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	<title>Sport &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Sport &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Ich habe eine Sportallergie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gloria]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Jun 2024 11:11:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Sport - Deine Story über Schweiß und Tränen]]></category>
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					<description><![CDATA[Gloria hat eine Sportallergie, in ihrem Text erzählt sie uns, welche körperlichen Reaktionen das Thema bei ihr hervorruft. Ich habe eine Sportallergie, diesen Witz habe ich schon manchmal ausgesprochen, besonders wenn mir die Themen in Konversationen ausgingen, und es entspricht auch ein bisschen der Wahrheit. Zu einer Zeit, in der ich ein bis zwei Jahre]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span class="ui-provider am bei aya bej bek bel bem ben beo bep beq ber bes bet beu bev bew bex bey bez bfa bfb bfc bfd bfe bff bfg bfh bfi bfj bfk bfl bfm bfn bfo" dir="ltr">Gloria hat eine Sportallergie, in ihrem Text erzählt sie uns, welche körperlichen Reaktionen das Thema bei ihr hervorruft.</span></strong><span id="more-16075"></span></p>
<p style="text-align: left;" align="justify">Ich habe eine Sportallergie, diesen Witz habe ich schon manchmal ausgesprochen,<br />
besonders wenn mir die Themen in Konversationen ausgingen, und es entspricht auch ein<br />
bisschen der Wahrheit. Zu einer Zeit, in der ich ein bis zwei Jahre lang regelmäßig joggen<br />
war, musste ich kurz nach den letzten Metern – ich bin am Ende der Laufeinheit oft einen<br />
Berg mit mittlerer Steigung nach oben gerannt – ziemlich stark niesen, meist für mehrere<br />
Minuten lang. Wenn man das Phänomen im Internet nachschaut, dann findet man<br />
schnell einen Beitrag auf gutefrage.net mit dem Titel „Warum muss ich niesen nach dem<br />
Joggen“ vom 21. September 2021, es scheint ein berechtigtes Problem zu sein.</p>
<p style="text-align: left;" align="justify">Schon seit der Grundschule hatte ich meine Schwierigkeiten mit dem Sport. Ich erinnere<br />
mich an meine Freundin Josephine, die im Gegensatz zu mir ein sehr sportliches Kind war,<br />
vermutlich spielte sie professionell Ballsport, aber ich erinnere mich nicht gut genug<br />
daran, um das mit Sicherheit sagen zu können. Josephine war so nett und fing für mich<br />
beim Völkerball häufig den Ball, mit dem ich dann recht verängstigt, aber so bestimmt ich<br />
konnte eine andere Mitschülerin abzuwerfen versuchte. Natürlich ist das so gut wie<br />
immer erfolglos geblieben, da meine Wurfleistung zu schwach war.</p>
<p style="text-align: left;" align="justify">Als ich auf dem Gymnasium war, stellten Leichtathletik und Turnen eine weitere Angst<br />
dar, wobei ich im Rennen und Weitspringen halbwegs akzeptable Leistungen erbrachte.<br />
Besonders Boden- und Balkenturnen waren für mich schrecklich, und ich hatte das<br />
Gefühl mich schon bei einer Bodenrolle oder jedem noch so kleinen Sprung in einem<br />
Meter Höhe unendlich zu blamieren und womöglich sogar tödlich stürzen zu können.<br />
Oder mich zumindest so sehr zu verletzen, dass ich schwere Brüche erleiden könnte.<br />
Freiwillig hätte ich mich nie für die Ausführung dieser Sportarten entschieden, und wenn<br />
man mich gefragt hätte, dann wäre ich gerne nur Schwimmen oder Tanzen gegangen.<br />
Natürlich bleibt dann die Frage, ob man Kinder im Schulsport nicht auch zu etwas<br />
motivieren sollte und sie dabei womöglich auch unangenehmen Umständen wie der<br />
potenziellen Blamage aussetzen muss. Es besteht auch die Annahme, dass Gefühle wie<br />
Scham und Aufregung dazugehören. Das ist eine komplizierte Angelegenheit und darauf<br />
möchte ich nicht weiter eingehen, ich weiß nur dass ich den Sportunterricht gehasst<br />
habe.<br />
Ich habe ihn so gehasst, dass ich jetzt immer noch Probleme damit habe, jeglichen<br />
sportlichen Tätigkeiten nachzugehen – nur das Joggen ist okay, aber das finde ich<br />
mittlerweile so langweilig, dass ich es schon jahrelang nicht mehr tue. Vor kurzem habe<br />
ich mich dennoch bei einem Frankfurter Sportverein angemeldet, für den man etwas über<br />
zehn Euro im Monat zahlt, um jegliche Sportkurse besuchen zu dürfen. Da ist vieles dabei:<br />
Yoga, Pilates, Kampfsport, Jazzdance, Poledance, also alles, was man sich innerhalb und<br />
außerhalb der Halle unter den Begriaen Sport und Bewegung vorstellen kann. Ich habe<br />
mir das vor zwei Wochen mal angesehen und ein sogenanntes „Schnupperticket“<br />
gekauft, mit dem man alle an dem Tag angebotenen Kurse besuchen durfte, um<br />
herauszufinden, wie man das Sportangebot so findet. Es war gar nicht so schlimm.</p>
<p style="text-align: left;" align="justify">Volleyball war die einzige Ausnahme, ich hatte solche Angst vor den ambitionierten<br />
Aufschlägen der Teilnehmenden in dem Kurs für vermeintliche Anfänger, dass ich mich<br />
nach wenigen Minuten des verängstigten Starrens und Wartens vor der Halle dazu<br />
entschied, mich in der Umkleide wieder meiner Sportkleidung zu entledigen und nach<br />
Hause zu gehen. Davor hatte ich erfolgreich Kickboxen und zwei Rücken-Bauch-Workouts<br />
ausprobiert, immerhin. Beim nächsten Mal schaae ich es dann hoaentlich auch, die<br />
Volleyballhalle zu betreten. Oder auch nicht – vielleicht reicht es aus, Ballsport mit der<br />
Erinnerung zu verbinden, wie Josephine im Grundschulsport die Völkerbälle für mich<br />
abfing.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Binäre Geschlechterkategorien im Sport: Wie wir mehr Vielfalt und Inklusion schaffen können</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/06/binaere-geschlechterkategorien-im-sport-wie-wir-mehr-vielfalt-und-inklusion-schaffen-koennen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Jun 2024 12:59:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Sport - Deine Story über Schweiß und Tränen]]></category>
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					<description><![CDATA[Gerade im Sport stellen die binären Geschlechterkategorien eine große Hürde für Menschen dar, die sich in diesen nicht verorten. Lilith zeigt in ihrem Text wieso das so ist und wie diese Hürden abgebaut werden können. Ich liebe es, wenn ich durch die Luft ﬂiege, mich in verschiedenste Richtungen drehe, springe und tanze. Sport ermöglicht mir]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gerade im Sport stellen die binären Geschlechterkategorien eine große Hürde für Menschen dar, die sich in diesen nicht verorten. Lilith zeigt in ihrem Text wieso das so ist und wie diese Hürden abgebaut werden können.</strong><span id="more-16070"></span></p>
<p class="western" lang="de-DE"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Ich liebe es, wenn ich durch die Luft ﬂiege, mich in verschiedenste Richtungen drehe, springe und tanze. Sport ermöglicht mir persönlich, mich auszutoben, frei zu sein, Stress abzubauen &#8211; eine Abwechslung im Alltag zu haben. Gleichzeitig ist mir mein Privileg bewusst, meiner Sportbegeisterung nachgehen zu können wie ich will. Das ist nämlich bei weitem nicht für jede Person der Fall, obwohl das Ziel unserer Gesellschaft eigentlich sein sollte, die sportlichen Türen weit zu öﬀnen, anstatt zu schließen &#8211; denn: laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit schätzungsweise 81% der Jugendlichen im Alter von 11 bis 17 Jahren zu wenig körperliche aktiv.</span></p>
<p class="western" lang="de-DE"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Umso besorgniserregender also, dass einigen Jugendlichen der Zugang zu Sport erschwert wird &#8211; insbesondere der LGBTQIA+ Community. </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Die Liste an Barrieren, denen sich Zugehörige dieser Gruppe noch bis heute in zahlreichen Disziplinen und sportlichen Beteiligungsformaten gegenübersieht, ist lang. So sind diese Individuen in Gruppensportarten extrem unterrepräsentiert und begegnen auch bei Individualsportarten, zahlreiche Hürden &#8211; insbesondere in Hinblick auf Wettbewerbskategorien und vergleichbaren Leistungsmessungen. Dies reicht bis hin zu den Olympischen Spielen, bei denen Diskussionen über Testosteronhöchstwerte, regelmäßige Testungen und Untersuchungen der Körpermerkmale immer und immer wieder in der Diskussion stehen. Traditionell finden die meisten Teamsportarten in gleichgeschlechtlichen Teams staN, und schon in jüngsten Jahren wird binär getrennt. Bereits im Sportunterricht begegnet uns tagtäglich eine Leistungsmessung in binären <span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Geschlechterkategorien</span></span>. All dies führt dazu, dass es für diese Jugendlichen nur wenig Raum gibt, sich auszudrücken, <span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Geschlechternormen</span></span> in Frage zu stellen und die Vielfalt und Inklusion zu erhöhen.</span></p>
<p class="western" lang="de-DE"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Darüber hinaus haben Schülerinnen und Schüler mit nicht-binären Geschlechtsidentitäten Schwierigkeiten, an geschlechtsspeziﬁschen Aktivitäten wie vielen Sportdisziplinen teilzunehmen. Eine kürzlich an der Simon Fraser Universität durchgeführte Studie fand heraus, dass unter 11 % der nicht-binären Jugendlichen in Kanada an Mannscha1ssport teilnehmen. Deutlich weniger als mit 68 % in ihrer Altersgruppe üblich. Missbrauch und Diskriminierung sind die Hauptfaktoren, die nicht- binäre Individuen davon abhalten, an Teamaktivitäten teilzunehmen. Egal ob in Wettkampfsituationen oder während des Trainings haben nicht-binäre Jugendliche von der Verwendung transphober Sprache durch Trainerinnen und Trainer und dem Gefühl berichtet, in Sportumkleideräumen nicht sicher zu sein. All dies sind tiefgreifende Gründe für ein Klima, in dem LGBTQIA+ Jugendlichen Sporttreiben alles andere als schmackhaft gemacht wird.</span></p>
<p class="western" lang="de-DE"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Die Schwierigkeiten der LGBTQIA+ Community im Sport erstrecken sich auch auf Paarsportarten, wie </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">z.B. Lateinamerikanischer Tanz oder Rock&#8217;n&#8217;Roll Akrobatik, wo die Paarkategorien klar binär getrennt sind. Während in sozialen Settings im Ballsaal inzwischen lieber die Rede von <i>Leader</i><i> </i>und <i>Follower</i><i> </i>ist anstelle von <i>Herr </i>und <i>Dame</i>, denen <span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">spezifische</span></span> Schritte und Führungsaufgaben innerhalb der Choreographie zugewiesen werden, existiert sobald es auf die Wettkampﬄäche geht, wenig Freiraum.</span></p>
<p class="western" lang="de-DE"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Es gibt jedoch auch Hoﬀnung: Bei den Olympischen Spielen in Tokio traten mindestens 180 oﬀen queere Athletinnen und Athleten an &#8211; ein Rekord. Das sind fast dreimal so viele wie bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro und mehr als bei allen bisherigen Olympischen Sommer- und Winterspielen kombiniert. Auch Veranstaltungen wie die Gay Games, die seit 1982 stattfinden, bieten der LGBTQIA+ Community die Möglichkeit, Sport zu treiben und sich oﬀen auszutoben. Auch gibt es Sportarten, die von Grund auf inklusiver sind, als Ballsportarten oder olympische </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Individualdisziplinen. Während es im Zirkus z.B. durchaus rollentypischere Disziplinen für spezifische Geschlechter gibt, stehen alle Gerätschaften, vom Vertikaltuch bis hin zum Jonglieren, grundsätzlich jeder und jedem oﬀen. Die “Teams” sind nicht nach Geschlecht eingeteilt, und die Sportler:innen können sich individuell austoben.</span></p>
<p class="western" lang="de-DE"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Dennoch sollten uns diese positiven Beispiele für mehr Oﬀenheit und Toleranz nicht davon abhalten, weiter aktiv zu sein und einen gleichberechtigten Zugang zu Sport einzufordern – denn der Weg zu diesem Ziel ist noch lang. Entsprechend ist es umso wichtiger, dass wir alle zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass alle Jugendlichen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität, die Möglichkeit haben, an Sportarten teilzunehmen und von den Vorteilen körperlicher Aktivität zu profitieren.</span></p>
