<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Dominik &#8211; meinTestgelaende.de</title>
	<atom:link href="https://www.meintestgelaende.de/author/dominik/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.meintestgelaende.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sun, 07 May 2023 15:07:02 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>

<image>
	<url>https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/06/cropped-unnamed-32x32.jpg</url>
	<title>Dominik &#8211; meinTestgelaende.de</title>
	<link>https://www.meintestgelaende.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Der Schweigefuchs</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/06/der-schweigefuchs-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Jun 2019 07:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Klischees]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11524</guid>

					<description><![CDATA[Das Leben ist komlex, keine Frage. Es ist sicherlich nur menschlich, zu versuchen, diese Komplexität so gering wie möglich zu halten. Dabei bedienen wir uns vorgegebenen Rollenbildern, denn das macht es natürlich alles etwas einfacher&#8230; Dominik Erhard hat einen anderen Vorschlag: „Einfach mal aus der Rolle fallen, einfach mal den Standpunkt ändern.“ Mehr dazu: Statements]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Leben ist komlex, keine Frage. Es ist sicherlich nur menschlich, zu versuchen, diese Komplexität so gering wie möglich zu halten. Dabei bedienen wir uns vorgegebenen Rollenbildern, denn das macht es natürlich alles etwas einfacher&#8230; Dominik Erhard hat einen anderen Vorschlag: „Einfach mal aus der Rolle fallen, einfach mal den Standpunkt ändern.“</strong></p>
<p><span id="more-11524"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/04/gelaende2016-theater-workshop-statements/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Statements zu Vorurteilen</strong></a> aus dem Theater Workshop auf dem #gelände 2016.</li>
<li>Wie sich <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/11/ich-geschlecht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Mare von Stereotypen und Klischees befreit</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Immer bei Sturmtief</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/07/immer-bei-sturmtief/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Jul 2018 07:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=10716</guid>

					<description><![CDATA[Dominik hat die besondere Gabe, mit seiner Sprache große Emotionen nachfühlbar zu machen, bis es weh tut. So auch in seinem neuen Text über eine Liebe, die auf seiner Seite so groß war, dass sie ihn durch halb Europa trieb – nur, um dann zu erfahren, dass er in diesem Fall der Einzige war, der]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dominik hat die besondere Gabe, mit seiner Sprache große Emotionen nachfühlbar zu machen, bis es weh tut. So auch in seinem neuen Text über eine Liebe, die auf seiner Seite so groß war, dass sie ihn durch halb Europa trieb – nur, um dann zu erfahren, dass er in diesem Fall der Einzige war, der so liebte&#8230;</strong></p>
<p><span id="more-10716"></span></p>
<p>Gute betrunkene Gespräche leben ja zu einem nicht unwesentlichen Teil von Umkreisungen, Wiederholungen und Auslassungen. Als mir dieser Typ mit dem total ironischen Schlapphut aber mittlerweile bestimmt zum fünften Mal erzählte, dass hier gestern jemand einen Barhocker in der Toilette runterspülen wollte, war mir das dann doch irgendwie zu viel und ich stolperte über die Balkonschwelle zurück nach drinnen. Es war definitiv einer der Abende, von denen man nichts erwartet und dann kolossal enttäuscht wird, weil Abende, von denen man nichts erwartet ja sehr oft sehr gut werden.</p>
<p>Ich setzte mich in einen alten Kinosessel und hörte den Gesprächen der anderen zu, die meiner Meinung nach vollkommen geisteskrank waren. Da standen zum Beispiel zwei jungen Frauen und unterhielten sich über ihre Tattoos:</p>
<p>Und was steht da auf deinem Arm?<br />
Ha?<br />
Auf deinem Arm, was da steht?<br />
&#8222;Agité&#8220;<br />
Okey – was heißt das?<br />
&#8222;Rastlos&#8220;<br />
Ist das so?<br />
Nee, ist einfach nur eine lange Geschichte. Eine lange, lahme Geschichte.</p>
<p>Ich halte sowas für vollkommen irre. Ein anderes Gespräch drehte sich darum, dass Karl verschiedene weibliche Promis nicht auseinanderhalten könne. Namentlich:</p>
<p>Yvonne Catterfeld und Jeanette Biedermann,<br />
Maybrit Illner und Sandra Maischberger,<br />
Natalie Portman und Keira Knightley.</p>
<p>Doch dann, als hätte das Knarze meines Kinostuhls, wenn man aufstehen und gehen will sie gerufen, saß da die Rettung in Form eines Mädchens neben mir, die so unscheinbar schön war, dass man kurz überprüft, ob man sich auch nichts über das Shirt gekippt hat. Sie wirkte wacher als der mäßig gebildete, etwas traurige, ohne besondere Hobbys versehene Rest der Veranstaltung, der da an seinem Craft-Bier nippte und Sachen sagten wie „Aber das kannst du auch eigentlich alles in meinem Blog nachlesen“. Solche verstörenden Sachen eben. Im Gegensatz zu allen anderen konnte ich mir bei ihr vorstellen, wie sie eine Münze in eine Parkuhr wirft oder reagieren, wenn ihr eine Gurkenscheibe seitlich aus einem sehr großen Bürger rutscht. Für mich ist es eben wichtig, dass ich mir sowas vorstellen kann. Bei Emilia ging das und zwar ohne Probleme.</p>
<p>Dass sie Emilia hieß, wusste ich übrigens, weil es auf einem Post-it auf ihrer Stirn klebte. Ihr Einfaltspinsel von bestem Freund hatte es nämlich anscheinend für geistreich gehalten, bei „Wer bin ich?“ ihren eigenen Namen zu nehmen. Ich sage da einfach nichts dazu. Wir begannen uns jedenfalls zu unterhalten, vieles habe ich mittlerweile vergessen, eine Sache weiß ich aber noch als wären all das vor drei Wochen passiert. Emilia erzählte, dass sie als kleines Kind immer den Zahnpastaschaum heruntergeschluckt hatte, woraufhin ich mir sehr stark lachend einen solchen Schluckauf einfing, dass ich ihn den ganzen Abend über nicht mehr los bekam.</p>
<p>Irgendwann gingen wir hicksend nach Hause, jeder in seines, aber mit dem Gefühl, das vielleicht bald mal ändern zu können.</p>
<p>Alles was dann kam, haben Menschen schon wesentlich besser aufgeschrieben als ich es hier tun könnte. Schöne Gefühle, gute Gespräche, und die erneute Erkenntnis, dass man vollkommen vergessen hat, wie schön menschliche Nähe ist. Wie unglaublich warm ein fremder Körper sein kann und dass eine Umarmung von hinten einen vermutlich eher zu retten in der Lage ist als vieles andere, das man sonst als so wichtig einschätzt. Wir sind wie Reptilien. Wärme oder Stillstand.</p>
<p>Alles begann erst schlechter zu werden, als sich Emilias Ex-Freund durch nächtliche Anrufe und die richtigen Nachrichten zu falschen Zeit wieder in ihr Leben bohrte. Mit submariner Beharrlichkeit sorgte er dafür, dass sie ihn nicht vergaß und wenn man ihr nach dem Aufleuchten des Handbildschirms ins Gesicht sah, meinte man ein Stück Blei durch Honig fallen zu sehen. Langsam senkte sich alles nach unten, langsam wurde alles schwer, langsam wurde sie immer trauriger.</p>
<p>Das zog sich über ein Jahr.</p>
<p>Ich kannte diesen Ex-Freund nicht persönlich, doch wollte endlich etwas machen und nun ist es bei mir eben so, dass mir gerade dann die besten Ideen kommen, wenn ich Dinge tue, die an sich in keiner Weise inspirierend sind. Aus diesem Grund habe ich auch die BUNTE abonniert, einfach deshalb, weil es einmal in der Woche für das Nervensystem extrem heilsam sein kann, Sätze wie &#8222;Ich bin fremdgegangen – soll ich beichten?&#8220; zu lesen.</p>
<p>Die Idee, die mir kurz nach der Überschrift „Lage außer Kontrolle. Der Rosenkrieg wird immer schmutziger!“ kam, um Emilia auf andere und im besten Fall bessere Gedanken zu bringen, war folgende: Sie würde am kommenden Wochenende mit dem Zug nach Paris zu ihrer Mutter und ihrem Stiefvater fahren. Wäre es da nicht großartig, wenn ich ihr kurz vor der Ankunft in Paris eine Nachricht schicken würde, dass ich auch gleich da wäre? Ich legte die Zeitung auf den Beistelltisch und richtete mich auf. Dass wir uns gemeinsam durch den abendlichen Bahnhof zum Parkplatz drängen und zusammen zu ihren Eltern fahren könnten? Dass ihre Mutter schon Bescheid wisse und zudem eine kleine Überraschungsfeier geplant hatte, dass alle da sein würden, essend und lachend? Ja dachte ich, das wäre großartig und sah einen aus dem Leim gegangenen B-Promi an, der volltrunken aus einer Bar stolperte.</p>
