Männern Opfer dieser Form von Diskriminierung. Es gibt beispielsweise soziale (Grundschullehrer, Kindergärtner) oder kosmetische (Make-up-artist) Berufe, in denen Männer unterrepräsentiert sind. Aussagen wie „Männer können doch gar nicht mit Kindern umgehen.“ oder „Für Männer gehört es sich nicht, sich mit kosmetischen Themen zu beschäftigen!“ zeigen, dass Sexismus auch Männer trifft.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich persönlich habe schon mehrmals Situationen erlebt, die von Sexismus geprägt sind. In meiner Kindheit wurde oft zu mir gesagt, dass ein Junge nicht weinen soll, wenn er sich verletzt hat, weil er ein Junge ist und stark sein muss. In meiner Jugend habe ich einmal beim Filmschauen mit meinen Freunden bei einer traurigen Szene geweint. Daraufhin haben mich meine Freunde ausgelacht und meinten, dass ich ein Mädchen sei, wenn ich weine. Ich habe mich durch diese Situationen immer unter Druck gesetzt gefühlt, Dinge zu unterlassen, nur weil ich ein Junge bin. In ähnlichen Situationen habe ich deshalb gezwungenermaßen meine Gefühle unterdrückt und versucht nicht zu weinen, damit ich als stark wahrgenommen und nicht ausgelacht wurde.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Auch in der Kommunikation mit meinem eher konservativ denkenden Vater habe ich öfter zu hören bekommen, dass ich einer Frau meine Gefühle nicht zeigen soll. Dies begründete er damit, dass sonst die Gefahr besteht, dass die Frau die Kontrolle über den Mann gewinnt und ihn ausnutzen könnte. Durch meine jetzige Beziehung habe ich jedoch gelernt, dass es sehr wichtig ist, seiner Partnerin Emotionen zu zeigen, weil man ohne diese viele schöne Gefühle verpasst.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nun möchte ich eine letzte Erfahrung schildern, und zwar, welche Rolle ich in dem Leben meiner Familie einnehmen soll: Weil ich der Junge/große Bruder bin, wurde ich durch die Art der Erziehung indirekt von meinen Eltern gezwungen, mich um meine Schwester zu kümmern und sie zu beschützen. Zudem sollte ich der „Boss“ sein und Dinge wie beispielsweise den Kleidungsstil oder den Freundinnenkreis meiner Schwester für sie entscheiden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Da Sexismus in der heutigen Gesellschaft ein großes Problem darstellt, stellt sich die Frage, wie eine sexismusfreie Gesellschaft erreicht werden kann. Ich denke, dass man dafür vor allem die jüngeren Generationen in Betracht ziehen muss. Schon im Kindergarten können stereotype Geschlechterrollen vermieden werden. Beispielsweise sollte thematisiert werden, dass Jungen und Mädchen mit jedem Spielzeug spielen können, da so die Entwicklung von Geschlechterrollen, die die Basis für Sexismus darstellen, unterbrochen werden kann. Social media hat heutzutage einen großen Einfluss auf die Gesellschaft, sodass man diesen Vorteil nutzen kann, um mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Beispielsweise könnten Kampagnen, die Geschlechterrollen bewusst aufbrechen, als Werbung auf Instagram geschaltet werden, sodass alle Nutzer*innen erreicht werden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Zudem helfen in den Schulen Projektwochen oder Werbung für außerschulische Projekte, um die Schüler*innen an das Thema Sexismus heranzuführen. Beispielsweise habe ich mich durch das Projekt „Heroes“ viel mehr und intensiver mit Sexismus auseinandergesetzt. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Insgesamt kann ich also aus meiner eigenen Erfahrung sagen, dass auch Männer von Sexismus betroffen sind. Häufig wurde von mir erwartet, dass ich mich beispielsweise nicht verletzlich, sondern stark zeige, weil ich ein Mann bin. Um eine sexismusfreie Gesellschaft zu erreichen, dauert es sicher noch einige Zeit, da es noch vieler Veränderungen bedarf. Jedoch könnte man den Prozess hin zu einer sexismusfreien Gesellschaft starten, indem man zunächst jüngere Generationen an das kritische Hinterfragen von Geschlechterrollen mithilfe von Kampagnen und Projekten heranführt. Diese Adressatengruppe bildet nämlich die zukünftige Gesellschaft.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/08/verzerrte-sicht/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Der Gewinner-Text des Wettbewerbs</strong></a> stammt aus der Feder von Nico Herrmann und trägt den Titel &#8222;Verzerrte Sicht&#8220;.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Falsch sein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/10/falsch-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Oct 2021 07:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=13622</guid>

					<description><![CDATA[Dieser Text von unserer Autorin Lina erzählt die Geschichte einer jungen Person aus Mockau, Leipzig. Zuhause wird sie &#8218;Sophie&#8216; genannt, doch sie selbst nennt sich Gerrit. Und Gerrit ist auf der Suche. Nach Freund*innen, nach Zugehörigkeit, nach sich selbst, immer getrieben von der Sehnsucht, endlich keine falsche Rolle mehr spielen zu müssen. Wir wünschen euch]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Dieser Text von unserer Autorin Lina erzählt die Geschichte einer jungen Person aus Mockau, Leipzig. Zuhause wird sie &#8218;Sophie&#8216; genannt, doch sie selbst nennt sich Gerrit. Und Gerrit ist auf der Suche. Nach Freund*innen, nach Zugehörigkeit, nach sich selbst, immer getrieben von der Sehnsucht, endlich keine falsche Rolle mehr spielen zu müssen. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen!</b></p>
<p><span id="more-13622"></span></p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Es fängt bei dem ungeliebten Onkel an, bei welchem du jedes Mal vorgeben musst, alles, was er sagt, lustig zu finden oder zumindest nicht auf seine stichelnden Aussagen auf die Politik bezogen zu reagieren.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Kleine Splitterpersönlichkeiten in unterschiedlichen Freundeskreisen. Tiefes Durchatmen auf der Restauranttoilette, bevor es zurück geht zu der Familienfeier, bei welcher du dich ständig unter dem Tisch kneifst. Wangen die vom falschen Lächeln schmerzen.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Schule als gesellschaftliches Horrorsystem, mit strikten Kategorien im Sportunterricht gefestigt. Die Umkleide davor als Zerreißprobe der Körperscham.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>„Sophie, gibst du deinem Vater bitte die Leberwurst?“<br />
„Sophie, zur Geburtstagsfeier deines Onkels solltest du schon ein Kleid anziehen, das gehört sich einfach so für ein Mädchen.“<br />
„Sophie, warum bringst du denn nie Freunde von dir mit?“</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>„Sophie ist nicht mein Name“, hätte Gerrit gerne gesagt.<br />
„Ich bin kein Mädchen“, hätte Gerrit gerne gesagt.<br />
„Ich habe keine Freunde, die mich so nennen wie ihr mich nennt. Ich habe keine wirklichen Freunde, die nach Mockau kommen würden, hinten in die Siedlung an dem großen Wiesenplatz, vorbei, wo das Stadtteilfest manchmal stattfindet und sich dort an einen Tisch mit euch setzen würden. Ich habe keine Freunde, die mich so kennen wie ihr mich kennt“, hätte Gerrit gerne gesagt.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.<br />
Füße wippen unruhig unter dem Esstisch, Nägel sind abgekaut.<br />
Kapuze tief im Gesicht.<br />
Das Zimmer voller Poster.<br />
Eine Schublade unter dem Bett gefüllt mit Zeichnungen, Gedichten und einem Binder.<br />
Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.<br />
Gerrit hatte nicht das Pronomen sie.<br />
Gerrit hatte auch nicht das Pronomen er.<br />
Gerrit war einfach Gerrit.</p>
<p>Wenn du aufwächst dann lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Gerrit wusste nicht, wie ihre Eltern reagieren würden.<br />
Kein Junge, kein Mädchen.<br />
Irgendwie dazwischen oder ganz woanders.<br />
Über ‚solche Personen‘ riss Gerrits Vater meistens Witze oder verdrehte nur die Augen.<br />
Niemand verstand es.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Gerrit sagte meistens wenig.<br />
Es gibt am Oberschenkel diese Stelle, die etwas weicher ist und sich gut drücken lässt.<br />
Flecken die so weit oben waren, dass diese selbst in der Sportumkleide unsichtbar waren.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Am Esstisch in Mockau wurde ein Filmset aufgebaut.<br />
Gerrit versetzte sich in ihre Lieblingscharaktere und versuchte wie sie zu reagieren, wie sie zu sprechen, wie sie zu fühlen und zu handeln.<br />
Gerrit kannte es eine Rolle zu spielen.<br />
Klamotten, die Gerrit aufgezwungen wurden, waren die Garderobe ihrer Künstlerpersönlichkeit und Gerrit performte einwandfrei.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Das erste Mal, das Gerrit ausgesprochen hatte, dass sie nicht-binär war, war während eines Gewitters.<br />
Trommelnder Regen gegen das Fenster in der Dachschräge und Worte, die sich gegen den Sturm fast unbedeutend anhörten.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>In der Schule war es eine andere Rolle die Gerrit spielte.<br />
Die Rolle eines schüchternen Mädchens, welches lieber für sich blieb.<br />
Gerrit beobachtete, wie andere ihre Rollen besser spielten.<br />
Besonders gut waren die beiden Jungen aus der Parallelklasse, welche sich nicht zu mögen schienen und in Sportwettkämpfen immer wieder aneinandergerieten. Das was diese Jungen hinter der Schule getan hatten, als Gerrit weinend aus einem Unterricht gerannt war, taten nicht unbedingt Personen, die sich nicht mochten.<br />
Doch was wusste Gerrit schon.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Leichtathletik Training – da hätte Gerrit drei Mal in der Woche sein gemusst.<br />
Dort spielte Gerrit keine Rolle denn dort war Gerrit nicht.<br />
Gerrit war bei Freunden aus ihrer Jugendgruppe oder bei der Jugendgruppe selbst.<br />
Gerrits Rolle war bei diesen Freunden Gerrit.<br />
Gerrit hörte zu, wie andere ihrer Freunde ähnliche Probleme hatten. Gerrit hörte zu, wie andere Freunde ausgezogen waren und das Leben lebten, von dem sie immer träumte, wenn sie durch Leipzig mit der 9 in Richtung Thekla oder in der 1 in Richtung Mockau fuhr.</p>
<p>Wenn du aufwächst dann lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Bei Gerrits erstem CSD war sie mit ihren Freunden und musste sich 2 Tränen aus dem Augenwinkel wischen. Gerrit würde dies später nicht zugeben.<br />
Gerrit bekam eine Regenbogenfahne geschenkt, welche mit in die kleine Schublade unter dem Bett wandern würde und war überwältigt.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Auf dem Weg nach Mockau nahm Gerrit die Sticker, welche auf Oberteil und Rucksack geklebt wurden, ab.<br />
Die Bemalung im Gesicht hatte Kim mit einem Feuchttuch von Gerrits Wange entfernt noch während sie als Gruppe auf dem Leipziger Marktplatz standen.<br />
Kim war dabei vorsichtig gewesen und hatte Gerrits Gesicht umgriffen.<br />
Gerrit hatte dabei kurz vergessen zu atmen.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Gerrit lief durch die Mockauer Siedlung vorbei an der großen Wiese, auf welcher das Stadtteilfest stattfinden würde auf dem Weg zu einem weiteren Mal Esstisch mit den Eltern.<br />
Ein weiteres Mal wippende Beine, abgekaute Nägel und nicken.<br />
Ein weiteres Mal an dem Filmset zu Hause eine Rolle spielen.<br />
Ein weiteres Mal Sophie genannt werden.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Gerrit würde sich irgendwann von ihrer Rolle verabschieden.<br />
Gerrit würde irgendwann den Mut aufbringen Kim zu fragen mal was allein zu machen.<br />
Irgendwann war aber nicht jetzt.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Lina ist übrigens auch Slam Poetin.<a href="https://www.instagram.com/lina_kloepper/?hl=de" target="_blank" rel="noopener"><strong> Hier geht&#8217;s zu ihrem Insta-Profil</strong></a>!</li>
<li>Und wenn ihr mehr von Lina lesen mögt, <strong><a href="https://brimborium-verlag.de/produkt/liebe-und-das-gegenteil-lina-kloepper-jetzt-vorbestellen/">hier gehts zur ihrem aktuellen Buch</a></strong>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sprüchebilder</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/10/spruechebilder/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HeRoes]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Oct 2021 07:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fotos]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Ehre]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=13609</guid>

					<description><![CDATA[Unsere Redaktionsgruppe HeRoes hat griffige Sprüchebilder entworfen, die wir euch heute präsentieren dürfen. Sie haben sich dafür mit Begriffen wie &#8222;Ehre&#8220; und &#8222;Respekt&#8220; auseinandergesetzt und positionieren sich wie immer sehr klar und deutlich gegen Gewalt. Tolle Arbeit, HeRoes!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Redaktionsgruppe HeRoes hat griffige Sprüchebilder entworfen, die wir euch heute präsentieren dürfen. Sie haben sich dafür mit Begriffen wie &#8222;Ehre&#8220; und &#8222;Respekt&#8220; auseinandergesetzt und positionieren sich wie immer sehr klar und deutlich gegen Gewalt. Tolle Arbeit, HeRoes!</strong></p>
<p><span id="more-13609"></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-13610" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/1-600x600.jpg" alt="" width="600" height="600" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/1-600x600.jpg 600w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/1-300x300.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/1-150x150.jpg 150w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/1-768x768.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/1-570x570.jpg 570w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/1.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-13611" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/3-601x600.jpg" alt="" width="601" height="600" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/3-601x600.jpg 601w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/3-300x300.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/3-150x150.jpg 150w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/3-768x766.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/3-570x570.jpg 570w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/3.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 601px) 100vw, 601px" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-13612" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/5-600x600.jpg" alt="" width="600" height="600" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/5-600x600.jpg 600w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/5-300x300.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/5-150x150.jpg 150w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/5-768x768.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/5-570x570.jpg 570w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/5.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-13613" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/6-600x600.jpg" alt="" width="600" height="600" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/6-600x600.jpg 600w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/6-300x300.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/6-150x150.jpg 150w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/6-768x768.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/6-570x570.jpg 570w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/6.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mädchen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/10/maedchen-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Oct 2021 07:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute gibt es unseren ersten Post der Woche ausnahmsweise schon am Montag. Und zwar aus einem besonderen Grund! Unsere Autorin Lilith verrät ihn euch: &#8222;Wer von Ihnen kennt den Weltmädchentag? Preisfrage – wann ist dieser? Genau, heute, am 11. Oktober. Den nächsten Text habe ich geschrieben, als ich mich im Zug des internationalen Mädchentages mit]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute gibt es unseren ersten Post der Woche ausnahmsweise schon am Montag. Und zwar aus einem besonderen Grund! Unsere Autorin Lilith verrät ihn euch: &#8222;Wer von Ihnen kennt den Weltmädchentag? Preisfrage – wann ist dieser? Genau, heute, am 11. Oktober. Den nächsten Text habe ich geschrieben, als ich mich im Zug des internationalen Mädchentages mit der Ungleichbehandlung zwischen den Geschlechtern beschäftigt habe. Ich habe eine riesige Veranstaltung geplant und mich einfach viel zu sehr in dieses eigentlich so erschreckende Thema hineingesteigert – ja, und was dabei herausgekommen ist, hören Sie jetzt. Der Text heißt ganz einfach nur <em>Mädchen.</em>&#8222;</strong></p>
<p><span id="more-13458"></span></p>
<p>Ich bin unterwegs, schlendere die Straße entlang – viel zu viele Menschen um mich herum.<br />
Bin unterwegs, schlendere weiter, schaue mich um<br />
und erkenne ein Mädchen,<br />
Hollister-Top – bauchfrei natürlich, S-Oliver Hose, so kurz, dass ihre Arschbacken gerade noch herausschauen – versteht sich.<br />
Trägt Ohrringe, die länger sind als ihr Hals, sodass sie schon fast ihre Schulter berühren,<br />
Lippgloss – größer gezeichnet, als ihr tatsächlicher Mund.<br />
Eine Tasche von Mickle Corse in der einen, einen Geldbeutel von louis vuitton in der anderen Hand.<br />
Ich laufe weiter und schüttle den Kopf.<br />
Sie ist ein Mädchen, vielleicht 12 Jahre alt – noch ein Kind und auch wieder keines.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das es viel zu einfach hat im Leben,<br />
viel zu einfach, als dass sie noch Ziele haben könnte, nach denen es sich lohnt zu streben,<br />
ihre Eltern besitzen so viel Geld, dass das Konto droht überzulaufen,<br />
wenn sie nicht in die Stadt geht, um sich täglich etwas Neues zu kaufen.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
das sich für nichts als sich selbst interessiert,<br />
wie von Geburt an vorprogrammiert,<br />
ein Gossip-Girl ohne andere Interessen als Geld, Smartphone, W-Lan, Jungs, Betrug und Intrigen.<br />
Ihr Leben besteht aus stupiden<br />
Beschäftigungen, wie Shoppen, Kino, schlafen, Essen; shoppen, Kino, Schlafen, Essen<br />
– ach ja What`s App benutzen hätte ich fast vergessen,<br />
bei allem darauf achtend ihre neuen Klamotten nicht zu beschmutzen,<br />
zu schauen, dass sie nicht noch weiter verrutschen,<br />
sich möglichst überhaupt nicht anzustrengen,<br />
und den Ausschnitt, den sie von der Welt sieht, noch mehr einzuengen.</p>
<p>Sie schaut zu mir herüber,<br />
schenkt mir einen verachtenden Blick,<br />
ich tue, als bemerkte ich ihn nicht.</p>
<p>Stattdessen schüttle ich verzweifelt meinen Kopf und laufe weiter.<br />
Länger kann man den Anblick einer solchen Person einfach nicht ertragen!<br />
Länger kann man nicht zuschauen, wie sie den Jungs ihrer Clique den Arsch ins Gesicht reckt und unbemerkt ihren BH immer weiter herunterrutschen lässt.</p>
<p>Aber egal – es ist ihr Leben!<br />
Nun laufe ich weiter und beginne, an jemanden anderen zu denken.</p>
<p>Auch sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das viel zu viel denkt,<br />
ihre Gedanken äußerst selten in die richtigen Bahnen lenkt,<br />
viel mehr lässt sie sie ihr Gehirn umkreisen.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das sich für wirklich alles und jeden interessiert,<br />
das keine Angst hat, dass es sich ununterbrochen geniert,<br />
nur, weil es etwas Neues versucht – zum aller ersten Mal<br />
das alles Kennenlernen möchte,<br />
alles erleben und die ganze Welt sehen will<br />
nur um es einmal gewusst zu haben,<br />
das gerne verreist,<br />
auf die Meinung anderer sehr gerne scheißt,<br />
denn es möchte sich seine eigene Meinung bilden.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das wirklich alles ausprobiert,<br />
es unheimlich hasst, dass alle Welt gegeneinander konkurriert,<br />
da es doch nichts als Spaß erleben will.<br />
Das einkaufen geht im Second-Hand Shop,<br />
nicht, weil ihr Geldbeutel für alles andere zu klein,<br />
sondern, weil sie es interessanter findet,<br />
und auch einmal nachdenkt, bevor die Kasse klingelt.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen, das gerne lacht,<br />
dessen Augen zu einem kleinen Feuer entfacht<br />
werden,<br />