<p class="western" lang="de-DE"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mein Trampolin und ich</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/05/mein-trampolin-und-ich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Celine]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 2024 08:57:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Sport - Deine Story über Schweiß und Tränen]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns über ein neues Gedicht von Celine. Heute über ihr Trampolin und die Gefühle, die das Springen auslösen kann. Trampolin, Jahr für Jahr, Schwebte ich frei, sorglos und klar. Gedankenchaos blieb meist zurück, In luftiger Höhe fand ich immer Glück. Die Sprünge hoch, das Herz so leicht, Im Takt der Freiheit, die alles]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns über ein neues Gedicht von Celine. Heute über ihr Trampolin und die Gefühle, die das Springen auslösen kann.</strong><span id="more-16065"></span></p>
<div dir="auto">Trampolin, Jahr für Jahr, Schwebte ich frei, sorglos und klar. Gedankenchaos blieb meist zurück, In luftiger Höhe fand ich immer Glück. Die Sprünge hoch, das Herz so leicht, Im Takt der Freiheit, die alles streicht. Für vier, fünf Jahre, reine Lust, Der Kopf war frei, die Seele bewusst.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto"> Doch heute scheint die Zeit zu knapp, Die Last des Alltags hält mich fest im Griff. Sport? Zu denken, es bleibt kein Platz, Ein ständiges Gefühl von trüber Pflicht. Faulheit, das Echo in meinem Ohr, Ein Vorwurf, der mich tief durchbohrt.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto">Vergessen die Leichtigkeit von einst, Träume verblassen, die man oft nur meint. Doch vielleicht, ganz tief in mir, Lebt der Wunsch nach diesem freien Wir. Ein Sprung zurück in jene Zeit, Wo Leichtigkeit und Freude waren mein Geleit. So stehe ich hier, im Alltagstrott, Mit Pflichten beladen, die nie verrott&#8217;n.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto"> Die Stunden, sie rennen, im Takt der Uhr, Verloren die Flucht, die mich einst erkur. Doch manchmal, nachts, wenn alles ruht, Erinnere ich mich an den Mut, Die Freiheit des Sprungs, die Schwere verjagt, Die Freude, die jeder Moment mir sagt.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto"> Vielleicht ist es Zeit, den Mut zu fassen, Alte Gewohnheiten nicht länger hassen. Den Raum zu schaffen, den Weg zu finden, Zwischen all den Pflichten, die Zeit zu entbinden.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto"> Denn faul bin ich nicht, das weiß ich nun, Es ist nur der Druck, der mich lässt ruh&#8217;n. Doch irgendwo tief in meinem Herzen, Lebt die Sehnsucht, die kann mich nicht verscherzen. Ein kleiner Sprung, ein erster Schritt, Zurück zur Leichtigkeit, Stück für Stück. Das Trampolin, es wartet still, Bereit, mich zu tragen, wann immer ich will.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto">
<div>
<div>
<p dir="auto">Ich fasse den Entschluss, breche aus, Den ewigen Kreislauf des Alltagsstaus. Ein erster Schritt, ein mutiger Tritt, Zurück zur Freude, zur Leichtigkeitsschrift. Die Wochen vergehen, doch ich find&#8216; den Raum, Den Sprung zu wagen, in Freiheitstraum.</p>
</div>
</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto"> Im Park, bei Mondlicht, ganz allein, Stelle ich mich auf das Trampolin. Die Schwere verfliegt, mit jedem Sprung, Ein Hauch von Freiheit, so klar und jung. Der Körper erinnert sich, die Seele bebt, Ein Lächeln, das in mir lebendig webt. Ich spüre die Kraft, den Mut, die Lust, Die Last des Alltags, für einen Moment mich in frieden lässt.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto">Der Rhythmus des Lebens, das auf und ab, Der Sprung ins Glück, der keine Grenzen hat. Mit jedem Hüpfen, zurück zu mir, Finde ich Stück für Stück zu dir. Der Freiheit, die im Inneren wohnt, Die Freude, die den Alltag belohnt.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto"> So werde ich springen, Tag für Tag, Im Herzen leicht, was auch kommen mag. Das Trampolin, mein stiller Begleiter, In luftiger Höhe wird die Seele weiter. Und auch wenn der Alltag schwer oft scheint, Ich weiß, die Freiheit, die mit mir weint, Ist stets bereit, mir Flügel zu verleih&#8217;n, Das Trampolin, mein geheimer, Traum von ganz oben sein.</div>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Dünn sein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/05/duenn-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 May 2024 10:21:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Sport - Deine Story über Schweiß und Tränen]]></category>
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					<description><![CDATA[Als junger Mensch war Sara überzeugt sie müsste mit mehr Sport und entsprechender Ernährung ihr Gewicht reduzieren. Warum das so war und was sie aus dieser Zeit gelernt hat, erzählt sie in ihrem Text. TW Gestörtes Essverhalten Fitness begleitet mich als Thema schon ein Leben lang, aber so richtig begann das Thema mit 15. Ich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als junger Mensch war Sara überzeugt sie müsste mit mehr Sport und entsprechender Ernährung ihr Gewicht reduzieren. Warum das so war und was sie aus dieser Zeit gelernt hat, erzählt sie in ihrem Text.</strong><span id="more-16060"></span></p>
<p>TW Gestörtes Essverhalten</p>
<p>Fitness begleitet mich als Thema schon ein Leben lang, aber so richtig begann das Thema mit 15. Ich hatte damals einen besten Freund, der viel trainiert hat und einer von den Kandidaten war, die Spiegelbilder von ihrem angespannten Rücken gemacht haben. Eines Tages beschloss ich, dass jetzt auch der Tag gekommen war, wo ich auch mal anfange was für meinen Körper zu tun.</p>
<p>Ich war mein ganzes Leben schon sportlich aktiv und habe viele Sportarten ausprobiert wie z.B. Badminton oder Tischtennis. Bei den Bundesjugendspielen in der Schule hatte ich immer nur Ehrenurkunden und war somit alles anderes als unsportlich und auf keinen Fall übergewichtig.</p>
<p>Von einem auf den anderen Tag änderte sich meine Einstellung zu Sport völlig. Ich war geprägt von Körperbildern mit glatten Beinen, flachen Bäuchen und großen Pos. Meine Vorbilder waren Menschen wie Pamela Reif oder Lealoveslifting. Wenn ich früher vor dem Fernseher saß und mir das 5. Booty Workout ansah, war mein Gedanke nicht, dass es total Spaß macht, sondern wann ich endlich auch so dünn bin. Ich trainierte bis zu 2 Stunden täglich und aß kaum was, außer Obst und Magerquark.</p>
<p>Mein Vorhaben funktionierte und ich nahm tatsächlich ab. Ich rutschte nicht ins Untergewicht und doch hatte ich kaum meine Periode und ich sah mir ständig Videos von Menschen an, die Dinge aßen, die ich mir nicht erlaubte: z.B. Schokolade, Aufläufe oder andere &#8222;ungesunde&#8220; Sachen.</p>
<p>Wenn ich heute Bilder von früher sehe, erschrecke ich immer ein wenig. Nicht, weil ich besonders auffiel mit meiner Figur, sondern weil der Mensch, den ich auf den Bildern sehe, stets den Gedanken hatte, dass sie zu dick sei. Und das obwohl sie so weit davon entfernt war. Ich sehe einen Menschen mit einem völlig normalen und unauffälligen Körper, der aber gleichzeitig gelitten hat und sich alles verboten hat, was zu einem guten ausgewogenen Leben gehört hat.</p>
<p>Wenn ich für eine Sache dennoch dankbar bin, dann ist es der beste Freund, den ich damals hatte. Ohne ihn wäre ich so weit unter meinem Grundumsatz gewesen, dass die Konsequenz definitiv ein Klinikaufenthalt gewesen wäre. Nach diesem Erlebnis habe ich jahrelang keine Berührungspunkte mit Fitness gehabt, weil meine Angst wieder abzurutschen und in alte Muster zu verfallen zu groß war.</p>
<p>Ich war damals so jung und beeinflussbar, dass es bestimmt gereicht hätte mir klarzumachen, dass mein Körper gut genug ist und keine Optimierung braucht. Aber dass diese Gesellschaft kollektiv diese Werte vermittelt ist undenkbar, schließlich bringen unzufriedene Menschen mehr Profit und mehr Potenzial Diätshakes und Geschmackspulver zu verkaufen.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sport ist Feminismus in der Praxis!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/02/15295/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Feb 2023 12:30:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[queerfeminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit Oktober 2022 findet jeden Freitag im Hort Strausberg ein Sportangebot speziell für Frauen, Mädchen, Lesben, inter, nicht-binäre und trans* Personen (FLINTA*) statt. Das Sportangebot ist neben einem wöchentlich stattfindenden Queer-Café Teil des Projekts „laut und (von) hier!“. Das Projekt hat das Ziel, queere und feministische Perspektiven in der Jugendarbeit zu stärken und Räume für]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit Oktober 2022 findet jeden Freitag im Hort Strausberg ein Sportangebot speziell für Frauen, Mädchen, Lesben, inter, nicht-binäre und trans* Personen (FLINTA*) statt. Das Sportangebot ist neben einem wöchentlich stattfindenden Queer-Café Teil des Projekts „laut und (von) hier!“. Das Projekt hat das Ziel, queere und feministische Perspektiven in der Jugendarbeit zu stärken und Räume für Sichtbarkeit und Empowerment zu schaffen. Wir haben mit Sophie über das Projekt gesprochen.</strong><br />
<span id="more-15295"></span></p>
<p><strong>Warum gibt es ein Sportangebot speziell für FLINTA*?</strong><br />
Sophie: FLINTA* Personen haben häufig nicht den besten Zugang zu ihrem Körper. Sei es aufgrund von Gender-Identität, Schönheitsansprüchen, Weiblichkeits- oder Männlichkeitsanforderungen oder verschobenen Selbstbildern. Gemischte Sportgruppen oder Fitnessstudios können da sehr einschüchternd wirken. In einem vertrauten Rahmen mit anderen FLINTA*s Sport zu machen, und einfach mal den eigenen Körper zu spüren hat dagegen etwas sehr Empowerndes. Hier ist Sport Feminismus in der Praxis!</p>
<p><strong>Warum Thaiboxen und Kampfsport? Es hätte doch auch ein anders Sportangebot sein können?</strong><br />
Sophie (lacht): Thaiboxen deshalb, weil es eine Kampfsportart ist, die gerade populär ist und sowohl die Möglichkeit bietet, sich auszutoben als auch Selbstbewusstsein zu gewinnen. Kampfsport hilft, den eigenen Körper und die eigene Kraft kennen zu lernen. Außerdem geht es viel um Respekt und das Verhältnis von Nähe und Distanz im Kampfsport. Ich trainiere seit 5 Jahren Thaiboxen und habe dadurch sehr viel Selbstsicherheit gewonnen</p>
<p><strong>Muss ich schon was können, um vorbei zu kommen?</strong><br />
Sophie: Nein, es ist kein Vorwissen notwendig! Augrund der Corona-Pandemie bitten wir alle, getestet zu kommen, aber sonst braucht es nur bequeme Kleidung, in der ihr euch gut bewegen könnt und wohlfühlt. Für gute Laune, Boxhandschuhe, Material und eine spaßige Playlist sorgen wir.</p>
<p>Mehr Infos zum Flinta-Sport findet ihr unter <a href="https://horte-srb.de/events/flinta-sportangebot-muay-thai/">https://horte-srb.de/events/flinta-sportangebot-muay-thai/</a><br />
Wo: Horte Strausberg, Peter-Göring-Straße 25, 15344<br />
Wann: Jeden Freitag ab 17 Uhr</p>
<p>Du hast noch Fragen?! Melde dich bei <a href="mailto:queer@horte-srb.de">queer@horte-srb.de</a> oder beim Insta-Account <a href="https://www.instagram.com/queere.jugend.mol/">queere.jugend.mol</a>.</p>
<p><strong>Das Projekt wird durch Lottomittel des Landes Brandenburg und die Doris-Wuppermann-Stiftung gefördert.</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>LGBTQ-Personen überall, bloß nicht in der Fußballszene</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/12/lgbtq-personen-ueberall-bloss-nicht-in-der-fussballszene/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Martha]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Dec 2022 14:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[WM 2022]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=15225</guid>

					<description><![CDATA[Während der WM in Katar wurde viel über die Situation von diskriminierungsbetroffenen Menschen vor Ort gesprochen. Martha lenkt den Blick zurück nach Deutschland, wo es bisher noch keinen aktiven Profifußballer gibt, der nicht cis-männlich und heterosexuell ist. Die diesjährige Fußball-WM in Katar ist wohl eines der umstrittensten Sportevents aller Zeiten. Sie steht schon seit längerem]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Während der WM in Katar wurde viel über die Situation von diskriminierungsbetroffenen Menschen vor Ort gesprochen. Martha lenkt den Blick zurück nach Deutschland, wo es bisher noch keinen aktiven Profifußballer gibt, der nicht cis-männlich und heterosexuell ist.</strong><span id="more-15225"></span></p>
<p>Die diesjährige Fußball-WM in Katar ist wohl eines der umstrittensten Sportevents aller Zeiten. Sie steht schon seit längerem in der Kritik, vor allem weil ihre Vorbereitung, zum Beispiel den Bau von Stadien, unter schrecklichen Arbeitsbedingungen stattfand und über 6500 (Gast-)arbeiter*innen das Leben kostete. Zum anderen gilt in Katar die Scharia, also das islamische Recht. Laut diesem sind Frauen sind nicht gleichberechtigt, zudem sind außerehelicher und homosexueller Sex verboten und können mit bis zu sieben Jahren Haft bestraft werden. Von Seiten des Staates wurde jedoch verkündet, dass alle Menschen und auch queere Personen zur WM in Katar willkommen seien. Doch erst vor wenigen Wochen bezeichnete der katarische WM-Botschafter und frühere Fußball-Nationalspieler Khalid Salman Homosexualität als „geistigen Schaden“. Den meisten ist zudem bewusst, dass die Versprechen der Toleranz von der Seite Katars dazu dient, um vor der Öffentlichkeit besser da zu stehen.</p>
