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	<title>Religion &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Religion &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>GÖTTIN SEI DANK GIBT ES DIE PROSTATA</title>
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		<dc:creator><![CDATA[sabylonica]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 May 2023 12:27:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
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					<description><![CDATA[Sabylonica setzt sich nicht nur mit der Queerfeindlichkeit mancher religiöser Institution auseinander, sondern er*sie sucht und findet viel(mehr) Queerness in Religion. Mit dem Queersein kommen allerlei Einflüsse auf einen Menschen zu. Verschiedenste Einflüsse wie Empowerment, Zuspruch, Gutheißung, aber auch Ablehnung und gar Hass können auf eine Person zukommen. Zweitere Einflüsse, eben Ablehnung und Hass, kommen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sabylonica setzt sich nicht nur mit der Queerfeindlichkeit mancher religiöser Institution auseinander, sondern er*sie sucht und findet viel(mehr) Queerness in Religion.</strong><span id="more-15550"></span></p>
<p>Mit dem Queersein kommen allerlei Einflüsse auf einen Menschen zu. Verschiedenste Einflüsse wie Empowerment, Zuspruch, Gutheißung, aber auch Ablehnung und gar Hass können auf eine Person zukommen. Zweitere Einflüsse, eben Ablehnung und Hass, kommen von verschiedenen Seiten, besonders von Seiten der Religion. Oder viel eher von der institutionellen Religion.Die Religion stellt seit jeher ein begrenztes Spektrum dar, wo man sich nur darin aufhalten und frei bewegen und denken kann. Weit außerhalb der gesetzten Religionsgrenzen erwarten eine Person Spott und Ausgrenzung. Naheliegend, dass für uns bekannte und führende Religionen bei dem Thema Queersein es gleichtun und dieses ablehnen. In diesem Kontext meine ich lediglich die Religionen, die in unserer westlich-weißen Gesellschaft verbreitet sind.In einer heteronormativen und binär-konstruierten Gesellschaft, deren Grundbausteine zum Teil vonder Religion stammen, stellt Queersein keine Gefahr dar, wie die Institutionen der Religionen es behaupten. Stattdessen liegt die Begründung in Gott. Er sei dagegen, weshalb es die Menschen auchsein sollten. Nun kommt ein Paradoxon: Gott sei gegen Queersein, aber Jesus hat auch gleich zwei Väter, Gott und Josef. Oder weiter ausgeholt: sind die Elternteile von Jesu, Maria, Gott und Josef, wohl in einer polyamoren Beziehung?Schon der Gedanke, dass unsere Gesellschaft Gott als männlich konstruiert hat, zeugt von patriarchalen Strukturen, deshalb versuche ich das Konstrukt Gott auszuprägen und ebenso Göttin in meinen Wortschatz einzubauen. Wenn doch die Institutionen der Religionen behaupten, Gott hätte kein Geschlecht, so müsste es doch Gotteslästerung sein, IHN mit „er/ihm“ zu deklarieren. Und außerdem müsste doch Religion das beste Beispiel dafür sein, dass es mehrere Geschlechter alsnur Mann* und Frau* gibt. Ist nun der Gott oder die Göttin, oder auch die Götter*innen, genderfluid, agender oder nicht-binär? Im Endeffekt weiß es nur Gott*Göttin selbst, aber die Mehrheitsgesellschaft gibt das Geschlecht, genauso wie einzelnen Personen.Was ebenso vom Patriarchat der Menschen, oder Männer*, zeugt, ist die religiös-institutionelle Ablehnung von Queersein lediglich auf den Mann* bezogen, weil die Überzeugung da ist, eine Frau* hätte kein Lustempfinden oder gar eine eigene Sexualität. Wir sollten aber alle wissen, dass dies nicht der Fall ist und eine Frau* sehr wohl Sexualempfindungen hat, in dem Sinne hoch lebe die Klitoris. Schon dieser Fakt entkräftet, dass Queersein wider die Natur sei. Was den Mann* angeht ist die Entkräftung ebenso simpel. Der Mann* hat die Prostata. Ein göttliches Geschenk, wiedie Klitoris selbst, ist die Prostata. Beim Einführen eines Fingers, Penis oder Sexspielzeugs durch den Anus beim Mann* befindet sich die Prostata wenige Zentimeter vom After, unterhalb der Harnblase. Und diese Prostata kann man sehr gut stimulieren und führt bestenfalls zu einem Orgasmus. Würde Göttin oder Gott wollen, dass wir Menschen keinen Sex, ob nun queeren oder nicht queeren und allein oder mit mindestens einer weiteren Person, haben, hätten wir wohl keine Klitoris oder Prostata geschenkt bekommen.Wir wissen, dass Religion, Geschlecht, Sexualität und so vieles mehr patriarchalisch, binär und heteronormativ konstruiert hat. Deshalb ist es wichtig, alle Lebensbereiche neu zu denken und neue Sichtbarkeiten zu schaffen. Und es gehört ebenso dazu, mit dem System zu arbeiten, um das Systemändern zu können. Es ist wichtig zu reflektieren und alles kritisch zu hinterfragen, auch die eigene Person. Nur so ist es möglich, die Strukturen nachhaltig zu ändern und zu verbessern.In diesem Sinne, hoch lebe die Klitoris und die Prostata!