<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Selbstbestimmung &#8211; meinTestgelaende.de</title>
	<atom:link href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/selbstbestimmung/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.meintestgelaende.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Mon, 19 Jan 2026 10:05:54 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.1</generator>

<image>
	<url>https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/06/cropped-unnamed-32x32.jpg</url>
	<title>Selbstbestimmung &#8211; meinTestgelaende.de</title>
	<link>https://www.meintestgelaende.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Körperliebe</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/01/mein-koerper/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eileen Ahland]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jan 2026 09:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17265</guid>

					<description><![CDATA[Unser Körper wird betrachtet, bewertet, vermessen. Als Objekt, als Projektionsfläche, als etwas, das gefallen soll. in ihrem neuen Text widerspricht Eileen und erzählt stattdessen von Selbstbestimmung, von Brüchen mit Schönheitsidealen und vom Recht, den eigenen Körper nicht erklären zu müssen. Mein Körper Als Kunstausstellung Kunst liegt im Auge des Betrachters doch die Augen zielen auf]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Unser Körper wird betrachtet, bewertet, vermessen. Als Objekt, als Projektionsfläche, als etwas, das gefallen soll. in ihrem neuen Text widerspricht Eileen und erzählt stattdessen von Selbstbestimmung, von Brüchen mit Schönheitsidealen und vom Recht, den eigenen Körper nicht erklären zu müssen.<span id="more-17265"></span></p>
<p>Mein Körper<br />
Als Kunstausstellung<br />
Kunst liegt<br />
im Auge des Betrachters<br />
doch die Augen zielen auf<br />
Makellosigkeit<br />
Attraktivität<br />
und Erotik</p>
<p>Der Körper als Objekt<br />
als Zielscheibe für<br />
(Ab-)Wertungen</p>
<p>Ihr habt kein Recht<br />
mir aufzuerlegen<br />
wie <strong>ICH</strong> mich kleiden soll<br />
wie <strong>ICH</strong> auszusehen habe<br />
wie <strong>MEIN</strong> Körper zu sein hat<br />
der <strong>MICH</strong> Tag für Tag<br />
durch <strong>MEIN</strong> Leben trägt</p>
<p>Das Problem bin nicht ich<br />
sondern die Gesellschaft<br />
mit ihren zerstörerischen<br />
Schönheitsidealen</p>
<p>Schlank<br />
aber bitte nicht zu dünn<br />
Sexy<br />
aber bitte nicht zu bitchig<br />
Attraktiv<br />
aber bitte ohne Körperbehaarung</p>
<p>Lieber bin ich so<br />
wie es mir gefällt<br />
mal mit fettigen Haaren<br />
dem ein oder anderen Pickel<br />
mit unrasierten Achseln und Beinen<br />
Jogginghose und Kapuzenpulli<br />
als früher oder später<br />
am Ideal kaputt zu gehen</p>
<p>Ich lasse mich tätowieren<br />
liebe weite Kleidung<br />
trage heute Nagellack<br />
und morgen keinen<br />
esse, was mir schmeckt<br />
schminke mich an einem Tag<br />
am nächsten Tag wieder nicht<br />
habe heute mal die Haarfarbe<br />
und morgen eine andere</p>
<p>Renne keinem Trend hinterher<br />
möchte mich wohlfühlen in meiner Haut<br />
mir stets treu bleiben<br />
und aufrichtig lächeln<br />
wenn ich in den Spiegel schaue<br />
nicht aufgesetzt und ferngesteuert<br />
der Masse hinterherlaufen<br />
mich entfremden und nicht wissen<br />
wer ich eigentlich bin</p>
<p>Ich bleibe ich<br />
ich werde kein anderer Mensch<br />
nur weil ich hin und wieder<br />
meinem Körper nach Belieben<br />
ein kleines Update verpasse<br />
auch wenn ich für euch dadurch<br />
in der Gesellschaft verblasse<br />
und nicht in euer<br />
Puzzle passe</p>
<p><strong>Mein Körper</strong><br />
ist keine Plattform für Bewertungen<br />
mein Körper ist<br />
<strong>mein Zuhause</strong></p>
<p>Mein Zuhause gehört mir<br />
und niemand außer mir<br />
darf darüber bestimmen</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Abtreibung als Menschenrecht – Her body her choice!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/12/abtreibung-als-menschenrecht-her-body-her-choice/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Dec 2025 09:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Abtreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=17254</guid>