<p>Es ist also wenig überraschend, dass viele kritische Stimmen zum Boykott der WM aufrufen und dies mit Erfolg: 6,2 Millionen Menschen sahen sich das Eröffnungsspiel zwischen Katar und Equador an. 2018 waren es noch knapp 10 Millionen Zuschauer. Von vielen Seiten wird auch an die teilnehmenden Fußballer appelliert: Der englische Ex-Stürmerstar Gary Lineker forderte schwule Fußballer zum Coming-out während der Weltmeisterschaft in Katar auf. Bisher seien der Engländer Jake Daniels und der Australier Josh Cavallo die einzigen höherklassig spielenden Fußballer, die ihre Homosexualität öffentlich gemacht haben.</p>
<p>In Deutschland hat sich bislang noch kein aktiver Fußballprofi als homosexuell geoutet. Dies mag im Jahr 2022 zwar absurd klingen, entspricht jedoch der Wahrheit. Wenn man nach queeren Fußballer*innen aus Deutschland sucht, bietet Google sechs verschiedene Portraits an, eine Liste mit vier Frauen und zwei Männern. Unter ihnen sind die Degenfechterin Imke Duplitzer, die Sportschützin Jolyn Beer und die Leichtathletin Martina Stutz, welche sich zwar als lesbisch geoutet haben und ihren Sport (bis auf Strutz) noch aktiv betreiben, jedoch keine Fußballspieler*innen sind. Übrig bleiben nun noch Marcus Urban, Thomas Hitzlsperger und Tanja Walther-Ahrens, die sich <i>nach</i> der Beendigung ihrer aktiven Karriere outeten.</p>
<p>2016 ermittelte die Dalia-Studie, dass 7.4% der Deutschen Teil der LGBTQ+-Community sind, die Wahrscheinlichkeit, dass keine deutschen Fußballer in größeren Vereinen schwul sind, geht also gegen 0. Doch nun stellt sich natürlich die Frage, warum sich noch keiner von ihnen geouted hat.</p>
<p>Als der schwule Ex-Fußballspieler Thomas Hitzlsperger im Juli 2022 zu diesem Thema interviewt wurde, vermutete er: „Ich war zwölf Jahre lang in unterschiedlichen Profiteams, ich kenne die Vorurteile. Die Sorgen vor negativen Folgen sind groß. Es wird zu wenig über das Positive nachgedacht.“</p>
<p><a name="page633R_mcid29"></a> Doch was sind die konkreten Vorurteile über die Hitzlsperger hier spricht? Nach etwas Recherche fand ich eine Publikation der European Gay and Lesbian Sport Federation (EGLSF) mit dem Titel „Kick it out – Homophobie im Fußball“. Die Autorin dieses Textes ist Tanja Walther-Ahrens, eine ehemalige Bundesliga-Fußballspielerin, die sich 2002 als lesbisch outete. Und auch wenn die Publikation 2006 veröffentlicht wurde, hat sie auch 16 Jahre später nur wenig an Relevanz und Aussagekraft verloren. Ihre Inhalte können uns helfen zu verstehen, was es mit dem Mangel von queeren Fußballspielern auf sich hat.</p>
<p>In ihrer Publikation bezeichnet Walter-Ahrens die Fußballwelt als „einen der konservativsten Bereiche unserer Gesellschaft“, der jahrzehntelang von Männern dominiert wurde (und meiner Meinung nach immer noch von ihnen dominiert ist). Besonders paradox sei, dass Fußball eine sehr berührungsintensive Sportart und Körperkontakt zwischen den Spielern – ob beim Umarmen nach einem Torerfolg oder dem Trösten bei einer Niederlage – völlig normal ist. Gleichzeitig herrsche große Angst vor den fremden, queeren Personen, denen man meist mit Intoleranz oder sogar mit Aggressivität begegne. Zudem seien alle möglichen homophobe und sexistische Stereotype an der Tagesordnung. Ein paar besonders feindliche verbale Äußerungen erwähnt Walter-Ahrens auch in ihrer Publikation: „Homosexualität ist abnormal. Ich werde niemals Homosexuelle in mein Team berufen.“ (Otto Baric, Teamchef des kroatischen Nationalteams (2004)) und „Im Bett kann eine Frau so herrlich sein, auf dem Fußballplatz wird sie mir immer schrecklich vorkommen.“ (Rudi Gutendorf, deutscher Trainer (1982)) sind zwei schreckliche Beispiele.</p>
<p>Laut der ehemaligen Fußballspielerin ist die Sportart eng mit heterosexueller, monokultureller Männlichkeit und dem Bild des starken Manns verbunden. Wenn Frauen* Sport treiben, nehmen sie oft männlich definierte Eigenschaften an und erscheinen besonders stark und mutig. Sie überschreiten die Grenzen von Weiblichkeit zu Männlichkeit. Für Männer sei ein solcher Schritt schwieriger, denn sobald sie nicht dem klassischen Rollenbild entsprächen, werde ihnen schnell Homosexualität angedichtet. Dies hat sich seit 2006 zum Glück verbessert. Androgynie ist in vielen Teilen der Welt gesellschaftlich akzeptierter und Stars wie Harry Styles und Timothee Chalamet werden für ihre „gender-bending („geschlechtsbeugende“) looks“ gefeiert. Doch sie sind keine Fußballstars.</p>
<p>Denn in der Fußballwelt ist das Zeigen von „weiblichen“ Wesensarten eine Schwäche, weibliche Facetten werden abgewertet und ausgegrenzt. Die Kulturwissenschaftlerin Almut Sülze verkündete in ihrem Beitrag zu Martin Dinges‘ Buch „Männer – Macht – Körper“: „Die Männlichkeit des Fußballs funktioniert über die Abgrenzung zu Frauen und Schwulen, die in Sexismus und Schwulenfeindlichkeit münden“. Schlechte männliche Spieler werden als „Mädchen“ oder „Schwuchtel“ bezeichnet, während Fußball spielende Frauen als „Mannweiber“ oder „Lesben“ abgetan werden.</p>
<p>Verständlicherweise haben männliche schwule Fußballstars Angst davor, wie ihre Kollegen bei einem Coming-Out auf sie reagieren und fragen sich, ob sie selbst direkt von Homophobie betroffen sein würden. Aus einem riesigen, verworrenen Netz aus Stereotypen und Vorurteilen kann man nur schwer entkommen und es zu zerstören erscheint beinahe unmöglich. Dabei könnte gerade dies ein Ziel der professionellen Fußballspieler sein, schließlich sind sie reich, genießen ein hohes Ansehen, haben große Fangemeinden und vor allem eine riesige Reichweite. Mit Jake Daniels und Josh Cavallo als prominente Beispiele ist es hoffentlich nur eine Frage der Zeit, bis es zu weiteren Coming-Outs in der Fußballszene kommt und das bald vielleicht sogar in Deutschland.</p>
<p>Beim Frauenfußball sind lesbische Spielerinnen schon seit Jahren keine Seltenheit mehr: Bei der WM 2019 traten 51 lesbische und bisexuelle WM-Spielerinnen aus 15 Ländern an. Die Fußballerinnen Anna Blässe und Lara Dickenmann, die zusammen beim VfL Wolfsburg spielen, sind sogar verheiratet.</p>
<p>Die gedrohten Sanktionen der FIFA gegen das Tragen der „One-Love-Binde“ und das Verbot von Regenbogen-Farben bei der WM in Katar zeigen klar, dass sich die Fußballwelt zurzeit politisiert. Von vielen Seiten wird dies kritisiert, unter anderem vom französischen Staatschef Macron. Doch wer weiß, vielleicht treibt das Phänomen die konservative, männerdominierte Instanz nun doch zu ein bisschen Fortschritt.</p>
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			</item>
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		<title>Pole Dance: Der 131-er Puls</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/08/pole-dance-der-131-er-puls/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johanna-Maria]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Aug 2022 11:48:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[Ausgebrannt und hobbylos fühlt sich Johanna, als sie, auf der Suche nach einer neuen, ausfüllenden Sportart, Pole Dance für sich entdeckt. Was diesen Sport für sie so besonders macht und warum das Tanzen an Stangen mit wenig Kleidung nicht umfeministisch ist, erzählt Johanna in ihrem neuen Text. Liquid Chalk, Reiniger für die Chromstange, Handtuch, kurze]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="Body"><strong>Ausgebrannt und hobbylos fühlt sich Johanna, als sie, auf der Suche nach einer neuen, ausfüllenden Sportart, Pole Dance für sich entdeckt. Was diesen Sport für sie so besonders macht und warum das Tanzen an Stangen mit wenig Kleidung nicht umfeministisch ist, erzählt Johanna in ihrem neuen Text.<br />
</strong></p>
<p><span id="more-14982"></span></p>
<p>Liquid Chalk, Reiniger für die Chromstange, Handtuch, kurze Hose, Top. Equipment für das Pole Dance Training am Wochenende. Bei meiner ersten Probestunde war mir das Unwohlsein ins Gesicht geschrieben. Ganz schön knappe Höschen und bauchfreie Oberteile. Aber das stand auch bereits auf der Website, hätte ich wissen müssen. Kurz überlege ich, zu gehen. Alle 18 Jahre alt und älter. Dann ich, Schülerin, ziemlich schüchtern, mit dem Ziel, eine neue Erfahrung im Bereich der Sportarten zu machen und wieder mit meinem Körper, meinem Sein, in Einklang zu kommen.<br />
Ich habe viel ausprobiert. Ballett, Fußball, Badminton, Tischtennis, Schwimmen und zuletzt rhythmische Sportgymnastik. Musik war immer Teil meines Lebens, aber als mir die Sportgymnastik zu viel wurde &#8211; ausgeführt als Leistungssport mit gesundheitlichen Folgen &#8211; musste ich aufhören. Ausgebrannt und hobbylos.<br />
Den Rhythmus wollte ich nicht verlieren. Nach Recherche also Pole Dance als kleines Experiment für mich entdeckt und dann stand ich da. Und habe es nach dem ersten Probetraining so sehr geliebt. Denn es ist alles, was ich gern tue: Zum Beat tanzen, Kraft aufbauen und den Trainingsfortschritt spüren (blaue Flecken und Schürfwunden sind ein überwältigendes Gefühl, wenn sie bedeuten, dass man Fortschritte macht). Auch die Eleganz und Perfektion der Elemente, der Drehungen, Figuren und der Zusammenhalt in der Gruppe. Ich habe die Erfahrungen gemacht, dass die Studios einem sehr viel Sicherheit geben. Vor Ort trifft man Menschen mit ähnlichen Interessen, alle noch etwas unsicher mit dem Spiegel vor sich, bei dem man sich während jeder Bewegung sieht. Unrasierte Achseln, offen Tampons auf der Toilette in allen bisherigen Studios, in denen ich war.<br />
Eine Möglichkeit, über seinen Schatten zu springen, denn die leichte Kleidung dient nicht dem optischen Reiz, sondern vor allem dem Halt an der Stange. Wobei die Outfits wirklich unglaublich toll aussehen und alles an Ort und Stelle halten. Mit Verzierungen. Hübsch und praktisch.<br />
Aber ich musste auch lernen, vorsichtig zu sein. Die Gefahr, sich für sein Hobby zu schämen, ist enorm, denn der Sport ist leider immer noch nicht als solcher bekannt. Zu Beginn meiner Trainingsphase habe ich im Studio auch Druck gespürt, mir für die Choreografien High Heels kaufen zu müssen. Für den Anfang und mein Alter wäre das zu viel gewesen. Ich hätte sie wirklich gern getragen, aber da ich aus zeitlichen Gründen am Abend zum Training gehe, habe ich doch zu viel Respekt vor wiederholten anzüglichen Blicken in der Bahn, die ich schon erleben musste. Es kommt, wie bei allem, darauf an, wen man um sich hat.<br />
Der Sport ist meines Erachtens nicht antifeministisch. Und, bitte, warum wird darüber überhaupt diskutiert? Ich, als Frau* mache, worauf ich Bock habe. Der Sport ist genau so wenig sexistisch, wie die Frage ,,Woher kommst du?‘‘ per se rassistisch sein muss. Aber sie wird doch in einem Land mit rassistischer Historie gestellt, was die Problematik anheizt.<br />
Ich habe das bedrückende Gefühl, dass unsere Gesellschaft stetig Antworten verlangt, die Eventualitäten ausschließen. Ein eindeutiges Ja oder Nein muss es sein, mit allem anderen kommen wir nicht mehr klar. Dabei geht es doch um genau das: Um Feingefühl, ein aufmerksames Beobachten und Handeln. Um das Denken auch in und für Ausnahmesituationen.<br />
Gerade wenn man Pole Dance jung beitritt, ist das Umfeld doch vergleichsweise älter, alles neu, aber man wächst daran, weil man sich gemeinsam unterstützt und gemeinsam die Erfahrung teilt, dass man den Sport noch verteidigen muss. Aber wenn man das weiß, Kontakte knüpft und auf sein Gefühl hört, kann es der schönste Sport für einen selbst sein. Also falls du noch zweifelst, trau dich.<br />
Aber lasst mich ehrlich sein, die fehlende Diversität in Tanzsportarten stimmt mich traurig. Ich kenne Jungen und Männer, die mal getanzt haben, aber aufgehört haben. Was viele nicht wissen ist, dass Schriften über die Anfänge des Pole Dance bis ins Jahr 1135 zurückreichen, als Männer*(!) in Asien an Pfählen akrobatische Übungen ausführten. Es galt damals als indische Sportart mit dem Namen ,,Mallakhamb‘‘ und war sehr populär.<br />
Ja, Pole Dance hat mich stärker gemacht. In Gedanken an die Kraft, die ich entwickle, wenn ich mich um die Stange wirble, wie meine Haare sich eindrehen, meine Hände schwitzen, ich alle Körperteile durchstrecke, diese Körperspannung ist unbeschreiblich. Ich weiß meinen Körper einzusetzen, in Kombination aus Eleganz und Koordination. Ich muss der Schwerkraft in einem nie gekannten Ausmaß trotzen. Als olympische Sportart wäre Pole Dance auch mal dran, wird Zeit, nur so am Rande.<br />
