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	<title>Geschlechterrollen &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Geschlechterrollen &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Aufwachsen in Schubladen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/05/aufwachsen-in-schubladen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 May 2026 09:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Coming of Age]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Schubladen]]></category>
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					<description><![CDATA[Anhand des fiktiven Mädchens Silvie, beschreibt Romy wie Kinder in stereotype Geschlechterrollen gedrängt werden und welche Folgen das hat. Die Geschichte verdeutlicht, wie früh Erwartungen ihr Selbstbild prägen können und wie wichtig es ist, Kindern die Freiheit zu geben, ihre Talente ohne Einschränkungen zu entdecken. Ein wichtiger Schritt für eine offenere und vielfältigere Zukunft! „Wir]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Anhand des fiktiven Mädchens Silvie, beschreibt Romy wie Kinder in stereotype Geschlechterrollen gedrängt werden und welche Folgen das hat. Die Geschichte verdeutlicht, wie früh Erwartungen ihr Selbstbild prägen können und wie wichtig es ist, Kindern die Freiheit zu geben, ihre Talente ohne Einschränkungen zu entdecken. Ein wichtiger Schritt für eine offenere und vielfältigere Zukunft!</strong><span id="more-17481"></span></p>
<blockquote><p>„Wir werden nicht als Frauen geboren, wir werden dazu gemacht“ – Simone de Beauvoir.</p></blockquote>
<p>Mit diesem Satz zeigt die französische Schriftstellerin und Philosophin einen zentralen Aspekt des Aufwachsens und Erwachsenwerdens auf, der uns alle betrifft. Ein Aspekt, dem wir zunächst mehr oder weniger ausgeliefert sind – ob wir wollen, oder nicht: Sozialisation.</p>
<p>Wir alle sind geprägt, gerade im jungen Alter, von unserem Umfeld. Von den Menschen, die uns großziehen. Von denjenigen, mit denen wir unsere Zeit verbringen, die oft auch Vorbilder für uns darstellen. Sie alle können einen großen Einfluss darauf haben, wer wir später sind, und wie wir uns selbst wahrnehmen. Nicht jeder erlebt die Sozialisation dabei auf eine gleiche Art und Weise – wir als Individuen werden natürlich auch von den unterschiedlichsten, individuellen Menschen aufgezogen und geprägt. Das macht diesen Prozess aber nicht frei von Strukturen. Im Gegenteil. Gerade in Bezug auf die Geschlechter lässt sich sehen: bei Mädchen und Jungen gibt es ein sich stark unterscheidendes Muster. Aufgrund unseres Geschlechtes geschieht die Sozialisation unterschiedlich und drängt uns nach und nach, ob latent oder deutlich, in eine bestimmte Rolle. Das nennt sich geschlechtsspezifische Sozialisation. Ich werde in dem Text sowohl darauf eingehen wie geschlechtsspezifische Sozialisation sich äußern kann, als auch, was das für die spätere Identität von Kindern bedeuten kann.</p>
<h3>Silvie – ein Beispiel für das System</h3>
<p>Um den Prozess zu verdeutlichen, werde ich nun aus der Perspektive eines heranwachsenden, fiktiven Mädchens namens Silvie sprechen. Was sie hier erlebt, was ihr gesagt und vermittelt wird, hat noch einen maßgeblichen Einfluss darauf, wie sie später ihr Leben gestalten möchte.</p>
<p>Silvie liebt es eigentlich, in die Schule zu gehen. Sie ist jetzt in der vierten Klasse und freut sich schon riesig auf die weiterführende Schule. Sie möchte auf ein naturwissenschaftliches Gymnasium gehen, um ihrem Traum, eine Physikerin zu werden, noch näher zu kommen. Gleich hat Silvie Matheunterricht. Kurz vor Unterrichtsbeginn fällt dem Lehrer auf: die Stühle reichen nicht. „Können kurz drei starke Jungs mitkommen, um mir beim Stühletragen zu helfen?“, fragt der Lehrer in die Runde. Silvie hätte zwar auch gerne geholfen, aber ihre Hilfe ist hier wohl nicht angebracht, denkt sie.</p>
<p>Die Stunde geht vorüber, es ist an der Zeit, dass die Noten der letzten Mathe-Schulaufgabe herausgegeben werden. Vorher äußert sich ihr Lehrer noch kurz zu den Noten: „Ich soll sowas eigentlich nicht sagen, aber mir ist dieses Mal besonders aufgefallen, dass sich die Mädchen beim Lernen wohl etwas mehr ins Zeug gelegt haben als die Jungen. Schon ungewöhnlich, Naturwissenschaften liegen nämlich Jungs viel mehr, das ist auch irgendwie ein Jungsfach. Aber genug geredet, hier die Schulaufgaben!“</p>
<p>Silvie freut sich sehr über ihre Zwei, verunsichert ist sie trotzdem. Wenn Naturwissenschaften „Jungssache“ ist, macht ihr Traum dann überhaupt noch Sinn?</p>
<h3>Geschlechtsspezifische Schubladen</h3>
<p>Was Silvie dort erlebt, ist ein konkret veranschaulichtes Beispiel dessen, wie geschlechtsspezifische Sozialisation aussehen kann. Kindern wird schon im jungen Alter ein Bild vermittelt von einem binären Geschlechtersystem, dessen zwei Geschlechter sich angeblich signifikant unterscheiden in ihren Talenten und Stärken. Männliche Attribute fokussieren sich dabei meist auf Stärke, körperlich und emotional. Weibliche Attribute drehen sich meist um Fürsorge, Liebe, Emotionalität.</p>
<p>Kindern werden dabei Schubladen offenbart, in die sie sich, ihrem biologischen Geschlecht gemäß, einordnen sollen. Diese Schubladen stehen in Verbindung mit einer Erwartungshaltung an Kinder, wie sie sich später Verhalten sollen – „ihrem Geschlecht gemäß“, natürlich.</p>
<p>Auch Sätze oder Begriffe wie „Jungssache“ oder „Mädchensache“ können dazu führen, dass Kinder zum einen ihren Talenten nicht nachgehen, wenn sie eher dem anderen Geschlecht zugeordnet werden. Zum anderen kann es sie davon abschrecken, verschiedenste Dinge auszuprobieren, um festzustellen, was sie wollen und worin sie gut sind. Das kann auch signifikante Auswirkungen auf ihr späteres Leben und ihre Karriere haben, wenn sie das Gefühl bekommen sich in dem zurückhalten zu müssen, was sie wirklich machen wollen.</p>
<p>Auch Spielzeuge können einen Einfluss darauf haben, in welcher Rolle sich Kinder schon früh beginnen einzuordnen. So vermitteln beispielsweise Spielzeuge wie Puppen oder der Kochherd, die unter anderem in der Werbung meist an Mädchen adressiert werden, früh die erwartete Rolle von Frauen als Fürsorgerinnen, Kümmerinnen und Mütter. Das kann den Eindruck vermitteln, dass die Mädchen später einmal für genau das Verantwortung übernehmen sollen – nämlich für die Care-Arbeit. In diese werden Mädchen auch früher eingebunden, beispielsweise für Aufgaben wie das Aufräumen der Spülmaschine oder den Frühjahrsputz.</p>
<h3>Die Folge geschlechtsspezifischer Sozialisation</h3>
<p>Diese Art von Sozialisation, die uns unserem Geschlecht gemäß in bestimmte Kategorien steckt, hat allerdings nicht nur einen möglichen Einfluss auf unseren späteren Karriereweg. Sie kann auch der mentalen Gesundheit schaden.</p>
<p>So wird Männern beispielsweise ein Männlichkeitsbild vermitteln, in welchem sie dauerhafte Stärke zeigen müssen – diese „Stärke“ wird hier verbunden mit dem Unterbinden vom Zeigen der eigenen Emotionen, beispielsweise mit dem Weinen. Dieses Bild von „Stärke“ kann außerdem dazu führen, dass Männer sich keine oder zu spät Hilfe holen, wenn sie welche bräuchten, beispielsweise im Umgang mit psychischen Krankheiten oder auch suizidalen Gedanken. Auch Attribute wie „das Zeigen von Dominanz“ kann für jene Männer belastend sein, die sich davon distanzieren, und dafür auf Ablehnung, insbesondere von anderen Männern, stoßen können.</p>
<p>Eine solche Form von Ablehnung erleben auch Frauen, die sich nicht den Charaktereigenschaften gemäß verhalten, die von Ihnen erwartet werden. Im schlimmsten Fall äußert sich diese Form von Ablehnung in beispielsweise häuslicher, psychischer oder sexueller Gewalt – oder auch in einem Femizid.</p>
<p>Es ist wichtig zu verstehen, dass das, was wir unseren Kindern vermitteln, sich auf ihr späteres Leben, ihre Partnerschaften und sich selbst auswirken. Wir sollten Kindern die Möglichkeit lassen, sich in ihren Talenten und in ihrem Charakter frei entwickeln zu lassen – abseits von dem, was wir gesellschaftlich klar als stereotypisch „männlich“ und „weiblich“ in Schubladen einordnen möchten.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Weibliche Wut</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/06/weibliche-wut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Diedesianna]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Jun 2025 09:10:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Mental Health]]></category>
		<category><![CDATA[Wut]]></category>
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					<description><![CDATA[Anna hat es satt, dass wütende Frauen nicht ernst genommen werden, weibliche Sozialisation Wut unterdrückt und dass dies krank macht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Anna hat es satt, dass wütende Frauen nicht ernst genommen werden, weibliche Sozialisation Wut unterdrückt und dass dies krank macht.</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Anders sein ist komisch?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/05/anders-sein-ist-komisch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lino]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 May 2025 09:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Klischees]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns den ersten Text von Lino bei uns zu veröffentlichen. In seinem Text fragt er sich, warum wir uns noch immer von so vielen Geschlechterklischees beeinflussen lassen sollen. Wenn ich durch die sozialen Medien stöber, merke ich immer wieder, dass anders sein für viele ein riesengroßes Problem ist. Aber auch in der Realität.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns den ersten Text von Lino bei uns zu veröffentlichen. In seinem Text fragt er sich, warum wir uns noch immer von so vielen Geschlechterklischees beeinflussen lassen sollen.</strong><span id="more-16921"></span></p>
<p>Wenn ich durch die sozialen Medien stöber, merke ich immer wieder, dass anders sein für viele ein riesengroßes Problem ist.<br />
Aber auch in der Realität.<br />
Warum?<br />
Die meisten Menschen wollen mit der Masse mitschwimmen. Ein Phänomen, welches eher negativ anstatt positiv bewertet werden sollte.<br />
Manche finden es einfach eklig, wie sich Gleichgeschlechtliche küssen und/oder intim näher kommen.<br />
Wenn ich versuche, mich mit etwas Empathie in diese Masse hineinzuversetzen, empfinde ich nur Hass.<br />
Jungs dürfen keine Lila Klamotten und Stöckelschuhe tragen.<br />
Mädchen dürfen kein Fußball spielen.<br />
Jungs und Mädchen dürfen sich nicht als homosexuell bezeichnen, weil das wiederlich ist.<br />
Ich kann einfach nicht verstehen warum.<br />
Es ist kein großes Ding (und das gebe ich allen Leserinnen und Lesern mit) sich eine eigene Meinung zu bilden.<br />
Es ist nicht „cool&#8220; oder „lustig&#8220;, Menschen die anders sind zu diskriminieren.<br />
Stattdessen sollten wir zusammen leben, uns gegenseitig unterstützen und freundlich miteinander umgehen.<br />
Jeder sollte machen, was man cool findet.<br />
Jeder sollte sich nicht dafür schämen eine andere Sexualität zu haben.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zu laut, zu viel, zu emotional?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/05/zu-laut-zu-viel-zu-emotional/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 May 2025 09:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Mental Health]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstliebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Als “unkompliziert” wahrgenommen zu werden, erschien Romy für lange Zeit erstrebenswert. Insbesondere weil dies ein Bild von Frauen zeichnet, das gesellschaftlich anerkannt ist. In ihrem neuen Text zeigt Romy ihren eigenen Weg zur Selbstakzeptanz und ermutigt dazu, Raum einzunehmen, eigene Meinungen zu äußern und Emotionen zuzulassen. „Lass dir nicht einreden, dass du lieb, soft schwach]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Als “unkompliziert” wahrgenommen zu werden, erschien Romy für lange Zeit erstrebenswert. Insbesondere weil dies ein Bild von Frauen zeichnet, das gesellschaftlich anerkannt ist. In ihrem neuen Text zeigt Romy ihren eigenen Weg zur Selbstakzeptanz und ermutigt dazu, Raum einzunehmen, eigene Meinungen zu äußern und Emotionen zuzulassen.</strong><span id="more-16901"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">„Lass dir nicht einreden, dass du lieb, soft schwach und links zu sein hast“ – das sagt AfD-Politiker Maximilian Krah in einem seiner TikTok Videos, dass er gezielt an junge Männer richtet. Und er ist nicht der Einzige, der mit seinen Videos toxische Männlichkeitsbilder vermittelt. Er ist nicht der Einzige, der „lieb sein“ bei Männern mit „Schwäche“ in Verbindung bringt. Auf den Sozialen Medien wimmelt es von Dating Coaches, die zur Übergriffigkeit aufrufen, die ein „Nein“ als „Herausforderung“ bezeichnen. Die sich wünschen, dass „Männer endlich wieder richtig männlich sind“ – was auch immer das genau heißen mag.  Auch andere Content CreatorInnen, die ZuschauerInnen erklären, warum wir wieder zur „wahren Weiblichkeit“ zurückkehren müssen, finden immer wieder ihren Weg auf die For-You-Page. Die „Wahre Weiblichkeit“ impliziert hier: Bereitwillig folgen und nicht zu viele Umstände machen.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Aber nicht nur durch die sozialen Medien, auch durch unser gesellschaftliches und soziales Umfeld, wie beispielsweise der Schule, merken wir schon sehr früh, wie wir uns zu verhalten haben. Wir merken, was von uns erwartet wird. Wir merken, dass diese Erwartungen sich oft darin unterscheiden, ob wir als biologisch männlich oder weibliche Person geboren werden. Meistens beugen wir uns dem und versuchen, uns daran zu halten. So ging es auch mir – und ich arbeite schon lange daran, mich von diesen Eigenschaften zu lösen.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">„Unkompliziert“ sein: Das ist eine Eigenschaft, die ich früher als sehr erstrebenswert angesehen habe. Ich wollte es allen, gerade den männlich sozialisierten Personen in meinem Umfeld, immer recht machen. Ich wollte simpel sein, keine Umstände machen, immer zustimmen. Und wenn ich doch mal nicht die Meinung teilte, habe ich höchstens ganz leise widersprochen. Raum einnehmen, laut sein, diskutieren – das kam für mich nicht ansatzweise in Frage. Ich dachte mir: „Wenn ich unkompliziert bin, dann werde ich gemocht“. Und so habe ich angefangen, meine Bedürfnisse, meine Ansichten und Meinungen hintenanzustellen. Wenn Personen sich mir gegenüber respektlos verhalten haben, dann habe ich das akzeptiert. Still und leise.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Und das ist nicht alles. Über eine sehr lange Zeit habe ich mich dafür geschämt, viel zu fühlen. Es war mir unangenehm, dass ich selten für mich selbst einstehen konnte, und mich gleichzeitig vieles sehr stark mitgenommen hat. Ich habe lange noch über Gespräche nachgedacht, warum ich mich nicht anders verhalten habe, warum ich nichts gesagt habe. Ein „Warum“ nach dem anderen. Ich habe eine ganze Palette an Emotionen ganz ausführlich durchlebt – und das tu ich auch heute noch. Ich habe nur meinen Umgang damit verändert. Und ganz signifikant dabei ist: Ich bin nicht mehr so streng zu mir selbst.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Wir sind fast im Dauertakt dabei, uns selbst zu bewerten. Warum haben wir dies getan und nicht jenes, warum haben wir das gesagt und nichts anderes, weshalb haben wir so reagiert und nicht unterschiedlich. Und gerade als weibliche Personen machen wir uns dabei besonders Gedanken, ob wir es allen Recht machen konnten, ob wir keinem auf den Schlips getreten sind, ob wir nicht zu viel Raum eingenommen haben, zu laut waren, zu viel waren. Das alles sind Verhaltens- und Denkmuster, von denen wir nach und nach versuchen können, uns zu trennen. Und ich muss ganz ehrlich sagen: Ich habe keinen „ultimativen Tipp“, wie man sich endgültig davon lösen kann – ich bin selbst noch mittendrinnen. Sein eigenes Verhalten zu reflektieren und zu überlegen, was man akzeptiert und woran man arbeiten möchte – das ist ein Prozess, der sich vermutlich durch unser gesamtes Leben zieht. Und das ist auch gut so. Also möchte ich alle LeserInnen dazu aufrufen: Es ist nicht falsch, Raum einzunehmen. Genauso wenig wie eine eigenständige Meinung zu haben oder zu widersprechen. Und genauso okay ist es, viele Emotionen zu spüren und die auch zuzulassen und zu zeigen. Das gehört zu uns.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rollenspiel</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/09/rollenspiel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sabylonica]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Sep 2023 07:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
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					<description><![CDATA[„Wäre ich nicht queer, wäre alles so viel erträglicher. Das habe ich mir lange genug gedacht und vorgeworfen“, schreibt Sabylonica über die Ablehnung der eigenen Eltern und die Auswirkungen auf sein*ihr Leben. Der Begriff Queersein ist mir schon seitdem ich denken kann bekannt. Es waren meine Eltern, die mir diesen Begriff beibrachten. In dem Zusammenhang]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Wäre ich nicht queer, wäre alles so viel erträglicher. Das habe ich mir lange genug gedacht und vorgeworfen“, schreibt Sabylonica über die Ablehnung der eigenen Eltern und die Auswirkungen auf sein*ihr Leben.</strong><span id="more-15704"></span></p>
<p><span style="font-family: Arial, serif;"><span style="font-size: medium;">Der Begriff Queersein ist mir schon seitdem ich denken kann bekannt. Es waren meine Eltern, die mir diesen Begriff beibrachten. In dem Zusammenhang habe ich stets vorgegaukelt bekommen, dass es was Schlechtes sei queer zu sein und ich nicht mehr deren Kind sein könnte, wenn ich selbst queer sei. Das ist ein immenser Druck, dem ich ausgesetzt war und noch immer bin. Dass ich queer bin, wusste ich, ehe ich noch denken konnte, umso schwerer trafen mich die vermeintlich fürsorglichen Worte meiner Eltern. Diese Worte durchstochen meinen Leib und meine Seele. Dieses Ultimatum trage ich heute noch immer mit mir. Die Frage, ob ich nach der abhängigen Liebe meiner Eltern nachgehen soll oder selbstbestimmt lieben kann, wen ich möchte, versetzt mich in eine Schockstarre, aus der ich nicht entfliehen kann.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Arial, serif;"><span style="font-size: medium;">Mich bedrückt der Gedanke, dass ich mich niemals auf eine Person komplett einlassen kann, dass ich nie eine Person innigst lieben werde oder dass ich nicht zulassen kann geliebt zu werden. Es gab wenige und kurze Momente in meinem Leben, in denen ich vollkommen mich einer Person geben konnte. Ich wünsche mir so sehr diese Momente in eine Ewigkeit sprühen, mein Leben nach dem Herzschlag der Person richten und die Person fest an meinem Körper drücken zu können. Ich möchte eins werden mit der Person, aber ich weiß, dass ich all das nicht tun kann. Ob ich nun meine Eltern liebe, kann ich ebenso wenig sagen, ich weiß nur, dass ich eine starke Abhängigkeit durch die jahrelange Gewohnheit entwickelt habe und diese mir sehr fehlen würde, wenn ich selbstbestimmt liebe. </span></span><span style="font-family: Arial, serif;"><span style="font-size: medium;">Wie ich beide Wege gleichzeitig einschlagen kann, weiß ich nicht, ich denke sogar eher, dass es gar nicht möglich ist und ich mich entscheiden müsste. Aber diese Entscheidung erscheint mir so ungerecht. Warum sollte ich zwischen mir selbst und meiner Familie eine Entscheidung treffen? Wäre ich nicht queer, wäre alles so viel erträglicher. Das habe ich mir lange genug gedacht und vorgeworfen. Heute jedoch denke ich mir, warum meine Familie nicht queerfreundlicher sein kann. Der Gedankenweg, ich müsste mich meiner Familie Willen verändern und mich nach deren Idealen anpassen, beengt meine Atemwege enorm. Ob es zu viel verlangt wäre, wenn meine Familie mich so akzeptiert wie ich bin.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Arial, serif;"><span style="font-size: medium;">Prinzipiell fällt es mir nicht sonderlich schwer etwas vorzuspielen. Immerhin spiele ich das Doppelleben, seit ich denken kann. Das Einzige, was es erschwert, ist meine Begierde und die Sehnsucht mich ausleben zu können und eine Person zu haben, die ich lieben kann und von der ich ebenso geliebt werde. </span></span><span style="font-family: Arial, serif;"><span style="font-size: medium;">Das Doppellebenspiel ist mir nicht unbekannt. Neben meiner Familie tauche ich in eine Rolle ein, die mir an und für sich nicht fremd ist, dennoch unlieb erscheint. Daraus resultiere ich, dass alle Menschen fähig sind, auf der Bühne zu stehen und in Rollen hineinzuschlüpfen. Ich bin der Meinung, dass wir alle Situationen kennen, in denen wir uns anpassen oder verstellen und somit von der eigenen Rolle in eine fremde Rolle schlüpfen. </span></span><span style="font-family: Arial, serif;"><span style="font-size: medium;">Bezogen auf das Problem ist es eine Frage der Geduld. Es bedarf viel Geduld die Rolle auszuhalten. In die Rolle werde ich ohnehin reingedrängt, nun kommt es darauf an, wie ich mit der Rolle umgehe. Es lässt sich erschließen, dass es mir lieber wäre, die Rolle nicht annehmen zu müssen, aber der Druck ist immens, dem Druck könnte der Mut entgegenstehen. Weiter gedacht bin ich mir ebenso dessen bewusst, dass selbst meine Eltern in einer toxischen Rolle seit jeher gefangen sind und das Leben nicht außerhalb ihrer zugeschriebenen Rollen kennen. Nichtsdestotrotz können sie sich nicht das Recht nehmen anderen eine Rolle einzuzwängen. </span></span><span style="font-family: Arial, serif;"><span style="font-size: medium;">So leicht es sich auch sagen lässt, es ist sehr schwierig, aber alle sollten doch selbst entscheiden, ob, wann, wo und wie sie in eine Rolle schlüpfen oder sie aus einer Rolle herauswollen. Und ich für meine Person muss es ebenso tun. Es ist ein Prozess und ich entscheide, wann ich aus der Rolle, die von meiner Familie zugeschrieben wurde, herausbrechen möchte. Immerhin geht es um mein Wohlbefinden und ebenso um Gefahren- und Risikenabschätzung.</span></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mein eigenes Klischee</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/08/mein-eigenes-klischee/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nev]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Aug 2023 07:32:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Klischee]]></category>
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					<description><![CDATA[Nev fragt sich, inwiefern seine Wünsche für die Zukunft von Rollenklischees geprägt sind und ob es auch okay ist, Klischees zu erfüllen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nev fragt sich, inwiefern seine Wünsche für die Zukunft von Rollenklischees geprägt sind und ob es auch okay ist, Klischees zu erfüllen.</strong><span id="more-15668"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Skater Boys</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/11/skater-boys/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Siri_us]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Nov 2022 12:28:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gendereuphoria]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Skateboarding]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute geht’s um Skateboarding, zumindest vordergründig. Aaron und Alecos erzählen im Video über Geschlechterrollen und diese Gendereuphoria, die das Skaten bei ihnen auslöst. &#160;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute geht’s um Skateboarding, zumindest vordergründig. Aaron und Alecos erzählen im Video über Geschlechterrollen und diese Gendereuphoria, die das Skaten bei ihnen auslöst.</strong><br />
<span id="more-15153"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lass‘ mal übers Überwinden reden</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/10/lass-mal-uebers-ueberwinden-reden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anna Beda]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Oct 2022 12:30:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterklischees]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=15107</guid>