wenn man sie auch nur ein bisschen erwärmt,<br />
ein Mädchen, das unheimlich gerne lernt,<br />
Ein Mädchen, das sehr viel Liebe erfährt,<br />
der nichts, wirklich nichts richtig Schlimmes wiederfährt,<br />
wenn es sich an einige Regeln hält.</p>
<p>Sie ist das Mädchen,<br />
das sich für andere einsetzt,<br />
deren Hilfe mindestens genauso sehr schätzt,<br />
denn Kooperation wird bei ihr großgeschrieben.<br />
das versucht, sich wirklich für andere einzusetzen,<br />
zu verhindern, dass die Welt aufhört jeden wirklich jeden zu verletzen &#8211;<br />
interessiert, garantiert übermotiviert, ungeniert, mit Zuversicht, Glück und Mut vollgeschmiert, jedoch unverziert aufpoliert, ist, ist sie….machtlos.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen das viel zu viel denkt.<br />
Ihre Gedanken wirklich nie in die richtigen Bahnen lenkt,<br />
und fantasiert – wirklich viel zu viel.<br />
Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das sich einbildete, sie könne die Welt verändern,<br />
bis sie alt genug dazu war, nicht mehr zu naiv zu sein.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das nicht weiß, was mit ihrem Leben anzufangen,<br />
nichts kann ihr wirklich halt geben,<br />
aus Hunger und Not – hat es keine Zeit an etwas anderes zu denken<br />
– und kann niemandem mehr als ihre Arbeitskraft schenken<br />
– auch wenn sie es selbst viel zu wenig findet.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das sich um ihre kranke Mutter kümmert,<br />
und dabei zusieht, wie sich nur alles verschlimmert,<br />
und alles verflimmert vor ihren tränenden Augen,<br />
nur, um gleich wieder aufzustehen – sie braucht doch die Zeit – darf keine Pausen machen. Hat keine Zeit dafür zu trauern, und weinend am Bett ihrer sterbenden Mutter zu sitzen,<br />
muss arbeiten, helfen, die Familie versorgen,<br />
versuchen all die vielen Sorgen<br />
– abzulenken von ihrer Welt – die zwar nicht sie hat bestellt,<br />
aber sie trotzdem lernt, mit ihnen umzugehen, um weiterhin sicher im Leben zu stehen.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das nicht zur Schule gehen darf, obwohl es so gerne möchte.<br />
Keine Chance auf Bildung, statt Schulbesuch Hochzeit – wirklich kein kleinster Anspruch auf die Erfüllung irgendeines ihrer Rechte.<br />
Denke an ein Mädchen, das keinerlei Chance auf ein besseres Leben vor sich sieht,<br />
Geschwister versorgen, kochen, Landwirtschaft &#8211; ihr Vater lange ausgeflogen – und sie schiebt,<br />
alleine die Arbeiten des Tages vor sich her.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, in nichts als Kleidung gehüllt.<br />
Von nichts als Angst vollkommen ausgefüllt;<br />
Angst vor der Arbeit, vor Krankheit und Tod,<br />
dass sie stirbt in der größten Not –<br />
ihrer Familie, die ohne sie überhaupt niemanden mehr hat,<br />
der ihnen abends ein Feuer entfacht.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen am Ende ihrer Kräfte. Ein Mädchen, mit einem Krug auf dem Kopf.<br />
Ein Mädchen, das Wasserholen gehen möchte – es ist heiß, viel zu heiß,<br />
sie hat Durst, nichts als Durst.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, dessen Körper nicht mehr mitspielt, dessen Psyche sich verabschiedet<br />
von einem Moment auf den anderen –<br />
denke an ein Mädchen,<br />
das tot liegt im ewigen, viel zu heißen Sand – der leere Wasserkrug liegt neben ihrer linken Schulter.</p>
<p>Ich denke zurück an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das dachte, sie könnte die Welt verändern,<br />
etwas bewirken, irgendetwas verbessern<br />
doch alles Illusion – verpufft im Nichts.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte von Lilith <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lilith/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findest du hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schönheitsideale &#038; Patriarchat: Jungs* im Jahr 2021</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/10/schoenheitsideale-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Moritz Mager]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Oct 2021 07:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Pünktlich zum neuen Monat begrüßen wir einen neuen Autoren auf meinTestgelände: Herzlich willkommen, Moritz Mager! Über sich selbst sagt Moritz: &#8222;Ich finde es total wichtig sich mit politischen Themen zu befassen und sich für Progressives einzusetzen. Antifaschismus. Antirassismus. Feminismus. Seit Beginn meiner Politisierung weiß ich, dass ich darüber reden und schreiben muss, da ist es doch]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Pünktlich zum neuen Monat begrüßen wir einen neuen Autoren auf meinTestgelände: Herzlich willkommen, Moritz Mager! Über sich selbst sagt Moritz: &#8222;Ich finde es total wichtig sich mit politischen Themen zu befassen und sich für Progressives einzusetzen. </strong><strong>Antifaschismus. Antirassismus. Feminismus.</strong> <strong>Seit Beginn meiner Politisierung weiß ich, dass ich darüber reden und schreiben muss, da ist es doch wunderbar, wenn es Chancen wie meinTestgelände gibt.&#8220;<br />
</strong><strong>Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen seines ersten Texts über Schönheitsideale für Jungs und Männer im Patriarchat. </strong></p>
<p><span id="more-13448"></span></p>
<p>Hoch gewachsen, breit gebaut, Muskulös, volles Haar, kantiges Gesicht, Jawline, große Hände und Markenkleidung. In meiner Oberstufe gab es genau einen Jungen der so aussah und mindestens ein dutzend Mädchen, die ihn offen begehrten. Das ist nicht mal zwei Jahre her.<br />
Das ist ja nichts verwerfliches, aber das heißt, dass es sie noch gibt, die klassischen Schönheitsideale für Jungs* und ich denke, dass sie auch niemand tot geglaubt hat. Zumindest für einen beträchtlichen Teil unserer erkrankten Gesellschaft.<br />
Diagnose: Patriarchat.<br />
Symptome: Vor allem Sexismus gegen weiblich gelesene Menschen, LGBTIQ+ und auch gegen alle anderen.<br />
Wirt der Krankheit: Alle „westlich“ sozialisierten Menschen, aber wahrscheinlich der allergrößte Teil der Menschheit insgesamt.<br />
Das sind ja erst mal sehr pessimistische Ansichten, sagt der Realist zum Pessimist. Der Optimist darf erst später sprechen.</p>
<p>Nun ist die Schulzeit aber auch ein sehr guter Nährboden für viele stereotypische Situationen.<br />
Schauen wir also Mal kurz über den Tellerrand der ersten großen Bubble. die uns so als Jugendliche*r vereinnahmt, hinaus. Und Bubble ist dabei ein ganz wichtiges Stichwort, denn in jedem sozialen Milieu, in jeder gesellschaftlicher Bubble, gibt es ganz verschiedene Schönheitsideale für Jungs*.<br />
Es ist wirklich nichts auszuschließen, das ist erst mal ganz wichtig festzuhalten in einer pluralistischen Gesellschaft die, vor allem bei jüngeren Menschen, maßgeblich von Social Media geprägt ist. Es gibt also kein richtiges Schönheitsideal und es ist auch nicht erstrebenswert, sich nach einem zu richten. Erstrebenswert ist, sich mit seinem Aussehen wohl zu fühlen und wenn dazu auch ein paar persönliche Ideale gehören, die nah am gesellschaftlichen Konsens liegen, ist das nicht schlimm. Es lässt sich aber auch nicht verneinen, dass es immer noch ideale Ansprüche an männlich gelesene Personen gibt.<br />
In Zeiten von einem „Body Positivity Movement“ auf Plattformen, die seit Jahren für eine verzerrte und unrealistische Wahrnehmung von Schönheitsidealen sorgen, scheint es so, als gehe es zum ersten Mal seit langem wieder in die richtige Richtung. Jungs* müssen nicht den muskulösesten Körper haben um einem Schönheitsideal gerecht zu werden. Und sobald mensch aus einem postpubertären Alter heraus ist, spielt meistens auch die Markenkleidung keine Rolle mehr, sie dient dann lediglich einem fiktiv oktroyiertem Statussymbol.<br />
In erster Linie ist es wichtig, dass man zufrieden mit sich selbst ist, und ja, das ist eine verdammt große Herausforderung.</p>
<p>Leider hält das Patriarchat auch nach der Pubertät und auch nach viel Reflexion einiges an grundlegenden Schönheitsidealen für Jungs* bereit. Da kommt auch schon wieder Social Media ins Spiel, geht ein heteronormativer junger erwachsener Mann auf Datingplattfpormen, die auf Oberflächlichkeit basieren, lernt Mann schnell, dass Mann vielleicht Stelzen braucht, denn auf einmal scheint die Größe das wichtigste Attribut zu sein. Ein Attribut auf das niemand Einfluss nehmen kann und ja Ansprüche an Ideale auf die niemand Einfluss hat gibt es noch viel öfter und auf andere Arten. Dazu sind solche Datingplattformen typisch für zahlreiche toxische Ansprüche.<br />
Besonders an dem Attribut Größe ist, dass es sich leider oft bis ins komplett reale Leben zieht und davon können sich auch manche linke Feminist*innen noch nicht freisprechen, so zumindest meine Erfahrung.<br />
Feminismus verfolgt, kurz gesagt, das Ziel die Geschlechterhierachien aufzuheben. Dabei wird Feminismus, vor allem von konservativer Seite aus, oft vorgeworfen Männerhass zu erzeugen. Ich halte Männerhass an manchen Stellen auch schon fast für gerechtfertigt. Worauf ich aber eigentlich hinaus möchte ist, dass Menschen die sich mit Feminismus beschäftigen, meist auch mit dem Begriff der „Toxic masculinity“ vertraut sind.</p>
<p>„Ein I****** kennt keinen Schmerz“, ein Elternsatz um kleinen Jungs* die Legitimation zum weinen zu nehmen. Ich persönlich kenne den Satz von meinem Vater.<br />
„Toxic masculinity“ bedeutet in etwa, dass Jungs* und Männer im Patriarchat Druck auf das eigene Geschlecht und dessen Bild erzeugen, wie also z.B. keine Emotionen offen zeigen zu dürfen. Aber das Prinzip lässt sich natürlich auch auf ein Schönheitsideal anwenden.<br />
Das fängt ja schon bei simplen Bizeps vergleichen an und in unausgesprochenen Dresscodes. Ich nehme zwar eine schleichend positivere Entwicklung in den letzten Jahren wahr aber bis es als normal gilt, dass ein Junge* einen Rock trägt, werden vermutlich noch Jahrzehnte ins Land gehen. Jedenfalls finde ich die kritische Sicht und das Erkennen von toxischer Männlichkeit in unserer Gesellschaft ist eine weitere wichtige Facette des Feminismus und damit auch ein unterbewertetes Argument für Feminismus. Abgesehen davon, dass ein Argument reicht.<br />
Der Kampf des Feminismus ist ein Kampf für Menschenrecht.</p>
<p>Der Optimist in mir springt auf, wie so oft in Texten wurde er vergessen. Bis jetzt.<br />
Ein aktuell hoch angehimmelter Wert im Sinne eines Schönheitsideals in der Gesellschaft bei Jungs* ist in gewisser Weise der Individualismus. Was bedeutet das?<br />
Es wird oft als besonders und unumstritten schön empfunden, etwas Besonderes an sich zu haben, sei es die Augenpartie, eine bestimmte Art die Haare zu tragen oder auch subversive Styleelemente wie z.B. Nagellack. Das Beste an diesem Ideal, „besonders sein“ ist, dass jeder von uns besonders ist und Besonderheiten subjektiv auf jeden Menschen wirken können.<br />
Jeder von uns Menschen ist irgendwie besonders schön für andere Menschen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Viele unserer Autor*innen setzen sich mit dem Thema Männlichkeit auseinander &#8211; <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/maennlichkeit/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier findest du weitere Beiträge</strong></a>!</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Adrian Adu &#8211; Rollenbildnis</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/09/adrian-adu-rollenbildnis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Adrian]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Sep 2021 07:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
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					<description><![CDATA[Unser wunderbarer Slammer und Texter Adrian bietet im Rahmen unseres #hybridgelände einen Online-Workshop zu Spoken Art an. Angefangen bei der Inspiration &#38; Motivation bis hin zum fertigen, selbst geschriebenen Text, geht es in diesem Workshop darum, Grundlagen und Vertiefungen für das Schreiben eigener Poetry-Texte zu vermitteln. Termin: 05.10.2021 von 12 bis 14 Uhr – Online-Workshop Kostenlose Anmeldung]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="" dir="auto">
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<div dir="auto"><strong>Unser wunderbarer Slammer und Texter Adrian bietet im Rahmen unseres <a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/07/hybridgelaende2021/">#hybridgelände</a> einen Online-Workshop zu</strong></div>
<div dir="auto"><strong>Spoken Art an. Angefangen bei der Inspiration &amp; Motivation bis hin zum fertigen, selbst geschriebenen Text, geht es in diesem Workshop darum, Grundlagen und Vertiefungen für das Schreiben eigener Poetry-Texte zu vermitteln.</strong></div>
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<div dir="auto">Termin: <strong>05.10.2021</strong> von <strong>12 bis 14 Uhr</strong> – Online-Workshop</div>
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<p>Kostenlose Anmeldung über <a href="mailto:mail@meintestgelaende.de" target="_blank" rel="noopener">mail@meintestgelaende.de</a></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Noch mehr tolle Workshops im Rahmen unseres #hybridgelände findet ihr <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/07/hybridgelaende2021/">hier.</a></strong></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Ordinäres oder modernes Grundgesetz?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/09/grundgesetz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ann Katrin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Sep 2021 07:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[#Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgrenzung]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
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		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland und mittlerweile 72 Jahre alt: Das Grundgesetz. In wenigen Tagen findet die Bundestagswahl statt, unsere Autorin Ann Katrin hat das zum Anlass genommen, sich nochmal intensiv mit dem GG zu beschäftigen. Welche Aspekte zu Gender im Grundgesetz zu finden sind und ob das GG überhaupt inklusiv ist, erfahrt]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland und mittlerweile 72 Jahre alt: Das Grundgesetz. In wenigen Tagen findet die Bundestagswahl statt, unsere Autorin Ann Katrin hat das zum Anlass genommen, sich nochmal intensiv mit dem GG zu beschäftigen. Welche Aspekte zu Gender im Grundgesetz zu finden sind und ob das GG überhaupt inklusiv ist, erfahrt ihr in ihrer Analyse. Viel Spaß beim Lesen!</strong><strong><br />
</strong></p>
<p><span id="more-13343"></span></p>
<p>2021 ist ein Jahr voller Landtagswahlen und der Bundestagswahl im September. Diese Zeit bietet für die Wähler eine gute Chance, die politischen Kenntnisse aufzufrischen. Ich habe mir das Grundgesetz nochmal genauer angesehen und besonders auf die Inklusion, hinsichtlich der vielen Orientierungsgruppen, geachtet. Sie kommen nicht vor! Das deutsche Grundgesetzt (GG) gilt für alle in Deutschland geborenen Menschen, Gruppen mit Flüchtlings-und Asylhintergrund sowie Personen mit deutschem Pass. Außerdem regelt das GG deutlich mehr als nur das soziale Zusammenleben, sondern auch wie Deutschland aufgebaut ist, inklusive der Eigentümer der Bundesrepublik und den Ablauf eventueller Veränderungen der staatlichen Struktur. Aber das Gesetz stellt neben der rechtlichen und politischen Aufstellung auch eine Richtlinie für das gesellschaftliche Zusammenleben dar. Es sind unterschwellige Leitlinien, wie Menschen miteinander umgehen und sich gegenseitig positionieren sollten. Dies ist besonders durch Artikel 1 gewährleistet, welcher die Würde des Menschen über allem anderen schützt. Gleichzeitig ist der Artikel auch durch die Ewigkeitsklausel geschützt und kann so nicht verändert werden. Betrachten wir das GG allerdings als maßgebendes Dokument, wie die Personen der deutschen Gesellschaft betrachtet werden, stoßen wir auf einige Hürden bezüglich der Einbindung der Gruppen mit diversen Orientierungen und Identifizierungen. Im Jahr 2021 kategorisieren wir Personen nicht nur als Mann oder Frau, sondern berücksichtigen auch die persönliche Wahrnehmung bezüglich des eigenen Körpers und der sexuellen Orientierung. Viele Bereiche des öffentlichen Lebens sind schon dabei sich anzupassen und für Gleichberechtigung sowie für Inklusion zu sorgen. Ein nächster großer Schritt sollte eine drastische Überarbeitung des GG sein, welche eine deutliche Inklusion der diversen Gruppen nach sich ziehen kann. Das seit 1949 bestehen GG umfasst aktuell 202 Artikel und wurde seit seinem Bestehen schon 60 Mal geändert, einige Artikel wurden neu formuliert oder ganz entfernt. Aber die Formulierungen der angesprochenen Personen haben sich nicht verändert. Hauptsächlich wird im GG vom “Deutschen Volk” und explizit von Männern und Frauen gesprochen. Die am meisten verwendete Formulierung ist immer noch “Personen” und “jedermann”. Diese Formulierungen sind grob gesehen sehr allgemein und inklusiv und natürlich kann nicht jeder Artikel in korrekter Gendersprache überarbeitet werden, besonders, da mehr als die Hälfte des GG das politische und rechtliche System, sowie die Zuständigkeiten und das Eigentum der Bundesrepublik erläutern. Aber einige Artikel sind in ihrer aktuellen Formulierung sehr explizit ausgrenzend und leider nicht durch Gleichberechtigung geprägt. So besagt Artikel 3 die explizite Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Aber gerade in diesem Artikel sollten dann auch alle Gruppen eingeschlossen werden, wie die LGBTQ, Transgender oder Personen mit Nicht-binärer Orientierung (divers). Bisher werden Personen, die sich als divers oder Trans identifizieren, ausgeschlossen, falls sie weder explizit Mann noch Frau sind oder sich so sehen. Dies stellt auch die Frage, ob das GG sich nur auf eine rein biologische Kategorisierung der Geschlechter bezieht und wie die Definition Mann und Frau hergeleitet wird. Gleichzeitig besagt Artikel 3, dass keine Person benachteiligt werden darf. Wie also werden hier Menschen mit einer anderen Orientierung als die im GG festgelegte beachtet und geschützt? Ein weiterer Streitpunkt kommt mit Artikel 12. Dieser Artikel bezieht sich auf die Verpflichtung zum Zivildienst. Ersterer Absatz besagt deutlich, dass Männer verpflichtet werden dürfen, sollte die Not bestehen. Ein weiterer Absatz besagt, dass Frauen ebenso verpflichtet werden können, wenn die freiwillige Besetzung durch Männer nicht ausreicht und auch, dass Frauen vom Dienst mit der Waffe ausgeschlossen werden: “Sie dürfen auf keinen Fall zum Dienst mit der Waffe verpflichtet werden.” So viel zu voller Gleichberechtigung. Abgesehen vom expliziten Ausschluss weiblicher Personen vom Waffendienst, werden hier auch wieder nur Männer und Frauen angesprochen. Wenn sich eine Person also &#8222;anders&#8220; identifiziert, anstatt klar als Frau oder Mann, entfällt diese Person im Artikel 12 dann komplett? Darüber hinaus könnte eine freiwillige Bereitstellung zum Zivildienst zu der Frage führen, für welche Aufgaben die Person gemeldet werden würde. Gilt diese Person dann für die weibliche Gruppe oder die männliche? Wird sie aufgrund der physischen Attribute eingeordnet oder nach der sexuellen Orientierung oder der persönlichen Identifikation? In den restlichen Artikeln des GG kommt es nicht zu solch starken Auffälligkeiten aber zusammengefasst ist das GG leider sehr einseitig formuliert. Es klingt sehr einfach, die Anpassung des GG zu fordern und Vorschläge zu machen. Allerdings muss auch abgewogen werden, wie diese Veränderungen durchgeführt werden würden und welche Schwierigkeiten aber auch Vorteile entstehen könnten. Die positiven Aspekte lassen sich einfach zusammenfassen: transparente Inklusion und Gleichberechtigung aller gesellschaftlichen Gruppen mit diversen Orientierungen und Identifizierungen. Eine Aufnahme im GG würde zu mehr Akzeptanz führen und zu mehr Beachtung durch die Politik. Außerdem setzt die Veränderung ein klares Zeichen für eine wirklich transparente und moderne Politik in Deutschland. Bisher blieb es nur bei Veranstaltungen, sozialen Bewegungen und gelegentlichen Statements durch einzelne Politiker. Die Hürden auf der anderen Seite sind etwas komplizierter. Zum einen wäre es ein sehr aufwendiger Prozess zwischen Politikern und Sozialwissenschaftlern, sich darauf zu einigen, welche Formulierungen untergebracht werden sollten, um die verschiedenen Personengruppen korrekt zu integrieren. Ein weiterer Punkt wäre der fortlaufende Prozess. Wenn diese erste Unterbringung erst einmal beginnt, dann kann argumentiert werden, dass mit jeder neuen Identifikationsgruppe auch eine erneute Anpassung des GG notwendig wird. Es wäre also ein sich wiederholender Prozess, den sicherlich nicht viele Politiker begrüßen würden. Zuletzt stellt sich die Frage, wann eine eindeutige Aufnahme in das GG notwendig wird oder ob vielleicht eine klare Definition der Personengruppen eine schnelle Lösung wäre. Dies könnte nur eine Aufnahme bzw. Ergänzung benötigen mit klarer Formulierung, dass die neue Bezeichnung für die restlichen Artikel gelten wird.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><strong>Noch unentschlossen wo du am 26.09 dein Kreuz setzt? Mach einfach den <a href="https://www.wahl-o-mat.de/" target="_blank" rel="noopener">Wahl-O-Mat</a><br />