Meine Hände sehen seit dem Sport aus wie beim Bouldern oder Klettern. Zu Beginn bedeckten Schwielen die Handinnenflächen. Hornhautbildung und blutige Stellen. Dafür könnte ich jetzt, hätte ich Lust dazu, an Laternen hochklettern und die Aussicht genießen. Vielleicht irgendwann eine Human Flag am Klettergerüst machen. Oder einfach die Zeit, die ich mit meinem Hobby habe, aufnehmen, nutzen und mich darüber freuen. Und auf die Meinung anderer darüber scheißen.<br />
Und das solltet ihr auch, was immer es ist.</p>
<p><strong>Erläuterung zur Überschrift:</strong><br />
<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30507730/">Eine Studie hat Messungen zum Stoffwechsel und physiologischem Bedarf bei einem 60-minütigen Pole Dance Kurs erfasst. Dabei wurde unter Anderem eine durchschnittliche Herzrate von 131 herausgefunden, die auch hier untermalt, dass es sich bei Pole Dance um einen fordernden Sport handelt.</a></p>
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		<item>
		<title>Paralympics, Geschlecht und Krüppelfrauen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/04/paralympics-geschlecht-und-krueppelfrauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fluff]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Apr 2022 07:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor 30 Jahren fanden offiziell die ersten Paralympischen Spiele statt. Die Teilnehmer*innen wollen bis heute als Sportler*innen anerkannt und nicht als Behinderte bejubelt werden. Fluff untersucht, inwiefern das gelungen ist und warum “ein ganz normaler Mensch nicht zur Inspiration taugt.” „Ich will als ganz normaler Mensch angesehen werden!“ sagte Marianne Buggenhagen schon 1991 der Zeitschrift]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong>Vor 30 Jahren fanden offiziell die ersten Paralympischen Spiele statt. Die Teilnehmer*innen wollen bis heute als Sportler*innen anerkannt und nicht als Behinderte bejubelt werden. Fluff untersucht, inwiefern das gelungen ist und warum “ein ganz normaler Mensch nicht zur Inspiration taugt.” </strong></p>
<p><span id="more-14699"></span></p>
<p>„Ich will als ganz normaler Mensch angesehen werden!“ sagte Marianne Buggenhagen schon 1991 der Zeitschrift „die Stütze“. Im Interview ging es um sie, ihren Sport, ihre Behinderung und ihren Mann. Ein kurzer Artikel, der gleichzeitig auch heute hätte erscheinen können: Es wurde betont, wie selbstständig sie sei, wie sauber ihre Wohnung und wie unabhängig sie (trotz Rollstuhl) im Leben stünde. Kurz nach der Wende, gerade arbeitslos geworden, aber dennoch die Hoffnung nicht aufgebend.</p>
<p>Damals plante sie, an den ersten offiziellen Paralympischen Spielen 1992 in Barcelona teilzunehmen.  Das gelang und Marianne nahm direkt vier Goldmedaillen mit nach Hause: im Fünfkampf, Speerwurf, Diskurswurf und Kugelstoßen. Insgesamt wurden es in den folgenden Jahren neun Goldmedaillen, zweimal Bronze und dreimal Silber – und drei Weltrekorde (Diskurswerfen, Speerwerfen, Mehrkampf).</p>
<p>Auch 2022 finden die Paralympischen Spiele statt, vom 04. März bis zum 13. März in Peking. Deutschland wird 18 Athlet_innen in die chinesische Hauptstadt schicken. Gleichzeitig geht es bei den Paralympics auch jedes Jahr darum zu zeigen, dass „solche Menschen“ (euphemistisch ausgedrückt: Menschen mit Beeinträchtigungen, Menschen mit Handicap, Menschen mit besonderen Bedürfnissen), faktisch korrekt ausgedrückt: behinderte Menschen „ebenfalls alles schaffen können“ und chronisch gesunde, nichtbehinderte Menschen dadurch „inspirieren“.</p>
<p>In der Ankündigung der Paralympischen Winterspiele (und der Beschreibung des Maskottchens) liest sich das ungefähr so: „Das Leuchten, das von Shuey Rhon Rhons Herz ausgeht (das das Logo der Winter-Paralympics Beijing 2022 umschließt), symbolisiert die Freundschaft, die Wärme, den Mut und die Ausdauer von Para-Athleten &#8211; Eigenschaften, die jeden Tag Millionen von Menschen auf der ganzen Welt inspirieren.“ Auch in der Fackel scheint Inspiration eine große Rolle zu spielen: „Die Fackel hat eine Farbkombination aus Silber und Gold (die olympische Fackel ist rot und silber), die &#8222;Ruhm und Träume&#8220; symbolisieren soll und gleichzeitig die paralympischen Werte &#8222;Entschlossenheit, Gleichheit, Inspiration und Mut&#8220; widerspiegelt.“</p>
<p>Und auch beim Emblem ist die Inspiration offensichtlich tragend gewesen: „Das offizielle Emblem der Paralympischen Winterspiele Beijing 2022 mit dem Namen &#8222;Leaps&#8220; (Sprünge) transformiert kunstvoll 飞, das chinesische Schriftzeichen für &#8222;fliegen&#8220;. Das von dem Künstler Lin Cunzhen geschaffene Emblem soll das Bild eines Athleten im Rollstuhl heraufbeschwören, der sich auf die Ziellinie und den Sieg zu bewegt. Das Emblem verkörpert auch die Vision der Paralympics, Para-Athleten zu befähigen, &#8222;sportliche Höchstleistungen zu erzielen und die Welt zu inspirieren und zu begeistern&#8220;.“</p>
<p>Eine „ganz normale Frau“, bzw. „ein ganz normaler Mensch“ taugt nicht zur Inspiration, der Wunsch von Marianne Buggenhagen scheint sich bis heute nicht erfüllt zu haben.</p>
<p>Sportliche, behinderte Menschen werden bis heute für inspiration exploitation herangezogen – und dadurch schlussendlich entmenschlicht. Inspiration exploitation (teilweise auch veraltet als „Inspirationporn“ bezeichnet) bedeutet, dass behinderte Menschen nur als Projektionsfläche ihres Erfolgs gesehen werden: „Wenn DIE das schaffen, können es ALLE schaffen!“. Individuelle Geschichten und Bedürfnisse verschwinden hinter dem pauschalen „dafür, dass du behindert bist, bist du aber fast(!) normal“ und auch jenseits von den Paralympics werden behinderte Menschen für ihre reine Existenz zur Inspiration verklärt.</p>
<p>Bereits seit 1980 schrieben Krüppelfrauen (eine Selbstbezeichnung innerhalb der Krüppelbewegung) gegen die Normierung und „Inspiration“ der nichtbehinderten Welt an. So wird 1981 in der „Krüppelzeitung“ über ein Büchlein geschrieben, das an körperbehinderte Mädchen gerichtet ist und diesen den Umgang mit Make-Up und Schminke näherbringen soll.<br />
Treffend schlussfolgert die Autorin: „Grundsätzlich wird zwischen einer nichtbehinderten Frau und einer Krüppelfrau unterschieden: zur einen wird gesagt ,falls du dich rausputzt, dann liegt dir die ganze Welt zu Füßen, und zur anderen ,,falls du dich nett herrichtest, dann findest du auch ein Plätzchen in der Welt. Was ich dabei so erschreckend finde, ist, dass für die nichtbehinderten Frauen und Krüppelfrauen verschiedene Wege vorgezeichnet sind. Die eine im Vordergrund, die andere im Hintergrund. Mit der gleichen Unverfrorenheit wird festgesetzt, dass das Leben der nichtbehinderten Frauen durch Sexualität bestimmt wird, während im Leben der Krüppelfrauen die Sexualität unter den Tisch fällt. Für mich ist das eine wie das andere keine Alternative. Ich lehne es in jedem Fall ab, wenn nichtbehinderten Frauen und Krüppelfrauen vorgeschrieben wird, wie ihr Leben auszusehen hat. Ich bin für Selbstbestimmung. Erst recht für die Krüppelfrau, denn sie muss sich als Krüppel und als Frau emanzipieren.“</p>
<p>Leider zeigt auch die Berichterstattung der Paralympics ähnliche Tendenzen. Während olympische Spielerinnen (höchst fragwürdig) nach Ästhetik bewertet werden, wird die paralympische Berichterstattung vor allem nach der Behinderung der Athleth_innen ausgerichtet und (im Zweifelsfall) eine ergreifende Geschichte erzählt, wie es zu dieser oder jener Behinderung kam.</p>
<p>Inspiration kommt aus der Überwindung der eigenen Behinderung für nicht-Behinderte und trifft hier auf eine besonders unangenehme Kombination aus Sexismus und Ableismus.  Von der Forderung Marianne Bruggenhaagens, als „ganz normale Menschen“ wahrgenommen und dargestellt zu werden, sind wir bis heute weit entfernt.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Von Brunnen, Feldarbeit und Olympia</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/03/von-brunnen-feldarbeit-und-olympia/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2022 09:18:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[olympia]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[Skispringen ist seit den ersten olympischen Winterspielen 1924 fester Bestandteil des Programms. Aber nur das der Männer. Frauen mussten fast 100 Jahre warten, bis sie 2014 das erste Mal um olympische Medaillen von der Schanze fliegen durften. Entschieden wurde dies lange Zeit ausschließlich von Männern, für die der Sport zu gefährlich, harte Arbeit auf dem]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong>Skispringen ist seit den ersten olympischen Winterspielen 1924 fester Bestandteil des Programms. Aber nur das der Männer. Frauen mussten fast 100 Jahre warten, bis sie 2014 das erste Mal um olympische Medaillen von der Schanze fliegen durften. Entschieden wurde dies lange Zeit ausschließlich von Männern, für die der Sport zu gefährlich, harte Arbeit auf dem Feld aber akzeptabel für Frauen war. Warum <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/sexismus/">Sexismus</a> im Sport noch lange nicht überwunden ist, erklären Aya und Medine von <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/almanya/">Was geht Almanya</a> in ihrem neuen Text.</strong></p>
<p><span id="more-14687"></span></p>
<p>Wenn wir über Gleichberechtigung reden, denken viele an Gender-Pay-Gap.  Sind Veränderungen also nur in dem Bereich erforderlich?  Was den Sport anbetrifft, wurde der Sexismus längst nicht überwunden.  Schon in der Vergangenheit durften Frauen sich an den <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/olympia/">Olympischen Spielen</a> nicht beteiligen. <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/sport/">Sport</a> macht unfruchtbar, sagten sie.  Doch haben sie das auch gesagt, als die Frauen den Haushalt mit Wasser aus dem oft weit entfernten Brunnen versorgt haben? Nein, sie haben geschwiegen.  War es etwa nicht anstrengend? Doch, war es.</p>
<p>Uns wurden im Laufe der Geschichte immer wieder implausible Erklärungen geliefert. Erklärungen, die sich Männer ausgedacht haben.  Beim Skispringen durften die Frauen nicht teilnehmen.  Skispringen gefährdet die Gebärmutter, sagten sie.  Doch haben sie das gesagt, als die Frauen auf den Feldern bis zur Erschöpfung gearbeitet haben? Nein, sie haben geschwiegen. War es etwa nicht anstrengend? Doch, war es.</p>
<p>Erst 1908 durften deutsche <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/frauen/">Frauen</a> an den Olympischen Spielen teilnehmen.  Doch wurde das Problem damit gelöst? Nein, natürlich nicht.  Bei den Olympischen Spielen gibt es wieder die Trennung zwischen Athleten und Athletinnen. Und natürlich bewegt sich alles im binären System mit all den Zuschreibungen und Zuordnungen, die diese Vorstellungen mit sich bringen. Schwierig für Menschen, die sich als non-binär definieren und sich nicht einordnen lassen möchten – oder können.<br />
In den meisten Fällen genießen die <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/maenner/">Männer</a> die Vorteile solcher Trennungen.  Doch was gewinnen die männlichen Athleten dadurch? Sie sind sichtbarer, sie werden gefeiert. Und sie gelten als Maßstab sportlicher Leistungen. Denn wenn es ein starkes Geschlecht geben soll, muss es zwangsläufig auch ein schwaches Geschlecht geben.</p>
<p>Warum können Männer* und Frauen* nicht gemeinsam an Skispring-Wettbewerben teilnehmen, wenn die Leistungen gleich sind? Warum haben Männer* und Frauen* getrennte Wettbewerbe bei Freestyle-Areals, obwohl sie ähnliche / gleiche Sprünge machen? Wovor haben Männer Angst? Dass Frauen* ähnliche oder gar bessere Leistungen erbringen können? Offensichtlich ja. Denn das, was nicht sein darf, darf nicht sein. Es wird Zeit, dass der olympische Gedanke der Antike, der offensichtlich in Teilen noch in unserer Gegenwart weiterlebt, der Realität menschlicher <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/vielfalt/">Vielfalt</a> gerecht wird. Je eher, umso besser.</p>
<p>Aya und Medine</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nackt im Sport</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/11/nackt-im-sport/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Nov 2021 07:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[10 cm – zu viel oder zu wenig? Wir freuen uns über einen neuen Text unserer Autorin Lilith. Sie schreibt folgenden Teaser: Die modernen Wettkämpfe im Jahr 2021 unterscheiden sich nicht nur in Hinblick auf die Ausrichtung und die Art der Disziplinen von denen, die in der Antike zwischen 776 v. Chr. und 393 n. Chr. ausgetragen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>10 cm – zu viel oder zu wenig?<span class="Apple-converted-space"> Wir freuen uns über einen neuen Text unserer Autorin Lilith. Sie schreibt folgenden Teaser</span></b><strong><span class="Apple-converted-space">: </span><i>Die modernen Wettkämpfe im Jahr 2021 unterscheiden sich nicht nur in Hinblick auf die Ausrichtung und die Art der Disziplinen von denen, die in der Antike zwischen 776 v. Chr. und 393 n. Chr. ausgetragen wurden. Neben der geringeren Anzahl an Tagen sowie an Sportarten waren auch deutlich weniger Klamotten angesagt. Denn: die Athleten traten nackt an. Trotz Kleidung in den Stadien heute sind manche Regelwerke mit entsprechenden Maximalwerten an Stoffmaßen fragwürdig und stehen in scheinbarem Zwiespalt zwischen sportlicher Funktionalität, Attraktivität für die Zuschauer*innen und dem Wohlfühlen der Athlet*innen. Ein Beitrag über Selbstbestimmung des Outfits im Sport.<span class="Apple-converted-space"> </span></i></strong></p>