</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wenn Gott eine Frau wäre</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/02/wenn-gott-eine-frau-waere/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lidia]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Feb 2021 07:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie sieht es bei euch aus &#8211; seid ihr gläubig? Wir freuen uns über ein neues Video von Lidia, das eine Antwort auf genau diese Frage sein könnte. Sie hat sich gleich mit mehreren ganz schön großen Themen auseinandergesetzt: Religion. Glaube. Liebe. Hoffnung. Krankheit, Tod, Trauer. Was wäre, wenn Gott eine Frau wäre? &#8222;Was wir]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie sieht es bei euch aus &#8211; seid ihr gläubig? Wir freuen uns über ein neues Video von Lidia, das eine Antwort auf genau diese Frage sein könnte. Sie hat sich gleich mit mehreren ganz schön großen Themen auseinandergesetzt: Religion. Glaube. Liebe. Hoffnung. Krankheit, Tod, Trauer. Was wäre, wenn Gott eine Frau wäre? &#8222;Was wir aus der Welt machen, liegt in unseren Händen.&#8220; Wir wünschen viel Spaß beim Anschauen!</strong></p>
<p><span id="more-12765"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr tolle Videos von Lidia <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lidia/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie sieht Gott aus?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/10/wie-sieht-gott-aus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Oct 2018 07:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
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		<category><![CDATA[Gott]]></category>
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		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere Redaktionsgruppe Was geht Almanya?! hat sich mit dem Thema Religion beschäftigt. Insbesondere geht es darum, wie sich die Menschen eigentlich Gott vorstellen. Für die einen ist es ein Mann mit langem, weißem Bart, für die anderen eine Frau mit weißen langen Haaren. Wie es die Jugendlichen sehen schaut ihr euch am besten selbst an.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Redaktionsgruppe Was geht Almanya?! hat sich mit dem Thema Religion beschäftigt. Insbesondere geht es darum, wie sich die Menschen eigentlich Gott vorstellen. Für die einen ist es ein Mann mit langem, weißem Bart, für die anderen eine Frau mit weißen langen Haaren. Wie es die Jugendlichen sehen schaut ihr euch am besten selbst an.</strong></p>
<p><span id="more-10995"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/01/ehrenkultur/" target="_blank" rel="noopener"><strong>In diesem Text von den HeRoes</strong></a> geht es auch um Religion, aber auch um Tradition und Ehre.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier gibt es einen Text von Was geht Almanya?! <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/06/gesegneter-ramadan/" target="_blank" rel="noopener"><strong>über den Ramadan</strong></a>.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>H. erzählt &#8211; Teil 2</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/11/h-erzaehlt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anonymus]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Nov 2017 07:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Homofeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
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		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Schwul]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
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					<description><![CDATA[Im ersten Teil seines Berichts ging es darum, wie H. feststellte, dass er auf Jungs steht, welche Gedanken ihn daraufhin beschäftigten und wie seine Freund*innen reagierten. Im zweiten Teil spricht H. ausführlich über die Reaktion seiner strenggläubigen Eltern und deren Versuch, ihn von seiner Homosexualität zu „heilen“. Meine Familie erwartet, dass ich mich männlich verhalte.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im ersten Teil seines Berichts ging es darum, wie H. feststellte, dass er auf Jungs steht, welche Gedanken ihn daraufhin beschäftigten und wie seine Freund*innen reagierten. Im zweiten Teil spricht H. ausführlich über die Reaktion seiner strenggläubigen Eltern und deren Versuch, ihn von seiner Homosexualität zu „heilen“.</strong></p>
<p><span id="more-9828"></span></p>
<p>Meine Familie erwartet, dass ich mich männlich verhalte.</p>
<p>Zuhause kann ich nicht sein wie ich bin. Ich bewege mich anders, breitbeiniger – so wie Jungs eben laufen, ich spreche anders – und vermeide viele Themen, die mich eigentlich interessieren. Es ist wie eine Veränderung meines Wesens um 180 Grad. Ich bin eine große Enttäuschung für meinen Vater – zu 100 Prozent.</p>
<p>Wenn mein Vater mich sehen würde, wie ich mit Mädchen spreche und später – wenn ich mich schminken würde, so wie ich es gerne will, würde er denken, das ist nicht mein Sohn.</p>
<p>Schwierig ist es, seit ich meinen Eltern gesagt habe, dass ich schwul bin. Ich lag am Neujahrsmorgen im Bett und habe überlegt, was wohl passiert, wenn ich es ihnen sage. Der Gedanke kam ganz plötzlich und hat mich nicht mehr losgelassen. Das war so ein dummer Gedanke von mir! Und ich dachte: &#8222;Nein, auf keinen Fall!&#8220; aber der Gedanke kam immer wieder. Beide waren im Wohnzimmer, meine kleinen Schwestern haben noch geschlafen und ich hatte das Gefühl, ich muss es ihnen sagen. Ich wusste, sie werden furchtbar reagieren. Wir sind sehr christlich, ich bin von klein auf in die Kirche gegangen und es war klar, dass sie es nicht akzeptieren würden. Aber es sind meine Eltern und früher oder später würden sie es sowieso von mir erfahren.</p>