</strong></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Ansage &#8211; Wie viel Gleichberechtigung steckt in den Wahlprogrammen 2021?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/09/die-ansage-wie-viel-gleichberechtigung-steckt-in-den-wahlprogrammen-2021/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Sep 2021 10:45:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[#Bundestagswahl2021]]></category>
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					<description><![CDATA[Willkommen bei unserem neuen Format „Die Ansage“. In unserem ersten Video haben wir uns die Wahlprogramme zur Bundestagswahl der sechs größten Parteien vorgenommen. Wir haben uns angeschaut, wie die Parteien mit den Themen Gender und Geschlechtergerechtigkeit umgehen, damit ihr es nicht tun müsst. Moderation: Abdul Kader Chahin Regie &#38; Konzept: Luisa Ederle &#38; Anton Dudda]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Willkommen bei unserem neuen Format „Die Ansage“. In unserem ersten Video haben wir uns die Wahlprogramme zur Bundestagswahl der sechs größten Parteien vorgenommen. Wir haben uns angeschaut, wie die Parteien mit den Themen Gender und Geschlechtergerechtigkeit umgehen, damit ihr es nicht tun müsst.</strong></p>
<p>Moderation: Abdul Kader Chahin<br />
Regie &amp; Konzept: Luisa Ederle &amp; Anton Dudda<br />
Kamera: Ayman Srmaney<br />
Schnitt: Nico Schander</p>
<p><a class="yt-simple-endpoint style-scope yt-formatted-string" dir="auto" spellcheck="false" href="https://www.youtube.com/watch?v=EN4TzyVIdVw&amp;t=0s">00:00</a><span class="style-scope yt-formatted-string" dir="auto"> Einleitung<br />
</span> <a class="yt-simple-endpoint style-scope yt-formatted-string" dir="auto" spellcheck="false" href="https://www.youtube.com/watch?v=EN4TzyVIdVw&amp;t=27s">00:27</a><span class="style-scope yt-formatted-string" dir="auto"> Einführung Parteien </span><br />
<a class="yt-simple-endpoint style-scope yt-formatted-string" dir="auto" spellcheck="false" href="https://www.youtube.com/watch?v=EN4TzyVIdVw&amp;t=380s">06:20</a><span class="style-scope yt-formatted-string" dir="auto"> Teilhabe &amp; Gesetze </span><br />
<a class="yt-simple-endpoint style-scope yt-formatted-string" dir="auto" spellcheck="false" href="https://www.youtube.com/watch?v=EN4TzyVIdVw&amp;t=563s">09:23</a><span class="style-scope yt-formatted-string" dir="auto"> Lohnarbeit &amp; Quoten </span><br />
<a class="yt-simple-endpoint style-scope yt-formatted-string" dir="auto" spellcheck="false" href="https://www.youtube.com/watch?v=EN4TzyVIdVw&amp;t=765s">12:45</a><span class="style-scope yt-formatted-string" dir="auto"> Gender Pay Gap &amp; Gleichstellung im Beruf </span><br />
<a class="yt-simple-endpoint style-scope yt-formatted-string" dir="auto" spellcheck="false" href="https://www.youtube.com/watch?v=EN4TzyVIdVw&amp;t=905s">15:05</a><span class="style-scope yt-formatted-string" dir="auto"> Teilhabe &amp; Bildung </span><br />
<a class="yt-simple-endpoint style-scope yt-formatted-string" dir="auto" spellcheck="false" href="https://www.youtube.com/watch?v=EN4TzyVIdVw&amp;t=1020s">17:00</a><span class="style-scope yt-formatted-string" dir="auto"> Algorithmen </span><br />
<a class="yt-simple-endpoint style-scope yt-formatted-string" dir="auto" spellcheck="false" href="https://www.youtube.com/watch?v=EN4TzyVIdVw&amp;t=1068s">17:48</a><span class="style-scope yt-formatted-string" dir="auto"> LGBTQI+ </span><br />
<a class="yt-simple-endpoint style-scope yt-formatted-string" dir="auto" spellcheck="false" href="https://www.youtube.com/watch?v=EN4TzyVIdVw&amp;t=1156s">19:16</a><span class="style-scope yt-formatted-string" dir="auto"> TSG </span><br />
<a class="yt-simple-endpoint style-scope yt-formatted-string" dir="auto" spellcheck="false" href="https://www.youtube.com/watch?v=EN4TzyVIdVw&amp;t=1248s">20:48</a><span class="style-scope yt-formatted-string" dir="auto"> Maßnahmen zur Unterstützung der LGBTQI+ Community </span><br />
<a class="yt-simple-endpoint style-scope yt-formatted-string" dir="auto" spellcheck="false" href="https://www.youtube.com/watch?v=EN4TzyVIdVw&amp;t=1320s">22:00</a><span class="style-scope yt-formatted-string" dir="auto"> Familie </span><br />
<a class="yt-simple-endpoint style-scope yt-formatted-string" dir="auto" spellcheck="false" href="https://www.youtube.com/watch?v=EN4TzyVIdVw&amp;t=1373s">22:53</a><span class="style-scope yt-formatted-string" dir="auto"> Abstammungsrecht </span><br />
<a class="yt-simple-endpoint style-scope yt-formatted-string" dir="auto" spellcheck="false" href="https://www.youtube.com/watch?v=EN4TzyVIdVw&amp;t=1497s">24:57</a><span class="style-scope yt-formatted-string" dir="auto"> Gesundheit &amp; Gender Data Gap </span><br />
<a class="yt-simple-endpoint style-scope yt-formatted-string" dir="auto" spellcheck="false" href="https://www.youtube.com/watch?v=EN4TzyVIdVw&amp;t=1556s">25:56</a><span class="style-scope yt-formatted-string" dir="auto"> Schwangerschaftsabbrüche<br />
</span><a class="yt-simple-endpoint style-scope yt-formatted-string" dir="auto" spellcheck="false" href="https://www.youtube.com/watch?v=EN4TzyVIdVw&amp;t=1704s">28:24</a><span class="style-scope yt-formatted-string" dir="auto"> Gewalt </span><br />
<a class="yt-simple-endpoint style-scope yt-formatted-string" dir="auto" spellcheck="false" href="https://www.youtube.com/watch?v=EN4TzyVIdVw&amp;t=1808s">30:08</a><span class="style-scope yt-formatted-string" dir="auto"> Flucht &amp; Geschlecht<br />
</span><a class="yt-simple-endpoint style-scope yt-formatted-string" dir="auto" spellcheck="false" href="https://www.youtube.com/watch?v=EN4TzyVIdVw&amp;t=1910s">31:50</a><span class="style-scope yt-formatted-string" dir="auto"> Fazit</span></p>
<p>Wahlprogramme: <a href="https://www.bundestagswahl-2021.de/wahlprogramme/" target="_blank" rel="noopener">https://www.bundestagswahl-2021.de/wahlprogramme/</a></p>
<p>Wahl-O-Mat: <a href="https://www.wahl-o-mat.de/" target="_blank" rel="noopener">https://www.wahl-o-mat.de/</a></p>
<p>Frauenquote in börsennotierten Unternehmen: <a href="https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/frauenquote-unternehmen-fuenf-jahre-100.html" target="_blank" rel="noopener">https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/frauenquote-unternehmen-fuenf-jahre-100.html</a></p>
<p>Entscheidung der SPD gegen Änderung TSG: <a href="https://www.zeit.de/zett/politik/2021-05/transsexuellengesetz-bundestag-ablehung-groko-gesetzentwurf-gruene-selbstbestimmungsgesetz-tsg" target="_blank" rel="noopener">https://www.zeit.de/zett/politik/2021-05/transsexuellengesetz-bundestag-ablehung-groko-gesetzentwurf-gruene-selbstbestimmungsgesetz-tsg</a></p>
<p>Fall Akkermann:<br />
<a href="https://taz.de/Entscheidung-zum-Abstammungsrecht/!5757208/" target="_blank" rel="noopener">https://taz.de/Entscheidung-zum-Abstammungsrecht/!5757208/</a><br />
<a href="https://freiheitsrechte.org/pm-akkermann-bverfg/" target="_blank" rel="noopener">https://freiheitsrechte.org/pm-akkermann-bverfg/</a></p>
<p>GFF: <a href="https://freiheitsrechte.org" target="_blank" rel="noopener">https://freiheitsrechte.org</a></p>
<p>Komplexität von Geschlecht: <a href="https://www.bpb.de/apuz/135433/geschlecht-und-geschlechterrolle-soziobiologische-aspekte?p=all" target="_blank" rel="noopener">https://www.bpb.de/apuz/135433/geschlecht-und-geschlechterrolle-soziobiologische-aspekte?p=all</a></p>
<p>Intersektionalität Kimberle Crenshaw: <a href="https://chicagounbound.uchicago.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1052&amp;context=uclf" target="_blank" rel="noopener">https://chicagounbound.uchicago.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1052&amp;context=uclf</a></p>
<p>Intersektionalität als Mehrebenenanalyse Winker/ Degele: <a href="https://tore.tuhh.de/bitstream/11420/384/1/Intersektionalitaet_Mehrebenen.pdf" target="_blank" rel="noopener">https://tore.tuhh.de/bitstream/11420/384/1/Intersektionalitaet_Mehrebenen.pdf</a></p>
<p>Gewalt gegen Männer: <a href="https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/alle-meldungen/gewalt-in-partnerschaften-bleibt-auch-2019-auf-hohem-niveau-162194" target="_blank" rel="noopener">https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/alle-meldungen/gewalt-in-partnerschaften-bleibt-auch-2019-auf-hohem-niveau-162194</a></p>
<p>Wählen ab 16:<br />
<a href="https://www.dw.com/de/w%C3%A4hlen-schon-mit-16/a-54430089" target="_blank" rel="noopener">https://www.dw.com/de/w%C3%A4hlen-schon-mit-16/a-54430089</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>cis oder stirb</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/09/cis-oder-stirb/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jungen* Wettbewerb 2021]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Sep 2021 07:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
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					<description><![CDATA[Isaak Eden schreibt über Geschlechterrollen, Hass, schädliche Erwartungen und Normen in unserer Gesellschaft, die nicht nur Frauen, sondern alle Geschlechter und damit auch Männer betreffen. Er plädiert für eine zarte Männlichkeit. Volle Zustimmung! Mit diesem Text hat er den 3. Platz bei unserem Jungen*Wettbewerb belegt. Wir gratulieren herzlich und wünschen euch viel Freude beim Lesen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="page" title="Page 1">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p><strong>Isaak Eden schreibt über Geschlechterrollen, Hass, schädliche Erwartungen und Normen in unserer Gesellschaft, die nicht nur Frauen, sondern alle Geschlechter und damit auch Männer betreffen. Er plädiert für eine zarte Männlichkeit. Volle Zustimmung! Mit diesem Text hat er den 3. Platz bei unserem Jungen*Wettbewerb belegt. Wir gratulieren herzlich und wünschen euch viel Freude beim Lesen.</strong></p>
<p><span id="more-13339"></span></p>
<p>Männer sollen in Deutschland 180cm groß sein, aber ich werde immer kompakte 170cm bleiben. Männer sollen einen Bart und stark behaarte Beine haben, aber mein Körper produziert eher wenig Haare. Sie sollen eine (also nicht mehrere oder keine) Frau heiraten, aber ich habe kein Interesse an Frauen, was über Freundschaft hinausgeht. Und zu guter Letzt sollen sie auch noch einen mittelgroßen Penis und zwei Hoden haben. Die cissexistische, patriarchale, deutsche Gesellschaft stellt eine Bandweite an Anforderungen an mich (und alle anderen Männer), bei deren Erfüllung jedoch ein angenehmes, sorgenfreies Leben wartet&#8230; oder? Oder?</p>
<p>Ich konnte und kann nur wenige Männlichkeits-Erwartungen erfüllen, was mich vor allem während meiner Schulzeit sehr deprimierte. Wie viele andere Jungs und Männer vor mir, dachte auch ich, dass irgendetwas mit mir nicht stimmt, dass ich unmännlich sei, ein Mann zweiter Klasse, ein Mensch zweiter Klasse. Ich war wirklich fest davon überzeugt, dass ich eine schlechte Person sei, weil ich z.B. schon seit dem Kindergarten gerne pink trage, „obwohl“ ich doch ein Junge (bzw. jetzt Mann) bin.</p>
<p>Nachdem ich einige Menschen, Bücher und Dokumentationen im Internet kennengelernt hatte, wurde mir zum Glück bewusst, wie arbiträr und vor allem sinnlos und gewalttätig diese ganzen Männlichkeits-Ideale sind &#8211; warum zur Hölle gilt Queerness als unmännlich? Was sagt es über uns als Gesellschaft aus, wenn wir nur Personen mit Bartwuchs als Männer akzeptieren und somit (oftmals) trans* und inter* Männer abwerten?</p>
<p>Für feministische, gesunde, zarte Männlichkeit gibt es in der deutschen Mehrheitsgesellschaft einfach keine Grundlage, ganz im Gegenteil: Jungs, Kleinkindern und sogar Neugeborenen wird von den meisten (!) Eltern leider immer noch u. A. gesagt: „nein du darfst nicht damit spielen, weil das nur für Mädchen ist und ich keine trans* Frau als Kind haben möchte, wenn du dich im Laufe deines Lebens als trans* outen solltest, enterbe ich dich sofort :)“, „wein mal nicht lol“, „zieh das nicht an, sonst wirst du schwul und ich hasse Schwule“ etc.</p>
<p>Natürlich sprechen Leute selten so explizit queerfeindlich, sondern verpacken ihren Hass als „wohlgemeinte Ratschläge“, aber am Ende des Tages ist es doch genau das – Geschwister, Cousins, Eltern wollen nicht, dass ihre Söhne z.B. schwul sind, weil sie selbst schwule, trans*, bisexuelle, pansexuelle, queere Männer hassen.</p>
<p>Ähnlich verhält es sich mit allen Dingen, die mit Frauen oder Weiblichkeit assoziiert werden: weil unsere Gesellschaft eben Frauen hasst, sind z.B. Tätigkeiten wie Nähen, Kinderbetreeung, Pflege, nett sein, Make Up tragen eine Schande für Männer. Das liegt nicht daran, dass z.B. Kinderbetreuung besonders schlecht für die Umwelt wäre, sondern einzig und allein daran, dass es angeblich eine „Frauensache“ ist, was schon ausreicht.</p>
<p>Wenn wir die Situation für Männer verbessern (also sie nicht mehr verachten wollen, wenn sie z.B. Nagellack tragen) wollen, dann kommen wir nicht drum herum, unseren Frauenhass abzubauen. Sobald etwas nämlich nicht (mehr) als „Frauensache“ gilt, werden Männer auch nicht dafür verurteilt, diesem Hobby nachzugehen.</p>
<p>Briefmarken sammeln? Klar, warum nicht. Schwimmen gehen? Sure, go for it. Röcke tragen? Nee sorry Mann, das machen in Deutschland nur Frauen und Frauen werden hier gehasst, weißte doch selber.</p>
</div>
</div>
</div>
<div class="page" title="Page 2">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p>Um zum Anfang zurück zu kommen: Dass Männer wie ich, welche die Ideale nicht erfüllen, deshalb ausgeschlossen werden und unangebrachte Kommentare abbekommen, ist leider nicht verwunderlich. Aber was passiert mit den Leuten, die das Glück haben, perfekt in diese willkürlichen Standards reinzupassen?</p>
<p>Nun ja, der Witz ist, dass Männer, selbst wenn sie alle Ideale erfüllen, groß, durchtrainiert und normschön sind, es sie trotzdem nicht vor Trans*feindlichkeit und Frauenhass bewahrt. Heute bist du vielleicht Kfz-Mechatroniker, aber morgen hast du einen Arbeitsunfall, kannst deshalb nicht weiter arbeiten und musst zu Hause bleiben, während deine Ehefrau weiterhin Anwältin ist: tja, tut mir Leid, aber für deine Freund*innen bist du jetzt leider „die Hausfrau“ und wirst deshalb belächelt und beleidigt weil -und das kann man nicht oft genug betonen-, unsere Gesellschaft alles, was mit Frauen zu tun hat, hasst.</p>
<p>Oder okay, du hast vielleicht heute zwei Hoden, aber was ist, wenn bei dir nächstes Jahr Hodenkrebs entdeckt wirst und ein (oder sogar zwei) Hoden entfernt werden muss? Ich sage, dass du immer noch ein Mann bist, aber deine Arbeitskolleg*innen, Freund*innen und wahrscheinlich sogar deine eigene Familie wird mir da leider widersprechen, weil sie Männer ohne Hoden (was vor allem trans* und inter* Männer sind) eben hasst. Und da ist es egal, dass du ein cis Mann bist und dich nie als trans* Mann outen musstest, von Geburt bis heute als Mann gelebt und so wahrgenommen und akzeptiert wurdest – in unserer trans*feindlichen Gesellschaft gilt das Motto: kein Hoden, kein Mann.</p>
<p>Und wenn du cis Mann ohne 2 Hoden auch ausgeschlossen, ausgelacht, ausgegrenzt, diskriminiert wirst, ist das den Leuten in deinem Umfeld wahrscheinlich egal.<br />
Ein paar werden (wenn du Glück hast) vereinzelt sagen, dass du ihnen furchtbar leid tust und sie dich natürlich immer noch als Mann sehen, aber wie sehr kannst du ihnen das glauben?</p>
<p>Wie sehr möchtest du ihnen das glauben, wenn dieselben Leute auch meinten, dass sie deine Bekannte Maria, eine trans* Frau, selbstverständlich als Frau sehen würden, aber sie trotzdem regelmäßig als „er“ ansprechen, mit der Begründung, „er habe ja noch nicht mal eine Vagina“?</p>
<p>In unserer cissexistischen Mülltonne von Gesellschaft heißt es „cis oder stirb“, „Frauen sind weniger wert als Männer“ und von Rassismus und Nazis bei der Polizei muss ich gar nicht erst anfangen.<br />
Natürlich will ich bei sowas nicht mitmachen. Ich weiß, dass ich ein Mann bin, egal, was mir besagte Mülltonne durch Arbeitskolleg*innen und Medien vermitteln will. Außerdem muss ich im Gegensatz zu den allermeisten Männern nicht betonen, wie sehr ich Frauen und/ oder Queers hasse, da meine Männlichkeit weder von Misogynie noch Queerfeindlichkeit abhängt. Let that sink in.</p>
<p>Ich hab überhaupt keinen Bock mehr auf diesen Hass gegen queere Menschen. Ich habe gar keinen Bock mehr darauf, jeden Tag meine Menschlichkeit mit Leuten, „die es ja nur nett meinen“, verhandeln zu müssen. Queere Männer leben &#8211; ich lebe und ich verdiene denselben Respekt wie cishetero Männer. Ich verdiene dasselbe Adoptionsrecht, dasselbe Blutspendegesetz, denselben Schutz vor Diskriminierung am Arbeitsplatz, dieselbe Lebensqualität. Respect our existence or expect resistance.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier kommt ihr zum <strong>Text, der den 2. Platz</strong> belegt hat, und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/08/verzerrte-sicht/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier zum Gewinner-Beitrag</strong></a>.</li>
</ul>
</div>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Autorin, deren Name nicht genannt werden darf</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/09/die-autorin-deren-name-nicht-genannt-werden-darf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Aurum]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Sep 2021 07:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Harry Potter]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=13321</guid>

					<description><![CDATA[Heute begrüßen wir eine*n weitere*n neue*n Autor*in auf meinTestgelände: Amelie Z., herzlich willkommen! So stellt Amelie sich selbst vor: &#8222;Hey, ich bin Amelie [they/them] und möchte vor allem hier um meine Gedanken zum Queer ein, der Welt und eigentlich allem anderen teilen. Seit dem Tag an dem ich das Schreiben gelernt habe, nutze ich dieses]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute begrüßen wir eine*n weitere*n neue*n Autor*in auf meinTestgelände: Amelie Z., herzlich willkommen! So stellt Amelie sich selbst vor: &#8222;Hey, ich bin Amelie [they/them] und möchte vor allem hier um meine Gedanken zum Queer ein, der Welt und eigentlich allem anderen teilen. Seit dem Tag an dem ich das Schreiben gelernt habe, nutze ich dieses Mittel um meine Gedanken auszudrücken. Manchmal kommt etwas Brauchbares dabei raus, das könnt ihr dann hier lesen :)&#8220; Und damit hat they vollkommen recht! Hier also ein absolut brauchbarer Text von Amelie:</strong></p>
<p><span id="more-13321"></span></p>
<p>Seit ihrer Veröffentlichung 1997 erfreut sich die Buchreihe Harry Potter großer Beliebtheit. Mit den Verfilmungen, Spin-offs, Parodien und eines der vielfältigsten Fandoms, gehört Harry Potter zu <em>den</em> popkulturellen Einflüssen des 21. Jahrhunderts. Diese These lässt sich relativ einfach bestätigen. Dafür muss nur die Frage: &#8222;Was ist dein Hogwartshaus?&#8220; gestellt werden. In den meisten Fällen wird darauf eines der vier Häuser folgen. Es gibt fast niemanden, der noch gar nichts da von Harry Potter gehört hat, und zumindest die Filme kennen eigentlich alle.</p>
<p><strong>J. K. Rowlings Ansehen</strong><br />