					<description><![CDATA[Wir freuen uns, mit Anna Beda eine neue Autorin auf meinTesgelände zu haben. In ihrem ersten Text möchte sie über`s Überwinden reden. Über das Überwinden von eingeübten Geschlechterrollen, um dadurch eigene Bedürfnisse besser zu erkennen. Ich finde es scheiße, wie du mich anguckst, aber vermutlich darf ich das nicht sagen. Ich finde es scheiße, dass]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns, mit Anna Beda eine neue Autorin auf meinTesgelände zu haben. In ihrem ersten Text möchte sie über`s Überwinden reden. Über das Überwinden von eingeübten Geschlechterrollen, um dadurch eigene Bedürfnisse besser zu erkennen. </strong><span id="more-15107"></span></p>
<p>Ich finde es scheiße, wie du mich anguckst, aber vermutlich darf ich das nicht sagen. Ich finde es scheiße, dass du mich anguckst. Und mich stört, dass meine Gedanken ganz schlimm rasen, sobald du das tust.</p>
<p>Zu oft hast du mir gesagt, dass ich mich zu laut beschwere. Zu oft hast du mir gesagt, dass ich zu sensibel bin. Du hast gefragt, warum eigentlich immer nur ich von diesen Dingen rede und mich angeguckt, als sei ich verrückt. Diese Dinge, wie neulich, als mir der alte Mann an der Haltestelle anbietet ihm einen zu blasen. Als sei ich verrückt. Oder zumindest hysterisch. Frau halt.</p>
<p>Und obwohl ich das nicht will, hast du zu viel Macht über mich. Du hast Macht über mich, allein das ist zu viel. Ich frage mich, ob ich überreagiere. Ob ich hysterisch bin. Frau halt.</p>
<p>Und es stimmt nicht. Meine Gedanken sind legitim! Trotzdem verunsichert mich dein Blick. Und dein Blick trieft voll Hohn und Hass und ich bin mir nicht sicher, wem er gilt. Und ich bin mir nicht sicher, ob er überhaupt trieft, also dein Blick.</p>
<p>Du störst dich an meinen Haaren. Also du sagst es zwar nicht so direkt, aber du fragst, ob ich sie wieder lang wachsen lasse. Du störst dich an meinen kurzen Haaren und daran, dass ich eine Frau bin. Du störst dich an mir, weil ich eine Frau bin und dann auch noch so eine, die meint, sie dürfe sagen, was sie denkt. Frech, dass ich sage was ich denke. Fast so frech wie du, der spricht wie er will, ganz ohne zu denken. So, wie du es immer schon getan hast.</p>
<p>Und vielleicht scheitern wir beide an diesem „immer schon“. Für dich bedeutet das, dass du alles darfst, während es mir verbietet zu sein. Für dich ist es ganz geil, weil es bequem ist und bekannt und du nichts tun musst, als das, was du immer schon getan hast. Und mir bereitet es Bauchschmerzen. Es ist unangenehm und lästig und es schränkt mich ein.</p>
<p>Und es zwingt mich auch dazu, zu überlegen, was ich will. Und während ich mir erkämpfen muss, was ich will, weißt du noch nicht Mal was das ist.</p>
<p>Weil während ich hier sitze und versuche all diesen Wörtern ihren eigentlichen Sinn zu geben, hoffe ich ein bisschen, dass du aus meiner Wut herauslesen kannst, dass es mir leid tut, dass es uns so geht und dass du verstehst.</p>
<p>Dass du merkst, dass uns nicht meine kurzen Haare, sondern andere Dinge trennen. Und dass diese Dinge schon viel älter sind als wir. Auch wenn ich hasse, wie du mich anschaust, kannst nicht nur du was dafür. Das hier ist also ein Versuch, etwas zu überwinden, dass viel größer ist als du und ich.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gründen &#8211; ein männliches Unterfangen?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/06/14922/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jun 2022 09:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Berufsorientierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterklischees]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
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					<description><![CDATA[Lilith belegte 2017 beim Wettbewerb Jugend gründet den Chemiesonderpreis und gründete 2021 das StartUp ChargeHorizons (https://www.chargeholidays.com/). Im Rahmen dessen befasste sie sich nicht nur mit dem Thema des nachhaltigen Reisens sondern auch mit allerlei Anträgen, Finanzierungsmitteln und Austauschnetzwerken und durchlebte einige Höhen und Tiefen. Aus ihrer eigenen Erfahrung und aus vielen Gesprächen herauskristallisiert schildert sie,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="Body"><strong>Lilith belegte 2017 beim Wettbewerb Jugend gründet den Chemiesonderpreis und gründete 2021 das StartUp ChargeHorizons (https://www.chargeholidays.com/). Im Rahmen dessen befasste sie sich nicht nur mit dem Thema des nachhaltigen Reisens sondern auch mit allerlei Anträgen, Finanzierungsmitteln und Austauschnetzwerken und durchlebte einige Höhen und Tiefen. Aus ihrer eigenen Erfahrung und aus vielen Gesprächen herauskristallisiert schildert sie, dass Gründen immer noch geschlechterspezifisch unterschiedlich große Hürden mit sich bringt.<br />
</strong></p>
<p><span id="more-14922"></span></p>
<p>In die Wiege gelegt wurde mir das Thema gründen nicht, aber spätestens nach meinen positiven Erfahrungen im Rahmen des Schülerwettbewerb Jugend gründet war es für mich keinesfalls abwegig, ein Unternehmen aufzubauen. Meine Ideen umsetzen lag mir als geborene Macherin schon immer am Herzen. Und das obwohl dies für mein biologisches Geschlecht eher untypisch ist: Laut des Female Founders Monitor beträgt der Anteil an Neugründungen von Frauen gerade einmal 15%. Ich habe den Luxus als weibliche Gründerin selbst mit einigen dieser Frauen in Kontakt zu stehen.<br />
„Ich werde dann durchaus belächelt mit der Aussage: Ach so, jaja, also dein Mann macht das dann so richtig und du kümmerst dich viel um die Kinder“. Mir gegenüber am Bildschirm sitzt eine weitere Gründerin, die gemeinsam mit ihrem Mann ein Unternehmen auf die Beine gestellt hat, und jetzt nicht nur diesem sondern auch ihren beiden Kindern das Laufen beibringt. Doch ganz entgegengesetzt der Annahmen vieler Bekannter, die sie soeben zitiert hat, beteiligt sich ihr Mann an beiden Tätigkeiten in demselben Maße. Und egal, wie sehr die toughe junge Dame mir gegenüber betont, dass sie beide gleichberechtigt die Firma gegründet haben und nun leiten, immer und immer wieder werden ihr derartige Anmerkungen vorgetragen. Gesellschaftlich muss sich also noch viel verändern. Doch auch die formellen Rahmenbedingungen sind um einiges verbesserungswürdig. „Es ist unfassbar, wie viel Geld wir für Babysitter ausgeben“. Denn mit reinem Verlass auf die staatlichen Betreuungsangebote der Kinder könnten die beiden ihr Unternehmen nicht großziehen.<br />
Zumindest in Ansätzen tut sich etwas. Das Gespräch beispielsweise führte ich auf der Women Entrepreneurship Week. Und auch Vereinigungen und Netzwerke, wie z.B. die European Women Business Angels Community existieren inzwischen. Dennoch sind die Angebote bislang ernüchternd. „Ich habe das Glück, noch einen männlichen Mitgründer zu haben.“, so einige Wochen später eine Bekannte, die gerade ihr Start-Up in Berlin aufbaut. Sie selbst musste sich beim Arbeitsamt anhören lassen, was ihr denn einfiele, keinen regulären Job auszuüben, während ihr Mitgründer mit wenigen Briefwechseln sein Gründerstipendium erhielt. „Auch bei Investoren finde ich es schlimm, wie unterschiedlich sie uns beide behandeln!“ Dieser Bias existiert nicht nur bei staatlichen Ämtern sowie privaten Fördertöpfen, sondern macht auch nicht vor Kreditinstituten halt. In einem Experiment gingen eine weibliche Gründungsinteressierte und ein männlicher mit denselben Businessplänen zur Bank, während nur er von beiden erfolgreich war. Gegenüber Frauen scheint eine größere Erwartungshaltung vorzuliegen, als der Maßstab, an dem männliche Gründer gemessen werden. Die Erfahrungswerte deuten auf eine strukturelle Verankerung der Ungleichbehandlung hin und werden von den Zahlen bestätigt: Über 25% männlich geleiteter Start-Ups schafften es bislang mehr als eine Million Euro an Risikokapital von Investoren zu erhalten während unter rein weiblich geführten Teams lediglich 5 % diese Schwelle überschreiten konnten. Außerdem wird dasselbe Auftreten gegenüber Geldgebenden bei weiblichen Bewerberinnen anders konnotiert. Großdenkende Männer werden als mutig eingeschätzt, während Frauen mit ähnlichen Visionen als naiv abgestempelt werden. Umso mehr falle es ihnen schwerer, sich in den Vordergrund zu stellen und ihre eigene Idee selbstbewusst zu präsentieren.<br />
Weitere Ansätze, die geringe Quote der weiblichen Gründerinnen zu erklären, gibt es viele. So führten Berufe, die immer noch zu einer Mehrheit von Männern ausgeübt werden, häufiger in eine Selbständigkeit während „frauentypische“ Bereiche, wie z.B. Lehramt oder Beschäftigungsverhältnisse in der Verwaltung selten zur Gründung eines eigenen Unternehmens motivierten. Dr. René Leicht, Soziologe und Politikwissenschaftler, macht für dieses Gefälle die Gesellschaft verantwortlich, die nach wie vor zu großen Teilen auf stereotypen Rollenbildern fuße. Auch die Position der Frau als Mutter und Verantwortliche der Haustätigkeiten schränke ein. Die insgesamt 12,5 Milliarden Stunden unbezahlte Arbeit, die Frauen weltweit laut des Ungleichheitsberichts Oxfam verrichten, führen zu deutlich weniger Freiheiten, wenn es darum geht, sich überhaupt Gedanken zu einer selbständigen Tätigkeit zu machen.<br />
Dabei kann es von Vorteil sein, ein Unternehmen aufzubauen. Im Schnitt verdienen selbständig tätige Frauen mehr als diejenigen in Anstellungsverhältnissen, und die oftmals mögliche flexible Einteilung der Arbeitszeiten kann eine bessere Vereinbarung von Berufs- und Privatleben ermöglichen. Auch gesamtgesellschaftlich könnten mehr Frauen als Chefs eigener Unternehmen sinnvoll sein. Laut einer Studie der Boston Consulting Group erwirtschaften Frauen pro Doller, der investiert wird, doppelt so viel wie ihr männliches Pendant. Auch wenn es gilt, derartige Studien mit Vorsicht zu genießen – dass Frauen-Start-Ups in unserer Gesellschaft eine wichtige Rolle einnehmen, sollte Ziel von uns allen sein!<br />
Die sich in der Entstehung befindenden Netzwerke und die steigende Anzahl an weiblichen Führungskräften als Vorbilder lassen auf Besserung hoffen. Meine persönliche Ambition: auch mit meinem Start-Up möchte ich dazu beitragen, besonders weibliche Personen dazu zu motivieren, den Schritt zu wagen und ihre Ideen und Träume zu verwirklichen. Gemeinsam sind wir ebenfalls die Macherinnen der Zukunft!</p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wir Soldaten &#8211; Teil 2</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/03/wir-soldaten-teil-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anton August Dudda]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Mar 2022 07:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[Im ersten Teil von &#8222;Wir Soldaten&#8220; hat Anton Dudda &#8222;männliche Privilegien&#8220; und das veraltete, gesellschaftliche Rollenverständnis dikutiert. Im zweiten Teil geht es konkret um die männliche Besützerrolle und warum diese von Antifemminist*innen und Männerrechtlern als Argument genutzt wird zu behaupten, &#8222;dass in Wirklichkeit Frauen eine unverhältnismäßige Machtposition innehätten.&#8220; Im heteronormativen Weltbild des Maskulinismus legitimiert sich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong><span class="s1">Im ersten Teil von &#8222;Wir Soldaten&#8220; hat Anton Dudda &#8222;männliche Privilegien&#8220; und das veraltete, gesellschaftliche Rollenverständnis dikutiert. Im zweiten Teil geht es konkret um die männliche Besützerrolle und warum diese von Antifemminist*innen und Männerrechtlern als Argument genutzt wird zu behaupten, </span><span class="s1">&#8222;</span>dass in Wirklichkeit Frauen eine unverhältnismäßige Machtposition innehätten.&#8220;</strong></p>
<p><span id="more-14654"></span></p>
<p>Im heteronormativen Weltbild des Maskulinismus legitimiert sich diese Hierarchie der Geschlechter durch genau diese tradierte Rollenverteilung, welche auch heute noch sehr strikt eingehalten und reproduziert wird. Zwar ist das Bild des Mannes als alleiniger Ernährer und das der Frau als Hauswirtschaftlerin zunehmend in Auflösung begriffen, spielt aber noch immer eine große Rolle. Besonders äußert sich die Tradition allerdings im substanziellen Ernstfall, wie Jagd oder Kampf. Männliches Leben wird im Zweifel als das von allen entbehrlichste gebrandmarkt, zum Schutz der Familie, der Gruppe oder des Volkes und vor allem deren Reproduktionsfähigkeit, sind Männer weitaus weniger wertvoll, was sich schon in so simplen Formulierungen wie „Beim Anschlag starben 21 Menschen, darunter Frauen und Kinder“ ausdrückt. In modernen Gesellschaften wäre diese Teilung aus diversen Gründen eigentlich überhaupt nicht notwendig (Bei zu einem Beispiel wäre es wohl sinnvoller, wenn man schon einen Unterschied machen wollte, zwischen Zivilist*innen und Soldat*innen zu differenzieren) und doch tritt sie immer wieder zutage, was den meisten antifeministischen „Aktivisten“ und „Männerrechtlern“ ein Grund ist zu behaupten, dass in Wirklichkeit Frauen eine unverhältnismäßige Machtposition innehätten. Diese Ideologien verschleiern dabei, mitunter wissentlich, dass nicht „die Frauen“ die Macht haben, weil sie von den Männern im Zweifel um jeden Preis geschützt werden, sondern jene, welche die Arbeit, die Kriege und Kämpfe beschließen und anordnen, sowie gleichzeitig die Familie als gesellschaftliches Kernkonstrukt und ihre Reproduktionsfähigkeit aufrechterhalten wollen.</p>
<p align="justify">Ich möchte an dieser Stelle ein typisches Beispiel für eine solche Erzählung geben, welche sich in einigen Beispielen der Populärkultur in dieser oder ähnlicher Form finden lässt. Stellt euch eine weiße, heterosexuelle Familie aus der Mittelschicht vor, die am Rand einer größeren Stadt wohnt, gerne auch einer amerikanischen, dieses Bild haben wir mitunter präsenter. Die Familie besteht aus einem Mann und einer Frau, sowie zwei Kindern. Wahrscheinlich auch einem Jungen und einem Mädchen, wenn schon, denn schon.</p>
<p align="justify">Nun wird eines Tages das Haus der Familie überfallen. Dabei kommt Waffengewalt zum Einsatz und es kommt zum Äußersten. Ein Schuss. Auf eines der Kinder wird geschossen. Nun stellt euch vor, die Mutter wirft sich in den Schuss und stirbt. Der Einbrecher flieht. Zurück bleibt der Vater mit beiden Kindern. Dieses Szenario, in welchem die Frau sich schützend vor die Familie stellt ist als heldenhaft erkennbar, hat aber sofort den Makel einer Perversion. Es löst in dem Mann einen Mangel aus, denn er hat seine Schutzfunktion nicht erfüllen können, er ist traumatisiert und schuldig. Die Geschichte verlangt nun von ihm, dass er zur Gegengewalt greift, dass er loszieht, um sich an dem Mörder zu rächen. Dabei darf er sterben, die Tragödie dankt es ihm. Auch denkbar wäre, dass ihn das Trauma schlicht zugrunde richtet. Er kann seiner Rolle als Vater nicht mehr nachkommen, verfällt vielleicht dem Alkohol. Eine Lösung für seinen Mangel könnte sein, dass er die Liebe zu einer neuen Frau lernen muss, zuzulassen.</p>
<p align="justify">Im umgekehrten Fall ist der Tod des Mannes zum Schutze der Familie nicht als traumatisch oder pervers codiert. Die Mutter ist verstört und tieftraurig, ihre Funktion in der Gesellschaft aber nicht erschüttert. Sie kann ihre Liebe und Fürsorge nun den gemeinsamen Kindern widmen, sich das Bild des toten Mannes auf den Kaminsims stellen und als bemitleidetes und respektiertes Mitglied ihrer Gruppe weiterleben. Sie hat zu trauern, möglichst jeden Tag, aber sie hat durch den Tod ihres Mannes, welcher sein Leben vor ihr eigenes stellte, in ihrer Identität keinen Mangel erfahren, sie bleibt eine ganze Frau. Sucht sie sich einen neuen Mann, eine neue Liebe, löst dies im Publikum moralisch ambivalente Gefühle aus, eigentlich hätte ihre Treue über den Tod hinaus zu gelten.</p>
<p align="justify"><a name="_GoBack"></a>Mit diesen Bildern aus Fernsehen und Film operieren Reaktionäre Antifeminist*innen häufig, wenn sie an den „common sense“, also die tatsächliche Alltagserfahrung der Menschen appellieren und diese als widersprüchlich zur feministischen Theorie darstellen wollen. Sie haben mit Sicherheit unrecht damit, dass diese Geschichten die durchschnittliche Wirklichkeit abbilden, aber sie weisen damit, vermutlich unabsichtlich, darauf hin, dass diese Bilder existieren und einen großen Einfluss darauf haben, wie Menschen ihr eigenes Selbstbild und ihre Moralvorstellungen konstruieren. Oder sind diese Bilder schon in der Gesellschaft angelegt und die Kunst macht sie lediglich offenbar? Das ist eine ganz andere Geschichte.</p>
<p align="justify">Für heute soll es erstmal reichen, ich glaube beim nächsten Mal schreibe ich wieder was Ausgedachtes. Bis dahin hoffe ich, dass ihr was anfangen könnt mit diesen Gedanken. Ich freue mich immer sehr, wenn ihr mir schreibt und mir eure Eindrücke mitteilt.</p>
<p align="justify"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2022/03/wir-soldaten/">Hier</a> könnt ihr nochmal den ersten Teil von Antons Text lesen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wir Soldaten</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/03/wir-soldaten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anton August Dudda]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Mar 2022 07:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Privilegien]]></category>
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					<description><![CDATA[In &#8222;Wir Soldaten&#8220; beschreibt Anton Dudda die traditionelle Rolle von Hetero- und Cis-Männern historisch als Soldat, Handwerker oder Jäger und vor allem auch Beschützer der Familie, die Frau ist in dieser Rollenzuweisung für die Reproduktion einer Gruppe zuständig. Im ersten Teil des Textes erklärt Anton &#8222;männliche Privilegien&#8220; und warum diese sich stetig mannifestieren. Hallo. Ich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong><span class="s1">In &#8222;Wir Soldaten&#8220; beschreibt Anton Dudda die traditionelle Rolle von Hetero- und Cis-Männern historisch als Soldat, Handwerker oder Jäger und vor allem auch Beschützer der Familie, die Frau ist in dieser Rollenzuweisung für die Reproduktion einer Gruppe zuständig. Im ersten Teil des Textes erklärt Anton &#8222;männliche Privilegien&#8220; und warum diese sich stetig mannifestieren.<br />
</span></strong></p>
<p><span id="more-14647"></span></p>
<p align="justify">Hallo. Ich bin ein weißer, heterosexueller und cisgeschlechtlicher Mann. Ich mache an dieser Stelle darauf aufmerksam, weil ich das Privileg habe, dass meine Identität erstens, was diese Zugehörigkeitsattribute anbelangt, mit der Identität übereinstimmt, welche mir die meisten Menschen intuitiv zuschreiben würden, und zweitens, weil diese Identität, trotz ihrer eigentlichen Spezifität, als so etwas wie der Normalfall wahrgenommen wird. Wenn ich mich äußere, dann wird mir gemeinhin nicht unterstellt, aus einer bestimmten Position heraus zu denken und zu sprechen. Eine schwarze Person, eine weiblich gelesene Person oder eine nicht heterosexuelle Person beispielsweise, müssen im Gegensatz zu mir damit rechnen, dass ihre Identität als Ausgangspunkt ihrer Positionen verstanden, aufgenommen und diskutiert wird oder die Wahrnehmung der Rezipient*innen zumindest einer gewissen Färbung unterliegt. Zwar sind progressive Diskurse, welche diese Verzerrung aufzuheben versuchen, in den letzten Jahren zunehmend in die breite Öffentlichkeit gesickert, das Problem besteht aber nach wie vor und zementiert das Vorurteil, Menschen meiner Zugehörigkeit seien zu einer Art überideologischem Universaldenken fähig.</p>
<p align="justify">Nun ist es so, dass ich hier in diesem Magazin nicht nur schreibe, <i>obwohl </i>ich zu jener Gruppe gehöre, welche in unserem ökonomischen und gesellschaftlichen System die größten Privilegien genießt, sondern grade <i>weil </i>zu ihr gehöre. Ich verstehe mich als beauftragt, mit meinem Schreiben der Frage nachzugehen, was genau eigentlich abgeht bei uns <i>average white guys</i><i>™</i><i> </i>und warum es uns als Gruppe scheinbar, trotz unserer Privilegien, so wahnsinnig schlecht zu gehen scheint.</p>
<p align="justify">Und ja, es geht uns ganz offenbar schlecht. Die postmoderne Welt ist beharrlich dabei, am Ast unserer wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Dominanz zu sägen und lässt uns nicht mehr einfach mit allem durchkommen, wie die letzten paar Jahrtausende. Plötzlich wird von uns erwartet, dass wir uns rechtfertigen für unser Verhalten, dass wir über unsere Gefühle sprechen, statt einfach nach ihnen zu handeln mit der fixierten Erwartungshaltung, es würde am Ende schon irgendwie nach unserer Pfeife getanzt. Während der eine, kleinere Teil von uns über jahrelange Arbeit versucht, den verinnerlichten, toxisch-maskulinen Habitus abzulegen, nicht selten mithilfe von Psychotherapie, denn bei Merlins Bart, this Shit goes deep, wählt ein anderer Teil den offensiven Weg und beginnt sein problematisches, selbst- und viel zu oft fremdschädigendes Verhalten, als Manifest einer metaphysischen Urmännlichkeit offen zur Schau zu tragen, rationalisiert die offensichtlichen Widersprüche und massiven Ungerechtigkeiten als so etwas wie eine Naturordnung oder Kulturerrungenschaft, die es zu verteidigen gilt, bis hin zur verbalen und psychischen Gewalt gegenüber jenen, denen sie die Schuld geben an ihrem Autoritätsverlust. Ein dritter und wohl größter Teil, versucht sich schadlos zu halten, benimmt sich, meckert gelegentlich (getriggerterweise) über die viel zu schnell getriggerten Snowflakes und zieht sich zurück in immer engere Kreise, in welchen er das Gefühl hat, noch ungestört zu sein. Der Kneipenabend mit „den Jungs“, der Hobbykeller mit dem Billardtisch und der Plattensammlung, das Fußballstadion.</p>
<p align="justify">Dieses Bild moderner <i>average white guys</i><i>™</i> entbehrt nicht einer gewissen Lächerlichkeit. Und zugegeben, es ist wohl auch ein stückweit lächerlich. Nur wird man nicht umhinkommen, möchte man die Probleme möglichst aller Gruppen zu einer guten und gerechten Lösung führen, auch die verhältnismäßig kleinen Probleme der Privilegiertesten ernst zu nehmen. Denn sonst wachsen auf der einen Seite die Ressentiments und führen mitunter zu noch mehr und noch heftigerer Radikalisierung und steigt auf der anderen Seite die Angst, sich zu den eigenen Gefühlen und Ängsten vor Abwertung und Geringschätzung zu bekennen, selbst wenn emanzipatorische Diskurse verstanden werden und sich mit den betroffenen Gruppen solidarisiert wird.</p>
<p align="justify">Bei der Analyse dieses Problemfeldes muss man sich zunächst bewusst machen, wie unscharf der Begriff „Privileg“ ist, wenn man nicht die durchschnittliche Verteilung von Zugang zu Chancen, Geld, Wohnraum, oder auch schlicht individuelle Freiheit auf gesamtgesellschaftlichem oder sogar globalem Niveau bespricht, sondern auf eine individuelle, mikroökonomische Ebene schaut. Global betrachtet, ist das System so verfasst, dass es weiße, cismännliche Personen in den genannten und weiteren Bereichen massiv bevorzugt, im alltäglichen Leben der Menschen äußert es sich aber als permanenter Brandherd von härtester Konkurrenz zwischen Einzelsubjekten um jene Ressourcen, die durch die Ungleichverteilung in viel zu wenigen Händen liegen und für den Rest grade so viel übriglassen, wie absolut notwendig ist. Auch der hieraus zwangsläufig entstehende Mangel betrifft marginalisierte Gruppen im Durchschnitt deutlich härter als die <i>average white guys</i><i>™, </i>aber dennoch sollte es einen nicht wundern, wenn ein Familienvater mit zwei Jobs, ein entlassener Braunkohlebergbauer oder ein alleinstehender Sozialhilfeempfänger sich nicht mit dem Narrativ des <i>male privilege </i>identifizieren können. In meinen Augen muss eine gute feministische Theorie und Praxis immer berücksichtigen, dass sich Privilegien nicht allein aufgrund von Identitäten ungerecht verteilen, sondern vor allem durch ökonomische Ausbeutungsverhältnisse.</p>
<p align="justify">So weit so grundlegend.</p>