<p>Man hat keinen besten Zeitpunkt es zu sagen. Es gibt keinen besten Zeitpunkt &#8211; für gar nichts.</p>
<p>Ich lag eine Stunde im Bett und habe mit mir gerungen. Ich hatte große Angst, aber ich bin dann ins Wohnzimmer und habe mich an den Tisch gesetzt. Meine Eltern saßen auf der Couch, mein Vater hat ferngesehen, meine Mutter war auf das Handy konzentriert.</p>
<p>Ich habe gesagt: &#8222;Hört mal zu &#8211; ich steh auf Jungs.&#8220;</p>
<p>Mein Vater hat den Fernseher ausgemacht und enttäuscht geguckt. Meine Mutter hat es noch nicht geblickt. Mein Vater hat dann mit total enttäuschter Stimme gefragt: &#8222;Hast du gehört, was er gesagt hat?&#8220; &#8222;Nein&#8220; hat meine Mutter geantwortet und ich musste es wiederholen.</p>
<p>&#8222;Ich steh auf Jungs&#8220; habe ich dann noch einmal gesagt.</p>
<p>Meine Mutter hat angefangen zu weinen, mein Vater war kurz davor. Sie haben gesagt, dass das etwas ist, wovor sie schon eine längere Zeit Angst hätten, dass es passieren würde.</p>
<p>Mein Vater hatte mich schon sieben bis acht Monate davor einmal gefragt, ob ich auf Jungs stehe und ich hatte &#8222;Nein&#8220; gesagt. Er hat sich Gedanken und Sorgen gemacht, weil ich nicht Fußball dafür aber gern Theater spiele, weil ich viel mit Mädchen mache und fast nichts mit Jungs. Und mich nicht für Autos interessiere.</p>
<p>Das läuft so ab: er sagt mit Begeisterung:&#8220; Oh, schau dir das Auto an!&#8220; und ich sage: &#8222;Ja, es ist rot.&#8220;</p>
<p>Ich hoffe, er hat es nicht nur daraus abgeleitet, sondern auch gespürt.</p>
<p>Wir hatten dann eine zweistündige Diskussion. Meine Mutter meinte, das Jahr hätte damit furchtbar angefangen und könnte nur noch schlimmer werden.</p>
<p>Er meinte dann: Seine schlimmste Angst sei wahr geworden und das würde vom Teufel kommen. Meine Mutter hat gesagt: &#8222;Du kannst gleich gehen. Entweder entscheidest du dich für uns oder für&#8217;s Schwulsein und dann kannst du gleich gehen. Mein Vater wollte nicht, dass sie mich vor diese Entscheidung stellt, er meinte: &#8222;So etwas sagt man nicht, hör auf damit.&#8220; er hat mich etwas in Schutz genommen, aber er war sehr sauer auf mich und enttäuscht. Er sagte mir sehr klar, dass ich wissen würde, dass sie das nicht akzeptieren werden. Es wäre gut, dass ich so mutig sei, dass ich es ihnen gesagt hätte, damit sie mir helfen könnten, nicht mehr so zu sein. Er hat gefragt:</p>
<p>&#8222;Wie bist du überhaupt auf den Gedanken gekommen?&#8220;</p>
<p>Ich habe gesagt, dass das einfach passiert sei und ich mit meinen Freunden darüber gesprochen hätte und die würden das akzeptieren und mir helfen. Daraufhin ist er komplett ausgerastet. Er meinte, er hätte mir nicht erlauben dürfen diese Freunde zu treffen. Sie seien schlechter Umgang, und hätten mich ermutigt, weil sie das akzeptieren und mich damit schwul gemacht.</p>
<p>Ich habe erklärt, dass das nichts mit meinen Freunden zu tun hat, sondern dass es meine Entscheidung sei. Obwohl das ja keine Entscheidung ist &#8211; man ist schwul oder man ist es nicht. Niemand kann das beeinflussen. Ich hatte das Gefühl, wenn ich zu ihnen sagen würde, das ist keine Entscheidung, sondern ich bin einfach so, hätten sie mich &#8218;umgebracht&#8216;.</p>
<p>Mein Vater erzählte dann noch, dass Gott alle Lesben und Schwulen verbrannt hat. Ich würde vor Gott wie Dreck dastehen, denn Gott hasst solche Menschen.</p>
<p>Ich hab die ganze Zeit daran gedacht, wie man mir erzählt hat, dass Gott alle Menschen liebt. Warum dann mich nicht?</p>
<p>Aber das habe ich nicht gesagt. Meine Eltern würden nicht zuhören. Auch wenn die Wissenschaft etwas herausgefunden hätte, würden sie das nicht hören wollen.</p>
<p>Ich wusste ja, dass ihre erste Reaktion entsetzlich werden würde. Aber dass es so eskaliert und sie so hart dagegen sein würden, hatte ich nicht erwartet.</p>
<p>Mein Vater hat dann für einige Zeit täglich zwei bis drei Stunden mit mir geredet. Dazu kamen neue Regeln, wie zum Beispiel, dass ich meine Zimmertür nicht mehr zumachen darf &#8211; nur beim Hausaufgabenmachen und beim Schlafen &#8211; und nicht zu lange duschen. Er meinte, ich hätte zu viel Privatsphäre gehabt und das hätte mir nicht gut getan.</p>
<p>Sie haben täglich auf mich eingeredet &#8211; wie sehr sie leiden, dass es gegen die göttlichen Regeln ist und dass ich es schwer haben werde im Leben.</p>
<p>Wann ist es bitte schön einfach im Leben? Es wird nie einfach im Leben!</p>
<p>Ich durfte nicht mehr mit Mädchen schreiben, telefonieren nur mit Jungs &#8211; höchstens fünf Minuten &#8211; und nicht mehr in der Freizeit nach draußen. Mein Vater meinte, ich solle zeigen, dass ich mich verändern will. Dass ich komme und sie in den Arm nehme und sage, ich will mich verändern. Er sagte, ich solle zu meiner Mutter gehen und sie trösten. Sie hat nach Neujahr erst einmal drei Tage nicht mehr mit mir geredet und mich ignoriert. Ich habe dann geweint und sie haben überlegt, was sie in der Erziehung falsch gemacht haben. Sie sagten mir, siewürden lieber sterben, als mich schwul zu sehen und wenn ihnen etwas passieren würde &#8211; also wenn sie sich selbst etwas antun wegen mir &#8211; wäre ich daran schuld. Sie haben sich meinetwegen gestritten. Mein Vater meinte, dass meine Mutter mir zu viel Freiraum gelassen hätte und meine Mutter meinte, mein Vater hätte zu wenig mit mir unternommen und kein richtiges Gespräch geführt zwischen Vater und Sohn.</p>