					<description><![CDATA[Selbstbestimmung über den eigenen Körper ist unverhandelbar. Und zwar unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Lebensentwurf. In ihrem neuen Text macht Sara deutlich, wie eng reproduktive Rechte mit ökonomischer Sicherheit, Care-Arbeit und patriarchalen Machtverhältnissen verknüpft sind. „Es gibt ein Frauenrecht und das ist kein Männerrecht. Das ist das Recht auf Abtreibung. Und es ist eine Unverschämtheit,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Selbstbestimmung über den eigenen Körper ist unverhandelbar. Und zwar unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Lebensentwurf. In ihrem neuen Text macht Sara deutlich, wie eng reproduktive Rechte mit ökonomischer Sicherheit, Care-Arbeit und patriarchalen Machtverhältnissen verknüpft sind.</strong><span id="more-17254"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">„Es gibt ein Frauenrecht und das ist kein Männerrecht. Das ist das Recht auf Abtreibung. Und es ist eine Unverschämtheit, dass bei allen Kundgebungen dagegen so viele Männer rumturnen. Die können sich die Situation einer ungewollten Schwangerschaft gar nicht vorstellen, deshalb müssen sie ausnahmsweise mal die Klappe halten.“</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Diese Worte habe ich letztens in einem Video von Gregor Gysi zum Wahlkampf der Linken in diesem Jahr gesehen – und damit ist eigentlich schon alles gesagt. Ergänzend lässt sich hinzufügen, dass natürlich auch alle anderen Geschlechter, die gebären können, dieses Recht auf Abtreibung haben sollten.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ich würde sagen, dass ich mich überwiegend in privilegierten Umfeldern aufhalte – meist studierte, weiße Menschen, die Zugang zu Bildung, sexueller Aufklärung, finanziellen Mitteln haben und damit als Cis-Frauen so frei in ihrem Denken und Handeln sind, wie man es als (überwiegend weiße) Cis-Frau in dieser Gesellschaft sein kann. Ihre Beziehungen sind überwiegend gleichberechtigt, und auch deren Partner übernehmen Aufgaben im Haushalt und schaffen zumindest das bare Minimum als Mann.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Auch mit diesen Frauen spreche ich über Themen wie Kinderkriegen, Abtreibung etc. Und es ist ziemlich eindeutig: Selbst in der Mittelschicht, die gesellschaftlich einigermaßen gut aufgestellt ist, sind Kinder ein riesiger Kostenpunkt. Abgesehen von Krippen- und Kitaplätzen, die mittlerweile sündhaft teuer sind, Schulmaterialien, Kindergeburtstagen in der Trampolinhalle und Klassenfahrten, kommen natürlich auch Verdienstausfälle durch Teilzeitarbeit hinzu.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Als Frau gibt es zwangsläufig einen Zeitraum, in dem es enorme Verdienstausfälle gibt, während gleichzeitig die Care-Arbeit und die Kosten steigen. Es gibt immer noch viele Frauen, die trotz ihres Bildungsstands und all dem, was sie sich im Beruf erarbeitet haben, dennoch zu Hause bleiben – weil die gesellschaftlichen Verhältnisse auch im Jahr 2025 ein klares Frauen- und Männerbild vorgeben, sobald ein Baby da ist.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Welche prekäre Lage für Frauen entstehen kann, wenn sie in diesem Umfang vom Alleinverdiener abhängig werden, hat viele Facetten. Die hohe Belastung durch unbezahlte Care-Arbeit ist dabei nicht der einzige Punkt – auch Lücken im Lebenslauf, die einen späteren Wiedereinstieg erschweren, oder Lücken in der Altersvorsorge, die in Zeiten der Rentenunsicherheit fatal sein können, spielen eine große Rolle.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Parallel dazu ist es vor allem bei Frauen ohne höheren Bildungsabschluss oder abgeschlossene Ausbildung/Studium oft fast unmöglich, den Partner bei Gewalttätigkeit zu verlassen. Emotionale Abhängigkeit ist ein Faktor, der es Gewaltopfern sehr erschwert, Hilfe zu suchen und die Beziehung zu beenden – finanzielle Abhängigkeit ist ein weiterer. Wenn in dieser Ausgangslage noch ein Kind dazukommt, das man vielleicht nie bekommen wollte, wird es umso schwerer, sich ohne große finanzielle Mittel ein gutes Leben für sich und das Kind aufzubauen.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Dementsprechend ist Teilzeitarbeit oder gar nicht zu arbeiten ein enormes Risiko für Frauen. Gleichzeitig ist auf Social Media der Trad Wife-Trend groß, und das Alleinverdiener-/Hausfrauenmodell wird romantisiert – was an dieser Stelle völlig unangebracht ist.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Letzten Endes ist es völlig egal, in welcher Lebenssituation sich eine Frau befindet – egal, wie ihre finanziellen Mittel, ihre Herkunft, ihr Bildungsstand etc. sind: Es ist und bleibt unverhandelbar, dass jede Frau ein Recht auf ihren eigenen Körper hat und selbst entscheiden darf, was mit diesem Körper passiert – und was sie möchte und nicht möchte.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Geburten bergen Risiken – neben den oben genannten auch physischen Verletzungen oder sogar den Tod. Dass diese Entscheidung jede Frau selbst treffen darf und muss, sollte im Jahr 2025 selbstverständlich sein.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">In diesem Sinne: My body, my choice!</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>No Choice + No Voice = No Body?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/03/no-choice-no-voice-no-body/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ika]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Mar 2020 07:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Inter*]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12062</guid>