<p>Und dann war es soweit: Ich saß im Zug, tippte die Nachricht und sendete sie um kurz vor acht los. Mein Herz rumpelte wie ein Mixer mit zu harten Früchten darin. Alles war genau richtig, die Lichter der Stadt sahen nicht aus wie Glühwürmchen oder verschollene Träume, sondern einfach wie die Lichter einer Stadt. Vor mir stand ein lauwarmer Kaffee und ich freute mich so sehr, gleich dieses Gesicht sehen zu können. Der Ausstieg war in Fahrtrichtung links. Nur Emilia meldete sich nicht.</p>
<p>Kein Lebenszeichen, keine Erwiderung dieser ganz offensichtlichen Liebesbeweises, kein „Bist du verrückt?! Bis gleich du Spinner [lustiger Smiley]“, „Warum machst du sowas? Ich mag keine Überraschungen, das weißt du [kein Smiley]!“ oder „Ich wollte ein Wochenende nur mit meinen Eltern verbringen. Du erdrückst mich! [böser Smiley]“. Nichts.</p>
<p>Wie sich herausstellte war meine Meldung nicht die wichtigste gewesen, die auf ihrem Telefon aufgeleuchtet war. Auch ihr Ex-Freund hatte ihr geschrieben. Sein Text hatte weniger Worte, war in seiner Aussage klarer und für sie anscheinend auch relevanter. „Ich habe Krebs [kein Smiley]“ wehte es sie da vom Bildschirm an.</p>
<p>Als ich den Grund erfahren habe, warum Emilia sich nicht gemeldet, sie meinen Text zunächst nicht einmal gelesen hatte, spürte ich wie die Botenstoffe in meinem Hirn ihren Dienst als Kellner quittierten und die Tabletts mit voller Wucht gegen meine Schädelwände warfen. Sie rief mich an und sagte vollkommen zerfetzte Dinge. Ich glaube, dass ich lange nicht geantwortet habe und mich dann sowas sagen hörte wie „So schlimm kann es nicht sein, wenn es ein Tier im Wasser gibt, das so heißt, oder?“ So eine geisteskranke Scheiße eben.</p>
<p>Als ich auflegte, hatte ich ein seltsames Gefühl. Mir war klar, dass das mit Emilia vorbei sein würde und wichtiger noch, dass es gerade jemanden gab, für den vermutlich weitaus größere Dinge bald vorbei sein könnten, doch ich fühlte nicht wirklich etwas. Begriff nur, dass die großen Veränderungen sich zunächst nie wie solche anfühlen. Das Problem ist nie ein Sturm, denn bei einem Sturm weißt du, dass es dir deine Existenz unterm Arsch wegblasen wirst. Das Problem ist ein unerwarteter Windstoß, den du nicht erwartest, der dir aber die unterste Karte aus deinem Haus pustet und alles zum Einsturz bringt.</p>
<p>Emilia fuhr also nicht nach Paris zu ihrer Mutter, sondern nach Marseille zu ihm und es musste, das habe ich mir im Nachhinein überlegt, an diesem Abend einen Moment gegeben haben, an dem unsere Züge aneinander vorbeigefahren sind und wir nicht mehr als 12 Meter auseinander waren. Man hätte bestimmt auch überlegen können, wann genau das war, dafür fehlte mir aber beim besten Willen die Kraft. Dieses Zeug hält doch hinterher keiner mehr aus, oder?</p>
<p>Und so saß ich dann also zusammen mit Emilias Mutter, den 21 anderen Gästen und meinem hervorragenden Französisch an einem üppig gedeckten Tisch und hatte absolut keinen Appetit. „Du Champ-“, er hickste „-pagne“ fragte Pierre, ein rundlicher Mann mit einer Flasche in der Hand. „No merci“ sagte ich und musste an ein umgedrehtes Pissoir denken. „No merci“ war überhaupt der Satz der Stunde, „Verschon mich doch einfach“, der zugehörige und alles umkreisende Gedanke.</p>
<p>Als ich am nächsten Morgen aufwachte, merkte ich, dass sich etwas verändert hatte. Ich hatte schon lange nicht mehr so viel Nebel im Kopf. Außerdem erkannte mein Handy meinen Fingerabdruck nicht mehr, ganz so, als hätte mich all das gestern so verändert, dass ich nicht mehr derselbe Mensch war. Als hätte all das gestern DNA zerschossen.</p>
<p>Das ist jetzt fünf Jahre her und was soll ich sagen:</p>
<p><strong>Er hat den Krebs besiegt und Emilia lebt bei ihm. Ihr Kind hat mittlerweile die Größe eines Rollkoffers, alle Finger und kann „Bonjour“ sagen. </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier gibt es einen weitere Liebesgeschichte für euch, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/09/die-unendliche-geschichte/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>diesmal von Nev</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier könnt ihr Dominik <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/04/der-schweigefuchs/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>auf der Bühne</strong></a> sehen.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ich antworte dir später ausführlicher</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/06/ich-antworte-dir-spaeter-ausfuehrlicher/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Jun 2017 07:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=9089</guid>

					<description><![CDATA[Ein großer Teil unserer Kommunikation vollzieht sich heute digital. Für Dominik nimmt das die Ehrlichkeit aus menschlichen Beziehungen, denn statt unvermittelt Gedanken oder Gefühle auszusprechen, wird abgewartet, überlegt und kalkuliert – und dann eben später ausführlicher geantwortet. Ich glaube, dass die schönsten Liebesgeschichten heute nicht mehr von Hollywood oder vom Leben, sondern gar nicht geschrieben]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein großer Teil unserer Kommunikation vollzieht sich heute digital. Für Dominik nimmt das die Ehrlichkeit aus menschlichen Beziehungen, denn statt unvermittelt Gedanken oder Gefühle auszusprechen, wird abgewartet, überlegt und kalkuliert – und dann eben später ausführlicher geantwortet.</strong></p>
<p><span id="more-9089"></span></p>
<p>Ich glaube, dass die schönsten Liebesgeschichten heute nicht mehr von Hollywood oder vom Leben, sondern gar nicht geschrieben werden. Ich glaube, dass in all den Kanälen, die wir mit Bildern, Emojis und unseren halbironisch-distanzierten Nachrichten bespielen vermutlich mehr verloren geht, als uns allen lieb ist. Mit Sicherheit aber mehr als wir es uns eingestehen wollen. Um die Ehrlichkeit und somit um die Liebe ist es jedoch besonders schade.</p>
<p>Oft ist derzeit die Rede von der Bindungsunfähigkeit der heutigen Generation (was auch immer das sein mag: eine Generation). Den 16- bis 25-jährigen wird jedenfalls vielerorts attestiert, dass sie die Liebe durch Tinder und „ONS“ verlernt oder ersetzt hätten. Man würde sich maximal von Freitagabend bis Samstagmorgen binden, da man den Rest der Woche ohnehin mit anderen Unflätigkeiten zu tun hätte.</p>
<p>Ich halte all das für eine schlechte, zumindest jedoch verkürzte und somit unzutreffende Beobachtung. Ich glaube nicht, dass wir die Liebe durch Kurzweiligkeiten verlernt oder digitale Ausflüchte ersetzt haben, vielmehr haben wir die Notwendigkeit, ehrlich gegenüber uns selbst und loyal gegenüber anderen zu sein, als Bedingung der Liebe schlicht aus dem Blick verloren. Die Technik und „unser“ Verhalten ist das Phänomen, nicht jedoch das Problem dieser Tatsache.</p>
<p>Heute ist jede Beziehung eine Fernbeziehung, selbst dann, wenn beide Partner in einer Stadt, vielleicht sogar in einer Wohnung leben. Alles läuft über gemittelte Kommunikation, Filter und Messenger.</p>
<p>Problematisch sind aber nicht die beiden blauen Hacken hinter unseren Nachrichten, sondern das, was wir aus all dem machen. Dieses ganze „Ich habe ihre Nachricht gelesen, antworte ihr aber erst später, weißt Du. So glaubt sie nämlich, dass ich ein Leben habe.“ Ja! Aber nein! All diese Verhaltensweisen sind Taktiken, um den anderen auf Distanz zu halten. Aber am Ende spielen da doch nur zwei Menschen mit einem vermeintlichen Gegenüber, das es so doch gar nicht gibt. Beide spielen dieses Spiel, während das, was entstehen könnte, bei all der Abgeklärtheit langsam verkümmert. Unsere Herzen werden so hart und es ist so traurig.</p>
<p>Unser Problem sind also nicht die offenen Beziehungen, die Pornos oder Tinder. Unser Problem ist, dass wir uns selbst für zu wichtig halten, dem anderen zeigen müssen wie distanziert und cool wir sind und dass wir alles im Griff haben. Unser Problem ist, dass wir nicht sagen, dass wir das Konzept einer offenen Beziehung total scheiße finden. Unser Problem ist, dass wir nicht sagen, dass wir das Konzept einer offenen Beziehung total super finden, wenn wir es denn tatsächlich so meinen.</p>