<p><span id="more-14305"></span></p>
<p>„Die folgende Abbildung zeigt, welche Körperbereiche zwingend verdeckt sein müssen“. Ich blättere auf die nächste Seite des Regelwerk Rock’n’Roll. Über mehrere Abschnitte erstreckt sich die umfassende Kleiderordnung für den Wettkampfsport. Welche Körperteile müssen bei welchem Geschlecht wie bedeckt sein, welche Farben sind für das Make-Up erlaubt? Und auf welche Stellen in meinem Gesicht darf ich Glitzersteine platzieren? Minutiös aufgeschlüsselt sind die Vorgaben. Etwas zu kompliziert, wie ich auf den ersten Blick empfinde – aber: bei weitem besser als das, was sich in anderen Schriftstücken findet. So beispielsweise im Beach-Handball: „Die Shorts, sofern sie nicht zu lässig geschnitten sind, können länger sein, aber nicht länger als 10 cm über dem Knie. Spielerinnen müssen Bikinihosen tragen, die der angehängten Abbildung entsprechen. Sie müssen körperbetont geschnitten sein, mit einem hohen Beinausschnitt. Die Seitenbreite darf höchstens 10 cm betragen“ heißt es dort. Eine Maximalbreite bei meiner Tanzkleidung kann ich glücklicherweise nicht finden – auch den Mitspielerinnen des norwegischen Teams wäre dies wohl lieber gewesen. Bei der EM in Bulgarien drohte ihnen die Disqualifikation, weil sie genau diesen Abschnitt des Regelwerks bewusst nicht einhielten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Handball ist hierbei leider keine erschütternde Ausnahme. Frauen mussten lange Zeit im Bikini antreten, seit 2004 bestand die offizielle Regelung, dass die Hosen der Frauen an der Seite eine Breite von sieben Zentimetern nicht überschreiten durften. Eine traurige Unterbietung der Regularien im Beach-Handball. Bei den männlichen Spielern hingegen waren die Hosen im selben Jahr knielang.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Früher hingegen gestaltete sich die Situation in den Sportstätten anders – nämlich allseits mit noch mehr unbedeckter Haut. Und tatsächlich war auch hierfür einmal wieder eine Frau verantwortlich. Ähnlich wie schon Eva Schuld auf sich lud, so war es einige Jahrtausende später eine sich entblößende Dame, die dafür sorgte, dass Nacktheit im wettkampflichen Sport zu einem Normalum wurde. Der Begriff Gymnastik basiert auf gymnos was so viel wie nackt bedeutet. Der wenige Stoff sollte unter anderem ein unnötiges Mehr an Schweiß vermeiden. Dass auch die Trainer keine Kleidung tragen durften, liegt jedoch an einer männlich verkleideten Trainerin. Scheinbar schlich sie sich im Jahr 404 v. Chr. als anfeuernde Mutter zu den 94. Olympischen Spielen. Als ihr Sohn gewann, riss sie sich vor lauter Ergriffenheit die Kleidung vom Leib. Um zukünftige ungebetene weibliche Gäste zu vermeiden, bestand die Folge in der Auferlegung eines Nacktheitzwangs. Was wohl die Zuschauer*innen sagen würden, wenn auch sie maximal mit zehn-Zentimeter Höschen begleitet sein dürften? Warum denn nicht, wenn die Voyeure ohnehin mehr an den Körpern als an den sportlichen Leistungen interessiert zu sein scheinen: <a href="https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1300/J057v13n01_04">Wie eine Studie von sechs Beachvolleyballbegegnungen bei den Olympischen Spielen 2004 ergab</a>, zeigten 20 Prozent der Bilder die Brüste der Athletinnen, 17 Prozent ihren Po. Brüste und Po fungieren dabei wohl besonders unbedeckt als Zuschauermagnet.</p>
<p>In diesem Jahr war die Bandbreite der Outfits bei den Olympischen sowie Paraolympischen Spielen recht groß. Während einige Outfits sehr an die antike Kleidungsfreiheit grenzen, betonen andere Sportlerinnen, dass sie sich mit mehr Bedeckung wohler fühlen. Besonders bezeichnend – die Gymnastinnen ganz widersprüchlich zum „nackten“ Wortursprung. &#8222;Schönes Turnen hat nichts damit zu tun, dass man das auch geil findet&#8220;. Unter diesem Motto trat Elisabeth Seitz gemeinsam mit ihren Kolleginnen in Tokio an. Die Unitards des Nationalteams sind zweckmäßig für den Sport eng anliegend, aber eben auch ganzkörperbedeckend. Mut zur Bekleidung nach Lust und Laune unterstreicht die deutsche Rekordmeisterin. Spaß am Sport soll genauso wenig von einer Minimalbekleidung abhängen wie Spaß am Sportschauen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nicht nur Berühmtheiten aus dem Sport setzen sich für die Selbstbestimmung der Kleiderwahl ein. Die Sängerin Pink beispielsweise kritisierte die Strafe des Hanballfrauenteams, die ihnen letztendlich anstelle der Qualifikation auferlegt wurde, öffentlich und bot an, die Summe zu übernehmen. Positiv ist zumindest die Debatte, die dadurch verstärkt wurde. Besonders entscheidend ist dabei, den Kontext nicht aus den Augen zu verlieren. Das fundamentale Problem liegt schließlich in den Entscheidungsstrukturen solcher Bestimmungen:<span class="Apple-converted-space">  </span>Häufig bestimmen nicht die Athletinnen oder Athleten, sondern Aufsichtsräte der jeweiligen Sportverbände. Diese wiederum sind zu großen Teilen männlich besetzt – und rechtfertigen sich mit dem Argument der Einschaltquoten. Würden die Frauen auf den Bildschirmen unattraktiver aussehen – was scheinbar durch eine jugendfreiere Klamotte bedingt würde – müsste man sich auch nicht beschweren, dass dem Frauensport medial geringe Aufmerksamkeit zukommt. Bessere Sendezeiten anstelle der Etablierung von Stripkluboutfits fällt ihnen als Maßnahme wohl nicht ein.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Besonders problematisch ist die Debatte im Kontext des Sexismus‘ sowie sexuellen Missbrauchs im Sport. Enthüllungen über Unrechtmäßigkeiten gegenüber Sportlerinnen, wie sie in der Dokumentation Athlete A dargestellt sind, gehören leider keiner Seltenheit an. Egal also ob hinter oder vor den Kulissen – Sportlerinnen werden zu selten in ihrer Leistungsfähigkeit bewertet und zu sehr als Schönheiten und Sexobjekte wahrgenommen. Aber nicht nur die Geschlechterdebatte ist im Sport prominent – Entscheidungsgremien sind eben nicht nur vorwiegend männlich, sondern auch weiß und alt. So durfte beispielsweise die Schwimmerin Alice Dearing nicht eine extra an ihre Afro-Haare angepasste Schwimmkappe tragen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Letztendlich bleibt zu hoffen, dass Initiativen wie die Unitards in diesem Jahr bei Olympia Wirkung entfalten und absurde Vorstöße wie die 2012 eingebachte Idee, Boxerinnen zwangsweise mit Röcken statt Shorts in den olympischen Ring zu schicken, Geschichte bleiben. Das wichtigste: Spaß an einem gefahrenfrei ausgeführten Sport haben. Und als Zuschauer*in? Die Leistung der Sportler*innen und nicht deren äußerliches Erscheinungsbild bewerten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Klickt euch für weitere Beiträge unbedingt mal rüber zu <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lilith/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Liliths Autorinnenprofil</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schwarm-Stereotype &#038; Vorurteile vs. Diversität im (Rand-)Sport</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/07/stereotype-sport/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ann Katrin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jul 2021 07:00:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[An der Fußball-EM — und diversen damit zusammenhängenden Skandalen — kommen wir gerade nicht vorbei, ob wir uns nun für diese Ballsportart begeistern können oder nicht. Fußball gehört irgendwie dazu, oder nicht? Zumindest hat man da schnell ein recht klares Bild vor Augen. Aber wie steht es um Sportarten, die nicht von so vielen Menschen ausgeübt und/oder bejubelt werden?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>An der Fußball-EM </strong><b>— </b><strong>und diversen damit zusammenhängenden Skandalen </strong><b>— </b><strong>kommen wir gerade nicht vorbei, ob wir uns nun für diese Ballsportart begeistern können oder nicht. Fußball gehört irgendwie dazu, oder nicht? Zumindest hat man da schnell ein recht klares Bild vor Augen. Aber wie steht es um Sportarten, die nicht von so vielen Menschen ausgeübt und/oder bejubelt werden? Unsere Autorin Ann Katrin hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt und in diesem Rahmen mit drei Sportler*innen gesprochen. Ihren Text und die Interviews lest ihr hier.</strong></p>
<p><span id="more-13152"></span></p>
<p>Sportliche Aktivitäten sind seit jeher ein wichtiger Bestandteil einer jeden Gesellschaft, auf die eine oder andere Weise. Positive Aspekte wie ein persönliches Zugehörigkeitsgefühl, psychische und physische Vorteile und die Macht zu sozialen Veränderungen lassen sich sehr schnell erkennen. Für letzteres ist das neuste Beispiel die Debatte um das Erleuchten des Münchener Fußballstadions in Regenbogenfarben als Protest gegen das LGBTIQ+ feindliche Gesetz in Ungarn. Leider zeigte sich die UEFA dem Vorhaben abgeneigt, mit einer Begründung zur angeblichen politischen Neutralität die aber finanzielle Gründe vermuten lässt.</p>
<p>Neben vielen politischen oder finanziell begründeten Diskussionen bergen Sportarten, besonders die weniger Bekannten Rand-Sportarten auch heute noch viele Stereotypen gegen die SportlerInnen und führen daher auch wieder und wieder zu Diskussionen über die persönliche sexuelle Orientierung, die Einstellung zum Sport, die Motivation der Aktiven und vieles mehr. Viele Fälle zeigen nur die Wiedergabe von allgemein bekannten Stereotypen gegenüber den SportlerInnen. Entweder weil dieses begrenzte Bild durch die persönlichen Beziehungen oder die Medien vermittelt werden. Ein weiterer Faktor für das Fortbestehen derselben Vorurteile ist die einfache Unwissenheit. Personen die sich nicht mit den verschiedenen Sportarten auskennen neigen dazu diese mit Stereotypen zu verbinden. Für die SportlerInnen kann so ein Gespräch oder direkte Rückmeldung sehr unangenehm oder (je nach persönlicher Einstellung) auch ärgerlich und sogar verletzend sein. Die Unterschiede in den nationalen Sportarten oder die Beliebtheit von Sportarten in den verschiedenen Ländern spielt nur noch eine kleine Rolle. Die weltweite Aufmerksamkeit wird in den letzten Jahren immer mehr auf Randsportarten gelenkt. Sowohl das Internet als auch die verstärkte Darstellung durch Streaming Services wie Netflix (hier wurde 2020 die Serie Cheer veröffentlicht) oder Amazon Prime (diese bieten eine Auswahl an Channels mit Wettkämpfen oder Dokuserien) bieten Unterstützung das allgemeine Verständnis aufzuklären.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich habe zu dem Thema der Vorurteile in Randsportarten drei SportlerInnen befragt:<br />
Cheerleading ist in Deutschland mit mindestens 20.000 SportlerInnen noch ein sehr kleiner Wettkampf-Sport, obwohl die allgemeine Aktivität durch das amerikanische Bild fast jeder Person bekannt ist. Aber leider resultieren aus der geringen Bekanntheit dieses Wettkampfsports auch weiterhin viele Vorurteile den SportlerInnen gegenüber.</p>
<p>Stefan (männlich) und Laura (weiblich) (Namen zur Sicherheit geändert) kommen beide aus dem Cheerleading und haben mit mir über ihre Erfahrungen gesprochen:</p>
<ol>
<li>Welche Motivation treibt dich an gerade diesen Sport zu betreiben? Welche Faszination steckt dahinter?</li>
</ol>
<p><i>S.: Die Mischung aus Bodenturnen und Akrobatik. Besonders gefesselt hat mich die Faszination des Partnerstunts. Beim Partnerstunt wird eine Person, der Flyer, von einer anderen Person, der Base gehoben. &#8230;. Das Zusammenspiel und Vertrauen, das nötig ist um schwere Elemente zu meistern, der Weg dahin, das Üben und sogar das Versagen auf dem Weg ist das, was mich an diesen Sport gefesselt hat.</i></p>
<p><i>L.: Dieser Sport ist einfach mal was anderes, man fühlt sich total frei und es bringt Spaß. Es ist eine Mischung aus Tanz, Akrobatik und Stunts was ist sehr gut finde. Man ist ein großes Team und hält zusammen. Ich kenne keine andere Sportart in der Vertrauen im Team so wichtig ist wie bei dieser Sportart. Zudem finde ich es ziemlich aufregend sich für eine Meisterschaft vorzubereiten. Man ist voller Adrenalin und Aufregung und sobald man durch ist, ist man als Team so froh und stolz, dass man es geschafft hat. </i></p>
<ol start="2">
<li>Wie oft besprichst du dein sportliches Hobby mit Freunden, Bekannten oder fremden Personen?</li>
</ol>