<p>Ich habe das irgendwann nicht mehr ausgehalten und ihnen dann gesagt, dass ich mich verändern will und jetzt nicht mehr schwul bin. Wenn sie wieder davon angefangen haben &#8211; und das haben sie ständig &#8211; habe ich gesagt, dass es nicht gut ist, wenn sie mich daran erinnern, weil es dann schwerer wäre, mich zu ändern. Ich glaube, im Grunde wissen sie, dass es nicht &#8218;weg&#8216; ist.</p>
<p>Wenn ich achtzehn bin, will ich ausziehen.</p>
<p>Ich brauche keine Menschen in meinem Leben, die mich nicht mögen wie ich bin.</p>
<p>Ich habe gute Freunde, die für mich wie Familie sind. Ich finde gut, dass man jetzt heiraten darf. Das ist wirklich ein Fortschritt. Ich kann mich glücklich schätzen in einer Zeit zu leben, in der das Schwulsein von vielen akzeptiert wird und in einem Land, in dem man so leben darf.</p>
<p>Beruflich will ich ausprobieren was mir gefällt. Mein Lebensmotto muss man ein bisschen mit Ironie verstehen: &#8222;There was a time when everything was perfect and now, shit happens.&#8220;</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Hier lest ihr den <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/10/h-erzaehlt-teil-1/" target="_blank" rel="noopener"><strong>ersten Teil</strong></a> des Berichts von H.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">In <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/07/remembering-orlando-was-mir-die-regenbogenflagge-bedeutet/" target="_blank" rel="noopener"><strong>diesem Text</strong></a> erklärt Mare, was ihr die Regenbogenfahne bedeutet.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gesegneter Ramadan!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/06/gesegneter-ramadan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jun 2017 07:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
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		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Wetter ist schön, es ist warm draußen – und es ist Ramadan. Das heißt: viele Muslim_innen fasten. Weder essen noch trinken, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Annalena und Lea von „Was geht Almanya“ finden das absolut respektabel &#8211; und keinesfalls bemitleidenswert. ,,Mehdi tut mir leid, weil er fasten muss!&#8220; Ist es richtig, jemanden dafür zu]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Wetter ist schön, es ist warm draußen – und es ist Ramadan. Das heißt: viele Muslim_innen fasten. Weder essen noch trinken, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Annalena und Lea von „Was geht Almanya“ finden das absolut respektabel &#8211; und keinesfalls bemitleidenswert.</strong></p>
<p><span id="more-8995"></span></p>
<p><em>,,Mehdi tut mir leid, weil er fasten muss!&#8220;</em></p>
<p>Ist es richtig, jemanden dafür zu bemitleiden, der aus religiöser Überzeugung während des Ramadans fastet? Mitleid? Echt jetzt?!</p>
<p>Wir sind der Meinung, dass die oder der Fastende vielmehr Respekt als Mitleid verdient. Einen ganzen Monat lang bei brennender Hitze tagsüber nichts zu essen, nichts zu trinken und &#8211; abgesehen davon – seine / ihre Frau oder ihren / seinen Mann den ganzen Tag nicht küssen zu dürfen.</p>
<p>Wir denken, dass dies bewundernswert ist. Wenn jemand wegen seines Glaubens die Disziplin hat, diese Herausforderungen des Ramadans auf sich zu nehmen, dann verdient diese Person unseren Respekt.</p>
<p>Wir haben im Jugendkulturzentrum Kultopia wie jedes Jahr jeden Mittwoch zu Beginn des Sommers eine Grillveranstaltung, bei der es überwiegend Burger gibt.</p>
<p>Mehdi stand während der Fastenzeit bei einer Hitze, die kaum auszuhalten war, am Grill und hat trotz Hunger und Durst die Burger für die Gäste zubereitet.</p>
<p>Ich habe gesehen, dass es ihm nicht gut ging. Ich hatte kein Mitleid, weil ich weiß, dass Mehdi dies aus Überzeugung getan hat und immer noch tut, aber ich empfand Mitgefühl. Ich habe ihm einen nasskalten Lappen in den Nacken gelegt, damit er eine kleine Abkühlung bekommt und um ihm das Arbeiten etwas erträglicher zu machen.</p>
<p>Viele Menschen kritisieren diejenigen, die an Ramadan fasten. Sie empfinden es als schwachsinnig, im heißen Sommer bei kaum auszuhaltenden Temperaturen nichts zu essen oder zu trinken. Der Grund für ihre Kritik ist einfach der , dass sie nicht verstehen können, dass mensch so etwas für seinen Glauben und für seine Überzeugung auf sich nimmt.<strong> </strong><strong> </strong></p>
<p><strong>Warum fasten Muslime an Ramadan?</strong></p>
<p>Der Prophet Muhammed ist laut Koran der letzte Prophet und somit auch die wichtigste Person im Islam, ähnlich wie Jesus im Christentum. Muhammed hatte an Ramadan seine erste Offenbarung und im islamischen Kalender ist Ramadan der neunte Monat.</p>
<p>An Ramadan fühlen sich also Muslime dazu verpflichtet zu fasten, um Gottes Gunst zu erlangen.</p>
<p>Darüber hinaus nehmen sie sich in der Fastenzeit eine Auszeit für Körper und Seele, damit diese zur Ruhe kommen und sie ihren Körper von innen reinigen können.</p>