					<description><![CDATA[Vergangenen Monat durften wir euch den ersten Text von Ika präsentieren, heute folgt bereits der zweite 🎉🎉🎉 Ika sagt von sich selbst übrigens: &#8222;Weil ich selber keine Geschichten kannte von Leuten die so sind wie ich, nämlich Inter*, habe ich einfach angefangen selber zu schreiben.&#8220; Wir sind froh um die Bereicherung durch Ikas Perspektive und Texte!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vergangenen Monat durften wir euch den ersten Text von Ika präsentieren, heute folgt bereits der zweite 🎉🎉🎉 Ika sagt von sich selbst übrigens: &#8222;Weil ich selber keine Geschichten kannte von Leuten die so sind wie ich, nämlich Inter*, habe ich einfach angefangen selber zu schreiben.&#8220; Wir sind froh um die Bereicherung durch Ikas Perspektive und Texte! Heute geht es um körperliche Selbstbestimmung &#8211; und leider auch um Gewalt&#8230;</strong></p>
<p><span id="more-12062"></span></p>
<p>Jeder Mensch hat das Recht über den eigenen Körper selbst zu bestimmen. Eigentlich sollte das selbstverständlich sein. Leider ist die Realität für manche Menschen eine ganz andere. Zum Beispiel wenn Menschen schwanger werden. Aber das ist ein anderes Thema.</p>
<p>Hier möchte ich davon schreiben, was es heißt, zu dieser Zeit, in diesem Land mit einem intergeschlechtlichen Körper geboren zu werden. Allerdings muss ich hier kurz eine kleine Warnung vorausschicken. Es wird etwas ernster heute als in anderen Teilen dieser Intersex-Kolumne und es geht viel um Gewalt. Aber die ist ja nun mal da und schweigen hilft dann ja auch nicht weiter.</p>
<p>Also los. Laut medizinischer Definition wird ein Junge bei der Geburt mit einer Penisgröße von 2,5-4,5 cm geboren. Ein Mädchen wird laut Medizin mit einer Klitoris die zwischen 0,2 und 0,85 cm groß ist geboren.</p>
<p>Liegt ein Genital von der Größe her irgendwo dazwischen ist das Kind intergeschlechtlich. Man könnte jetzt denken, na gut, Menschen haben verschiedene Augenfarben, sind unterschiedlich groß, da können sie auch unterschiedliche Genitalien haben und alle davon sind ok.</p>
<p>Die Medizin sieht das meistens immer noch anders.  Sie sieht eine Krankheit. Die Medizin sieht einen Notfall. Also wird das Genital angepasst. Meist eher an die weibliche als die männliche Norm, denn wie ein Mediziner meinte „Es ist einfacher ein Loch zu graben als einen Stab aufzustellen“.</p>
<p>Ab den 1960er Jahren wurden darum  häufig bereits im Neugeborenenalter genital-angleichende Operationen durchgeführt. Dazu gehören zum Beispiel die Anlage einer Neovagina und die Verkleinerung der Klitoris. Dabei wäre es aus gesundheitlichen Gründen gar nicht notwendig irgendwas zu ändern. Dabei können die Kinder noch gar nicht sagen, ob sie an ihrem Genital etwas ändern wollen oder nicht. Auch den Eltern ist selten ganz genau erklärt worden was los ist. Stattdessen wurden viele unter Druck gesetzt. Mediziner agieren zum Teil in dem sie erklären: „Ihr Kind hat da ein Problem. Aber wir haben die Lösung, wir operieren, alles wird normal und ihr Kind kann sich an nichts erinnern.“</p>
<p>So haben dann verunsicherte Eltern dieser genitalangleichenden OP zugestimmt. Oft bleibt es auch nicht bei einer OP, sondern es müssen immer wieder Korrektur-OPs durchgeführt werden.</p>
<p>Ich kenne Leute, deren Kindheitserinnerungen vor allem aus Aufenthalten im Krankenhaus bestehen, denn ja, manche erinnern sich, sogar sehr genau.</p>
<p>Bei anderen ist die Erinnerung vielleicht verschwommen aber die Gefühle der Ohnmacht von damals trotzdem sehr präsent.</p>
<p>Eine Neovagina, die bei einem so jungen Menschen angelegt wird, muss später immer wieder gedehnt werden. Wieder wird in die Intimsphäre des Kindes eingegriffen. Auch das ist für viele ein immer wiederkehrendes Trauma.</p>
<p>Am Ende entsprechen die Genitalien immer noch nicht der Norm , aber das Krankenhaus hat sicher gut dabei verdient. Und das Intersexuelle Kind wächst mit dem Gefühl auf so falsch zu sein , dass nur schmerzhafte OPs das wieder gerade biegen können.</p>
<p>Besonders schlau war es auch das die Mediziner dann meistens noch gesagt haben die Eltern sollen besser nicht mit dem Kind darüber reden dass es intergeschlechtlich ist, sonst würde es ja vielleicht in seiner Geschlechtsidentität verwirrt.</p>
<p>Ich frage mich wenn ich so was höre wie verwirrt so ein Artzt eigentlich sein muss. Dass er glaubt ein Problem zu verschweigen wäre das gleiche, wie es zu lösen. Doch auch wenn Intersexuelle erst später behandelt werden, passiert das oft ohne richtige Aufklärung und mit dem klaren Ziel an eine männliche oder weibliche Norm anzupassen.</p>