<p align="justify">Nun leben wir allerdings in einer Gesellschaft, die es aus den verschiedensten Gründen nicht schafft, sich nachhaltig von diesen Verhältnissen zu lösen, welche die Privilegien so auffallend ungerecht verteilen. Es muss etwas geben, was unter den <i>average white guys</i><i>™ </i>eine Einheit stiftet, welche stärker ist als der immense Druck der ökonomischen Ungleichheit, etwas, womit sich sowohl die absolut Obersten, als auch die absolut Untersten von ihnen identifizieren und was ihnen ein „Weiter-So“ oder sogar ein Abgleiten in Autoritäre, Rückschrittliche Ideologien attraktiver erscheinen lässt, als eine fundamentale Änderung der Gesellschaft. Der ganz individuelle Vorteil dieser Ideologie, die man Maskulinismus nennen kann, liegt auf der Hand. Auch wenn das Individuum unter unerreichbaren Idealen und ökonomischer Ausbeutung leidet, kann es doch innerhalb seiner Mikrosphäre eine Dominanz für sich beanspruchen. Es hat fast sadomasochistische Züge. Ich weiß, nach „Oben“ muss ich gehorchen und mich unterordnen und bin dadurch legitimiert, nach „Unten“ Gewalt auszuüben, in welcher Form auch immer. Der sehr heteronormative Trope des Familienvaters, der das Geld verdient, in den Krieg zieht oder in anderer Form die Familie nach „Außen“ vertritt, indem er sich in ein hierarchisches System eingliedert um das Überleben und/oder den Lebensstandard zu sichern, der aber dann zuhause seine Entfremdung, Überforderung oder seine Traumata gewaltvoll an seiner Frau oder seinen Kindern auslebt, ist in unseren Kulturprodukten vielfach wiedergegeben und kritisiert, aber auch schon reproduziert und legitimiert worden, falls die moralische Grenze zur physischen Gewalt nicht überschritten wurde.</p>
<p align="justify">Speaking of.</p>
<p align="justify">Fortsetzung folgt.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ihhh, Mädchen!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/02/ihhh-maedchen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Martha]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Feb 2022 07:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Jeder hat schon mal mitbekommen, dass Mädchen als Beleidigung genannt wurde: “Ich bin doch kein Mädchen” oder “Ist dir kalt? Bist du ein Mädchen oder was?”. Genau so eine Situation hat unserer Autorin Martha auf der Rückfahrt einer Hochzeit mitbekommen und betroﬀen gemacht. Dabei sollte es doch Teil der Erziehung sein, Sexismus nicht zu verbreiten]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong>Jeder hat schon mal mitbekommen, dass Mädchen als Beleidigung genannt wurde: “Ich bin doch kein Mädchen” oder “Ist dir kalt? Bist du ein Mädchen oder was?”. Genau so eine Situation hat unserer Autorin Martha auf der Rückfahrt einer Hochzeit mitbekommen und betro<span class="s1">ﬀ</span>en gemacht. Dabei sollte es doch Teil der Erziehung sein, Sexismus nicht zu verbreiten und gar nicht erst an junge Menschen weiterzutragen. Wie Martha reagiert hat lest ihr im Text.</strong></p>
<p><span id="more-14475"></span></p>
<p class="western" align="left">Es ist Samstagabend. Die Hochzeitsfeier eines Familienmitgliedes von meinem Freund neigt sich dem Ende zu. Es wird diskutiert, wer wie und mit wem nach Hause kommt. Im Auto des Hochzeitspaars ist kein Platz mehr, deswegen fahren wir – mein Freund, sein kleiner Stiefbruder und ich &#8211; bei den Nachbarn mit: Ein unsympathisch wirkender Mann und seine Frau – beide ungefähr 40 Jahre alt und ihr Sohn im Grundschulalter, der nach der langen Veranstaltung völlig übermüdet ist. Er ist mit dem Stiefbruder befreundet, der ebenfalls schon viel zu lange wach ist und die beiden kabbeln sich auf dem Rücksitz. Die Mutter versucht halbherzig, sie zur Ruhe zu bringen, doch gibt nach kurzem auf. Stattdessen merkt sie an, dass ihr kalt sei. Es ist immerhin Mitte Oktober und das Auto ist nicht geheizt. Ich stimme ihr leise zu. Daraufhin meldet sich der Vater genervt zu Wort: „Ja, ihr seid ja auch Mädchen.“ Ich kann es kaum fassen. Hat er das gerade wirklich gesagt? Mal abgesehen davon, dass ich fast 18 und die Frau schon lange kein Mädchen mehr ist, was soll dieser Kommentar denn bezwecken? Ich bin fassungslos vor Wut, aber traue mich nicht, irgendetwas zu kontern. Leider bleibt es nicht bei dieser Bemerkung. Der Stiefbruder trägt nur ein Hemd und eine Weste und fängt deshalb an zu zittern. Seinem Kumpel entgeht das natürlich nicht: „Haha, bist du etwa auch ein Mädchen?“ „Nein, natürlich nicht – ihhh, ich will doch kein Mädchen sein!“ antwortet dieser wie aus der Pistole geschossen. Der Vater lacht. In mir brodelt es. Am liebsten würde ich ihm hier, auf der Stelle, sofort meine Meinung geigen. Ich bezweifel jedoch, dass dies einen Sinn hätte. Er wirkt weder besonders einsichtig, noch wie jemand, der sich gerne von einer Siebzehnjährigen, die er vor 10 Minuten kennengelernt hat, belehren zu lassen würde. Zum Glück muss ich diese Situation nicht viel länger ertragen. Wir sind am Haus meines Freundes angekommen und verabschieden uns.</p>
<p class="western" align="left">Doch meine angestaute Wut verlässt mich noch nicht. Drinnen fange ich sofort an, mich über den sexistischen Nachbarn zu beschweren und nehme mir dann den Stiefbruder zur Seite, der das Geschehene wahrscheinlich gar nicht so richtig verstanden hat. Zwar habe ich mich nicht getraut, dem Vater zu widersprechen, doch ist mir ziemlich klar, dass ich trotzdem ihm reden und erklären sollte, was bei der Situation im Auto falsch gelaufen ist. „Was der Vater da gesagt hat, war nicht okay. Kannst du verstehen, warum man niemanden als Mädchen beleidigen sollte?“ „Hä, warum?“ „Das impliziert, dass Mädchen schwächer sind als Jungs und nicht ihren Respekt verdienen. Aber nur weil man kein Junge ist, sollte das auf keinen Fall heißen, dass man weniger wert ist. Und nur weil du manchmal Streit mit deiner Schwester hast, ist sie trotzdem genauso wertvoll wie du, richtig?“ Er nickt – natürlich hat er seine Schwester lieb. Mein Freund klinkt sich in das Gespräch ein: „Außerdem beleidigst du damit gleichzeitig etwa die Hälfte der ganzen Weltbevölkerung. So ist jeder zweite Mensch nach deiner Logik doof.“ Das macht ihn stutzig. Er steht da ohne etwas zu erwidern.</p>
<p class="western" align="left">Ich hoffe wirklich, dass dieses Gespräch etwas gebracht hat und der Stiefbruder in Zukunft andere – oder im besten Fall – gar keine Beleidigungen wählt. Vielleicht macht er auch seine Kumpels darauf aufmerksam, wenn sie Mädchen* in ihrem Umfeld nicht gerecht behandeln. In der Situation hat er sich zwar nur an den Worten des Nachbarn orientiert, doch wenn die sexistische Perspektive, welche der Vater eingenommen hat, der festen Bestandteil einer Erziehung ist, werden Jungen* der nächsten Generation diesen Sexismus weitertragen und verbreiten.</p>
<p class="western" align="left">Denn wenn schon Jungen* im Grundschulalter beigebracht wird, dass Mädchen* nicht ihren Respekt verdienen – was soll nur aus ihnen werden, wenn sie erwachsen sind?</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wann ist ein Mann ein Mann?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/02/wann-ist-ein-mann-ein-mann-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HeRoes]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Feb 2022 13:24:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Dürfen Männer bei Filmen weinen? Vielen wird beigebracht: Nein. Emotionen zeigen und den Gefühlen freien Lauf lassen geht nicht &#8211; ein Mann muss stark sein. Aber warum eigentlich? Im Video der HeRoes Duisburg fragt sich Memo genau das &#8211; “Warum müssen Männer immer stark sein? Ist das gesund?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dürfen Männer bei Filmen weinen? Vielen wird beigebracht: Nein. Emotionen zeigen und den Gefühlen freien Lauf lassen geht nicht &#8211; ein Mann muss stark sein. Aber warum eigentlich? Im Video der HeRoes Duisburg fragt sich Memo genau das &#8211; “Warum müssen Männer immer stark sein? Ist das gesund?</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Frau-Mann-Konstrukt: Wie Frauen denken und Männer nicht</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/02/das-frau-mann-konstrukt-wie-frauen-denken-und-maenner-nicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nev]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Feb 2022 07:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Identitäten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[Nev macht sich Gedanken über das “Frau-Mann-Konstrukt”. Was ist eigentlich ein Mann? Was ist eine Frau? Was sind Unterschiede oder Gemeinsamkeiten, von denen es doch anatomisch wie auch auf Gefühlsebene einige gibt? Oder nicht? Klischeehaft ist ein Mann “1.80m groß, bärtig, trainiert, trinkt Bier und isst ausschließlich Fleisch”. Bin ich kein Mann, wenn das nicht]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nev macht sich Gedanken über das “Frau-Mann-Konstrukt”. Was ist eigentlich ein Mann? Was ist eine Frau? Was sind Unterschiede oder Gemeinsamkeiten, von denen es doch anatomisch wie auch auf Gefühlsebene einige gibt? Oder nicht? Klischeehaft ist ein Mann “1.80m groß, bärtig, trainiert, trinkt Bier und isst ausschließlich Fleisch”. Bin ich kein Mann, wenn das nicht auf mich zutri<span class="">ﬀ</span>t? Viel Spaß, Nevs Meinung dazu zu lesen.</strong><br />
<span id="more-14446"></span></p>
<p><span style="font-family: Calibri, sans-serif;">Ob der Titel und die Unterschrift nun richtig gewählt sind, wage ich fast ein wenig zu bezweifeln. Doch was ist überhaupt richtig. Ich habe mir in den letzen Woche und Monaten – was sage ich, eigentlich bereits mein ganzes Leben darüber Gedanken gemacht, was typisch Frau und typisch Mann sei. Wie und wo fängt man so ein Thema überhaupt an? Klischees, Hormone, Gedanken, Kleidung, Körperbau.<br />
Die Fakten sagen, dass es gravierende anatomische Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt. Gleich sind bei beiden Geschlechtern 44 Chromosomen, die sogenannten Autosomen. Nun kommt der entscheidende Unterschied: Frauen besitzen zwei X-Chromosomen und Männer haben ein X- und ein Y-Chromosom, welche für die jeweilige Entwicklung verantwortlich sind. Optisch gesehen haben Frauen Brüste und eine Vagina, Männer haben einen Penis. Sehr plump, aber irgendwie auch recht treffend. Soll das aber schon alles sein, was beide Geschlechter unterscheidet? Nein, natürlich nicht.<br />
Ich selbst konnte die Erfahrung machen, die Gedanken- und Gefühlswelt einer Frau kennenzulernen und nun, dank der gegengeschlechtlichen Hormontherapie mit Testosteron bin ich in der Männerwelt angekommen. Es gibt gewiss Unterschiede in den Gedanken und Gefühle. Allerdings bin ich auch der festen Überzeugung, dass die hormonelle Zusammensetzung des einzelnen Körpers wesentlichen Einfluss auf das Verhalten und Empfinden hat. Beispielsweise trägt ein höherer Testosteronspiegel dazu bei, dass ein Mensch impulsiver ist. Im Gegensatz ist man empfindsamer, wenn der Östrogenspiegel erhöht ist. Die Zusammensetzung ist von Mensch zu Mensch, ganz gleich, ob Mann oder Frau, sehr unterschiedlich und kann nicht über einen Kamm geschert werden. Manche Argumente und Aussagen scheinen vielleicht etwas wirr. Ich habe natürlich keinen Abschluss oder einen Doktortitel in der Hormonforschung, sodass meine Argumentation nur anhand von Erfahrungen und Beobachtung aufgestellt ist.<br />
</span>Wie definiere ich für mich das „Mann sein“?<br />
Klischeehaft sehen Männer vermutlich ungefähr so aus: 1,80m groß, bärtig, trainiert. Beschützer und Ernährer der Familie, lieben Fussball, können besser Autofahren als Frauen, trinken Bier und essen eigentlich ausschießlich Fleisch.<br />
Wenn ich mir diese ganzen Klischees – und es gibt noch unzählige mehr – so ansehe, dann bin ich wohl kein Mann. Falsch! Zum Einen ist jeder Mensch, ob Mann oder Frau, individuell in Aussehen, Verhalten, Emotionen. Zum Anderen definiert man sich selbst und auch das ist unterschiedlich. Mein Ziel und auch meine Definition eines Mannes ist für mich, ein guter Mensch und irgendwann ein guter Vater und Mann zu sein. Sicher ist es auch ein Anreiz von mir, gut und ein wenig trainiert auszusehen. Ja, ich wäre auch gern ein paar Zentimeter größer. Das sind allerdings nur „Nebensächlichkeiten“ &#8211; viel wichtiger, für seine Liebe da zu sein, zu schätzen, zu ehren. Ja, auch Beschützer und Ernährer zu sein. Angst zu nehmen, Halt zu geben. Meine Frau glücklich zu machen und meine Famile glücklich und stolz zu machen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>FaulenzA Konzert in Dresden Queer Pride</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/11/faulenza-konzert-in-dresden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FaulenzA]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Nov 2021 07:00:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Stimme Sticky]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere Künstlerin FaulenzA war mit ihren grandiosen Songs live in Concert auf der Queer Pride in Dresden. Wir wünschen euch ganz viel Spaß mit ihrem großartigen Auftritt! We&#8217;re here, we&#8217;re queer, we&#8217;re fabulous, don&#8217;t mess with us! Mehr dazu: Mehr von FaulenzA findet ihr hier.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Künstlerin FaulenzA war mit ihren grandiosen Songs live in Concert auf der Queer Pride in Dresden. Wir wünschen euch ganz viel Spaß mit ihrem großartigen Auftritt! We&#8217;re here, we&#8217;re queer, we&#8217;re fabulous, don&#8217;t mess with us!</strong><br />
<span id="more-13645"></span><br />
<strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von FaulenzA <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/faulenza/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Falsch sein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/10/falsch-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Oct 2021 07:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
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					<description><![CDATA[Dieser Text von unserer Autorin Lina erzählt die Geschichte einer jungen Person aus Mockau, Leipzig. Zuhause wird sie &#8218;Sophie&#8216; genannt, doch sie selbst nennt sich Gerrit. Und Gerrit ist auf der Suche. Nach Freund*innen, nach Zugehörigkeit, nach sich selbst, immer getrieben von der Sehnsucht, endlich keine falsche Rolle mehr spielen zu müssen. Wir wünschen euch]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Dieser Text von unserer Autorin Lina erzählt die Geschichte einer jungen Person aus Mockau, Leipzig. Zuhause wird sie &#8218;Sophie&#8216; genannt, doch sie selbst nennt sich Gerrit. Und Gerrit ist auf der Suche. Nach Freund*innen, nach Zugehörigkeit, nach sich selbst, immer getrieben von der Sehnsucht, endlich keine falsche Rolle mehr spielen zu müssen. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen!</b></p>
<p><span id="more-13622"></span></p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Es fängt bei dem ungeliebten Onkel an, bei welchem du jedes Mal vorgeben musst, alles, was er sagt, lustig zu finden oder zumindest nicht auf seine stichelnden Aussagen auf die Politik bezogen zu reagieren.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Kleine Splitterpersönlichkeiten in unterschiedlichen Freundeskreisen. Tiefes Durchatmen auf der Restauranttoilette, bevor es zurück geht zu der Familienfeier, bei welcher du dich ständig unter dem Tisch kneifst. Wangen die vom falschen Lächeln schmerzen.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Schule als gesellschaftliches Horrorsystem, mit strikten Kategorien im Sportunterricht gefestigt. Die Umkleide davor als Zerreißprobe der Körperscham.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>„Sophie, gibst du deinem Vater bitte die Leberwurst?“<br />
„Sophie, zur Geburtstagsfeier deines Onkels solltest du schon ein Kleid anziehen, das gehört sich einfach so für ein Mädchen.“<br />
„Sophie, warum bringst du denn nie Freunde von dir mit?“</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>„Sophie ist nicht mein Name“, hätte Gerrit gerne gesagt.<br />
„Ich bin kein Mädchen“, hätte Gerrit gerne gesagt.<br />
„Ich habe keine Freunde, die mich so nennen wie ihr mich nennt. Ich habe keine wirklichen Freunde, die nach Mockau kommen würden, hinten in die Siedlung an dem großen Wiesenplatz, vorbei, wo das Stadtteilfest manchmal stattfindet und sich dort an einen Tisch mit euch setzen würden. Ich habe keine Freunde, die mich so kennen wie ihr mich kennt“, hätte Gerrit gerne gesagt.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.<br />
Füße wippen unruhig unter dem Esstisch, Nägel sind abgekaut.<br />
Kapuze tief im Gesicht.<br />
Das Zimmer voller Poster.<br />
Eine Schublade unter dem Bett gefüllt mit Zeichnungen, Gedichten und einem Binder.<br />
Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.<br />
Gerrit hatte nicht das Pronomen sie.<br />
Gerrit hatte auch nicht das Pronomen er.<br />
Gerrit war einfach Gerrit.</p>
<p>Wenn du aufwächst dann lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Gerrit wusste nicht, wie ihre Eltern reagieren würden.<br />
Kein Junge, kein Mädchen.<br />
Irgendwie dazwischen oder ganz woanders.<br />
Über ‚solche Personen‘ riss Gerrits Vater meistens Witze oder verdrehte nur die Augen.<br />
Niemand verstand es.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Gerrit sagte meistens wenig.<br />
Es gibt am Oberschenkel diese Stelle, die etwas weicher ist und sich gut drücken lässt.<br />
Flecken die so weit oben waren, dass diese selbst in der Sportumkleide unsichtbar waren.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Am Esstisch in Mockau wurde ein Filmset aufgebaut.<br />
Gerrit versetzte sich in ihre Lieblingscharaktere und versuchte wie sie zu reagieren, wie sie zu sprechen, wie sie zu fühlen und zu handeln.<br />
Gerrit kannte es eine Rolle zu spielen.<br />
Klamotten, die Gerrit aufgezwungen wurden, waren die Garderobe ihrer Künstlerpersönlichkeit und Gerrit performte einwandfrei.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Das erste Mal, das Gerrit ausgesprochen hatte, dass sie nicht-binär war, war während eines Gewitters.<br />
Trommelnder Regen gegen das Fenster in der Dachschräge und Worte, die sich gegen den Sturm fast unbedeutend anhörten.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>In der Schule war es eine andere Rolle die Gerrit spielte.<br />
Die Rolle eines schüchternen Mädchens, welches lieber für sich blieb.<br />
Gerrit beobachtete, wie andere ihre Rollen besser spielten.<br />
Besonders gut waren die beiden Jungen aus der Parallelklasse, welche sich nicht zu mögen schienen und in Sportwettkämpfen immer wieder aneinandergerieten. Das was diese Jungen hinter der Schule getan hatten, als Gerrit weinend aus einem Unterricht gerannt war, taten nicht unbedingt Personen, die sich nicht mochten.<br />
Doch was wusste Gerrit schon.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Leichtathletik Training – da hätte Gerrit drei Mal in der Woche sein gemusst.<br />
Dort spielte Gerrit keine Rolle denn dort war Gerrit nicht.<br />
Gerrit war bei Freunden aus ihrer Jugendgruppe oder bei der Jugendgruppe selbst.<br />
Gerrits Rolle war bei diesen Freunden Gerrit.<br />
Gerrit hörte zu, wie andere ihrer Freunde ähnliche Probleme hatten. Gerrit hörte zu, wie andere Freunde ausgezogen waren und das Leben lebten, von dem sie immer träumte, wenn sie durch Leipzig mit der 9 in Richtung Thekla oder in der 1 in Richtung Mockau fuhr.</p>
<p>Wenn du aufwächst dann lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Bei Gerrits erstem CSD war sie mit ihren Freunden und musste sich 2 Tränen aus dem Augenwinkel wischen. Gerrit würde dies später nicht zugeben.<br />
Gerrit bekam eine Regenbogenfahne geschenkt, welche mit in die kleine Schublade unter dem Bett wandern würde und war überwältigt.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Auf dem Weg nach Mockau nahm Gerrit die Sticker, welche auf Oberteil und Rucksack geklebt wurden, ab.<br />
Die Bemalung im Gesicht hatte Kim mit einem Feuchttuch von Gerrits Wange entfernt noch während sie als Gruppe auf dem Leipziger Marktplatz standen.<br />
Kim war dabei vorsichtig gewesen und hatte Gerrits Gesicht umgriffen.<br />
Gerrit hatte dabei kurz vergessen zu atmen.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Gerrit lief durch die Mockauer Siedlung vorbei an der großen Wiese, auf welcher das Stadtteilfest stattfinden würde auf dem Weg zu einem weiteren Mal Esstisch mit den Eltern.<br />
Ein weiteres Mal wippende Beine, abgekaute Nägel und nicken.<br />
Ein weiteres Mal an dem Filmset zu Hause eine Rolle spielen.<br />
Ein weiteres Mal Sophie genannt werden.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Gerrit würde sich irgendwann von ihrer Rolle verabschieden.<br />
Gerrit würde irgendwann den Mut aufbringen Kim zu fragen mal was allein zu machen.<br />
Irgendwann war aber nicht jetzt.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Lina ist übrigens auch Slam Poetin.<a href="https://www.instagram.com/lina_kloepper/?hl=de" target="_blank" rel="noopener"><strong> Hier geht&#8217;s zu ihrem Insta-Profil</strong></a>!</li>
<li>Und wenn ihr mehr von Lina lesen mögt, <strong><a href="https://brimborium-verlag.de/produkt/liebe-und-das-gegenteil-lina-kloepper-jetzt-vorbestellen/">hier gehts zur ihrem aktuellen Buch</a></strong>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Adrian Adu &#8211; Rollenbildnis</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/09/adrian-adu-rollenbildnis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Adrian]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Sep 2021 07:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
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					<description><![CDATA[Unser wunderbarer Slammer und Texter Adrian bietet im Rahmen unseres #hybridgelände einen Online-Workshop zu Spoken Art an. Angefangen bei der Inspiration &#38; Motivation bis hin zum fertigen, selbst geschriebenen Text, geht es in diesem Workshop darum, Grundlagen und Vertiefungen für das Schreiben eigener Poetry-Texte zu vermitteln. Termin: 05.10.2021 von 12 bis 14 Uhr – Online-Workshop Kostenlose Anmeldung]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="" dir="auto">
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<div dir="auto"><strong>Spoken Art an. Angefangen bei der Inspiration &amp; Motivation bis hin zum fertigen, selbst geschriebenen Text, geht es in diesem Workshop darum, Grundlagen und Vertiefungen für das Schreiben eigener Poetry-Texte zu vermitteln.</strong></div>
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<div dir="auto">Termin: <strong>05.10.2021</strong> von <strong>12 bis 14 Uhr</strong> – Online-Workshop</div>
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<p>Kostenlose Anmeldung über <a href="mailto:mail@meintestgelaende.de" target="_blank" rel="noopener">mail@meintestgelaende.de</a></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Noch mehr tolle Workshops im Rahmen unseres #hybridgelände findet ihr <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/07/hybridgelaende2021/">hier.</a></strong></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Ordinäres oder modernes Grundgesetz?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/09/grundgesetz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ann Katrin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Sep 2021 07:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[#Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgrenzung]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland und mittlerweile 72 Jahre alt: Das Grundgesetz. In wenigen Tagen findet die Bundestagswahl statt, unsere Autorin Ann Katrin hat das zum Anlass genommen, sich nochmal intensiv mit dem GG zu beschäftigen. Welche Aspekte zu Gender im Grundgesetz zu finden sind und ob das GG überhaupt inklusiv ist, erfahrt]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland und mittlerweile 72 Jahre alt: Das Grundgesetz. In wenigen Tagen findet die Bundestagswahl statt, unsere Autorin Ann Katrin hat das zum Anlass genommen, sich nochmal intensiv mit dem GG zu beschäftigen. Welche Aspekte zu Gender im Grundgesetz zu finden sind und ob das GG überhaupt inklusiv ist, erfahrt ihr in ihrer Analyse. Viel Spaß beim Lesen!</strong><strong><br />