Dabei galt die Autorin Joanne K. Rowling bis jetzt immer als liebenswürdige Person. Zwar war sie, aufgrund des Universums rund um die Zaubererwelt, berühmt und reich geworden, jedoch setzte sie sich zum Beispiel auch für Frauenrechte ein und spendete einen Teil ihres Vermögens. Mit der Zeit gab es immer wieder vereinzelte Kritik. Zum Beispiel weil sie für nachträglichen Ergänzungen am Buch Twitter nutzte oder die Filmreihe &#8222;Fantastische Tierwesen&#8220; startete. Es gab jedoch keine größeren Skandale und auch generell war es sehr still um die Harry Potter-Autorin.</p>
<p><strong>Der Tweet, der alles änderte</strong><br />
Dies änderte sich alles mit einem Tweet am 6. Juni 2020. Dabei ging sie auf einen Artikel ein, in welchem der Term &#8222;people who menstruate&#8220; (menstruierende Menschen) anstelle von &#8222;Frauen&#8220; genutzt wurde. Sie kritisierte die Verwendung dieser Umschreibung, indem sie folgendes twitterte: &#8222;I‘m sure there used to be a word for those people. Someone help me out. Wumben? Wimpund? Woomud?&#8220; (<em>Ich bin mir sicher, es gab früher ein Wort für diese Menschen. Kann mir jemand helfen? Darauffolgend Wörter welche dem Wort Women/Frau ähneln.</em>)<br />
Nach diesem Tweet hagelte es an Kritik. Doch warum eigentlich?</p>
<p><strong>Transphobie</strong><br />
Der Term &#8222;menstruierende Menschen&#8220; inkludiert all die Leute, die keine Frauen sind und trotzdem monatliche Menstruationen erfahren. Also zum Beispiel trans* Männer oder nicht-binäre Menschen (Personen, die sich nicht dem binären Geschlechtersystem zugehörig fühlen.) Demzufolge richtete sich J. K. Rowlings Kritik nicht an das Wort an sich, sondern war vielmehr versteckte Transphobie. Diesen Standpunkt zeigte sie auch nochmal deutlicher am selben Tag in weiteren Tweets. Dabei vertrat sie die Meinung, dass trans Menschen dafür sorgen würden, dass das Konzept des physischen Geschlechts (engl. sex) zerstört wird. Dadurch würde, laut Rowling, keine gleichgeschlechtliche Liebe existieren können, außerdem würden Frauen entwertet. Hierbei zeigt sich lediglich Rowlings Unwissenheit zum Thema Geschlecht.</p>
<p><strong>Der Unterschied zwischen gender und sex</strong><br />
Im englischsprachigen Raum gibt es eine deutliche Unterscheidung zwischen dem körperlichen Geschlecht, welches sex genannt wird, und dem sozialen Geschlecht, bezeichnet als gender. Sex ist dabei alles, was man an Geschlechtsmerkmalen und Chromosomen erkennen kann. Gender ist die Bezeichnung dafür, wie sich eine Person fühlt. Bei trans* Menschen unterscheiden sich sex und gender, und viele versuchen aufgrund dessen, ihr Äußeres dem Inneren anzupassen, um sich wohler zu fühlen. Dabei wird jedoch die Grundlage des sexes nicht zerstört, wie J. K. Rowling behauptet.</p>
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<p><strong>J. K. Rowlings „Meinung“</strong><br />
Trotz vieler Erklärungsversuche beharrte Rowling weiterhin auf ihrer &#8222;Meinung&#8220; und veröffentlichte ein wenig später einen rund 3000 Wörter langen Aufsatz über trans* Menschen. Dieser beinhaltet zum einen Vermutungen darüber, dass das &#8222;Identifizieren&#8220; von Menschen als trans aktuell ein Trend sei. Außerdem äußerte sie, dass sie, wenn sie später geboren wäre, sich vielleicht selbst als trans &#8222;identifiziert&#8220; hätte, um ein besseres Leben als Mann zu führen. Außerdem hält sie trans* Frauen nicht für richtige Frauen. Ihrer Überzeugung nach handelt es sich hierbei um Männer, die Frauen in Umkleidekabinen oder auf Toiletten belästigen wollen.</p>
<p><strong>Gender dysphoria</strong><br />
Diese Erklärungen sind äußerst lächerlich, da es zum einen nachgewiesen ist, dass die meisten trans* Menschen gender dysphoria oder andere Arten von Unwohlsein rund um ihr Geschlecht verspüren. Ein Zustand, der auftritt, wenn das sex nicht mit dem gender übereinstimmt, und zum Beispiel zu Depressionen, Angststörungen, Essstörungen und Panikattacken führen kann. Dabei kann dysphoria durch die verschiedensten Dinge wie das Nutzen der falschen Pronomen oder der falschen Kleidung ausgelöst werden. So ist es also wissenschaftlich erwiesen, dass Transsein keine Entscheidung ist. Abgesehen davon würden sich diese Menschen dann theoretisch auch dazu &#8222;entscheiden&#8220; weniger Rechte zu haben und von Menschen wie Rowling diskriminiert zu werden.</p>
<p><strong>Die Bücherreihe ohne Autor*in</strong><br />
Nach diesem Skandal hat sich ein großer Teil der Fans gegen Rowling gewendet. Um trotzdem noch Harry Potter-Fan bleiben zu können, wird aktuell entweder versucht zu verschweigen, dass Harry Potter eine Autorin besitzt oder jede beliebige fiktive oder reale Person anstelle von J. K. Rowling eingesetzt. Also zum Beispiel Daniel Radcliffe, Hermine Granger oder Marsha P. Johnson. Manche gehen sogar soweit, dass sie J. K.s Namen in ihren eigenen Büchern überkleben oder -malen. Außerdem wird versucht, keinen offiziellen Merch oder Fanartikel zu erwerben, damit man sie so nicht weiter unterstützt. Hierbei ist wirklich hervorzuheben, dass offene Unterstützung von Rowling schädlich für die LGBTQ+-Community ist. Somit möchte ich an jeden Menschen appellieren, welcher sich als Teil der Community oder als Ally sieht. Alle, die ihr Reichweite geben, unterstützen ihre &#8222;Meinung&#8220; und schaden der LGBTQ+-Community.</p>
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<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Was gegen Transfeindlichkeit hilft? Gegenrede. Immer wieder. <a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/05/queer-punk/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Und: Queer Punk!</strong></a></li>
</ul>
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		<title>Das Kind aus einer anderen Welt und sein erstes Fußballtraining</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/09/das-kind-aus-einer-anderen-welt-und-sein-erstes-fussballtraining/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anton August Dudda]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Sep 2021 07:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns, einen neuen Autoren auf meinTestgelände begrüßen zu dürfen: Anton August Dudda! So stellt er sich selbst vor: &#8222;Ich bin Anton, studiere Szenisches Schreiben an der UdK in Berlin und habe in meinen früheren Twenties einen Bachelor in Philosophie gemacht. Hier versuche ich, über das Teilen von Erfahrungen und spekulatives Erzählen an so]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns, einen neuen Autoren auf meinTestgelände begrüßen zu dürfen: Anton August Dudda! So stellt er sich selbst vor: &#8222;Ich bin Anton, studiere Szenisches Schreiben an der UdK in Berlin und habe in meinen früheren Twenties einen Bachelor in Philosophie gemacht. Hier versuche ich, über das Teilen von Erfahrungen und spekulatives Erzählen an so etwas wie einer positiven Vision von Maskulinität zu forschen.&#8220; Und jetzt wünschen wir euch viel Spaß mit seinem ersten Text:  </strong></p>
<p><span id="more-13316"></span></p>
<p>Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen abgefahren, aber ich glaube ehrlich gesagt, das macht nichts. Jedenfalls ist vor einiger Zeit eine Bankfiliale bei uns in der Stadt abgebrannt. Nicht ganz so bis auf die Grundmauern, aber schon so, dass die Bank dort mit Sack und Pack ausziehen musste und das Gebäude dann leer stand. Ich war damals auf der Suche nach einem Ort für meine Experimente mit Tachyonen-Teilchen und fand es praktisch und auch irgendwie witzig, in einer ehemaligen Bankfiliale an Dimensionslöchern zu forschen, also brachte ich mein Zeug einfach dort hinein und baute mein Labor auf. Lange Rede kurzer Sinn, ich weiß nicht genau wie es passieren konnte, aber jetzt steht ein Kind vor meiner Tür, so ungefähr 12 Jahre alt und fragt mich, ob ich der Typ bin, der das Portal gebaut hat, durch dass es grade in diese Welt gefallen ist. „Das Portal in der Bank meinst du?“ frage ich, „ja, der bin ich“. Vor lauter Erstaunen vergesse ich, begeistert zu sein, dass meine jahrelangen Forschungen offenbar zu einem Ergebnis geführt haben, auch wenn dieses Ergebnis klein, schmächtig und dunkelblond ist, ein rotes Fußballoutfit trägt und ich noch so überhaupt nicht weiß, was ich davon halten soll. „Es ist schön hier, aber ich habe auch ein bisschen Angst“, sagt das Kind. „Wie hast du mich gefunden?“, frage ich, „Das Portal ist doch ganz schön weit weg.“. Das Kind holt eine meiner Visitenkarten aus seiner Trikottasche. „Das hier lag in dem kaputten Gebäude. Ich habe eine Frau gefragt, wie ich zu dieser Adresse komme, dann hat sie mich mit ihrem Auto hierher gefahren.“. Ich nehme dem Kind verwundert die Karte ab und hole meine Schlüssel. „Komm, ich bring dich zurück. Das Portal muss vermutlich nur einige Zeit aufladen, damit man wieder hindurch kann.“. Einige Minuten später sitzen wir in meinem Auto und ich überlege fieberhaft, was ich fragen könnte. Woher kommt es? Aus der Zukunft? Einer anderen Dimension? Es sieht eigentlich ganz gewöhnlich aus. „Ist was?“, fragt es, als es meine Neugierde bemerkt. „Sorry, ich würde nur gerne so viel von dir wissen und ich bin mir nicht sicher, wo ich anfangen soll.“. Das Kind zuckt mit den Schultern. Dann beschließe ich, einfach das erste zu fragen, was mir in den Sinn kommt. „Du spielst Fußball, oder?“, das Kind nickt. „Erzählst du mir, wie es war, als du zum ersten Mal zum Training gegangen bist?“.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Und das hier ist, was das Kind mir erzählte:</p>
<p>Ich habe mit acht angefangen Fußball zu spielen, also in der F-Jugend. Meine Eltern haben lange mit mir zusammen überlegt, welcher Verein für mich gut wäre und wir waren bei einigen Orientierungsveranstaltungen. Ich habe mich dann für den FC Nordstadt entschieden, weil ich den Platz so schön fand. Als ich bei meinem ersten Fußballtraining mit meinen Eltern auf das Vereinsgelände kam, hat uns zuerst das Team begrüßt. Die Trainerin und der Trainer haben sich vorgestellt, danach die Sozialpädagogin und ihr Assistent, dann der Diversitybeauftragte und am Schluss die drei Vertrauensspielerinnen und -spieler aus der D-Jugend. Alle waren sehr nett zu mir und haben mir total spannende Fragen gestellt zu meiner Schule, was ich gerne mache, ob ich schonmal Fußball gespielt habe und so weiter. Die Erwachsenen sind danach kurz mit meiner Mutter ins Vereinsheim gegangen, um alles Wichtige zu besprechen und mein Vater ist mit mir und den dreien aus der D-Jugend zum Platz gegangen, um schonmal ein bisschen zu spielen.</p>
<p>Nach einer halben Stunde fing dann das richtige Training an. Alle anderen Kinder aus der F-Jugend kamen auf das Gelände und haben sich mir und meinen Eltern kurz vorgestellt. Dann kamen die Trainerin und der Trainer mit der Sozialpädagogin aufs Feld und wir haben erstmal alle von unserer letzten Woche erzählt, wie es so in der Schule läuft und sowas. Ein Junge, Rafael hieß er, hat erzählt, dass sein Hamster gestorben ist und musste weinen. Wir anderen haben dann überlegt, was wir tun könnten, um ihn aufzumuntern und haben entschieden, dass er sich nachher im Trainingsspiel aussuchen darf, auf welcher Position er heute spielen möchte. Das hat ihn gefreut und er war schnell wieder auf anderen Gedanken.</p>
<p>Danach sind wir zum Aufwärmen ein paar Runden um den Platz gelaufen. Die Regel war, alle so lange wie sie können und dann noch eine Runde mehr. Ich weiß noch, dass ich als erstes nicht mehr konnte, da kam ein Vertrauensspieler zu mir und ist einfach ein bisschen mit mir mitgelaufen und hat mir was über sein erstes Training erzählt. Das fand ich so spannend, dass ich gar nicht gemerkt habe, wie ich noch zwei Runden weitergelaufen bin. Nach dem Laufen haben wir uns gedehnt und dann angefangen mit Abschlusstraining. Also die Torhüterin stand im Tor und wir haben nacheinander geschossen, bis wir müde waren. Dann gab es eine kurze Pause, in der wir machen durften, was wir wollen. Ich habe viel mit Nadia geredet, wir haben uns total gut verstanden und am Ende noch Pokémonkarten getauscht. Meine Eltern hatte ich, glaube ich zu dem Zeitpunkt schon fast vergessen.</p>
<p>Nach der Pause haben wir ein richtiges Trainingsspiel gespielt. Allen wurden ihre Positionen zugelost, nur Rafael durfte sich seine Position aussuchen. Er hat Linksaußen gespielt. Das Spiel hat total Spaß gemacht. Ich war in der Innenverteidigung. Immer wenn es ein Foul gab, wurde sich hochgeholfen und entschuldigt, das fand ich toll.</p>
<p>Nach dem Training konnten wir im Vereinshaus duschen und uns umziehen. Der Trainer hat mich gefragt, in welche Umkleidekabine ich möchte. Da bin ich dann zu den Jungs gegangen.</p>
<p>„Wie schön.“, sage ich, als ich den Motor ausmache und mich abschnalle, „darf ich die Geschichte weitererzählen?“. Das Kind schaut mich an. „Warum willst du sie weitererzählen?“, fragt es. „Weißt du, ich habe auch mal Fußball gespielt. Hier, in unserer Welt, in unserem Berlin.“, ich steige aus und öffne seine Tür, „wir sind da, komm.“. Schweigend betreten wir die abgebrannte Bankfiliale. Das Dimensionsportal schwebt noch immer stumm in der hintersten Ecke, dort, wo mal der Kontoauszugdrucker stand. Ich merke, wie ich das noch immer witzig finde. „War dein Fußballverein nicht schön?“, fragt das Kind. „Nein“, sage ich, „Ich war Torwart und immer, wenn wir in einem Spiel ein Tor kassiert haben, hat mein Trainer mich angeschrien. Er ist richtig rot geworden dabei und hat so pulsierende, blaue Adern bekommen, hier am Hals“, ich deute auf meine Halsschlagader. „Das ist ja scheiße.“, sagt das Kind und mir fällt auf, wie recht es damit hat. „Es gab einen Spieler bei uns“, erzähle ich weiter, „von dem wussten wir, dass er zuhause geschlagen wird, wenn wir verlieren.“. Das Kind schweigt. Es scheint plötzlich sehr schnell in seine Welt zurückzuwollen. „Hast du trotzdem immer weitergespielt?“ fragt es schließlich. Ich nicke. „Warum?“ fragt es. „Ich weiß es nicht. Ich glaube, ich hatte gedacht, es wäre irgendwie richtig so und dass ich mich nur dran gewöhnen müsse. Ich muss einfach besser werden, keine Tore mehr kassieren, dann werde ich nicht mehr angebrüllt und niemand wird geschlagen, weil wir verlieren. Das habe ich gedacht.“. „Aber“, sagt das Kind erstaunt und schaut mich an, „das macht dann doch gar keinen Spaß.“. „Das stimmt.“, sage ich und muss lächeln. „Los, rein mit dir, dann schaffst du es zum Abendessen noch nach Hause.“. Das Kind geht langsam zum Portal. Kurz bevor es hindurch steigt, dreht es sich zu mir um, lächelt kurz und winkt. Ich winke zurück. „Kannst mich ja irgendwann mal besuchen, wenn du magst und mir mehr von deiner Welt erzählen.“, sage ich. Das Kind nickt. Dann macht es einen Schritt und ist verschwunden.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Einige andere Autor*innen haben sich auch schon mit dem Thema Männlichkeit auseinandergesetzt. <a href="https://www.meintestgelaende.de/?s=Männlichkeit" target="_blank" rel="noopener"><strong>Hier geht es zu ihren Texten</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
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		<title>Abwarten und Dranbleiben</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/08/abwarten-und-dranbleiben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nev]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Aug 2021 07:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns über ein Update-Video von unserem Autoren Nev! Er berichtet über den Wechsel vom Testo-Gel zur Spritze und wie dies seinen Alltag etwas unkomplizierter macht, außerdem erklärt er, warum es wichtig ist, die Narben im Sommer ordentlich mit Sonnencreme einzucremen. Wir wünschen dir, lieber Nev, weiterhin alles Gute &#38; euch allen viel Spaß]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns über ein Update-Video von unserem Autoren Nev! Er berichtet über den Wechsel vom Testo-Gel zur Spritze und wie dies seinen Alltag etwas unkomplizierter macht, außerdem erklärt er, warum es wichtig ist, die Narben im Sommer ordentlich mit Sonnencreme einzucremen. Wir wünschen dir, lieber Nev, weiterhin alles Gute &amp; euch allen viel Spaß beim Anschauen.</strong></p>
<p><span id="more-13285"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Videos von Nev <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/nev/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sprache, Macht und Gender</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/08/sprache-macht-und-gender/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Veronika Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Aug 2021 07:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir starten in die neue Woche mit einem neuen Text unserer Autor*in Veronika Rieger. Veronika ist selbst nichtbinär und schreibt hier über Sprache, Macht und darüber, wie Personen, die weder Mann noch Frau sind, allzu häufig nur &#8222;mitgemeint&#8220; sind — und weshalb das ein Problem ist. Doch nicht nur das: Step by step erklärt Veronika auch noch,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Wir starten in die neue Woche mit einem neuen Text unserer Autor*in Veronika Rieger. Veronika ist selbst nichtbinär und schreibt hier über Sprache, Macht und darüber, wie Personen, die weder Mann noch Frau sind, allzu häufig nur &#8222;mitgemeint&#8220; sind </b><strong>—</strong><span class="Apple-converted-space"> </span><b>und weshalb das ein Problem ist. Doch nicht nur das: Step by step erklärt Veronika auch noch, wie wir es besser machen können. In diesem Sinne: Liebe Leser*innen, wir wünschen euch viel Spaß bei der Lektüre!</b></p>
<p><span id="more-13270"></span></p>
<p>Liebe Schwestern und Brüder, sehr geehrte Damen und Herren, geachtete Leser und Leserinnen&#8230;</p>
<p>Diesen Ansprachen fehlt etwas. Vielleicht ist es euch aufgefallen, vielleicht steht euch jetzt ein Fragezeichen im Gesicht. Vielleicht geht es euch auch wie mir. Ich bin nichtbinär und ich bin bei solchen Ansprachen oft nur mitgemeint. Während wir beim Thema gegenderte Sprache, die Frauen inkludiert, in unserer Gesellschaft schon etwas weiter sind, wird selbst im feministischen Diskurs gern vergessen, dass auch weitere Geschlechter außerhalb von Mann und Frau existieren.<br />
Für Menschen, die intersexuell sind oder zu den nichtbinären Geschlechtern (wie beispielsweise agender, genderfluid, demigender usw.) gehören, bleibt oft nur die Möglichkeit mitgemeint zu sein.<br />
Aber mitgemeint ist nicht ausreichend, denn es macht die Menschen unsichtbar, deren Geschlecht ein anderes ist und es vergrößert die Ungleichbehandlung von Menschen nichtmännlicher Geschlechter.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Unsere Sprache ist mächtig, denn sie beeinflusst die Bilder, die wir im Kopf haben und unsere Wahrnehmung der Welt, in der wir leben. Die Verwendung geschlechtersensibler Sprache kann geschlechter-stereotypen Bildern sowie Diskriminierungen und Benachteiligungen entgegenwirken und dabei helfen, Geschlechternormen und Rollendenken zu überwinden. Es gibt zahlreiche Forschungsarbeiten, die belegen, dass die Verwendung von nur männlichen Formen unserer Sprache, also dem generischen Maskulin, Menschen dazu bringt zuerst und vorrangig an Männer zu denken. Bei der Formulierung „Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ denken Menschen also primär an männliche Fachpersonen. FINTA (das sind Frauen, Intersexuelle Menschen, nichtbinäre Menschen, Menschen die trans sind und agender Personen), sind zwar „mitgemeint“, sie werden aber tatsächlich meist nicht mitgedacht und fühlen sich oft nicht angesprochen oder ermutigt und fähig dazu z.B. Berufe oder soziale Rollen, die immer als männliche Form erwähnt werden, selbst zu ergreifen.</p>
<p>Um eine gerechtere Behandlung von Menschen aller Geschlechter in dieser Gesellschaft zu erreichen ist es also wichtig auch eine Sprache zu wählen, die alle Menschen mit einschließt und mit darstellt, damit sich unsere Bilder im Kopf und unsere Wahrnehmung der Welt dementsprechend erweitern.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Aber ist das nicht mega umständlich?<br />
</b>Im Gegenteil, es beugt sogar Missverständnissen vor, denn gendergerechte Sprache bezeichnet konkret, wer alles gemeint ist. Es gibt Forschung dazu, die belegt, dass das Textverständnis der Leser*innen nicht leidet, wenn der Text geschlechtergerechte Sprache verwendet. Eine Sprache zu verwenden, die alle Geschlechter mit einschließt, <a href="https://www.tu-berlin.de/fileadmin/a70100710_gleichstellung/Diversity_Allgemeines/KFG-Leitfaden_geschlechtersensible_Sprache.pdf" target="_blank" rel="noopener">ist leicht zu erlernen und sowohl in schriftlicher als auch mündlicher Form gut machbar.</a></p>