<p>Fasten bedeutet zudem, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, und der Verzicht auf überflüssige Dinge wie Luxus und Konsum. Sie können dadurch besser nachvollziehen, wie es armen und hungernden Menschen ergeht.</p>
<p>Wir sind der Auffassung, dass jede und jeder sich erst einmal mit dem Ramadan auseinander setzen sollte, bevor er/sie diesen kritisiert oder Fastende bemitleidet. Und wenn kein Verständnis dafür bestehen sollte, so sollte mensch dieses zumindest respektieren.</p>
<p>In diesem Sinne wünschen wir allen unseren muslimischen Mitmenschen weiterhin ein gesegnetes und friedliches Ramadanfest.</p>
<p>(Annalena Schneider, Lea Zahel, Redaktionsgruppe „Was geht, Almanya?!“)</p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Mare in einer persönlichen Auseinandersezung <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/06/du-sollst-doch-liebe-heissen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>mit ihrer Religion</strong></a>.</li>
<li> Mehr von der Redaktionsgruppe &#8222;<a href="https://www.meintestgelaende.de/author/almanya/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Was geht Almanya</strong></a>&#8222;.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Entscheidung</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/01/die-entscheidung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Jan 2017 08:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Mut]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
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					<description><![CDATA[Manchmal haben wir&#8217;s nicht leicht mit unserem Selbstwertgefühl. Obwohl wir Spaß an etwas haben, geben wir Träume so oft aus Angst davor auf, nicht gut genug zu sein. Wie aus dieser Angst aber Mut werden kann, wie wir uns aktiv für UNS und gegen die fiese Stimme in uns drin entscheiden können, das hat Dorian]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Manchmal haben wir&#8217;s nicht leicht mit unserem Selbstwertgefühl. Obwohl wir Spaß an etwas haben, geben wir Träume so oft aus Angst davor auf, nicht gut genug zu sein. Wie aus dieser Angst aber Mut werden kann, wie wir uns aktiv für UNS und gegen die fiese Stimme in uns drin entscheiden können, das hat Dorian von Was geht Almanya sehr eindrucksvoll aufgeschrieben. </em></strong></p>
<p><strong><em>(Der Text stammt aus dem Buch &#8222;<a href="http://www.lutherverlag.de/Geschenkideen/Buecher/Hoof-Aus-Angst::843.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aus Angst wächst Mut</a>&#8222;, erschienen im Luther-Verlag.) </em></strong></p>
<p><span id="more-7723"></span></p>
<p>Mein Handy klingelt. Gandhi ruft an. Nehme ich ab oder nicht? Eine innere Stimme sagt mir: Geh nicht ran. Dorian, was ist los mit dir? Du hast demnächst einen Auftritt. Du hast nicht gelernt, hast Angst dort hin zugehen und du warst noch nicht mal bei einer Probe! Eine andere Stimme hingegen sagt mir: Geh hin, sie brauchen dich. Du brauchst sie. Und wieder die erste Stimme: Ach, hör auf zu träumen und sag ab. Geh ran und sag ihm, du kannst heute nicht. Denn seien wir mal ehrlich, du kannst doch eh nichts.</p>
<p>Ich gehe in meinem Zimmer hin und her und überlege angestrengt, wäge alles ab. Brauchen sie mich, oder hat die andere Stimme in mir doch Recht? Ich bin mir unsicher und gucke in meinen Spiegel. Ich sehe mich. Einen jungen Mann, gerade mal fünfzehn. Ich komme mir anders vor, so unsicher vor einer Entscheidung zu stehen und mich festlegen zu müssen. So bin ich nicht und so wollte ich auch noch nie sein. Meine Gefühle positionieren sich und kämpfen gegeneinander. Auf der einen Seite die eine Stimme, die mir sagt: Geh‘ jetzt da raus und zeig es ihnen! Lass deinen schauspielerischen Talenten freien Lauf! Du kannst es doch. Und du wirst es schaffen. Vergiss nicht, du hast es versprochen. Sie, die anderen, verlassen sich auf dein Wort. Auf der anderen Seite höre ich die andere Stimme, die mich mit einem erhobenen Zeigefinger und von oben herab runtermacht. Sie sagt: Die anderen denken doch sowieso, du kannst nichts. Sie warten nur auf einen Fehler. Auf einen schwachen Moment, um dich zu zerfleischen. Wie ein Rudel Hyänen, das sich auf seine wehrlose Beute stürzt, um sie zu zerreißen. Du hast doch eh Angst.</p>
<p>Mein Handy klingelt erneut und reißt mich aus meinen Gedanken heraus. Gandhi ruft wieder an. Ich reagiere nicht. Sekunden vergehen zäh wie Kaugummi. Das Klingeln trifft meine Nerven wie Nadelstiche. Was sage ich jetzt? Eine Stimme meldet sich zu Wort: „Komm, nimm ab und sag, dass du in zehn Minuten bei der Probe sein wirst und dass du dich bereits freust!“ Doch die andere Stimme erwidert: „Lass es sein! Er könnte deine Rolle locker mit jemand anderem ersetzen. Mit jemandem, der deutlich mehr Talent hat als du. Tu dir diese Qual nicht an!“ Ich schwimme in einem See voller Scham und Unsicherheit. In treibe auf einem Meer voller Unzufriedenheit, Sehnsüchte und Wünsche. Zwei verpasste Anrufe von Gandhi auf meinem Sperrbildschirm, die mich anstarren und mich nicht in Ruhe lassen.</p>
