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	<title>Männer &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Warum queere Frauen auch Männer lieben dürfen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Aurum]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Sep 2025 11:02:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
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					<description><![CDATA[Warum wird Frauen die Queerness abgesprochen, sobald sie mit einem Mann zusammen sind?Aurum&#8217;s Text wirft einen Blick auf Spannungen innerhalb der queeren Community, den Einfluss gesellschaftlicher Rollenbilder – und die Frage, wie wir Solidarität statt Ausgrenzung leben können. Auf meiner abendlichen Reise durch das Internet stolperte ich neulich über eine Meinung die ich in letzter]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Warum wird Frauen die Queerness abgesprochen, sobald sie mit einem Mann zusammen sind?</strong><br data-start="253" data-end="256" /><strong>Aurum&#8217;s Text wirft einen Blick auf Spannungen innerhalb der queeren Community, den Einfluss gesellschaftlicher Rollenbilder – und die Frage, wie wir Solidarität statt Ausgrenzung leben können.</strong><br />
<span id="more-17114"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">Auf meiner abendlichen Reise durch das Internet stolperte ich neulich über eine Meinung die ich in letzter Zeit in einer ähnlichen Form des öfteren lesen durfte: “Billie Eilish betrayed us in pride month because she’s dating a men” (übersetzt: Billie EIlish hat uns betrogen, weil sie mit einem Mann zusammen ist.) Doch um diese Aussage zu verstehen, werden zuerst einige Hintergrundinformationen benötigt. </span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Bei Billie EIlish handelt es sich um eine 24 Sängerin, die mit ihrer experimentellen Pop Musik die Massen begeistert und die Stadien zum Beben bringt. Zu ihrer queeren Identität äußerte sie sich erstmals in einem Interview mit Variety, indem sie erwähnte, dass sie Frauen attraktiv findet und sich zu ihnen hingezogen fühlt. Im Nachhinein äußerte sich Billie innerhalb ihrer Instastory, dass sie mit dem Umgang mit dieser Aussage und dem extremen Fokus auf ihr Coming-out unzufrieden war. Doch das Fazit der queers online war bereits besiegelt &#8211; Billie is for the girls and the gays. Jedoch hielt die anfängliche Ruhe, welche sich um Billies Sexualität legte, nicht lange an. Am 08.06.2025 kam es zu der Veröffentlichung von Bildern, auf denen Billie mit ihrem guten Freund Nat Wolff auf einem Balkon in Italien küssend gesichert wurde. Die Fotos waren ohne ihr Einverständnis aufgenommen und veröffentlicht worden und so bildete sich das Internet über Nacht eine Meinung, die scheinbar nicht klarer hätte sein können: “Billie Eilish betrayed us”.</span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Dies ist natürlich nicht der Fall, denn Queerness ist und bleibt ein Spektrum und inkludiert tatsächlich auch Menschen, welche mehr als ihr eigenes Geschlecht lieben können. Die viel spannende Frage hierbei ist jedoch, warum queere und insbesondere bisexuelle Frauen immer wieder mit Ausgrenzungen  innerhalb der Community rechnen müssen, sobald sie mit einem Mann zusammenkommen. Eine Ausgrenzung, die den Punkt erreicht, an dem die queere Identität komplett angezweifelt wird und ihnen mitgeteilt wird, dass ihre Anwesenheit bei pride Events nicht erwünscht ist.</span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Als einen der Hauptgründe, lässt sich sicherlich der äußerst schlechte Ruf von Männern im Allgemeinen nennen. Fast jede Frau und auch fast jede Person, die innerhalb ihrer Kindheit weiblich geprägt wurde, hat in ihrem Leben schlechte Erfahrungen mit Männern in Form von übergriffigem Verhalten, unangemessenen Kommentaren oder anderen Grenzüberschreitungem gemacht. Laut der Jugendtrendstudie 2025 des Instituts für Generationenforschung haben 0% der Frauen im Alter von 15 bis 30 Jahren keine Angst vor Männern. Auf die Frage, was sie tun würden, wenn es keine Männer mehr gäbe, werden häufig die alltäglichsten Dinge genannt, wie nachts ohne Angst unterwegs sein, oder die Outfits tragen, die sie eigentlich gerne anziehen würden. Und bei der Auswahl, ob sie lieber einen Mann oder einen Bär im Wald treffen wollen, lautet die Antwort oft Bär. Dieses Image haben sich die Männer jedoch selbst zu verdanken. Zu oft wird still geschwiegen, wenn der Kumpel jemanden vergewaltigt, und vielleicht waren sie sogar selbst schonmal übergriffig, wohlmöglich unbewusst. Bei diesen Aussagen handelt es sich natürlich um Verallgemeinerungen und keinesfalls um die Verurteilung jedes einzelnen Mannes &#8211; doch würdest du in einen Apfel beißen, wenn die Chance besteht, dass du vergiftet wirst?</span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Gegenüber dieser harschen Realität scheint die Erkenntnis, Frauen zu lieben geradezu wie der perfekte Ausweg. Eine Erleichterung, nicht mehr Teil einer Welt zu sein, in der sich alles um Männer dreht. So treten Phrasen wie “i hate men” oder “unfortunately I like men” innerhalb der queeren Community im Überfluss auf. Und ja, eine Möglichkeit, sich aus den patriarchalen Strukturen zu befreien, ist die komplette Verteufelung von jedem einzelnen Mann, doch es ist sicherlich nicht die eleganteste und effektivste Methodik. Denn bereits innerhalb der queeren Community kommt es so zu Diskriminerung. Zum Einen die bereits erwähnte Ausgrenzung von queeren und besonders bisexuellen Frauen, die sich in einer Beziehung mit einem Mann befinden. Zum Anderen natürlich auch die Männer, die sich aufgrund ihrer Sexualität oder Geschlechtsidentität zur queeren Community zugehörig fühlen. Das ständige darauf hinweisen, dass alle Männer schlecht seien, scheint mir genauso wenig zu einem gesellschaftlichen Fortschritt zu führen, wie der extreme Drang, jedes Mal darauf hinzuweisen, dass es auch gute Männer gibt. Tatsächlich glaube ich, es ist sinnfrei jeden einzelnen Mann als gut oder schlecht einkategorisieren zu wollen. Was mir hingegen gut gefällt ist der auf Social Media entstandene Trend um das Wort “Menners”. Die Abwandlung des Wortes Männer verkörpert alles was Frauen das Leben schwer macht und bietet die Möglichkeit, den Unmut über das Patriarchat auszudrücken, ohne dass sich gleich alle Männer angegriffen fühlen müssen. So entsteht eine Balance zwischen dem gerechtfertigten Drang von Frauen sich über die systematischen Probleme zu beschweren und  dem Existenzrecht von Männern und queeren Frauen in einer Beziehung mit Männern in queeren Räumen. </span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Letztlich besteht die Aufgabe der Männer jedoch darin, die Welt zu einem Ort zu machen, an dem sich alle und insbesondere Frauen wohlfühlen und sich queere Frauen nicht dafür rechtfertigen müssen, in einer Beziehung mit einem Mann zu sein. Denn schließlich werden Männer in eine Gesellschaft geboren, welche überwiegend für sie geschaffen wurde und diese Privilegien gilt es zu überdenken, um feministisch handeln zu können.</span><span data-ccp-props="{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}"> </span></p>
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			</item>
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		<title>Keine Liebe</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/08/keine-liebe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Celine]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Aug 2025 09:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[In einem neuen Gedicht von Celine geht es um Männer, die nah scheinen – und doch zerstören. Sie schreibt über das Verbiegen für Liebe, das Schweigen aus Angst – und den Weg zurück zur eigenen Stimme. Ich traf dich, nicht wie ein Blitz – sondern wie ein Nebel,leise, schmeichelnd, und doch erstickend.Deine Worte waren warm,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>In einem neuen Gedicht von Celine geht es um Männer, die nah scheinen – und doch zerstören. Sie schreibt über das Verbiegen für Liebe, das Schweigen aus Angst – und den Weg zurück zur eigenen Stimme.</strong><span id="more-17061"></span></p>
<p data-start="251" data-end="527">Ich traf dich, nicht wie ein Blitz – sondern wie ein Nebel,<br data-start="310" data-end="313" />leise, schmeichelnd, und doch erstickend.<br data-start="354" data-end="357" />Deine Worte waren warm, aber nur auf der Oberfläche.<br data-start="409" data-end="412" />Darunter: Kälte, Kontrolle,<br data-start="439" data-end="442" />ein Netz aus Schuld,<br data-start="462" data-end="465" />das du mir sacht um die Schultern legtest<br data-start="506" data-end="509" />wie einen Schal.</p>
<p data-start="529" data-end="576">Du nanntest es Nähe.<br data-start="549" data-end="552" />Ich nannte es Zweifel.</p>
<p data-start="578" data-end="820">Du fragtest mich: „Warum bist du so?“<br data-start="615" data-end="618" />Und ich fing an,<br data-start="634" data-end="637" />mich selbst zu hinterfragen,<br data-start="665" data-end="668" />zu zerlegen,<br data-start="680" data-end="683" />zu verbiegen,<br data-start="696" data-end="699" />damit ich in dein Bild passte –<br data-start="730" data-end="733" />ein Bild, das nur du gemalt hattest,<br data-start="769" data-end="772" />aus Angst, Macht<br data-start="788" data-end="791" />und deinem eigenen Schmerz.</p>
<p data-start="822" data-end="896">Ich war nicht frei.<br data-start="841" data-end="844" />Ich war verfügbar.<br data-start="862" data-end="865" />Nicht geliebt – nur nützlich.</p>
<p data-start="898" data-end="1152">Und ich hasse es,<br data-start="915" data-end="918" />wie lange ich blieb.<br data-start="938" data-end="941" />Ich hasse es,<br data-start="954" data-end="957" />wie sehr ich mich an dich gewöhnt habe –<br data-start="997" data-end="1000" />an das Gift,<br data-start="1012" data-end="1015" />an die Spannung,<br data-start="1031" data-end="1034" />an den süßen Schwindel<br data-start="1056" data-end="1059" />nach jedem kleinen Lob,<br data-start="1082" data-end="1085" />das du mir wie ein Leckerli<br data-start="1112" data-end="1115" />nach Tagen des Schweigens<br data-start="1140" data-end="1143" />zuwarf.</p>
<p data-start="1154" data-end="1343">Du warst nicht der Erste.<br data-start="1179" data-end="1182" />Vor dir waren sie auch da –<br data-start="1209" data-end="1212" />andere Schatten in Menschengestalt.<br data-start="1247" data-end="1250" />Ich dachte, es sei mein Typ.<br data-start="1278" data-end="1281" />Aber es war mein Trauma,<br data-start="1305" data-end="1308" />das da wählte.<br data-start="1322" data-end="1325" />Nicht mein Herz.</p>
<p data-start="1345" data-end="1504">Ich zog sie an, wie Wunden Fliegen –<br data-start="1381" data-end="1384" />Männer, die meine Schwäche rochen<br data-start="1417" data-end="1420" />und sie mit Aufmerksamkeit bedeckten,<br data-start="1457" data-end="1460" />nur um sie später gegen mich zu verwenden.</p>
<p data-start="1506" data-end="1679">Ich habe „Liebe“ gesucht<br data-start="1530" data-end="1533" />in den falschen Händen,<br data-start="1556" data-end="1559" />weil meine inneren Narben<br data-start="1584" data-end="1587" />nach etwas riefen,<br data-start="1605" data-end="1608" />das sich wie „Zuhause“ anfühlte –<br data-start="1641" data-end="1644" />auch wenn Zuhause nie sicher war.</p>
<p data-start="1681" data-end="1792">Ich dachte,<br data-start="1692" data-end="1695" />wenn ich nur genug gebe,<br data-start="1719" data-end="1722" />genug verstehe,<br data-start="1737" data-end="1740" />genug schweige –<br data-start="1756" data-end="1759" />dann werde ich endlich geliebt.</p>
<p data-start="1794" data-end="1847">Aber manche Männer lieben nicht.<br data-start="1826" data-end="1829" />Sie konsumieren.</p>
<p data-start="1849" data-end="1948">Und du –<br data-start="1857" data-end="1860" />du warst ein Meister darin,<br data-start="1887" data-end="1890" />mich klein zu halten,<br data-start="1911" data-end="1914" />damit du größer wirken konntest.</p>
<p data-start="1950" data-end="1993">Ich habe mich selbst verlassen, für dich.</p>
<p data-start="1995" data-end="2100">Und weißt du, was das Schlimmste war?<br data-start="2032" data-end="2035" />Dass ich dich verteidigt habe.<br data-start="2065" data-end="2068" />Vor mir selbst.<br data-start="2083" data-end="2086" />Vor anderen.</p>
<p data-start="2102" data-end="2205">Ich sagte:<br data-start="2112" data-end="2115" />„Er meint es nicht so.“<br data-start="2138" data-end="2141" />„Er hatte eine schwere Kindheit.“<br data-start="2174" data-end="2177" />„Er ist einfach verletzt.“</p>
<p data-start="2207" data-end="2263">Und während ich dich rettete,<br data-start="2236" data-end="2239" />ging ich selbst unter.</p>