<p><b>Aber das verändert doch Sprache künstlich?<br />
</b>Dass Sprache ein festes und beständiges Konstrukt ist, ist eine Fehlannahme, denn unsere Sprache ist ständig im Werden und verändert sich von alleine, dadurch, dass wir sie verwenden. Es entstehen neue Worte, wie beispielsweise durch die Pandemie „zoomen“, „Alltagsmaske“ und schon vorher „hamstern“. Und so wie neue Worte entstehen, verschwinden langsam auch veraltete Worte aus unserem Vokabular, weil sie unsere Lebensrealität nicht mehr widerspiegeln. Oder weißt du noch was „poussieren“ oder „Biedersinn“ bedeuten?</p>
<p><b>Aber wie viele Menschen betrifft das denn?</b><br />
Das ist schwer zu sagen, denn eine genaue Erfassung aller Geschlechtsidentitäten gibt es in Deutschland noch nicht. <a href="https://www.bundesverfassungsgericht.de/e/rs20171010_1bvr201916.html#abs10" target="_blank" rel="noopener">In Deutschland sind geschätzt ungefähr 0,2 % der Einwohner*innen intersexuell</a>, das sind bei 83,02 Millionen Einwohner*innen Deutschlands ungefähr 166 040 Menschen. Um das in eine begreifbare Größe zu setzen: Das ist mehr als zweimal die Allianzarena komplett voll.<br />
Dazu kommen all die Menschen, die zu den nichtbinären Geschlechtern gehören. Im Jahr 2016 gaben 3,3% der 3100 Befragten bei einer<i> Vermächtnisstudie</i> der ZEIT an, „entweder ein anderes Geschlecht zu haben als bei ihrer Geburt zugewiesen oder sich schlicht nicht als weiblich oder männlich zu definieren“ Das sind ca. 2,5 Millionen Menschen in Deutschland.<br />
Konkrete Zahlen bleiben, solange es keine große Statistik dazu gibt, schwer zu nennen. Deutlich wird aber: Es gibt eine große Gruppe an Menschen, die von einer nur binär gegenderten Sprache, also Sprache, die nur männliche und weibliche Formen verwendet, nicht mit erfasst und erwähnt wird.</p>
<p><b>Ist das nicht alles nur eine neumodische Phase?<br />
</b>Nein. Menschen, die Geschlechtern außerhalb des Mann &#8211; Frau &#8211; Spektrums angehören, sind keine “neumodische Erscheinung”, sondern existieren seit jeher in allen Gesellschaften und Kulturkreisen. <a href="https://missy-magazine.de/blog/2017/10/04/hae-was-heisst-denn-nicht-binaer/" target="_blank" rel="noopener">So gab und gibt es beispielsweise die Baklâ auf den Philippinen, Two Spirit bei der indigenen Bevölkerung Nordamerikas, die Māhū auf Hawaii und noch einige weitere.</a> Transgender Personen sind auch in Mitteleuropa seit der Antike bekannt.</p>
<p><b>Und wie kann geschlechtersensible Sprache aussehen?</b><br />
Deine Sprache kannst du zum Beispiel durch das Verwenden eines Gender-Sternchens gendergerecht machen. Du sagst dann „Liebe Leser*innen“. Das Gender-Sternchen zeigt dabei die Vielfalt aller Geschlechter auf.</p>
<p>Auch die Verwendung eines Doppelpunkts ist möglich, also „Liebe Leser:innen“. Der Doppelpunkt kann von einigen Lesehilfen für visuell eingeschränkte Personen besser ausgesprochen werden und ist im Sinne der Inklusion hilfreich, allerdings fühlen sich viele nichtbinäre Personen von ihm nicht gut dargestellt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Wenn du gegenderte Sprache in der gesprochenen Form verwendest, machst du eine kurze Sprechpause dort, wo der Doppelpunkt oder das Gender-Sternchen steht.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Wenn du lieber kein Sonderzeichen verwenden möchtest, lohnt es sich neutrale Personenbezeichnungen zu verwenden, wie beispielsweise: „Liebe Gäste“, „Liebes Publikum“ „Liebe Mitglieder“ , „Liebe Geschwister“, „Liebe Anwesende“, „medizinisches Fachpersonal“, „Lehrkraft“, usw.<br />
Diese geschlechtsneutralen Formulierungen erfordern manchmal ein bisschen sprachliches Geschick, sind aber auf alle Fälle ein guter Anreiz die eigene Sprache kreativ und vielfältig zu verwenden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich kann mich gut erinnern, als ich gelernt habe zu gendern. Ich saß mit lauter neuen Menschen zusammen und war ein bisschen irritiert und gleichzeitig sehr neugierig, warum diese alle eine Sprechpause machten und darauf achteten, alle in ihrer Sprache mit einzuschließen. Ich dachte eine Weile, dass gendern lernen schwierig ist, aber um ehrlich zu sein, geht es einem nach kürzester Zeit ganz flüssig von der Zunge. Natürlich kann man sich dagegen entscheiden gegenderte Sprache zu verwenden, obwohl sie ein so einfaches und dennoch so hilfreiches Werkzeug ist um Diskriminierung zu verringern und unsere Gesellschaft zum positiven zu verwenden. Aber das zeigt letztendlich mehr die eigene Ignoranz und Faulheit auf, als man vielleicht denkt.<br />
Wenn ich sehe, wie instinktiv und freudig junge Menschen heute an gegenderte Sprache herangehen und sie verwenden, dann freut mich das wahnsinnig und stimmt mich optimistisch. Ich glaube, Pinkstinks haben recht: Die Zeiten gendern sich.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mit der Macht der Sprache hat sich auch Pia<a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/10/pia-brauneis-worte-schaffen-werte/" target="_blank" rel="noopener"><strong> in ihrem Text für den LizzyNet-Schreibwettbewerb beschäftigt</strong></a>.</li>
<li>Und in den Kolumnen von Ika <a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/04/inter-geschichte/" target="_blank" rel="noopener"><strong>erfahrt ihr mehr über das Inter-Sein</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>meinTestgelände Jugendevent in Berlin 2022</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/07/jugendevent-berlin2022/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jul 2021 12:02:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[#gelände]]></category>
		<category><![CDATA[#workshop]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=13136</guid>

					<description><![CDATA[Das meinTestgelände Jugendevent in Berlin. Sei dabei! MeinTestgelände möchte dich zu einem zweitägigen Jugendevent nach Berlin einladen. Lerne neue Menschen kennen und genießt gemeinsam Jugendkultur in der Hauptstadt. Das Jugendevent ist offen für alle zwischen 18 bis 27 Jahre und deine Teilnahme ist völlig kostenlos. Auf geht&#8217;s! +++Die Workshops sind ausgebucht, Anmeldungen nur noch für]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das meinTestgelände Jugendevent in Berlin. Sei dabei!<br />
</strong>MeinTestgelände möchte dich zu einem zweitägigen Jugendevent nach Berlin einladen. Lerne neue Menschen kennen und genießt gemeinsam Jugendkultur in der Hauptstadt. Das Jugendevent ist offen für alle zwischen 18 bis 27 Jahre und deine Teilnahme ist völlig kostenlos. Auf geht&#8217;s!</p>
<p><strong>+++Die Workshops sind ausgebucht, Anmeldungen nur noch für die Warteliste möglich.+++</strong></p>
<p><strong>Anmeldung unter: <a href="mail@meintestgelaende.de">mail@meintestgelaende.de</a></strong></p>
<p><span id="more-13136"></span></p>
<p><strong>Was?</strong> Workshops im Archiv der Jugendkulturen.<br />
Wir starten am 2.3 mit einem Graffiti Spaziergang für alle.</p>
<p><strong>Workshops:</strong><br />
• Von Disco zu House zu Techno &#8211; Can you feel the bass?<br />
• Comic und Manga<br />
• HipHop / Rap</p>
<p><strong>Wann?</strong> Anreise abends am 1.3 (oder morgens 2.3) // Workshops am 2.3 + 3.3<br />
<strong>Wo?</strong> Berlin, Nähe Mehringdamm im Archiv der Jugendkulturen<br />
<strong>Wer?</strong> Alle die Lust haben von 18 bis 27 Jahren und das mT Team</p>
<p>Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung werden natürlich von meinTestgelände für dich übernommen. Du wirst in einem Ein- oder Zweibettzimmer im Metropol Hostel untergebracht. Deine Fahrtkosten werden im Nachhinein von uns erstattet. Hebe dein abgestempeltes Zug- oder Busticket gut auf.</p>
<p>Wichtig: Beim Event ist 2G angesagt! Du brauchst einen Nachweis über deinen Impfstatus und täglich werden Tests durchgeführt – Ungeimpfte mit ärztlichem Attest entsprechen 2G, müssen am Anreisetag aber einen tagesaktuellen Test vorweisen.</p>
<p>Wenn du deine Teilnahme anmeldest, teile uns gleich mit, bei welchem der 3 Workshops du mitmachen möchtest. Ein Workshop erstreckt sich jeweils über die zwei Tage.</p>
<p><strong>Zeitplan:</strong><br />
2.3<br />
9.00 oder 10.00 Uhr: Graffiti Spaziergang, alle die schon angereist sind, gehen auf einen Streifzug durch Kreuzberg<br />
12.00 &#8211; 16.00: Workshops</p>
<p>3.3<br />
9.00 &#8211; 16.00 Uhr: Workshops</p>
<p><strong>Beschreibung der Workshops<br />
</strong>Der 2.3 startet morgens mit dem Graffiti Spaziergang, danach besuchen alle die Workshops, die sie jeweils ausgesucht haben.</p>
<p><strong>Spaziergang zum Thema Street Art/Graffiti</strong><br />
Auf unserem Streifzug durch Berlins dichtbemaltesten Bezirk Kreuzberg gehen wir ungewöhnlichen Spuren nach, die sich an Mauerwerken und Hausfassaden befinden. Dabei stoßen wir auf kunstvolle Scherenschnitte, Schablonen, handbemalte Sticker, Throw-Ups und Tags. Wir vollziehen die Entstehung des Graffiti-Writings aus New York und Philadelphia genauso nach wie die politischen Wurzeln des Schablonen-Graffitis. Am Beispiel Kreuzberger Bilder lernen wir die historischen Hintergründe unterschiedlichster Formen urbaner Kunst kennen – von illegal gekachelten Mosaikbildern bis hin zu aufwändigen 3DInstallationen. Wie liest man Graffiti und was bedeuten die vielen Namen? Kunst oder Schmiererei? Wer verbirgt sich hinter den rätselhaften Botschaften? Was ist die Motivation der Maler_innen? Und welche Techniken wurden benutzt? Antworten auf diese und andere Fragen gibt es hier!</p>
<p><strong>Von Disco zu House zu Techno &#8211; Can you feel the bass?</strong><br />
1975, Berlin: Kraftwerk spielen als erste Band ein Album nur mit elektronischen Instrumenten ein. Dieses lassen sie live von vier Robotern auf der Bühne präsentieren. 1977, New York City: Larry Levan mixt als DJ in seiner legendären Diskothek Paradise Garage die Instrumentalpassagen seiner Platten ineinander und legt damit einen Grundstein für die House Music. 1980, Detroit: Juan Atkins, Kevin Saunderson und Jeff Mills verfremden afroamerikanische Rhythmen, Salsa und Diskoelemente, unterlegen ihre Musik mit dem Rhythmus eines Drumcomputers und schaffen so einen völlig neuen Sound, der unter dem Namen Techno berühmt wird. In den 1990er-Jahren entsteht eine neue musikalische und soziale Bewegung, die Millionen von Menschen weltweit begeistert. Techno, House und Clubkultur wurden aber auch immer wieder genutzt, um für ein selbstbestimmtes Leben zu demonstrieren und Rassismus, Homophobie und Geschlechterfragen zu thematisieren. Der Vortrag/Workshop erarbeitet die musikalische und soziale Geschichte dieser basslastigen Bewegung. Im praktischen Workshop-Teil werden die Grundlagen des DJings im House und Techno vermittelt.</p>
<p><strong>Comic und Manga</strong><br />
Comics und deren japanische Variante, Mangas, sind heute mehr denn je ein wichtiges Ausdrucksmittel und Bezugssystem vor allem für Jugendliche. In Japan gibt es Mangas für alle erdenklichen Zielgruppen, die hier er-scheinenden Hefte richten sich aber zumeist an Teenager und lassen sich dem Romance- oder Action/Fantasy/Science Fiction-Genre zurechnen. In oft mehrere tausend Seiten umfassenden seifenoperartigen Serien finden sich auch sensible Geschichten zu Themen wie gleichgeschlechtliche Liebe oder pubertäre Identitätsfindung. Parallel dazu haben sich sogenannte „Graphic Novels“ als ernstzunehmende Ausdrucksformen zwischen Literatur und Bildender Kunst etabliert. Die bekanntesten sind wohl der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Holocaust-Comic „Maus“ und „Persepolis“, die Autobiografie der Iranerin Marjanne Satrapi. Kurzum: Die heutige Comic-Kultur ist ein Erzählmedium ohne inhaltliche oder stilistische Grenzen, ähnlich wie die Literatur oder der Film. In einer immer stärker von Bildschirm-Medien dominierten Welt machen Kinder und Jugendliche oft ihre ersten Lesefreude-Erfahrungen mit Comics und Mangas. Als Ausdrucksform besteht die Attraktivität für Jugendliche vor allem darin, dass kein anderes erzählerisches Bildmedium die Möglichkeit bietet, eigene Ideen und Geschichten so direkt umzusetzen und zu veröffentlichen. Dementsprechend existiert eine sehr offene, international vernetzte Comic-Fanzine-Szene, in der die meisten der heute wichtigen Comic-Autor_innen angefangen haben. Im Vortrag wird die Geschichte des Mediums besprochen und die Vielfalt an Stilen und Themen präsentiert. Daraufhin werden grundlegende Techniken des Erzählens (Drei-Akt-Struktur etc.) erläutert, gefolgt von einigen Tricks und Tipps zur Umsetzung in Comicform. Diese Erkenntnisse versuchen wir dann im Workshop umzusetzen, indem wir gemeinsam spielerisch zu einem vorgegebenen aktuellen Thema Charakter und Geschichten entwickeln. Diese Geschichten werden dann gemeinsam in einem kopierten „Mini-Comic“-Heft zusammengestellt, wovon alle Teilnehmer_innen ein Exemplar erhalten.</p>
<p><strong>HipHop/Rap</strong><br />
Dieser kulturhistorische Musik-Workshop befasst sich mit den Wurzeln der HipHop-Bewegung am Beispiel Rap/Sprechgesang. Nach einer kurzen audiovisuellen Einführung in das Thema und einigen praktischen Rhythmus-, Reim- und Dynamik-Übungen bekommst Du die Gelegenheit, einen eigenen Raptext zu verfassen. Die Ergebnisse werden individuell vor der Gruppe präsentiert und diskutiert. Diese Workshop-Einheit wird mit einer spontanen, professionellen Musikaufnahme/CD-Produktion abgerundet. Du erhältst eine Kopie des aufgenommenen Songs! Inhalt dieses Workshops ist eine eigene, kreative Auseinandersetzung mit dem Thema Rap sowie eine kritische Betrachtung gängiger, medialer Klischees dieses Musikgenres.</p>
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			</item>
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		<title>Ein Tag als Frau</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/06/ein-tag-als-frau/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jun 2021 07:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Klischees]]></category>
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					<description><![CDATA[Unser Autor Florian wagt für diesen Text ein Gedankenexperiment: Wie würde ein typischer Morgen in seinem Leben aussehen, wenn er kein junger Mann, sondern eine junge Frau wäre? Was wäre anders? Müsste überhaupt so viel anders sein? Welche sexistischen Gedanken verstecken sich möglicherweise im Kopf, welche Klischeefallen gibt es? Lest am besten selbst. Und wenn]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unser Autor Florian wagt für diesen Text ein Gedankenexperiment: Wie würde ein typischer Morgen in seinem Leben aussehen, wenn er kein junger Mann, sondern eine junge Frau wäre? Was wäre anders? Müsste überhaupt so viel anders sein? Welche sexistischen Gedanken verstecken sich möglicherweise im Kopf, welche Klischeefallen gibt es? Lest am besten selbst. Und wenn ihr Florian Hinweise geben möchtet, lasst uns gerne einen Kommentar da! </strong></p>
<p><span id="more-13112"></span></p>
<p>Was würde ich anders machen? Wenn ich schlafen gehe, gehe ich als junger Mann ins Bett. Wenn ich aufwache, wache ich als junger Mann auf. Ich mache alles als junger Mann, nur denke ich nie darüber nach. Wäre ja auch irgendwie seltsam, sich vorm Schlafengehen zu sagen „Ich bin ein Mann“. Fakt ist aber, dass ich genauso wenig darüber nachdenke, wie es wäre, wenn ich eine junge Frau wäre. Würde ich mich anders verhalten im Alltag, im Berufsleben, in der Freizeit? Würde ich alles genauso machen wie sonst auch? Ich möchte mich dieser Frage stellen und simuliere gedanklich einen simplen Morgen, wie ich wie ihn im Moment erlebe, nur halt als Frau. (Dazu gesagt, nur einen Morgen, weil ein ganzer Tag vermutlich den Rahmen sprengen würde.) Vielleicht klappt das auch gar nicht und wenn, stelle ich vielleicht sexistisches Denken bei mir fest oder bin so entsetzt, dass ich froh bin keine Frau zu sein. Es wird auf jeden Fall ein absurder Text, aber meine Gedanken sind eh immer absurd.</p>
<p>Beginnen wir den Tag am Morgen. Derzeit befinde ich mich im Praktikum in einer Kita, nur ein paar Minuten von meiner Wohnung entfernt. Für gewöhnlich stehe ich gegen 06:00 Uhr auf und mache mich fertig. Da ich aber jetzt eine Frau bin, stehe ich möglicherweise viel früher auf. Ich sage einfach mal, dass ich lange Haare habe, welche zottelig von der Nachtruhe sind und Zeit benötigen um hergerichtet zu werden. Mist. Schonmal eine Sache, die mir nicht gefällt. Früher aufstehen. Sagen wir, ich stehe um 05:00 Uhr auf. Ich gehe ins Badezimmer und dusche, wasche meine Haare und natürlich auch den Rest meines Körpers. Jetzt fehlt zwischen den Beinen aber etwas. Hm, da ist jetzt ein völlig anderes Körperteil. Was mach ich damit? Wäscht man das? Darf ich da mit Seife rein? Ich bin mir unsicher und gehe nur mal mit dem Duschkopf rüber. Besser als gar nichts, oder? Ich benutze für meine Haare Pflegeshampoo, weil ich von anderen jungen Frauen gehört habe, dass das total gut für die Haare ist. Glanz und so. Ich habe meine Körperreinigung beendet, ich steige aus der Dusche und schnappe mir mein Handtuch. Ich habe keinen extra Anhänger, ich glaube auch als Frau würde ich mein Handtuch auf den Boden werfen. Nun bin ich trocken und gehe in mein Zimmer, um mir Sachen rauszusuchen. Mein Kleiderschrank ist sperrangelweit geöffnet und ich nehme das oberste T Shirt. Einfach weil‘s oben liegt. Ich denk nicht weiter drüber nach und ziehe es mir an. Nun fällt mir aber auf, dass da noch was an mir rumbammelt. Verdammt, ich habe vergessen, dass ich Brüste habe und es vielleicht praktischer wäre, wenn sie nicht lose an mir rumhängen. Als Frau habe ich natürlich BH‘s und frage mich, was das für extra Kosten sind. Ich habe mich komplett angezogen, aber jetzt muss ich mich immer noch fertig machen. Damals, wo ich noch ein junger Mann war, da habe ich meine Haare abgerubbelt und trocken waren se. Jetzt stehe ich im Badezimmer und meine Arme verkrampfen, weil der verdammte Föhn meine Haare nicht trocken bekommt. Inzwischen haben wir es 6 Uhr. Meine Haare sind trocken. Naja, größtenteils… Da ich auch als Frau faul bin, entscheide ich mich dafür einen Zopf zu machen. Zöpfe sind einfach, solange sie nicht geflochten werden. Jetzt fehlt nur noch das Zopfgummi! Wo hab ich es denn? Ach egal, nehm ich ein neues. Zopf ist gemacht und ich bin fertig. Aber&#8230;soll ich mich schminken? Viele Frauen sind geschminkt… Na gut, ich male auf meine Augenbrauen und Puder mache ich auch rauf. Wimpern? Na gut. Leider bin ich nicht sehr geübt darin mich zu schminken, also sehen meine Augenbrauen irgendwie schief aus und ich glaube, ich habe zu viel Puder genommen. Verdammt! Egal, ich habe keine Zeit mehr, es ist fast 7 Uhr und ich muss mir noch Essen machen für den Tag. Achte ich jetzt eigentlich auf meine Ernährung? Will ich jemandem gefallen? Keine Ahnung, ich mach mir ein Vollkornbrot mit Salami, so wie jeden Tag. Plötzlich bekomme ich Bauchschmerzen. Woran liegt das? Das tut echt weh! Ich gehe auf die Toilette und muss feststellen, dass Blut in meinem Schlüpfer ist und ich anscheinend meine Tage bekommen habe. Ich bin genervt. Mein erster Tag als Frau und dann das. Ich nehme einen Tampon-… aber was für einen? Welche Größe? Was gibt’s für Sorten? Wie zur Hölle bekomme ich die aus ihrer Plastikverpackung??? Glücklicherweise finde ich heraus, wie ich diese Aufgabe zu bewältigen habe und kann mich, eher schlecht als gut gelaunt, auf den Weg zur Arbeit machen. Auf dem Weg steuere ich noch einen Drogeriemarkt an um mir noch Tampons und Binden zu kaufen, noch mehr extra Kosten und gar nicht mal so wenig. Ich laufe weiter zur Arbeit, über den Marktplatz, vorbei an Cafes und komme abrupt zum stehen. Vor mir hat sich ein Typ aufgebaut und möchte mich auf einen Kaffee einladen. Ich hab keine Lust, außerdem muss ich zur Arbeit. Das ist sogleich auch mein Argument die Einladung abzulehnen, „die 10 Minuten machen den Kohl doch auch nicht fett,“ ruft er mir hinterher, ich winke ab. „Arrogante Ziege, hast wohl deine Tage“, schreit er noch über den Marktplatz. Ich bin etwas perplex und merke dass mir keine Antwort einfällt. Als junger Mann hatte ich eigentlich immer etwas Schlagfertiges auf Lager, diesmal nicht.<span class="Apple-converted-space">  </span>Das war mein Morgen als Frau. Ob ich durch diesen Gedankengang tatsächlich einen Einblick in das Leben einer Frau bekommen habe ist fraglich. Fest steht, dass ich tatsächlich doch froh bin, mich nicht mit monatlichen Schmerzen, BH-Größen, weiblicher Intimreinigung und Haaren auseinandersetzen muss, ebenso mit komischen Anmachen auf der Straße und dem Gefühl, diesen ausgesetzt zu sein.</p>