<p>Wenn mich wer gefragt hätte, welche Hormone ich gern nehmen möchte, als mit 16 klar war, dass mein Körper keine Geschlechtshormone produziert, hätte ich mir sicher einiges ersparen können. Anstatt erst eine weibliche und dann später eine männliche Pubertät zu erleben, hätte ich direkt Testosteron nehmen können. Denn ich wusste ja in mir drin, dass ich eher Mann als Frau werden möchte.</p>
<p>Aber leider hat es gar nicht interessiert, wer ich bin oder was ich will sondern nur, dass mein Körper näher an dem einer Frau als an dem eines Mannes ist. Darum war es gar keine Frage sondern eine Forderung, dass ich Östrogen nehmen soll um mehr wie eine Frau auszusehen.</p>
<p>Andere Intersex sind jetzt auf die Einnahme von Hormonen angewiesen, obwohl ihr Körper welche produziert hat. Weil sie schlecht aufgeklärt einer OP zugestimmt haben die ihr funktionierendes Hodengewebe im Bauchraum entfernt hat, damit sie endlich eine richtige Frauen werden können. Mit einer menschenwürdigen Behandlung oder gar körperlicher Selbstbestimmung hat das alles sehr wenig zu tun.</p>
<p>Immerhin gibt es bei manchen in der Medizin mittlerweile ein Umdenken. Dank intersexuellen Aktivisten steht auch im Koalitionsvertrag der Regierung, dass genitalangleichende Operationen verboten werden sollen. Aber noch ist nichts passiert. Darum ist es wichtig weiter Druck zu machen, dass es wirklich zu einem OP-Verbot kommt.</p>
<p>Denn obwohl es schon viele queere Emanzipationsbewegungen gab, ist die Intersex-Community leider immer noch oft sehr unsichtbar. Durch die traumatisierenden Behandlungen schämen sich viele Inter* und wollen ihr  Inter*sein um jeden Preis verstecken. Dabei hat es Inter* schon immer und überall gegeben.</p>
<p>Sogar das Preußische Landrecht kannte einen „Zwitterparagraphen“. Inter* sollten sich zwar auch an eine männliche oder weibliche Rolle anpassen aber konnten immerhin mit 18 selber entscheiden, ob sie als Mann oder Frau leben wollen. Später hat diese Entscheidung immer öfter die Medizin übernommen.</p>
<p>Wenn ihr dyadisch seid, also nicht Inter*, könnt ihr ja mal versuchen euch vorzustellen, was es heißt, schon so früh an eine Norm angepasst zu werden, wie ein Quadrat, das in einen Kreis passen soll. Überlegt, was es heißt, Eingriffe an den Intimsten Stellen eures Körpers zu erleben, über die ihr nicht selbst entscheiden könnt.</p>
<p>Wenn ihr Inter* seid, wisst ihr das vielleicht alles schon. Dann möchte ich euch gerne mit den Worten von einem wichtigen Aktivisten der  frühen Schwulenbewegung Mut zum widerständig sein machen.</p>
<p>Frei nach Rosa von Praunheim, der gesagt hat: „Nicht der Schwule ist pervers, sondern die Welt in der er lebt“ gilt auch: „Nicht der*die  Inter* ist krank, sondern die Welt, in der Inter* lebt.“</p>
<p>Ich glaube nämlich, dass alle Körper und Genitalien schön sind, auch wenn sie nicht der Norm entsprechen.</p>
<p>Ich glaube auch, dass wir alle das Recht haben mit Lust unseren eigenen Körper und unsere Sexualität zu entdecken ohne uns dafür zu schämen.</p>
<p>Darum sollten wir dafür sorgen, dass der alte feministische Slogan: „My body, my choice“ endlich Realität wird.</p>
<p>Auch für Inter*.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Falls ihr Ikas ersten Text verpasst habt, könnt ihr ihn <a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/02/inter-was/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier noch einmal nachlesen</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mein Körper: Ich bin richtig</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/09/ichbinrichtig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hollies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Sep 2019 07:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Empowerment]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11751</guid>

					<description><![CDATA[Die Mädels* von HOLLIEHood haben sich richtig ins Zeug gelegt. Dabei herausgekommen ist „Ich bin richtig“, ein vierminütiger Film über Selbstbildnis, Selbstbestimmung, und das Verhältnis zum eigenen Körper. Ein Statement gegen den Stress mit der Körpernormierung! Mehr dazu: Hier berichtet Elif von den Siblings über das Anderssein. Und hier findet ihr einen Appell gegen Bodyshaming.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Mädels* von HOLLIEHood haben sich richtig ins Zeug gelegt. Dabei herausgekommen ist „Ich bin richtig“, ein vierminütiger Film über Selbstbildnis, Selbstbestimmung, und das Verhältnis zum eigenen Körper. Ein Statement gegen den Stress mit der Körpernormierung!</strong></p>