<p data-start="2265" data-end="2425">Ich schluckte zu viele nicht-gesagte Worte.<br data-start="2308" data-end="2311" />Ich spielte Frieden,<br data-start="2331" data-end="2334" />während mein Körper<br data-start="2353" data-end="2356" />in stillem Protest<br data-start="2374" data-end="2377" />den Schlaf verweigerte<br data-start="2399" data-end="2402" />und die Tränen nicht.</p>
<p data-start="2427" data-end="2592">Ich dachte, es sei meine Schuld,<br data-start="2459" data-end="2462" />wenn du laut wurdest.<br data-start="2483" data-end="2486" />Wenn du verschwandest.<br data-start="2508" data-end="2511" />Wenn du mich vergaßest,<br data-start="2534" data-end="2537" />für Stunden,<br data-start="2549" data-end="2552" />Tage,<br data-start="2557" data-end="2560" />ganze Versionen meines Selbst.</p>
<p data-start="2594" data-end="2652">Ich wollte dich verstehen.<br data-start="2620" data-end="2623" />Aber du wolltest nur Macht.</p>
<p data-start="2654" data-end="2721">Und dafür gabst du mir<br data-start="2676" data-end="2679" />gerade genug Hoffnung,<br data-start="2701" data-end="2704" />dass ich blieb.</p>
<p data-start="2723" data-end="2784">Du warst kein Sturm.<br data-start="2743" data-end="2746" />Du warst eine langsame Austrocknung.</p>
<p data-start="2786" data-end="2943">Und ich –<br data-start="2795" data-end="2798" />ich war durstig.<br data-start="2814" data-end="2817" />Nach Zärtlichkeit.<br data-start="2835" data-end="2838" />Nach Echtheit.<br data-start="2852" data-end="2855" />Nach jemandem, der mich sieht<br data-start="2884" data-end="2887" />und nicht spiegelt,<br data-start="2906" data-end="2909" />was er selbst nicht halten kann.</p>
<p data-start="2945" data-end="3054">Ich trug Männer wie alte Jacken –<br data-start="2978" data-end="2981" />zerschlissen, zu groß, zu schwer –<br data-start="3015" data-end="3018" />weil ich dachte, Kälte sei normal.</p>
<p data-start="3056" data-end="3151">Ich dachte, alle Liebe müsse wehtun,<br data-start="3092" data-end="3095" />weil meine ersten Geschichten<br data-start="3124" data-end="3127" />von Schmerz erzählten.</p>
<p data-start="3153" data-end="3191">Aber ich irre mich.<br data-start="3172" data-end="3175" />Und ich lerne.</p>
<p data-start="3193" data-end="3267">Ich lerne, dass Grenzen<br data-start="3216" data-end="3219" />nicht Härte bedeuten,<br data-start="3240" data-end="3243" />sondern Selbstachtung.</p>
<p data-start="3269" data-end="3408">Ich lerne, dass Liebe<br data-start="3290" data-end="3293" />nicht um Anerkennung bettelt,<br data-start="3322" data-end="3325" />nicht in Angst schweigt,<br data-start="3349" data-end="3352" />nicht verletzt und dann erwartet,<br data-start="3385" data-end="3388" />vergessen zu werden.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Durch die Blume: Arne über Pick-Up-Artists</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/06/durch-die-blume-arne-ueber-pick-up-artists/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jun 2025 09:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Dating]]></category>
		<category><![CDATA[Dating Coaches]]></category>
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		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männercoach]]></category>
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					<description><![CDATA[Für eine neue Folge Durch die Blume hat Moe Arne getroffen. Arne ist Medienpädagoge und hat vor einigen Jahren, im Rahmen einer Recherche für die Bachlorarbeit eines Freundes, ein Pick-Up-Artist Seminar besucht. Über das, was er dort erlebt hat und warum solche Seminare erfolgreich sind, spricht er in der neuen Folge.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Für eine neue Folge Durch die Blume hat Moe Arne getroffen. Arne ist Medienpädagoge und hat vor einigen Jahren, im Rahmen einer Recherche für die Bachlorarbeit eines Freundes, ein Pick-Up-Artist Seminar besucht. Über das, was er dort erlebt hat und warum solche Seminare erfolgreich sind, spricht er in der neuen Folge.</strong><span id="more-16951"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Männer und ihre Väter</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/05/maenner-und-ihrer-vaeter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CarMiA]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 May 2025 09:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Depressionen]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Mental Health]]></category>
		<category><![CDATA[Väter]]></category>
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					<description><![CDATA[Frauen bekommen doppelt so oft eine Depression diagnostiziert – aber Männer bringen sich dreimal so häufig um. Warum das so ist? Ziad und Nico haben sich drei große deutsche Autoren vorgenommen und dabei etwas Entscheidendes entdeckt: Die Vater-Sohn-Beziehung spielt eine zentrale Rolle.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-prosemirror-content-type="node" data-prosemirror-node-name="paragraph" data-prosemirror-node-block="true" data-pm-slice="1 1 []"><strong>Frauen bekommen doppelt so oft eine Depression diagnostiziert – aber Männer bringen sich dreimal so häufig um. </strong><strong>Warum das so ist? Ziad und Nico haben sich drei große deutsche Autoren vorgenommen und dabei etwas Entscheidendes entdeckt: Die Vater-Sohn-Beziehung spielt eine zentrale Rolle.</strong><span id="more-16850"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Nice-Guy-Syndrom: Über Begegnungen mit Männern, die nicht so feministisch sind, wie erhofft</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/01/das-nice-guy-syndrom-ueber-begegnungen-mit-maennern-die-nicht-so-feministisch-sind-wie-erhofft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jan 2025 07:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivistisch ins neue Jahr]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[Männer müssen teilweise nur das sogenannte bare-minimum erfüllen, um als feministische Helden abgefeiert zu werden. Frauen und FLINTAS sehnen sich nach männlichen Allys, doch stehen die selbst ernannten Feministen wirklich auf unserer Seite? Hat man schon Applaus verdient, bloß weil man kein Arschloch ist? Ein Abriss von Caro. Neulich habe ich den Satz „Lieber einen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Männer müssen teilweise nur das sogenannte bare-minimum erfüllen, um als feministische Helden abgefeiert zu werden. Frauen und FLINTAS sehnen sich nach männlichen Allys, doch stehen die selbst ernannten Feministen wirklich auf unserer Seite? Hat man schon Applaus verdient, bloß weil man kein Arschloch ist? Ein Abriss von Caro.</strong></p>
<p><span id="more-16577"></span></p>
<p>Neulich habe ich den Satz „Lieber einen ehrlich konservativen als einen falschen feministischen Mann“ gehört. Das fand ich sehr spannend, denn die Darstellungen der Frau als Schlange, Femme Fatale oder Medusa schleichen sich auf kultureller, religiöser und historischer Ebene in unser Bewusstsein.</p>
<p>Im Alltag passiert es mir und befreundeten Personen häufiger, dass wir Männern begegnen, die sich mit einem gerne über Feminismus unterhalten, die zustimmend nicken und ihre Haltung gerne zum Ausdruck bringen. Und dann donnert es meistens Applaus.</p>
<p>Über Feminismus zu sprechen ist gut, über Feminismus zu sprechen ist schön und aus irgendeinem Grund finden wir es als Gesellschaft besonders super, wenn das Gesagte von einem Mann kommt. Dabei ist es im ersten Moment fast schon egal, ob hier eine wirkliche Einstellung wiedergegeben wird und die Person dann wirklich nach ihren angeblichen Maximen handelt, aber „Ohh, er hat gesagt, dass er dich niemals so behandeln würde und es ihm nichts ausmacht, wenn du im Job erfolgreicher bist, als er &#8211; das ist ja großartig“ und „Wow was ein aufgeklärter Mann, da kann man sich ja wirklich glücklich schätzen“, egal ob im Freundeskreis oder in der Beziehung. Wie nett, wie toll, wie aktivistisch.</p>
<p>Spannend wird es meist dann, wenn dann doch Kritik an einem Verhalten geäußert wird (was okay ist, denn wir sind ja alle nur Menschen und machen Fehler und auch er kann nichts für seine Sozialisierung) und sich zeigt, dass der Gegenüber vielleicht doch nicht ganz so eingestellt war, wie man es sich erhofft hatte, ist die Enttäuschung groß. Das kann von „Er hat das sicher nicht so gemeint“, wenn man vom übergriffigen Verhalten eines gemeinsamen Bekannten spricht“ oder „War ja nicht so schlimm, das passiert doch häufiger“, wenn man sich erschreckt, weil jemand einem vom Auto aus hinterherhupt.</p>
<p>Das soll nicht falsch verstanden werden, es gibt feministische Männer und das ist wunderbar, das ist wichtig. Aber es gibt leider auch solche, die sich bewusst entscheiden für ein gewisse Außenwahrnehmung Einstellungen anzunehmen, die sie nur so lange vertreten, wie sie ihnen einen Vorteil bringen, solange sie dafür bewundert werden. Sie tragen den Feminismus wie einen falschen Pass, der ihnen Zugang zu geschützten Räumen bietet. Der Mund war schon immer größer als der Tatendrang. Die angeblichen Einstellungen und Überzeugungen wieder abzulegen ist nicht so schwer. Man ist ja keine Frau und muss sich nicht jeden Tag aufs Neue damit auseinandersetzen, was es bedeutet, eine zu sein. Man muss sich nicht damit auseinandersetzen, wenn nur die Einstellung „Hey ich finde es cool, wenn allen die gleichen Rechte und die gleichen Privilegien zukommen können“ als konfrontativ gewertet wird.</p>
<p>Feminismus bedeutet nicht, alles richtig zu machen. Feminismus bedeutet auch nicht, immer die richtigen Worte für alles zu finden. Feminismus bedeutet bereit zu sein, Verantwortung zu übernehmen und sich zu reflektieren. Feminismus bedeutet, offen für andere Perspektiven zu sein, auch wenn sie bei der eigenen Komfortzone anecken. Und Feminismus bedeutet, sich seiner eigenen Privilegien bewusst zu werden und sich zu überlegen, wie man sie so einsetzen kann, dass sie zum gesellschaftlichen Wohl aller beitragen.</p>
<p>Feminismus ist intersektional und dass wir immernoch cis-Männer lobpreisen, die Erkenntnisse haben, die ich mit Freundinnen auf Pyjama-Partys mit neun hatte, ist peinlich.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Querpässe gegen Homophobie im Fußball</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/05/querpaesse-gegen-homophobie-im-fussball/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johanna-Maria]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 May 2024 11:56:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Coming-Out]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Sport - Deine Story über Schweiß und Tränen]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute ist IDAHOBIT (Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter* und Trans*Feindlichkeit). Viele Fußballvereine zeigen heute die Regenbogenflagge auf ihren Social Media Accounts, geoutet hat sich aber noch kein aktiver Profifußballer in Deutschland. Johanna-Maria hat ihre Gedanken dazu für uns aufgeschrieben. Ein Coming-out ist immer ungewiss. Im Zentrum die Fragen: Wie werden meine Freunde reagieren? Was]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute ist IDAHOBIT (<span class="_ap3a _aaco _aacu _aacx _aad7 _aade" dir="auto">Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter* und Trans*Feindlichkeit). Viele Fußballvereine zeigen heute die Regenbogenflagge auf ihren Social Media Accounts, geoutet hat sich aber noch kein aktiver Profifußballer in Deutschland. Johanna-Maria hat ihre Gedanken dazu für uns aufgeschrieben.</span></strong><span id="more-16056"></span></p>
<p>Ein Coming-out ist immer ungewiss. Im Zentrum die Fragen: Wie werden meine Freunde reagieren? Was sagen meine Eltern dazu? Was macht das mit mir? Für viele Sportlerinnen und Sportler, besonders männliche Fußballer, hat ein Coming-out oft noch drastischere Konsequenzen. Sie fragen sich häufig: Werde ich dadurch meine Arbeit verlieren und einer gescheiterten Existenz gegenüberstehen?</p>
<p>Mit dem Outing des tschechische Fußballnationalspielers Jakub Jankto 2023 kam eine Bewegung ins Rollen, die nun auch in Deutschland angekommen zu sein scheint. In einem Land, in dem sich lange Zeit kein aktiver deutscher Fußballspieler geoutet hat, nehmen Thomas Hitzlsperger, Lucas Krzikalla und Marcus Urban eine Vorbildfunktion ein. Sie machten ihre Homosexualität öffentlich und gestanden, dem Verstecken &#8211; sich verstellen, leiden, klein machen, lügen zu müssen &#8211; endlich ein Ende setzen zu wollen.</p>
<p>Indem die Sexualität der Spieler zukünftig an einem Tag &#8211; dem 17. Mai &#8211; in den Vordergrund rückt, wird nicht nur deutlich, wie wichtig dieser Tag des Outings im Leben vieler ist, sondern auch, wie unwichtig die Sexualität im Sport zuvor immer war. Dass sowohl das Wissen als auch das Unwissen über die Sexualität der Spieler aber genauso keinerlei Auswirkungen auf sportliche Parameter hat, weder in der Vergangenheit, noch in der Zukunft.</p>