</strong></p>
<p><span id="more-13343"></span></p>
<p>2021 ist ein Jahr voller Landtagswahlen und der Bundestagswahl im September. Diese Zeit bietet für die Wähler eine gute Chance, die politischen Kenntnisse aufzufrischen. Ich habe mir das Grundgesetz nochmal genauer angesehen und besonders auf die Inklusion, hinsichtlich der vielen Orientierungsgruppen, geachtet. Sie kommen nicht vor! Das deutsche Grundgesetzt (GG) gilt für alle in Deutschland geborenen Menschen, Gruppen mit Flüchtlings-und Asylhintergrund sowie Personen mit deutschem Pass. Außerdem regelt das GG deutlich mehr als nur das soziale Zusammenleben, sondern auch wie Deutschland aufgebaut ist, inklusive der Eigentümer der Bundesrepublik und den Ablauf eventueller Veränderungen der staatlichen Struktur. Aber das Gesetz stellt neben der rechtlichen und politischen Aufstellung auch eine Richtlinie für das gesellschaftliche Zusammenleben dar. Es sind unterschwellige Leitlinien, wie Menschen miteinander umgehen und sich gegenseitig positionieren sollten. Dies ist besonders durch Artikel 1 gewährleistet, welcher die Würde des Menschen über allem anderen schützt. Gleichzeitig ist der Artikel auch durch die Ewigkeitsklausel geschützt und kann so nicht verändert werden. Betrachten wir das GG allerdings als maßgebendes Dokument, wie die Personen der deutschen Gesellschaft betrachtet werden, stoßen wir auf einige Hürden bezüglich der Einbindung der Gruppen mit diversen Orientierungen und Identifizierungen. Im Jahr 2021 kategorisieren wir Personen nicht nur als Mann oder Frau, sondern berücksichtigen auch die persönliche Wahrnehmung bezüglich des eigenen Körpers und der sexuellen Orientierung. Viele Bereiche des öffentlichen Lebens sind schon dabei sich anzupassen und für Gleichberechtigung sowie für Inklusion zu sorgen. Ein nächster großer Schritt sollte eine drastische Überarbeitung des GG sein, welche eine deutliche Inklusion der diversen Gruppen nach sich ziehen kann. Das seit 1949 bestehen GG umfasst aktuell 202 Artikel und wurde seit seinem Bestehen schon 60 Mal geändert, einige Artikel wurden neu formuliert oder ganz entfernt. Aber die Formulierungen der angesprochenen Personen haben sich nicht verändert. Hauptsächlich wird im GG vom “Deutschen Volk” und explizit von Männern und Frauen gesprochen. Die am meisten verwendete Formulierung ist immer noch “Personen” und “jedermann”. Diese Formulierungen sind grob gesehen sehr allgemein und inklusiv und natürlich kann nicht jeder Artikel in korrekter Gendersprache überarbeitet werden, besonders, da mehr als die Hälfte des GG das politische und rechtliche System, sowie die Zuständigkeiten und das Eigentum der Bundesrepublik erläutern. Aber einige Artikel sind in ihrer aktuellen Formulierung sehr explizit ausgrenzend und leider nicht durch Gleichberechtigung geprägt. So besagt Artikel 3 die explizite Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Aber gerade in diesem Artikel sollten dann auch alle Gruppen eingeschlossen werden, wie die LGBTQ, Transgender oder Personen mit Nicht-binärer Orientierung (divers). Bisher werden Personen, die sich als divers oder Trans identifizieren, ausgeschlossen, falls sie weder explizit Mann noch Frau sind oder sich so sehen. Dies stellt auch die Frage, ob das GG sich nur auf eine rein biologische Kategorisierung der Geschlechter bezieht und wie die Definition Mann und Frau hergeleitet wird. Gleichzeitig besagt Artikel 3, dass keine Person benachteiligt werden darf. Wie also werden hier Menschen mit einer anderen Orientierung als die im GG festgelegte beachtet und geschützt? Ein weiterer Streitpunkt kommt mit Artikel 12. Dieser Artikel bezieht sich auf die Verpflichtung zum Zivildienst. Ersterer Absatz besagt deutlich, dass Männer verpflichtet werden dürfen, sollte die Not bestehen. Ein weiterer Absatz besagt, dass Frauen ebenso verpflichtet werden können, wenn die freiwillige Besetzung durch Männer nicht ausreicht und auch, dass Frauen vom Dienst mit der Waffe ausgeschlossen werden: “Sie dürfen auf keinen Fall zum Dienst mit der Waffe verpflichtet werden.” So viel zu voller Gleichberechtigung. Abgesehen vom expliziten Ausschluss weiblicher Personen vom Waffendienst, werden hier auch wieder nur Männer und Frauen angesprochen. Wenn sich eine Person also &#8222;anders&#8220; identifiziert, anstatt klar als Frau oder Mann, entfällt diese Person im Artikel 12 dann komplett? Darüber hinaus könnte eine freiwillige Bereitstellung zum Zivildienst zu der Frage führen, für welche Aufgaben die Person gemeldet werden würde. Gilt diese Person dann für die weibliche Gruppe oder die männliche? Wird sie aufgrund der physischen Attribute eingeordnet oder nach der sexuellen Orientierung oder der persönlichen Identifikation? In den restlichen Artikeln des GG kommt es nicht zu solch starken Auffälligkeiten aber zusammengefasst ist das GG leider sehr einseitig formuliert. Es klingt sehr einfach, die Anpassung des GG zu fordern und Vorschläge zu machen. Allerdings muss auch abgewogen werden, wie diese Veränderungen durchgeführt werden würden und welche Schwierigkeiten aber auch Vorteile entstehen könnten. Die positiven Aspekte lassen sich einfach zusammenfassen: transparente Inklusion und Gleichberechtigung aller gesellschaftlichen Gruppen mit diversen Orientierungen und Identifizierungen. Eine Aufnahme im GG würde zu mehr Akzeptanz führen und zu mehr Beachtung durch die Politik. Außerdem setzt die Veränderung ein klares Zeichen für eine wirklich transparente und moderne Politik in Deutschland. Bisher blieb es nur bei Veranstaltungen, sozialen Bewegungen und gelegentlichen Statements durch einzelne Politiker. Die Hürden auf der anderen Seite sind etwas komplizierter. Zum einen wäre es ein sehr aufwendiger Prozess zwischen Politikern und Sozialwissenschaftlern, sich darauf zu einigen, welche Formulierungen untergebracht werden sollten, um die verschiedenen Personengruppen korrekt zu integrieren. Ein weiterer Punkt wäre der fortlaufende Prozess. Wenn diese erste Unterbringung erst einmal beginnt, dann kann argumentiert werden, dass mit jeder neuen Identifikationsgruppe auch eine erneute Anpassung des GG notwendig wird. Es wäre also ein sich wiederholender Prozess, den sicherlich nicht viele Politiker begrüßen würden. Zuletzt stellt sich die Frage, wann eine eindeutige Aufnahme in das GG notwendig wird oder ob vielleicht eine klare Definition der Personengruppen eine schnelle Lösung wäre. Dies könnte nur eine Aufnahme bzw. Ergänzung benötigen mit klarer Formulierung, dass die neue Bezeichnung für die restlichen Artikel gelten wird.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><strong>Noch unentschlossen wo du am 26.09 dein Kreuz setzt? Mach einfach den <a href="https://www.wahl-o-mat.de/" target="_blank" rel="noopener">Wahl-O-Mat</a><br />
</strong></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>cis oder stirb</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/09/cis-oder-stirb/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jungen* Wettbewerb 2021]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Sep 2021 07:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=13339</guid>

					<description><![CDATA[Isaak Eden schreibt über Geschlechterrollen, Hass, schädliche Erwartungen und Normen in unserer Gesellschaft, die nicht nur Frauen, sondern alle Geschlechter und damit auch Männer betreffen. Er plädiert für eine zarte Männlichkeit. Volle Zustimmung! Mit diesem Text hat er den 3. Platz bei unserem Jungen*Wettbewerb belegt. Wir gratulieren herzlich und wünschen euch viel Freude beim Lesen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="page" title="Page 1">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p><strong>Isaak Eden schreibt über Geschlechterrollen, Hass, schädliche Erwartungen und Normen in unserer Gesellschaft, die nicht nur Frauen, sondern alle Geschlechter und damit auch Männer betreffen. Er plädiert für eine zarte Männlichkeit. Volle Zustimmung! Mit diesem Text hat er den 3. Platz bei unserem Jungen*Wettbewerb belegt. Wir gratulieren herzlich und wünschen euch viel Freude beim Lesen.</strong></p>
<p><span id="more-13339"></span></p>
<p>Männer sollen in Deutschland 180cm groß sein, aber ich werde immer kompakte 170cm bleiben. Männer sollen einen Bart und stark behaarte Beine haben, aber mein Körper produziert eher wenig Haare. Sie sollen eine (also nicht mehrere oder keine) Frau heiraten, aber ich habe kein Interesse an Frauen, was über Freundschaft hinausgeht. Und zu guter Letzt sollen sie auch noch einen mittelgroßen Penis und zwei Hoden haben. Die cissexistische, patriarchale, deutsche Gesellschaft stellt eine Bandweite an Anforderungen an mich (und alle anderen Männer), bei deren Erfüllung jedoch ein angenehmes, sorgenfreies Leben wartet&#8230; oder? Oder?</p>
<p>Ich konnte und kann nur wenige Männlichkeits-Erwartungen erfüllen, was mich vor allem während meiner Schulzeit sehr deprimierte. Wie viele andere Jungs und Männer vor mir, dachte auch ich, dass irgendetwas mit mir nicht stimmt, dass ich unmännlich sei, ein Mann zweiter Klasse, ein Mensch zweiter Klasse. Ich war wirklich fest davon überzeugt, dass ich eine schlechte Person sei, weil ich z.B. schon seit dem Kindergarten gerne pink trage, „obwohl“ ich doch ein Junge (bzw. jetzt Mann) bin.</p>
<p>Nachdem ich einige Menschen, Bücher und Dokumentationen im Internet kennengelernt hatte, wurde mir zum Glück bewusst, wie arbiträr und vor allem sinnlos und gewalttätig diese ganzen Männlichkeits-Ideale sind &#8211; warum zur Hölle gilt Queerness als unmännlich? Was sagt es über uns als Gesellschaft aus, wenn wir nur Personen mit Bartwuchs als Männer akzeptieren und somit (oftmals) trans* und inter* Männer abwerten?</p>
<p>Für feministische, gesunde, zarte Männlichkeit gibt es in der deutschen Mehrheitsgesellschaft einfach keine Grundlage, ganz im Gegenteil: Jungs, Kleinkindern und sogar Neugeborenen wird von den meisten (!) Eltern leider immer noch u. A. gesagt: „nein du darfst nicht damit spielen, weil das nur für Mädchen ist und ich keine trans* Frau als Kind haben möchte, wenn du dich im Laufe deines Lebens als trans* outen solltest, enterbe ich dich sofort :)“, „wein mal nicht lol“, „zieh das nicht an, sonst wirst du schwul und ich hasse Schwule“ etc.</p>
<p>Natürlich sprechen Leute selten so explizit queerfeindlich, sondern verpacken ihren Hass als „wohlgemeinte Ratschläge“, aber am Ende des Tages ist es doch genau das – Geschwister, Cousins, Eltern wollen nicht, dass ihre Söhne z.B. schwul sind, weil sie selbst schwule, trans*, bisexuelle, pansexuelle, queere Männer hassen.</p>
<p>Ähnlich verhält es sich mit allen Dingen, die mit Frauen oder Weiblichkeit assoziiert werden: weil unsere Gesellschaft eben Frauen hasst, sind z.B. Tätigkeiten wie Nähen, Kinderbetreeung, Pflege, nett sein, Make Up tragen eine Schande für Männer. Das liegt nicht daran, dass z.B. Kinderbetreuung besonders schlecht für die Umwelt wäre, sondern einzig und allein daran, dass es angeblich eine „Frauensache“ ist, was schon ausreicht.</p>
<p>Wenn wir die Situation für Männer verbessern (also sie nicht mehr verachten wollen, wenn sie z.B. Nagellack tragen) wollen, dann kommen wir nicht drum herum, unseren Frauenhass abzubauen. Sobald etwas nämlich nicht (mehr) als „Frauensache“ gilt, werden Männer auch nicht dafür verurteilt, diesem Hobby nachzugehen.</p>
<p>Briefmarken sammeln? Klar, warum nicht. Schwimmen gehen? Sure, go for it. Röcke tragen? Nee sorry Mann, das machen in Deutschland nur Frauen und Frauen werden hier gehasst, weißte doch selber.</p>
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<p>Um zum Anfang zurück zu kommen: Dass Männer wie ich, welche die Ideale nicht erfüllen, deshalb ausgeschlossen werden und unangebrachte Kommentare abbekommen, ist leider nicht verwunderlich. Aber was passiert mit den Leuten, die das Glück haben, perfekt in diese willkürlichen Standards reinzupassen?</p>
<p>Nun ja, der Witz ist, dass Männer, selbst wenn sie alle Ideale erfüllen, groß, durchtrainiert und normschön sind, es sie trotzdem nicht vor Trans*feindlichkeit und Frauenhass bewahrt. Heute bist du vielleicht Kfz-Mechatroniker, aber morgen hast du einen Arbeitsunfall, kannst deshalb nicht weiter arbeiten und musst zu Hause bleiben, während deine Ehefrau weiterhin Anwältin ist: tja, tut mir Leid, aber für deine Freund*innen bist du jetzt leider „die Hausfrau“ und wirst deshalb belächelt und beleidigt weil -und das kann man nicht oft genug betonen-, unsere Gesellschaft alles, was mit Frauen zu tun hat, hasst.</p>
<p>Oder okay, du hast vielleicht heute zwei Hoden, aber was ist, wenn bei dir nächstes Jahr Hodenkrebs entdeckt wirst und ein (oder sogar zwei) Hoden entfernt werden muss? Ich sage, dass du immer noch ein Mann bist, aber deine Arbeitskolleg*innen, Freund*innen und wahrscheinlich sogar deine eigene Familie wird mir da leider widersprechen, weil sie Männer ohne Hoden (was vor allem trans* und inter* Männer sind) eben hasst. Und da ist es egal, dass du ein cis Mann bist und dich nie als trans* Mann outen musstest, von Geburt bis heute als Mann gelebt und so wahrgenommen und akzeptiert wurdest – in unserer trans*feindlichen Gesellschaft gilt das Motto: kein Hoden, kein Mann.</p>
<p>Und wenn du cis Mann ohne 2 Hoden auch ausgeschlossen, ausgelacht, ausgegrenzt, diskriminiert wirst, ist das den Leuten in deinem Umfeld wahrscheinlich egal.<br />
Ein paar werden (wenn du Glück hast) vereinzelt sagen, dass du ihnen furchtbar leid tust und sie dich natürlich immer noch als Mann sehen, aber wie sehr kannst du ihnen das glauben?</p>
<p>Wie sehr möchtest du ihnen das glauben, wenn dieselben Leute auch meinten, dass sie deine Bekannte Maria, eine trans* Frau, selbstverständlich als Frau sehen würden, aber sie trotzdem regelmäßig als „er“ ansprechen, mit der Begründung, „er habe ja noch nicht mal eine Vagina“?</p>
<p>In unserer cissexistischen Mülltonne von Gesellschaft heißt es „cis oder stirb“, „Frauen sind weniger wert als Männer“ und von Rassismus und Nazis bei der Polizei muss ich gar nicht erst anfangen.<br />
Natürlich will ich bei sowas nicht mitmachen. Ich weiß, dass ich ein Mann bin, egal, was mir besagte Mülltonne durch Arbeitskolleg*innen und Medien vermitteln will. Außerdem muss ich im Gegensatz zu den allermeisten Männern nicht betonen, wie sehr ich Frauen und/ oder Queers hasse, da meine Männlichkeit weder von Misogynie noch Queerfeindlichkeit abhängt. Let that sink in.</p>
<p>Ich hab überhaupt keinen Bock mehr auf diesen Hass gegen queere Menschen. Ich habe gar keinen Bock mehr darauf, jeden Tag meine Menschlichkeit mit Leuten, „die es ja nur nett meinen“, verhandeln zu müssen. Queere Männer leben &#8211; ich lebe und ich verdiene denselben Respekt wie cishetero Männer. Ich verdiene dasselbe Adoptionsrecht, dasselbe Blutspendegesetz, denselben Schutz vor Diskriminierung am Arbeitsplatz, dieselbe Lebensqualität. Respect our existence or expect resistance.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier kommt ihr zum <strong>Text, der den 2. Platz</strong> belegt hat, und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/08/verzerrte-sicht/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier zum Gewinner-Beitrag</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>meinTestgelände Jugendevent in Berlin 2022</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/07/jugendevent-berlin2022/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jul 2021 12:02:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[#gelände]]></category>
		<category><![CDATA[#workshop]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[Das meinTestgelände Jugendevent in Berlin. Sei dabei! MeinTestgelände möchte dich zu einem zweitägigen Jugendevent nach Berlin einladen. Lerne neue Menschen kennen und genießt gemeinsam Jugendkultur in der Hauptstadt. Das Jugendevent ist offen für alle zwischen 18 bis 27 Jahre und deine Teilnahme ist völlig kostenlos. Auf geht&#8217;s! +++Die Workshops sind ausgebucht, Anmeldungen nur noch für]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das meinTestgelände Jugendevent in Berlin. Sei dabei!<br />
</strong>MeinTestgelände möchte dich zu einem zweitägigen Jugendevent nach Berlin einladen. Lerne neue Menschen kennen und genießt gemeinsam Jugendkultur in der Hauptstadt. Das Jugendevent ist offen für alle zwischen 18 bis 27 Jahre und deine Teilnahme ist völlig kostenlos. Auf geht&#8217;s!</p>
<p><strong>+++Die Workshops sind ausgebucht, Anmeldungen nur noch für die Warteliste möglich.+++</strong></p>
<p><strong>Anmeldung unter: <a href="mail@meintestgelaende.de">mail@meintestgelaende.de</a></strong></p>
<p><span id="more-13136"></span></p>
<p><strong>Was?</strong> Workshops im Archiv der Jugendkulturen.<br />
Wir starten am 2.3 mit einem Graffiti Spaziergang für alle.</p>
<p><strong>Workshops:</strong><br />
• Von Disco zu House zu Techno &#8211; Can you feel the bass?<br />
• Comic und Manga<br />
• HipHop / Rap</p>
<p><strong>Wann?</strong> Anreise abends am 1.3 (oder morgens 2.3) // Workshops am 2.3 + 3.3<br />
<strong>Wo?</strong> Berlin, Nähe Mehringdamm im Archiv der Jugendkulturen<br />
<strong>Wer?</strong> Alle die Lust haben von 18 bis 27 Jahren und das mT Team</p>
<p>Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung werden natürlich von meinTestgelände für dich übernommen. Du wirst in einem Ein- oder Zweibettzimmer im Metropol Hostel untergebracht. Deine Fahrtkosten werden im Nachhinein von uns erstattet. Hebe dein abgestempeltes Zug- oder Busticket gut auf.</p>
<p>Wichtig: Beim Event ist 2G angesagt! Du brauchst einen Nachweis über deinen Impfstatus und täglich werden Tests durchgeführt – Ungeimpfte mit ärztlichem Attest entsprechen 2G, müssen am Anreisetag aber einen tagesaktuellen Test vorweisen.</p>
<p>Wenn du deine Teilnahme anmeldest, teile uns gleich mit, bei welchem der 3 Workshops du mitmachen möchtest. Ein Workshop erstreckt sich jeweils über die zwei Tage.</p>
<p><strong>Zeitplan:</strong><br />
2.3<br />
9.00 oder 10.00 Uhr: Graffiti Spaziergang, alle die schon angereist sind, gehen auf einen Streifzug durch Kreuzberg<br />
12.00 &#8211; 16.00: Workshops</p>
<p>3.3<br />
9.00 &#8211; 16.00 Uhr: Workshops</p>
<p><strong>Beschreibung der Workshops<br />
</strong>Der 2.3 startet morgens mit dem Graffiti Spaziergang, danach besuchen alle die Workshops, die sie jeweils ausgesucht haben.</p>
<p><strong>Spaziergang zum Thema Street Art/Graffiti</strong><br />
Auf unserem Streifzug durch Berlins dichtbemaltesten Bezirk Kreuzberg gehen wir ungewöhnlichen Spuren nach, die sich an Mauerwerken und Hausfassaden befinden. Dabei stoßen wir auf kunstvolle Scherenschnitte, Schablonen, handbemalte Sticker, Throw-Ups und Tags. Wir vollziehen die Entstehung des Graffiti-Writings aus New York und Philadelphia genauso nach wie die politischen Wurzeln des Schablonen-Graffitis. Am Beispiel Kreuzberger Bilder lernen wir die historischen Hintergründe unterschiedlichster Formen urbaner Kunst kennen – von illegal gekachelten Mosaikbildern bis hin zu aufwändigen 3DInstallationen. Wie liest man Graffiti und was bedeuten die vielen Namen? Kunst oder Schmiererei? Wer verbirgt sich hinter den rätselhaften Botschaften? Was ist die Motivation der Maler_innen? Und welche Techniken wurden benutzt? Antworten auf diese und andere Fragen gibt es hier!</p>
<p><strong>Von Disco zu House zu Techno &#8211; Can you feel the bass?</strong><br />
1975, Berlin: Kraftwerk spielen als erste Band ein Album nur mit elektronischen Instrumenten ein. Dieses lassen sie live von vier Robotern auf der Bühne präsentieren. 1977, New York City: Larry Levan mixt als DJ in seiner legendären Diskothek Paradise Garage die Instrumentalpassagen seiner Platten ineinander und legt damit einen Grundstein für die House Music. 1980, Detroit: Juan Atkins, Kevin Saunderson und Jeff Mills verfremden afroamerikanische Rhythmen, Salsa und Diskoelemente, unterlegen ihre Musik mit dem Rhythmus eines Drumcomputers und schaffen so einen völlig neuen Sound, der unter dem Namen Techno berühmt wird. In den 1990er-Jahren entsteht eine neue musikalische und soziale Bewegung, die Millionen von Menschen weltweit begeistert. Techno, House und Clubkultur wurden aber auch immer wieder genutzt, um für ein selbstbestimmtes Leben zu demonstrieren und Rassismus, Homophobie und Geschlechterfragen zu thematisieren. Der Vortrag/Workshop erarbeitet die musikalische und soziale Geschichte dieser basslastigen Bewegung. Im praktischen Workshop-Teil werden die Grundlagen des DJings im House und Techno vermittelt.</p>
<p><strong>Comic und Manga</strong><br />
Comics und deren japanische Variante, Mangas, sind heute mehr denn je ein wichtiges Ausdrucksmittel und Bezugssystem vor allem für Jugendliche. In Japan gibt es Mangas für alle erdenklichen Zielgruppen, die hier er-scheinenden Hefte richten sich aber zumeist an Teenager und lassen sich dem Romance- oder Action/Fantasy/Science Fiction-Genre zurechnen. In oft mehrere tausend Seiten umfassenden seifenoperartigen Serien finden sich auch sensible Geschichten zu Themen wie gleichgeschlechtliche Liebe oder pubertäre Identitätsfindung. Parallel dazu haben sich sogenannte „Graphic Novels“ als ernstzunehmende Ausdrucksformen zwischen Literatur und Bildender Kunst etabliert. Die bekanntesten sind wohl der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Holocaust-Comic „Maus“ und „Persepolis“, die Autobiografie der Iranerin Marjanne Satrapi. Kurzum: Die heutige Comic-Kultur ist ein Erzählmedium ohne inhaltliche oder stilistische Grenzen, ähnlich wie die Literatur oder der Film. In einer immer stärker von Bildschirm-Medien dominierten Welt machen Kinder und Jugendliche oft ihre ersten Lesefreude-Erfahrungen mit Comics und Mangas. Als Ausdrucksform besteht die Attraktivität für Jugendliche vor allem darin, dass kein anderes erzählerisches Bildmedium die Möglichkeit bietet, eigene Ideen und Geschichten so direkt umzusetzen und zu veröffentlichen. Dementsprechend existiert eine sehr offene, international vernetzte Comic-Fanzine-Szene, in der die meisten der heute wichtigen Comic-Autor_innen angefangen haben. Im Vortrag wird die Geschichte des Mediums besprochen und die Vielfalt an Stilen und Themen präsentiert. Daraufhin werden grundlegende Techniken des Erzählens (Drei-Akt-Struktur etc.) erläutert, gefolgt von einigen Tricks und Tipps zur Umsetzung in Comicform. Diese Erkenntnisse versuchen wir dann im Workshop umzusetzen, indem wir gemeinsam spielerisch zu einem vorgegebenen aktuellen Thema Charakter und Geschichten entwickeln. Diese Geschichten werden dann gemeinsam in einem kopierten „Mini-Comic“-Heft zusammengestellt, wovon alle Teilnehmer_innen ein Exemplar erhalten.</p>
<p><strong>HipHop/Rap</strong><br />
Dieser kulturhistorische Musik-Workshop befasst sich mit den Wurzeln der HipHop-Bewegung am Beispiel Rap/Sprechgesang. Nach einer kurzen audiovisuellen Einführung in das Thema und einigen praktischen Rhythmus-, Reim- und Dynamik-Übungen bekommst Du die Gelegenheit, einen eigenen Raptext zu verfassen. Die Ergebnisse werden individuell vor der Gruppe präsentiert und diskutiert. Diese Workshop-Einheit wird mit einer spontanen, professionellen Musikaufnahme/CD-Produktion abgerundet. Du erhältst eine Kopie des aufgenommenen Songs! Inhalt dieses Workshops ist eine eigene, kreative Auseinandersetzung mit dem Thema Rap sowie eine kritische Betrachtung gängiger, medialer Klischees dieses Musikgenres.</p>
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		<title>Ein Tag als Frau</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jun 2021 07:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Klischees]]></category>