<p><span id="more-11751"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier berichtet Elif von den Siblings über das <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/04/poetry-slam-text-anders-sein/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">Anderssein.</span></a></strong></li>
<li>Und hier findet ihr einen Appell gegen<strong><a href="http://www.happymindmagazine.de/den-eigenen-koerper-akzeptieren/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;"> Bodyshaming.</span></a></strong></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was juckt dich die Ehre deiner Schwester?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/05/was-juckt-dich-die-ehre-deiner-schwester/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HeRoes]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 May 2017 07:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=7993</guid>

					<description><![CDATA[Ehre ist für viele ein großes Wort. Mit Ehre lassen sich Beleidigungen und Gewalt rechtfertigen. Ehre ist auch immer ein Druck von außen, etwas das beschützt werden muss. Burak Yilmaz von den Heroes Duisburg arbeitet in Workshops viel zu diesem Thema und beschreibt seine positiven Erfahrungen im folgenden Text. Gewalttäter im Namen der Ehre stehen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ehre ist für viele ein großes Wort. Mit Ehre lassen sich Beleidigungen und Gewalt rechtfertigen. Ehre ist auch immer ein Druck von außen, etwas das beschützt werden muss. Burak Yilmaz von den Heroes Duisburg arbeitet in Workshops viel zu diesem Thema und beschreibt seine positiven Erfahrungen im folgenden Text.</strong><br />
<span id="more-8608"></span></p>
<p>Gewalttäter im Namen der Ehre stehen seit jeher im Fokus der gesellschaftlichen Wahrnehmung, aber es wächst eine geschlechtersensible Generation heran, die laut Ja sagt zu Geschlechtervielfalt, sexueller Selbstbestimmung und Freiheit des Individuums. Diese mutigen Jugendlichen brauchen unsere Unterstützung.</p>
<p>Es ist ein bewölkter Montagmorgen, als ich zusammen mit zwei anderen Mistreitern zu einem Workshop an eine Schule fahre, den wir zu dritt leiten werden. Wir sprechen in diesen HeRoes-Workshops über Rollenbilder, Sexismus, Familienehre und Jungfräulichkeit vor der Ehe. Das Ziel dieser Workshops besteht darin, Alltagsszenen darzustellen, Mechanismen der Gewalt offenzulegen und gemeinsam mit der Klasse Lösungsansätze zu suchen, wie man aus solchen Situationen herauskommen kann.</p>
<p><strong>Angst vor der Familie</strong></p>
<p>Auf dem Weg zur Schule sitzt Can hinten im Auto und fragt plötzlich: „Ist euch mal aufgefallen, dass viele aus unserem Kulturkreis in der Öffentlichkeit nie Händchen halten? Und sich auch nie in der Öffentlichkeit küssen? Warum ist das so?“ Wir müssen am Anfang schmunzeln, aber wir merken, worauf Can hinaus will.</p>
<p>„Das hat viele Gründe, Bruder.“, antwortet ihm Adem. „Du hast Schiss, dass deine Familie irgendwo auftaucht und dich mit einem Mädchen sieht, dass sie das direkt an deine Eltern verpetzen. Das ist wie Verfolgungswahn, wo du nicht mal in Ruhe knutschen kannst. Diese ganze Schamerziehung, die wir bekommen, als wäre Sexualität der Teufel höchstpersönlich. Man schämt sich einfach in der Öffentlichkeit zu knutschen und weil wir das nicht wahr haben wollen, nennen wir das Ganze einfach „ehrenvoll“ oder „Kultur“, weil dann müssen wir uns damit nicht auseinander setzen. Wenn wir diese Schamerziehung kritisieren, dann denken die meisten, wir würden ihre Kultur angreifen und deshalb gibt es dieses System auch schon ewig.  Jede Art von Kritik wird als Angriff auf die gesamte Kultur verstanden, obwohl wir doch alle unter dieser Scheiße leiden. Wir können noch nicht mal unsere Freundinnen mit nach Hause nehmen, weil unsere Eltern direkt mit Heiraten ankommen. Stattdessen triffst du dich mit ihr in einer anderen Stadt, mietest sinnlos Hotelzimmer oder triffst dich mit ihr im Park, wo man nicht gesehen werden kann.“</p>
<p>Ich stimme Adem zu und merke, dass ich seine Worte ergänzen muss: „Das ist nicht Kultur, das Patriarchat verkleidet sich aber als Kultur. Mit Scham und Schuld lassen sich Menschen am einfachsten einschüchtern und bevor wir diese patriarchalen Strukturen bekämpfen, müssen wir uns als allererstes von diesen Gefühlen befreien. Ist das unsere Kultur, unsere Cousinen und Schwestern zu kontrollieren? Ist das unsere Kultur, Jugendlichen Angst zu machen, wenn sie ihren Körper kennenlernen wollen? Wo bleibt da die Menschenwürde? Das ist doch nichts anderes als Gewalt.“</p>
<p><strong>Hauptsache Ehre verteidigen</strong></p>
<p>Can schaut bei meinen Worten etwas verträumt, aber auch wütend aus dem Fenster. Er fügt hinzu: „Wisst ihr was? Ein Gewaltsystem kann doch niemals Kultur sein! Das sind Familienstrukturen, die emotionale Leichen erzeugen- aber Hauptsache Ehre verteidigen! Mit wie vielen Ängsten man aufwächst, um ja nicht diese Ehre zu verlieren…“</p>