<p>Nicht die Spieler, die sich outen wollen, sollten sich fürchten müssen, sondern die Vereine, Zuschauer und Vorsitzenden, die diese Männer wegen ihrer Sexualität diskriminieren.</p>
<p>Der 17. Mai ist der Tag gegen Homophobie, angelehnt an den § 175 StGB, der über 24 Jahre sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe stellte und ihre Verfolgung ermöglichte. Dieser Tag soll, vom schwulen-Jugendnationalspieler Marcus Urban initiiert, Mut machender Anlass für andere Fußballer sein, sich öffentlich in Gruppen zu outen. Damit spiegelt die Aktion etwas wieder, was derzeit auch schnell falsch verstanden werden kann: Dass Toleranz ein Trend ist, der an einem Tag im Monat auf seine Gültigkeit geprüft werden soll.</p>
<p>Was es braucht sind Vereine, die ihre Spieler im Spiel und Können unterstützen, nicht wegen oder trotz ihrer sexuellen Orientierung, Hautfarbe oder Religion, unterstützen, um tolerant wirken zu können. Sie müssen es auch leben und dabei verstehen, dass dieser Wandel im Fußball nicht leicht sein wird, stellt Fußball doch einen traditionsreichen, geschichtsträchtigen und besonders emotionalen Sport dar, in dem auch manch Freunde zu Feinden mutieren können. Es braucht vertrauliche Ansprechpartner, an die sich Fußballer anonym wenden können. Hier spielt die Kampagne von Benjamin Näßler eine große Rolle, die sich eine Erweiterung von Gesprächsangeboten durch Plakate für schwule Spieler zum Ziel gesetzt hat. Und zuletzt benötigt es eine Solidarisierung unter den Fußballern deutschlandweit, die signalisiert, dass Homosexualität akzeptiert wird und gegen Anfeindungen gemeinschaftlich vorgehen. Denn wer als die Spieler selbst haben es mehr in der Hand, den Diskurs über die Thematik zu lenken und anderen &#8211; Zuschauern, Trainern, Vorsitzenden, ein Vorbild zu sein? Betroffenen Spielern Sicherheit und Verständnis entgegenzubringen? Zu bestimmen, was toleriert wird und was eine Grenze überschreitet? Und dass immer die Gemeinschaft und der Sport im Vordergrund steht und die Tatsache, dass man sich wohlfühlen darf und soll für das, was und wer man ist. Quasi Querpässe von einem Spieler zum anderen, die keinen Platz für gegnerisches Einschreiten bieten und es ermöglichen, die Geschwindigkeit des Spieltempos zu kontrollieren.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Männer und der Autoritarismus</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/04/maenner-und-der-autoritarismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anton August Dudda]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Apr 2024 08:21:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Autoritarismus]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Ambivalenz von Autorität und Freiheit für „moderne“ Männer: Wie beeinflussen rechte Ideologien Identität und Verhalten? Erfahre es im Blogbeitrag von Anton. Dem Begriff der Autorität wohnt innerhalb der Diskurse einer liberalen Gesellschaft grundsätzlich etwas Bedrohliches inne. Er ist verknüpft mit dem Verlust von individueller Freiheit, jenem ultimativen gesellschaftlichen Schwammbegriff, dem sich wahrscheinlich jede politische]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Ambivalenz von Autorität und Freiheit für „moderne“ Männer: Wie beeinflussen rechte Ideologien Identität und Verhalten? Erfahre es im Blogbeitrag von Anton.</strong> <span id="more-16001"></span></p>
<p>Dem Begriff der Autorität wohnt innerhalb der Diskurse einer liberalen Gesellschaft grundsätzlich etwas Bedrohliches inne. Er ist verknüpft mit dem Verlust von individueller Freiheit, jenem ultimativen gesellschaftlichen Schwammbegriff, dem sich wahrscheinlich jede politische Bewegung der westlichen Welt verschrieben hat, grade weil sie von lupenrein positiver Konnotation ist. Die Autorität ist das, was der Freiheit entgegensteht, sie einschränkt.</p>
<p>Die Notwendigkeit, als Gesellschaft eine solche Einschränkung der Freiheit vorzunehmen, geht aber ebenso aus absolut jeder politischen Ideologie hervor, nur meist weniger explizit. Zu unpopulär wäre es, die Freiheit, das, was alle gerne in größtmöglicher Ausprägung zugestanden und garantiert haben wollen, von seiner Negativseite her zu betrachten. Doch klar ist, dass ein Begriff nur verstanden werden kann, wenn man ihn in Spannungsverhältnis zu seinem Gegenteil denkt. Setzt man die Freiheit und die Autorität der Einfachheit halber als Widerspruchspaar, ergibt sich eine Art Matrix, innerhalb derer sich das menschliche Subjekt, aber auch eine Kultur, eine<br />
Gesellschaft verorten kann. Abhängig vom Arbeitsverhältnis, politischem System, privater Situation und anderen Faktoren ist ein jeder Mensch in einem gewissen Maße frei und unfrei. Dabei kommt er durch die ökonomische Struktur der ihn umgebenden Gesellschaft zur Befriedigung seiner Bedürfnisse, auch hier mal besser und mal schlechter, aber in einem funktionierenden System immer gut genug, dass er keinen Grund hat, an dem Maß der auf ihn einwirkenden, freiheitslimitierenden Faktoren zu rütteln. Gerät diese Gewissheit aber in Zweifel und bei genügend Menschen, so kann die Legitimität des Systems und seiner Ideologie in die Krise geraten. Ob dies stattfindet aus der Einsicht in die Ungerechtigkeit des Systems gegenüber anderen oder einem bloßen, subjektiven Gefühl der Unzufriedenheit ist dabei erst einmal egal, auch ob dieses subjektive Gefühl einen rationalen Kern hat, oder auf irrationaler Agitation beruht. Vieles, was heute als die „Krise der Männlichkeit“ diskursiviert ist, trägt die Handschrift einer solchen Autoritätskrise. Jüngst erregte eine amerikanische Studie große Aufmerksamkeit, welche<br />
feststellte, dass weltweit unter Menschen zwischen 18 und 29 die Tendenz zu beobachten ist, dass Frauen zunehmend politisch „linker“ und Männer „rechter“ denken würden, wobei man die Bedeutung dieser Begriffe grade in den USA mit ihrem binären Parteiensystem mit Vorsicht genießen muss. Aber auch Phänomene wie die in der Memekultur übernommenen, aus der Manosphere stammenden Kategorien „Alpha“-, „Beta“- oder „Sigma“-Male weisen darauf hin, dass es grade in der Mentalität junger Männer eine Identitätskrise gibt, zu deren Bewältigung die<br />
Auflösung von komplexen sozialen Beziehungen in einer autoritativen Theorie attraktiv erscheint. Dabei scheint dieser Hang zur Autorität widersprüchlich zu sein. Akzeptiert man die Setzung, dass Freiheit und Autorität sich immer als zwei sich bedingende, aber gleichzeitig ausschließende Begriffe gegenüberstehen, dann sollte man meinen, dass der Mensch nicht gleichzeitig nach beiden streben können sollte. Und doch scheint genau dies das Versprechen zu sein, welches rechte und konservative Agitatoren erfolgreich vermitteln. „Echte Männer sind rechts.“, tönt etwa AfD-Spitzenkandidat und Posterboy Maximilian Krah. Soll heißen, die Freiheit findet „der Mann“<br />
dort, wo Autorität herrscht. Dieser Scheinwiderspruch ist durch die mehreren Versprechen zu erklären, die er impliziert.<br />
Erstens, das offensichtlichste. Die durch den rechten Autoritarismus zurückentwickelte Gesellschaftsordnung, würde dem Mann zwar ein Maß an Unterordnung abverlangen, aber gleichzeitig eine Stellung oberhalb der Individuen aller marginalisierten Gruppen in der Öffentlichkeit, sowie einen Herrschaftsanspruch in der nun von ihm repatriarchalisierten Privatsund Intimsphäre garantieren. Es ist das Versprechen an den Mann als Arbeiter.<br />
Zweitens, die innerhalb der autoritären Ordnung herrschende Ideologie erlaubt es ihm daran zu glauben, dass er bei perfekter Adaption der nun vermeintlich klaren Regeln innerhalb des Systems aufsteigen kann. Dies hat, wie auch das erste Versprechen, sadomasochistischen Charakter.<br />
Regeln werden von „oben“ diktiert, vom Individuum befolgt und nach „unten“ weitergegeben. Jede dieser hierarchischen Beziehungen enthält einen gewissen Auslegungsspielraum, welcher sich durch die Rangordnung legitimiert. Der Obere wird immer das Recht besitzen und ausspielen, die Regeln in gewissem Maße willkürlich anzuwenden und dem Unteren dadurch das Richtig und Falsch von dessen Handlungen verschleiern. Der Untere wird lernen, den Oberen zu lesen, ihm zu gefallen, bis er selbst die Regeln gut genug kennt, um sie selbst anzuwenden. Darin liegt eine weitere Freiheit innerhalb Autoritarismus. Es ist das Versprechen an den Mann als<br />
Soldaten.<br />
Das dritte Versprechen schließlich liegt in der Auflösung des Widerspruchs zwischen Autorität und Freiheit an sich im Übergang von Autoritarismus zum Totalitarismus. Der Mensch kann innerhalb der Matrix zwischen Freiheit und Unfreiheit keinen der beiden Pole jemals vollständig erreichen, da ihn zumindest in seinem Inneren immer etwas einschränken und niemand ihn jemals ganz wird beherrschen können. Dort, wo die Widersprüche in einer Gesellschaft, die ja an sich bereits inhärent widersprüchlich ist, so groß werden, dass das Individuum immer radikaler und gleichzeitig irrationaler seine Freiheitsansprüche geltend macht, da greift der Totalitarismus<br />
zu und stellt dem Arbeiter, dem Soldaten, dem Mann die totale Verwirklichung der beiden ersten Versprechen in Aussicht. Die im Industrialismus bereits notwendig vorhandene, zweckorientierte Objektifizierung der Individuen, wird eskaliert bis hin zur vollständigen Rationalisierung und Orchestrierung der Gesellschaft zu einem Gesamtzweck, einem objektiven Ziel, zum Preis der bedingungslosen Unterordnung, unter der Verheißung der Widerspruchsfreiheit. Es ist ein Versprechen der Objektwerdung des Mannes in der politischen und der Frau in der privaten Sphäre, welches in krisenhaften Gesellschaften eine große libidinöse Sogwirkung entfalten kann, aber unmöglich ist. Möglich sind dann nur noch die Zerstörung und Bezwingung des Anderen, dessen, was die Totalität des eigenen, selbstgegebenen Zwecks noch infrage stellen könnte.<br />
Der Mann ist zu nichts davon geboren. Nicht zum Arbeiter, nicht zum Soldaten, nicht zum Objekt eines rationalen Zwecks. Es sind seit Jahrtausenden tradierte Normen, die ihm auferlegen, sich entweder ihnen gemäß zu formen oder aus ihnen auszubrechen. Doch tut er letzteres, hat er vor sich nichts als den Nebel, die verschleierte und undurchdringbare Logik des Systems, der ökonomischen Verhältnisse, deren Ideologie weiß, dass sie ihm nicht als Feind entgegentreten darf, weil sie ohne ihn verloren wäre. Darum reicht sie ihm betrügerisch die Hand und er nimmt sie, denn sonst, so flüstert sie ihm zu, wird er allein sein.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Männergold</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/12/maennergold/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CarMiA]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Dec 2023 08:30:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[1953: Frauengold kommt auf den Markt, ein Wundermittelchen für die unentspannte Hausfrau. 2023: Nur 70 Jahre später präsentieren wir euch exklusiv MÄNNERGOLD. Viel Spaß mit dem Video von CarMiA]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>1953: Frauengold kommt auf den Markt, ein Wundermittelchen für die unentspannte Hausfrau. 2023: Nur 70 Jahre später präsentieren wir euch exklusiv MÄNNERGOLD. Viel Spaß mit dem Video von CarMiA</strong><span id="more-15841"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Männercoach</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/11/der-maennercoach/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CarMiA]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Nov 2023 12:44:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männercoach]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[DU HAST NOCH KEINE MILLIONEN AUF DEINEM KONTO??! DANN SCHAU DIESES VIDEO! Lass‘ Dir nix vormachen. Es gibt Dich nur einmal. Lass Dich nicht in irgendwelche Rollen reinzwängen! Video Idee und Umsetzung: Yuma Rieming, Noel Özden, Dario Michel, Ziad Assem, Mikolay Górny. Unterstützung: Niklas Becker Entstanden im Projekt CarMiA bei Dissens: https://www.dissens.de/projekte/aktuelle-projekte/carmia-caring-masculinities-in-action https://www.instagram.com/dissensinstitut/ Projektleitung: Till]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>DU HAST NOCH KEINE MILLIONEN AUF DEINEM KONTO??! DANN SCHAU DIESES VIDEO!<br />
Lass‘ Dir nix vormachen. Es gibt Dich nur einmal. Lass Dich nicht in irgendwelche Rollen reinzwängen!</strong><span id="more-15802"></span></p>
<p>Video Idee und Umsetzung: Yuma Rieming, Noel Özden, Dario Michel, Ziad Assem, Mikolay Górny.</p>
<p>Unterstützung: Niklas Becker</p>
<p>Entstanden im Projekt CarMiA bei Dissens:</p>
<p><a href="https://www.dissens.de/projekte/aktuelle-projekte/carmia-caring-masculinities-in-action">https://www.dissens.de/projekte/aktuelle-projekte/carmia-caring-masculinities-in-action</a><br />
<a href="https://www.instagram.com/dissensinstitut/">https://www.instagram.com/dissensinstitut/</a></p>
<p>Projektleitung: Till Dahlmüller</p>