<p>Ich glaube, dass wir wieder mehr wagen sollten, ehrlicher und loyal sein sollten. Mach jetzt dem Boy oder dem Girl aus dem Club keinen Antrag, aber wenn du jemanden wirklich magst und es bei dieser Person auch so ist, na dann los: Knutschen! Man kann es mit dem dänischen Philosophen Kierkegaard sagen und dass man mehr springen sollte. Sich gegen alle Vernunft einfach unverhohlen hineinstürzen in das, was vielleicht entstehen mag. Oder man sagt es mit dem Werbeslogan von Nike etwas: Just Do It! Vollkommen egal.</p>
<p>Die traurigsten Liebesgeschichten sind also die, die nicht geschrieben werden, weil man wartet, bis der andere schreibt. Man ist Narzisst in dem Glauben, dass der andere es schon richten wird, dass man selbst so interessant ist, dass der andere den Cliffhanger schon ertragen wird, ja ihn sogar will.</p>
<p>Sind wir ehrlicher, denn wenn wir das nicht mal mit uns selbst und im Umgang mit den Menschen schaffen, die wir lieben, wo dann?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>In diesem Video redet Paula <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/09/paula-ueber-die-liebe/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>über die Liebe</strong></a>.</li>
<li>Hier findet ihr eine Geschichte über eine kurze, aber intensive Verbindung zweier Menschen – und <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/03/blaurotgruen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">warum diese trotzdem nachwirkt</a>.</strong></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Frauenbild im Rap oder: Pazifisten, die auf Leinwände starren</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/01/frauenbild-im-rap-oder-pazifisten-die-auf-leinwaende-starren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jan 2017 08:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Klischees]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Rap]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=7714</guid>

					<description><![CDATA[Halt stopp! Bevor Du dieses Stück Meinung zu lesen beginnst, möchte ich noch kurz etwas dazu sagen. Ich beziehe mich mit allen im Text geäußerten Aussagen auf die Art von Rap, die derzeit in Deutschland nachweislich die populärste ist und überwiegend von weißen Männern mit großen Muskeln sowie — wenn man den Herrschaften Glauben schenken]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><i>Halt stopp! Bevor Du dieses Stück Meinung zu lesen beginnst, möchte ich noch kurz etwas dazu sagen.</i></strong></p>
<p><span id="more-7714"></span></p>
<p><i>Ich beziehe mich mit allen im Text geäußerten Aussagen auf die Art von Rap, die derzeit in Deutschland nachweislich die populärste ist und überwiegend von weißen Männern mit großen Muskeln sowie — wenn man den Herrschaften Glauben schenken darf — anderen übergroßen Körperteilen produziert wird.</i></p>
<p><i>Natürlich gibt es auch andere Künstler und Künstlerinnen, die einen wesentlich differenzierteren Zugang zur Kunstform und den darin vermittelten Geschlechtsbildern haben, was man auch auf MeinTestgelände eindrucksvoll sehen kann.</i></p>
<p><i>Hier nur <strong>ein paar Links</strong>, die man sich ansehen sollte:</i></p>
<ul>
<li><strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/04/girls-and-boys-day-song-videorelease/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.meintestgelaende.de/2016/04/girls-and-boys-day-song-videorelease/</a></strong></li>
<li><strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/author/jenny/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.meintestgelaende.de/author/jenny/</a></strong></li>
<li><strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/12/gender-rules/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.meintestgelaende.de/2015/12/gender-rules/</a></strong></li>
</ul>
<p><i>Jedoch bin ich eben der festen Überzeugung, dass es keinem hilft, nichts ändert und niemanden zu neuen Einsichten bringt, wenn man sich nicht aus dem eigenen Echoraum, der eigenen Komfortzone, seiner Filterblase begibt. Man stellt sich entgegen eventueller Intuitionen nicht in den Verdienst eines gesellschaftlichen Wandels, wenn man sich gemeinsam mit den wenigen selbst bespiegelt, die die Notwendigkeit des Wandels bereits verstanden haben. Man muss die taube Masse adressieren, diese ansprechen und zu einem Umdenken, zu Handlungen bringen.</i></p>
<p><i>Natürlich kann man sagen, dass es doch Frauen im Rap gibt, die feministische Texte performen. Natürlich kann man auch sagen, dass nicht alles schlecht ist. Natürlich kann man das machen, aber dann denkt und redet man eben an der tatsächlichen Öffentlichkeit vorbei, die eine grundlegend andere Realität hat.</i></p>
<p><i>Man nehme nur den Kanal JuliensBlogBattle, auf dem auch dieses Jahr wieder das gleichnamige Battlerap-Tournier stattfindet und in dem in diesem Jahr schon mehrere Male von einem „Tittenbonus“ [mein Computer wollte „Tintenbonus“ aus diesem Wort machen, was für ihn spricht] für die einzige weibliche Teilnehmerin die Rede war. Und auch wenn es traurig ist, aber Juliens Videos haben horrende Aufrufzahlen. Das ist die Wirklichkeit, in der viele Jugendliche musikalisch sozialisiert werden. Wenn man also nach der Lektüre des unterstehenden Artikels das Gefühl hat, dass ich die Realität der Beiträge auf MeinTestgelände nicht abbilden würde, so liegt man damit ganz richtige, weil das nicht mein Anliegen ist. Ich möchte nämlich gerade die Realität abbilden, mit der man sich als Rapmusik-Fan konfrontiert sieht und mit der man unter umständen in einer Art und Weise nicht einverstanden ist.</i></p>
<p><strong><i>Wir sollten die positiven Beispiele nicht außer Acht lassen, aber auch nicht meinen, dass man die Mehrheit nicht mehr thematisieren darf, weil es jetzt eine kleine Anzahl an erfreulichen Gegenläuferinnen und Gegenläufern gibt.</i></strong></p>
<p><i>Dieser Vorspann ist jetzt schon viel zu lang und dennoch muss ich noch eines sagen, was auch im Artikel selbst nochmal thematisiert wird: Es ist eine gute Sache, wenn man mit einer Agenda selbst in den Rap geht und andere Texte macht, als sie derzeit in die Ohrmuscheln der meisten gespült werden, aber lest selbst, oder, wenn euch das schon gereicht hat, hört euch „Pro Homo“ von Sookee und Tapete an. Mehr braucht ihr auch eigentlich nicht. </i></p>
<p><i>//////</i></p>
<p>Ich habe Gesprächsstoff dabei und möchte direkt mit der Türe in den Flur stolpern:</p>
<p>Ich glaube nämlich, dass Rap nicht der richtige Ort ist, um das gesellschaftliche Frauenbild zu ändern. Ja, ich glaube sogar, dass Rap der gänzlich schlechteste Ort ist, um von außen eine feministische Agenda anzubringen, eine gender-sensitive Botschaft oder ein gutmenschliches Anliegen zu vermitteln.</p>
<p>Folgendes ist Grund dieser Überzeugung: Eines der Grundpfeiler des Rap ist die Selbstdarstellung. Die Künstler prahlen mit Schmuck, ihren Skills oder damit, wie krass sie die Gegner gleich mit ihren Lines zerlegen werden. Das Battle lebt von überzogenen Sprüchen und herben Beleidigungen. Der Gegensatz von “Ich bin die absolut großartigste Person im Raum und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch die übermächtigste Existenz des Kosmos!”, und “Ihr alle seid dort drüben und nicht beachtenswert”, ist dem Rap so tief einbeschrieben, dass er ihm beinahe äquivalent ist.</p>
<p>Aus dieser Grundstruktur der Kunstform folgt, dass die Beleidigung und die Diffamierung anderer ebenso zu ihr gehört wie der Beat und das Mikrofon. Ob da Frauen als “Hoes”, oder Männer als “Lappen” beschimpft werden, ist zweitrangig und auch keiner wirklichen Kritik würdig, da es sich — und das ist der Punkt — bei jedem Rapper und jeder Rapperin um eine Kunstfigur handelt.</p>
<p>Gegen das im Rap transportierte Frauenbild zu sein, ist demnach so, als würde man sich als Pazifist vor ein Kino stellen und gegen den Mord demonstrieren, der auf der Leinwand stattfindet.</p>