<p><i>S.: Da ein Großteil meines Freundeskreises ebenfalls aus Cheerleadern besteht, ist Cheerleading unter uns auch häufig ein Thema. Mit Bekannten oder Fremden kommt das Thema meist in der ersten Zeit beim Kennenlernen auf. Da ich sehr gern über den Sport spreche kommt es auch häufig vor, dass ich das Thema anspreche.</i></p>
<p><i>L.: Ich bespreche meinen Sport überwiegend nur mit denen die auch diesen Sport betreiben, denn viele sehen den Sport nicht wirklich an, weil die meisten denken, dass man ja nur mit irgendwelchen pom poms durch die Gegend läuft.<span class="Apple-converted-space"> </span></i></p>
<ol start="3">
<li>Was sind die häufigsten Reaktionen von den Gesprächspartnern?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ol>
<p><i>S.: Die erste Reaktion ist meist, ob das nicht ein reiner Frauensport ist oder welche Mannschaft ich denn anfeuern würde. Häufig werde ich im ersten Moment auch stark belächelt. Viele andere haben das Bild der Sideline Cheerleader im Kopf, die ein anderes Team unterstützen und verstehen es nicht, wenn ich erkläre, dass wir für Meisterschaften und nur für uns Selber trainieren. Je jünger ich und meine Gesprächspartner sind oder waren, desto länger braucht es, bis der Gesprächspartner verstanden hat, worum es beim Meisterschaftscheerleading eigentlich geht.</i></p>
<p><i>Einer der Kommentare, der immer wieder aufkommt ist „Ist das nicht das mit den Puscheln?“ oder auch Kommentare wie „Trägst du dann auch einen Minirock?“. Oft wird auch sofort eine Mutmaßung zu meiner sexuellen Orientierung getroffen und ich werde gefragt, ob ich schwul bin.</i></p>
<p><i>L.: Die Reaktionen von den anderen sind überwiegend negativ und abweisend. „ach das ist doch das mit den Pom poms und wo jeder mit jedem rum macht“</i><br />
<i>„Ist aber schon ganz schön billig sich so zu zeigen mit einem kurzen Röckchen“</i><br />
<i>„ein wenig hin und her laufen kann doch jeder. Um Cheerleader zu sein braucht man kein Talent“</i><br />
<i>„Sind doch die, die immer am Rand stehen beim Basketball und so oder?“ </i><br />
<i>„Wie jetzt?! Jungs machen da auch mit? Wie schwul ist das denn?!“</i></p>
<ol start="4">
<li>Wurden dir im Zusammenhang mit der Sportart schon einmal sexistische Kommentare gegeben? Gab es Kommentare, welche eine typische geschlechtliche Orientierung implizieren?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ol>
<p><i>S.: Durch das Stereotypische Bild eines Cheerleaders als junges Mädchen, das beim Football leicht bekleidet am Spielfeldrand steht und das Publikum anheizt, kommt es sehr häufig zu sexistischen Kommentaren. Mir gegenüber hauptsächlich wie eben erwähnt, eine Mutmaßung, dass ich Homosexuell sei. Bei den Frauen aus dem Cheerleading habe ich häufig erlebt, dass sie als „leicht zu haben“ gelten und, dass Männer offen über ihre Phantasien mal mit einer Cheerleaderin ins Bett zu gehen sprechen.</i></p>
<p><i>L.: Ja, es wurden schon des Öfteren sexistische Kommentare abgegeben. Das gab es auch schon sehr oft</i></p>
<ol start="5">
<li>Was empfindest du beim Erhalt solcher Kommentare?</li>
</ol>
<p><i>S.: Anfangs hat es mich sehr gestört und belastet. Wenn man als Kind bereits mit Sexismus und Kommentaren zur sexuellen Orientierung konfrontiert wird, ist es schwer das einfach abzuschütteln. Inzwischen als erwachsener Mann ist es deutlich leichter über Vorurteile und Stereotypen zu lachen, den Menschen zu zeigen, was der Sport wirklich beinhaltet und aufzuklären. Häufig habe ich danach auch positive Reaktionen erhalten. Dadurch, dass der Sport, wenn man ihn auf einem hohen Niveau ausübt, sehr Visuell ist, kann man damit die nötige Athletik und Sportlichkeit anhand von Videos schnell erkennen.</i></p>
<p><i>L.: Ich fühle mich oft sehr komisch und schlecht, weil ich immer denke, dass sie recht haben könnten, weil sie diese Sportart immer so schlecht reden.</i></p>
<ol start="6">
<li>Wünschst du dir eine andere Reaktion der Gesprächspartner? Wenn ja, welche?</li>
</ol>
<p><i>S.: Manchmal würde ich mir wünschen, dass meine Gesprächspartner, wenn sie den Sport nicht selber gesehen oder ausgeübt oder zumindest mit einem Sportler darüber gesprochen haben, nicht davon ausgehen, dass die Art auf die Cheerleader in Filmen dargestellt werden, der Realität entspricht. Ich bin nicht verletzt oder sauer, wenn jemand nicht weiß, was Cheerleading eigentlich ist und ich bin immer gern dazu bereit einen Einblick zu geben und zu helfen. Aber wenn jemand mir wieder die gleichen Vorurteile erzählt, die ich seit Mittlerweile 12 Jahren immer wieder höre, dann enttäuscht mich das definitiv.</i></p>
<p><i>L.: Ich würde mir wünschen, dass diese Sportart mehr Anerkennung bekommen würde. Das mal gesagt wird “Wow ist das gefährlich, dafür muss man bestimmt richtig lange üben. Respekt!”</i></p>
<ol start="7">
<li>Weist du deine Gesprächspartner daraufhin, wenn die Kommentare dich verletzen oder dir unangebracht erscheinen?</li>
</ol>
<p><i>S.: Für gewöhnlich gehe ich immer davon aus, dass es sich bei solchen Kommentaren um Unwissenheit und nicht bösen Willen handelt und spreche es nicht an. Wenn es aber zum wiederholten Mal passiert, dass mich jemand mit dem Sport den ich ausübe anzugreifen versucht, kann es schon passieren, dass ich eine entschiedene Grenze setze und meinem Gesprächspartner sage, dass seine Kommentare unangebracht und verletzend sind.</i></p>
<p><i>L.: Ich sage immer, dass die keine Ahnung haben und nicht urteilen sollen, sondern einfach mal mitkommen und man dann ja sehen wird, ob das alles so easy ist.</i></p>
<p>Als nächstes habe ich Timon (männlich) <i>(Namen zur Sicherheit geändert)</i> zu seinen Erfahrungen aus dem Eishockey befragt. Ebenso wie Cheerleading ist Eishockey zwar bekannt, birgt aber auch viele stark festgelegte Geschlechterrollen für die SportlerInnen. In dieser Sportart hat Deutschland ca. 30.000 SportlerInnen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<ol>
<li>Was sind deine persönlichen Erfahrungen aus dem Eishockey bezüglich definierter Geschlechterrollen oder Vorurteile gegenüber den SportlerInnen?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ol>
<p><i>Erster Spruch du siehst nicht aus wie Eishockeyspieler, Spieler werden häufig als großen muskulösen Mann vorgestellt.<span class="Apple-converted-space"> </span></i></p>
<p><i>Das Bodyshaming kam häufig durch das heranwachsen. Bis 6 Jahre haben die Teams häufig zusammen geduscht und danach wurden wir dann separiert in Männer und Frauen. Dann sind von den Jungs auch Kommentare gekommen. Dann kamen auch Imitationen, ´ich versteh das nicht, ich bin 8 Jahre, davor hat es auch funktioniert´. In der Pubertät kamen dann noch mehr Kommentare, teilweise zum dominieren, um zu zeigen wer das sagen hat. Z.b. wurde den Frauen gesagt, die vorher geduscht haben, sie sollen sich beeilen, die Männer wollen auch duschen. Einmal ist ein Mann in die Frauendusche gekommen, sein Kommentar war “chillt euch mal, ich guck euch nichts ab”. Also um die Scham in der Situation zu überspielen, hat er es wohl mit einem sexistischen Spruch überspielt.</i></p>
<p><i>Situationen auf dem Eis waren teilweise so, dass die Frauen im Team teilweise besser waren als die Männer und haben teilweise auch in der Nationalmannschaft gespielt. In der Nationalmannschaft gibt es andre regeln, weniger Körperkontakt und Fouls werden schneller geahndet. Es wird davon ausgegangen, dass der Körper einer Frau schwächer ist, wenn Frauen zusammen spielen sei es friedvoller. Es gab Kommentare wie zb gegen andere Leistungsmannschaften (internationaler) “das sind ja alles Mannsweiber” weil die Frauen auch ruppiger gespielt haben. Es wurde auch gesagt, damit die deutschen Frauen besser werden sollen sie mit den Männern im selben Team um da nicht in Watte gepackt werden.</i></p>
<ol start="2">
<li>Wie waren/ sind die Reaktionen mit anderen Personen außerhalb des Sports?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ol>
<p><i>Im Gespräch mit Leuten außerhalb des Sports kam es zu Verwunderung, weil Eishockey oft als Männer Sport betrachtet wurde oder haben sich darüber lustig gemacht, dass die Frauen oftmals besser spielen als die Männer. “Zeig den Frauen mal wie das Eishockey geht”, ein anderes Thema war auch in Jungs Gruppen, dass es ums frauenaufreißen geht, nach dem High-School Klischee und die Frauen himmeln einen an, was innerhalb des Teams als Trophäen Sammlung gewertet wurde, auch wenn jemand eine Freundin hatte. Das ist aber nichts so besonders nur fürs Eishockey, sondern eher in der jeglichen Jungs Gruppen.</i></p>
<p><i>Mit dem Gesprächspartner gab es keine Aufklärungsgespräche, ich zu meinem Teil war zu unbewusst darin. Bei solchen Themen war ich in meiner Jugend total irritiert und hab es über mich ergehen lassen. Ich weiß das etwas falsch daran ist. Aber ich weiß nicht was falsch ist. Als Kind respektiert man die Erwachsenen ja auch und fängt dann nicht an dagegen zu reden. Gerade für die Erwachsenen wäre es in deren Augen respektlos auch wenn man es auf argumentativen Wegen machen würde.</i></p>
<ol start="3">
<li>Wie ist der Austausch mit anderen Teammitgliedern oder Ehemaligen SpielerInnen?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ol>
<p><i>Wenn ich mit den Leuten in Kontakt komm, und man kommt gemeinsam auf das Thema, dann würde ich gerne darüber sprechen. Ich würde das Thema aber nicht aufzwingen, was sie als Kinder gemacht haben. Dann wäre es für mich anmaßend und das will ich auf keinen Fall. Ich merk es aber auch bei andren Spielern mit denen ich noch in Kontakt stehe, da ist schon eine erwachsene Haltung du das Thema wird nicht mehr so gelebt. Der Status Eishockey Spieler nicht mehr als Trophäe gesehen wurde oder als Mittel um Frauen zu beeindrucken.<span class="Apple-converted-space"> </span></i></p>
<ol start="4">
<li>Wie würdest du heute mit Kommentaren bezüglich Stereotypen oder Vorurteilen umgehen?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ol>
<p>4.1. Siehst du bei Eltern oder dem direkten Umfeld von Kindern eine gewisse Rolle in der Vermittlung von Vorurteilen?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><i>Würde ich es deeskalierend ansprechen, ich würde es rückfragen “Verstehst was du da sagst”, und dazu anregen, dass eine Reflektion stattfindet. Z.b. bei sexistischen Beleidigungen, würde ich im Team den Status des Menschen ansprechen “Weißt du was du da gesagt hast oder weißt du was die andere Person fühlt” um es fragend anzusprechen.<span class="Apple-converted-space"> </span></i></p>
<p><i>Es gab auch Momente, dass wenn das eigene Kind einen Check bekommen hat vom Gegner die Eltern den Gegner lautstark beleidigt haben. Unser Coach ging mal soweit und hat die Eltern verwarnt, dass wenn da nächste Mal vorkommt und sie dann zuhause bleiben und nicht mehr am Rand stehen dürfen. Das habe ich damals unterstützt und hinter jedem Gegner steht auch ein Mensch. Man kann sein Kind anfeuern und sich beschweren bei Fehlentscheidungen. Aber persönliche Beleidigungen, gegen die Kinder, die Eltern gehen unter die Gürtellinie und das würde ich gegen angehen. Das konnte der Coach aber auch machen, weil er von den Eltern angesehen wurde. Es kommt auch auf das Standing an, inwiefern die Eltern dich respektieren und ihnen klar sagen, wenn etwas nicht geht.</i></p>
<ol start="5">
<li>Was für Reaktionen würdest du dir im besten Fall erwünschen, wenn es um das Thema Eishockey geht?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ol>
<p><i>Bei dem Thema Mannweib, was auch von anderen Spielern oder Eltern genutzt wurde, mehr Bewusstsein wünschen, dass dies beleidigenden Worte sind. Wenn eine Person außerhalb des Sportes sowas sagt, kann ich es nicht übel nehmen würde mir aber mehr Bewusstsein wünschen. Bei Leuten die ich privat kenne, die ein spiel gesehen haben, ist das Bewusstsein hinterher anders. Oftmals fehlt auch der Bezug zur Sportart, weil Eishockey auch eine Rand Sportart ist. Auch der Umgang im Team, manche Situationen hätten nicht sein müssen, aber dass die Betreuerinnen ungelernte Eltern sind (ohne pädagogische Vorerfahrung) kann ich es auch nicht vorhalten, wenn sie so denken wie sie es tun.</i></p>