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					<description><![CDATA[Unser Autor Florian wagt für diesen Text ein Gedankenexperiment: Wie würde ein typischer Morgen in seinem Leben aussehen, wenn er kein junger Mann, sondern eine junge Frau wäre? Was wäre anders? Müsste überhaupt so viel anders sein? Welche sexistischen Gedanken verstecken sich möglicherweise im Kopf, welche Klischeefallen gibt es? Lest am besten selbst. Und wenn]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unser Autor Florian wagt für diesen Text ein Gedankenexperiment: Wie würde ein typischer Morgen in seinem Leben aussehen, wenn er kein junger Mann, sondern eine junge Frau wäre? Was wäre anders? Müsste überhaupt so viel anders sein? Welche sexistischen Gedanken verstecken sich möglicherweise im Kopf, welche Klischeefallen gibt es? Lest am besten selbst. Und wenn ihr Florian Hinweise geben möchtet, lasst uns gerne einen Kommentar da! </strong></p>
<p><span id="more-13112"></span></p>
<p>Was würde ich anders machen? Wenn ich schlafen gehe, gehe ich als junger Mann ins Bett. Wenn ich aufwache, wache ich als junger Mann auf. Ich mache alles als junger Mann, nur denke ich nie darüber nach. Wäre ja auch irgendwie seltsam, sich vorm Schlafengehen zu sagen „Ich bin ein Mann“. Fakt ist aber, dass ich genauso wenig darüber nachdenke, wie es wäre, wenn ich eine junge Frau wäre. Würde ich mich anders verhalten im Alltag, im Berufsleben, in der Freizeit? Würde ich alles genauso machen wie sonst auch? Ich möchte mich dieser Frage stellen und simuliere gedanklich einen simplen Morgen, wie ich wie ihn im Moment erlebe, nur halt als Frau. (Dazu gesagt, nur einen Morgen, weil ein ganzer Tag vermutlich den Rahmen sprengen würde.) Vielleicht klappt das auch gar nicht und wenn, stelle ich vielleicht sexistisches Denken bei mir fest oder bin so entsetzt, dass ich froh bin keine Frau zu sein. Es wird auf jeden Fall ein absurder Text, aber meine Gedanken sind eh immer absurd.</p>
<p>Beginnen wir den Tag am Morgen. Derzeit befinde ich mich im Praktikum in einer Kita, nur ein paar Minuten von meiner Wohnung entfernt. Für gewöhnlich stehe ich gegen 06:00 Uhr auf und mache mich fertig. Da ich aber jetzt eine Frau bin, stehe ich möglicherweise viel früher auf. Ich sage einfach mal, dass ich lange Haare habe, welche zottelig von der Nachtruhe sind und Zeit benötigen um hergerichtet zu werden. Mist. Schonmal eine Sache, die mir nicht gefällt. Früher aufstehen. Sagen wir, ich stehe um 05:00 Uhr auf. Ich gehe ins Badezimmer und dusche, wasche meine Haare und natürlich auch den Rest meines Körpers. Jetzt fehlt zwischen den Beinen aber etwas. Hm, da ist jetzt ein völlig anderes Körperteil. Was mach ich damit? Wäscht man das? Darf ich da mit Seife rein? Ich bin mir unsicher und gehe nur mal mit dem Duschkopf rüber. Besser als gar nichts, oder? Ich benutze für meine Haare Pflegeshampoo, weil ich von anderen jungen Frauen gehört habe, dass das total gut für die Haare ist. Glanz und so. Ich habe meine Körperreinigung beendet, ich steige aus der Dusche und schnappe mir mein Handtuch. Ich habe keinen extra Anhänger, ich glaube auch als Frau würde ich mein Handtuch auf den Boden werfen. Nun bin ich trocken und gehe in mein Zimmer, um mir Sachen rauszusuchen. Mein Kleiderschrank ist sperrangelweit geöffnet und ich nehme das oberste T Shirt. Einfach weil‘s oben liegt. Ich denk nicht weiter drüber nach und ziehe es mir an. Nun fällt mir aber auf, dass da noch was an mir rumbammelt. Verdammt, ich habe vergessen, dass ich Brüste habe und es vielleicht praktischer wäre, wenn sie nicht lose an mir rumhängen. Als Frau habe ich natürlich BH‘s und frage mich, was das für extra Kosten sind. Ich habe mich komplett angezogen, aber jetzt muss ich mich immer noch fertig machen. Damals, wo ich noch ein junger Mann war, da habe ich meine Haare abgerubbelt und trocken waren se. Jetzt stehe ich im Badezimmer und meine Arme verkrampfen, weil der verdammte Föhn meine Haare nicht trocken bekommt. Inzwischen haben wir es 6 Uhr. Meine Haare sind trocken. Naja, größtenteils… Da ich auch als Frau faul bin, entscheide ich mich dafür einen Zopf zu machen. Zöpfe sind einfach, solange sie nicht geflochten werden. Jetzt fehlt nur noch das Zopfgummi! Wo hab ich es denn? Ach egal, nehm ich ein neues. Zopf ist gemacht und ich bin fertig. Aber&#8230;soll ich mich schminken? Viele Frauen sind geschminkt… Na gut, ich male auf meine Augenbrauen und Puder mache ich auch rauf. Wimpern? Na gut. Leider bin ich nicht sehr geübt darin mich zu schminken, also sehen meine Augenbrauen irgendwie schief aus und ich glaube, ich habe zu viel Puder genommen. Verdammt! Egal, ich habe keine Zeit mehr, es ist fast 7 Uhr und ich muss mir noch Essen machen für den Tag. Achte ich jetzt eigentlich auf meine Ernährung? Will ich jemandem gefallen? Keine Ahnung, ich mach mir ein Vollkornbrot mit Salami, so wie jeden Tag. Plötzlich bekomme ich Bauchschmerzen. Woran liegt das? Das tut echt weh! Ich gehe auf die Toilette und muss feststellen, dass Blut in meinem Schlüpfer ist und ich anscheinend meine Tage bekommen habe. Ich bin genervt. Mein erster Tag als Frau und dann das. Ich nehme einen Tampon-… aber was für einen? Welche Größe? Was gibt’s für Sorten? Wie zur Hölle bekomme ich die aus ihrer Plastikverpackung??? Glücklicherweise finde ich heraus, wie ich diese Aufgabe zu bewältigen habe und kann mich, eher schlecht als gut gelaunt, auf den Weg zur Arbeit machen. Auf dem Weg steuere ich noch einen Drogeriemarkt an um mir noch Tampons und Binden zu kaufen, noch mehr extra Kosten und gar nicht mal so wenig. Ich laufe weiter zur Arbeit, über den Marktplatz, vorbei an Cafes und komme abrupt zum stehen. Vor mir hat sich ein Typ aufgebaut und möchte mich auf einen Kaffee einladen. Ich hab keine Lust, außerdem muss ich zur Arbeit. Das ist sogleich auch mein Argument die Einladung abzulehnen, „die 10 Minuten machen den Kohl doch auch nicht fett,“ ruft er mir hinterher, ich winke ab. „Arrogante Ziege, hast wohl deine Tage“, schreit er noch über den Marktplatz. Ich bin etwas perplex und merke dass mir keine Antwort einfällt. Als junger Mann hatte ich eigentlich immer etwas Schlagfertiges auf Lager, diesmal nicht.<span class="Apple-converted-space">  </span>Das war mein Morgen als Frau. Ob ich durch diesen Gedankengang tatsächlich einen Einblick in das Leben einer Frau bekommen habe ist fraglich. Fest steht, dass ich tatsächlich doch froh bin, mich nicht mit monatlichen Schmerzen, BH-Größen, weiblicher Intimreinigung und Haaren auseinandersetzen muss, ebenso mit komischen Anmachen auf der Straße und dem Gefühl, diesen ausgesetzt zu sein.</p>
<p>Ich danke für die Aufmerksamkeit und wenn Interesse besteht, kann ich ja auch noch meinen Mittag als Frau simulieren, um mit euren Tipps daran arbeiten, noch tiefer in diese nahe, aber doch fremde Welt einzutauchen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte von Florian <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/florian/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Sunny: Ein Tag in unserer Gesellschaft</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/05/sunny-ein-tag-in-unserer-gesellschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[LizzyNet]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 May 2021 07:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir durften euch ja schon einige Texte aus dem LizzyNet-Schreibwettbewerb &#8222;Das ist mir was wert!&#8220; (gefördert vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen) präsentieren, und heute ist Zeit für einen weiteren Text. Diesmal ist es ein Gedicht, geschrieben von Sunny. Es trägt den Titel &#8222;Ein Tag in unserer Gesellschaft&#8220; und setzt sich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Wir durften euch ja schon einige Texte aus dem <a href="https://bit.ly/3axATg8" target="_blank" rel="noopener">LizzyNet-Schreibwettbewerb &#8222;Das ist mir was wert!&#8220;</a> (gefördert vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen) präsentieren, und heute ist Zeit für einen weiteren Text. Diesmal ist es ein Gedicht, geschrieben von Sunny. Es trägt den Titel &#8222;Ein Tag in unserer Gesellschaft&#8220; und setzt sich mit Mode, Körpern, Schönheit, Normen, Sexismen, Vorurteilen und Schubladendenken auseinander. Viel Spaß beim Lesen!</b><span id="more-12941"></span></p>
<p>Wie üblich stehe ich in der Pause<br />
Mit der anderen Aufsicht draußen.<br />
Still beobachte ich und laufe.<br />
Und während ich so über den Hof schlendere muss ich grinsen,<br />
denn mein Blick fällt auf die kleine Emma ganz hinten.<br />
Über den gelben Schuhen trägt sie eine rosa Hose zu ihrem orangenen Oberteil,<br />
das ist schon ein wirklich schräger Style.<br />
Lächelnd denke ich, wie schön es ist,<br />
dass Mode bei den Kindern nicht<br />
bestimmt wer dazugehört<br />
denn an Kleidung hat sich hier noch nie jemand gestört.<br />
Aber warum denken wir Jugendlichen und Erwachsenen<br />
Die Persönlichkeit hinge ab von irgendeinem Modetrend?<br />
Wieso tragen wir nicht alle was wir wollen,<br />
statt zu denken was wir anziehen sollen?<br />
Warum assoziiert man einen anderen Kleidungsstil<br />
als komisch oder denkt sofort nach, dass diese Mode einem nicht gefiel.<br />
Ist es nicht langweilig, dass wir alle dasselbe tragen,<br />
ist es nicht viel beeindruckender mal was anderes zu wagen?<br />
Zwar ist unsere Gesellschaft toleranter als vor Jahren,<br />
aber warum Klamotten immer noch die Macht haben<br />
Mobbing auszulösen, sollten wir durchaus hinterfragen.</p>
<p>Als ich nach der Arbeit zuhause dann vorm Spiegel steh,<br />
bin ich etwas frustriert, denn mir gefällt nicht, was ich seh.<br />
Aber warum finde ich meine Oberschenkel zu dick?<br />
Ich mache doch Sport und bin körperlich fit.<br />
Warum mag ich mein Aussehen nicht?<br />
Das ist keineswegs eine angeborene Sicht.<br />
Man hat es uns beigebracht,<br />
die Gesellschaft hat diese Selbstkritik entfacht.<br />
Und wird Kritik zu Selbsthass,<br />
sagen die Medien wieder das sei krass.<br />
Wie könne es nur dazu kommen,<br />
jemand hat den Menschen das Vertrauen in die eigene Schönheit genommen.<br />
Dass dieser jemand unsere Gesellschaft ist,<br />
erwähnen sie dabei natürlich nicht.</p>
<p>Ich habe die Gedanken satt,<br />
schüttle sie einfach von mir ab,<br />
denn ich mache mich jetzt fertig,</p>
<p>aber nicht mehr mit Gedanken,<br />
denn ich werde jetzt beim Feiern Komplimente tanken.<br />
Und noch während ich mich schminke frage ich mich<br />
Machst du das eigentlich für andere oder nur für dich?<br />
Ich weiß es nicht, aber ich gehe jetzt feiern.<br />
Dort, wie immer dieselbe Leier.<br />
Jeder labert und grabscht dich an,<br />
und du wehrst dich nicht, bei keinem Mann.<br />
Du willst keine Szene machen,<br />
es gehört eben dazu, dass sie dich ungefragt anfassen.<br />
Aber ist das nicht auch irgendwie falsch?<br />
Man fällt nicht einfach jedem um den Hals.<br />
Trotzdem ist es mir egal,<br />
ich hätte ja die Wahl,<br />
etwas dagegen zu unternehmen,<br />
doch ich will Spaß haben, statt mich aufzulehnen.<br />
Möchte an diesem Abend keine Diskrimination oder Sexismus sehen.<br />
Denn merkt euch, das Motto vom Tanzinsel Festival reicht:<br />
Tanzend sind wir alle gleich!<br />
Ich begleite meine weißen Freunde zur Raucherpause.<br />
Da stehen wir fünf weißen alle draußen.<br />
Als meine Freunde wieder rein gehen,<br />
bleibe ich jedoch stehen.<br />
Ich hab einen jungen Mann kennengelernt,<br />
und er sieht nicht aus wie der typisch deutsche Thomas oder Bernd.<br />
Und es dauert keine ein paar Minuten, nicht mal zehn,<br />
Da haben uns die Türsteher gesehen.<br />
Sofort fragen sie ob alles in Ordnung ist bei mir,<br />
ich dachte sie sehen nur, dass ich frier,<br />
doch es liegt an dem Syrer neben mir.<br />
Sofort denken sie man könne ihm nicht vertrauen,<br />
er bedroht hier bestimmt alle Frauen.</p>
<p>Dem ist nicht so.<br />
Ich mag ihn und bin froh,<br />
als er mich nach meiner Nummer und einem Date fragt,<br />
und ich ganz verliebt ja sag.</p>
<p>Als ich meinen Freundinnen erzähle,<br />
dass wir für das Date einen Dönerladen wählen,<br />
beschweren sie sich<br />
„wie unromantisch“<br />
ob er sich nicht<br />
mehr Mühe geben will,<br />
doch nach meiner Antwort sind sie still.<br />
Ich fand es schön, unser Candlelight-Döner,<br />
ja ich fand es sogar schöner,<br />
als jeden Spießer-Laden,<br />
doch eins muss ich trotzdem sagen:<br />
Die Bedienung dort war nicht mein Geschmack,<br />
weil sie meinen Begleiter einfach kritisiert hat,<br />
warum er der Dame nicht das Essen ausgibt,<br />
worauf hin ich sagte „Emanzipation siegt“ .<br />
Ich lud ihn ein,<br />
zahlte den Döner und brachte ihn heim.<br />
Wieso bedeutet das angeblich keine Frau zu sein?<br />
Diese Gender Klischees regen sowieso nur auf,<br />
doch das Gespräch auf der Feier setzte da nochmal ein Krönchen drauf.<br />
Hatten wir doch einen Transgender Typen getroffen<br />
Und das erzählte er ganz offen.<br />
Geboren als Frau sei er jetzt ein Mann,<br />
und dass er auf Typen steht wisse er auch schon lang.<br />
Und dann mischt sich diese Dumme ein,<br />
und meinte „hättest du mal Frau geblieben sein!“<br />
Warum soll Liebe nur zwischen Mann und Frau existieren?<br />
Kann sich nicht auch das gleiche Geschlecht in gegenseitiger Liebe verlieren?<br />
Aber ich vergaß, Frauen dürfen ja auch kein Fußball spielen,<br />
Männer dürfen sich nicht das Gesicht peelen,<br />
Mädchen spielen nicht mit Autos,<br />
und spielt ein Junge mit Puppen lachen andere laut los.</p>
<p>Und als ich all das abends im Bett vor mich hin denke,<br />
merke auch ich in meinem Kopf diese Schubladen und Schränke.</p>
<p>Ich wünsche mir also, dass vor allem ich aber auch alle anderen<br />
Nur noch positive und nicht diskriminierende Gedanken<br />
Denken<br />
Und uns gegenseitig mehr Liebe schenken<br />
Um die Gesellschaft in richtige Bahnen zu lenken.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Texte aus dem Schreibwettbewerb <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lizzynet/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wann ist ein Mann ein Mann?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/05/wann-ist-ein-mann-ein-mann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tom]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 May 2021 07:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Tja, wann ist denn nun ein Mann ein Mann? Habt ihr euch diese Frage auch schon mal gestellt? Und was hat das mit dem eigenen Selbstwert zu tun? Unser Autor Tom berichtet, dass er sich in seiner Jugend oft damit beschäftigt hat. Inzwischen aber weiß er: &#8222;Egal ob ich mich männlich fühle oder nicht, egal]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Tja, wann ist denn nun ein Mann ein Mann? Habt ihr euch diese Frage auch schon mal gestellt? Und was hat das mit dem eigenen Selbstwert zu tun? Unser Autor Tom berichtet, dass er sich in seiner Jugend oft damit beschäftigt hat. Inzwischen aber weiß er: &#8222;Egal ob ich mich männlich fühle oder nicht, egal ob mich mein Umfeld als männlich wahrnimmt und anerkennt oder nicht: Ich darf &#8222;du bist gut, wie du bist&#8220;, zu mir sagen. Ich muss das niemandem auf der Welt beweisen. Ich muss es mir nur selbst glauben.&#8220; Wir wünschen euch viel Spaß mit Toms neuem Text.</strong></p>
<p><span id="more-12923"></span></p>
<p>Wann ist ein Mann ein Mann? &#8211; Das fragten sich auch <a href="https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/maenner-2020-was-ist-maennlich" target="_blank" rel="noopener"><strong>Shanli Anwar und Till Opitz vom Deutschlandfunk Nova Podcast „Eine Stunde Liebe“</strong></a> auf dem diesjährigen Podcastfestival in Hamburg. Ihre Gäste: Männercoach John Aigner, der über ein „Männercamp“ und private Anfragen von Männern zum Mentor für Männern wurde, denen das soziale Correctiv in ihrer männlichen Peergroup fehlt. Und Jungensozialarbeiter Rick Reuther, der unter anderem in Wien Workshops in Schulen mit Teenagern durchführt. „In den 70ern und 80ern haben überwiegend Frauen aus der feministischen Mädchenarbeit mit Mädchen zu emanzipativen Themen, mehr Selbstbewusstsein und Sexualaufklärungen gearbeitet, und die Jungs wurden Fußballspielen geschickt“, sagt er über die Anfänge der geschlechtsspezifischen Mädchenarbeit. Heute arbeitet er überwiegend mit Akteur:innen aus der Frauen- und Mädchenarbeit zusammen.</p>
<p>„Irgendwann dachten sich dann Leute: Hey, vielleicht kann man auch mit Jungs mal über Sachen reden, die ein bisschen sensibel sind und die man vielleicht besser bereden kann, wenn man nicht das Gefühl hat, die ganze Zeit performen zu müssen.“</p>
<p>Während es bei Jungenarbeit in erster Linie um den Abbau von Gewalt geht, sind die Themen der Männerrunden von John Aigner oft tiefere Gespräche und Identitätsfragen. Ziel vieler Männer ist es anfangs, eine klare Struktur zu bekommen, wie Männer sein sollen und was sie dürfen oder auch nicht. „Bin ich richtig, bin ich gut genug?“</p>
<p>Auch ich wollte damals im Zuge meines Erwachsenwerdens ein klares Bild, an das ich mich richten kann. Vorbilder, Merkmale und Eigenschaften, auch um Frauen zu beeindrucken. Mich anzupassen scheint mir zu dieser Zeit einfacher, als mich selbst zu finden, zu erkennen und kennenzulernen. Mir selbst bewusst, wer ich bin und wer ich sein will, bin ich mir wenig. Doch männliche Vorbilder finde ich nicht. Stattdessen überwiegen Frauen in allen Bereichen meines Lebens. Mein Sandkastenfreund war eine Sandkastenfreundin,<span class="Apple-converted-space">  </span>mein Lieblingslehrer eine Lieblingslehrerin und meine besten Freunde aus der Schulzeit zwei beste Freundinnen.</p>
<p>Durch das Vertrauen von Frauen habe ich verstanden, dass ich als Mann nicht einem traditionell etablierten Männerbild entsprechen muss. Das ich nicht der starke Macker sein muss, um gesehen zu werden. Dass ich nicht mit Männern abhängen muss, um Frauen kennenzulernen und dass ich nicht meine Gefühle unterdrücken muss, um als Mann wahrgenommen zu werden.</p>
<p>Von Frauen über sein „Mannsein“ lernen zu dürfen ist ein Privileg und es ist nicht ihre Aufgabe, uns Jungs und Männer zu weniger frauenverachtenden Jungs und Männern zu erziehen. Es ist überhaupt nicht ihre von Geburt an gegebene Aufgabe zu erziehen. Wie wir uns verhalten und leben, hat aber Auswirkungen auf das Leben von Frauen. Deswegen halte ich es in einer männerdominierten Gesellschaft für notwendig, dass Jungs und Männer Jungs und Männer zu weniger frauenverachtenden Jungs und Männern machen und miteinander sprechen. Wir wachsen damit auf, Jungs und Männern mehr zuzuhören, sagt Jungensozialarbeiter Rick Reuther. Wichtig für ihn ist aber auch, heranwachsenden Jungs die Botschaft auf dem Weg zu geben „mal auf Frauen zu hören. Hört mal Frauen zu, wenn sie von Erfahrungen erzählen, was ihnen auf der Straße passiert, was sie von Beziehungen erzählen. Hört mal Frauen zu und glaubt ihnen.“</p>
<p>“Vielleicht braucht es einen Typen, der das<span class="Apple-converted-space"> </span>anderen Typen sagt, damit Typen damit überhaupt anfangen.” &#8211; Rick Reuther.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Viele Autor*innen auf meinTestgelände setzen sich mit dem Thema Männlichkeit auseinander. <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/maennlichkeit/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Checkt mal den entsprechenden Hashtag!</strong></a></li>
</ul>
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		<item>
		<title>Wenn Männer Röcke tragen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/05/wenn-maenner-roecke-tragen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 May 2021 07:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute präsentieren wir euch einen ganz besonderen Beitrag der Story-Teller: Dennis Seidel hat nämlich Nils Pickert von Pinkstinks zum Interview getroffen und ihm einige spannende Fragen gestellt. Zu seiner Arbeit als Autor und Journalist, seinem Verständnis von Gleichberechtigung und Gender — und warum er gerne Röcke trägt. Viel Spaß beim Lesen! (1). Wie lange und seit wann]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute präsentieren wir euch einen ganz besonderen Beitrag der Story-Teller: Dennis Seidel hat nämlich Nils Pickert von Pinkstinks zum Interview getroffen und ihm einige spannende Fragen gestellt. Zu seiner Arbeit als Autor und Journalist, seinem Verständnis von Gleichberechtigung und Gender </strong><b>— </b><strong>und warum er gerne Röcke trägt. Viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-12932"></span></p>
<p><strong>(1). Wie lange und seit wann arbeitest du schon für Pinkstinks? Und was machst du da?</strong></p>
<p>Ich bin seit 2013 bei Pinkstinks. Hauptsächlich schreibe ich Artikel für die Webseite und gebe Vorträge, um zu erklären, was Sexismus ist und was Pinkstinks dagegen tut. Manchmal rede ich auch mit der Presse oder denke mir mit den anderen zusammen Kampagnen aus, mit denen wir mehr Vielfalt für alle hinbekommen können.</p>
<p><strong>(2). Ist es für dich normal in der Öffentlichkeit Röcke zu tragen?</strong></p>
<p>Im Sommer trage ich ganz gerne Röcke, weil es bei Hitze kaum etwas Besseres gibt. Oft finde ich aber Hosen praktischer – schon wegen der Taschen. Ansonsten merke ich natürlich, dass andere das nicht normal finden. Das ist mir aber egal.</p>
<div id="attachment_12935" style="width: 710px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-12935" class="wp-image-12935 size-large" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Nils-Pickert-zum-Interview-mit-Dennis-Seidel-793x600.jpg" alt="" width="700" height="530" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Nils-Pickert-zum-Interview-mit-Dennis-Seidel-793x600.jpg 793w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Nils-Pickert-zum-Interview-mit-Dennis-Seidel-300x227.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Nils-Pickert-zum-Interview-mit-Dennis-Seidel-768x581.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Nils-Pickert-zum-Interview-mit-Dennis-Seidel-1536x1163.jpg 1536w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Nils-Pickert-zum-Interview-mit-Dennis-Seidel-2048x1550.jpg 2048w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Nils-Pickert-zum-Interview-mit-Dennis-Seidel-160x120.jpg 160w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /><p id="caption-attachment-12935" class="wp-caption-text">Das ist Nils Pickert.</p></div>
<p><strong>(3). Was verstehst du unter Gleichberechtigung und was bedeutet für dich Gender?</strong></p>
<p>Gleichberechtigung bedeutet, dass alle den gleichen Zugang zur Gesellschaft haben, die gleichen Rechte bekommen und sie für sich nutzen können. Eine Treppe zum Theater, die alle benutzen dürfen, ist zum Beispiel keine Gleichberechtigung, auch wenn es sich vielleicht so anhört. Ein Theater, das auch Menschen mit Behinderung besuchen können, die keine Treppen steigen können – das wäre Gleichberechtigung. Gender bezeichnet das soziale Geschlecht, also die Geschlechterrollen, die wir einnehmen und die uns zugeschrieben werden. Es gibt keinen biologischen Grund, warum du und ich keine Röcke tragen sollten. Es werden soziale Gründe erzählt, warum Männer das angeblich nicht dürfen. Das ist Gender. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>(4). Welche Themen bearbeitest du in Prinzessinnenjungs?</strong></p>
<p>Ich schreibe darüber wie Jungen aufwachsen und was man ihnen darüber beibringt, was es bedeutet, ein Mann zu sein. Dass sie ihre Gefühle verstecken müssen und lernen, Streit und Härte wären männliche Eigenschaften. Ich schreibe darüber, dass Tanzen und Puppen genauso spannend für Jungen sein können wie Fußball und Lego. Und ich schreibe darüber, dass viele Jungen schlagen und geschlagen werden und wie wir das beenden können.</p>
<div id="attachment_12936" style="width: 490px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-12936" class="wp-image-12936 size-full" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Dennis-Seidel-II-Fotograf-Christian-Martin.jpg" alt="" width="480" height="547" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Dennis-Seidel-II-Fotograf-Christian-Martin.jpg 480w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Dennis-Seidel-II-Fotograf-Christian-Martin-263x300.jpg 263w" sizes="(max-width: 480px) 100vw, 480px" /><p id="caption-attachment-12936" class="wp-caption-text">Dennis Seidel beim Theaterspielen. Fotografiert von Christian Martin</p></div>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Dennis Seidel spielt gern Frauenrollen und trägt auch gerne Röcke. Außerdem spielt er Theater <a href="https://www.youtube.com/watch?v=GJlRbax1FUQ" target="_blank" rel="noopener"><strong>in der Theatergruppe MD&amp;H</strong></a> (von Barner 16). Und er sammelt Barbie-Puppen.</li>