<p>Gefördert von der Europäischen Union.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der aufgeklärte Mann</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/03/der-aufgeklaerte-mann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gloria]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Mar 2023 08:30:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Gloria ergründet poetisch, was das bedeutet (oder auch nicht). du bezeichnest dich als sapiosexuell aber bist offen dafür auch frauen zu daten die keine zeit haben linke theorie zu lesen so wie du es tust es wird nur dann zum problem wenn sie dich nicht wie der schlauere fühlen lässt mit deinem intellekt gehst du]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gloria ergründet poetisch, was das bedeutet (oder auch nicht).</strong><span id="more-15404"></span></p>
<p>du bezeichnest dich als sapiosexuell<br />
aber bist offen dafür auch frauen zu daten die keine zeit haben linke theorie zu lesen<br />
so wie du es tust<br />
es wird nur dann zum problem wenn sie dich nicht wie der schlauere fühlen lässt<br />
mit deinem intellekt gehst du nun mal sehr selbstbewusst um</p>
<p>du verstehst was konsens heißt<br />
sehr, es liegt ein feministisches zine auf deinem bücherregal<br />
<em>wie geht konsens</em><br />
das beweist, dass du ein objektiv guter mann bist<br />
<em>konsens ist sexy</em><br />
sowas liest du auch immer auf instagram<br />
dass du fragen solltest vorm würgen hast du leider noch nicht so ganz verstanden</p>
<p>du bist feminist<br />
und reflektierst deine gefühle und bedürfnisse<br />
aber besonders dein männlich sozialisiertes verhalten<br />
<em>manchmal schäme ich mich für mein geschlecht</em><br />
was dich oft dazu verleitet nur über dich selbst zu reden wenn du eigentlich einfach mal die fresse halten könntest<br />
und versuchen zu begreifen was emotionale arbeit bedeutet</p>
<p>du bist nicht monogam<br />
und denkst monogamie sei ein trick der heteronormativen gesellschaft<br />
sie würde uns diktieren was wir tun sollen mit unseren körpern und gefühlen und das kann man ja nur falsch finden<br />
<em>ich verstehe gar nicht den anreiz, sich in eine geschlossene paarbeziehung zu begeben</em><br />
und in deinem bücherregal direkt neben dem feministischen zine stehen etwa 4-7 sammelbände über polygamie, die das thematisieren</p>
<p>wenn deine freundin unsicherheiten hat fällt es dir schwer ein guter gesprächspartner zu sein<br />
vor allem bei eifersucht, da hast du meistens kein verständnis für<br />
denn am ende sind ja alle für ihre eigenen gefühle verantwortlich<br />
das sagst du ihr dann auch immer<br />
<em>man muss lernen sich abgrenzen zu können</em><br />
und wenn sie das nicht schafft ist das vielleicht einfach nicht dein problem<br />
es scheint dir zumindest nicht als müsstest du dich damit auseinandersetzen<br />
<em>mach dir keine sorgen</em></p>
<p>das erklärst du im übrigen auch deinem heutigen date<br />
als du sie zum zweiten mal in dieser woche triffst<br />
ihr habt nach eurem ersten treffen am dienstag bereits miteinander geschlafen aber heute erkundigt sie sich nochmal ob das auch wirklich in ordnung ist für deine freundin und daraufhin sagst du dann<br />
<em>mach dir keine sorgen</em><br />
und fügst hinzu, dass ihr in einer offenen beziehung seid<br />
aber in einem nebensatz machst du dann deutlich, dass du nichts ernstes willst so macht<em> sie sich keine falschen hoffnungen</em><br />
denn romantisch bist du nur mit deiner freundin<br />
welche gerade den abend zuhause verbringt und beginnt zu glauben, dass sie sich ganz dringend von dir trennen sollte</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Einen Strawberry Daiquiri bitte!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/01/einen-strawberry-daiquiri-bitte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ulascan Koku]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jan 2023 13:24:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Was wie eine rhetorische Frage klingt, ist viel mehr: Wie frei bin ich als Mann, in der Öffentlichkeit nach meinem tatsächlichen Geschmack zu wählen? – Ulascan hat sich auf eine poetische Suche gemacht. Eines wunderschönen Abends Saß ich wieder mit meinen Freund*innen da Entspannte Gespräche und gute Musik Wie immer in unserer Lieblingsbar Mein Blick]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was wie eine rhetorische Frage klingt, ist viel mehr: Wie frei bin ich als Mann, in der Öffentlichkeit nach meinem tatsächlichen Geschmack zu wählen? – Ulascan hat sich auf eine poetische Suche gemacht.</strong><span id="more-15286"></span></p>
<p>Eines wunderschönen Abends<br />
Saß ich wieder mit meinen Freund*innen da<br />
Entspannte Gespräche und gute Musik<br />
Wie immer in unserer Lieblingsbar</p>
<p>Mein Blick streift die Kreidetafel<br />
Und entdeckt die leckersten Getränke<br />
Doch Mann darf nicht alles trinken<br />
Gebunden sind die Hände</p>
<p>Wie sähe das nur aus<br />
Wenn ich hier säße mit einem pinken Getränk<br />
„Das ist doch nichts für Männer!“<br />
Auch wenn es so unglaublich gut schmeckt</p>
<p>„Warum eigentlich nicht<br />
Wovor schäme ich mich eigentlich?“<br />
Die Gedanken in meinem Kopf vom „Mann sein“<br />
Erdrücken und erschlagen mich</p>
<p>Zu konsumieren was einem nicht schmeckt<br />
Ist nicht männlich sondern dumm<br />
Und keinen interessiert das was du trinkst<br />
Also kümmre dich nicht drum</p>
<p>James Bond war gestern<br />
Also schüttet auf den Boden die Martinis<br />
Und ruft laut zu euren Kellner*innen<br />
„Ich hätte gerne einen Strawberry Daiquri!“</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hört auf zu schweigen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/09/hoert-auf-zu-schweigen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ulascan Koku]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Sep 2022 11:10:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Belästigung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[Herzlich willkommen auf meinTestgelände, Ulascan. In seinem ersten Text geht es um Belästigung in Form von hupen, rufen oder pfeifen, die er aus der Täterperspektive in einer Gruppe Jungs erlebt hat. Er beschreibt, was dies in ihm ausgelöst hat und wie er nun innerhalb der Gruppe dagegen vorgehen würde. Ich möchte ehrlich sein. In meinem]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Herzlich willkommen auf meinTestgelände, Ulascan. In seinem ersten Text geht es um Belästigung in Form von hupen, rufen oder pfeifen, die er aus der Täterperspektive in einer Gruppe Jungs erlebt hat. Er beschreibt, was dies in ihm ausgelöst hat und wie er nun innerhalb der Gruppe dagegen vorgehen würde.</strong><span id="more-15061"></span></p>
<p>Ich möchte ehrlich sein. In meinem Freundeskreis kam es früher öfter dazu, dass man Frauen hinterhergerufen hat. Was hätte daran denn schlimm sein können?<br />
Ist es denn nicht eigentlich ein Kompliment?<br />
Auch ich hatte persönlich kein Problem damit, es war ja „normal“.<br />
So dachte ich über das „Cat Calling“ in meinen Jugendjahren.<br />
Als ich mich intensiver mit den Themen toxische Männlichkeit, Sexismus und Feminismus auseinandergesetzt habe, wurde mir bewusst, wie falsch ich diese Situationen eingeschätzt habe.<br />
Trotzdem habe ich zunächst geschwiegen. Obwohl ich wusste, dass meine Freunde falsch handeln, habe ich mich nicht getraut, dazwischen zu gehen.<br />
Diese Erfahrung teile ich bestimmt mit vielen anderen Männern. Ich will euch jetzt aber zeigen, warum es an der Zeit ist, dazwischen zu gehen. „Cat Calling“- Dieser fast schon harmlose Begriff bezeichnet nichts geringeres als die verbale sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum.<br />
Hinterherrufen, Hinterherpfeifen, aus dem Auto heraus an hupen…<br />
Ihr wisst, was ich meine. Über die Angst, die Gedanken und das Unwohlsein in diesen Situationen möchte ich nicht schreiben. Dazu gibt es im Netz und in den Sozialen Medien genug Texte und Artikel, welche von betroffenen Personen verfasst sind.</p>
<p>Mir geht es um die Täter in dieser Situation.</p>
<p>Als aller erstes möchte ich die Frage klären, warum ich mich nicht getraut habe, dazwischen zu gehen.<br />
Freundeskreise sind für viele Menschen ein sicherer Ort. Ich kenne die Menschen, die ich zu meinen engen Freunden zähle, besser als alle anderen und sie mich auch.<br />
Daher wurde es umso schwieriger für mich, die Tat von den Tätern, also meinen engen Freunden, zu unterscheiden.<br />
„Der meint das doch nicht negativ“ „Ich kenne ihn doch, er ist der liebste Mensch dieser Welt“ „Er hat ja keine bösen Absichten, es ist ein ehrliches Kompliment“, „Das war eine einmalige Sache, bestimmt macht er das nicht wieder“.<br />
Das sind Beispiele von Gedanken, welche ich in diesen Situationen hatte.<br />
Doch ich habe mich immer wieder selbst belogen und so getan, als ob meine Freunde fehlerfrei seien.<br />
Doch kein Mensch ist fehlerfrei.<br />
Die Aufgaben eines Freundes sind es auf die Fehler des jeweils anderen hinzuweisen, sie aufzuklären und bei ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen. Eine schlechte Tat von einem guten Menschen bleibt eine schlechte Tat. Punkt. Doch ich wollte kein Spielverderber sein. Ich wollte nicht als „Uncool“ abgestempelt werden. Ich wollte nicht die Laune der anderen runterziehen, kein Besserwisser sein.<br />
Heute weiß ich, dass es quatsch war, doch das waren damals ernsthaft meine Gründe, weswegen ich lieber geschwiegen habe, als dazwischen zu gehen.</p>
<p>Doch merkt euch eins: Keine Diskriminierung auf dieser Erde wird verschwinden, wenn man über sie schweigt.<br />
Also möchte ich euch dazu ermutigen, die direkte Konfrontation zu suchen.<br />
Wie habe ich das gemacht?</p>
<p>Ich habe recherchiert, Artikel und Bücher gelesen, mit Freundinnen geredet und Videos zum Thema geguckt. Ihr müsst kein Experte werden, es reicht, wenn ihr versteht, dass es eine diskriminierende und somit falsche Sache ist. Dann habe ich das Thema in meinem Freundeskreis angesprochen und sie in Gespräche verwickelt. Nicht als eine Reaktion auf ein hinterherrufen, sondern vorher in einer entspannten Runde, in der wir wieder mal über Gott und die Welt geredet haben.<br />
Ich musste keine wissenschaftliche Debatte führen, es ging mir nur darum, dass sie verstehen, dass „Cat Calling“ nichts anderes als sexuelle Belästigung ist. Das hat dazu geführt, dass beim nächsten Ausgehen in die Innenstadt ein Bewusstsein geschaffen worden war, welches in jedem einzelnen von uns schlummerte.<br />
Doch damit war die Sache nicht aus der Welt geschaffen. Jetzt war es aber viel leichter in die direkte Konfrontation zu gehen in der direkten Folge auf ein Hinterherrufen, da der Person bewusst war, dass sie etwas schlechtes macht.<br />
Die Aufklärungsarbeit hat also nicht nur meinen Freunden geholfen, sondern auch mir, denn es wurde deutlich leichter über die Situation zu reden. Meine größte Angst, „Uncool“ zu wirken, war verflogen, denn die Person, die mit dem vollen Bewusstsein in dieser Situation die Tat begeht, die war Uncool. Ganz einfach.</p>
<p>Ab dann war ich auch nicht mehr allein, auch untereinander wurde auf die Thematik aufmerksam gemacht und Diskussionen wurden geführt, so dass heute keiner meiner Freunde, wie auch ich, andere Frauen verbal belästigt.</p>
<p>Ich bin mir sicher, dass viele Männer da draußen ganz genau verstehen, welche Situationen gemeint sind. Ich bin mir sicher, ihr seid vertraut mit dem beklemmenden Gefühl, dass etwas schlimmes passiert und man nicht eingreift, obwohl man könnte.<br />
Dieser Text ist für euch. Ihr seht, dass es möglich ist die eigenen Freunde aufzuklären. Ihr allein habt die Möglichkeit, euren gesamten Freundeskreis ins Positive zu bewegen.<br />
Macht es. Nicht morgen, nicht übermorgen, sondern jetzt. Falls bestimmte „Freunde“ von euch aber aktiv dagegen sind sich zu ändern, falls sie aufgeklärt wurden und sich trotzdem dazu entscheiden, Frauen weiterhin zu belästigen, dann überdenkt eure Freundschaft. Einen schlechten Freund zu verlieren ist kein Verlust.<br />
Es ist eine Bereicherung.</p>
<p>Zum Schluss möchte ich sagen, dass ihr dadurch nicht plötzlich zu fehlerfreien Menschen werdet. „Cat Calling“ ist eine von vielen Arten von sexueller Belästigung. Sexismus verschwindet nicht einfach, weil ihr ein Stückchen aufgeklärter seid. Es ist ein langer Weg zu einer besseren Gesellschaft, und jede persönliche Auseinandersetzung mit eigenen sexistischen und auch zum Beispiel rassistischen Gedanken und Taten ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt in die richtige Richtung.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Männlich sein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/09/maennlich-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tobias Wendorf]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Sep 2022 14:05:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männerbild]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns über Tobi`s ersten Text auf meinTestgelände. Darin schreibt er über sich, der als weißer CIS Mann seine Männlichkeit reflektiert und dabei feststellt, dass alles Unmännliche an ihm genau das ist, was ihn als Menschen ausmacht. Männlichkeit. Ein Wort das in meinem Kopf nie so eine starke Rolle gespielt hat. Aber dennoch einen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns über Tobi`s ersten Text auf meinTestgelände. Darin schreibt er über sich, der als weißer CIS Mann seine Männlichkeit reflektiert und dabei feststellt, dass alles Unmännliche an ihm genau das ist, was ihn als Menschen ausmacht.</strong></p>