<p>Solche oder ähnliche Diskussionen, die auch mal recht emotional werden können, haben wir häufig untereinander, da wir diese Familienstrukturen, die Can meint, alle aus unserem Alltag kennen und insbesondere in unseren Workshops merken, wie viele junge Menschen unter diesem System der Familienehre leiden, obwohl sie ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben haben.</p>
<p>Als wir den Klassenraum betreten, begegnet uns eine Mischung aus neugierigen und skeptischen Blicken. Wir spielen unser erstes Rollenspiel, in dem es darum geht, dass der Vater seinen Sohn ohrfeigt und mit ihm schimpft, weil seine Schwester um 20 Uhr noch nicht zu Hause ist. Der Sohn macht sich auf die Suche nach seiner Schwester, er trifft auf dem Weg einen Freund, der ihm schon vorwirft: „Deine Schwester hängt so spät draußen rum, was denken die Leute über sie? Hol die mal nach Hause!“ Der Sohn wird nervös und begegnet aufgebracht seiner Schwester, die sich wehrt und noch eine halbe Stunde draußen bleiben will. „Guck mal wie die mit dir redet!“, hetzt der Freund den Sohn auf. „Wenn das meine Schwester wäre, hätte ich der schon längst eine geklatscht. Was ist mit deiner Ehre, Junge?“ Der Sohn fühlt sich dadurch noch motivierter und zerrt seine Schwester am Arm durch alle Öffentlichkeit und bringt sie nach Hause, wo ein wütender Vater auf die beiden wartet.</p>
<p><strong>Tabu vorehelicher Sex</strong></p>
<p>Wir merken schon nach wenigen Minuten in der anschließenden Diskussion, dass viele Schülerinnen und Schüler diese Situation von zu Hause kennen und fangen an zu diskutieren. Sie erzählen persönliche Geschichten, dass sie einen ähnlichen Vater zu Hause haben, dass viele mit diesen Strukturen nicht einverstanden sind, aber dann doch mitmachen und dass einige der Schülerinnen und Schüler nur dann einen Partner haben dürfen, wenn sie diesen auch heiraten. Voreheliche Beziehungen oder vorehelicher Sex sind ein Tabu und führen zum Ausschluss aus der Familie.</p>
<p>„Ich liebe aber meinen Freund, ich habe Gefühle! Was soll ich machen? Soll ich meine Emotionen abschneiden? Ich treffe mich heimlich mit ihm, so dass es niemand mitbekommt. Auch er fühlt sich sehr unwohl dabei und wir haben beide wahnsinnige Angst, dass man uns erwischt, aber wir lieben uns beide zu sehr, als dass wir uns davon unterkriegen lassen wollen.“, sagt eine Schülerin offen und bekommt dafür positives Feedback. Die Klasse scheint ihre Situation zu kennen.</p>
<p>Als das Thema dann zu Jungfräulichkeit kommt, gibt es einige in der Klasse, die Sex vor der Ehe für eine große Sünde halten. „Wenn meine Schwester vor der Ehe Sex haben würde, würde ich sie nie wieder anschauen!“, sagt uns einer sehr direkt. Eine aufgebrachte Schülerin schaut ihn an und sagt: „Und bei euch Männern ist das okay, oder was?“</p>
<p>Can und Adem lassen die beiden diskutieren und schnell wird deutlich, wieso es so ein Tabu ist, vor der Ehe Sex zu haben: „Weil die Leute dann über deine Familie reden, die Ehre ist dann beschmutzt!“, antwortet der Schüler und knickt langsam aus seiner starren Haltung. Die Schülerin erwidert ihm: „Was juckt die Leute denn, mit wem deine Schwester zusammen ist? Das ist ihre Entscheidung! Warum gibt man so viel Wert auf Menschen, die schlecht über einen reden? Das hat die nicht zu interessieren und wenn man es ihr verbietet, wird sie es am Ende versteckt tun! Willst du, dass sie Geheimnisse vor dir hat oder willst du Vertrauen zu ihr aufbauen?“</p>
<p><strong>Sexuelle Selbstbestimmung</strong></p>
<p>Die Frage versetzt die ganze Klasse in absolute Stille, sie bringt viele zum Nachdenken und wir greifen das Beispiel auf, um es auf das Rollenspiel zu übertragen. Can und Adem ergänzen sich dabei gegenseitig, in dem sie erwähnen, dass der Vater sich um die Ehre bzw. den Ruf der Familie sorgt und Gewalt einsetzt gegenüber seinen Kindern. Die Kinder wiederum haben kein Vertrauen zu den Eltern, auch untereinander ist die Beziehung zwischen Tochter und Sohn sehr zerstritten. Die Tochter würde einen Freund verheimlichen, sie müsste andauernd Angst haben, dass ihr Bruder sie kontrolliert. Der Sohn wiederum ist auf der einen Seite Täter und auf der anderen Seite steht er unter Druck, die Familienehre als Mann zu beschützen. Gibt es eine Alternative zu diesem Familienbild? Muss das immer so sein wie in dem Rollenspiel?</p>
<p>Can und Adem kennen diese Szene aus ihrem Alltag, sie haben sie selbst entworfen. Adem sagt, dass auch er mal wie der Sohn im Rollenspiel gehandelt und eine strenge Beziehung zu seinen Schwestern gehabt habe. Als er sich mit seiner Rolle als Mann auseinandergesetzt und gemerkt hat, dass das Gerede der Leute die Beziehung zu seiner Schwester zerstört, habe es bei ihm Klick gemacht. „Ich habe nur diese eine Schwester, warum soll ich denn immer streng und autoritär zu ihr sein? Meine Schwester hat seit zwei Jahren einen Freund und ich bin der einzige in der Familie, dem sie es erzählt hat- weil ich ihr vertraue und mich auch für sie freue, dass sie ohne Angst lieben kann“, ergänzt Adem und viele in der Klasse machen große Augen. „Und was ist, wenn sie sich mit ihm küsst und beide miteinander schlafen? Würdest du nicht ausrasten?“, fragt ein Schüler sehr interessiert.</p>