<p>Natürlich könnte man einwenden, dass jede Kunst wiederum Einfluss auf die Gesellschaft nimmt, dann jedoch, macht man ein wesentlich größeres Fass auf. Denn was ist dann mit all den schwachen Frauenrollen in Filmen, einer Kunstform also, die wesentlich mehr Menschen erreicht und subversiv wirkt, weil sie die Darstellung nicht so offensichtlich überzieht? Wenn jemand in einem Raptrack sagt, dass meine Mutter so dumm sei, dass sie denke, dass USB das Nachbarland der USA wäre, dann ist das so weit weg von allem, dass es lustig wird und weder meine Mutter, noch mich wirklich beleidigt. Was ist aber, wenn in Filmen zum fünfzigstenmal gezeigt wird, dass Mädchen gefälligst todtraurig zu sein haben, wenn “er” (oh man “Eeeheeer!!!” [heult] ) nicht schreibt. Natürlich schafft das ein Abhängigkeitsdenken. Ein Bild des unterwürfigen und alleine beinahe nicht lebensfähigen Mädchens.</p>
<p>Anstatt also normative Setzungen gegen die Raptexte bestimmter Künstler machen zu wollen, sollte man sich überlegen, warum die Anzahl der Frauen nicht nur im Rap weit unter der Anzahl der Männer liegt, denn fehlende Frauen sind ein Problem des gesamten Kulturbetriebes.</p>
<p>Versucht doch nur mal drei berühmte Maler aufzuzählen. Kein Problem, oder?</p>
<p>Picasso, Dix, Monet. Boom!</p>
<p>Und drei bekannte Malerinnen?</p>
<p>…….…Frida Carlo…? Nun…</p>
<p>Das Spiel nimmt im Bezug auf Philosophinnen und Wissenschaftlerinnen übrigens ein ganz ähnlich bedrückendes Ende.</p>
<p>Wenn man das Frauenbild gesellschaftlich verändern möchte, hat man also meiner Meinung nach 99 Möglichkeiten, von denen ich gerne zwei nennen möchte und Rap ist keine davon:</p>
<p>1. Du bist selbst eine Frau und beginnst in der besten Dir möglichen Weise auf die Gesellschaft einzuwirken. Egal was! Du bist es, du kannst es! Do it!</p>
<p>2. Du bist ein Mann und versuchst Dein Umfeld so zu gestalten, dass Frauen es weniger schwer haben, mit Männern umzugehen, die es noch nicht verstanden haben.</p>
<p>Ich glaube, dass wir uns mehr sorgen um Politiker machen sollten, die sich durch Beleidigungen und Halbwahrheiten langsam aber sicher die Methoden des Rap für ihren Wahlkampf aneignen als um Rapper und Rapperinnen, die das tun, was ihre Artform von ihnen verlangt.</p>
<p>Rap ist wie Theater und jede andere Äußerung von Kunst auch: ein zeitlich und räumlich beschränktes Spiel. Wenn Kollegah die Bühne verlässt, ist er wieder Felix Blume. Wenn Cro die Maske absetzt, ist er wieder Carlo.</p>
<p>Veränderung in der Welt gibt es nur durch Veränderung in der Welt.</p>
<p><i>//////</i></p>
<p><strong><i>Sorry, ich bin es doch nochmal kurz. Hier wird ohnehin zu wenig diskutiert. Was seht ihr anders? Liege ich grundlegend falsch? Warum?</i></strong></p>
<p><strong><i>Wir müssen reden, Schatz? Na dann aber los!</i></strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie im Kindergarten</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/12/wie-im-kindergarten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Dec 2016 08:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Benachteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=7622</guid>

					<description><![CDATA[Rache ist süß? Süß vielleicht, aber bestimmt nicht gerecht. Sich für Kränkungen bei Menschen zu rächen, die mit ebendieser Kränkung überhaupt nichts zu tun haben &#8211; das lässt nur die Spirale der unsinnigen Rache weiterdrehen. Statt zurückzuschlagen sollte man es wirklich besser machen, findet Dominik.  Als ich in der 6. Klasse war, gab es die]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Rache ist süß? Süß vielleicht, aber bestimmt nicht gerecht. Sich für Kränkungen bei Menschen zu rächen, die mit ebendieser Kränkung überhaupt nichts zu tun haben &#8211; das lässt nur die Spirale der unsinnigen Rache weiterdrehen. Statt zurückzuschlagen sollte man es wirklich besser machen, findet Dominik. </strong></p>
<p><span id="more-7622"></span></p>
<p>Als ich in der 6. Klasse war, gab es die großen Jungs aus der 9. Klasse. Sie besaßen Körper, die in jeder Dimension die doppelten Maße des eigenen besaßen, liefen dreimal so schnell wie man selbst und schossen so hart, dass man einige Ballkontakte mit Mitschülern durchaus an die Pannenshow hätte schicken können (Mögliche Titel: Ball vs. Gesicht — Ball 1, Gesicht 0 o.ä.). Dennoch sind mir die Großen bis heute besonders dadurch im Gedächtnis geblieben, dass sie uns jede Pause mit steter Beharrlichkeit den Ball klauten und ihn über die Zäune in die Hecken schossen. Die Hecken hatten Stacheln und der Zaun war sehr hoch, doch das, denke ich, versteht sich ziemlich von alleine.</p>
<p>Natürlich war man sauer auf die Großen, die man ob ihrer Dribblingkünste auf der einen Seite zwar wirklich bewunderte, auf der anderen jedoch für eben diese unsinnigen Aktionen zutiefst verachtete. Natürlich arrangierte man sich mit der Zeit, indem man irgendwann einen zweiten Ball mitnahm oder sich einer zu den Hecken stellte, damit die „Neunies“ (pubertierende Kinder sind die besten) irgendwann den Spaß verloren.</p>
<p>Doch dann, als wir selbst in die neunte Klasse kamen, schien mit dem ersten Handy, der ersten Freundin und mit der Abgewöhnung einer Unzahl uncooler Dinge auch eine gewisse Amnesie einzusetzen. Einige meiner Mitschüler begannen selbst, den Kleineren den Ball zu klauen und ihn in die Hecken zu schießen, was ich wirklich nicht verstanden habe. Und zwar auf eine andere Art nicht verstanden, als ich den Satz des Pythagoras zu Beginn nicht geschnallt habe. Es war ein Unverständnis, das tiefer saß und sich bis zum heutigen Tag nicht lösen lässt.</p>
<p>Wie kann es sein, dass man sich für eine Kränkung an Menschen rächt, die mit dieser Kränkung rein gar nichts zu tun haben? Und noch viel schlimmer: Wie kann man nicht sehen, dass man so die Spirale der unsinnigen Rache stetig weiterdreht? Denn natürlich werden auch diese Sechstklässler älter und somit ebenso zu Balldieben und Piesackern. Genauso wenig wie das Verhalten meiner Mitschüler verstehe ich das Verhalten vieler Männer gegenüber Frauen und Frauen gegenüber Männern in Führungspositionen, welches, glaube ich, einer ganz ähnlichen und ebenso falschen Logik folgt. Oft macht es den Anschein, dass Sexismus ein typisch männliches Problem sei, was meiner Meinung nach jedoch keine treffende Beobachtung ist. Vielmehr scheint Sexismus kein geschlechtsspezifisches Phänomen zu sein, sondern vielmehr mit der Verlockung gesellschaftlicher Macht einherzugehen. Wer die Möglichkeit hat, nach unten zu treten, weil ihm*ihr einst von oben herab Leid zugefügt wurde, nutzt diese Möglichkeit. Nur bestraft man auch hier nicht die Täter, sondern andere, die wiederum die eigene Handlungsweise an Dritten wiederholen. Es ist ein Teufelskreis, den man mit logischem Menschenverstand durchbrechen könnte, wenn, ja wenn da die Emotion und das eigene Ehrgefühl nicht wären.</p>
<p>Vor Kurzem habe ich an der von Zeit Online organisierten Veranstaltung Z2X teilgenommen, die, das sei voraus gesagt, eine wirklich gute und gewinnbringende war. Dennoch erstaunte mich, dass unter den 500 Teilnehmer*innen eine extreme Feindlichkeit gegenüber älteren Menschen in Führungspositionen herrschte. Wo man gendersensibel war und sich umfassend tolerant im Umgang mit Menschen jeglicher Herkunft und körperlicher Verfasstheit zeigte, zog man umso härter über „die grauen alten Säcke in den bequemen Stühlen“ her. Nun ist es für jede Generation normal, dass sie sich von der vorherigen abzustoßen versucht, jedoch kann dies nur gelingen, wenn man einen Diskurs eröffnet und ihn nicht durch Beleidigungen und andere Blockiermechanismen schon von vornherein verstellt.</p>
<p>Auch scheint die Sensibilität für Sexismusprävention in vielen Bereichen nur in eine Richtung ernstgenommen zu werden: Frauen müssen geschützt werden, das ist selbstredend richtig. Noch immer leiden viel zu viele Frauen unter ihren Ehemännern (schaut in die Wohnzimmer), unter ihren Chefs (schaut in die Büros) und unter ihren Freunden (schaut in die Chats mit der besten Freundin). Doch wird mit einem alleinigen Umdenken hinsichtlich der Beziehung Mann-Frau keine bessere Gesellschaft erreicht werden. Ebenfalls vor gar nicht so langer Zeit verbrachte ich einen Sonntagnachmittag im Mauerpark Berlin und sah eine Akrobatin, die tänzerische Elemente mit komödiantischen Einlagen mischte. Wie es dieses Genre so will, holte sie sich für eines ihrer Kunststücke einen Freiwilligen aus dem Publikum, für dessen Auswahl sie den Bizeps verschiedenen Männer prüfte. „Holla die Waldfee“, könnte man da sagen „das ist ein Spaß! Der Stärkste darf die Stange halten. Und der freut sich doch, wenn er seine Muskeln zeigen kann, sonst hätte er sie ja gar nicht und würde sie auch nicht so zeigen.“ Jedoch kippt das Szenario relativ schnell, wenn man sich vorstellt, die Akrobatin wäre ein Akrobat und dieser würde den Hüftumfang verschiedener Frauen messen, da die Freiwillige körperlich fit sein muss.</p>