<p><span id="more-15019"></span></p>
<p>Männlichkeit. Ein Wort das in meinem Kopf nie so eine starke Rolle gespielt hat. Aber dennoch einen großen Teil meines bisherigen Lebens beeinflusst hat. Bis heute fällt es mir schwer mich als den Mann zu sehen, den ich von außen wahrnehmen kann. Ein weißer CIS Mann. Oft werde ich von vielen Menschen so bezeichnet. Klar ich fühle mich wohl in meiner eigenen Haut, fühle mich meinem Geschlecht zugeordnet und von außen betrachtet habe ich einen Körper, der sehr athletisch aussieht und als sehr „männlich“ wahrgenommen wird.<br />
Schon während meiner Schulzeit wurde mir von meinen Mitschülern gesagt, ich sehe so stark und männlich aus und solle doch Model werden und ich werde niemals Probleme mit Frauen haben und diese würden mir nur so hinterherlaufen. Aber ich habe mich schon immer in diesen Momenten total unwohl gefühlt und kann mich selbst gar nicht mit der Bezeichnung CIS Mann identifizieren. In diesen Momenten weiß ich aber auch gar nicht, was ich sagen soll, denn rein von der Bezeichnung trifft es ja auf mich zu. Aber mich stört einfach daran, dass ich in diesem Moment nur auf mein Äußeres runter gebrochen werde. Und meine inneren Werte, Gefühle, Emotionen und all die Dinge, die einen Menschen wirklich ausmachen, außen vor gelassen werden. Dabei kann ich jetzt auch nicht definieren, welche davon männlich oder weiblich sind. Aber ich stelle mir auch immer wieder die Frage, ob ich das eigentlich wirklich muss. Denn für mich spielt das überhaupt keine Rolle.<br />
Ich finde es auch echt schade, dass sich diese ganzen Rollenbilder entwickelt haben und so viele Menschen negativ dadurch beeinflusst werden. Selbst ich bin davon betroffen, obwohl ich eigentlich nie wirklich Diskriminierung erfahren habe auf Grund meines äußerlichen Erscheinungsbildes. Sondern viel mehr Probleme habe, mich als den Mann zu definieren, als der ich gesehen werde und mit den Erwartungen der Gesellschaft weniger gut zurechtkomme. Ich verdiene nicht viel Geld, bin beruflich nicht wirklich erfolgreich, fahre kein schickes Auto, bin eher ein ruhiger Typ auf Partys, trinke nicht wirklich gerne Alkohol und bin auch nicht an sportlichen Wettbewerben interessiert.<br />
Aber ich meine was heißt es denn überhaupt, männlich oder weiblich auszusehen und zu sein? Die Vorstellungen, die wir in unseren Köpfen haben, sind so stark von den Dingen beeinflusst, denen wir im täglichen Leben ausgesetzt sind, den sozialen Medien, Filmen etc. und vielen von uns wird schon von klein auf ein klares Bild in den Kopf gesetzt. Ich bin natürlich auch nicht komplett befreit von diesen Einflüssen und bin dem ganzen zum Opfer gefallen. Vor allem, wenn es zu dem Thema toxischer Männlichkeit kommt, vor allem, wenn es um Pornografie geht. Ich bin schon viel zu früh als kleiner Junge damit in Kontakt gekommen. Ein Teil von mir ist sehr erregt von den ganzen Bildern, aber gleichzeitig fühle ich mich total unwohl bei dem Gedanken, selbst in dieser Rolle des Mannes zu sein und auf diese Arten und Weisen Sex zu haben. Mir fehlt dabei einfach das Romantische, Intime und der Mann steht dabei viel zu sehr im Vordergrund. Ich könnte niemals meine „Männlichkeit“ ausnutzen, nur, um jemanden ins Bett zu kriegen und würde niemals meinen Partner betrügen oder schlecht behandeln. Aber auch wenn es um den Druck der Gesellschaft geht, der mir als Mann aufgelegt wurde, einen gut bezahlten Job zu haben, eine schöne Frau an meiner Seite und dabei noch sportlichen Erfolg zu haben. Mir ist es lange Zeit erstaunlich schwer gefallen, auf Frauen zuzugehen und ich war sehr schüchtern während meiner Jugend. Als kleiner Junge habe ich damals mit meinem besten Freund die ersten sexuellen Erfahrungen gemacht, aber damals wussten wir noch gar nicht, was wir da machen und waren und habe es als spielen wahrgenommen. Wir haben uns keine Gedanken darüber gemacht, was die Gesellschaft eigentlich darüber denkt und waren noch komplett frei von den negativen Einflüssen. Mit 23 habe ich dann zum ersten Mal mit einer Frau geschlafen. Dabei wurde es mir auch nicht leicht gemacht, mir wurde gesagt ich sei zu nett und würde lieber nur mit mir befreunden sein. Was mir so gut wie immer während der Zeit nach der Schule erzählt wurde.<br />
Also eigentlich entspreche ich nur äußerlich den von der Gesellschaft auferlegten Erwartungen an den Mann. Dabei mache ich viel weniger Sport, um mein Ego zu puschen und muskulöser auszusehen, sondern viel mehr, um meinen Körper und die Psyche gesund zu halten. Ich möchte auch nicht an Wettbewerben teilnehmen und es geht mir auch nicht ums Gewinnen. Sondern viel mehr um das Spielerische, Spaß daran zu haben sich zu bewegen, auch mal blöd auszusehen und aus seinen Fehlern zu lernen.<br />
Zwischen all den Einflüssen versuche ich mein bestes mich davor zu schützen und jeden Menschen ob männlich, weiblich oder welchem anderen Geschlecht man sich zugehörig fühlt, immer ohne Wertung gegenüber zu treten und mit Respekt und Mitgefühl zu behandeln.<br />
Dabei bin ich grade noch komplett am Anfang in meinem neuen Lebensabschnitt, mich in all dem Chaos zurecht zu finden. Mir ist bewusst geworden, dass die Charakterzüge in mir, die ich immer als Schwächen wahrgenommen habe, in Wirklichkeit meine Stärken sind. Mit seinen Emotionen in Kontakt zu sein, Menschen zuzuhören, nicht dem Ego zu folgen, sondern seinem Herzen. Auf meiner Reise möchte ich mehr mit meiner männlichen sowie weiblichen Seite in Kontakt treten und herausfinden, was es wirklich heißt, ein Mann in dieser Gesellschaft zu sein. Mich weniger von den negativen Einflüssen runterziehen zu lassen und mehr für die Menschen, denen es auf Grund von den Einflüssen und Diskriminierung wirklich schwer fällt, da zu sein.<br />
Ich möchte meine Männlichkeit neu definieren.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zurück in die Höhle (eine Kurztopographie)</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/08/zurueck-in-die-hoehle-eine-kurztopographie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anton August Dudda]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Aug 2022 14:39:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Denken wir an Hetreo-cis-Beziehungen und daran, wie ein solches Paar seine Wohnung einrichtet, entscheidet stereotyp die Frau über Möbel und Dekoration. Als Reaktion darauf entstand in den letzten Jahren das Konzept der Mancaves, einem Rückzugsraum für Männer, in dem sie über Interior, Nutzung und Zutritt entscheiden. Anton hat sich intensiver mit diesem Phänomen beschäftigt und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="Body"><strong>Denken wir an Hetreo-cis-Beziehungen und daran, wie ein solches Paar seine Wohnung einrichtet, entscheidet stereotyp die Frau über Möbel und Dekoration. Als Reaktion darauf entstand in den letzten Jahren das Konzept der Mancaves, einem Rückzugsraum für Männer, in dem sie über Interior, Nutzung und Zutritt entscheiden. Anton hat sich intensiver mit diesem Phänomen beschäftigt und beschreibt, was Mancaves mit Macht, Feminismus und Gleichberechtigung zu tun haben.</strong></p>
<p><span id="more-14964"></span></p>
<p>Seit bereits einigen Jahren geistert durch die diskursiven Welten des Internets einschließlich ihrer Wechselwirkungen mit unserer Wahrnehmung der „realen“ Gesellschaft das Konzept der sogenannten Mancaves, welches Räume, zumeist Zimmer einer Wohnung oder eines Hauses beschreibt, deren Aufbau, Ästhetik und Zweckausstattung ganz auf die Bedürfnisse meist heterosexueller Männer ausgerichtet sind. Im Regelfall ist die Mancave zudem zugangsbeschränkt, im heteronormativen Familien- und Partnerschaftsverständnis ihrer Besitzer, dem sie offensichtlich entspringt, bildet sie einen Gegenort zu den Anforderungen an den Mann als Vater und Ehepartner und erlaubt daher keinen oder nur sehr begrenzten Zutritt für Frau und Kind, schließt aber vor allen Dingen und in jedem Fall deren Mitbestimmung über die Raumgestaltung aus. In der Mancave macht der Mann die Regeln. Wo wird was platziert, für welche Aktivitäten wird ausgestattet, was wird gegessen, was getrunken. Dem liegt eine Geste inne, welche eine klare Aussage transportiert. Der „Mann“ als solcher ist in seinem Habitus und in seiner Gestaltungsfreiheit und Deutungshoheit so weit aus der öffentlichen und sogar privaten, familiären Sphäre zurückgedrängt, dass er sich Refugien schaffen muss, die es ihm erlauben, seinen Bedürfnissen nachzugehen und gleichzeitig vor der Intervention, aber auch den wertenden Blicken der nicht-männlichen Bevölkerung geschützt zu sein.</p>
<p>Das Konzept der Mancaves ist in mehrerlei Hinsicht interessant. Zum einen verdeutlicht es die Empfindsamkeit vieler Männer bezüglich ihrer Gefühle von Machtverlust, welche in einem ja tatsächlichen und auch beträchtlichen Weniger an gesellschaftlicher Macht und Autorität wurzeln, aber auch gleichzeitig jene Erfolge der Emanzipation deutlich größer und bedrohlicher erscheinen lassen, als sie es tatsächlich sind. Noch immer bestimmen heterosexuelle und cisgeschlechtliche Männer zu großen Teilen die Diskurse außerhalb der identitätspolitischen Debatten und vor allem konzentriert sich in ihren Händen der wesentliche Teil politischer und wirtschaftlicher Macht. Ad hoc kann man hier ein systemisches Missverständnis unterstellen. Das Gefühl des Verlustes von Selbst-und Mitbestimmung ist als valide anzuerkennen. Es ist nur in Perspektive zu setzen, dass nicht „die Frau“ oder „Die Emanzipation“ die Gestaltungsfreiheit der meisten Männer einschränkt, sondern ein Verlust an gestaltbarer Freizeit, demokratischer Partizipation und wirtschaftlicher Aufstiegschancen, grade in den USA, wo das Konzept der Mancaves (darauf weist ja auch schon der englische Name) in der Form wie unsere Diskurse es übernommen haben, seine Wurzeln hat. Leider werden die gesellschafts- und identitätspolitischen Positionen dort wie auch bei uns von konservativer und reaktionärer Seite mit diesen ökonomischen und politischen Deliberalisierungen assoziiert, was einerseits auf die hetzerische Rhetorik rechter und libertärer Demagogen zurückzuführen ist, welche die Unsicherheiten der Unter- und Mittelschicht als Vehikel für ihre Ideologien (recht erfolgreich) zu instrumentalisieren versuchen, anderseits aber auch im mitunter stark ins neoliberale tendierenden Liberalfeminismus begründet liegt, welcher nicht vielmehr zu leisten imstande ist, als eine ohnehin<br />
bereits privilegierte Klasse (oft weißer) Frauen vor einigen Gefahren zu schützen und ihnen die letzten wirtschaftlichen Ketten zu sprengen, aber für den Rest der Bevölkerung allenfalls das Gefühl der Emanzipation erzeugt, indem es zwar Repräsentation, aber keine Befreiung schafft. Diese scheinbare Verschwörung des Feminismus mit den systemischen Entmündigungstendenzen schafft jene Gefühle der Delegitimation und Machtlosigkeit, welche offenbar stark genug sind, den Mann buchstäblich zurück in die Höhle zu treiben.</p>