<p>Es lässt sich leider erkennen, dass Sport ohne Vorurteile nur selten funktioniert. Häufig entstehen diese jedoch nur aus Unbekanntheit und weniger aus der Intention heraus, die SportlerInnen zu verletzen oder zu beleidigen. Denn was alle SportlerInnen immer wieder beschreiben, ist ein allgemeines Gemeinschaftsgefühl in der jeweiligen Sportart und dass Fairness gegenüber den Gegnern oder anderen Teams auch bei Wettkämpfen eingehalten werden soll.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der Zusammenhalt im Team kann durch sexistische oder andersfeindliche Kommentare auch beeinträchtigt werden. Leider können diese gleichermaßen durch das Elternhaus wie auch das Team selbst vermittelt werden, wenn ein scheinbares Gesamtbild gegen eine Ansicht besteht. Gerade für Kinder oder Jugendliche ist es schwer gegen diese Meinung anzutreten, weil sie sich noch entwickeln und eine respektvolle Haltung gegenüber den Erwachsenen haben. Wenn Vorbilder es nicht richtig oder fair vorleben, folgen jüngere Personen diesem Beispiel und tragen die Ungleichheit weiter.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Daher sollten sich in der heutigen, divers aufgestellten und stark verändernden Gesellschaft Teams und auch die Vereine mit deutlich mehr Mitgliedern für Gleichberechtigung aller Orientierungen einsetzen, denn solche Positionierungen können den Mitgliedern und Fans oder Verwandten der Aktiven helfen eine Meinung zu bilden oder zu ändern. Wenn sich jedoch bereits große Verbände dagegen wehren ihre Macht einzusetzen und auf internationaler Ebene mitzuhelfen Personen zu mehr Gleichberechtigung zu verhelfen, dann stellt sich die Frage worum es diesen Verbänden wirklich geht? Darüber hinaus kommt die Frage auf, ob es sich Vereine es sich heutzutage noch leisten können “politisch neutral” aufzutreten? Fördern sie dadurch die Diversität ihrer eigenen Teams wirklich?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Zum Thema Fußball und Gender haben auf meinTestgelände auch schon <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/11/baelle-haben-kein-geschlecht/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Lilith</strong></a> und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2019/06/rundballsport-nur-fuer-penistraeger/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Jasmin</strong></a> geschrieben.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bälle haben kein Geschlecht</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/11/baelle-haben-kein-geschlecht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Nov 2018 07:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11077</guid>

					<description><![CDATA[Lilith hat an unserem Workshop zu Fußball und Gender teilgenommen und im Nachgang einen Poetry Slam-Text dazu geschrieben, den wir euch nicht vorenthalten wollen. Wolfsburg FC Bayern Freiburg Potsdam SGS Essen Frankfurt SC Sand Hoffenheim Duisburg Bremen FC Köln Jena Wer von Ihnen sagt, dass diese Tabellenreihenfolge der deutschen Fußballbundesliga stimmt? O.k. – Sie liegen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Lilith hat an unserem Workshop zu Fußball und Gender teilgenommen und im Nachgang einen Poetry Slam-Text dazu geschrieben, den wir euch nicht vorenthalten wollen.</strong></p>
<p><span id="more-11077"></span></p>
<p>Wolfsburg<br />
FC Bayern<br />
Freiburg<br />
Potsdam<br />
SGS Essen<br />
Frankfurt<br />
SC Sand<br />
Hoffenheim<br />
Duisburg<br />
Bremen<br />
FC Köln<br />
Jena<br />
Wer von Ihnen sagt, dass diese Tabellenreihenfolge der deutschen Fußballbundesliga stimmt?<br />
O.k. – Sie liegen leider daneben,<br />
denn mit den Daten, die ich vorließ, habe ich nur Wahre Informationen an Sie weitergegeben,<br />
die Tabelle ist korrekt,<br />
doch hat sich in der Ausführung ein kleiner Trick versteckt.<br />
Es handelt sich um die Bundeligatabelle der 11 auf dem Platz, die sich bei der Ecke so (gekreuzte Arme) und nicht so (Männerschutz) positionieren.</p>
<p>Nur aus Interesse. Wer von Ihnen hat sich schon einmal die Frauenfußballergebnisse bewusst angesehen?<br />
Wer von Ihnen war schon einmal im Stadion an einem Frauenfußballspieltag?<br />
Ich weiß nicht, wer mehr darunter leidet. Die Frauen, denen der Weg ins Stadion verwehrt,<br />
denen vor den Fantribünen der Rücken gekehrt,<br />
oder die Männer, die sich für Fußball interessieren müssen,<br />
verspottet werden, wenn sie nicht die neuesten Ergebnisse und die Top-Spieler wissen.<br />
Ein Junge, der in Deutschland kein Fußball spielen kann,<br />
wird doch sowieso niemals ein richtiger Mann!<br />
Chancen und Verpflichtungen. Erwartungen und Möglichkeiten gehen Hand in Hand.</p>
<p>„Eine Frau in der Verbandsliga – ein Novum im Fußballsport“ oder auch „eine traurige Angelegenheit“,<br />
die nach Veränderung nur so schreit.<br />
Viel zu selten wundert man sich darüber, dass männliche Trainer<br />
für Frauenmannschaften nur so aus dem Boden sprießen,<br />
während sich Frauen trotz klischeehaftem grünem Daumen zu Tode gießen –<br />
und es dennoch nie auf den Chefsessel schaffen.</p>
<p>Stattdessen haben Frauen nur das Zeug dazu, auf die Muskeln zu starren<br />
und bei den Spielern auf dem „Süßheitsgrad“ zu beharren<br />
Dauertuschelnde<br />
eng miteinander kuschelnde<br />
Frauen zwischen den in den entscheidenden Spielsituationen<br />
aufschreienden Männern mit ihren unterschiedlichen Theorien und Visionen<br />
Träumen von den Illusionen<br />
des Gewinns – die sich im Zählen der geleerten Bierflaschen schon vor der ersten Halbzeit verlieren,<br />
und damit das stereotype Bild jedes Public Viewings komplettieren.</p>
<p>Für Frauen wird Fußball nur als Modenschau sportlicher junger Männer verkauft –<br />
das sind die weiblichen Fans.<br />
Dass wir uns auch mit den Spielregeln auskennen,<br />
etwas von Taktik und Tempo verstehen, selbst unattraktive Männer beim Namen nennen,<br />
unvorstellbar!<br />
Stattdessen tun Männer alles dafür, die Frauen als Fans zu behalten,<br />
was sie erreichen, indem sie ihr Instagramm-Profil selbst verwalten<br />
– und mit Halbnacktfotos zuschütten – folgt einfach einmal Ronaldo – dann wisst ihr worauf ich anspiele.<br />
Und damit ich auch wirklich meinen Hals vollkriege,<br />
kann ich meine Ohren nicht schließen wenn ich vom Nachbartisch schon wieder die Männer vernehme,<br />
die genau dieses Verhalten übertragen, &#8211; als Ausrede!</p>
<p>Nur auf den Arsch und die Brüste würden die männlichen Zuschauer achten,<br />
Der Ball würde ausgeblendet, oder als Tagtraum verdoppelt und in die Sport-BHs der auf dem Platz umherrennenden Frauen hineinprojiziert.<br />
Und damit man bloß keine Sexualisierung im heiligen Fußball riskiert &#8211;<br />
Wird es abgelehnt. Zum Schutz der Frau nicht begrabscht zu werden, oder zum Selbstschutz des Mannes  &#8211; bleibt offen<br />
dabei haben diese insgeheim schon längst ihre eigene Entscheidung getroffen –<br />
der Anblick von schwitzenden Frauen, die auf ein Elf-Meter oder eine Kopfballchance hoffen,<br />
sei ohnehin nicht so attraktiv, wie die ihre Oberweite shakenden Frauen auf der Tanzfläche.<br />
Auch dadurch, dass Fußball nur auf Stollen- und nicht auf Absatzschuhen funktioniert,<br />
trägt dazu bei, dass es in absehbarer Zeit nicht passiert,<br />
dass Frauenfußball für Männerzuschauer als attraktiv gelten wird.</p>
<p>Und spielen die Frauen dann doch, haben sie mit einer Mehrfachbelastung zu kämpfen – denn während sich Männer schon ihre erste Limousine leisten können,<br />
sich mit einem Traumhaus und einer Yacht verwöhnen,<br />
unter der Last ihres Reichtums und der bei jedem kleinsten Problem ohnehin verleugneten Verantwortung stöhnen,<br />
verdienen ihre weiblichen Äquivalenzen so wenig, dass sie mit viel Glück den Mannschaftsbus und nicht den flixbus hin zum nächsten Turnier buchen,<br />
Während die Männer Dauerfrischtrikots bekommen, wird man bei den Frauen noch nicht einmal versuchen,<br />
ihnen bei Kleidung und Organisation unter die Arme zu greifen,<br />
das wollen sich die Manager und hohen Tiere dann wirklich nicht leisten,<br />
sich lieber beim Frauenfußball zu Tode sparen,<br />
schließlich möchte man alte Traditionen bewahren<br />
und Hausfrau bleibt Hausfrau – egal ob sie nebenher im Stadion kickt.</p>
<p>Dass es an Professionalität mangelt, ist also kein Geheimnis,<br />
Gleichberechtigung? Ein reiner Beschiss,<br />
doch auf Unverständnis stößt das Thema bei den Männern: Die moderne Add-on Frau ist schließlich eine Zeitscheißmaschine,<br />
die gleichzeitig in der Kabine,<br />
sich fertig macht, ihre Tasche richtet,<br />
auf den Feierabend vollkommen verzichtet –<br />
denn sie muss ja nebenher noch arbeiten gehen.<br />
Die paar Euro durchs Spielen – da würde sie mit Hartz IV noch besser dastehen.</p>
<p>Auch wird stets über die schlechte Qualität der Frauenspiele geredet und ich sage: steckt doch einfach mal ein Mädchen mit sieben Jahren ins Fußballtraining,<br />
integriert sie ins Förderprogramm, erteilt ihr Trainingspläne und Ernährungsrichtlinien,<br />
beschafft ihr einen Platz im Internat, wie ihren männlichen Kollegen<br />
und schiebt ein paar Hunderttausender dahinter um den Weg zum Erfolg auszuleben–<br />
Dieses Ergebnis mit dem aktuellen Profimännerfußball zu vergleichen,<br />
das würde vielleicht noch ausreichen,<br />
um an die Grenzen der Legalität und Fairness zu stoßen.<br />
Denn den Profifrauenfußball nach dem aktuellen Stand mit der Männerbundesliga zu vergleichen, ist wie zwei Menschen ein Haus bauen zu lassen, dem einen gibt man die doppelte Zeit und reicht ihm Holz, Zement, Stoffe und Marmor<br />
der andere bekommt nichts als einen Haufen Styropor.<br />
Kein Wunder, dass Frauen, die mit 16 das Kicken beginnen, noch erfolgreich sind,<br />
während Jungs im Alter von neun die Aussicht auf einen guten Verein schon durch die Finger rinnt.</p>
<p>Und selbst wenn Frauen körperlich früher an ihre Grenzen kommen sollten –<br />
Sind sie es nicht, die ganz groß hinauskommen wollten?<br />
Die wissen, was es heißt, sich etwas erkämpft zu haben.<br />
Viel häufiger schon auf dem Boden lagen –<br />
und trotzdem stillschweigend wieder aufgestanden sind.<br />
So ist es zum Beispiel nachgewiesen, dass Frauen eine deutlich längere reine Spielzeit vorweisen,<br />
weil – oh Wunder!  &#8211; sie pöbeln weniger, versuchen seltener zu bescheißen,<br />
diskutieren nicht so viel, um Recht zu bekommen und die andere Mannschaft in Stücke zu reißen, machen weniger Schwalben, sondern versuchen sich vorm Jammern auf die Zunge zu beißen.<br />
Wenn jemand behauptet das langweiliger zu finden, als das pseudomännliche Gejammere auf dem Platz soll er vom Fußball bitte zu Dschungelcamp wechseln.</p>
<p>Ganz pervers wird es, wenn man sich die Schnittmengen anschaut,<br />
Männertrainer, Männerkommentatoren, Männermanager – tauchen überall im Frauenfußball auf,<br />
während den Frauen? Egal bei welchem Geschlecht von vorneherin wird ihnen die Karriere verbaut<br />
Egal ob bei den Männern oder Frauen, zugetraut<br />
wird einem Wesen mit Busen und Hüfte,<br />
wohl keiner dieser Berufe, obwohl eine Frau nach Jahren Spielzeit eigentlich genug Erfahrung gesammelt haben müsste.<br />
Doch in der Männerwelt, der die Jobs besetzt zählt all das nichts – nur wichtig ist das Outfit.<br />
Der weite Ausschnitt<br />
Und das bloß nicht zu dominante Auftreten.</p>
<p>Noch nicht einmal wird es den Frauen gelingen,<br />
sich in die unbezahlten Full-time-Jobs alias Hooligan oder Ultra einzubringen.<br />
Schlägereien, Gebrüll und Krawall würden die zarten Damen schließlich gar nicht aushalten.<br />
Die Gremien, die diese Strukturen verwalten<br />
Bleiben also auch unschikaniert<br />
männerdominiert.</p>
<p>Glücklich sollen wir uns schätzen, hören wir Frauen von den Männern, wenn wir uns einmal wieder beklagen.<br />
Sie beschützen uns doch nur vor dem größte Schaden<br />
-Und überhaupt: Bis 1982 habe es Frauen auf dem Platz ohnehin noch nicht gegeben<br />
&#8211; was beschweren wir uns denn überhaupt noch, wir sollen nicht immer nach noch mehr Gleichberechtigung streben.</p>
<p>In Deutschland, einer Fußballnation. Einem Land, das in Jubel ausbricht,<br />
wenn das deutsche Team gewinnt, das eine Volkstrauer ausruft, in dem das Leben fast vollständig erlischt,<br />
wenn das Männerteam spielt &#8211; wie im Sommer 2018.<br />
Fußball &#8211; ein Sport, der das Heute-Journal und die Radiosendungen dominiert –<br />
Freude, Frust und Begeisterung provoziert,<br />
die Frau ist kein Teil davon. Scheinbar ist sie für nichts besseres zu gebrauchen, als als Spielerfrau das ein oder andere Interview zu geben,<br />
ihrem Mann nach dem Gewinn anzubeten<br />
– und bei Niederlagen die tröstende Mutti zu spielen.</p>
<p>Eine viel größere Revolution<br />
als eine weibliche Kanzlerin zu haben, wäre es, wenn die Illusion,<br />
wahr werden würde, irgendwann einen der leitenden Posten des DFB mit einer Frau zu besetzen<br />
Aber nein. Das würde den Stolz und das Ego der Männer zutiefst verletzen.</p>
<p>Zum Schluss die Frage: warum muss man sich direkt so unterteilen?<br />
Auf den Standards der Vergangenheit verweilen?<br />
Unterscheidet das Geschlecht des Kickers, welche Flugbahn der Ball nach dem Kontaktverlust mit dem Schuh einschlägt?<br />
Welchen Weg ein mit Luft gefüllter Körper auf dem Rasen zurücklegt?<br />
Wenn ja, habe ich diese Einflussgröße wohl ausversehen,<br />
in der physikalischen Formel während meiner Schulzeit übersehen.</p>
<p>Es gibt schließlich auch keine Mannschaft mit allen unter 1,70 m großen Menschen,<br />
Warum also müssen wir uns unter den Geschlechtern so ausgrenzen,<br />
in Männer und Frauen unterteilen?<br />
Ansatt sich zu vereinen?<br />