<p>Man sieht schnell, dass oft mit zweierlei Maß gemessen wird, je nachdem, ob Macht besessen oder Macht ausgeübt wird.</p>
<p>Oft wird nun an dieser Stelle der Einwand vorgebracht, dass Frauen nun lange genug die Pein ertragen hätten, die Männer über sie verübten und dass sie nun zurückschlagen dürften. Das ist jedoch kein wirklich guter Einwand, wenn man es sich recht überlegt. Man merkt das bereits an der Rhetorik. Mit „zurückschlagen“, wurde bis jetzt nur sehr selten irgendetwas besser gemacht. Viel mehr geht man dann noch einen Schritt in der Klassenstufe zurück, bis man tatsächlich wieder in die Vorschule plumpst und sich fragen muss, wer denn jetzt nun angefangen hat.</p>
<p>Tom muss also aufhören, die Lisa mit Sand zu bewerfen. Lisa darf ihn aber auch nicht, wenn er doch eventuell gerade dabei ist seinen Fehler einzusehen, an den Haaren ziehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Sexismus ganz klar abgedruckt im Baumarkt: <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/05/gegenderte-produkte-ein-zollstock-namens-bjoern/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><u>Ein Zollstock Namens Björn</u></a></li>
<li>Eigene Sexismuserfahrungen anonym teilen und aktiv werden: <a href="http://alltagssexismus.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">alltagssexismus.de</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Was ist Männlichkeit?“ Eine endgültige Antwort</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/09/was-ist-maennlichkeit-eine-endgueltige-antwort/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2016/09/was-ist-maennlichkeit-eine-endgueltige-antwort/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Sep 2016 08:28:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=7303</guid>

					<description><![CDATA[Männlichkeit: Was dieser Begriff eigentlich bedeuten soll, das fragen sich nicht nur Jungen und Jugendliche, sondern auch erwachsene Männer. Einer davon ist unser Autor Dominik. Mit seinem neuen Text versucht er, der leidigen Diskussion ein Ende zu setzen. Es liegt in der Natur großer Fragen, dass man nur schwer wirklich gute Antworten auf sie findet.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Männlichkeit: Was dieser Begriff eigentlich bedeuten soll, das fragen sich nicht nur Jungen und Jugendliche, sondern auch erwachsene Männer. Einer davon ist unser Autor Dominik. Mit seinem neuen Text versucht er, der leidigen Diskussion ein Ende zu setzen.</strong></p>
<p><span id="more-7303"></span></p>
<p>Es liegt in der Natur großer Fragen, dass man nur schwer wirklich gute Antworten auf sie findet. Sobald man zum Wesensgrund eines solch komplexen Gegenstandes vordringen will und sich beispielsweise fragt, was Wahrheit, was Liebe, was und wer und ob #keinplan überhaupt Gott ist, werden die Antworten ganz schnell sehr unbefriedigend. Natürlich kann man sagen, dass der Satz „Ich existiere“, wahr ist, dass wir uns alle, auf die eine oder andere Weise, schon einmal verliebt haben und dass sich viele Menschen sehr sicher im Bezug auf eine Kraft sind, die größer ist als sie und alles hier. Und dennoch bringen einen all diese Antwortversuche keine wirkliche Gewissheit. Man hat das Gefühl, den Geschmack von Honig mit dem Zählen aller Bienen erklären zu wollen.</p>
<p>Ganz ähnlich scheint es sich zunächst auch mit der Frage: „Was ist Männlichkeit?“ zu verhalten. Weite Teile der Werbe- und Filmindustrie z.B. vermitteln ein Bild vom starken, souveränen Macher. Von jemandem, der so viele Muskeln hat, dass er andere problemlos durch die Luft werfen kann (wichtiger noch: dies scheinbar auch darf) und der höchstens ironisch, eigentlich aber niemals weint.</p>
<p>Hört man sich dann jedoch einmal im persönlichen Umfeld zu der Frage um, kommt man schnell auf ganz andere Punkte zu sprechen. Wenigen ist es wirklich wichtig, dass ihr Partner oder der beste Buddy sie durch die Gegend werfen kann. Wenige bestehen darauf, dass der beste Freund eine Person nicht zu brechender Souveränität ist. Dafür scheinen Fähigkeiten wie gutes Zuhören, Einfühlungsvermögen, Humor und Geselligkeit eine Rolle zu spielen. Was ist also das, was wir Männlichkeit nennen, wo es so viele verschiedene Faktoren gibt, die sie auszumachen scheinen?</p>
<p>Obwohl die Frage nach dem Wesen der Männlichkeit wie oben angedeutet zunächst aussehen mag wie eine jener Fragen, die ihren philosophischen Charakter und ihre Größe maßgeblich durch ihre Unbeantwortbarkeit erhalten, glaube ich, dass es sich mit dieser Frage grundlegend anders verhält. Die Frage nach Männlichkeit steht nicht in einer Reihe mit den bedeutenden begriffstheoretischen Fragen der Menschheitsgeschichte, sondern ist verwandt mit Fragen wie: Was ist das nur für 1 Life? Darf man Rabadaba Ding Ding Dong? Sollten die USA den Todesstern bauen? Fragen also, die zwar ebenso schwer, vielleicht sogar unmöglich zu beantworten sind, dies jedoch aus einem ganz anderen Grund: sie sind, so wie sie gestellt werden, schlicht unsinnig.</p>
<p>Die Art und Weise, wie wir heute nach dem Bild und somit nach der Männlichkeit an sich fragen, hat zwei grundlegende Probleme. Wir fragen nämlich eigentlich nicht, was Männlichkeit heute ist, sondern was sie sein sollte. Das Konzept der Männlichkeit wird nicht als ein beschreibendes, sondern als ein vorschreibenden verstanden. Hier liegt auch der Grund, warum so viele Jungen, junge Männer und auch Männer (machen wir uns da keine Illusionen) ein so großes Identifikationsproblem haben. Man kann sich angesichts all der Anforderungen, die von der Männlichkeit gestellt werden, nicht komplett fühlen. Kein Mensch erfüllt im wirklichen Leben das Ideal eines muskelbepackten Zuhörers, der, während er als Kunstinteressierter den Feuilleton lesend, den Müll rausbringt und auf dem Weg nach oben noch Rosen kauft. Was nach einer Frage aussieht, und sich auch gerne als solche verstanden weiß, ist eigentlich eine Vorschrift.</p>
<p>Das andere Problem, das sich bei dem Fragen nach Männlichkeit ergibt, ist die Unsinnigkeit der Trennung von der Frage, was Weiblichkeit ist. Es ist ein Irrglaube, dass man die Rolle des einen ohne den Kontext des anderen verstehen könnte. Ändert sich eines, ist auch das andere betroffen. Die Konsequenz aus der Frage nach Männlichkeit muss also auch die Frage nach Weiblichkeit und somit die Frage nach der Berechtigung der Gendergrenze überhaupt sein. Auf diese Frage ist glaube ich eine sehr gute und einfache Antwort zu geben: Die Gendergrenze ist unsinnig.</p>
<p>Wer nach Gender fragt, fragt im Grunde nicht, sondern will Zuschreibungen machen. „Heidi Klums Sixpack! Ist das noch weiblich?“, ist keine Frage, sondern eine Äußerung mit unterschwelliger Wertung. Es gäbe unzählige Beispiele, die in eine ganz ähnliche Richtung gehen.</p>
<p>Lassen wir also die Frage nach Männlichkeit und Gender fahren und konzentrieren uns auf eine wirkliche Frage ohne vorschreibende Implikationen, die im Bestfall auch tatsächlich etwas hilft. Vielleicht sollten wir also nicht mehr über den idealen Mann und die perfekte Frau sprechen, sondern das anstreben, was uns zu glücklichen und guten Menschen macht. Ein guter Mensch wäre dann z.B. ein solcher, der die eigene Meinung zwar wertschätzt, sie souverän vertritt und hinter ihr steht, der jedoch auch anderen zuhört und deren Standpunkte ebenso in die Findung des eigenen miteinbezieht. Und glücklich, so könnte man sagen, ist diejenige Person, die mit ihrer physischen Erscheinung so zufrieden ist, dass sie erfolgreich durch den Tag und im Bestfall durchs Leben kommt.</p>
<p>Vielleicht sollten wir also wirklich den nötigen Mut aufbringen und die Grenze, die Gender in den Köpfen einzieht, überwinden, um zum dahinterliegenden freien Feld des guten und glücklichen Menschen zu kommen, an den es zwei Fragen gibt, die ohne einheitliche Erwartung gestellt werden und an denen eventuell wirklich eine bessere und glücklichere Gemeinschaft von Menschen erwachsen kann:</p>