<p>Ich setze mich auf mein Bett, falte die Hände zusammen und denke an die Theatergruppe. An all die Leute, die ich kennen gelernt habe und die sich darauf verlassen, dass ich mitwirke. Was werden sie über mich denken? Hat Gandhi ihnen schon erzählt, dass ich einfach nicht ans Handy gehe, oder wird er gleich noch einmal anrufen? Und was denkt er, warum ich nicht rangehe? Macht er sich Sorgen? Ich erinnere mich an die Worte meines älteren Bruders. Er kennt Gandhi von einem anderen Projekt, bei dem er vor Jahren mitgemacht hat. Bei Gandhi sind immer coole Leute, meinte er! Das kann sein. Aber er kennt die Leute, mit denen ich jetzt arbeite, doch gar nicht. Würde er sie auch als cool bezeichnen? Und was ist überhaupt cool, was heißt das schon?</p>
<p>Trotzdem merke ich, wie die Sehnsucht nach dem Auftritt und nach den Leuten, die ich anstatt als cool eher als freundlich, lustig und aufgedreht bezeichnen würde, steigt. Ja, ich möchte dabei sein. Ich werde anfangen meinen Text zu lernen. Ich möchte allen beweisen, dass ich es kann. Und in erster Linie mir selbst. Und du, der Zweifler in mir, hältst jetzt einfach die Klappe!</p>
<p>Gandhi ruft wieder an, bereits das dritte Mal innerhalb einer Stunde. Ich merke, dass es ihm ernst ist. Es ist eher ungewöhnlich, dass er sich so oft meldet. Er arbeitet ungern mit Druck. Mir wird immer deutlicher, wie ernst es auch mir wird. Wie von selbst nehme ich das Handy in die Hand und drücke auf die grüne Annahmetaste meines Telefons. Ist er sauer, wird er mich anschreien? Ich habe Angst, empfinde aber auch gleichzeitig Mut, mich dieser zu stellen. Ich höre Gandhis Stimme: „Dorian?“ Meine anfängliche Unsicherheit verschwindet mit der Wärme seiner Stimme. Ich antworte langsam: „Ja?“ Gandhi fragt: „Kommst du heute zur Probe? Ich habe eine spannende Szene und würde dich dort sehr gerne einbauen. Du bist dafür die Idealbesetzung.“ Ich fasse meinen Mut zusammen und antworte, in der Hoffnung entspannt und selbstbewusst zu wirken: „Ja, klar, ich bin heute dabei. Mein Bus kommt in zehn Minuten?“ Ich kann regelrecht seine Freude und Erleichterung spüren, als er erwidert: „Ok, wir freuen uns und warten auf dich. Bis gleich!“ Als er auflegt, fühle ich, wie eine große Last von mir abfällt. Ich bin erleichtert und spüre, wie die Glückshormone mit rasender Geschwindigkeit durch meinen Körper jagen. Ich weiß jetzt, ich muss mir keine Gedanken mehr machen. Ich kann gleich zur Probe fahren und selbstbewusst beim nahenden Auftritt auf der Bühne stehen. Ich habe keinen Druck mehr und fühle mich frei.</p>
<p>Entschlossen ziehe ich meine Sneakers an und streife mir eine Jacke über. Dann gehe ich zu meiner Mutter, gebe ihr lässig einen Kuss auf die Wange, verabschiede mich von ihr, verlasse die Wohnung und schließe die Tür hinter mir. Am Ausgang bleibe ich einen Augenblick stehen und atme tief durch. Dorian, du bist ein verdammt cooler Typ, denke ich. Der Bus kommt und ich steige ein. Im Bus werde ich von einigen Menschen angelächelt, ich vermute, weil ich aus allen Poren meines Körpers strahle. Es fühlt sich gut an. Nach fünfzehn Minuten komme ich an der Halle an. Ich stehe vor dem Eingang und atme tief durch. Danach betrete ich den Raum und merke den Leuten die Freude über meine Anwesenheit an. Ich werde von allen mit einem Lächeln im Gesicht empfangen. Ein Lächeln, das mir zeigt, dass ich alles richtig gemacht habe.</p>
<p>Nacheinander nehmen sie mich in den Arm und freuen sich, dass ich da bin. Gandhi kommt auf mich zu, nimmt mich ebenfalls in den Arm und sagt: „Schön, dass du da bist!“ Ich antworte: „Es tut mir leid, dass ich zu spät bin. Bei der nächsten Probe werde ich pünktlich sein.“ Ich bekomme meinen Text und gehe auf die Bühne. Dort fange ich an zu spielen, zuerst etwas unsicher, doch im Verlauf der Probe immer souveräner. Und dann überkommt mich das unbeschreibliche Gefühl, angekommen zu sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Hätten Menschen nicht ihre Träume verwirklicht, wäre womöglich so einiges gar nicht erst ins Rollen gekommen, wie <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/02/i-have-a-dream-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>dieses Beispiel</strong></a> beweist.</li>
<li>Die eigene Identität zu entdecken kann schon ziemlich viel Mut erfordern, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/04/poetry-slam-text-ich-bin-hier/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet auch</strong></a> Bahar von Was geht Almanya.</li>
</ul>
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			</item>
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		<title>Burka-Debatte: Ein nicht ganz beliebiges Straßenbahngespräch</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2015/09/ein-nicht-ganz-beliebiges-strassenbahngespraech/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Sep 2015 08:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[Zur Burka-Debatte gibt es unterschiedliche Positionen. Unser Autor Dominik hat eine klare Meinung. Warum es manchmal Sinn macht, die eigene Position in Frage zu stellen, lest ihr in dieser Kurzgeschichte. Vor Kurzem wurde ich in einer Münchner Straßenbahn in ein Gespräch verwickelt, in dem es thematisch nach Fussball (einem Bereich, in dem ich mir keine]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zur Burka-Debatte gibt es unterschiedliche Positionen. Unser Autor Dominik hat eine klare Meinung. Warum es manchmal Sinn macht, die eigene Position in Frage zu stellen, lest ihr in dieser Kurzgeschichte.</strong><span id="more-5607"></span></p>