<li>Nils Pickert ist freier <span style="font-size: 1.14285rem;">Autor und Journalist, der für <a href="https://pinkstinks.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Pinkstinks</strong></a> arbeitet (ein Verein, der sich für Gender-Vielfalt einsetzt). Er hat zwei Töchter und zwei Söhne und schreibt über Gleichberechtigung. Sein erstes Buch heißt „Prinzessinnenjungs“. Er trägt gerne Röcke und ist Vollzeit-Feminist. </span></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Mütter, die nicht arbeiten, sind faul</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/04/muetter-die-nicht-arbeiten-sind-faul/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Apr 2021 11:30:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten Sticky]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Elternschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
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					<description><![CDATA[Kinderbetreuung, Haushalt, Lohnarbeit: Eltern — und insbesondere Mütter, an denen nach wie vor ein Großteil der Care-Arbeit hängt — haben enorm viele Aufgaben zu bewältigen, um den Laden am Laufen zu halten. Wie kann eine sinnvolle Aufgabenteilung aussehen, wenn man mit der*m Partner*in zusammenlebt? Müssen Mütter lohnarbeiten? Was sollte sich in unserer Gesellschaft ändern, damit sich auch]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kinderbetreuung, Haushalt, Lohnarbeit: Eltern — und insbesondere Mütter, an denen nach wie vor ein Großteil der Care-Arbeit hängt — haben enorm viele Aufgaben zu bewältigen, um den Laden am Laufen zu halten. Wie kann eine sinnvolle Aufgabenteilung aussehen, wenn man mit der*m Partner*in zusammenlebt? <em>Müssen </em>Mütter lohnarbeiten? Was sollte sich in unserer Gesellschaft ändern, damit sich auch Alleinerziehende nicht permanent am Rande der Erschöpfung befinden?</strong><strong> Über all das macht sich unsere Autorin Marie in ihrem neuen Text Gedanken. Viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-12867"></span></p>
<p>Ich bin mir nicht sicher, ob das Mamasein als Vollzeitjob zählt, wenn sie auch noch Vollzeit arbeitet und nebenberuflich den Haushalt am Laufen hält. Dann ist das Mamasein eher ein Nebenjob. Schade.<br />
Die Gesellschaft sieht es als normal an, dass Frauen eine Vielzahl an Jobs gleichzeitig machen:</p>
<p>&#8211; Mutter werden, was überhaupt erstmal eine ganz neue Lebenseinstellung ist<br />
&#8211; Das Kind oder die Kinder großziehen, inkl. eventuelle Elternzeit<br />
&#8211; Arbeiten und Geld zum Leben verdienen<br />
&#8211; Den Haushalt machen, Essen kochen und zu Hause in jeglicher Hinsicht den Laden schmeißen</p>
<p>Also eine Vollzeitaufgabe, die überhaupt keine Freizeit und keinen Freiraum mehr beinhaltet. Ist das richtig so? Muss man das so akzeptieren, wenn man unbedingt Kinder bekommen möchte?<br />
Das ist so viel, dass Zeit für sich selbst überhaupt nicht mehr in den Tag passt. Ein Gefühl des „funktionieren Müssens“, nicht mehr wirklich zu leben.<br />
Und wenn das jeden Tag so läuft, ist es selbsterklärend, dass all das, was sie tut, ein enormes Gesundheitsrisiko ist.<br />
Es gibt Frauen, die können das, die haben solch eine Belastungsgrenze, dass all das kein Problem darstellt. Da habe ich wirklich Respekt vor.<br />
Es gibt so viele Frauen, die keine Kinder bekommen, sondern nur arbeiten und ihren Haushalt machen, damit überfordert sind oder sich gar nicht vorstellen können, nebenbei und nachts noch die Energie für ein Kind oder mehrere Kinder zu haben. Das finde ich nicht verwerflich, sondern verantwortungsvoll sich selbst und seiner Gesundheit gegenüber, denn wenn die Gesundheit nicht läuft, läuft das Leben nicht.<br />
Wenn eine Frau aber gerne Kinder möchte, wird erwartet, dass sie alles andere nebenbei auch noch macht. Ein Zusatz an Arbeit, ein zusätzlicher Job, denn natürlich ist es viel nervliche – und vor allem körperliche Arbeit, Kinder in die Welt zu setzen und großzuziehen.</p>
<p>Früher war es „normal“, dass Frauen zu Hause die Kinder betreuen, den Haushalt machen und der Partner arbeiten geht, damit man sich Wohnung und Lebensmittel, eben alles, was zum Leben dazu gehört, leisten konnte. Die Frau hatte mindestens genau so viel zu tun wie der Mann, wenn nicht oft sogar ein wenig mehr, denn die Nachtschicht war inklusive und Feierabend hat man so gut wie nie. Das Mamasein ist eine Lebensaufgabe.<br />
Mit der Zeit sind mehr Frauen arbeiten gegangen, haben beides bewältigen können, was ich persönlich sehr, sehr stark finde.<br />
Ich denke, es sind insbesondere alleinerziehende Mütter/Väter, die leider keine Wahl haben und bis an ihre Grenzen gehen. Aber natürlich möchten oft auch Mütter, die nicht alleinerziehend sind, arbeiten gehen und unabhängig ihr Geld verdienen, auch das ist vollkommen okay. Beide Fälle sind für die Gesellschaft aber anscheinend ein Muss.<br />
Und das finde ich nicht okay.</p>
<p>Ich finde es nicht verwerflich, wenn das Leben mit Kind und Partner so geregelt ist, dass nur einer von beiden arbeiten geht und der jeweils Andere alle anderen Aufgaben übernimmt. Wir sind nicht ewig jung und haben eventuell auch nicht ewig eine intakte Gesundheit, die zudem nicht gefördert wird, wenn man permanent an seine körperliche- und psychische Belastungsgrenze geht und eben das wird so, so, so oft von der Gesellschaft erwartet.<br />
Selbst wenn die Mutter nur in Elternzeit ist und danach wieder arbeiten gehen möchte, ist die oft erste Frage: „Wann gehst du denn wieder arbeiten?“.</p>
<p>Ich finde das nicht fair und fänd es besser, wenn die Gesellschaft toleranter wäre und nicht erwartet, dass man bis zur Grenze kämpft und dass man nicht verurteilt wird, wenn nur einer von beiden arbeiten geht, denn der Andere arbeitet ja auch. Nur eben nicht für Geld und da liegt meistens der Fokus drauf, es geht immer um das Geld.</p>
<p>Wer kein Geld verdient, ist schwach und wird weniger angesehen.<br />
Wer kein Geld verdient, ist faul.<br />
Wer kein Geld verdient, ist nur wegen dem Geld mit dem Partner zusammen.</p>
<p>Wer kein Geld verdient, ist weniger intelligent.<br />
Wer kein Geld verdient, bekommt Geld vom Staat.</p>
<p>Dabei sind das alles einfach nur gesellschaftliche Vorurteile und Druck.<br />
Es ist es meiner Meinung nach egal, ob man sich das Geldverdienen teilt oder nur einer von beiden dafür arbeiten geht, am Ende ist es gemeinsames Geld in geteilter Arbeit.<br />
Und das wichtigste ist, dass sich die Familie damit wohl fühlt, denn nur darum geht es. Es geht niemanden etwas an, wie man sein Leben führt und dieser Druck sollte weniger werden.</p>
<p>Mein Appell an all die Mamas, die den Laden zu Hause schmeißen und die Kinder betreuen, damit sie nicht mit erst ein paar Monaten in die Kita müssen und so lange wie möglich Zeit zum Entwickeln haben, während der Mann arbeiten geht:<br />
Ihr seid stark, ihr seid selbstlos und ich wünsche euch, dass dieser Druck von außen irgendwann endlich aufhört.<br />
Wenn ihr glücklich seid und es eurer Familie gut geht mit dieser Entscheidung, ist es mehr als richtig. Und nur darauf kommt es an, lasst all das Gelaber von außen einfach an euch vorbeiziehen. Denn DAS ist falsch, nicht euer Leben.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Beiträge von Marie <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findest du hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Patriarchat &#8211; weder Glück noch Männlichkeit</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/02/das-patriarchat/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Memo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Feb 2021 07:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12773</guid>

					<description><![CDATA[Das Patriarchat birgt doch nur Vorteile für Männer, oder? Tja, falsch gedacht &#8211; denn auch Männer leiden unter vorgegebenen Rollenbildern, Erwartungen und einer patriarchalen Vorstellung von Männlichkeit. Genau mit diesem Thema hat sich unser Autor Memo in folgendem Poetry Slam-Text auseinandergesetzt: Wir werden geboren und gelesen, und das nicht unseres Charakters wegen und unseres Wesens,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="page" title="Page 1">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p><strong>Das Patriarchat birgt doch nur Vorteile für Männer, oder? Tja, falsch gedacht &#8211; denn auch Männer leiden unter vorgegebenen Rollenbildern, Erwartungen und einer patriarchalen Vorstellung von Männlichkeit. Genau mit diesem Thema hat sich unser Autor Memo in folgendem Poetry Slam-Text auseinandergesetzt:</strong></p>
<p><span id="more-12773"></span></p>
<p>Wir werden geboren und gelesen,<br />
und das nicht unseres Charakters wegen und unseres Wesens,<br />
für einige bedeutet es, privilegiert zu sein,<br />
für andere bedeutet es: Vorsicht! Es ist wichtig! Dass da zwischen deinem linken und rechten Bein&#8230;<br />
jungfräulich muss es bei den Frauen sein,<br />
also wahre stets den Schein,<br />
privilegiert sind die mit dem vermeintlichen Glied,<br />
können oft sagen, ,,Ich bin mein eigen Glückes Schmied&#8220;<br />
leider sind es nicht die Frauen*, die selbstbestimmt leben dürfen,<br />
es ist auch egal wo&#8230;. sie werden immer begleitet von unseren Vorwürfen,<br />
Als Mann haben wir es doch so gut,<br />
Stärke, Ansehen und Sex liegen uns doch im Blut</p>
<p>oder&#8230;. gibt es eine Möglichkeit selbst zu entscheiden?</p>
</div>
</div>
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p>ABER was ist, wenn ich nicht ins Bild passe?<br />
Wenn ich mich nicht manipulieren lasse?<br />
Wenn ich merke, dass dieses Konzept mir und meiner Identität schadet und ich es eigentlich hasse?<br />
Wenn wir den Anforderungen als Mann nicht gerecht werden wollen?<br />
Wenn wir merken, unsere Persönlichkeit ist im Patriarchat verschollen?<br />
Die Antwort ist klar, durch unser Mitwirken bringen wir das System erst recht ins Rollen!</p>
</div>
</div>
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p><span style="font-size: 1.14285rem;">In dieser Art von Männlichkeit darfst du keine Gefühle zeigen,<br />
musst bei Schmerz und Trauer stetig schweigen,<br />
wirst nur bei Siegen im ständigen Konkurrenzkampf anerkannt,<br />
bei Ängsten und Schwäche wirst du ohne Skrupel überrannt,<br />
deine Männlichkeit ist vorgegeben und stark begrenzt,<br />
magst du die Farbe Pink oder lackierst dir die Fingernägel, meiden dich viele die du kennst,<br />
Es ist vorgesehen vom Patriarchat, dass du das Gewand der Männlichkeit dein eigen nennst,</span></p>
<p>Gewalt und Verachtung sind dabei deine ständigen Begleiter,<br />
Erbamungslos geht es in diesem Konstrukt immer weiter,<br />
höher und schneller klettern wir auf dieser Leiter,<br />
gepeinigt von Frust und Schmerz sind wir unsere eigenen dunklen Reiter,</p>
<p>Aber&#8230; wie wichtig ist diese Zuschreibung wirklich?</p>
<p>Überlege genauer, der Weg des Patriarchats führt zum Verlust deiner Menschlichkeit,<br />
denn im Inneren macht sich dann ein Gefühl der Ungleichheit breit,<br />
geblendet von den falschen Vorteilen, die wir als Männer pflegen,<br />
merken nicht dass wir umgeben sind vom nie endenden Regen,<br />
Wir brechen letztendlich uns und vor allem die Frauen*, das ist die Realität<br />
Geprägt von der zugesprochenen und abgesprochenen Männlichkeit, die Finsternis in uns säht,</p>
</div>
</div>
</div>
<div class="page" title="Page 3">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p>wir können selbst entscheiden,<br />
ob wir dieses Schicksal wollen meiden,<br />
Männlichkeit, der Begriff liegt in unserer Hand,<br />
durchbrechen können wir diese von Schmerz begleitete Wand,<br />
Gleichberechtigung wird uns Stärke verleihen,<br />
Sie wird uns von der Kette der Gewalt entzweien,<br />
Es ist wichtig, dass wir unsere Wege gehen und das selbstbestimmt,<br />
nur so ernten wir Zufriedenheit und verhindern, dass dieses Unrecht wieder gewinnt.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Noch mehr Beiträge <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/maennlichkeit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>zum Thema Männlichkeit findest du hier</strong></a>.</li>
</ul>
</div>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was ist Männlichkeit für mich?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/01/was-ist-maennlichkeit-fuer-mich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jan 2021 07:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[onlinegelände20]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12711</guid>

					<description><![CDATA[Im Rahmen des #onlinegelände20 im letzten Sommer haben sich einige Jungs und junge Männer von Was geht Almanya überlegt, was Männlichkeit und Gleichstellung für sie bedeuten. Dabei sind diese Fotos entstanden, die du hier ⬆️ in der Galerie anschauen kannst. Mehr dazu: Mehr von Was geht Almanya findet ihr hier.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class=""><strong><strong><span class="">Im Rahmen des #onlinegelände20 im letzten Sommer haben sich einige Jungs und junge Männer von <em>Was geht Almanya</em> überlegt, was Männlichkeit und Gleichstellung für sie bedeuten. Dabei sind diese Fotos entstanden, die du hier </span></strong></strong><span style="font-size: 1.14285rem;">⬆️ </span><strong style="font-size: 1.14285rem;"><span class="">in der Galerie anschauen kannst.</span></strong></div>
<div></div>
<p><span id="more-12711"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von <em>Was geht Almanya</em> findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/almanya/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>GRRRLs Voice kommentiert: Lu Likes über sexuelles Selbstbewusstsein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/12/grrrls-voice-kommentiert-lu-likes-ueber-sexuelles-selbstbewusstsein/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2020/12/grrrls-voice-kommentiert-lu-likes-ueber-sexuelles-selbstbewusstsein/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[GRRRLs Voice of HeRoes Duisburg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Dec 2020 07:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere tolle Redaktionsgruppe GRRRLs Voice of HeRoes Duisburg hat sich gemeinsam ein YouTube-Video von Lu Likes angesehen und es für uns und für euch kommentiert. Ihre Gedanken, ihre Meinung, ihre Ideen und auch Verbesserungsvorschläge dazu präsentieren wir euch heute. Mehr dazu: Hier haben die GRRRLs ein weiteres Video von Lu Likes kommentiert. Und hier kommt]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere tolle Redaktionsgruppe GRRRLs Voice of HeRoes Duisburg hat sich gemeinsam ein YouTube-Video von Lu Likes angesehen und es für uns und für euch kommentiert. Ihre Gedanken, ihre Meinung, ihre Ideen und auch Verbesserungsvorschläge dazu präsentieren wir euch heute.</strong></p>
<p><span id="more-12652"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/03/grrrls-voice-kommentiert/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Hier haben die GRRRLs</strong></a> ein weiteres Video von Lu Likes kommentiert.</li>
<li>Und hier kommt ihr direkt zum <a href="https://www.youtube.com/channel/UCMh8IaiFs4iI3K2nWB_j-9g" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Youtube-Kanal von Lu Likes</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Mach mit bei meinTestgelände!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/11/mach-mit-bei-meintestgelaende/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Nov 2020 07:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
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					<description><![CDATA[Was denkst du über Geschlechterrollen? Wie kämpfst du gegen Diskriminierung? Was bedeutet Feminismus für dich? Was sind deine Träume, deine Ziele, was beschäftigt dich? Warum wir all das fragen? Nun ja, ganz einfach: Wir brauchen dich! Dich und deine ganz eigene Perspektive, deine Geschichte, deine Gedanken, deine Meinung, deine Ideen. Mach mit bei meinTestgelände 🥳 wir freuen uns]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was denkst du über Geschlechterrollen? Wie kämpfst du gegen Diskriminierung? Was bedeutet Feminismus für dich? Was sind deine Träume, deine Ziele, was beschäftigt dich? Warum wir all das fragen? Nun ja, ganz einfach: Wir brauchen dich! Dich und deine ganz eigene Perspektive, deine Geschichte, deine Gedanken, deine Meinung, deine Ideen. Mach mit bei meinTestgelände 🥳 wir freuen uns auf dich!</strong></p>
<p><span id="more-12565"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/mitmachen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Hier</strong></a> kannst du uns gleich schreiben!</li>
</ul>
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		<title>HeRoes &#8211; Mannopoly</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/10/heroes-mannopoly-onlinegelaende20-workshop/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HeRoes]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Oct 2020 10:54:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute haben wir ein Mitmachvideo für euch. Die HeRoes Duisburg haben auf unserem #onlinegelände20 den Workshop &#8222;-ismen und Ich&#8220; angeboten. Ein Teil davon war das Spiel &#8222;Mannopoly&#8220; indem Fragen rund um Sexismus gestellt werden. Das schöne ist, Antworten sind erstmal offen gelassen und wir würden uns freuen, wenn ihr Lust habt diese in den Kommentaren]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Heute haben wir ein Mitmachvideo für euch. Die HeRoes Duisburg haben auf unserem #onlinegelände20 den Workshop</b><b> &#8222;-ismen und Ich&#8220; angeboten. Ein Teil davon war das Spiel &#8222;Mannopoly&#8220; indem Fragen rund um Sexismus gestellt werden. Das schöne ist, Antworten sind erstmal offen gelassen und wir würden uns freuen, wenn ihr Lust habt diese in den Kommentaren zu beantworten.</b></p>
<p><span id="more-12534"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/09/heroes-hast-du-den-mut/">Hier</a> könnt ihr noch einen weiteren Beitrag aus dem HeRoes &#8211; Workshop anschauen.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>It&#8217;s a Boy!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/10/its-a-boy/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2020 07:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Leiterin der Story Teller ist Tante geworden. Ihr Bruder hat einen kleinen Jungen bekommen. Dabei hätte die Tante eigentlich gern eine Nichte, um aus ihr eine kleine Feministin zu machen. Aber Tanten fragt ja niemand. Im Übrigen schämt sie sich für das ungerechte Gefühl dem biologischen Geschlecht gegenüber. Vielleicht entspringt dies der Erinnerung, die Geburt]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Leiterin der Story Teller ist Tante geworden. Ihr Bruder hat einen kleinen Jungen bekommen. Dabei hätte die Tante eigentlich gern eine Nichte, um aus ihr eine kleine Feministin zu machen. Aber Tanten fragt ja niemand. Im Übrigen schämt sie sich für das ungerechte Gefühl dem biologischen Geschlecht gegenüber. Vielleicht entspringt dies der Erinnerung, die Geburt ihres jüngeren Bruders sei mehr abgefeiert worden: „Er hat einen Büdel!&#8220; (plattdeutsch für Hodensack) Ein Stammhalter hat Mehrwert. Die drei Jahre ältere Schwester fühlte sich zurückgesetzt. Das ist ein paar Jahrzehnte her. Aber nach wie vor gibt es Kulturen oder Milieus, in denen Mädchen weniger zählen. </strong></p>
<p><strong>Der Neffe wird übrigens kein Halter des väterlichen Stammes. Er erhält den Nachnamen seiner Mutter. Mutter und Vater pflanzen außerdem zusammen einen Baum. Aus einem kleinen Jungen kann man einen guten Feministen machen. Es geht sowieso um Menschlichkeit. Was kann man Neugeborenen mit ins Leben geben, damit Gleichwertigkeit zwischen den Geschlechtern sei? Die Story Teller haben in diesem Sinne ein paar Geburtstagsgrüße getextet.</strong></p>
<p><span id="more-12508"></span></p>
<p><strong><i>Neues Leben I Sei du!</i></strong><br />
von Tamy Keitel</p>
<p>Herzlich willkommen, neues Leben!<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Wenn du ein Junge bist, sei eine Rose mit Dornen. Niemand muss perfekt sein, auch du nicht. Sei eine duftende Blüte mit der Fähigkeit, dich und das was du liebst zu verteidigen. Sei ein Gentleman und dankbar für das, was du hast. Sei Schutz und Beschützter. Und sei stark genug, zu deinen Schwächen zu stehen.</p>
<p>Wenn du ein Mädchen bist, lass dir nicht einreden schwach zu sein. Lehne dich auf gegen Ungerechtigkeiten. Wenn dir jemand an den Kragen will, wehre dich. Und wenn dir jemand das Herz bricht, halt es fest zusammen und du stellst fest, es schlägt noch. Achte auf dich und lass dich nicht vom Weg abdrängen, verliere deine Ziele nicht aus den Augen. Deine Waffe ist dein Verstand, gebrauche ihn.</p>
<p>Wenn du kein Geschlecht hast, schäm dich nicht, zeig wer du bist und was du hast. Du hast Herz, Geist und Seele, und das macht dich zu einem wertvollen Menschen. Du hast eine Stimme, also sei laut und es wird Menschen geben, die zuhören. Steh für deine Rechte ein und fordere das Leben, mit dem du dich identifizierst. Und vergiss nicht, du bist ein Mensch wie alle Anderen auch.</p>
<p>Wenn du im falschen Körper bist, lass dich nicht unterkriegen. Lebe aus, was du wirklich bist. Der Körper ist nur eine Hülle, die über das Herz und das Gefühl nichts aussagt. Du bist nicht alleine und dir kann geholfen werden, das zu sein, was du willst.</p>
<p>Was auch immer aus dir wird, kleiner Mensch, sei und tu was du willst, solange es dir damit gut geht und niemand anderem schlecht. Herzlich willkommen, neues Leben.</p>
<p><strong><i>Hallo kleiner Erdenmensch!</i></strong><br />
von Carsten Schnathorst</p>
<p>Nun hast du es geschafft! Du bist in dieser verrückten Welt angekommen. Happy Birthday! Dein Geburtstag möge für dich und deine Familie immer ein Glückstag sein. Ich wünsche dir für dein Leben viel Liebe, Schutz, Glück und Freude. Du mögest immer Herzensmenschen in deinem Leben haben, die dir zur Seite stehen. Wenn du fällst, soll eine schützende Hand unter dir sein und dir Halt geben. Auch wenn du diese Worte jetzt noch nicht verstehen kannst, deine Seele hat alles gespeichert.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Wir kennen uns zwar nicht, aber ich bin auch Onkel und wünsche dir dies alles voller Liebe. Sei, wer du sein willst. Spiel mit was immer du auch willst. Wenn du dich beim Karneval als Mädchen, Prinzessin, Diva verkleiden magst, tu&#8217;s! Nur du entscheidest über dein Leben. Wenn dir jemand sagt &#8222;Du bist ein Junge! Da spielt man nicht mit Puppen!&#8220;, musst du nicht darauf hören. Du bist der Chef, die Chefin deines Lebens!</p>
<p><strong><i>Träume nicht dein Leben, sondern lebe deine Träume!</i> </strong></p>
<p>Und höre immer auf dein Herz und auf deine innere Stimme. Nur du selbst weißt, was gut für dich ist.<br />
Liebe Grüße, Melanie Lux</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von den Story Tellern <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/story-teller/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
<li>Und unsere Autorin Marie schreibt viel über <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>ihren Alltag als junge Mutter</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Philosophie meines Idylls</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/10/die-philosophie-meines-idylls/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sabylonica]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Oct 2020 07:00:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns, eine*n neue*n Autor*in auf meinTestgelände willkommen zu heißen! Begrüßt mit uns sabylonica! sabylonica sagt: &#8222;Ich bin lediglich auf der Suche nach meinem reinen Sein und möchte den öffentlichen Raum als Plattform für die Tiefen meiner unentdeckten (Sehn-)Süchte nutzen und sie mit euch teilen.&#8220; Wir freuen uns darauf! Hier kommt auch schon der]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns, eine*n neue*n Autor*in auf meinTestgelände willkommen zu heißen! Begrüßt mit uns sabylonica! sabylonica sagt: &#8222;Ich bin lediglich auf der Suche nach meinem reinen Sein und möchte den öffentlichen Raum als Plattform für die Tiefen meiner unentdeckten (Sehn-)Süchte nutzen und sie mit euch teilen.&#8220; Wir freuen uns darauf! Hier kommt auch schon der erste Text.</strong></p>