<p>Was macht dich glücklich?</p>
<p>Was macht dich gut?</p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Im Theaterstück<a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/08/7155/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> <u>Was ist männlich?</u> </a>nähern sich die Schauspieler der Frage aller Fragen mit Humor</li>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2014/04/2549/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><u>Saufen, rülpsen, rotzen</u></a>: Was Männlichkeit nicht unbedingt sein muss, lest ihr in diesem Text der story-teller.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.meintestgelaende.de/2016/09/was-ist-maennlichkeit-eine-endgueltige-antwort/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schönheit &#8211; eine Zugabe</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/03/schoenheit-eine-zugabe/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2016/03/schoenheit-eine-zugabe/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Mar 2016 08:00:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Schönheit]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=6194</guid>

					<description><![CDATA[Poetry Slammer Dominik hat versucht &#8222;schön&#8220; zu sein und dazu gleich mal grandios geslammt! Warum ihr den schlafenden Bodybuilder in den Arm nehmen, und was ihr euch das nächste Mal vorm Spiegel sagen solltet, seht ihr hier! Grandios!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Poetry Slammer Dominik hat versucht &#8222;schön&#8220; zu sein und dazu gleich mal grandios geslammt! Warum ihr den schlafenden Bodybuilder in den Arm nehmen, und was ihr euch das nächste Mal vorm Spiegel sagen solltet, seht ihr hier! Grandios!</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.meintestgelaende.de/2016/03/schoenheit-eine-zugabe/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Unerhörte aussprechen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/01/das-unerhoerte-aussprechen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jan 2016 09:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Benachteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=5952</guid>

					<description><![CDATA[Entweder ich habe etwas sehr falsch verstanden, oder der Feminismus – zumindest wie ich ihn wahrnehme – stellt immer noch nicht alle wichtigen Fragen! Versteht mich nicht falsch, grundlegend ist jede Aktion wichtig, die in der Intension zu mehr Gleichberechtigung führen soll, aber vielleicht geht eine Forderung wie &#8218;Gleichen Geld für gleiche Arbeit&#8216; einfach nicht]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Entweder ich habe etwas sehr falsch verstanden, oder der Feminismus – zumindest wie ich ihn wahrnehme – stellt immer noch nicht alle wichtigen Fragen!</p>
<p>Versteht mich nicht falsch, grundlegend ist jede Aktion wichtig, die in der Intension zu mehr Gleichberechtigung führen soll, aber vielleicht geht eine Forderung wie &#8218;Gleichen Geld für gleiche Arbeit&#8216; einfach nicht weit genug.</p>
<p>Vielleicht findet der grundlegender Wandel im Denken nicht statt, weil man die unerhörten Dinge unausgesprochen lässt, weil sie so klar, so unantastbar festgeschrieben scheinen.</p>
<p>Vielleicht würde man weiter kommen, würde man den Status Quo nicht als Konstante, sondern als eine von Zufällen erzeugten Momentaufnahme verstehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>In dieser Denkrichtung könnte man dann nicht nur gleiches Geld für gleiche Arbeit, sondern auch eine Antwort auf die Frage fordern, was wir als Gesellschaft unter Arbeit verstehen und ob Arbeit dann immer auch Vergütung für diese miteinschließt?</p>
<p>Denn wenn dem so wäre, wir also Arbeit als eine Tätigkeit definieren, für die man entlohnt wird, sollten wir uns fragen, ob der Haushalt, die Hausarbeit keine Arbeit ist, da sie derzeitig keine Vergütung erfährt? Warum ist das so? Ist Waschen, Putzen Kochen keine Tätigkeit, für die man die Menschen, die sie verrichten, entlohnen sollte, weil am Ende keine Kulturleistung steht? Weil kein Auto, kein Panzer und kein Spielfilm dabei herauskommt?</p>
<p>Das, glaube ich, kann hier nicht der Grund sein, da die Führung des Haushalts natürlich eine Kulturleistung produziert. Nämlich die Bedingung der Möglichkeit des täglichen Lebens. Wer schon mal in einer mehr oder minder funktionierenden WG gewohnt hat, weiß wovon ich spreche und was es bedeutet, den Wasserhahn vor Geschirr nicht mehr zu finden und sich so der Grundlage eines normalen Tagesstarts beraubt zu sehen.</p>
<p>Doch wenn es nicht das am Ende scheinbar fehlende Produkt ist, das der Gesellschaft die Legitimation zu geben scheint, den Haushalt nicht als Arbeit wahrzunehmen, was ist es dann?</p>
<p>Vielleicht müssen wir weiter zurückgehen und die Struktur der Ehe betrachten.</p>
<p>Ja, vielleicht wird die Hausarbeit nicht bezahlt, weil unterschwellig der Haushalt noch immer als eine Tauschleistung von der Frau für den Mann gesehen wird, dass dieser für das Geld verdient und ihr ein Dach über dem Kopf gibt. (Was offenkundig defizitäres Denken ist!)</p>
<p>Aber hier geht es los, hier merkt man doch wie es zu knarzen beginnt, denn so wäre der Haushalt eine Tätigkeit, welche die Frau aus Liebe zum Mann verrichtet und deshalb keine Bezahlung dafür bezieht, beziehen soll.</p>
<p>Dann aber müssen wir uns über Liebe unterhalten, weil es in unserer Gesellschaft durchaus Tätigkeiten gibt, die eigentlich nur aus Liebe stattfinden und dennoch bezahlt werden.</p>
<p>Jede Dame, die ihren Körper verkauft, bietet etwas an, was für Gewöhnlich nur in einer irgendwie gearteten „Liebesbeziehung“ („Liebe“ im Sinne irgend einer zwischenmenschlichen Anziehung) stattfindet.</p>
<p>Es ist demnach nicht konsistent die Führung des Haushalts mit dem Argument unbezahlt zu lassen, dass es eine Tätigkeit sei, die eine Liebesfraktion aufgrund von Emotionen für den anderen ausführt und man so-etwas ja nicht bezahlen sollte, da Prostitution das Gegenargument liefert: Die Reinform einer Tätigkeit aus irgendwie gearteter Zuneigung, wird nämlich hier für Geld feil geboten, wogegen die Mehrzahl der Bevölkerung und die Gesetzgebung wenig zu haben scheint.</p>
<p>Und wenn man die Geschichte zum Abschluss noch von der anderen Seite erzählt, wird es noch unangenehmer, aber eben auch endlich relevant.</p>
<p>Der Beischlaf ist in unserem Wertesystem in mehreren Konstellationen geduldet: Beidseitige Gefühle ohne Bezahlung, einseitige Gefühle mit Bezahlung, beidseitige Emotionslosigkeit mit Bezahlung etc. Sobald jedoch eine oder beide Parteien keine wirkliche Bindung zum anderen haben, muss das Zwischenmenschliche durch Geld ersetzt werden. Ansonsten subsumieren wird den Akt unter den Tatbestand der Vergewaltigung.</p>
<p>Doch wie ist das im Haushalt? Wäre eine Frau, die die Hausarbeit verrichtet, obwohl ihr der Mann schon 15 Jahre zu viel ist nach dieser Sichtweise nicht auch in einer Gewaltsituation, da sie eine Tätigkeit, die eigentlich aus Liebe verrichtet wird, bei der jedoch Emotionen keine Rolle mehr spielen, unentgeltlich verrichten muss?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Hier tut es weh und hier merkt man auch, wie man dem Autor gerne unterstellen würde, dass man das mit dem und dem nicht vergleichen könnte. Aber genau diese Reaktion zeigt doch, dass es anfängt zu zwicken, dass sich etwas regt im Inneren und dass der Geist einen Bruch in unserem Denken wahrgenommen hat, den man eben nicht nur mit der Forderung nach dem Binnen-i kitten kann.</p>
<p>Mehr Unanständiges, Unerhörtes, Unsagbares aussprechen, fragen und fordern!</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Stellen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2015/11/stellen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Nov 2015 08:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Audios]]></category>
		<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Füße]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Liebeskummer]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=5782</guid>