<p>Vor Kurzem wurde ich in einer Münchner Straßenbahn in ein Gespräch verwickelt, in dem es thematisch nach Fussball (einem Bereich, in dem ich mir keine große Expertise zuschreiben möchte) relativ schnell darum ging, ob dass Tragen einer Burka die darunter befindliche Frau unterdrücken würde. Auch im Bezug auf diesen Diskurs maße ich mir nicht an wirklich Relevantes beitragen zu können, jedoch beschäftigt mich diese Konversation derart, dass ich sie hier gerne teilen möchte.</p>
<p>Nachdem mein Gegenüber und ich also drei Stationen mit der Suche nach dem besten Fussballverein zugebracht hatten (übrigens ohne Erfolg), stieg am Hauptbahnhof eine gänzlich verhüllte Frau ein, was mein Gesprächspartner sichtlich verunsicherte und zu besagtem, wie folgt vollzogenem Themenwechsel veranlasste.</p>
<p>„Wie man sich sowas als Frau gefallen lassen kann.“</p>
<p>„Was denn?“</p>
<p>„Sich so unterdrücken zu lassen. Die sieht doch gar nicht raus aus dem Sack.“</p>
<p>„Und was ist, wenn das Tragen dieser Burka ihre freie Entscheidung ist?“</p>
<p>„Das glaubst du doch selbst nicht! Wer macht denn sowas freiwillig?!“</p>
<p>Der Ton meines Gegenübers wurde lauter, weshalb ich versuchte leiser und einfühlsamer zu sprechen.</p>
<p>„Ich könnte mir das schon vorstellen. Vielen Frauen hier tragen eben sehr kurze Röcke, tiefe Ausschnitte und Hohe Schuhe, was absolut kein Problem, jedoch zumindest Letzteres mit körperlicher Anstrengung verbunden ist. Das ist keine leichte Sache. Beides nicht. Weder Burka, noch 10 Zentimeter hohe Hacken und das eine, wie das andere im besten Fall auf Selbstbewusstsein, im schlechteren auf Konventionen gegründet.“</p>
<p>‚Konventionen‘, dieses Wort hätte ich nicht sagen sollen, da mich mein Gegenüber misstrauisch ansieht. Ich beginne zu umschreiben.</p>
<p>„Wenn man sagt, dass eine Frau in einer Burka zu Objekten gemacht und so unterdrückt würden, weil sie sich nur komplett verhülle, da ihr dies von Männern vorgeschrieben würde, verstehe ich nicht, warum man nichts gegen halbnackte Mädchen auf circa jeder Werbetafel hat. Ob man nun jemanden direkt oder indirekt dazu veranlasst, sich aus- oder anzuziehen, ist kein großer Unterschied, hat jedoch eine, nämlich die entscheidende schlechte Sache gemein: Zwang durch Vorschriften, die man so nicht durchblickt und sie eben genau aus diesem Grund befolgt.“</p>
<p>„Ja aber da sehe ich doch lieber ein junges Mädchen im Bikini, als eine Vermummte.“</p>
<p>Das hat mich fertig gemacht! Wow!</p>
<p>„Aber genau darum geht es doch!“, entgegne ich.</p>
<p>„Wenn man so etwas sagt, ist man kein Stück besser, als der hypothetische Mann dieser verhüllten Frau. Man zwingt anderen etwas auf, was man gerne hätte, ohne deren Meinung auch nur im Geringsten zu erfragen. Richtig oder falsch liegt nicht in Burka oder nicht, sondern in der Frage, ob das eine oder das andere eine bewusste Entscheidung ist, oder nicht. Eventuell sind einige Frauen höherem Druck ausgesetzt als andere, was ihre äußere Erscheinung angeht. Das bedeutet aber weder, dass das Tragen einer Burka an sich schlecht ist, noch, dass freizügig gekleidete Mädchen zeitgleich und automatisch leichte Mädchen sind. Der Ansatzpunkt hier ist der Versuch, Gewalt in Familien und den gesellschaftlichen Druck einzuschränken und das trifft &#8211; und das versichere ich ihnen &#8211; nicht nur muslimische Haushalte. Mädchen nicht rein in die Burka oder raus aus möglichst viel Stoff, sondern alle zusammen rein in Programme und Räume, in denen sie lernen, wie sich zur Wehr setzten und eigene Meinungen bilden und durchsetzten zu können.“</p>
<p>Dann erreichen wir die Station Isartor und ohne ein weiteres Wort zu verlieren, steigt Gegenüber aus.</p>
<p>Ich bin meinem eigenen Redeschwall und dem plötzlichem Gesprächsabbruch meines Gegenübers durch Flucht geschuldet doch sehr erstaunt und versuchte mich zu sammeln, was mir bis jetzt nicht gänzlich gelungen ist.</p>
<p>Ein seltsames Gespräch an dessen Ende ich merkte, dass auch meine Gedanken hier nicht korrekt sind. Wie steht ihr zu gänzlicher Verhüllung und der Sexualisierung von Frauen in Werbung und Medien?</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Was Frauen tragen oder nicht tragen, sollte keinen Einfluss darauf haben, wie sie behandelt werden! In <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/07/von-hier-an-nackt/" target="_blank" rel="noopener">Von hier an nackt</a></span> setzt Fee ein starkes Zeichen gegen Sexismus.</li>
<li>Mit sexistischer Werbung befasst sich Tomasz in seinem Beitrag <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/04/sixt-die-sexisten-fruehlingsgefuehle/" target="_blank" rel="noopener">Sixt die Sexisten!#Frühlingsgefühle</a></span>.</li>
<li>Der Artikel <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.deutschlandradiokultur.de/islam-in-deutschland-burka-debatte-hat-sprengkraft-eines.1005.de.html?dram:article_id=363190" target="_blank" rel="noopener">Burka-Debatte hat Sprengkraft eines Attentats</a></span> liefert interessante Hintergründe zur Burka-Debatte in Deutschland.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ehrenkultur</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2015/01/ehrenkultur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HeRoes]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jan 2015 08:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Tradition]]></category>