<p><span id="more-12490"></span></p>
<p>Ein Ornament angefertigt aus gesellschaftlichen Ängsten obsessiver Verdrängung durch Dysphemismus.</p>
<p>Meinem Sein werden mit Anbeginn des Bewusstseins über mich die ersten Steine in den Weg gelegt. Auf meinem Pfad liegen dutzende große, wie auch kleinere, die nicht dem Ausmaß der größeren gleicht, aber genauso an Bedeutung hat, Steine. Noch bevor ich das Licht erblickte wurden viel zu viele Steine gelegt. Und eben durch diese Steine wurde mir das Licht des Lebens entraubt und ich erblicke geradewegs die Steine, die mich aufhalten den Weg gar zu betreten, und kann lediglich die Schatten meiner Steine sehen. Die Schatten, die ich sehe, sind die Reflexion und meine Gedanken, wie auch meine Gefühle zugleich. Ich sehe sie und weiß sie als Ressource nutzen zu können, ich reflektiere und weiß oftmals sogar wie der einzelne Stein liegt, sodass ich ihn aus meinem Weg entfernen könnte, aber ich entferne ihn nicht. Warum? Kann ich nicht genau sagen, vielleicht aus Angst, Mutlosigkeit, Kraftlosigkeit oder wegen etwas anderem, aber ich kann ihn nicht entfernen. All die Steine liegen so dornenreich und sind unter großem Druck auf meinem Pfad und meinem Licht des Lebens. Mir scheint die Vorstellung den Weg sehen zu können reine Illusion zu sein, weil die Vorstellung an die Grenze der gesetzten Logik endet. Nur ein winziger Teil mündet ab und ich erlebe die Hoffnung, das Fernweh und die Sehnsucht. Ich weiß gar nicht, wie ich die Tatsache physikalisch erklären kann, aber metaphysisch ist die winzige Mündung weit über die Logik hinaussehen zu können größer und kräftiger als die in der Grenze geschlossene, große und kräftige Logik.</p>
<p>Die Grenze der gesetzten Logik sind die Steine und die Mündung sind die Schatten. Die Steine sind die Erwartungen der Gesellschaft an mir, wie ich aussehen, glauben, lieben und sein soll, wie sie sie für richtig halten. Die Steine prägten und prägen mich so stark, dass der Glaube fest ist, die Steine sind Teil meines Lebens und sie werden bis zu meinem letzten Atemzug bleiben, wer weiß, vielleicht auch danach. Eines dieser Steine ist das Geschlecht, welches mir vorgeschrieben, -gelebt und -gezeigt wird. Schon bevor ich das Lebens Licht erblicken konnte, hat die Gesellschaft klare Vorstellungen, wie ich mich zu identifizieren habe. Was dabei absurd ist, sie wissen noch nicht einmal selbst, ob ich im Mutterleib weiblich oder männlich bin, aber sie haben eine reine Vorstellung davon, dass ich mich darüber definieren müsse, was nun zu meinem Körper zuzuordnen ist. Dabei definiert die Gesellschaft das Geschlecht nach männlichen oder weiblichen Merkmalen, was ich als Einzelperson nun denke oder empfinde wird als überschätzt und gar als Phase angesehen. Mir brennt die Seele aus der Brust mir vorscheiben zu lassen, wer ich bin und ob ich nun Frau* oder Mann* bin. Als infantiles Wesen, hilflos wie sie uns bekannt sind, wurde mir ein Geschlecht aufgezwungen, worüber ich noch nicht einmal im Klaren war, welche Rolle diese in der Gesellschaft spielt, aber mir wurde schnell klar, ich müsste das patriarchale Spiel struktureller Hierarchien mitspielen. Was dabei komplett paradox war? Egal ob das Individuum als gelesene Frau* oder als gelesenen Mann* spielte, sie* oder er* war immer die Verliererin* oder der Verlierer*. Bei diesem Spiel sind Gewinner*innen kaum da. Wobei eine Menge an Männern* des Öfteren als Gewinner* spielten und Privilegien ausnutzten. Aber sind wir mal ehrlich, auch sie, vor allem sie, sind Opfer und Verlierer* des Spieles. Warum? Weil ihnen das eigentliche Leben vorenthalten wurde und sie die freie Entscheidung der Selbstfindung nicht hatten. Aber nichts desto trotz sind sie mit bewusster Entscheidung privilegierte Verfechter* gewesen, die zu dem Sexismus beitrugen.</p>
<p>Nun, die Schatten sind meine Gedanken und Gefühle, die mir einleuchten, dass die Erwartungen der Gesellschaft nicht richtig sind. Ich bin ein kleiner, hinsichtlich der Galaxie betrachtet, unbedeutender Mensch, aber ein Mensch mit Würde und Selbstbestimmung. Die ethische Fragestellung, was nun ist falsch oder richtig ist eine komplexe Denkweise mit metaphysischer Tiefsinnigkeit. Aber ich habe so viel Größe und Bedeutsamkeit, dass ich selbst darüber richte, ob ich nun richtig oder falsch handle oder ob ich nun richtig oder falsch bin. Und über diese Richtigkeit will ich niemandem die Macht geben darüber urteilen zu können, ob ich richtig oder falsch bin. Denn nur ich entscheide selbst über mich, was richtig oder falsch ist.</p>
<p>Die Gesellschaft hat vergeblich reine Vorstellung von richtig und falsch und umkreist den Weg ihrer Odyssee. Was mir zu tun bleibt? Ich will Mündungen und den Kreis auflösen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Spannende Texte zum Thema <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/identitaet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Identität findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lieb doch wen du willst</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/10/lieb-doch-wen-du-willst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2020 06:57:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
		<category><![CDATA[Rap]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Okay, krass: Wenn das mal nicht eines der coolsten, empowerndsten Rap-Videos ist?! &#8222;Lieb doch wen du willst&#8220; der Fair&#8230;rappt! Allstars ist zwar auch eine Kampfansage gegen Homo- und Queerfeindlichkeit, gegen Ausgrenzung und Normen, gegen Sexismus — in erster Linie geht es aber darum, sich selbst und die Vielfalt zu feiern, stolz auf sich zu sein, zu sein]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Okay, krass: Wenn das mal nicht eines der coolsten, empowerndsten Rap-Videos ist?! &#8222;Lieb doch wen du willst&#8220; der Fair&#8230;rappt! Allstars ist zwar auch eine Kampfansage gegen Homo- und Queerfeindlichkeit, gegen Ausgrenzung und Normen, gegen Sexismus —<span class="Apple-converted-space"> </span>in erster Linie geht es aber darum, sich selbst und die Vielfalt zu feiern, stolz auf sich zu sein, zu sein wer man sein möchte —<span class="Apple-converted-space"> und eben zu lieben, wen man lieben will </span>🏳️‍🌈❤️</strong></p>
<p><strong>Das Video entstand übrigens im Rahmen des Projektes &#8222;Queer macht Musik&#8220; von Fair&#8230;rappt!, gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.</strong></p>
<p><span id="more-12485"></span></p>
<p><span class="Apple-converted-space"> <strong>Mehr dazu:</strong></span></p>
<ul>
<li>Mehr Rap <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/rap/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findest du hier</strong></a>!</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Frauen in Israel </title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/09/frauen-in-israel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Sep 2020 07:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch in Israel herrscht noch lange keine tatsächliche Geschlechtergerechtigkeit, auch wenn etwa die Unabhängigkeitserklärung dies behauptet. Unsere Autorin Lilith hat sich mal wieder in eine tiefgründige Recherche gestürzt und erläutert in diesem Text etwas detaillierter, wie es um die Rechte der Frauen in Israel steht. Viel Spaß beim Lesen! Geschlechtergerechtigkeit in Israel  Zu viert stehen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Auch in Israel herrscht noch lange keine tatsächliche Geschlechtergerechtigkeit, auch wenn etwa die Unabhängigkeitserklärung dies behauptet. Unsere Autorin Lilith hat sich mal wieder in eine tiefgründige Recherche gestürzt und erläutert in diesem Text etwas detaillierter, wie es um die Rechte der Frauen in Israel steht. Viel Spaß beim Lesen!</b></p>
<p><span id="more-12458"></span></p>
<p><strong>Geschlechtergerechtigkeit in Israel </strong></p>
<p>Zu viert stehen sie nebeneinander. Alle in grünen Uniformen lässig an ein Auto gelehnt. Im Hintergrund stapfen zwei ihrer Kolleginnen in schwarzen Stiefeln durch den Sand, eine dunkle Waffe ruht in ihren Armen. Dieses und ähnliche Bilder dominieren die ersten 100 Ergebnisse, die bei der Suchanfrage der Stichwortkombination „Israel“ und „Frau“ von Google ausgespuckt werden. Schließlich dürfen in Israel die Frauen nicht nur zum Militär, sondern: sie müssen. Trotz des einen Jahrs weniger, das sie im Gegensatz zu ihren männlichen Landsgenossen für den Dienst an der Waffe verpflichtet werden, ist die militärische Forderung der Frau eine nicht sehr häufig in der Welt zu findende Regelung.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nach den Soldatinnen folgen Bilder von Ajelet Schaked. Die unter anderem als Justizministerin aktive und äußerst erfolgreiche Politikerin scheint das Vorzeigemodell der israelischen Emanzipation zu sein. Sie selbst äußerte einst ihre Feststellung, dass „eine Frau alles tun“ könne: „reisen, Mutter sein, eine Partei anführen, sogar als Bürgermeisterin, Firmenchefin oder Staatenlenkerin dienen“. Auch mit Golda Meir, die Jahre lang die wichtigen Ämter der Außenministerin und später Ministerpräsidentin Israels inne hatte, zeigt sich eine starke weibliche Persönlichkeit in Israel. Einem Land, in dem 60% der Masterstudierenden weiblich sind und die Lebenserwartung von Frauen mit 84,3 Jahren im internationalen Vergleich beachtlich ist. Es scheint also alles nach Plan zu laufen. Denn bereits in der Unabhängigkeitserklärung wurde festgehalten: „Der Staat Israel wird all seinen Bürgern, ohne Unterschied von Religion, Rasse und Geschlecht, soziale und politische Gleichberechtigung verbürgen“.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Der Blickwinkel ist entscheidend</b></p>
<p>Doch – warum schreibt der Global Diversity Report 2018 dann etwas von einer extremen Benachteiligung der israelischen Frauen? Mit 59% des Gehalts eines männlichen Kollegen, scheint die Arbeit der Frauen in Israel den Unternehmen wohl kaum mehr als ein halber Mann wert zu sein. Die Facebook-Büros in Israel werden zwar von einer Frau geführt, dabei scheint es sich aber um eine Ausnahme zu handeln.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Denn ein großer Anteil der Frauen arbeiten in Teilzeit &#8211; doppelt so viele wie Männer. Und selbst in der Politik, lassen sich Positivbeispiele wie Meir und Schaked noch an zwei Händen abzählen. Insbesondere in den einflussreichen Positionen gibt es lediglich einzelne Frauen, die sich herausheben. So waren beispielsweise in der gesamten Geschichte bis jetzt nie mehr als vier Frauen gleichzeitig an der Regierung beteiligt. Auch von insgesamt 50 Bürgermeistern ist aktuell nur eine Frau im Amt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Eine große Kluft klafft besonders beim Vergleich zwischen Stadt und Land auf. Tel Aviv, eine Stadt, die auch in anderen Kontexten als Staat im Staat bezeichnet wird, scheint kaum von Geschlechterdiskriminierung betroffen zu sein. Besonders im jüdisch orthodox dominierten ländlichen Raum hingegen, ist die Lage auch heutzutage noch sehr angespannt. Dennoch komme es in der Behandlung nicht zwingen auf die Religionszugehörigkeit sondern die Religiosität an. Eine Pauschalisierung sollte hier also nicht erfolgen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Rechtliche Gleichstellung in der Praxis</b></p>
<p>Während selbst in Deutschland das Selbstsbestimmungsrecht der Frauen nicht so hoch bewertet wird, dass Schwangerschaftsabbrüche legalisiert werden, herrschen in Israel sehr lockere Regelungen. Kosten dafür werden für Betroffene im Alter zwischen 20-33 sogar vom Staat übernommen und Ärzte dürfen bei Minderjährigen ohne Erlaubnis der Eltern eine Abtreibung durchführen. Besonders häufig zu ungewollten Schwangerschaften kommt es in der Zeit des Militärdienstes. Im Alter von 18 Jahren werden sie verpflichtet – ein Alter, in dem das andere Geschlecht mitunter interessanter sein kann, als die Schießübungen. Immer wieder werden Beschwerden zu sexuellen Übergriffen, aber auch geschlechtsspezifischer Diskriminierung laut. Einige Stimmen sprechen sich sogar für ein Militärverbot Israels aus. Wird das die Google-Bildersuche dominierende Ergebnis bald der Vergangenheit angehören?</p>
<p>In dieser Debatte kommen besonders die unterschiedlichen Religionen, die die Einwohner Israels vertreten, zum Vorschein. So machte z.B. Rabbiner Yigal Levinstein auf sich aufmerksam, als er den Wehrdienst von Frauen mit der Begründung verurteilte, sie hätten &#8222;heilig und keusch&#8220; zu sein, und ihre einzige Aufgabe sei, &#8222;die nächste Generation heranzuziehen&#8220;.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Rechtlich sind Frauen trotz dieser Gegner auch im Militär gleichgestellt. Seit kurzem gibt es Pilotinnen in der Luftwaffe und auch Beförderungen zu Panzerkommandeurinnen traten in den vergangenen Jahren auf. Dies ist aber erst seit dem Jahr 2000 der Fall. Der Prozess der Gleichstellung scheint daher noch in der Entwicklung zu stecken. Selbst in israelischen Pornographien, deren Produktion und Konsum im ganzen Land legal sind, spielt die Frau in Uniform eine noch immer stereotyp dargestellte Rolle. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Religiöser Konservatismus verhindert den Fortschritt in Richtung Gleichberechtigung</b></p>
<p>Am Weltfrauentag ist regelmäßig etwas los. Denn ein großer Teil der weiblichen Bevölkerung kämpft noch immer für ihre Rechte. Eine Plakataktion 2019 machte dies beispielsweise deutlich. &#8222;Ich habe einen Traum&#8220; stand auf zahlreichen Plakaten verteilt &#8222;dass Frauen genauso viel verdienen wie Männer&#8220;, &#8222;dass sich jede Frau in der Öffentlichkeit sicher fühlt&#8220;, &#8222;dass sexuelle Gewalt nicht toleriert wird&#8220; und &#8222;dass Mädchen wissen, dass ihnen jeder Job offensteht&#8220;. Ganz besonders richtet sich ihr Aufruf gegen die Forderungen Ultraorthodoxer, in deren Augen bereits die aktuelle Situation von zu viel Gleichberechtigung zeugt. Aus Angst vor dem religiösen Konservatismus wird sogar an einigen Orten besondere Vorsicht bei der Anbringung von Plakaten geboten. Busunternehmen beispielsweise weigerten sich in der Vergangenheit mehrfach, Plakate mit Frauenabbildungen aufzuhängen, aus Angst vor Beschädigung. Selbst Werbekataloge, z.B. von Einrichtungsfirmen werden teilweise ganz frauenfrei gestaltet um keinen Aufruhr heraufzubeschwören. Auch Stimmen, die das Gebet von Frauen an der Klagemauer verbieten möchten werden immer wieder laut. Sogar auf demselben Gehsteig sollen sie nicht mehr gehen dürfen. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Es bleibt zu hoffen, dass die Fortschritte der vergangenen Jahre stark genug dagegen anstehen und die Gleichstellung der Geschlechter wie in der Unabhängigkeitserklärung garantiert, Realität wird.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Schaut unbedingt auch <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lilith/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>in weitere Beiträge von Lilith</strong></a> rein!</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Elisa Marski: Männer und Frauen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/09/elisa-marski-maenner-und-frauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[LizzyNet]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Sep 2020 07:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute dürfen wir euch noch einmal einen Beitrag aus dem LizzyNet-Schreibwettbewerb „Das ist mir was wert!“ zum Thema Werte, Grundrechte und Demokratie veröffentlichen 🙌 Der Wettbewerb wird gefördert vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, und der heutige Text, ein Gedicht, kommt von Elisa Marski. Auf Instagram findet ihr sie unter @writerstheorem. Gleichberechtigung?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute dürfen wir euch noch einmal einen Beitrag aus dem LizzyNet-Schreibwettbewerb „<a href="https://www.lizzynet.de/wws/dasistmirwaswert-wettbewerb.php?sid=41092982455971637358762546255030" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das ist mir was wert</a>!“ zum Thema Werte, Grundrechte und Demokratie veröffentlichen </strong>🙌 <strong>Der Wettbewerb wird gefördert vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, und der heutige Text, ein Gedicht, kommt von Elisa Marski. Auf Instagram findet ihr sie unter @<a href="https://www.instagram.com/writerstheorem/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">writerstheorem</a>.</strong><span id="more-12443"></span></p>
<p>Gleichberechtigung? Angeblich vorhanden im einundzwanzigsten Jahrhundert,<br />
Doch was mich daran stark verwundert,<br />
Ist, warum Frauen immer noch weniger Lohn erhalten<br />
Und auch nach wie vor überwiegend den Haushalt verwalten,<br />
Wieso sie für Führungspositionen nicht so gut geeignet sind<br />
Und weshalb man keine Aufstiegschancen hat mit Kind.</p>
<p>Immer noch müssen mehr Mütter als Väter Teilzeit arbeiten,<br />
Und dass sich das negativ auf die Rente auswirkt, kann auch niemand bestreiten.<br />
Außerdem hat “man“ die Werbung mit halbnackten Frauen satt,<br />
Die auch noch vorschreibt, wie eine Frau auszusehen hat:<br />
Großer Busen, runder Po,<br />
Flacher Bauch, das sowieso,<br />
Lange Beine, lange Haare,<br />
Blond &#8211; das ist das einzig Wahre!</p>
<p>Trotz Vorurteilen und auch trotz Kind<br />
Lasst uns der Gesellschaft zeigen, wer wir sind!<br />
Lasst uns nicht auf Teile des Gehalts verzichten<br />
Und den Haushalt ganz allein verrichten<br />
Kinder und Karriere? Klar geht das!<br />
Wenn uns Schutz und Hilf‘ zuteil wird, dann schaffen wir das!<br />
Nicht umsonst gibt’s Elternzeit auch für den Mann<br />
&#8211; der uns damit sehr unterstützen kann.</p>
<p>Wir müssen uns das nicht länger gefallen lassen,<br />
Dürfen den Absprung nur nicht verpassen!<br />
Auch Männer sind ganz herzlich eingeladen,<br />
Für Frauenrechte einzutreten &#8211; das wird keinem schaden.<br />
Wenn wir alle gemeinsam kämpfen und gemeinsam verstehen,<br />
Können wir in Zukunft vielleicht tatsächlich Gleichberechtigung sehen.<br />
Aber heute, jetzt und hier,<br />
Existiert dieses Konstrukt in Gänze<br />
Leider nur auf dem Papier.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Wettbewerbs-Texte findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lizzynet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bomber-Plüsch-Jacke mit Kunstfell</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/08/bomber-pluesch-jacke-mit-kunstfell/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Abdul]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Aug 2020 07:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Klischees]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
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					<description><![CDATA[Einen Text zum Hören und Lesen haben wir heute für euch, und zwar von Abdul. Bestimmt kennt ihr den Spruch &#8222;Kleider machen Leute&#8220;, oder? Da scheint viel Wahrheit drinzustecken&#8230; oder zumindest meinen einige Leute, an der Kleidung anderer zum Beispiel so was wie deren Sexualität erkennen zu können. Was Abdul erlebt, als er sich eine]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Einen Text zum Hören und Lesen haben wir heute für euch, und zwar von Abdul. Bestimmt kennt ihr den Spruch &#8222;Kleider machen Leute&#8220;, oder? Da scheint viel Wahrheit drinzustecken&#8230; oder zumindest meinen einige Leute, an der Kleidung anderer zum Beispiel so was wie deren Sexualität erkennen zu können. Was Abdul erlebt, als er sich eine neue Jacke kauft, die ihm einfach nur richtig gut gefällt &#8212; eben eine Bomber-Plüsch-Jacke mit Kunstfell &#8212; das erfahrt ihr in seinem Text.</strong></p>
<p><span id="more-12401"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von Abdul findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/abdul/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zur Frau wurden wir gemacht</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/06/zur-frau-wurden-wir-gemacht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ika]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2020 07:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Inter*]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns über einen neuen Text von Ika! Ika ist Inter* und berichtet uns von Erfahrungen und aus dem Alltag, von queeren Partys und von Veränderungen. Heute geht es um ein ziemlich heikles Thema: queer-feministische Räume und Bündnisse. Denn da herrscht bei Weitem nicht immer Einigkeit und Harmonie&#8230; es gibt auch innerhalb feministischer Kreise]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns über einen neuen Text von Ika! Ika ist Inter* und berichtet uns von Erfahrungen und aus dem Alltag, von queeren Partys und von Veränderungen. Heute geht es um ein ziemlich heikles Thema: queer-feministische Räume und Bündnisse. Denn da herrscht bei Weitem nicht immer Einigkeit und Harmonie&#8230; es gibt auch innerhalb feministischer Kreise viele Streitpunkte und eine ganze Menge auszudiskutieren. Warum es dennoch ungeheuer wichtig ist, zusammenzuhalten, das lest ihr in Ikas Text.</strong></p>
<p><span id="more-12268"></span></p>
<p>Im Text „<a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/03/no-choice-no-voice-no-body/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>No choice, no voice, no body</strong></a>“ ging es darum dass Inter* noch immer ungefragt von Mediziner*innen Richtung Mann oder Frau operiert oder schlecht aufgeklärt mit Hormonen behandelt werden, um bessere Männer oder Frauen zu werden. Meistens wird dabei Richtung Frau operiert oder beraten. Ganz konkret meinte ein Arzt dazu: Es ist einfacher ein Loch zu graben als einen Stab aufzurichten.</p>
<p>Für das Patriarchat zählt nur ein möglichst langer, erigierbarer Penis. Alles andere ist „nicht Mann“. Weil sich das Patriarchat sowieso nicht für Vulven interessiert macht es dann ja auch keinen Unterschied, wenn da bei diesen komischen Inter hier und da was anders aussieht.<br />
Jedenfalls sind das keine echten Männer, das ist jawohl klar &#8211; also — Frauen.</p>
<p>Das habe ich jetzt natürlich sehr plakativ formuliert, aber im Endeffekt hat es viel mit dem Patriarchat zu tun, wie Inter* behandelt werden. Denn wenn es keine sexistische Hierarchie zwischen Männern und Frauen gäbe &#8211; dann würden Menschen „dazwischen“ nicht so sehr als Bedrohung für diese starre Ordnung angesehen werden.<br />
Darum war es für mich als Inter* immer klar, dass ich auch Feminist*in bin.</p>
<p>Neben Inter* sind auch Trans* oft diskriminiert vom Zwei-Geschlechter-System. Es klingt also total logisch das Inter* und Trans* zusammen gegen die männlich/weibliche Ordnung kämpfen sollten.<br />
Am besten unterstützt von queeren und feministischen Gruppen.<br />
Warum sieht die Realität dann oft so ganz anders aus?<br />
Mir sind solche Bündnisse gerade auch in Zeiten von einem allgemeinen Rechtsruck sehr wichtig.<br />
Trotzdem möchte ich erklären warum das alles nicht immer so einfach ist.<br />
Dazu gehe ich in der Geschichte etwas zurück.</p>
<p>Der Sexualwissenschaftlicher John Money machte in den 70er Jahren ein „Experiment“, um zu beweisen das Geschlecht nur anerzogen sei. Bruce und Brian Reimer kommen als eineiige Zwillinge zur Welt. Bei einer missglückten OP verliert Bruce seinen Penis und wird auf Anraten von John Money mit 21 Monaten zu Brenda operiert. Und als Mädchen großgezogen. John Money veröffentlicht darüber ein in der Fachwelt gefeiertes Buch &#8211; verschweigt aber, dass Bruce/Brenda sich später David nennt und sich nicht wohlfühlt als Frau. Noch später nehmen beide Zwillinge sich das Leben.</p>