<p>Der zweite interessante Aspekt betrifft nun die Ausgestaltung der Mancave, ihre Ornamentik, wenn man so will. Denn so sehr wahrscheinlich die meisten Männer, welche sich eine solche Rückzugshöhle zulegen, damit einhergehend der Überzeugung sein werden, es handele sich um so etwas wie eine natürliche und intuitive Ästhetik innerhalb derer Männer eben so sein können „wie sie sind“, muss man selbstverständlich genauer hinschauen. Zufällig ist nichts daran und kann es auch garnicht sein. Im Gegenteil, die Objekte und Ornamente, die Aktivitäten und Regeln der Mancave sind nach sehr feinen Regeln gegliedert und miteinander ins Verhältnis gesetzt, welche so tief in die Intuition ihrer Gestalter gewandert sind, dass sie das Gefühl bekommen, es läge ihnen in der Natur. Erstens muss festgehalten werden, dass die Mancave, wenn man über sie redet, grade so wie ich, wie ich grade beim Formulieren über sie nachdenke, uns als ein realer Ort vor Augen tritt, ein Zimmer, in das man gehen, sich aufhalten und das man verlassen kann. Doch dies ist schon eine Interpretation des Konzeptes und damit ein spannendes Missverständnis. Denn die Mancave ist zuallererst ein gedachter Raum, man könnte sagen, eine Utopie. In der Fantasievorstellung ordnen sich in der Mancave die Dinge, die Menschen und Tätigkeiten zu einem Orchester wohltemperierter Männlichkeit, wobei die Temperatur beliebig austariert werden kann. Der eine wünscht sich den schlichten, modernen Stil eines Businessapartments, der andere Romantik aus rauen Naturwerkstoffen, ein dritter den hemmungslosen Materialismus, das ästhetische Thema kann sich dabei auf alles fokussieren, was dem Besitzer als potenzieller Hort maskuliner Dominanz ins Bewusstsein kommt und was ihm als durch das Vorrücken vermeintlich femininer Zugriffe bedroht erscheint. Gaming, Sport, Sex, Handwerk sind Beispiele, die einem sofort in den Sinn kommen, aber das Unbehagen des Machtverlustes kann sich auf so ziemlich jedes Hobby, jeden Aspekt des öffentlichen Lebens, jeden körperlichen Genuss beziehen. Dies unterscheidet die Mancave auch von dem für einen Vergleich naheliegenden Konzept des Hobbyraumes, welcher ganz auf eine Aktivität ausgerichtet und in unterschiedlichem Maße für sie optimiert ist. Der Hobbyraum ist ein genuin praktisches Konzept, die Mancave ist hingegen ein sinnliches, welches Gefühle und Assoziationen einhegt und wie ein Zerrspiegel die reale Welt und ihre durch verschiedene Kräfte gewachsenen Verhältnisse zu einem Artefakt derealisiert. Faszinierenderweise, so wird in einem Zeit-Online Artikel von 2020 der Soziologe Tristan Bridges zitiert, scheitert die Mancave nur allzu häufig an ihrer tatsächlichen Entstehung. Oft sind einfach Kellerräume, Garagen oder Kammern als potenzielle Mancave auserkoren, bleiben aber stecken im Stadium der virtuellen Ausgestaltung, realisiert nur durch rudimentäre Andeutungen wie einer Bar aus zwei Kunststoffässern und einem Holzbrett. Tatsächlich realisierte Mancaves, wie man sie in Blogs, Videos oder Männermagazinen bewundern kann, haben dann stets etwas merkwürdig Irreales und nicht-örtliches an sich, sind oft völlig menschenleer, unangenehm aufgeräumt und sauber. Sie vermitteln wie alle Nicht-Orte das Gefühl, ein Schatten der Realität zu sein, ein gestaltetes Objekt, dem der Hauch des Lebens fehlt, wie ein blutleerer Körper oder ein Wald ohne Vogelgesang. Sie entlarven in ihrem Versuch, sie zu rekonstituieren, unfreiwillig die Leere, welche hinter der aufgeblasenen Hülle der Maskulinität klafft und verweisen auf eine der größten unbewussten Triebfedern des modernen Antifeminismus: der existenziellen Angst vor dem Nichts.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Männliche Ängste</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/05/maennliche-aengste/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nev]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 May 2022 08:30:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterklischees]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[In seinem neuen Video erzählt Nev von Ängsten vor Spritzen und Blutabnehmen. Dabei stellt er sich die Frage, ob Ängste geschlechterspezifisch sein können. Alle kennen diese Klischees: Frauen haben viele Ängste, Männer haben keine Angst. Doch wie ist es bei Nev? &#160;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In seinem neuen Video erzählt Nev von Ängsten vor Spritzen und Blutabnehmen. Dabei stellt er sich die Frage, ob Ängste geschlechterspezifisch sein können. Alle kennen diese Klischees: Frauen haben viele Ängste, Männer haben keine Angst. Doch wie ist es bei Nev?</strong></p>
<p><span id="more-14813"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ruhrgebietskinder: Furkan</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/04/ruhrgebietskinder-furkan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ruhrgebietskinder]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Apr 2022 09:00:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute stellen wir euch Furkan in einem neuen Video der Reihe “Ruhrgebietskinder” vor. Furkan ist 23 Jahre alt, lebt in Duisburg und studiert Bauingenieurwesen. Im Video stellt er uns seine Eltern vor, auf die er besonders stolz ist. Warum und was seine Pläne sind, erfahrt ihr im Video! Weitere Portraits von den Ruhrgebietskindern findet ihr]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong>Heute stellen wir euch Furkan in einem neuen Video der Reihe “Ruhrgebietskinder” vor. Furkan ist 23 Jahre alt, lebt in Duisburg und studiert Bauingenieurwesen. Im Video stellt er uns seine Eltern vor, auf die er besonders stolz ist. Warum und was seine Pläne sind, erfahrt ihr im Video!</strong></p>
<p><span id="more-14718"></span>Weitere Portraits von den Ruhrgebietskindern findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/ruhrgebietskinder/">hier</a>.</p>
<p class="p1"><strong> </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ruhrgebietskinder: Emre C.</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/03/ruhrgebietskinder-emre-c-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ruhrgebietskinder]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Mar 2022 08:25:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute haben wir das dritte Video der Redaktionsgruppe Ruhrgebietskinder! Wir stellen euch Emre vor. Emre ist 23 Jahre alt, kommt aus Duisburg, studiert Architektur in Aachen und wir kennen ihn schon lange als Teil der Redaktionsgruppe Heroes. Er erzählt, wie er als erster Moslem Mitbewohner in einem Verbindungshaus wurde und sich zwei unbekannte Welten trafen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong>Heute haben wir das dritte Video der Redaktionsgruppe Ruhrgebietskinder! Wir stellen euch Emre vor. Emre ist 23 Jahre alt, kommt aus Duisburg, studiert Architektur in Aachen und wir kennen ihn schon lange als Teil der Redaktionsgruppe Heroes. Er erzählt, wie er als erster Moslem Mitbewohner in einem Verbindungshaus wurde und sich zwei unbekannte Welten trafen. Viel Spaß, Geschichten über dieses gelungene Abenteuer zu hören.</strong></p>
<p><span id="more-14683"></span><br />
„Ich lebe in zwei Welten: in Duisburg bei meinen Eltern und in Aachen, wo ich studiere. Beide Welten kennen sich nicht, aber ganz ehrlich: Ich komm damit klar“ – meint Emre, 22 Jahre.<br />
Emre studiert Architektur in Aachen und möchte in Zukunft noch mehr von der Welt sehen.<br />
Er wohnt in einem Verbindungshaus und war der erste Muslim, der in dieser Burschenschaft aufgenommen wurde – damit hat er anderen muslimischen Kommilitonen den Weg geebnet.<br />
Im Schankraum der multikulturellen Verbindung treffen sich jetzt alle, Muslime und Christen, um sich bei einer Shishapfeife auszutauschen und so viele Vorurteile auszuräumen: „Unsere Kulturen, die kollidieren nicht miteinander, die ergänzen sich. Und das finde ich eigentlich am schönsten hier.“<br />
Gegen Rassismus, Antisemitismus und Sexismus möchte er sich auch weiter engagieren.<br />
Zu Hause in Duisburg wussten seine Eltern am Anfang nichts über Burschenschaften. Ebenso wenig wie von Emres Zukunftsplänen. Für seine Mutter steht klar: „Wenn du nicht verheiratet bist, musst du nach Hause kommen“. Emres Traum ist aber, eines Tages in Manhattan einen Wolkenkratzer zu entwerfen.</p>
<p>Erstveröffentlichung des Videos:<br />
<a href="https://www.politische-bildung.nrw.de/digitale-medien/titelverzeichnis/details/video/ruhrgebietskinder-emre-c">https://www.politische-bildung.nrw.de/digitale-medien/titelverzeichnis/details/video/ruhrgebietskinder-emre-c</a><br />
Veröffentlichungslizenz: Die auf dieser Seite herunterladbaren Videos stehen unter der Creative Commons-Lizenz CC-BY-ND 4.0. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nd/4.0/deed.de">https://creativecommons.org/licenses/by-nd/4.0/deed.de</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wir Soldaten &#8211; Teil 2</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/03/wir-soldaten-teil-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anton August Dudda]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Mar 2022 07:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Privilegien]]></category>
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					<description><![CDATA[Im ersten Teil von &#8222;Wir Soldaten&#8220; hat Anton Dudda &#8222;männliche Privilegien&#8220; und das veraltete, gesellschaftliche Rollenverständnis dikutiert. Im zweiten Teil geht es konkret um die männliche Besützerrolle und warum diese von Antifemminist*innen und Männerrechtlern als Argument genutzt wird zu behaupten, &#8222;dass in Wirklichkeit Frauen eine unverhältnismäßige Machtposition innehätten.&#8220; Im heteronormativen Weltbild des Maskulinismus legitimiert sich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong><span class="s1">Im ersten Teil von &#8222;Wir Soldaten&#8220; hat Anton Dudda &#8222;männliche Privilegien&#8220; und das veraltete, gesellschaftliche Rollenverständnis dikutiert. Im zweiten Teil geht es konkret um die männliche Besützerrolle und warum diese von Antifemminist*innen und Männerrechtlern als Argument genutzt wird zu behaupten, </span><span class="s1">&#8222;</span>dass in Wirklichkeit Frauen eine unverhältnismäßige Machtposition innehätten.&#8220;</strong></p>
<p><span id="more-14654"></span></p>
<p>Im heteronormativen Weltbild des Maskulinismus legitimiert sich diese Hierarchie der Geschlechter durch genau diese tradierte Rollenverteilung, welche auch heute noch sehr strikt eingehalten und reproduziert wird. Zwar ist das Bild des Mannes als alleiniger Ernährer und das der Frau als Hauswirtschaftlerin zunehmend in Auflösung begriffen, spielt aber noch immer eine große Rolle. Besonders äußert sich die Tradition allerdings im substanziellen Ernstfall, wie Jagd oder Kampf. Männliches Leben wird im Zweifel als das von allen entbehrlichste gebrandmarkt, zum Schutz der Familie, der Gruppe oder des Volkes und vor allem deren Reproduktionsfähigkeit, sind Männer weitaus weniger wertvoll, was sich schon in so simplen Formulierungen wie „Beim Anschlag starben 21 Menschen, darunter Frauen und Kinder“ ausdrückt. In modernen Gesellschaften wäre diese Teilung aus diversen Gründen eigentlich überhaupt nicht notwendig (Bei zu einem Beispiel wäre es wohl sinnvoller, wenn man schon einen Unterschied machen wollte, zwischen Zivilist*innen und Soldat*innen zu differenzieren) und doch tritt sie immer wieder zutage, was den meisten antifeministischen „Aktivisten“ und „Männerrechtlern“ ein Grund ist zu behaupten, dass in Wirklichkeit Frauen eine unverhältnismäßige Machtposition innehätten. Diese Ideologien verschleiern dabei, mitunter wissentlich, dass nicht „die Frauen“ die Macht haben, weil sie von den Männern im Zweifel um jeden Preis geschützt werden, sondern jene, welche die Arbeit, die Kriege und Kämpfe beschließen und anordnen, sowie gleichzeitig die Familie als gesellschaftliches Kernkonstrukt und ihre Reproduktionsfähigkeit aufrechterhalten wollen.</p>
<p align="justify">Ich möchte an dieser Stelle ein typisches Beispiel für eine solche Erzählung geben, welche sich in einigen Beispielen der Populärkultur in dieser oder ähnlicher Form finden lässt. Stellt euch eine weiße, heterosexuelle Familie aus der Mittelschicht vor, die am Rand einer größeren Stadt wohnt, gerne auch einer amerikanischen, dieses Bild haben wir mitunter präsenter. Die Familie besteht aus einem Mann und einer Frau, sowie zwei Kindern. Wahrscheinlich auch einem Jungen und einem Mädchen, wenn schon, denn schon.</p>
<p align="justify">Nun wird eines Tages das Haus der Familie überfallen. Dabei kommt Waffengewalt zum Einsatz und es kommt zum Äußersten. Ein Schuss. Auf eines der Kinder wird geschossen. Nun stellt euch vor, die Mutter wirft sich in den Schuss und stirbt. Der Einbrecher flieht. Zurück bleibt der Vater mit beiden Kindern. Dieses Szenario, in welchem die Frau sich schützend vor die Familie stellt ist als heldenhaft erkennbar, hat aber sofort den Makel einer Perversion. Es löst in dem Mann einen Mangel aus, denn er hat seine Schutzfunktion nicht erfüllen können, er ist traumatisiert und schuldig. Die Geschichte verlangt nun von ihm, dass er zur Gegengewalt greift, dass er loszieht, um sich an dem Mörder zu rächen. Dabei darf er sterben, die Tragödie dankt es ihm. Auch denkbar wäre, dass ihn das Trauma schlicht zugrunde richtet. Er kann seiner Rolle als Vater nicht mehr nachkommen, verfällt vielleicht dem Alkohol. Eine Lösung für seinen Mangel könnte sein, dass er die Liebe zu einer neuen Frau lernen muss, zuzulassen.</p>
<p align="justify">Im umgekehrten Fall ist der Tod des Mannes zum Schutze der Familie nicht als traumatisch oder pervers codiert. Die Mutter ist verstört und tieftraurig, ihre Funktion in der Gesellschaft aber nicht erschüttert. Sie kann ihre Liebe und Fürsorge nun den gemeinsamen Kindern widmen, sich das Bild des toten Mannes auf den Kaminsims stellen und als bemitleidetes und respektiertes Mitglied ihrer Gruppe weiterleben. Sie hat zu trauern, möglichst jeden Tag, aber sie hat durch den Tod ihres Mannes, welcher sein Leben vor ihr eigenes stellte, in ihrer Identität keinen Mangel erfahren, sie bleibt eine ganze Frau. Sucht sie sich einen neuen Mann, eine neue Liebe, löst dies im Publikum moralisch ambivalente Gefühle aus, eigentlich hätte ihre Treue über den Tod hinaus zu gelten.</p>