<p>„Es ist ihre Entscheidung. Für mich ist Selbstbestimmung und Freiheit wichtig und dazu gehört auch sexuelle Selbstbestimmung. Natürlich habe ich Angst, dass meine anderen Familienmitglieder es erfahren. Die würden ausrasten, ja. Aber die Beziehung zu meiner Schwester ist Gold wert und nichts auf dieser Welt wird diese Beziehung mehr zerstören können“, antwortet Adem auf die Frage, während der Schüler ihn immer noch mit großen, neugierigen Augen anschaut.</p>
<p><strong>Das Tabu Ehre aufbrechen</strong></p>
<p>Der Workshop kommt zum Ende und wir haben das Gefühl, dass wir das Tabu Ehre aufgebrochen haben. Wir bedanken uns bei den Schülerinnen und Schülern für ihre Offenheit und den Austausch, während sie die Klassenlehrerin fragen, ob wir nicht bald wiederkommen können, um im nächsten Workshop vertiefter über andere Formen von Sexismus und Geschlechterungerechtigkeit zu sprechen.</p>
<p>Viele Lehrerinnen und Lehrer sind mit dem Thema Unterdrückung im Namen der Ehre und der damit verbundenen Geschlechtertrennung stark überfordert, weil sie in ihrer Ausbildung diese Themen nicht behandeln. Es gibt an den Universitäten immer noch keine Konzepte und Methoden, wie man Jugendliche aus diesen Milieus erreichen kann, obwohl diese seit über 50 Jahren in Deutschland leben. Das ist es auch, was uns motiviert. Vorbilder wie Can und Adem haben nicht nur einen persönlichen Zugang zu diesem Thema, sondern entwickeln selbst Methoden, die diese Jugendlichen und auch die ganze Klasse erreichen können.</p>
<p>Es sind genau diese Arten von Workshops, die wir aus Überzeugung und mit großer Leidenschaft machen, nicht nur, weil wir aus erster Hand biografisch betroffen sind von einem Gewaltsystem, dass uns vorschreiben möchte wie wir zu leben haben, sondern weil wir merken, dass vielen Jugendlichen Vorbilder und Modelle fehlen.</p>
<p><strong>Sexismus geht alle an</strong></p>
<p>Wir brauchen diese Vorbilder und Modelle, die sich von patriarchalen Strukturen emanzipieren wollen, auch wenn sie von Familie und Freunden einem enormen Druck und Beleidigungen ausgesetzt sind. Sie sind keine Verräter oder „Assimilierte“, nur weil sie Gewaltstrukturen bekämpfen und einen Wandel von innen wollen. Man kann kein Verräter sein, wenn man gegen Sexismus kämpft!</p>
<p>Eher ist man jemand, der etwas Positives zu seiner Gesellschaft oder Kultur beitragen möchte, denn es ist völlig offensichtlich, wie viele Menschen unter dem System Familienehre leiden. Ein neues Bewusstsein in Bezug auf Sexualität muss sich auf alle Ebenen übertragen, vom eigenen Haus über Shisha Bars bis in die Moscheen.</p>
<p>Man ist auch nicht „eingedeutscht“ oder „europäisiert“, wenn man sich für Geschlechtergerechtigkeit engagiert – so wie es viele dann aus dem eigenen Verwandten- und Bekanntenkreis behaupten – denn das würde ja bedeuten, dass Deutschland und Europa frei von Sexismus sind, was aber absolut nicht der Fall ist, auch wenn die Formen des Sexismus und die damit verbundene Gefühlswelt andere sind. Sexismus ist universell vorherrschend, er hat unterschiedliche Gesichter und Erscheinungsformen. Dazu gehört nicht nur der Sexismus in der Werbeindustrie oder in der Musikbranche, sondern eben auch der Sexismus, der an den Ehrbegriff gekoppelt und tief verankert ist in familiären Strukturen.</p>
<p>Wir brauchen authentische und mutige Jugendliche, die wir unterstützen und in ihrer Identität stärken müssen. Es wächst eine geschlechtersensible Generation heran, die laut Ja sagt zu Geschlechtervielfalt, sexueller Selbstbestimmung und Freiheit des Individuums. Diese jungen Menschen brauchen ein Gehör, sie brauchen Angebote und Räume, um sich zu entfalten und sich selbst zu ermächtigen. Kritisches Denken in Bezug auf Geschlecht und Gender muss alle Schichten und Milieus erreichen. Auch die, die gesellschaftlich weniger privilegiert sind. Gerade die Arbeit dieser Jugendlichen kann dazu führen, dass Can und Adem als Modelle und Vorbilder für die gesamte Gesellschaft stehen – denn Sexismus und seine Ausprägungen und Formen gehen uns alle an.</p>
<p>(Erstveröffentlichung auf <strong><a href="https://diekolumnisten.de/2017/04/25/was-juckt-dich-die-ehre-deiner-schwester/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.diekolumnisten.de</a></strong>.)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Die Redaktionsgruppen Jeco, Was geht Almanya und Heroes Duisburg <a href="https://www.meintestgelaende.de/2014/04/im-namen-der-ehre/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>diskutieren über den Begriff Ehre. </strong></a></li>