<p>Viele Feminist*innen und Queers haben John Money für diesen Menschenversuch gefeiert. Er galt als fortschrittlich. Weil er ja bewiesen habe, dass Geschlecht vor allem eine soziale Kategorie ist. Tatsächlich wird sein „Experiment“ sogar zur Grundlage für die Behandlung Intergeschlechtlicher. Ist es zum Teil noch heute.<br />
Kritisiert wird Money vor allem von Rechten, die versuchen zu behaupten Geschlecht sei eine natürliche, biologisch eindeutige, nicht veränderbare Tatsache.<br />
Als progressive*r Inter* und Trans* Aktivist*in fühle ich mich dann oftmals wieder zwischen den Stühlen.<br />
Mir ist klar, dass in engen rechten Weltbildern von endo-cis-hetero Kleinfamilie nie ein Platz sein kann und wird – für mich als queerer Inter*.</p>
<p>Ich glaube auch nicht, dass Geschlecht nur von der Biologie abhängt, sondern viel komplexer ist.<br />
Gleichzeitig glaube ich eben auch nicht, dass Geschlecht völlig unabhängig vom Körper betrachtet werden kann.Für mich persönlich ist es eher ein komplexes Zusammenspiel von Körper und sozialer Rolle &#8211; was meine Identität ausmacht.<br />
Manchmal fehlt mir dann in queren Kreisen eine Auseinandersetzung darüber.</p>
<p>Da wird dann Inter* gerne als Beispiel genommen, wie absurd dieses Cis-Hetero-Zwei-Geschlechter-Modell ist, aber was es wirklich bedeutet mit einem Körper zu leben, der nicht dem entspricht, was als Mann oder Frau gilt, ist den meisten gar nicht klar.</p>
<p>Oft gibt es also nur wenige Überschneidungen zwischen Inter* und anderen Queers. Ich vermute dahinter verschiedene Gründe.<br />
Viele schwule/queere Kreise, die Verbündete sein könnten, legen zu recht Wert darauf, sex-positiv zu sein, um der Tabuisierung queerer Sexualität was entgegenzusetzen.<br />
Für viele Inter* aber sind sehr sexualisierte Räume oft nicht so leicht zugänglich. Wer Narben hat, die weh tun beim Sex, wer gelernt hat sich für seinen Körper zu schämen, hat vielleicht gar keinen Sex. Oder keinen schnellen, spontanen.<br />
In der queeren Großstadt, in der ich mal gewohnt hab, gab es mehrere Saunen und Clubs mit Dark Rooms, aber kein einziges gemütliches queeres Café, kein queeres Wohnzimmer.</p>
<p>Ich finde die Saunen und Dark Rooms wichtig als Räume queerer Emanzipation, aber sie sind oft nur für endosexuelle (nicht–Inter) zugänglich. Ich finde es darum schade, wenn sie die einzigen queeren Räume sind.</p>
<p>In feministischen/queerfeministischen Gruppen ist das zum Glück anders. Körper spielen nicht eine so große Rolle, auch asexuell zu sein oder Scham zu haben ist hier viel eher ok.<br />
Dafür gibt es oft leider andere Barrieren.</p>
<p>Die meisten Inter*, die ich kenne, haben sehr viel zum Thema Geschlecht zu sagen. Für viele von uns gilt die feministische Erkenntnis von Simone de Beauvoir: „Man ist nicht als Frau geboren, man wird es“ im doppelten Sinne.</p>
<p>Ich bin durch Hormone, andere durch OPs, auch körperlich an das Bild einer Frau angepasst worden. Dazu dann die Erfahrung einer „weiblichen Sozialisation“.<br />
Eigentlich sollten also Inter* in der ersten Reihe stehen, wenn es gegen das Patriarchat geht.<br />
Aber dafür braucht es feministische und queerfeministische Gruppen, die nicht nur irgendwo ein I im Namen haben, sondern Erfahrungen von Inter* ernst nehmen. Die über diverse Körper sprechen. Diese Körper lassen sich nicht wegtheoretisieren.<br />
Es braucht Gruppen, die mit Inter* zusammenarbeiten, auch wenn die vielleicht nicht immer die richtigen Szenecodes kennen oder eine Sprache benutzen, die selber oft noch im zwei-Geschlechter-Denken hängt. Ich glaube trotzdem das jede queerfeministische Gruppe viel von Inter* lernen kann.<br />
Vielleicht haben nicht alle immer die richtigen Bücher gelesen. Aber wir sind Alltagsexperten im Kampf mit dem Zwei-Geschlechter-System.<br />
Für so eine Zusammenarbeit braucht es aber auch Inter* die mutig sind. Die nicht nur unter sich bleiben. Die genug haben von einer Welt in der für sie kein Platz sein soll. Die Platz fordern und Platz nehmen. Die Bündnisse eingehen und die ganze berechtigte Trauer und Wut nicht nur gegen sich selber richten oder verdrängen.<br />
Vielleicht kann das ein oder andere queerfeministische Buch ja auch und gerade für Inter* dabei ermutigend sein.<br />
Mir hat es jedenfalls Mut gemacht zu lesen, dass es da draußen einige gibt – die mit den jetzigen engen Rollenbildern und Körpernormen unzufrieden sind.</p>
<p>Speziell Inter* und Trans*-Bündnisse sind oft ein schwieriges Thema.<br />
Manche Inter* sind enttäuscht, fälschlich als Trans* angesehen zu werden. Das kann ich verstehen.<br />
Manche Inter* sagen: Wie sollen wir zusammen arbeiten – wir kämpfen gegen OPs am Geschlecht – die wollen welche.<br />
Aber so einfach ist das nicht. Manche Trans* wollen keine OPs. Manche Inter* entscheiden sich vielleicht später im Leben noch für welche.<br />
Auch sonst denke ich – das Wichtigste bei allem bleibt doch die Selbstbestimmung über den eigenen Körper.</p>
<p>Darum ist es ein Problem wenn Kinder ungefragt operiert werden nur weil sie Inter* sind. Aber darum ist es genauso eine tolle Errungenschaft wenn Trans* mit OPs, für die sie sich selbst entscheiden, ein besseres Gefühl zum eigenen Körper bekommen können. Wichtig ist das alle selbst entscheiden. Am besten in einer Welt, die irgendwann damit aufhört, Menschen nach ihren Geschlechtsteilen zu sortieren. Eine Welt in der unterschiedliche Geschlechtsteile irgendwann genauso entspannt zur Kenntnis genommen werden wie unterschiedliche Schuhgrößen.</p>
<p>Dafür lohnt es sich doch vielleicht zusammenzuhalten.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Queere Gangster</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/06/queere-gangster/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[FaulenzA]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jun 2020 07:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
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		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Yay! Wir wünschen euch viel Spaß mit diesem Video und Song von FaulenzA featuring Haszcara! Übrigens haben wir Haszcara im Rahmen des Online-#geländes zu einem Talk eingeladen, der euch Anfang Juli hier auf meinTestgelände erwartet. Mehr dazu: Ihr wollt gleich weiterhören? Kein Problem 🙂 Neuigkeiten von FaulenzA gibt&#8217;s regelmäßig auf ihrer Facebook-Page.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Yay! Wir wünschen euch viel Spaß mit diesem Video und Song von FaulenzA featuring Haszcara! Übrigens haben wir Haszcara im Rahmen des Online-#geländes zu einem Talk eingeladen, der euch Anfang Juli hier auf meinTestgelände erwartet.</strong></p>
<p><span id="more-12262"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Ihr wollt gleich weiterhören? <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/faulenza/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Kein Problem</strong></a> 🙂</li>
<li>Neuigkeiten von FaulenzA gibt&#8217;s regelmäßig <a href="https://www.facebook.com/Faulenza/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>auf ihrer Facebook-Page</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Ronja: Mädchen und Technik?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/06/ronja-maedchen-und-technik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[LizzyNet]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jun 2020 07:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
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		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
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					<description><![CDATA[Letzten Monat haben wir hier ja schon einmal einen der Gewinner*innentexte des LizzyNet-Schreibwettbewerb „Das ist mir was wert!“ zum Thema Werte, Grundrechte und Demokratie veröffentlicht, jetzt freuen wir uns, euch eine weitere Geschichte präsentieren zu können. In &#8222;Mädchen und Technik?&#8220; setzt sich die junge Autorin Ronja mit Geschlechterstereotypen und -vorurteilen auseinander. Viel Spaß beim Lesen!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Letzten Monat haben wir hier ja schon einmal einen der Gewinner*innentexte des LizzyNet-Schreibwettbewerb „<a href="https://www.lizzynet.de/wws/dasistmirwaswert-wettbewerb.php?sid=41092982455971637358762546255030" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das ist mir was wert</a>!“ zum Thema Werte, Grundrechte und Demokratie veröffentlicht, jetzt freuen wir uns, euch eine weitere Geschichte präsentieren zu können. In &#8222;Mädchen und Technik?&#8220; setzt sich die junge Autorin Ronja mit Geschlechterstereotypen und -vorurteilen auseinander. Viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-12254"></span></p>
<p>Mein Herz schlug mir bis zum Hals, Monate lang habe ich auf diesen Moment hingearbeitet. Ich muss es schaffen, ich will mich beweisen! Sollte die ganze Arbeit etwa umsonst gewesen sein? Tausende Gedanken und Gefühle schossen mir durch den Kopf. Ich saß auf dem Beifahrersitz des kleinen, mausgrauen VW-Golf meiner Mutter, der mich zu dem Robot-Technik Wettbewerb bringen sollte. Meine Mutter lächelte mir von der Fahrerseite aus entgegen. Meine Aufregung und Angst mussten sich in meinem Gesicht gespiegelt haben. „Du schaffst es Malina.“, sagte meine Mutter und nahm meine Hand, die sich auf dem Oberschenkel verkrampft hatte.<br />
Kurze Zeit später lenkte sie den Wagen auf einen großen Parkplatz, auf dem schon viele protzige, aber auch ältere Modelle von Autos standen. Von plötzlicher Erregung und Vorfreude erfasst, sprang ich aus dem Auto und atmete eine frische Priese kühle Luft ein. Meine Mutter öffnete den Kofferraum und nahm einen kleinen Legoroboter heraus, meinen Roboter. Der, mit dem ich in wenigen Stunden gegen meine Konkurrenten antreten würde, die höchst wahrscheinlich ausschließlich Jungen sein würden. Ich war es gewohnt wegen meiner technischen Fähigkeiten unterschätzt und manchmal sogar verspottet zu werden, doch jetzt war der Moment gekommen, an dem ich mich beweisen würde.</p>
<p>In der Halle angelangt, musste ich mich in eine aushängende Liste der Teilnehmer eintragen und wurde anschließend in einen großen Raum mit vielen Tischen, Stühlen und Kabeln geführt, wo ich meinen Roboter an die Lichtverhältnisse und andere Schwierigkeiten anpassen sollte. Gehorsam setzte ich mich auf meinen Stuhl, zog meinen Laptop aus der Tasche und machte mich ans Werk. Hinter mir hörte ich leise Stimmen: „Michael schau mal, der letzte Platz ist grad gekommen, ein Mädchen!“, doch es scherte mich nicht.<br />
Nach etwa 30 Minuten Vorbereitungszeit war es endlich soweit. Wir mussten unsere Roboter auf ein Feld stellen, wo die kleinen Legofahrzeuge bis zum Start warten mussten, damit keiner der Teilnehmer schummeln konnte. Die Aufgabe bestand darin, einer vorgezeichneten M-förmigen Linie nach zu fahren, am Start einen grünen Legostein aufzusammeln und ihn in einen ebenfalls grünen, auf den Boden gezeichneten Kasten zu transportieren. Man hatte zwei Versuche direkt hintereinander. Dann wurde ausgewertet und am Schluss der Sieger des Wettbewerbs verkündet. Die ersten drei Plätze würden eine 2-wöchige Reise nach „Rio de Janeiro“ gewinnen und dort kostenlos viele Sehenswürdigkeiten anschauen. In der alphabetischen Reihenfolge wurden die Namen der Teilnehmer aufgerufen, die auf die Bühne kommen sollten, um ihren vorbereiteten Roboter auf der am Boden gezeichneten Bahn fahren zu lassen. Von den beiden Fahrten wurde allerdings nur die Bessere gewertet.<br />
Plötzlich ertönte mein Name durch das Mikrofon des Moderators, der diesen Wettbewerb leitete: „Malina Beck!“ Vorsichtig stand ich auf, nahm meinen Roboter von seinem Platz und stellte ihn auf das Startfeld. Die Zeit wurde von einem jungen Helfer, vielleicht Mitte 20, heruntergezählt: „3,2,1 und LOS!“ Schnell drückte ich auf den Start-Knopf meines Roboters, der sich in Bewegung setzte und die Linie entlangfuhr. Aber Moment, wo ist der Stein?! Er hat ihn nicht eingesammelt. „Nein!“ entfuhr es mir leise, doch ich erntete dafür nur einen spöttischen Blick des Moderators. Hinter mir hörte ich leise Stimmen flüstern: „Das war doch sowas von klar, dass sie es nicht schafft. Die ist doch schließlich ein Mädchen.“ Tränen schossen mir in die Augen, doch ich kämpfte gegen sie an. Ich würde keine Schwäche zeigen! Im Stillen wiederholte ich immer wieder mein Mantra: „Du musst es schaffen, du musst dich beweisen!“ Langsam öffnete ich wieder die Augen und zwang mich mit aller Willenskraft, die ich aufbringen konnte, den restlichen Weg meines Roboters mit den Augen zu verfolgen. Er fuhr die Strecke sauber ab, aber der Stein…! „Und aus!“ Der Helfer drückte auf seine Stoppuhr, um die Laufzeit zu beenden und rief dann erneut: „Zweiter Versuch!“ Schnell nahm ich das kleine Legogefährt in die Hand und stellte ihn erneut auf den Start. „3,2,1 und Los!“ Mein Roboter setzte sich in Bewegung, da! Er hatte den Stein eingesammelt! Mein Mund verzog sich zu einem Grinsen, jetzt musste er nur noch den Rest der Strecke schaffen…</p>
<p>Jetzt war es endlich so weit, die Sieger wurden verkündet. Seit 1,5 Stunden hatte ich auf diesen Moment hin gefiebert, während die anderen Teilnehmer an der Reihe waren. Hatte meine Leistung gereicht? Nur eines konnte ich mit Sicherheit sagen, beim zweiten Durchgang hatte alles hervorragend funktioniert, keine Fehler, gar nichts…<br />
Trommelwirbel, die durch die Lautsprecher zu hören waren, rissen mich ruckartig aus meinen Gedanken. Vielleicht etwas zu ruckartig, denn ich hatte mich so erschreckt, dass ich meinem Sitznachbarn, einen Jungen in meinem Alter, und bestimmt 2,5 Köpfe größer als ich, meinen Ellenbogen in die Seite gerammt hatte und der mich jetzt böse und spöttisch anstarrte. Starr heftete ich meinen Blick wieder auf die Bühne, wo ein Mann gerade die ersten drei Plätze von einer sehr langen Teilnehmerliste verlas. „Und den dritten Platz belegt Johannes Schröder, herzlichen Glückwunsch!“ Der Junge kam vor und stellte sich neben ihn. „Der zweiter Platz ist Simon Nissel!“ Meine Hoffnung auf einen der obersten Ränge schwand und ich ließ den Kopf hängen. Denn Erste war ich bestimmt nicht. „Und der glückliche erste Platz ist…!“, der Moderator runzelte die Stirn, guckte verblüfft auf seine Liste und meinte dann schließlich: „Moment, das muss ein Fehler sein.“ Der junge Mann mit der Stoppuhr trat neben ihn und die beiden Jungen mit der hohen Wertung, warf einen Blick auf die Liste und meinte dann: „Nein, da ist alles in Ordnung, das ist der erste Platz!“, und deutete mit seinem Finger auf einen Namen, der auf der Liste stand. „Nun gut, die Siegerin dieses Wettbewerbs ist Malina Beck!“ Blitzschnell blickte ich auf. Mein Name…, das ist mein Name! Mein Herz schlug mir bis zum Hals und ich spürte, wie sich mir ein Lächeln ins Gesicht stahl, während ich mich auf den Weg zur Bühne machte.</p>
<p>Ich habe es allen gezeigt, die geglaubt haben, Mädchen können so etwas nicht, die behauptet haben Technik ist nur was für Männer, denn das ist es nicht! Ich habe bewiesen, dass Mädchen das genauso gut können wie Jungs!</p>
<p><em>Der Schreibwettbewerb wurde gefördert durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen.</em></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier findet ihr den ersten Beitrag aus dem Wettbewerb, &#8222;<a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/05/ein-ganz-normaler-abend/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Ein ganz normaler Abend</strong></a>&#8220; von Anna.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kapitel 1</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/06/kapitel-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Damian]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2020 07:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[Unser neuer Autor Damian sagt über sich selbst: &#8222;Ich benutze Sprache als Ventil um einen Ausdruck zu finden, und als Mittel, mich selber und meine Umgebung zu reflektieren.&#8220; Und YES, genau das tut er! Heute präsentieren wir euch seinen zweiten Text, in dem es um fehlende Vorbilder, um Männlichkeit und um die große Bedeutung feministischer]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unser neuer Autor Damian sagt über sich selbst: &#8222;Ich benutze Sprache als Ventil um einen Ausdruck zu finden, und als Mittel, mich selber und meine Umgebung zu reflektieren.&#8220; Und YES, genau das tut er! Heute präsentieren wir euch seinen zweiten Text, in dem es um fehlende Vorbilder, um Männlichkeit und um die große Bedeutung feministischer Räume geht &#8211; und außerdem auch um Humor. Wie all das zusammenpasst? Lest selbst!</strong></p>
<p><span id="more-12239"></span></p>
<p>Ich bin also 18 und spiele eine Frau. Ich war immer sehr schlecht in der Schule und machte auf dem zweiten Bildungsweg alles nach. Ich war die einzige Frau in der Klasse. Ja, das war übel. Und ich hörte Musik, in der es mehr „Fotzen“ in den Texten von irgendwelchen Trotteln gibt, als auf der Bühne. (Ich darf das sagen!)<br />
Also: weder weibliche Vorbilder, und schon gar keine männlichen.<br />
Und so, wie die Jungs mich überall behandelten, wurde auch nur ich behandelt, aber kein anderer Mann. Irgendwann dachte ich darüber nach, warum es für (cis-)Männer keine so entwürdigenden Beleidigungen gibt wie für Frauen. Ja, klar, du kannst Pimmel oder Schwanz negativ benutzen, aber das ist nicht dasselbe wie Fotze.<br />
Ich suchte also einen Begriff für diese ganzen Erfahrungen, die ich machte.<br />
Und ich fand ihn: Sexismus.<br />
Ich benutzte ihn und ich merke, Sexismus ist für viele nur ein Wort. Für mich 24 Jahre eine unbenannte Vormachtstellung von Cismännern gegenüber meinem Körper, meinem Charakter, meinen Emotionen und meiner Menschlichkeit, gegen die ich mich nie wusste zu wehren.<br />
Wenn ich das Gefühl habe, Schuld zu sein, immer wenn eine Cismännerhand im Vorbeigehen meinen Arsch gekniffen, gedrückt oder gehauen hat, wie soll ich dann emotional dazu fähig sein, mich zu wehren? Schuld ist ein lähmendes<br />
Gefühl.<br />
Obwohl ich nie in meinem Leben einen Rock getragen habe, hatte ich immer das Gefühl, mein Rock sei zu kurz, dass mir sowas passiert.<br />
Zwischen zu Hübsch, dass die Cismänner nichts für ihre Triebe können und zu Hässlich, dass ich dankbar sein solle, dass mich überhaupt ein Mann haben will, gab es nichts.<br />
Für alles hatte das Patriarchat und seine Vertreter faule Ausreden, die mir zeigten:<br />
Egal, wirklich egal, wie ich mich verhalte: in ihren Augen werde ich es nie richtig machen.<br />
Wenn du dich auf sie einlässt, bist du eine „billige Hure“, die jeder haben kann. Wenn du sie absagst, wollen sie es „dir fotze so richtig heimzahlen“.<br />
Nein, nicht alle cismänner sind so. Aber die Traumata habe ich ja nicht von denen, die keine Täter sind, sondern von den Tätern. Und in meinem Leben habe ich Erinnerung an Taten, die so weit zurückliegen, dass nicht mal mehr der Name des Täters bleibt.<br />
Aber durch die Feministische Szene erkannte ich: Es geht vielen Frauen so. Vielen geht es noch schlechter als mir, wiederum andere haben nicht mal ansatzweise so viel erlebt wie ich. Doch uns verbindet etwas, das mindestens genauso stark war:<br />
Diese bestialische Energie, die du bekommst, wenn du dich plötzlich als Handelnde Person erkennst. Vom Objekt wieder zu einem Menschen wirst.<br />
Bei mir ist dieser Prozess vor allem durch Humor passiert. Humor ist in meinen Augen die stärkste Form von rhetorischer Macht. Kennst du das auch, wenn du mit einer Runde von 10 cismännern am Tisch sitzt, und du machst einen Witz, aber keiner lacht? Zwei Minuten später erzählt einer der Cismänner denselben Witz, mit minimal anderen Worten &#8211; die Runde gröhlt bis irgendwer Schluckauf kriegt.</p>
<p>Wenn das alles ist, was 5 Tage die Woche passiert, macht das zwangsläufig depressiv. Ich hatte einen tiefen Wunsch, den ich immer öfter begann zu träumen: dass meine ganze Welt sich verändert. Ich wollte mehr Frauen um mich haben und mich über die Erfahrungen unterhalten.<br />
Desto mehr ich selber darüber sprach, desto mehr veränderte sich auch mein Freund_innenkreis. Und so kam ich immer mehr in die Feministische Szene.<br />
Und hier begegnete ich diesen „Feminazis“. Cis-Frauen, die dem Patriarchat tagtäglich ein lautes „Viva la vulva“ entgegenfauchten und ich so: geil! Und ich merkte, wie viel System darin steckt, dass uns im Bio-Unterricht über „weibliche“ Körper so wenig beigebracht wird. Alles was ich lernte: können schwanger werden, müssen verhüten, da Scheide, da Schamlippen, da Anus, ach ja es gibt ja noch den Kitzler, fast vergessen, jetzt könnt ihr eure Bücher wieder zuklappen. Das Vokabular war ekelerregend und unmenschenwürdig, und die Funktion rein auf Gebären zu limitieren, ist sexistisch.<br />
Aber jetzt saß ich nicht mehr auf der Schulbank sondern zwischen Frauen mit haarigen Beinen und Lianen in den Acheln und Frauen mit Beinen wie Seide, die in einem Stuhlkreis über Schamgefühle und Schönheitsdruck sprachen und Verständnis füreinander aufbauten. Jetzt träumte ich nicht mehr hinter der Drehmaschine, sondern erlebte stinknormale Lesbenküsse im Panorama eines Konzertes, die nicht den Fokus von gröhlenden Broilern sich ziehen. Lauthals rülpsende Streuner-Punkerinnen, und Femmes die nicht mal aus ihrer Performance weichen müssen um dir bei einem sexistischen Spruch treffsicher eine reinzuzimmern. Und noch viele Geschlechter, Liebens- und Lebensweisen mehr, die sich im Stadtbild nur zeigen können, wenn sie gerade die Resilienz dafür haben, die Blicke abzuschirmen, mit denen sie jede Sekunde beworfen werden.<br />
Plötzlich fiel mir ein riesiger Stein vom Herzen. Ich war viel entspannter, denn ich war zwar immer noch nicht innerlich frei, aber zumindest war mein Umfeld weniger wertend und urteilend mit mir. Und mein Begehren war zwar immer noch nicht die Norm der linken Szene, aber wenigstens nicht mehr Abnormal. Ich konnte, durfte, wollte begehren und über begehren sprechen. Und erst da wurde mir klar, wie groß meine Sehnsucht nach diesem Raum war, alleine schon, weil ich ihn mir bis vor kurzem nie hätte vorstellen können.<br />
Und das hat Prozesse losgetreten, die weitere Prozesse losgetreten haben, worauf Prozesse folgten, die mich in meinen jetzigen Prozess geführt haben.<br />
Tschüss Patriarchat, und hallo Feminismus, hier bin ich!</p>
<p>In Feministischen Räumen habe ich mich wieder getraut, meinen Humor zu entdecken und etwas witzig zu sein &#8211; die Runde lachte! Natürlich auch nicht immer alle, weil nicht alle Menschen denselben Humor teilen, aber darüber fand ich Freund*innen, mit denen ich mich von Zeit zu Zeit besser verstand.<br />
Und in diesen neuen Kreisen lernte ich Tag für Tag, was eigentlich der Inhalt meiner selbst ist. Was in dieser Hülle ist, die mich 24/365 durch die Welt transportiert. Ich lernte mich neu kennen, und fing an, anders über mich zu denken.<br />
Ich fand mich allmählich lustig, unterhaltsam, wissensdurstig, und aus schüchtern wurde laut. Mit dieser neuen Einstellung zu mir selber lernte ich auch schnell Lesben kennen, mit denen ich Zärtlichkeiten tauschen konnte. Das gab mir viel, und öffnete nochmal Seiten in mir, die ich immer versuchte vor dem Patriarchat zu verstecken: Ein klitzekleiner Teil meines weichen Gemüts traute sich aus mir raus. Ich bin ein sehr empfindsamer Mensch, und bin froh, dass ich in meinem Kontext sehr früh lernte, so sein zu dürfen.</p>
<p>Heute sitze ich hier als 24 jähriger Mann und weiß um den Wert von feministischen Strukturen. Ich möchte immer für sie kämpfen, sie dürfen niemals zerstört werden.<br />
Mit ihrer Hilfe haben sie es mir damals ermöglicht, mir mein ganzes Leben zurückzuholen. Damals wusste ich noch nicht, dass jeder Schritt zu mir selber auch ein Schritt Richtung Männlichkeit ist. Aber einer neuen Männlichkeit, einer schönen und heilsamen Männlichkeit. I love it!</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
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<li>Falls ihr den ersten Text von Damian verpasst habt &#8211;<a href="https://www.meintestgelaende.de/author/damian/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong> hier entlang</strong></a>!</li>
</ul>
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