					<description><![CDATA[Unser Autor Dominik erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der sich mit seinen verhassten Füßen aussöhnt, weil sie der Grund sind, warum er eine wunderbare junge Frau kennen- und lieben lernt: sie spricht ihn an und auf einmal sind die Zehen kein gefühlter Makel mehr sondern der Beginn einer Liebe. Am Ende muss er lernen,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unser Autor Dominik erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der sich mit seinen verhassten Füßen aussöhnt, weil sie der Grund sind, warum er eine wunderbare junge Frau kennen- und lieben lernt: sie spricht ihn an und auf einmal sind die Zehen kein gefühlter Makel mehr sondern der Beginn einer Liebe. Am Ende muss er lernen, dass auch andere Männer etwas haben, was fasziniert. Die Freundin ist weitergezogen, aber die Aussöhnung mit sich ist geblieben.</strong></p>
<p><span id="more-5782"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bekannte Kreise</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2015/09/bekannte-kreise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Sep 2015 08:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Benachteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Geflüchtete]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=5653</guid>

					<description><![CDATA[Ich bin mir nicht sicher, ob man auf Plattformen wie dieser noch sagen muss, dass das, was teils gerade in Deutschland im Zusammenhang mit Menschen, die hierherkommen um Hilfe zu suchen, passiert, nicht hinzunehmen ist. Ich glaube nicht. Menschen, die gute Gedanken haben, teilen dies nur allzu oft mit Menschen, die diese Gedanken bereits vollends]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin mir nicht sicher, ob man auf Plattformen wie dieser noch sagen muss, dass das, was teils gerade in Deutschland im Zusammenhang mit Menschen, die hierherkommen um Hilfe zu suchen, passiert, nicht hinzunehmen ist. Ich glaube nicht. Menschen, die gute Gedanken haben, teilen dies nur allzu oft mit Menschen, die diese Gedanken bereits vollends unterstützen, was eine eigentlich gute Tat (nämlich das Kundtun gerechtfertigter Überzeugungen) zu einer Selbstbeweihräucherung macht, in der man Toleranz zu verbreiten scheint, jedoch lediglich Potenzial verbrennt.</p>
<p>Was zu tun wäre? Sprachkurse für Rechtsgesinnte? „Das ist kein Sozialschmarotzer, das ist ein Mensch, genau wie du!“ Vielleicht. Es ist mit Respekt, Toleranz und Offenheit ähnlich, wie mit dem Wasser auf der Welt – es gäbe genug für alle, ist nur schlecht verteilt. Warum sollte man in der eigenen Küche einen Eimer mit Wasser volllaufen lassen und diesen dem Nachbarn vorbeibringen, wo dieser selbst einen Wasserhahn in 3 von 7 Zimmern besitzt und ein Auto hat, wenn er sich andere Getränke holen will?</p>
<p>Wasser muss dahin, wo es keine Brunnen gibt, Kuchen müssen den Leuten gebacken werden, deren Eltern das nicht tun und dass manche Ansichten jeglicher Grundlage entbehren, müssen die mitbekommen, die sie vertreten.</p>
<p>Denken ist gut, aber nicht in den immer gleichen Kreisen. Die Suppe das sein lassen, was sie ist und mal neue Teller holen gehen.</p>
<p>Natürlich ist dieser Text gerade noch an einer Stelle der Durchreise. Teilt ihn, kopiert und verändert ihn! Postet ihn auf Seiten, auf denen ihr glaubt, dass er Sinn machen könnte!</p>
<p>Raus aus bekannten Kreisen!!</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Burka-Debatte: Ein nicht ganz beliebiges Straßenbahngespräch</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2015/09/ein-nicht-ganz-beliebiges-strassenbahngespraech/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Sep 2015 08:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=5607</guid>

					<description><![CDATA[Zur Burka-Debatte gibt es unterschiedliche Positionen. Unser Autor Dominik hat eine klare Meinung. Warum es manchmal Sinn macht, die eigene Position in Frage zu stellen, lest ihr in dieser Kurzgeschichte. Vor Kurzem wurde ich in einer Münchner Straßenbahn in ein Gespräch verwickelt, in dem es thematisch nach Fussball (einem Bereich, in dem ich mir keine]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zur Burka-Debatte gibt es unterschiedliche Positionen. Unser Autor Dominik hat eine klare Meinung. Warum es manchmal Sinn macht, die eigene Position in Frage zu stellen, lest ihr in dieser Kurzgeschichte.</strong><span id="more-5607"></span></p>
<p>Vor Kurzem wurde ich in einer Münchner Straßenbahn in ein Gespräch verwickelt, in dem es thematisch nach Fussball (einem Bereich, in dem ich mir keine große Expertise zuschreiben möchte) relativ schnell darum ging, ob dass Tragen einer Burka die darunter befindliche Frau unterdrücken würde. Auch im Bezug auf diesen Diskurs maße ich mir nicht an wirklich Relevantes beitragen zu können, jedoch beschäftigt mich diese Konversation derart, dass ich sie hier gerne teilen möchte.</p>
<p>Nachdem mein Gegenüber und ich also drei Stationen mit der Suche nach dem besten Fussballverein zugebracht hatten (übrigens ohne Erfolg), stieg am Hauptbahnhof eine gänzlich verhüllte Frau ein, was mein Gesprächspartner sichtlich verunsicherte und zu besagtem, wie folgt vollzogenem Themenwechsel veranlasste.</p>
<p>„Wie man sich sowas als Frau gefallen lassen kann.“</p>
<p>„Was denn?“</p>
<p>„Sich so unterdrücken zu lassen. Die sieht doch gar nicht raus aus dem Sack.“</p>
<p>„Und was ist, wenn das Tragen dieser Burka ihre freie Entscheidung ist?“</p>
<p>„Das glaubst du doch selbst nicht! Wer macht denn sowas freiwillig?!“</p>
<p>Der Ton meines Gegenübers wurde lauter, weshalb ich versuchte leiser und einfühlsamer zu sprechen.</p>
<p>„Ich könnte mir das schon vorstellen. Vielen Frauen hier tragen eben sehr kurze Röcke, tiefe Ausschnitte und Hohe Schuhe, was absolut kein Problem, jedoch zumindest Letzteres mit körperlicher Anstrengung verbunden ist. Das ist keine leichte Sache. Beides nicht. Weder Burka, noch 10 Zentimeter hohe Hacken und das eine, wie das andere im besten Fall auf Selbstbewusstsein, im schlechteren auf Konventionen gegründet.“</p>
<p>‚Konventionen‘, dieses Wort hätte ich nicht sagen sollen, da mich mein Gegenüber misstrauisch ansieht. Ich beginne zu umschreiben.</p>
<p>„Wenn man sagt, dass eine Frau in einer Burka zu Objekten gemacht und so unterdrückt würden, weil sie sich nur komplett verhülle, da ihr dies von Männern vorgeschrieben würde, verstehe ich nicht, warum man nichts gegen halbnackte Mädchen auf circa jeder Werbetafel hat. Ob man nun jemanden direkt oder indirekt dazu veranlasst, sich aus- oder anzuziehen, ist kein großer Unterschied, hat jedoch eine, nämlich die entscheidende schlechte Sache gemein: Zwang durch Vorschriften, die man so nicht durchblickt und sie eben genau aus diesem Grund befolgt.“</p>
<p>„Ja aber da sehe ich doch lieber ein junges Mädchen im Bikini, als eine Vermummte.“</p>
<p>Das hat mich fertig gemacht! Wow!</p>
<p>„Aber genau darum geht es doch!“, entgegne ich.</p>
<p>„Wenn man so etwas sagt, ist man kein Stück besser, als der hypothetische Mann dieser verhüllten Frau. Man zwingt anderen etwas auf, was man gerne hätte, ohne deren Meinung auch nur im Geringsten zu erfragen. Richtig oder falsch liegt nicht in Burka oder nicht, sondern in der Frage, ob das eine oder das andere eine bewusste Entscheidung ist, oder nicht. Eventuell sind einige Frauen höherem Druck ausgesetzt als andere, was ihre äußere Erscheinung angeht. Das bedeutet aber weder, dass das Tragen einer Burka an sich schlecht ist, noch, dass freizügig gekleidete Mädchen zeitgleich und automatisch leichte Mädchen sind. Der Ansatzpunkt hier ist der Versuch, Gewalt in Familien und den gesellschaftlichen Druck einzuschränken und das trifft &#8211; und das versichere ich ihnen &#8211; nicht nur muslimische Haushalte. Mädchen nicht rein in die Burka oder raus aus möglichst viel Stoff, sondern alle zusammen rein in Programme und Räume, in denen sie lernen, wie sich zur Wehr setzten und eigene Meinungen bilden und durchsetzten zu können.“</p>
<p>Dann erreichen wir die Station Isartor und ohne ein weiteres Wort zu verlieren, steigt Gegenüber aus.</p>
<p>Ich bin meinem eigenen Redeschwall und dem plötzlichem Gesprächsabbruch meines Gegenübers durch Flucht geschuldet doch sehr erstaunt und versuchte mich zu sammeln, was mir bis jetzt nicht gänzlich gelungen ist.</p>