<p>Ich danke für die Aufmerksamkeit und wenn Interesse besteht, kann ich ja auch noch meinen Mittag als Frau simulieren, um mit euren Tipps daran arbeiten, noch tiefer in diese nahe, aber doch fremde Welt einzutauchen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte von Florian <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/florian/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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		<item>
		<title>Collective Trauma</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/06/collective-trauma/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Jun 2021 07:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Klimakrise]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute zeigen wir euch ein Bewerbungsvideo für eine Modeschule. Klingt langweilig? Von wegen! Mats Linus Wallners Bewerbungsvideo für das Amsterdam Fashion Institute ist eine Mischung aus Musikvideo, Poetry Clip, Kurzfilm und Kampfansage an eine Gesellschaft, die die drängenden Probleme unserer Zeit ignoriert und damit eine komplette Generation traumatisiert. Wir sind beeindruckt und empfehlen euch dringend,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute zeigen wir euch ein Bewerbungsvideo für eine Modeschule. Klingt langweilig? Von wegen! Mats Linus Wallners Bewerbungsvideo für das Amsterdam Fashion Institute ist eine Mischung aus Musikvideo, Poetry Clip, Kurzfilm und Kampfansage an eine Gesellschaft, die die drängenden Probleme unserer Zeit ignoriert und damit eine komplette Generation traumatisiert. Wir sind beeindruckt und empfehlen euch dringend, es anzusehen!</strong></p>
<p><span id="more-13093"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wir finden, Mats Linus Wallner ist mit diesem Video ein ziemlich gutes Vorbild. Weitere Vorbilder <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/vorbilder/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findest du hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wann ist ein Mann ein Mann?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/05/wann-ist-ein-mann-ein-mann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tom]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 May 2021 07:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Tja, wann ist denn nun ein Mann ein Mann? Habt ihr euch diese Frage auch schon mal gestellt? Und was hat das mit dem eigenen Selbstwert zu tun? Unser Autor Tom berichtet, dass er sich in seiner Jugend oft damit beschäftigt hat. Inzwischen aber weiß er: &#8222;Egal ob ich mich männlich fühle oder nicht, egal]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Tja, wann ist denn nun ein Mann ein Mann? Habt ihr euch diese Frage auch schon mal gestellt? Und was hat das mit dem eigenen Selbstwert zu tun? Unser Autor Tom berichtet, dass er sich in seiner Jugend oft damit beschäftigt hat. Inzwischen aber weiß er: &#8222;Egal ob ich mich männlich fühle oder nicht, egal ob mich mein Umfeld als männlich wahrnimmt und anerkennt oder nicht: Ich darf &#8222;du bist gut, wie du bist&#8220;, zu mir sagen. Ich muss das niemandem auf der Welt beweisen. Ich muss es mir nur selbst glauben.&#8220; Wir wünschen euch viel Spaß mit Toms neuem Text.</strong></p>
<p><span id="more-12923"></span></p>
<p>Wann ist ein Mann ein Mann? &#8211; Das fragten sich auch <a href="https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/maenner-2020-was-ist-maennlich" target="_blank" rel="noopener"><strong>Shanli Anwar und Till Opitz vom Deutschlandfunk Nova Podcast „Eine Stunde Liebe“</strong></a> auf dem diesjährigen Podcastfestival in Hamburg. Ihre Gäste: Männercoach John Aigner, der über ein „Männercamp“ und private Anfragen von Männern zum Mentor für Männern wurde, denen das soziale Correctiv in ihrer männlichen Peergroup fehlt. Und Jungensozialarbeiter Rick Reuther, der unter anderem in Wien Workshops in Schulen mit Teenagern durchführt. „In den 70ern und 80ern haben überwiegend Frauen aus der feministischen Mädchenarbeit mit Mädchen zu emanzipativen Themen, mehr Selbstbewusstsein und Sexualaufklärungen gearbeitet, und die Jungs wurden Fußballspielen geschickt“, sagt er über die Anfänge der geschlechtsspezifischen Mädchenarbeit. Heute arbeitet er überwiegend mit Akteur:innen aus der Frauen- und Mädchenarbeit zusammen.</p>
<p>„Irgendwann dachten sich dann Leute: Hey, vielleicht kann man auch mit Jungs mal über Sachen reden, die ein bisschen sensibel sind und die man vielleicht besser bereden kann, wenn man nicht das Gefühl hat, die ganze Zeit performen zu müssen.“</p>
<p>Während es bei Jungenarbeit in erster Linie um den Abbau von Gewalt geht, sind die Themen der Männerrunden von John Aigner oft tiefere Gespräche und Identitätsfragen. Ziel vieler Männer ist es anfangs, eine klare Struktur zu bekommen, wie Männer sein sollen und was sie dürfen oder auch nicht. „Bin ich richtig, bin ich gut genug?“</p>
<p>Auch ich wollte damals im Zuge meines Erwachsenwerdens ein klares Bild, an das ich mich richten kann. Vorbilder, Merkmale und Eigenschaften, auch um Frauen zu beeindrucken. Mich anzupassen scheint mir zu dieser Zeit einfacher, als mich selbst zu finden, zu erkennen und kennenzulernen. Mir selbst bewusst, wer ich bin und wer ich sein will, bin ich mir wenig. Doch männliche Vorbilder finde ich nicht. Stattdessen überwiegen Frauen in allen Bereichen meines Lebens. Mein Sandkastenfreund war eine Sandkastenfreundin,<span class="Apple-converted-space">  </span>mein Lieblingslehrer eine Lieblingslehrerin und meine besten Freunde aus der Schulzeit zwei beste Freundinnen.</p>
<p>Durch das Vertrauen von Frauen habe ich verstanden, dass ich als Mann nicht einem traditionell etablierten Männerbild entsprechen muss. Das ich nicht der starke Macker sein muss, um gesehen zu werden. Dass ich nicht mit Männern abhängen muss, um Frauen kennenzulernen und dass ich nicht meine Gefühle unterdrücken muss, um als Mann wahrgenommen zu werden.</p>
<p>Von Frauen über sein „Mannsein“ lernen zu dürfen ist ein Privileg und es ist nicht ihre Aufgabe, uns Jungs und Männer zu weniger frauenverachtenden Jungs und Männern zu erziehen. Es ist überhaupt nicht ihre von Geburt an gegebene Aufgabe zu erziehen. Wie wir uns verhalten und leben, hat aber Auswirkungen auf das Leben von Frauen. Deswegen halte ich es in einer männerdominierten Gesellschaft für notwendig, dass Jungs und Männer Jungs und Männer zu weniger frauenverachtenden Jungs und Männern machen und miteinander sprechen. Wir wachsen damit auf, Jungs und Männern mehr zuzuhören, sagt Jungensozialarbeiter Rick Reuther. Wichtig für ihn ist aber auch, heranwachsenden Jungs die Botschaft auf dem Weg zu geben „mal auf Frauen zu hören. Hört mal Frauen zu, wenn sie von Erfahrungen erzählen, was ihnen auf der Straße passiert, was sie von Beziehungen erzählen. Hört mal Frauen zu und glaubt ihnen.“</p>
<p>“Vielleicht braucht es einen Typen, der das<span class="Apple-converted-space"> </span>anderen Typen sagt, damit Typen damit überhaupt anfangen.” &#8211; Rick Reuther.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Viele Autor*innen auf meinTestgelände setzen sich mit dem Thema Männlichkeit auseinander. <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/maennlichkeit/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Checkt mal den entsprechenden Hashtag!</strong></a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn Männer Röcke tragen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/05/wenn-maenner-roecke-tragen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 May 2021 07:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute präsentieren wir euch einen ganz besonderen Beitrag der Story-Teller: Dennis Seidel hat nämlich Nils Pickert von Pinkstinks zum Interview getroffen und ihm einige spannende Fragen gestellt. Zu seiner Arbeit als Autor und Journalist, seinem Verständnis von Gleichberechtigung und Gender — und warum er gerne Röcke trägt. Viel Spaß beim Lesen! (1). Wie lange und seit wann]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute präsentieren wir euch einen ganz besonderen Beitrag der Story-Teller: Dennis Seidel hat nämlich Nils Pickert von Pinkstinks zum Interview getroffen und ihm einige spannende Fragen gestellt. Zu seiner Arbeit als Autor und Journalist, seinem Verständnis von Gleichberechtigung und Gender </strong><b>— </b><strong>und warum er gerne Röcke trägt. Viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-12932"></span></p>
<p><strong>(1). Wie lange und seit wann arbeitest du schon für Pinkstinks? Und was machst du da?</strong></p>
<p>Ich bin seit 2013 bei Pinkstinks. Hauptsächlich schreibe ich Artikel für die Webseite und gebe Vorträge, um zu erklären, was Sexismus ist und was Pinkstinks dagegen tut. Manchmal rede ich auch mit der Presse oder denke mir mit den anderen zusammen Kampagnen aus, mit denen wir mehr Vielfalt für alle hinbekommen können.</p>
<p><strong>(2). Ist es für dich normal in der Öffentlichkeit Röcke zu tragen?</strong></p>
<p>Im Sommer trage ich ganz gerne Röcke, weil es bei Hitze kaum etwas Besseres gibt. Oft finde ich aber Hosen praktischer – schon wegen der Taschen. Ansonsten merke ich natürlich, dass andere das nicht normal finden. Das ist mir aber egal.</p>
<div id="attachment_12935" style="width: 710px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-12935" class="wp-image-12935 size-large" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Nils-Pickert-zum-Interview-mit-Dennis-Seidel-793x600.jpg" alt="" width="700" height="530" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Nils-Pickert-zum-Interview-mit-Dennis-Seidel-793x600.jpg 793w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Nils-Pickert-zum-Interview-mit-Dennis-Seidel-300x227.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Nils-Pickert-zum-Interview-mit-Dennis-Seidel-768x581.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Nils-Pickert-zum-Interview-mit-Dennis-Seidel-1536x1163.jpg 1536w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Nils-Pickert-zum-Interview-mit-Dennis-Seidel-2048x1550.jpg 2048w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Nils-Pickert-zum-Interview-mit-Dennis-Seidel-160x120.jpg 160w" sizes="auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px" /><p id="caption-attachment-12935" class="wp-caption-text">Das ist Nils Pickert.</p></div>
<p><strong>(3). Was verstehst du unter Gleichberechtigung und was bedeutet für dich Gender?</strong></p>
<p>Gleichberechtigung bedeutet, dass alle den gleichen Zugang zur Gesellschaft haben, die gleichen Rechte bekommen und sie für sich nutzen können. Eine Treppe zum Theater, die alle benutzen dürfen, ist zum Beispiel keine Gleichberechtigung, auch wenn es sich vielleicht so anhört. Ein Theater, das auch Menschen mit Behinderung besuchen können, die keine Treppen steigen können – das wäre Gleichberechtigung. Gender bezeichnet das soziale Geschlecht, also die Geschlechterrollen, die wir einnehmen und die uns zugeschrieben werden. Es gibt keinen biologischen Grund, warum du und ich keine Röcke tragen sollten. Es werden soziale Gründe erzählt, warum Männer das angeblich nicht dürfen. Das ist Gender. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>(4). Welche Themen bearbeitest du in Prinzessinnenjungs?</strong></p>
<p>Ich schreibe darüber wie Jungen aufwachsen und was man ihnen darüber beibringt, was es bedeutet, ein Mann zu sein. Dass sie ihre Gefühle verstecken müssen und lernen, Streit und Härte wären männliche Eigenschaften. Ich schreibe darüber, dass Tanzen und Puppen genauso spannend für Jungen sein können wie Fußball und Lego. Und ich schreibe darüber, dass viele Jungen schlagen und geschlagen werden und wie wir das beenden können.</p>
<div id="attachment_12936" style="width: 490px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-12936" class="wp-image-12936 size-full" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Dennis-Seidel-II-Fotograf-Christian-Martin.jpg" alt="" width="480" height="547" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Dennis-Seidel-II-Fotograf-Christian-Martin.jpg 480w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Dennis-Seidel-II-Fotograf-Christian-Martin-263x300.jpg 263w" sizes="auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px" /><p id="caption-attachment-12936" class="wp-caption-text">Dennis Seidel beim Theaterspielen. Fotografiert von Christian Martin</p></div>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Dennis Seidel spielt gern Frauenrollen und trägt auch gerne Röcke. Außerdem spielt er Theater <a href="https://www.youtube.com/watch?v=GJlRbax1FUQ" target="_blank" rel="noopener"><strong>in der Theatergruppe MD&amp;H</strong></a> (von Barner 16). Und er sammelt Barbie-Puppen.</li>
<li>Nils Pickert ist freier <span style="font-size: 1.14285rem;">Autor und Journalist, der für <a href="https://pinkstinks.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Pinkstinks</strong></a> arbeitet (ein Verein, der sich für Gender-Vielfalt einsetzt). Er hat zwei Töchter und zwei Söhne und schreibt über Gleichberechtigung. Sein erstes Buch heißt „Prinzessinnenjungs“. Er trägt gerne Röcke und ist Vollzeit-Feminist. </span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Riot ist Liebe</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/05/riot-ist-liebe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 May 2021 07:00:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Rap]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Ich bin Königin, ich bin Slut, ich bin Lady, ich bin zart, ich bin stark &#8211; ich bin nicht was du sagst!&#8220; Wir freuen uns, euch heute das Video zur ersten Single von Mino Riot feat. Mona zu präsentieren: &#8222;Riot ist Liebe&#8220;. Kraftvoller Rap, der die Zwänge des Patriarchats sprengt. Das solltet ihr euch nicht]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Ich bin Königin, ich bin Slut, ich bin Lady, ich bin zart, ich bin stark &#8211; ich bin nicht was du sagst!&#8220; Wir freuen uns, euch heute das Video zur ersten Single von Mino Riot feat. Mona zu präsentieren: &#8222;Riot ist Liebe&#8220;. Kraftvoller Rap, der die Zwänge des Patriarchats sprengt. Das solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Und Mino Riot selbst schreibt: &#8222;🔥 Als DIY-Artist ist das erste Release ein großer Schritt. Ich freue mich also riesig, wenn ihr mich und den Track teilt, abonniert, kommentiert und supportet! 🔥&#8220; Also los!</strong></p>
<p><span id="more-12919"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier gibt&#8217;s den Song auch nochmal <a href="https://soundcloud.com/bundes-arbeitsgemeischaft/mino-riot-riot-ist-liebe" target="_blank" rel="noopener"><strong>ohne Video zum Anhören</strong></a>.</li>
<li>Und hier geht&#8217;s zu <a href="https://www.instagram.com/mino.riot_/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Mino Riots Insta-Profil</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Handwerklich ungeübt und bevormundet?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/04/handwerklich-ungeuebt-und-bevormundet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ann Katrin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Apr 2021 07:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir begrüßen eine neue Autorin auf meinTestgelände: Herzlich willkommen, Ann Katrin! In ihrem ersten Text geht es um&#8217;s Handwerken und um die Frage, was junge Menschen alleine im Haushalt instand halten können — und welche Rolle das Geschlecht dabei spielt&#8230; Wie sieht es bei euch aus? Traut ihr euch zu, Möbel selbst aufzubauen, oder würdet ihr euch]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir begrüßen eine neue Autorin auf meinTestgelände: Herzlich willkommen, Ann Katrin! In ihrem ersten Text geht es um&#8217;s Handwerken und um die Frage, was junge Menschen alleine im Haushalt instand halten können —<span class="Apple-converted-space"> </span>und welche Rolle das Geschlecht dabei spielt&#8230; Wie sieht es bei euch aus? Traut ihr euch zu, Möbel selbst aufzubauen, oder würdet ihr euch eher für den Montage-Service entscheiden? Viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-12894"></span></p>
<p>Bei einem Umzug in eine neue Wohnung oder auch ein Haus kommt es immer zu den üblichen Aufgaben und manchmal auch zu eher seltenen handwerklichen Herausforderungen. Zuletzt kam ich über diese To-Do´s ins Gespräch und habe zwei für mich sehr typische Reaktionen erlebt: „Du kannst sowas? Das ist ja cool“ und „Denk daran es so und so zu machen. Oder soll ich es schnell für dich erledigen?“. Neutral betrachtet sind diese Sätze sehr freundlich gemeint und sind auch bei vielen Menschen einfach die erste Reaktion. Jetzt kommt es aber zum Kontext; der erste Satz kam von einer weiblichen Person und letzterer Satz von einer männlichen Person. Und wenn ich so über meine Gespräche zum handwerklichen Bereich nachdenke, sind das auch in 90% der Fälle diese Reaktionen die ich von Gesprächspartnern meines Alters erhalte.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Da kommt mir die Frage: sind jüngere Generationen handwerklich unbegabt geworden? Und sind häusliche Aufgaben weiterhin auf die Geschlechterrollen festgelegt?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Zum handwerklichen Hintergrund von Generation Y und Z können immer Statistiken und Zahlen herangezogen werden, aber die sagen oftmals nichts über private Fähigkeiten aus. Mein persönlicher Hintergrund ist eher akademischer Natur und dennoch bin ich sowohl in allgemeinen als auch speziellen Gebieten des Handwerkes so gut befähigt, dass ich nicht um Unterstützung bitten müsste. Lampen anbringen oder auch ausgefallenere Reparaturen sind für mich keinerlei Problem; handwerklich ausgebildete Familienmitglieder haben unterschiedliche Lektionen stets in den Alltag integriert und so einen nachhaltigen Lernprozess geschaffen. Aber wie verhält es sich mit den anderen Mitgliedern meiner Generation?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Laut offiziellen Statistiken gab es 2019 knapp <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1365/umfrage/bevoelkerung-deutschlands-nach-altersgruppen/">5.56 Millionen</a> Personen im Alter von 14-20 in Deutschland. Natürlich gehen viele dieser Menschen noch zur Schule, aber einige davon starten eventuell schon eine Ausbildung, dann stellt sich die Frage, welche Karriere Wege eingeschlagen werden. Eine andere Statistik zeigt auf, dass im Jahr 2019 insgesamt <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/70717/umfrage/neu-abgeschlossene-ausbildungsvertraege-im-handwerk/">139 Tausend</a> neue Ausbildungsverträge im Handwerk abgeschlossen werden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Wenn dieser Anteil nur auf die Gruppe der 14-20-Jährigen angewendet wird, ist es ein geringer Bruchteil der Altersgruppe die sich für eine handwerkliche Ausbildung entscheidet. Viele von diesen neuen Azubis brechen die Ausbildung eventuell auch ab, weil es doch nicht die richtige Wahl war oder einige werden auch vorzeitig entlassen aufgrund anderer Einschätzung durch die Arbeitgeber. Das heißt, es bleiben nicht mehr sehr viele Azubis, die die Ausbildung durchziehen und ins Berufsleben starten. Alles in allem, scheint es ein geschwindend geringer Anteil der jüngeren Generationen zu sein, die sich für eine Ausbildung im Handwerk interessieren und sich dort beruflich auch niederlassen. Was aber tun die restlichen Millennials und Digital Natives 2.0, wenn sie nun vor handwerklichen Herausforderungen im Haushalt stehen?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Im Laufe unseres Lebens ziehen wir ca. 4,5-mal um. Daher müssen wir für jeden dieser Wohnorte die üblichen Installationen vornehmen. Diese beinhalten Lampen zu installieren, eine Waschmaschine anschließen, Möbel aufbauen, Bilderrahmen oder Spiegel anbohren und manchmal auch Küchenmöbel installieren. Viele Möbelhäuser bieten mittlerweile schon einen Montage-Service an und auch für größere Elektro-Geräte wird ein ähnlicher Service geboten. Beides kostet teilweise aber auch einen sehr teuren Aufschlag und nicht jede Person kann sich so etwas leisten. Hinzu kommt ein gesellschaftlicher Faktor, Pärchen die gerade zusammenziehen und die Wohnung einrichten, möchten sich ihr Heim gemeinsam gestalten und entscheiden sich auch dazu die Möbel selbst aufzubauen. Möbelhäuser wie IKEA bieten zwar auch eine babyleichte Aufbau-Anleitung, aber wie steht es damit Löcher zu bohren oder eventuelle Reparaturen in der Wohnung vorzunehmen? Da kommt es dann doch wieder zu Problemen. Kleinere Reparaturen sind schnell gemacht, aber wenn ein Regal doch nicht ganz optimal hält, stehen einige Personen schon vor der Herausforderung zu entscheiden woran es liegen könnte. Und eine gute Lösung zu finden.</p>