<p align="justify"><a name="_GoBack"></a>Mit diesen Bildern aus Fernsehen und Film operieren Reaktionäre Antifeminist*innen häufig, wenn sie an den „common sense“, also die tatsächliche Alltagserfahrung der Menschen appellieren und diese als widersprüchlich zur feministischen Theorie darstellen wollen. Sie haben mit Sicherheit unrecht damit, dass diese Geschichten die durchschnittliche Wirklichkeit abbilden, aber sie weisen damit, vermutlich unabsichtlich, darauf hin, dass diese Bilder existieren und einen großen Einfluss darauf haben, wie Menschen ihr eigenes Selbstbild und ihre Moralvorstellungen konstruieren. Oder sind diese Bilder schon in der Gesellschaft angelegt und die Kunst macht sie lediglich offenbar? Das ist eine ganz andere Geschichte.</p>
<p align="justify">Für heute soll es erstmal reichen, ich glaube beim nächsten Mal schreibe ich wieder was Ausgedachtes. Bis dahin hoffe ich, dass ihr was anfangen könnt mit diesen Gedanken. Ich freue mich immer sehr, wenn ihr mir schreibt und mir eure Eindrücke mitteilt.</p>
<p align="justify"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2022/03/wir-soldaten/">Hier</a> könnt ihr nochmal den ersten Teil von Antons Text lesen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wir Soldaten</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/03/wir-soldaten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anton August Dudda]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Mar 2022 07:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Privilegien]]></category>
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					<description><![CDATA[In &#8222;Wir Soldaten&#8220; beschreibt Anton Dudda die traditionelle Rolle von Hetero- und Cis-Männern historisch als Soldat, Handwerker oder Jäger und vor allem auch Beschützer der Familie, die Frau ist in dieser Rollenzuweisung für die Reproduktion einer Gruppe zuständig. Im ersten Teil des Textes erklärt Anton &#8222;männliche Privilegien&#8220; und warum diese sich stetig mannifestieren. Hallo. Ich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong><span class="s1">In &#8222;Wir Soldaten&#8220; beschreibt Anton Dudda die traditionelle Rolle von Hetero- und Cis-Männern historisch als Soldat, Handwerker oder Jäger und vor allem auch Beschützer der Familie, die Frau ist in dieser Rollenzuweisung für die Reproduktion einer Gruppe zuständig. Im ersten Teil des Textes erklärt Anton &#8222;männliche Privilegien&#8220; und warum diese sich stetig mannifestieren.<br />
</span></strong></p>
<p><span id="more-14647"></span></p>
<p align="justify">Hallo. Ich bin ein weißer, heterosexueller und cisgeschlechtlicher Mann. Ich mache an dieser Stelle darauf aufmerksam, weil ich das Privileg habe, dass meine Identität erstens, was diese Zugehörigkeitsattribute anbelangt, mit der Identität übereinstimmt, welche mir die meisten Menschen intuitiv zuschreiben würden, und zweitens, weil diese Identität, trotz ihrer eigentlichen Spezifität, als so etwas wie der Normalfall wahrgenommen wird. Wenn ich mich äußere, dann wird mir gemeinhin nicht unterstellt, aus einer bestimmten Position heraus zu denken und zu sprechen. Eine schwarze Person, eine weiblich gelesene Person oder eine nicht heterosexuelle Person beispielsweise, müssen im Gegensatz zu mir damit rechnen, dass ihre Identität als Ausgangspunkt ihrer Positionen verstanden, aufgenommen und diskutiert wird oder die Wahrnehmung der Rezipient*innen zumindest einer gewissen Färbung unterliegt. Zwar sind progressive Diskurse, welche diese Verzerrung aufzuheben versuchen, in den letzten Jahren zunehmend in die breite Öffentlichkeit gesickert, das Problem besteht aber nach wie vor und zementiert das Vorurteil, Menschen meiner Zugehörigkeit seien zu einer Art überideologischem Universaldenken fähig.</p>
<p align="justify">Nun ist es so, dass ich hier in diesem Magazin nicht nur schreibe, <i>obwohl </i>ich zu jener Gruppe gehöre, welche in unserem ökonomischen und gesellschaftlichen System die größten Privilegien genießt, sondern grade <i>weil </i>zu ihr gehöre. Ich verstehe mich als beauftragt, mit meinem Schreiben der Frage nachzugehen, was genau eigentlich abgeht bei uns <i>average white guys</i><i>™</i><i> </i>und warum es uns als Gruppe scheinbar, trotz unserer Privilegien, so wahnsinnig schlecht zu gehen scheint.</p>
<p align="justify">Und ja, es geht uns ganz offenbar schlecht. Die postmoderne Welt ist beharrlich dabei, am Ast unserer wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Dominanz zu sägen und lässt uns nicht mehr einfach mit allem durchkommen, wie die letzten paar Jahrtausende. Plötzlich wird von uns erwartet, dass wir uns rechtfertigen für unser Verhalten, dass wir über unsere Gefühle sprechen, statt einfach nach ihnen zu handeln mit der fixierten Erwartungshaltung, es würde am Ende schon irgendwie nach unserer Pfeife getanzt. Während der eine, kleinere Teil von uns über jahrelange Arbeit versucht, den verinnerlichten, toxisch-maskulinen Habitus abzulegen, nicht selten mithilfe von Psychotherapie, denn bei Merlins Bart, this Shit goes deep, wählt ein anderer Teil den offensiven Weg und beginnt sein problematisches, selbst- und viel zu oft fremdschädigendes Verhalten, als Manifest einer metaphysischen Urmännlichkeit offen zur Schau zu tragen, rationalisiert die offensichtlichen Widersprüche und massiven Ungerechtigkeiten als so etwas wie eine Naturordnung oder Kulturerrungenschaft, die es zu verteidigen gilt, bis hin zur verbalen und psychischen Gewalt gegenüber jenen, denen sie die Schuld geben an ihrem Autoritätsverlust. Ein dritter und wohl größter Teil, versucht sich schadlos zu halten, benimmt sich, meckert gelegentlich (getriggerterweise) über die viel zu schnell getriggerten Snowflakes und zieht sich zurück in immer engere Kreise, in welchen er das Gefühl hat, noch ungestört zu sein. Der Kneipenabend mit „den Jungs“, der Hobbykeller mit dem Billardtisch und der Plattensammlung, das Fußballstadion.</p>
<p align="justify">Dieses Bild moderner <i>average white guys</i><i>™</i> entbehrt nicht einer gewissen Lächerlichkeit. Und zugegeben, es ist wohl auch ein stückweit lächerlich. Nur wird man nicht umhinkommen, möchte man die Probleme möglichst aller Gruppen zu einer guten und gerechten Lösung führen, auch die verhältnismäßig kleinen Probleme der Privilegiertesten ernst zu nehmen. Denn sonst wachsen auf der einen Seite die Ressentiments und führen mitunter zu noch mehr und noch heftigerer Radikalisierung und steigt auf der anderen Seite die Angst, sich zu den eigenen Gefühlen und Ängsten vor Abwertung und Geringschätzung zu bekennen, selbst wenn emanzipatorische Diskurse verstanden werden und sich mit den betroffenen Gruppen solidarisiert wird.</p>
<p align="justify">Bei der Analyse dieses Problemfeldes muss man sich zunächst bewusst machen, wie unscharf der Begriff „Privileg“ ist, wenn man nicht die durchschnittliche Verteilung von Zugang zu Chancen, Geld, Wohnraum, oder auch schlicht individuelle Freiheit auf gesamtgesellschaftlichem oder sogar globalem Niveau bespricht, sondern auf eine individuelle, mikroökonomische Ebene schaut. Global betrachtet, ist das System so verfasst, dass es weiße, cismännliche Personen in den genannten und weiteren Bereichen massiv bevorzugt, im alltäglichen Leben der Menschen äußert es sich aber als permanenter Brandherd von härtester Konkurrenz zwischen Einzelsubjekten um jene Ressourcen, die durch die Ungleichverteilung in viel zu wenigen Händen liegen und für den Rest grade so viel übriglassen, wie absolut notwendig ist. Auch der hieraus zwangsläufig entstehende Mangel betrifft marginalisierte Gruppen im Durchschnitt deutlich härter als die <i>average white guys</i><i>™, </i>aber dennoch sollte es einen nicht wundern, wenn ein Familienvater mit zwei Jobs, ein entlassener Braunkohlebergbauer oder ein alleinstehender Sozialhilfeempfänger sich nicht mit dem Narrativ des <i>male privilege </i>identifizieren können. In meinen Augen muss eine gute feministische Theorie und Praxis immer berücksichtigen, dass sich Privilegien nicht allein aufgrund von Identitäten ungerecht verteilen, sondern vor allem durch ökonomische Ausbeutungsverhältnisse.</p>
<p align="justify">So weit so grundlegend.</p>
<p align="justify">Nun leben wir allerdings in einer Gesellschaft, die es aus den verschiedensten Gründen nicht schafft, sich nachhaltig von diesen Verhältnissen zu lösen, welche die Privilegien so auffallend ungerecht verteilen. Es muss etwas geben, was unter den <i>average white guys</i><i>™ </i>eine Einheit stiftet, welche stärker ist als der immense Druck der ökonomischen Ungleichheit, etwas, womit sich sowohl die absolut Obersten, als auch die absolut Untersten von ihnen identifizieren und was ihnen ein „Weiter-So“ oder sogar ein Abgleiten in Autoritäre, Rückschrittliche Ideologien attraktiver erscheinen lässt, als eine fundamentale Änderung der Gesellschaft. Der ganz individuelle Vorteil dieser Ideologie, die man Maskulinismus nennen kann, liegt auf der Hand. Auch wenn das Individuum unter unerreichbaren Idealen und ökonomischer Ausbeutung leidet, kann es doch innerhalb seiner Mikrosphäre eine Dominanz für sich beanspruchen. Es hat fast sadomasochistische Züge. Ich weiß, nach „Oben“ muss ich gehorchen und mich unterordnen und bin dadurch legitimiert, nach „Unten“ Gewalt auszuüben, in welcher Form auch immer. Der sehr heteronormative Trope des Familienvaters, der das Geld verdient, in den Krieg zieht oder in anderer Form die Familie nach „Außen“ vertritt, indem er sich in ein hierarchisches System eingliedert um das Überleben und/oder den Lebensstandard zu sichern, der aber dann zuhause seine Entfremdung, Überforderung oder seine Traumata gewaltvoll an seiner Frau oder seinen Kindern auslebt, ist in unseren Kulturprodukten vielfach wiedergegeben und kritisiert, aber auch schon reproduziert und legitimiert worden, falls die moralische Grenze zur physischen Gewalt nicht überschritten wurde.</p>
<p align="justify">Speaking of.</p>
<p align="justify">Fortsetzung folgt.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Frau-Mann-Konstrukt: Wie Frauen denken und Männer nicht</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/02/das-frau-mann-konstrukt-wie-frauen-denken-und-maenner-nicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nev]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Feb 2022 07:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Identitäten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[Nev macht sich Gedanken über das “Frau-Mann-Konstrukt”. Was ist eigentlich ein Mann? Was ist eine Frau? Was sind Unterschiede oder Gemeinsamkeiten, von denen es doch anatomisch wie auch auf Gefühlsebene einige gibt? Oder nicht? Klischeehaft ist ein Mann “1.80m groß, bärtig, trainiert, trinkt Bier und isst ausschließlich Fleisch”. Bin ich kein Mann, wenn das nicht]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nev macht sich Gedanken über das “Frau-Mann-Konstrukt”. Was ist eigentlich ein Mann? Was ist eine Frau? Was sind Unterschiede oder Gemeinsamkeiten, von denen es doch anatomisch wie auch auf Gefühlsebene einige gibt? Oder nicht? Klischeehaft ist ein Mann “1.80m groß, bärtig, trainiert, trinkt Bier und isst ausschließlich Fleisch”. Bin ich kein Mann, wenn das nicht auf mich zutri<span class="">ﬀ</span>t? Viel Spaß, Nevs Meinung dazu zu lesen.</strong><br />
<span id="more-14446"></span></p>
<p><span style="font-family: Calibri, sans-serif;">Ob der Titel und die Unterschrift nun richtig gewählt sind, wage ich fast ein wenig zu bezweifeln. Doch was ist überhaupt richtig. Ich habe mir in den letzen Woche und Monaten – was sage ich, eigentlich bereits mein ganzes Leben darüber Gedanken gemacht, was typisch Frau und typisch Mann sei. Wie und wo fängt man so ein Thema überhaupt an? Klischees, Hormone, Gedanken, Kleidung, Körperbau.<br />
Die Fakten sagen, dass es gravierende anatomische Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt. Gleich sind bei beiden Geschlechtern 44 Chromosomen, die sogenannten Autosomen. Nun kommt der entscheidende Unterschied: Frauen besitzen zwei X-Chromosomen und Männer haben ein X- und ein Y-Chromosom, welche für die jeweilige Entwicklung verantwortlich sind. Optisch gesehen haben Frauen Brüste und eine Vagina, Männer haben einen Penis. Sehr plump, aber irgendwie auch recht treffend. Soll das aber schon alles sein, was beide Geschlechter unterscheidet? Nein, natürlich nicht.<br />
