Wohlfühlzone

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(c) Ernst Moeksis:  Big Fun  (CC BY 2.0)

Zu viele Menschen, zu viel Hektik, zu viel Lärm – kennt ihr das? Manchmal möchte man seiner Umwelt und dem Alltag einfach entfliehen. Rein in die persönliche Wohlfühlzone. Aber wie sieht die eigentlich aus? Die Story-Teller verraten euch ihre Vorstellungen dazu.

Die Wohlfühlzone …

sieht aus wie eine Wohlfühlzone. Im Bett zum Beispiel: Die Bettwäsche ist bunt und kariert und blau und wie auch immer. Bunt ist eine schöne Farbe. Das Licht ist schön, das Licht ist gut, es riecht nach Licht, nach Wärme. Die ganze Wohlfühlzone riecht gut, erfrischend. Auf meinem Nachttisch steht Lieblingsessen: Schokolade und Spekulatius. Und so eine Anlage, die angeschaltet ist und sagt: Träum dich in dich hinein. Diese Atmosphäre ist schön: Du kommst an und hörst die Anlage laufen, diese liebliche Stimme, die einfach nur schön ist. Außerdem steht da auf dem Nachttisch eine Schreibtischlampe, die an ist und Licht erzeugt. (Was soll sie denn sonst erzeugen?) Licht zum Träumen, Schlummern, Schlafen. Ich habe Träume, die Wirklichkeit sind: Die sehen klein und groß aus. In meinem Bett sind: Seehund, Katze, Hase, Kuscheltiere, Kissen; Kindheitserinnerungen. Ich fantasier das. In meinem Regal habe ich auch Autos stehen. Ich bin so wie ich bin. Ein Wohlfühlmensch, der sich wohlfühlt. (Birgit)

 

Kraft tanken

Ein anstrengender Tag! Ich komme zurück zu meiner Wohnung, nach Hause. Die Katze erwartet mich. Ich öffne die Tür und trete ein. Die Katze begrüßt mich, umstreichelt meine Beine und will ihr Essen. Ich bin noch genervt von der Arbeit und dem Gedränge der Stadt. Nun kommt meine Katze und will und will und stört mich beim Entkleiden der Straßenkleidung. Genervt fülle ich ihr Essen nach. Wo bleibt meine Ruhe? Die Katze schnurrt doch so schön und ist schnell zufrieden. Wieso denke ich nicht sofort daran? Diese Erfahrung möchte ich in meinem Inneren aufnehmen. Das wird meine Wohlfühlzone erweitern.

Um Ruhe zu finden, lege ich im Wohnzimmer schon einmal eine Schallplatte auf. Dann gehe ich zurück in die Küche. Die Katze ist noch beim Futtern. Nun mache ich mir einen Tee. Während das Wasser kocht, bereite ich das Wohnzimmer für eine ruhige Zeit vor. Ich drehe die Heizung auf und zünde ein Räucherstäbchen an.

Zurück in die Küche: Ich gieße das heiße Wasser auf den Tee. Die Katze folgt mir, sie will noch ein Leckerli. Ich gebe es ihr. Dann bringe ich Stövchen und Teetasse ins Wohnzimmer und setze mich aufs Sofa. Die Katze kommt dazu, setzt sich neben mich. Nach gefühlten drei Minuten stehe ich wieder auf, der Tee wartet. Die Katze schaut mich verwirrt an, folgt mir jedoch nicht mehr in die Küche. Ich gieße den Tee in die Servierkanne um. Nun fühle ich mich schön entspannt und stelle das heiße Getränk aufs Stövchen auf dem Wohnzimmertisch. Die Seite A der Schallplatte ist zu Ende. Also drehe ich die Platte um und höre mir endlich in Ruhe die neue Musik an. Ich lege meine Füße auf Sofa. Die Katze macht es sich jetzt auf meinen Beinen bequem. Wir schlafen ein. (Dennis L.)

Menschen mit Behinderung haben was zu sagen! Wir Story Teller sind die inklusive Schreibwerkstatt Story Teller aus Hamburg. Mit unseren Texten möchten wir von unseren Erfahrungen berichten, Denkanstöße geben und Selbstermächtigung voranbringen.

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