<p>Ein weiterer kritischer Punkt von handwerklichen Fähigkeiten scheint die gesellschaftliche Akzeptanz der Rollenverteilung zu sein. Seit Jahrhunderten ist Frauen die Aufgabe der Kindererziehung und täglicher, häuslicher Aufgaben wie Kochen, Putzen und Wäschewaschen zugeordnet. Für Männer sind es hingegen der Unterhalt; der Schutz der Familie und die handwerklichen Tätigkeiten. Aber was passiert, wenn diese stereotypischen Rollen aufgebrochen werden? Die beiden häufigsten Reaktionen habe ich schon beschrieben. Als Frau werde ich entweder bewundert oder bevormundet. Hinzu kommt noch mein Alter, mit 25 Jahren scheine ich in den Augen der meisten Personen zu jung, um mich in den entsprechenden Aufgaben ausreichend auszukennen oder eine Ahnung zu haben, was ich da tue. Die Generationen Y und Z brechen viele Geschlechterrollen immer mehr auf, sie beschäftigen sich immer häufiger mit tabu Themen. Aber sind diese Verhaltensweisen nur ein Dramaspiel oder wenden sich die jüngeren Generationen wirklich zum rollenunabhängigen Handeln?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Obwohl Handwerksbetriebe die Stellenanzeigen immer häufiger geschlechterneutral verfassen oder eine Begünstigung diverser Geschlechter ausdrücken, sind kaum drastische Veränderungen wahrzunehmen. Allein der Anteil weiblicher Auszubildenden im Handwerk hat sich über die Jahre von 1992 bis 2017 kaum verändert. Mit Schwankungen zwischen <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36281/umfrage/frauenanteil-bei-auszubildenden-im-handwerk-seit-1992/">19% und 24%</a> scheint der Anteil weiterhin zu gering zu sein, um dem femininen Geschlecht eine handwerkliche Bedeutung zukommen zu lassen. Doch an dieser Stelle kommt auch der Zweifel auf, ob es nur an den gesellschaftlichen Strukturen gelegen ist, dass weibliche Personen nicht ins Handwerk aufgenommen werden. Oder ob es auch den Frauen selber liegt, sich nicht in die Tätigkeiten einfinden zu wollen?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Klar ist jedenfalls, dass weiterhin geschlechtliche Vorurteile auch bei den jüngeren Generationen noch spürbar vertreten sind und es eine große Herausforderung bleibt, diese Ansichtsweisen zu einem angenehmeren Standpunkt zu verändern.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr zum Thema Beruf findest du <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/beruf/" target="_blank" rel="noopener"><strong>unter dem entsprechenden Hashtag</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Inter* Geschichte</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/04/inter-geschichte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ika]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Apr 2021 07:04:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Inter*]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns sehr über einen neuen Text von Ika. Heute geht es um die Geschichte von Inter* Personen — und was wir aus ihr lernen können. Wie immer zugänglich reflektiert Ika die Gründe, Gedanken, Gefühle und Erfahrungen festzuhalten und darüber zu schreiben — und weshalb kaum etwas so ermächtigend und mutmachend ist wie die Geschichten anderer Queers. Schon]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns sehr über einen neuen Text von Ika. Heute geht es um die Geschichte von Inter* Personen —<span class="Apple-converted-space"> </span>und was wir aus ihr lernen können. Wie immer zugänglich reflektiert Ika die Gründe, Gedanken, Gefühle und Erfahrungen festzuhalten und darüber zu schreiben —<span class="Apple-converted-space"> und weshalb kaum etwas so ermächtigend und mutmachend ist wie die Geschichten anderer Queers.</span></strong></p>
<p><span id="more-12853"></span></p>
<p>Schon im Jahr 1907 wurde das erste mal in deutscher Sprache über Intersexualität geschrieben.<br />
Unter dem Pseudonym N.O. Body veröffentlichte Karl M Baer seine Autobiographie „Aus eines Mannes Mädchenjahren“. Das Buch erlebt schnell mehrere Neuauflagen und wurde im Jahr 1919 sogar als Stummfilm verfilmt.</p>
<p>Das Buch schildert das aufwachsen einer Intergeschlechtlichen Person, der* zunächst als Mädchen erzogen wird und später als Mann lebt.<br />
Es gibt ein Nachwort vom berühmten Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld.<br />
Die Kindheit und Jugend als intergeschlechtliche Person sind schwer zu der Zeit.<br />
Es gibt Verletzungen und Einsamkeit.<br />
Trotzdem ist es ein Buch das erzählt, wie Karl M Baer seinen Weg geht und findet.</p>
<p>Obwohl ich mich mit Intersexualität als Thema jetzt schon etwas länger beschäftige habe ich erst vor kurzem von dem Buch erfahren. Das ist kein Zufall.<br />
1938 musste Karl M Baer Deutschland verlassen. Als Jude und Inter* musste er vor den Nazis fliehen.<br />
Am 6 Mai 1933 wurde das Institut für Sexualwissenschaften von Magnus Hirschfeld von Nazis zerstört und die dortigen Bücher – also auch das von Karl M Baer – verbrannt.</p>
<p>Es hat bis 1993 gedauert bis es eine Neuauflage dieser ersten Interbiographie gab. Als ich das alles zum ersten mal gehört habe , war ich unglaublich traurig.</p>
<p>Ich hab dieses Buch nur gesehen. Hatte noch gar nicht darin gelesen und musste weinen.<br />
Weil es sich anfühlt als wäre mir ein Teil meiner Geschichte geklaut worden.<br />
Weil ich darüber nachgedacht habe – wie es anders hätte laufen können.</p>
<p>Wenn die Nazis nicht an die Macht gekommen wären. Wenn „Aus eines Mannes Mädchenjahren“ weiter verbreitet worden wäre, wenn das Institut für Sexualwissenschaften weiter hätte forschen können. In was für einer anderen Welt hätte ich als Inter* groß werden können?<br />
Mit Vorbildern. Mit einer Geschichte.</p>
<p>Aber neben der Trauer ist da auch Wut und Trotz.<br />
Ich denke mir – es wurde alles gemacht, um diese Geschichte auszulöschen.<br />
Und es hat lange gedauert. Aber sie ist verdammt nochmal trotzdem da.</p>
<p>Auch wenn ich die Sprache von 1907 manchmal schwer zu lesen finde – kann ich heute hier sitzen und davon lesen dass es andere vor mir gab.<br />
Diese Worte sind immer noch da.<br />
Und können mir Kraft und Bestätigung geben.<br />
Oder zumindest die Versicherung – nicht allein zu sein.</p>
<p>Aber nicht nur früher gab es Menschen die uns als Inter* unsichtbar machen wollten.<br />
Darum ist für mich klar , dass ich als Inter* gar nicht anders kann als gegen Faschismus zu sein.<br />
Darum denke ich dass es wichtig ist, sich alten und neuen Nazis in den Weg zu stellen.</p>
<p>In Deutschland ist es aktuell die Afd, die von Gender Gaga spricht und sich über uns lustig macht oder uns bedroht. Es sind Corona-Leugner, die in Wien Regenbogenfahnen verbrannt haben.</p>
<p>In Ungarn hat Orban ein neues Gesetz erlassen, dass es Trans* und Inter* unmöglich macht, ein bei Geburt festgelegtes Geschlecht später auch offiziel anzupassen.<br />
In Polen gibt es Regionen die sich als „LGBT Ideologie freie Zonen“ bezeichnen.</p>
<p>Aber dieses Wissen über die Geschichte vom Buch „Aus eines Mannes Mädchenjahren“ ist auch ein starker Antrieb. Zu schreiben. Weil ich mir wünsche, dass andere Inter* irgendwann groß werden und Vorbilder und eine Geschichte haben können.</p>
<p>Für mich war es eine der Sachen die mir am meisten Kraft gegeben haben:<br />
Geschichten von anderen mutigen Queers zu lesen.<br />
Darum möchte ich an dieser Stelle gerne allen Inter*<br />
und allen die sich selbst selten oder nie irgendwo wieder erkannt haben &#8211;<br />
in den Büchern und Geschichten des Mainstreams &#8211; sagen:<br />
lasst uns schreiben.</p>
<p>Gegen die Ignoranz. Gegen das Vergessen. Haben wir Worte. Und Gefühle.<br />
Und sogar wenn man Bücher verbrennt<br />
Sind die Worte und Gefühle<br />
stärker.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Heute gibt es<span class="Apple-converted-space"> </span><a href="https://www.youtube.com/watch?v=Vx6aKAMYDHk" target="_blank" rel="noopener"><strong>etwas ältere Musik</strong></a>. <span style="font-size: 1.14285rem;">Diesmal <a href="https://www.youtube.com/watch?v=eeX-QUgnXRI" target="_blank" rel="noopener"><strong>sogar zwei Lieder</strong></a>: v</span><span style="font-size: 1.14285rem;">on zwei tollen Sängerinnen/Liedermacherinnen, </span><span style="font-size: 1.14285rem;">die beide Antifaschistinnen waren bzw. sind.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gemeinsam Verschieden!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/03/gemeinsam-verschieden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tom]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Mar 2021 07:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12810</guid>

					<description><![CDATA[Ausstellungen finden — wie so vieles — momentan ja ausschließlich online statt. Aber immerhin haben auf diese Weise ganz schön viele Menschen die Möglichkeit, sie zu besuchen! Unser Autor Tom hat sich die Vernissage zur Ausstellung &#8222;Gemeinsam verschieden&#8220; der FH Bielefeld angeschaut und berichtet hier darüber. Er findet: Lohnt sich total! Also nichts wie los, schaut euch ein bisschen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ausstellungen finden — wie so vieles — momentan ja ausschließlich online statt. Aber immerhin haben auf diese Weise ganz schön viele Menschen die Möglichkeit, sie zu besuchen! Unser Autor Tom hat sich die Vernissage zur Ausstellung &#8222;Gemeinsam verschieden&#8220; der FH Bielefeld angeschaut und berichtet hier darüber. Er findet: Lohnt sich total! Also nichts wie los, schaut euch ein bisschen Kunst an! Oder werdet vielleicht gleich selbst kreativ? Mehr Infos dazu findet ihr am Ende des Texts </strong>🤗</p>
<p><span id="more-12810"></span></p>
<p>Studierende der FH Bielefeld zeigen, was Diversität für sie persönlich bedeutet. Gemeinsam verschieden“ ist eine Plattform für Projekte, die sich mit allen Facetten und Perspektiven von „Diversität“ auseinandersetzen will.</p>
<p>Divers, bunt, aber einheitlich traten am 22. Februar 2021 die Koordinator:innen und Studierenden des Projektes „Gemeinsam Verschieden“ der FH Bielefeld bei der Online-Vernissage via Zoom auf. Hinter ihren Gesichtern leuchtete das nie gedruckte Poster für die ursprünglich geplante physische und interaktive Ausstellung der zehn Projekte. So sahen die Teilnehmenden der digitalen Veranstaltung schnell, wer mit involviert ist und wer zusieht. Knapp 100 Menschen schalteten sich zu.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nachdem sie in den Begrüßungsworten vom Diversity Beauftragten des Fachbereichs Gestaltung Dr. Philip Rupp und Lore Funk vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. erste Einblicke der Entstehungsgeschichte von „gemeinsam verschieden“ erfahren konnten, wurde die Website präsentiert und somit der Ausstellungsraum dieser Vernissage eröffnet. Die Ausstellung bündelt diese Arbeiten und bietet ihnen eine Plattform“, so Dr. Philipp Rupp. „Sie soll zur Auseinandersetzung mit den verschiedenen Aspekten von Diversity anregen. Die Studierenden sollen dazu ermutigt werden, Fragen zu stellen und ihren ganz eigenen Zugang zu Diversity-Themen zu erforschen.“ Herausfordernd war dabei nicht nur die Übersetzung der Ausstellung im digitalen Raum, sondern auch mit den unterschiedlichsten Meinungen der Initiator:innen einen zielorientierten Entstehungsprozess basisdemokratisch voranzubringen, sagt Lore Funk. „Begeistert hat mich aber auch der Entstehungsprozess und die Kombination aus persönlichen Reflexionen und wissenschaftlich soziologischen Untersuchungen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Mit dem selbst ernannten Ziel, die Vielfalt der Hochschule Bielefeld sichtbar zu machen, wird die Plattform ins Leben gerufen. Dabei wurde den Künstler:innen, in diesem Fall den Studierenden der Abschlussjahrgänge des Fachbereichs Gestaltung, nicht das Thema „Diversity“ strikt vorgegeben, sondern die Inspiration und Umsetzung der Abschlussarbeiten war den Studierenden selbst überlassen. Letztendlich waren 10 der Projekte sehr nah an der Auseinandersetzung mit Diversität dran und wurden auf unterschiedlichste Art und Weise ausgedrückt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Besonders sticht dabei die Auseinandersetzung mit Körperformen von Isabel Pallas, sowie die Arbeit an sich selbst und gesellschaftlichen Geschlechtszuschreibungen von Marvin Glißmann heraus, die beide auch im Videocall der Onlineveranstaltung zugeschaltet waren. Im Rahmen seiner Bachelorarbeit an der FH Bielefeld beschäftigt er sich mit der Rolle von „Countess Marrin“, die im knallpinken Kostüm, silbern glänzendem Haar und markantem Make-UP mit matt-roten Lippen bei ZOOM auftritt und auf einem Video der Plattform „gemeinsam verschieden“ chic C&#8217;est La Vie performt. Inspiriert von der Serie „Rupaul&#8217;s Drag Race“, spürt der Absolvent der FH Bielefeld in der weiblichen Rolle von Marrin schon früh, wie chic und elegant das Leben sein kann. „In Bielefeld trat ich so nicht in die Öffentlichkeit, das wäre aufgefallen.“ Heute lebt Marvin Glißmann in Berlin und will dort &#8211; nach dem Studium und seiner Ausbildung zum Haar- und Make-Up-Artist &#8211; Drag als professionelle Tätigkeit ausüben. Für ihn bedeutet Diversität freie Selbstbestimmung seines Auftretens und die Einordnung seines Geschlechts und seinen sexuellen Vorlieben, abseits einer heteronormativen Gesellschaft, auch wenn er anfangs Angst vor negativen Reaktionen und den gesellschaftlichen Stigmata „Drag Queen“ und „schwul“ hatte.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Mode sieht schön und besonders aus, egal an welchem Körper sie ausgestellt wird.“</p>
<p>Isabel Pallas nimmt Bilder von der Haute Couture bekannter Laufsteg-Labels wie Off-White und Prada und setzt sie mithilfe eines Bildbearbeitungsprogramms an diversere Körperfomen (Plus-Size-Models). Im Rahmen eines Seminarprojektes ihrer Masterarbeit untersucht sie die Rolle der Gesellschaft und der Bekleidungsindustrie im Bezug auf Body Shaming als Form der Diskriminierung. Dabei konzentriert sich Isabel Pallas auf Körperformen abseits der Normen, die von der Modeindustrie gesetzt werden. Sie entwickelt während ihres Studiums Kleidung für mehr gewichtige Körper, nachdem sie selbst bei einem Casting von Models gemerkt hat, dass Menschen abseits der gesellschaftlichen Körperformen und Größen nicht in die Kleidungsstücke passen, die sie entworfen hat. „Warum differenziert die Industrie und Gesellschaft heute noch das Spektrum der Kleidergrößen? Im Sinne der Gleichberechtigung ist das diskriminierend.“ Sie sieht Body Shaming aber nicht nur als Problem in der Modewelt, auch beispielsweise bei der Größe der Stuhllehne oder der Länge des Gurtes bei Flugzeugen und plädiert dafür, dass die Normgrößen eines Körpers auch von Kosument:innen grundlegend infrage gestellt werden sollten. Von Body Shaming betroffenen jungen Menschen rät Isabel Pallas die Bodypositivity-Bewegung in den sozialen Medien, die von Schwarzen, mehr-gewichtigen Aktivist:innen ins Leben gerufen wurde. „Ich wäre froh gewesen, wenn ich damals auf die Bodypositivity-Blase zurückgreifen hätte können. Die, die Menschen aufgrund ihrer Körperform beschimpfen, haben vielleicht das Problem, nicht die Beschimpften. Das ist ein Kommunikationsthema.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><em>*Body Shaming bedeutet, jemanden aufgrund seiner körperlichen Erscheinung zu beleidigen oder zu diskriminieren. Das kann jeden Körper treffen, aber vor allem weibliche Körper werden bewertend und herablassend kommentiert. Es ist ein Irrglaube, dass Body Shaming nur dicke Körper betrifft (Fat Shaming) (Skinny Shaming), alte oder behinderte Körper werden Opfer von Body Shaming.<span class="Apple-converted-space"> </span>Quelle: Marshmellow-Mädchen.de<span class="Apple-converted-space"> </span></em></p>
<p>Neben den Aspekten der Projekte von Marvin Glißmann und Isabel Pallas stellt die Plattform „gemeinsam verschieden“ Vielfalt auf unterschiedliche Arten dar. Ziel ist es, eine diverse Gesellschaft kulturell vielfältig, sexuell vielfältig und innerhalb eines Genderspektrums, ebenso barrierefrei und inklusiv abzubilden. Die einzelnen Arbeiten überschreiten dabei Grenzen von Geschlechtern und Geschlechtszuschreibungen, wie in „Moments“ von Johanna Baschke, einer künstlerischen Reflexion ihrer eigenen Geschlechtsidentität als CIS-Frau “ oder kulturelle Grenzen, wie die Portraitreihe von Paul Koncewicz „I am not your ideologie“ über politische und gesellschaftliche Anfeindungen queerer Menschen und LGBTQIA*-freie Zonen in Polen. Grenzen von Barrieren im öffentlichen Leben, die mit ausfahrbaren „Beep Rampen“, von Betül Ügüden, Sarah Rehrmann und Chantal Schäffer von Rollstuhlfahrer:innen überschritten werden und Grenzen im Kopf, die in einem gesamtgesellschaftlichen und generationsübergreifenden Prozess überwunden werden können.</p>
<p>Da Diversität aber noch vielfältiger und von noch vielfältigeren Künstler:innen aus noch unterschiedlicheren Lebensrealitäten und Perspektiven ausgedrückt werden kann, soll diese Ausstellung nur der Beginn der Plattform „gemeinsam verschieden“ sein. „Wir sind Feuer und Flamme für weitere Projekte, sagt Lore Funk „Was fehlt, ist eine stärkere Auseinandersetzung mit Inklusion.“ Was aber auch fehlt sind Perspektiven von Menschen mit Rassismus-, Antiziganismus-, Islam- und Fremdenfeindlichkeit- und Antisemitismuserfahrung, von Ausgrenzung durch Langzeitarbeitslosigkeit und Wohnungslosigkeit. Sogenannte gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (hier <a href="https://www.bpb.de/mediathek/230610/gruppenbezogene-menschenfeindlichkeit" target="_blank" rel="noopener"><strong>in einfacher Sprache erklärt</strong></a>).</p>
<p><strong>Die Initiator:innen von „gemeinsam verschieden“ rufen daher auf, eigene Projektideen bis zum 30.04.21 unter <a href="mailto:diversity@fh-bielefeld.de">diversity@fh-bielefeld.de</a> einzureichen. Alle bisherigen Arbeiten sind seit dem 22.02.2021 und für unbegrenzte Zeit unter <a href="http://www.gemeinsamverschieden.de/">www.gemeinsamverschieden.de</a> einsehbar.</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Leute machen Kleider</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/02/leute-machen-kleider/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2021/02/leute-machen-kleider/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[sabylonica]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Feb 2021 07:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12748</guid>

					<description><![CDATA[Kleider machen Leute, Leute machen Kleider. Habt ihr mal darüber nachgedacht, aus welchen Gründen ihr anzieht, was ihr anzieht? Unser*e Autor*in Sabylonica macht ja ihr*sein Geschlecht nicht öffentlich. Deswegen eignet sich der heutige Texte sehr gut für ein kleines Experiment: Was verändert sich, wenn ihr euch vorstellt, ein junger Mann habe ihn geschrieben? Oder eine]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kleider machen Leute, Leute machen Kleider. Habt ihr mal darüber nachgedacht, aus welchen Gründen ihr anzieht, was ihr anzieht? Unser*e Autor*in Sabylonica macht ja ihr*sein Geschlecht nicht öffentlich. Deswegen eignet sich der heutige Texte sehr gut für ein kleines Experiment: Was verändert sich, wenn ihr euch vorstellt, ein junger Mann habe ihn geschrieben? Oder eine junge Frau? Eine nicht-binäre oder queere Person? Lasst uns gerne einen Kommentar da!</strong></p>
<p><span id="more-12748"></span></p>