<li><strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/07/maennlichkeit-was-bedeutet-das-fuer-mich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Heroes über Männlichkeit. </a></strong></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="border-radius: 2px; text-indent: 20px; width: auto; padding: 0px 4px 0px 0px; text-align: center; font: bold 11px/20px 'Helvetica Neue',Helvetica,sans-serif; color: #ffffff; background: #bd081c no-repeat scroll 3px 50% / 14px 14px; position: absolute; opacity: 1; z-index: 8675309; display: none; cursor: pointer;">Merken</span></p>
<p><span style="border-radius: 2px; text-indent: 20px; width: auto; padding: 0px 4px 0px 0px; text-align: center; font: bold 11px/20px 'Helvetica Neue',Helvetica,sans-serif; color: #ffffff; background: #bd081c no-repeat scroll 3px 50% / 14px 14px; position: absolute; opacity: 1; z-index: 8675309; display: none; cursor: pointer;">Merken</span></p>
<p><span style="border-radius: 2px; text-indent: 20px; width: auto; padding: 0px 4px 0px 0px; text-align: center; font: bold 11px/20px 'Helvetica Neue',Helvetica,sans-serif; color: #ffffff; background: #bd081c no-repeat scroll 3px 50% / 14px 14px; position: absolute; opacity: 1; z-index: 8675309; display: none; cursor: pointer;">Merken</span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Eher so geht so</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/04/eher-so-geht-so/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FaulenzA]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Apr 2017 07:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Rap]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=7923</guid>

					<description><![CDATA[Ins lange Wochenende geht’s mit einem weiteren Song von FaulenZa. Angestarrt werden, dumme Sprüche auf der Straße oder Proletengehabe im Zug – das ist alles eher so geht so. Mehr dazu: Auch die Hollies haben keine Lust darauf blöd angequatscht zu werden.  GRRRLS Voice of Heroes Duisburg zum Thema Selbstbestimmung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ins lange Wochenende geht’s mit einem weiteren Song von FaulenZa. Angestarrt werden, dumme Sprüche auf der Straße oder Proletengehabe im Zug – das ist alles eher so geht so.</strong></p>
<p><span id="more-8603"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Auch die Hollies haben keine Lust darauf <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/10/rap-song-mein-koerper-gehoert-mir/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">blöd angequatscht zu werden</a>.</strong></li>
<li> GRRRLS Voice of Heroes Duisburg zum <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/03/was-glaubst-du-wer-du-bist/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thema Selbstbestimmung</a></strong>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Darf sie das??</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/03/darf-sie-das/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophia]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Mar 2017 08:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=7852</guid>

					<description><![CDATA[Unsere Autorin Sophia hat einen eigenen YouTube-Channel, auf dem sie sich mit allen möglichen Themen auseinandersetzt, die sie bewegen. Im aktuellen Video berichtet sie, welchen Shitstorm sie ausgelöst hat, als sie ein Foto ihrer frisch gepiercten Brust veröffentlicht hat &#8211; und was das mit Sexismus zu tun hat&#8230; Mehr dazu:  Hier liest du Fees Gedicht &#8222;Es]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Autorin Sophia hat einen eigenen <a href="https://www.youtube.com/channel/UCIrsqXbtU5nJq0PnJlda-DA" target="_blank" rel="noopener noreferrer">YouTube-Channel</a>, auf dem sie sich mit allen möglichen Themen auseinandersetzt, die sie bewegen. Im aktuellen Video berichtet sie, welchen Shitstorm sie ausgelöst hat, als sie ein Foto ihrer frisch gepiercten Brust veröffentlicht hat &#8211; und was das mit Sexismus zu tun hat&#8230;</strong></p>
<p><span id="more-7852"></span></p>
<p><b>Mehr dazu: </b></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/01/es-ist-mir-egal/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Hier</strong></a> liest du Fees Gedicht &#8222;Es ist mir egal, dass du einer von den Guten bist&#8220;</li>
<li>Wie geht man mit Rassismus, Sexismus und Homofeindlichkeit im Netz um? Sophia hat <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/10/was-an-diskriminierung-im-netz-abgeht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>einen Clip</strong></a> vorbereitet.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