Sowohl im Training als auch auf dem Spielfeld, könnten sich Männer und Frauen ergänzen<br />
– ihre gegenseitigen Schwächen und Stärken wortwörtlich gegeneinander ausspielen, mit ihren Schokoladenseiten glänzen,<br />
Da kann mir niemand erzählen, dass das langweiliger sein soll, als das dauerhafte Männergekicke<br />
Fußball bleibt Fußball – egal welcher Fuß in dem Schuh steckt</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier könnt ihr mehr zu dem <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/10/rundballtreten-nur-fuer-penistraeger/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Workshop zu Fußball und Gender</strong></a> erfahren.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/10/geschwindigkeiten/" target="_blank" rel="noopener"><strong>in diesem Text von Lilith</strong></a> geht es um die Männerdominanz im Autorennsport.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Männer-Fußballtrainerin Melanie Fink</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/10/melanie-fink/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Oct 2017 07:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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					<description><![CDATA[Melanie Fink ist seit dieser Saison neue Co-Trainerin im Männerfußballverein SSV Mörsch. Die Autorin Lilith fand heraus, wie Melanie Fink zum Fußball kam und wie sie die Rolle von Frauen im Männersport sowie den Frauenfußball allgemein wahrnimmt. Ein Bericht über eine Frau in der Verbandsliga – im Fußballsport ist das ein Novum! Melanie Fink lebt]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Melanie Fink ist seit dieser Saison neue Co-Trainerin im Männerfußballverein SSV Mörsch. Die Autorin Lilith fand heraus, wie Melanie Fink zum Fußball kam und wie sie die Rolle von Frauen im Männersport sowie den Frauenfußball allgemein wahrnimmt. Ein Bericht über eine Frau in der Verbandsliga – im Fußballsport ist das ein Novum!</strong></p>
<p><span id="more-9726"></span></p>
<p>Melanie Fink lebt in Karlsruhe und studiert dort Sport – doch sie hält sich gar nicht so viel in Karlsruhe auf. Denn in jeder freien Minute verschlägt es sie auf den Fußballplatz – nach Hoffenheim und seit dieser Saison auch nach Mörsch. Denn die 21-Jährige trainiert seit Juli neben Cheftrainer Dietmar Blicker die Männermannschaft in der Verbandsliga. Eine gelungene Möglichkeit, zu lernen, die sich nicht jeder jungen Fußballtrainerin bietet, so Melanie Fink. „Ich kann durch die Zusammenarbeit mit ihm sehr viel Erfahrung sammeln“. Als Dozent am KIT war Dietmar Blicker auf die Sportstudentin aufmerksam geworden. Nach einigen Gesprächen, erkannte er, „dass ich ziemlich viel Ahnung vom Fußball habe“, so erinnert sich Melanie. Der SSV Mörsch war gerade auf der Suche nach einem Co-Trainer und Melanie hatte bereits ihre Trainer – B-Lizenz während eines Praktikums nach dem Abitur absolviert. Die Zusammenarbeit bot sich also ideal an.</p>
<p>Die 21-Jährige begann mit 16 Jahren beim FFC Niederkirch zu spielen. Zuvor hatte sie bereits viel auf der Straße gekickt, hauptsächlich aber Tennis gespielt und Garde getanzt. „Es gab keinen Verein bei uns im Dorf und meine Eltern erklärten sich nicht dazu bereit, mich jeden Tag herumzufahren. Ab 16 kam ich dann mit der Wesper nach Niederkirch“.</p>
<p>Schnell zeigte sich ihr Talent. Melanie Fink durfte bereits nach einem halben Jahr mit zum DFB Sichtungsturnier. Weitere Erlebnisse wie ein Spiel gegen die Nationalmannschaft der Frauen von Katar, und die Teilnahme an Spielen des Kaders der zweiten Bundesliga folgten. Seit ihrem Studienbeginn in Karlsruhe schloss sie sich der Frauenmannschaft des KSC an.</p>
<p>Der Grund, weshalb sie es nun schafft ihre Arbeit in Hoffenheim, bei der sie das männliche Perspektivteam U11 trainiert und die neue Beschäftigung in Mörsch unter einen Hut bekommt, ist jedoch traurig. Im vergangenen Herbst verletzte sie sich schwer. Mehrmaliger Meniskusriss, Kreuzbandanriss. Erst zwei Monate später wurde sie operiert, die Verletzung verheilte nicht wie geplant und es folgten fast 12 Monate erzwungene sportfreie Zeit. Nun hatte ihr Meniskus fast vollständig entfernt werden müssen. Ihr Studium muss sie um zwei Semester verlängert. Aber dies ist eher Nebensache. „Der erste Gedanke, den ich hatte war: Nein. Jetzt kann ich gar nicht mehr richtig kicken!“ Als festes Mitglied einer Mannschaft wird sie vermutlich in Zukunft nie mehr fungieren. Sehr früh, seine Karriere im Sportbereich mit 21 an den Nagel hängen zu müssen. Normalerweise hört man als Fußballerin nicht vor 30 auf. Doch die Trainertätigkeit tut Melanie Fink gut. „Die nahe Arbeit am Platz bringt mir das Fußballgefühl zurück. Mir macht es wirklich Spaß, mein Wissen an andere weiterzugeben. Als Spielerin habe ich nur auf meinen Trainer gehört – jetzt analysiere ich Spiele, entwickle neue Spielstrategien – in einem Zimmer hängt sogar eine Taktikwand.“</p>
<p>Und – welche Pläne hat sie für die Zukunft? „Gerade weil ich so jung bin, möchte ich alles mitnehmen“. Melanie Fink erzählt mir, dass sie gerne in so vielen Positionen wie möglich arbeiten und Erfahrungen sammeln, von Profis lernen und selbst ausprobieren möchte. Am liebsten würde sie nach ihrem Sportstudium einen Beruf im Fußball mit Platznähe ergreifen. Als Trainerin sei es laut ihr jedoch schwierig. Man wechsele viel zu häufig – „Ich weiß nicht, ob mir dies ausreichend Sicherheit in meiner Lebenskonzeption geben würde. Die Verträge beziehen sich immer erst einmal auf eine Saison“. Eine Arbeitsstelle in einer Reha Klinik könnte sie sich jedoch auch vorstellen, wie sie während eines Praktikums herausfand. Gerade wenn man Sport studiert, müsse man sich frühzeitig um Berufsperspektiven kümmern, so Melanie.</p>
<p>Auf die Frage, welche Rolle sie den Frauen im Fußball anmaßt, kommt eine lange Antwort. Zum einen hat der Frauenfußball eine ganz andere Struktur. Er ist viel weniger professionalisiert – alleine schon aufgrund der schlechten Finanzlage. „Im Männerfußball zählt man bereits als Profi, wenn man es in die zweite Bundesliga geschafft hat. Frauen haben teilweise selbst in der ersten Bundesliga noch Berufe nebenher, weil das Gehalt nicht ausreicht. Da kann man nicht erwarten, dass sie genau so viel trainieren“. Dass gerade diese Gründe dafür gesorgt haben, dass sie selbst im Alter von 16 noch eine Fußballkarriere starten konnte, streitet sie nicht ab. „Jungs spielen in diesem Alter schon ganz oben mit. Oft werden sie mit 12 ausgewählt und unterschreiben Verträge bei Vereinen, besuchen Internate… . Sie werden bereits viel früher unter die Lupe genommen. Als Junge hätte ich im Alter von 16 ganz sicher nicht mehr in einen Dorfverein hineinstolpern und im Fußballsport erfolgreich sein können.“</p>
<p>Warum sie nun als Frau in einem Männerverein trainiert? „Ich habe durchaus auch schon Mädchenmannschaften trainiert. Besonders Auswahlmannschaften und bei Sichtungsturnieren.“ Im Männerfußball müsse man sich gerade aufgrund der Professionalisierung jedoch um viel weniger kümmern, erläutert mir die 21-Jährige. Während einem als Trainerin bei den Frauen die Rolle der Allrounderin zukommt, die sich oftmals alleine um alles kümmern muss, kann man sich im Männerfußball auf die Trainertätigkeit konzentrieren. Natürlich gebe es auch Leistungszentren, ergänzt Melanie. Diese seien jedoch deutlich seltener und selbst dann oftmals nicht so professionell wie bei Jungs. Darüber hinaus liebt sie die Dynamik im Männerfußball, wodurch ihr das Trainerdasein umso mehr Spaß bereitet. Und – „In Mörsch und Hoffenheim bieten sich mir nun super Chancen. Das nicht zu nutzen wäre eine Verschwendung gewesen“.</p>
<p>Insgesamt meint sie, dass sich in Bezug auf die Thematik der Frauenrolle im Fußballsport bereits einiges verändert. „Es gibt wenigstens schon eine Frau, die bei den Männern in den oberen Ligen pfeift“. Ihr Wunsch? „Dass die Gesellschaft den Frauenfußball akzeptiert und nicht abwertend betrachtet“. Ob sie damit bereits schlechte Erfahrung gemacht hat?</p>
<p>„Meine Eltern haben mein Hobby zwar nicht unterstützt, sie haben es aber auch nicht abgelehnt. Meine Nachbarn fanden es cool. Insgesamt habe ich selber noch eher weniger Ablehnung erlebt, habe aber umso mehr negative Geschichten von Freundinnen und Bekannten mitbekommen“</p>
<p>Auf meine Nachfrage ergänzt sie: „Klar, man hört schon ab und an abwertende Kommentare, die auch wirklich verletzten können. Mir war das aber oftmals egal – um mich dadurch abschrecken zu lassen, war meine Leidenschaft viel zu groß. Ich wollte einfach kicken, egal was die anderen davon halten. Und in Mörsch und Hoffenheim z.B. ist das gar keine Frage. Ich werde dort vollkommen akzeptiert.“ Nach einigem Nachdenken ergänzt sie. „Aber irgendwie ist es doch auch auffällig, dass ich dort überall die einzige Frau bin. Außerdem stört es, dass Personen, die sich im Frauenfußball nicht auskennen, häufig vorurteilig auf diesen Sport blicken. „Spielt ihr eigentlich auf einem kleineren Feld?“ – Alleine diese Frage nervt mich schon.“</p>
<p>„Am meisten stört mich, dass Fußball in meinen Augen die einzige Sportart darstellt, in der Männer und Frauen direkt verglichen werden. Niemand schaut sich die Schwimmzeiten von Männern und Frauen an und meckert darüber, dass Frauen langsamer sind. Im Fußball behaupten jedoch viele, dass Frauenfußball langweilig sei. „Ihr seid so langsam!“ höre ich immer wieder. Ja, es stimmt Wir sind langsamer als die Männer, was schlichtweg auf biologische Faktoren zurückzuführen ist. Das heißt aber doch nicht, dass unsere Spiele langweiliger sind. Oftmals sind wir dafür taktisch ausgefeilter als es im Männersport Standard ist.“</p>
<p>Und &#8211; wie ist ihre Meinung zu gemischten Mannschaften? „Aktuell ist es erlaub, dass Mädchen bis zur B-Jugend in Jungsmannschaften mitspielen. Darüber hinaus gibt es für Frauen ein Zweitspielrecht. Sie dürfen Gleichzeitig in einer Mädchen- und einer Jungenmannschaft mitspielen. Ich glaube, ab einem gewissen Alter muss man sie aber schon trennen. Das Niveau unterscheidet sich wenn es in Richtung Profisport geht doch sehr. Umso wichtiger ist es, dass man im jungen Alter mit Jungs zusammenspielt. Die Mädchen orientieren sich an deren Niveau, holen mehr aus sich heraus und gewöhnen sich an das hohe Tempo. Meiner Meinung nach sieht man jedem Mädchen an, ob es früher einmal mit Jungs gespielt hat, oder nicht.“</p>
<p>Insgesamt ist Melanie zuversichtlich. „Aktuell ist es zwar noch sehr schwer als Frau – sowohl im Männer- wie im Frauenfußball. Aber ich denke schon, dass sich das in Zukunft verbessern wird! Die kleinen Anzeichen dafür, die bereits jetzt zu sehen sind, geben zumindest Hoffnung.“</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>In <a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/06/der-schwule-fussballspieler/" target="_blank" rel="noopener"><strong>dieser Geschichte</strong></a> der Story Teller geht es um einen schwulen Fussballspieler.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Die &#8222;Spielerfrau&#8220; <a href="https://www.meintestgelaende.de/2014/04/spielerfrau/" target="_blank" rel="noopener"><strong>kann auch ein Mann sein</strong></a>.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Körperlichkeit im Sport</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/10/koerperlichkeit-im-sport/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Oct 2016 07:26:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
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		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=10387</guid>

					<description><![CDATA[Ilona studiert Sport und ist mit dem Thema Körperlichkeit allein deshalb immer wieder beschäftigt. Im Interview berichtet sie über ihre Erfahrungen, wie Frauen und Männer im Sport mit Körperlichkeit und Schönheitsidealen umgehen und ob es Unterschiede gibt.  Mehr dazu: Hier lest ihr ein Interview von Lilith mit Melanie Fink, Co-Trainerin im Männerfußball. Und in diesem]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ilona studiert Sport und ist mit dem Thema Körperlichkeit allein deshalb immer wieder beschäftigt. Im Interview berichtet sie über ihre Erfahrungen, wie Frauen und Männer im Sport mit Körperlichkeit und Schönheitsidealen umgehen und ob es Unterschiede gibt.</strong><strong> </strong><span id="more-10387"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Hier lest ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/10/melanie-fink/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>ein Interview</strong></a> von Lilith mit Melanie Fink, Co-Trainerin im Männerfußball.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/11/ich-geschlecht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>in diesem Text</strong> </a>erzählt Mare, wie sie Geschlechterklischees überwindet.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
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