<p>So leicht sich diese drei Wörter „Kleider machen Leute“ in den Verstand glühend markieren lassen, so einfacher sollte uns der Gedanke kommen, wie viele Wahrheiten sich hinter den Wörtern verbergen, wenn wir Kleider und Leute vertauschen und „Leute machen Kleider“ dastehen haben. Ganz anders als die Beschreibung Gottfried Kellers in „Kleider machen Leute“, dass Menschen sich durch Äußerlichkeiten wie Kleidung blenden lassen, möchte ich darauf hindeuten, dass vielmehr wir die Kleidungen machen. Dabei möchte ich das Thema nicht in Richtung Produktion, Modeveränderung, Modewellen und dergleichen lenken, sondern vielmehr aufgreifen, wie Leute Kleidungen kategorisieren. Und dabei spezifiziere ich mich in die Thematik von Schutz und Persönlichkeit durch Kleidung.</p>
<p>Ich verbringe viele Tage mit der Frage, was ziehe ich an? Und nicht im Sinne einer habgierigen Person, die der minimalistischen Philosophie den Rücken zugedreht hat und sich im Wahn nicht entscheiden kann, sondern vielmehr aus der Angst heraus. Wie das gemeint ist? Nun, ich habe viele Kleidungsstücke, die mir lieb sind, warum ich die aber nicht anziehe ist, dass sie auffällig, extravagant, kurz, lang, schlicht oder sonst irgendwie seien oder dass ich kurz, lang, dünn, dick oder sonst irgendwie sei. Eigentlich empfinde ich nichts dergleichen, aber die Leute um mich herum. So heißt es für meinen Schutzmechanismus im Umkehrschluss gleich zu empfinden, wie die Leute, weil ich mit vielen Reaktionen zu rechnen habe. Somit gehören zur Auswahl meiner Kleidungen Gedanken, wie welche Fortbewegungsmitteln ich benutzen, wie lange ich draußen sein, mit wem ich sein oder auf wem ich zutreffen, ob ich sitzen oder welchen Weg ich nehmen werde. Denn jeder Moment kann unangenehm werden, von den Blicken bis hin zu den Sprüchen, geschweige denn körperlichen Überschreitungen.</p>
<p>Dabei bevormunden Leute meine Intention der Kleidungen und entziehen mich widerwillig meiner Macht selbstbestimmt mich kleiden zu können.</p>
<p>Damit mich die Angst nicht verfolgt, trage ich Kleidungen, die nicht auffallen oder über die man nicht viel zu sagen haben könnte; wie als würde ich einen Umhang tragen, der mich schützen solle. Aber stattdessen fühle ich mich vielmehr gefangen und ich verspüre nicht den schützenden Umhang um mich, sondern fühle, als würde ich eine Gefängniskleidung auf meinem Körper tragen. Und ich bekomme durch mein Inneres das Gefühl, als wäre mir alles eng und mir drückt die Kleidung am Leibe. Und ich trage die Last mit mir.</p>
<p>Wenn ich aber wiederum Kleidungen trage, die ich möchte und Mut aufweise und den mittleren Finger an die Leute und die Pseudomoralvorstellung richte, die mich einschränken, würde ich zwar nicht das Gefühl haben Gefängniskleidungen zu tragen, aber mir würde das Gefühl im Gefängnis zu sein nicht erspart bleiben und mir wird ebenfalls alles eng und auch hierbei wird mir die Kleidung am Leibe gedrückt. Und auch hierbei trage ich eine Last mit mir. Und zwar die Gesellschaft.</p>
<p>Wie Keller gegen Ende seiner Novelle schrieb: „Aber eben durch alles das verändert sich das Wesen […]; sie sehen, wie gesagt, schon aus wie andere Leute; es ereignet sich nichts mehr unter ihnen“ und sind entraubt ihrer Identität und Persönlichkeit.</p>
<p>Das was wir als individuell zu betrachten denken, scheint sich mit kollektiv sehr nah zu stehen. Nicht weil keine Person bewusst individuell sei, sondern vielmehr, weil keine Person individuell sein kann. Und der Schutz bleibt eine Nadel in einer Wüste. Es ist der Schutz der eigenen Identität, Persönlichkeit, Selbstbestimmung und Würde, der nicht einmal als Fata Morgana in einer Wüste sichtbar ist. Doch das was als Fata Morgana kenntlich ist, ist die Sicht und irreale Wahrnehmung der Gesellschaft auf Kleidungen. Sie assoziiert Kleidungsstücke subjektiv nach ihrer Realität. Die Realität aber ist, dass die Gesellschaft zu Assoziierung beitragen und selbst das Produkt kollektiver Fremdbestimmung sind. Und das Urteilen und Fremdbestimmen sind die Verschuldung und Einschränkung ihrer irrealen Wahrnehmung. Genauso wie ihre irreale Wahrnehmung die Verschuldung und Einschränkung ihres Urteils und Fremdbestimmens sind.</p>
<p>Dabei ist dieser Aspekt von Selbstbestimmung durch Kleidung nur ein kleiner Teil vom Ganzen. Mir und vielen anderen ist der Schutz ein ewiger Mythos und ist verbunden mit einer Unmöglichkeit ihn zu erreichen. Was mir aber bleibt, ist das bedingungslose Bestreben selbstbestimmten Kleidens.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Texte von Sabylonica <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/sabylonica/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Was ist Männlichkeit für mich?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/01/was-ist-maennlichkeit-fuer-mich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jan 2021 07:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[onlinegelände20]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Rahmen des #onlinegelände20 im letzten Sommer haben sich einige Jungs und junge Männer von Was geht Almanya überlegt, was Männlichkeit und Gleichstellung für sie bedeuten. Dabei sind diese Fotos entstanden, die du hier ⬆️ in der Galerie anschauen kannst. Mehr dazu: Mehr von Was geht Almanya findet ihr hier.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class=""><strong><strong><span class="">Im Rahmen des #onlinegelände20 im letzten Sommer haben sich einige Jungs und junge Männer von <em>Was geht Almanya</em> überlegt, was Männlichkeit und Gleichstellung für sie bedeuten. Dabei sind diese Fotos entstanden, die du hier </span></strong></strong><span style="font-size: 1.14285rem;">⬆️ </span><strong style="font-size: 1.14285rem;"><span class="">in der Galerie anschauen kannst.</span></strong></div>
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<p><span id="more-12711"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von <em>Was geht Almanya</em> findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/almanya/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Zu viele Gedanken</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/01/zu-viele-gedanken/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Jan 2021 07:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns, euch den ersten Beitrag 2021 zu präsentieren. Es ist ein Text unserer Autorin Lina, mit dem sie uns zwar in einen Sommertag mitnimmt &#8211; Freund*innen treffen, baden gehen; das ist gerade in so weiter Ferne und klingt toll! &#8211; aber sich außerdem mit einem wichtigen Thema auseinandersetzt, das weniger angenehm ist: Körperpolitiken.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns, euch den ersten Beitrag 2021 zu präsentieren. Es ist ein Text unserer Autorin Lina, mit dem sie uns zwar in einen Sommertag mitnimmt &#8211; Freund*innen treffen, baden gehen; das ist gerade in so weiter Ferne und klingt toll! &#8211; aber sich außerdem mit einem wichtigen Thema auseinandersetzt, das weniger angenehm ist: Körperpolitiken. Welche Körper &#8222;dürfen&#8220; was? Und was hat das Gender damit zu tun?</strong></p>
<p><span id="more-12687"></span><br />
Frustriert schaut deine Spiegelung zu dir zurück. Es ist kein Date, es ist kein Bewerbungsgespräch, es ist kein schickes Essen. Deine Freunde werden nicht einmal Fotos machen, hoffst du.<br />
Glaubst du. Naja und wenn kommen die eh in den Fotokalender, den du zu Weihnachten bekommst.<br />
Von dem du absolut nichts weißt -der ja gar nicht existiert.<br />
Dennoch bist du dir unsicher mit dir und deinem Aussehen und ganz ehrlich so ganz generell. Du hast nun mal nicht den Körper, der in den Medien propagiert wird. Kannst du dir also überhaupt so kurze Sachen leisten?</p>
<p>Klar vor deinem Spiegel geht es irgendwie, aber was ist, wenn jemand von der Seite ein Bild macht? Oder noch schlimmer, schräg von unten. Deine dicken Arme fallen doch sofort auf. Und dein Bauch, gerade im Sitzen, wenn die Beine so auseinanderlaufen. Ist dein Ausschnitt vielleicht zu tief?<br />
In einem Ruck ziehst du dir das Tanktop über den Kopf und wirfst es auf den Klamottenberg auf den Boden. Aus deinem Schrank und über deinen Kopf kommt ein längeres Shirt.<br />
Es bleibt noch die Frage nach den Hosen. Sind diese vielleicht zu kurz? Zeigen sie zu viel Bein? Nicht, dass jemand im Bus vielleicht von unten reinschauen könnte. Betonen diese jetzt gerade deinen Po zu sehr und es wirkt auf andere unter Umständen, als wärst du leicht zu haben oder sind sie so verdeckend, dass es alles eher nach Kartoffel wirkt.<br />
Du seufzt und schließt deinen Schrank. Besser wird das heute einfach nicht.<br />
Ein Satz, den es wohl auch oft bei momentanen Netflix Filmen von den Drehbuchautoren von sogenannten ‚Chicklit-Filmen‘ zu hören gibt.</p>
<p>Auf den Treppen nach unten begegnest du deinen Eltern. Sie machen sich doch nur Sorgen. Denn jetzt mal ehrlich, willst du so rausgehen? Hast du überhaupt darüber nachgedacht was du anziehst? Ist typisch, macht man in deinem Alter nicht. Mit den Konsequenzen solltest du dann aber bittschön leben können. Du bietest dich ja gerade an. Da musst du dich nicht wundern, wenn jemand dir unangenehm zu nah kommt. Deine Klamotten sagen das, sagen sie. Du sagst das nicht.<br />
Du gehst wieder hoch, und wechselst deine Hose. Sie meinen es ja nur gut, hoffst du.<br />
Auf dem Weg in die Stadt ist dir warm. Schweißflecken sehen unsexy aus, heißt es. Du versuchst also streckenweise deine Arme in bestimmten Winkeln von deinem Körper weg zu halten, sodass keine Flecken an den Achseln entstehen werden. Dabei findest du, siehst du noch komischer aus, als wahrscheinlich eh schon. Kommen doch Flecken, versuchst du krampfhaft deine Arme unten zu halten und bloß nicht zu wild zu gestikulieren.</p>
<p>Deine Freunde tragen kurze Sachen. Andere Geschlechter und so, da kann man sich mehr erlauben, sagen sie. Ihr esst etwas. Alles schmeckt gut, natürlich ohne Koriander dieses Unterkraut, und du entspannst dich. Bis das Bild gemacht wird. Denn man sieht doch was auf deinem Teller ist. Und dann werden es andere Leute im Internet sehen und sich denken ‚jaja, bei dem was diese Person isst kein Wunder‘. Wenn nicht im Internet, dann werden es vielleicht die Eltern deiner Freunde auf deren Kameras sehen. Oder deine Eltern, falls das Bild auf einem nichtexistenten Kalender an deiner Wand existiert. Dann denken sich deine Eltern, oh nein, bei dem was unser Kind isst kein Wunder. Bis es deine Freunde denken.</p>
<p>Deine Freunde haben dir schon gesagt du machst dir zu viele Gedanken. Das denkt doch alles sonst niemand. Nein nein – wir sehen das nicht so. Überhaupt wie kommst du immer darauf, dass ist doch alles nicht logisch. Das ist rational doch alles gar nicht so, warum siehst du das denn nicht.<br />
Worte helfen nicht immer über Gefühle hinweg.</p>
<p>Du und deine Freunde ihr geht noch an den See. Nicht sehr weit weg, von den Häusern deiner Freunde. Als ihr baden geht richten sich Blicke auf deine Beine. Ohne Zweifel hast du vergessen sie zu rasieren, aber nicht vergessen, wie sehr es das letzte Mal geblutet hat, als du dir ausversehen ins Bein geschnitten hast. Und wie rot und pickelig alles war. Du wirst allerdings auch nicht vergessen, wie dich andere ansehen und jetzt sagen werden, dass es unhygienisch ist. Deine Freunde haben auch keine rasierten Beine. Andere Geschlechter und so, da kann man sich mehr erlauben, sagen sie. Außerdem wäre das ja komplett homo bei denen. Das macht ihr Geschlecht einfach nicht. Das sähe ja auch komisch aus. Bei denen ihren Körpern ist das auch einfach nicht unhygienisch, sagen sie dir.</p>
<p>Auch deine Nippel, die sind anstößig. Lass sie lieber bedeckt. Bei deinen Freunden geht das schon. Andere Geschlechter und so, da kann man sich mehr erlauben, sagen sie. Denk doch drüber nach, deine Nippel sind zart rosa bis dunkelbraun, in einer ganz anderen Farbe, weich und werden bei Kühle oder Erregung hart. Und jetzt denk an ihre Nippel, ihre Nippel sind zart rosa bis dunkelbraun, in einer ganz anderen Farbe, weich und werden bei Kühle oder Erregung hart. Der Fall ist eindeutig, sagen sie dir, und sperren deshalb Tumblr und Instagram Inhalte.<br />
Das unterscheidende Fettpolster ein Sinnbild der Gradwanderung zwischen Sexobjekt und warmen Sommertag.</p>
<p>Es wird langsam dunkel und ihr macht los. Deine Freunde steigen alle eher aus als du, während du weitere 20 Minuten im Nachtbus verbringst. Nur ein paar Menschen fahren so weit wie du und es wird immer dunkler. Den Schlüsselbund suchst du lieber schon im Bus raus, haben deine Eltern gesagt. Wenn man ihn besonders hält und die einzelnen Schlüssel zwischen den Fingern aus der Faust herausschauen lässt kann man ihn fast als Schlagring benutzen, hast du mal irgendwo gehört. Keine Ahnung ob es geht, aber jeden Weg von der Bushaltestelle zu deinem Haus, wird es wieder angewendet.</p>
<p>Du steigst aus. Neben dir noch eine andere Person. So schnell wie möglich querst du die Straße, die Person auch. Die Musik schaltest du im Weiterlaufen aus. Du willst die Schritte hören. Du läufst etwas schneller, als du ein Atmen hörst was dir zu nah vorkommt. Dein Kopf ist eine Mischung aus ‚bloß nicht hinfallen‘ und ‚Was habe ich wohl für Signale gesendet‘. Dein Herzschlag beschleunigt sich, aber du nimmst es gar nicht wahr. Du drehst leicht deinen Kopf. Du kannst die Person nicht erkennen, aber sie liegt etwas weiter hinten als du dachtest. Wie wahrscheinlich ist es, dass sie in deine Richtung muss. Du überlegst die Abkürzung über die Nebenstraßen zu nehmen, aber da gibt es nur in noch größeren Abständen Laternen. Du läufst noch etwas schneller und folgst der Biegung der Straße. Deine Hand läuft an den Knöcheln weiß an, da du den Schlüssel so fest umklammert hältst. Noch einmal drehst du deinen Kopf.</p>
<p>Niemand scheint da zu sein, aber gleichzeitig ist die Straße auch Dunkel. Man kann sich auch verstecken. Deine Gedanken rasen. Deine Beine auch. Du drehst dich immer wieder um und gehst weiter. Keine Ahnung ob es schlimmer ist, dass da niemand ist oder ob es schlimmer wäre, dass da jemand wäre. Warum werden Menschen bei einer Lux Anzahl unter 400 eigentlich so gruslig für dich.</p>
<p>Du siehst deine Haustür, trittst schnell heran, schließt sie mit zitternden Fingern auf – schaust dich noch 5 mal panisch um- und schlägst sie so schnell wie möglich zu, damit nichts herein kommen kann.</p>
<p>Du  als Mann fragst dich diesen, wie auch noch viele andere Abende, ob Frauen und andere Geschlechter auch solche Gedanken haben.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wenn ihr mehr von Lina lesen mögt, <strong><a href="https://brimborium-verlag.de/produkt/liebe-und-das-gegenteil-lina-kloepper-jetzt-vorbestellen/">hier gehts zur ihrem aktuellen Buch</a></strong>.</li>
</ul>
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		<title>#closethegap</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/12/closethegap/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Noah S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Dec 2020 07:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute begrüßen wir mal wieder einen neuen Autor auf meinTestgelände: Herzlich Willkommen, Noah! Noah ist Architekturstudent und macht sich in seinem ersten Text Gedanken darüber, was das Thema Geschlecht mit seinem Berufsfeld zu tun hat. Was denkt ihr so, wie ist der Männer-und Frauenanteil im Architekturstudium? Und wie in den Büros und in der Branche?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="page" title="Page 1">
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<div class="column">
<p><strong>Heute begrüßen wir mal wieder einen neuen Autor auf meinTestgelände: Herzlich Willkommen, Noah! Noah ist Architekturstudent und macht sich in seinem ersten Text Gedanken darüber, was das Thema Geschlecht mit seinem Berufsfeld zu tun hat. Was denkt ihr so, wie ist der Männer-und Frauenanteil im Architekturstudium? Und wie in den Büros und in der Branche?</strong></p>
<p><span id="more-12635"></span></p>
<p>Ich studiere Architektur. Bevor ich mein Studium begonnen habe habe ich mir bereits Gedanken gemacht wie wohl der Frauen- bzw. Männeranteil im Studium sein wird und ich muss zugeben, dass ich tatsächlich überrascht war, als ich gemerkt habe, dass es sehr ausgeglichen ist. Das bestätigt auch das Internet, 52,6% Frauen und 47,4% Männer studieren aktuell Architektur. Warum es mich überrascht hat und was ich anderes erwartet habe, kann ich heute gar nicht mehr wirklich sagen.</p>
<p>Denkt man an die klassischen Klischees könnte man meinen, dass es ein kreatives Studium ist, was bei Frauen beliebt sein könnte, genauso könnte aber auch argumentieren werden, dass das Bauhauptgewerbe bestimmt von Männern geprägt ist.<br />
Der erste Teil der Klischees wird direkt bekräftigt dadurch, dass beim Studiengang Innenarchitektur, der als noch kreativer und künstlerischer gilt der Frauenanteil im Studiengang bei 87% liegt.</p>
<p>Ich habe nun weiter recherchiert und aktuelle Zahlen gesucht und gefunden, dass der Anteil der Architekten in Deutschland bei 66,6% liegt und Architektinnen sind gerade mal 33,4%. Auch die Innenarchitektinnen sind gegenüber den Innenarchitekten nur noch etwa 60%. Was für ein Unterschied zu den Studierendenanteilen. Geht man noch weiter und guckt nach berühmten Büros und ArchitektInnen findet man fast nur noch Männernamen. Jedoch sind solche Phänomene ja auch bei anderen Berufsrichtungen regelmäßig zu beobachten: rund zwei Drittel der Medizinstudierenden sind Frauen, jedoch nur 47% der Ärzte und Ärztinnen.</p>
<p>Ich habe mich gefragt: Was hat Geschlecht mit meinem Studium und meinem späteren Beruf zu tun? Warum studieren nicht auch mehr Männer Innenarchitektur? Warum sind berühmte ArchitektInnen meistens Männer obwohl mehr Frauen den Studiengang belegen?</p>
<p>Mir persönlich macht auch die Innenarchitektur viel Spaß, schon bei Sims war neben dem Hausbau das Beste die Innenräume zu gestalten, Möbel zu platzieren, etc. Aber bin ich deshalb weniger männlich? Ist die Frage welche Farben und Materialien zueinander passen und miteinander harmonieren eine Frage die angeblich nur Frauen beantworten können? Oder werden viele junge Männer schon davon abgeschreckt, dass sie im Vorhinein die Zahlen sehen und sich gar nicht trauen als Mann dieses Fach zu studieren? Auch im direkten Vergleich zum Architekturstudiengang ist der Unterschied so groß und ich verstehe nicht warum das sein kann.</p>
<p>Mit der letzten Frage habe ich mich länger beschäftigt. Einerseits ist das Problem, dass der Anteil der Studentinnen deutlich größer ist als der Arbeiterinnen in dem Bereich, ein Problem, dass auch bei anderen Berufen auftritt. Wenn dann auch Kinder dazu kommen kommt oft kommt die Kinderzeit dazwischen, die zwar immer mehr auch von Männern wahrgenommen wird, jedoch oft noch von der Mutter, was vielen Arbeitnehmerinnen einen großen Nachteil bringt. Dazu kommt auch, dass die erste Frau mit Ingenieursdiplom im Bereich Architektur erst vor etwas mehr als 100 Jahren ihren Abschluss machen konnte.</p>
<p>Wenn ich mir bei meinen KommilitonInnen die Ergebnisse anschaue und vergleiche, kann ich von fehlendem Talent der Frauen absolut nicht reden, regelmäßig hole ich mir in sämtlichen Bereichen Tipps von Kommilitoninnen. Auch die Zahlen der Hochschule belegen, dass letztendlich nicht weniger Frauen als Männer ihren Abschluss machen.</p>
<p>Also ist es noch immer ein großes Problem, dass viele talentierte Frauen, mit guten Abschlüssen, letztendlich nicht die gleichen Chancen haben, wie viele Männer mit gleichen Vorraussetzungen.</p>
<p>Eine weitere Frage, die ich mir die ganze Zeit stelle ist, warum bei allen Statistiken und Angaben immer nur zwei Geschlechter genannt werden. Obwohl es in anderen Bereichen bereits m, w, und d gibt, finde ich hier immer nur die Aufteilung in Frauen und Männer.<br />
Wahrscheinlich sind hier jedoch verlässliche Angaben zu mehr Geschlechtern nicht einfach anzugeben. Bei den meisten Statistiken lässt sich leicht in Mann und Frau unterscheiden, weil es so im Pass steht, außerdem ist ein Problem, dass viele Personen sich gar nicht anders in der Öffentlichkeit äußern und somit keine weiteren Geschlechter angegeben können. Trotzdem finde ich es schade, da es in der aktuellen Zeit, meiner Meinung nach, durchaus angebracht wäre nicht einfach nur in Mann / Frau zu unterscheiden, sondern weiter zu denken.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Architekt*in ist mit Garantie ein total spannender Job. <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/conrad/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Weitere tolle Berufe werden euch hier</strong></a> vorgestellt.</li>
</ul>
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