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					<description><![CDATA[Familie oder Selbstbestimmung – was ist wichtiger? In seinem Text „Ehrenkultur“ schildert Mehmet, wie die bevorstehende Hochzeit seiner 17-jährigen Cousine ihn an den Traditionen zweifeln lässt&#8230; Vater, Mutter, Onkel&#8230; Sie alle waren da. Der Raum war gefüllt, ich verspürte die Wärme, Sie vollzog sich über den gesamten Raum, Sie lag in der Luft. Ja! es]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Familie oder Selbstbestimmung – was ist wichtiger? In seinem Text „Ehrenkultur“ schildert Mehmet, wie die bevorstehende Hochzeit seiner 17-jährigen Cousine ihn an den Traditionen zweifeln lässt&#8230;</strong></p>
<p>Vater, Mutter, Onkel&#8230; Sie alle waren da. Der Raum war gefüllt, ich verspürte die Wärme, Sie vollzog sich über den gesamten Raum, Sie lag in der Luft.</p>
<p>Ja! es war die Wärme der ,,Familie&#8220;.<br />
Wir aßen, tranken und lachten. Wir sprachen über Gott und die Welt. Mein Onkel entsprang wohl dem Vater des Humors selbst.<br />
Es war eine Fülle an Themen, über die geredet wurde.<br />
Da hörte ich es. Meine Cousine heiratet!<br />
Sie ist 17!<br />
Er ist 23!<br />
&#8222;Sie kennt ihn nicht?!&#8220;<br />
&#8222;Er kennt sie nicht!&#8220;<br />
&#8222;Der Sohn eines guten Freundes&#8220; fügte mein Onkel hinzu.<br />
Sie waren seit Tag eins versprochen.<br />
Misstrauen machte sich bei mir breit!<br />
&#8222;Wollte sie das?&#8220; fragte ich.<br />
Das Gelächter hörte auf, die Gesichter wurden ernst, der Charm verschwand aus dem Zimmer!<br />
&#8222;Es war mein Ehrenwort&#8220;, rief er.<br />
&#8222;Ist es freiwillig&#8220;, rief ich.<br />
&#8222;Er ist ein guter Junge&#8220;, antwortete er.<br />
&#8222;Wer bestimmt das?!&#8220;, entgegnete ich.<br />
Die Wärme verschwand&#8230;<br />
Alle hörten auf zu reden. Die Blicke trafen mich, trafen mich von jeder Seite. Gesichter, mit den Masken der Verwunderung, die den Geschmack des Zorns enthielten.<br />
&#8222;Es ist Tradition, unsere Tradition! Kennen muss sie ihn nicht&#8220;.<br />
Tradition?<br />
&#8222;Meine Tradition?&#8220;<br />
Ich überlegte&#8230;<br />
&#8222;Wessen Tradition?&#8220;, rief ich.<br />
Die Stille, der kalte Schleier, zog sich über den Raum.<br />
Alle Riefen: &#8222;Respektlos!&#8220;.<br />
Mein Onkel voller Wut: &#8222;Er wird Ihre Ehre wahren, ihren Stolz vollenden, er macht aus ihr eine richtige Frau.&#8220;<br />
Ich: &#8222;Ehre? Stolz?&#8220;<br />
Das sind subjektive Begriffe. Lächerlich. Auf die Allgemeinheit übertragenes Konzept. Verschleierung des Systems, nicht mehr. Ich verspüre Wut.<br />
Trauer entsandte sich meinem Leib.<br />
&#8222;Ist sie Glücklich?&#8220;<br />
&#8222;Bald&#8230;wird sie es sein&#8220;, bekam ich als Antwort.<br />
Keine Freiheit, Keine Gleichberechtigung, keine Emanzipation. Ist das Tradition fragte ich mich. Ist das Kultur? Ist das meine Identität?<br />
Ich bangte um mein Selbst, sprach kein Wort. Sie ließen mein Gesicht vor Schreck erbleichen. Aus dem Raum, entzog sich die Wärme, ich zog hinterher.<br />
Mein Gesicht erstarrt wie eine Skulptur,<br />
ist das die &#8222;Ehrenkultur?&#8220;</p>
<p>Mehmet</p>
<p><b>Mehr dazu:</b></p>
<ul>
<li>Zuhause muss nicht das Elternhaus sein. Mehr dazu liest du in <u><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/04/my-home-is-where-i-hang-my-head/" target="_blank" rel="noopener">My home is where I hang my head</a></u> von Tamy Keitel.</li>
</ul>
<ul>
<li>Der Verein Sabatina setzt sich gegen Zwangsheirat ein. Brauchst du Hilfe oder kennst du jemanden, der Hilfe braucht? Dann geh auf <u><a href="http://www.sabatina-ev.de" target="_blank" rel="noopener">www.sabatina-ev.de</a></u></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gib mir die Kraft</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2014/10/gib-mir-die-kraft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Yakup]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Oct 2014 08:00:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Audios]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[Für alle, die den Geländetest aufmerksam verfolgt haben, sollten Yakup und sein musikalisches Talent keine Unbekannten sein. Jetzt ist er hier auf meinTestgelaende.de mit einem eigenen Song vertreten. &#8222;Gib mir die Kraft&#8220; ist ein sehr persönliches Lied über den eigenen Glauben, der vor allem in schweren Zeiten einen wichtigen Halt geben kann.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für alle, die den Geländetest aufmerksam verfolgt haben, sollten Yakup und sein musikalisches Talent keine Unbekannten sein. Jetzt ist er hier auf meinTestgelaende.de mit einem eigenen Song vertreten. &#8222;Gib mir die Kraft&#8220; ist ein sehr persönliches Lied über den eigenen Glauben, der vor allem in schweren Zeiten einen wichtigen Halt geben kann.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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