<p>Ein seltsames Gespräch an dessen Ende ich merkte, dass auch meine Gedanken hier nicht korrekt sind. Wie steht ihr zu gänzlicher Verhüllung und der Sexualisierung von Frauen in Werbung und Medien?</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Was Frauen tragen oder nicht tragen, sollte keinen Einfluss darauf haben, wie sie behandelt werden! In <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/07/von-hier-an-nackt/" target="_blank" rel="noopener">Von hier an nackt</a></span> setzt Fee ein starkes Zeichen gegen Sexismus.</li>
<li>Mit sexistischer Werbung befasst sich Tomasz in seinem Beitrag <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/04/sixt-die-sexisten-fruehlingsgefuehle/" target="_blank" rel="noopener">Sixt die Sexisten!#Frühlingsgefühle</a></span>.</li>
<li>Der Artikel <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.deutschlandradiokultur.de/islam-in-deutschland-burka-debatte-hat-sprengkraft-eines.1005.de.html?dram:article_id=363190" target="_blank" rel="noopener">Burka-Debatte hat Sprengkraft eines Attentats</a></span> liefert interessante Hintergründe zur Burka-Debatte in Deutschland.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Poetry Slam: Theaterstück des Lebens</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2015/08/theaterstueck-des-lebens/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Aug 2015 08:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=5556</guid>

					<description><![CDATA[Dominik beschreibt in seiner Performance das Leben als ein Theaterstück mit festen Rollenverteilungen und festen Erwartungen aneinander. Doch was passiert, wenn wir diese Rollenverteilung einfach mal an den Haken hängen und aus der Rolle fallen? Probiert’s aus. Mehr dazu: Mädchen, Junge, egal! Rollenklischees spielen bei der Berufswahl der Sänger*innen von Was geht Almanya?! keine Rolle: I]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dominik beschreibt in seiner Performance das Leben als ein Theaterstück mit festen Rollenverteilungen und festen Erwartungen aneinander. Doch was passiert, wenn wir diese Rollenverteilung einfach mal an den Haken hängen und aus der Rolle fallen? Probiert’s aus.</strong><span id="more-5556"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mädchen, Junge, egal! Rollenklischees spielen bei der Berufswahl der Sänger*innen von Was geht Almanya?! keine Rolle: <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/04/i-have-a-dream-live-im-radio/" target="_blank" rel="noopener">I have a dream</a></span>!</li>
<li>In die Rolle des “Ausländers” gepresst zu werden, darauf haben die HeRoes echt keinen Bock. In <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/06/top-5-die-nervigsten-sprueche-fuer-menschen-mit-migrationsvordergrund/" target="_blank" rel="noopener">Top 5. Die nervigsten Sprüche für Menschen mit Migrationsvordergrund</a></span> zeigen sie, warum.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Finde den Fehler im rechten Weltbild</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2015/07/finde-den-fehler-im-rechten-weltbild/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2015 08:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=5188</guid>

					<description><![CDATA[Dominik ist neuer Autor auf meinTestgelaende.de und legt gleich los mit seinem ersten Text. Auch Dominiks Autorenprofil ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Lest rein! Man stelle sich folgendes Szenario vor: Max: „Ich lebe nun schon seit ganzen drei Wochen vegan und gutes Essen ist mir sehr wichtig, aber jetzt brauche ich einfach erstmal]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dominik ist neuer Autor auf meinTestgelaende.de und legt gleich los mit seinem ersten Text. Auch Dominiks Autorenprofil ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Lest rein!</p>
<p>Man stelle sich folgendes Szenario vor:</p>
<p>Max: „Ich lebe nun schon seit ganzen drei Wochen vegan und gutes Essen ist mir sehr wichtig, aber jetzt brauche ich einfach erstmal eine Schnitzel von dieser Imbissbude da drüben. Kuck mal, kostet auch nur 1,80€! Voll gut!“</p>
<p>Würde ein solches Gespräch tatsächlich stattfinden, könnte man Max den Vorwurf machen, dass seinen Taten nicht mit seinen Meinungen nicht übereinstimmen („You don’t practice what you preach!“), was eine schwerwiegende, jedoch berechtigte Anschuldigung darstellen würde.</p>
<p>Max wird also vorgeworfen, dass sein Handeln nicht mit dem vereinbar sind, was er von anderen erwartet und nach außen hin vertritt.</p>
<p>Ein weiteres Beispiel, in dem ein derartiger Vorwurf Berechtigung findet, ist folgende Situation:</p>
<p>Vater/Mutter:</p>
<p>„Kind, du solltest nicht rauchen!“</p>
<p>[Währenddessen steckt er/sie sich selbst eine Zigarette an.]</p>
<p>Hier wäre zu fragen, wie der Elternteil glaubt seine Forderung rechtfertigen zu können, wo er ihr doch selbst nicht entspricht?</p>
<p>Sieht man sich mit dem Wissen um diesen argumentativen Fehler einmal die Ansichten und Handlungen von Menschen an, die ein stark konservatives, bis extremes Weltbild vertreten, wird dieser Fehler schnell und in vielerlei Ausführungen erkennbar.</p>
<p>Wie z.B. kann man ernstlich vertreten, dass Ausländern dem eigenen Land fern bleiben sollen, zugleich jedoch selbst Produkte aus eben diesen anderen Ländern konsumieren?</p>
<p>Wie kann man sich als national-rechtsradikale Gruppierung mit scheinbar Gleichgesinnten zu einem europaweiten Kongress treffen?</p>
<p>Wie kann man eine Kultur gegen äußere Einflüsse verteidigen wollen, obgleich auch diese überhaupt erst durch Einfluss so vieler äußerer Faktoren zu dem wurde, was sie ist?</p>
<p>All das sind Denkmuster, die ich nicht verstehe.</p>
<p>Für mich sehen diese Strukturen aus, als würden Menschen, die einer derartiger Auffassungen anhängen, den Fehler im rechten Bild einfach nicht sehen und partout nicht davon abweichen wollen, oder können. Ich möchte mich selbst keinesfalls als vorurteilsfreien Menschen bezeichnen, und dennoch glaube ich in den meisten relevanten Themengebieten zu erkennen, wenn die Giraffe rechts nur ein Ohr hat. Andere tun sich damit offenkundig schwerer. Für sie scheint in eigentlich unvereinbaren Positionen keine Unvereinbarkeit zu liegen.</p>
<p>Was also tun? In den Supermarkt gehen und auf alle Produkte, deren Inhaltsstoffe nicht zu 100% aus Deutschland kommen und die nicht in Gänze hier gefertigt wurden einen Warnhinweis kleben?</p>
<p>„Achtung! Ausländische Ware. Alle Mitbürger mit rechter Gesinnung bitte ganz hinter ans braune Regal. Dort gibt es noch Kartoffeln.“</p>
<p>Ist das die Lösung? Vermutlich nicht. Wie so oft, ist auch hier der Dialog und Bildung ein guter Ansatz, wie ich glaube.</p>
<p>Die Position Rechtsgesinnter ist falsch, doch muss man ihnen das in ihrer Sprache erklären. Die Positionen von Menschen mit rechtem Weltbild scheinen für diese genauso unumstößlich richtig, wie jene eines weltoffenen Bürgers. Ich glaube, dass hier tiefe Sozialisierungsprozesse eine Rolle spielen und man an diese nur mit einer gewissen Art von Verständnis herankommt.</p>
<p>In der Argumentationstheorie gibt es zu diesem Thema noch einen weiteren wichtigen Grundsatz: ob man eine Geschichte glaubt, oder nicht, hängt nicht von ihrer Vollständigkeit ab, sondern von ihrer inneren Stimmigkeit. Da man nun ein Weltbild mit wenigen Elementen schneller und zu einer scheinbar stimmigeren Geschichte formen kann, als eine umfassendere, wesentlich richtigere, liegt auf der Hand (ein Puzzle mit drei sehr großen und dicken Teilen ist robuster und schneller zusammengebaut, als ein 1000-Teile-Zeitvertreib). Daraus folgt, dass wer sich seine Welt ausschließlich durch wenige Vorurteile erklärt, scheinbar eine gute und sehr feste Erklärung von allem hat, obwohl dies nicht der Wirklichkeit entspricht und eine breiter aufgestellte Wissensgrundlagen die Widersprüche sofort entlarven würde.</p>
<p>Und deshalb, mehr miteinander reden! Auch wenn es schwer ist und obwohl die Mauern in den Köpfen gegenüber aussehen, als würden sie hoch und fest stehen.</p>
<p>Mehr diskutieren, offener werden und im Bestfall alle einsehen, dass eine Giraffe mit einem Ohr nicht gut hört.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
