Nicht eine weniger! Lebendig wollen wir sein!

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(c) Cross-stitch ninja:  feminism  (CC BY-NC-ND 2.0)

Wie ein grausames Gewaltverbrechen an der 16 jährigen Lucía Perez, die Menschen und vor allem Frauen auf die Straßen treibt, um zu demonstrieren! Zu demonstrieren gegen die sexuelle Gewalt gegen Frauen in Argentinien und auf der ganzen Welt. Mehr dazu lest ihr im Text von Mare.

„Nicht eine weniger! Lebendig wollen wir sein!“ – Frauen gegen sexuelle Gewalt

Das Wetter auf den Straßen Argentiniens kann man an diesem grauen Mittwoch Ende Oktober bestenfalls als trist bezeichnen. „Einen schlechteren Tag hätte man sich nicht aussuchen können“, kommentiert eine Nachrichtensprecherin des argentinischen Senders Canal 5 Notícias. Doch trotz des Regens und der Kälte sind Tausende Frauen auf der Straße. In schwarz gekleidet haben sie ihre Arbeit niedergelegt, um gegen Gewalt gegen Frauen zu demonstrieren. „Denn Freiheit bedeutet, endgültig das Patriarchat abzuschaffen“, verkündigt die Gruppierung „Ni Una Menos“ („Nicht Eine Weniger“) in ihrem Manifest zum „Schwarzen Mittwoch“, wie der Streik der Frauen am 19.10.2016 auch genannt wird.
Ausgelöst wurde die Protestwelle durch den grausamen Fall der 16jährigen Lucía Perez. Ihr sind von den Tätern Drogen verabreicht worden, bevor sie vergewaltigt und zu Tode gefoltert worden ist.
Diese abscheuliche Tat steht aber nicht für sich alleine. In den ersten 19 Tagen des Oktobers sind in Argentinien bereits 19 Frauen ermordet worden. Im Durchschnitt wird in Argentinien alle 30 Stunden eine Frau umgebracht.

„Unter Freundinnen sagen wir „Gib Bescheid, wenn du zu Hause angekommen bist“. Versteht ihr? Es gibt immer die Möglichkeit, nicht anzukommen“, steht auf dem Plakat einer Demonstrantin.
„Ich möchte nicht die nächste Frau sein, die in einem Plastikbeutel endet“, erklärt eine andere Demonstrantin gegenüber AJ+ „Deshalb müssen wir alle auf die Straße – Männer, Frauen, Jungen, Mädchen, Teenager“
„Jedes Mädchen, das umgebracht wird, ist wie ein neuer Schlag gegen die Brust“, erzählt die Mutter eines ermordeten Mädchens der spanischen Zeitung El Pais.

Aber nicht nur in Argentinien gehen die Menschen auf die Straße. In vielen Ländern Lateinamerikas sowie in Spanien demonstrieren die Menschen für Gleichberechtigung und gegen Gewalt an Frauen. Allein in Córdoba im Süden Spaniens protestierten am Mittwoch 25 000 Menschen.

Gewalt gegen Frauen ist ein internationales Problem. Auch wenn einige Leute in Deutschland die Situation so darstellen, als würde „der“ Araber und „der“ Nordafrikaner hier in unser aufgeklärtes Land kommen und unsere emanzipierten Frauen belästigen, ist die Wahrheit leider nicht so einfach und auch nicht so schön. Man muss sich nur angucken, was mit Gina-Lisa passiert ist. Wer dann immer noch nicht glauben möchte, dass Sexismus auch „deutsch“ sein kann, kann sich die Statistiken anschauen. Laut einer Statistik des Bundesministeriums für Familien, Senioren. Frauen, und Jugend haben 37% aller befragten Frauen seit dem 16. Lebensjahr schon einmal Gewalt erfahren. 58% wurden mindestens schon einmal sexuell belästigt.

Gewalt gegen Frauen ist ein internationales Problem. Und lösen können wir es nur zusammen, solidarisch und laut.
Ni Una Menos!

Mehr dazu:

Ich bin hier, um mir Frust von der Seele zu schreiben und etwas Liebe zu verbreiten.

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