Ich selbst konnte die Erfahrung machen, die Gedanken- und Gefühlswelt einer Frau kennenzulernen und nun, dank der gegengeschlechtlichen Hormontherapie mit Testosteron bin ich in der Männerwelt angekommen. Es gibt gewiss Unterschiede in den Gedanken und Gefühle. Allerdings bin ich auch der festen Überzeugung, dass die hormonelle Zusammensetzung des einzelnen Körpers wesentlichen Einfluss auf das Verhalten und Empfinden hat. Beispielsweise trägt ein höherer Testosteronspiegel dazu bei, dass ein Mensch impulsiver ist. Im Gegensatz ist man empfindsamer, wenn der Östrogenspiegel erhöht ist. Die Zusammensetzung ist von Mensch zu Mensch, ganz gleich, ob Mann oder Frau, sehr unterschiedlich und kann nicht über einen Kamm geschert werden. Manche Argumente und Aussagen scheinen vielleicht etwas wirr. Ich habe natürlich keinen Abschluss oder einen Doktortitel in der Hormonforschung, sodass meine Argumentation nur anhand von Erfahrungen und Beobachtung aufgestellt ist.<br />
</span>Wie definiere ich für mich das „Mann sein“?<br />
Klischeehaft sehen Männer vermutlich ungefähr so aus: 1,80m groß, bärtig, trainiert. Beschützer und Ernährer der Familie, lieben Fussball, können besser Autofahren als Frauen, trinken Bier und essen eigentlich ausschießlich Fleisch.<br />
Wenn ich mir diese ganzen Klischees – und es gibt noch unzählige mehr – so ansehe, dann bin ich wohl kein Mann. Falsch! Zum Einen ist jeder Mensch, ob Mann oder Frau, individuell in Aussehen, Verhalten, Emotionen. Zum Anderen definiert man sich selbst und auch das ist unterschiedlich. Mein Ziel und auch meine Definition eines Mannes ist für mich, ein guter Mensch und irgendwann ein guter Vater und Mann zu sein. Sicher ist es auch ein Anreiz von mir, gut und ein wenig trainiert auszusehen. Ja, ich wäre auch gern ein paar Zentimeter größer. Das sind allerdings nur „Nebensächlichkeiten“ &#8211; viel wichtiger, für seine Liebe da zu sein, zu schätzen, zu ehren. Ja, auch Beschützer und Ernährer zu sein. Angst zu nehmen, Halt zu geben. Meine Frau glücklich zu machen und meine Famile glücklich und stolz zu machen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Klima, Krise, Kneipe – KKK</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/01/klima-krise-kneipe-kkk/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Abdul]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Jan 2022 07:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Klimagerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Was können wir tun, um die Klimakatastrophe abzuwenden? Und wie können wir Menschen erreichen, die sich damit einfach nicht auseinander setzen wollen? Wie können wir mit denen sprechen, die den Klimawandel für ausgedacht halten? Unser Autor Abdul hat da so einiges ausprobiert. Klima, Krise, Kneipe &#8211; vielleicht ist diese Alliteration ja hilfreich? Sein Kneipen-Gespräch mit]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Was können wir tun, um die Klimakatastrophe abzuwenden? Und wie können wir Menschen erreichen, die sich damit einfach nicht auseinander setzen wollen? Wie können wir mit denen sprechen, die den Klimawandel für ausgedacht halten? Unser Autor Abdul hat da so einiges ausprobiert. Klima, Krise, Kneipe &#8211; vielleicht ist diese Alliteration ja hilfreich? Sein Kneipen-Gespräch mit Dirk aus Duisburg lest ihr hier.</b></p>
<p><span id="more-14379"></span></p>
<p>Dirk: Dat gibt’s alles gar nicht.</p>
<p>Was meinst du?</p>
<p>Dirk: Ja dat mit dem Klimawandel und sowat.</p>
<p>Wie kommst du jetzt darauf?</p>
<p>Dirk: Hab dat im Fernsehen gesehen, dat die Welt untergehen soll und so ne scheiße. Stimmt aber alles nicht.</p>
<p>Hast du denn die ganzen Berichte verpasst?</p>
<table cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td valign="bottom">Dirk: Wat denn für Berichte?</td>
<td valign="bottom"></td>
<td valign="bottom"></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="bottom"></td>
<td valign="bottom"></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="bottom">Von den ganzen Wissenschaftlern.</td>
<td valign="bottom">Dirk: Ne hab ich nicht.</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="bottom"></td>
<td valign="bottom"></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="bottom">Erderwärmung?</td>
<td valign="bottom">Dirk: Ne hab ich nicht.</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="bottom"></td>
<td valign="bottom"></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="bottom">1,5 Grad?</td>
<td valign="bottom">Dirk: Ne hab ich nicht.</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="bottom"></td>
<td valign="bottom"></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="bottom">Klimaschutz?</td>
<td valign="bottom">Dirk: Ne hab ich nicht.</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="bottom"></td>
<td valign="bottom"></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="bottom">Umweltkatastrophen??</td>
<td valign="bottom">Dirk: Ne hab ich nicht.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<table cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td valign="bottom">Klimakrise?</td>
<td colspan="2" valign="bottom">Dirk: Ne aber Flüchtlingskrise.</td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom"></td>
<td colspan="2" valign="bottom"></td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom">Gletscherschmelzen?</td>
<td valign="bottom">Dirk: Ne aber Özi, kenn ich.</td>
<td valign="bottom"></td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom">Greta Thunberg?</td>
<td valign="bottom"></td>
<td valign="bottom"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Dirk: Ja Hömma DIE kleine Kuh, sag mal hat die keine Hobbys oder wat? Ich sach dir wat, dass Problem mit der alten ist, dass man in Schweden erst mit 20 trinken darf. Hömma wenn die ne Jugend hätte, würde die auch keine Bäume umarmen und gestrandete Wale gießen, sondern feiern und saufen.</p>
<p>Ich mag die Konversationen mit Dirk. Die sind immer so, besonders. Dirk ist unser alter Nachbar und der Mensch, der versucht hat, mir als Kind die Welt zu erklären. Mit Welt ist natürlich Duisburg gemeint. Mehr als Duisburg kennt Dirk nämlich nicht. Das Problem ist das ich mit den Jahren gemerkt hab, dass Dirk zu 90% scheiße labbert. Besoffen scheiße labbert. Dirk ist ein besoffener Rassist, Sexist und MSV Duisburg Fan. Mittlerweile erkläre ich Dirk die Welt. Was eine echte Mammutaufgabe ist. Wie möchtest du Beispielsweise einen betrunkenen</p>
<p>Rassistischen, Sexistischen Verschwörungstheoretiker die Klimakrise erklären?</p>
<p>In der Kneipe bin ich auf eine Idee gekommen. Eine Methode die ich damals im Dialogmarketing gelernt habe. Nutze die Lebensrealität, um deinen Punkt Schlüssig zu erklären. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.</p>
<table cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td valign="bottom">Ey Dirk!</td>
<td valign="bottom">Dirk: JA?</td>
<td valign="bottom"></td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom"></td>
<td colspan="2" valign="bottom"></td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom">Wat liebst du mehr als deine Frau?</td>
<td colspan="2" valign="bottom">Dirk: Bier!</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Diese Antwort ist bei Dirk so berechenbar, wie die Katastrophe, falls Armin Laschet wirklich Bundeskanzler geworden wäre.</p>
<p>Siehst du Dirk, die Fleischindustrie und Tierhaltung ist eines der Probleme bei der Klimakrise. Bier ist zum Beispiel vegan, ist doch voll cool, oder?</p>
<p>Dirk: Wat für Vegan, bist du bescheuert oder wat?</p>
<p>Natürlich ist Bier vegan!</p>
<p>Dirk: Niemals, in Bier ist auch Fleisch drin.</p>
<p>Da ist höchstens Fleisch drin, wenn ich dir dein Bier Glas in die Fresse **</p>
<p>Okay ich gebe nicht auf und überlege weiter womit ich diesen, mit Bier vollgelaufen Pudding Panzer überzeugen kann. Ich muss zu drastischeren Methoden greifen. Ich muss mit Ängsten spielen, mit Ängsten hat es auch schon eine Partei geschafft die Stimme von Dirk zu gewinnen.</p>
<p>Ey Dirk! Dirk: JA?</p>
<p>Weißt du wie du es schaffen kannst das keine Flüchtlinge mehr</p>
<p>herkommen? Dirk: Wat wie das denn?</p>
<p>Falls wir durch Verändern unseres Verhaltens die Klimakrise abwenden können, werden keine Klimaflüchtlinge kommen. DENN, ist die Klimakatastrophe nicht mehr abwendbar, werden vor allem die jetzt schon heißen Regionen der Erde unbewohnbar sein.</p>
<p>Weißt du was das bedeutet? Dirk: Nein, was denn?</p>
<p>Das ganz viele kleine Braungebrannte Abduls nach Deutschland</p>
<p>kommen. Dirk: Nein bitte nicht.</p>
<p>Oh doch, stell dir vor wie viele Afrikaner, Araber und Menschen aus dem ganzen Orient nach Deutschland kommen. Dort ist es nämlich am wärmsten auf der Erde. Ganz viele Abduls die nach wenigen Jahren besser Deutschsprechen als du, fleißiger arbeiten als du, und vor allem, werden sie dir das ganze Bier wegtrinken Dirk!</p>
<p>Dirk: Nicht mein Bier bitte nicht!</p>
<p>Gut ich bin auch nicht das größte Vorbild, wenn es um die Bewältigung der Klimakrise geht. Ich bin freitags auch lieber in der Kneipe und streite mit meinen Dirks und Mannis. Ich kann mir auch nicht vorstellen auf meinen kleinen Mini zu verzichten, aber ich stelle den Wasserhahn ab, wenn ich meine Zähne putze. Ich singe unter Dusche auch nicht mehr das neue Album von Apache runter und ich mach mir auch sehr gute Gedanken ob der bequeme Flug nach Berlin wirklich so erforderlich ist.</p>
<p>Jeder noch so kleine Beitrag ist ein Beitrag, ich hoffe ihr habt euer Kreuz bei der Wahl richtig gesetzt und seit bitte, und das ist noch viel wichtiger, seit bitte nicht so ein Dirk.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Beiträge von Abdul <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/abdul/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kirschen pflücken</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/01/kirschen-pfluecken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ursula Recih]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jan 2022 07:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Empowerment]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir begrüßen eine neue Autorin auf meinTestgelände: Ursula Recih! Sie studiert Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis in Hildesheim, lebt in Leipzig und schreibt Poesie und Prosa, um Erlebtes zu verarbeiten und ihre Gefühle zu kanalisieren. &#8222;Eine feministische Perspektive und meine eigene Position als queere Frau liegen meinen Texten zugrunde, welche sich mit Beziehungsdynamiken, lesbischem Begehren und gesellschaftspolitischen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir begrüßen eine neue Autorin auf meinTestgelände: Ursula Recih! Sie studiert Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis in Hildesheim, lebt in Leipzig und schreibt Poesie und Prosa, um Erlebtes zu verarbeiten und ihre Gefühle zu kanalisieren. &#8222;Eine feministische Perspektive und meine eigene Position als queere Frau liegen meinen Texten zugrunde, welche sich mit Beziehungsdynamiken, lesbischem Begehren und gesellschaftspolitischen Verhältnissen auseinandersetzen.&#8220;, sagt sie. Wir wünschen euch viel Spaß mit ihrem ersten Text!</strong><span id="more-14374"></span></p>
<p>Vielleicht können wir dann klar sein, wenn unser Gegenüber unklar ist, wenn wir glauben selbst klarer zu sein und uns deshalb erhaben fühlen. Vielleicht ist Klarheit mit Macht verbunden, vielleicht gründet sie sich sogar auf Macht. Ich bin dann klar, wenn mir Raum und die richtigen Anstöße gegeben und Impulse gesendet werden und ich weiß, ich darf sein, ich bin nicht zu viel, egal wie viel ich ordnen muss und egal wie lange ich dafür brauche. Ich bin dann klar, wenn mein Gegenüber mir Klarheit zuspricht, wenn mein Gegenüber denkt, ich sei klar und ich bin eben dann unklar, wenn ich ahne, mein Gegenüber hält mich bereits für unklar.</p>
<p><i>Ich stehe neben meinem Vater im Garten, wir pflücken Sauerkirschen und er sagt, ich solle ihm aus meinem Leben erzählen. Ich beginne über meine Bachelorarbeit zu berichten und bemerke direkt, dass es mir schwer fällt mich zu formulieren, dass ich hadere. Einen Tag zuvor, als ich mit meiner Mutter spazieren war und wir über gesellschaftspolitische Themen diskutierten, hatte ich keinerlei Probleme meine Haltung argumentativ darzulegen und eloquent mein Wissen und Erlerntes zu vermitteln. Neben meinem Vater fühle ich mich auf einmal wieder wie ein kleines Mädchen. Seine kleine Tochter, die schön und künstlerisch kreativ ist aber nicht intelligent. Das allein ist schon paradox, denn für Kreativität bedarf es Intelligenz. Aber Intelligenz ist für meinen Vater und in dem patriarchalen System in dem wir leben, eben nicht gleich Intelligenz. Da gibt es Theorie und Praxis und da gibt es Eigenschaften, die Weiblichkeit zugeschrieben werden und deshalb keine Anerkennung erfahren oder Tätigkeiten, die sobald sie von Frauen ausgeübt werden, nicht mehr als Kompetenzen gelten. Soziale Fähigkeiten zum Beispiel oder eben, wie in meinem Fall, Wissen um Mode und Popkultur. Aber vor allem geht es um Zuschreibungen, die nicht selbst gewählt sind und in die ich nicht passe.</i></p>
<p><i>Er auf der Leiter Meter über mir, ich unten am Boden, mich am rechtfertigen, mich am erklären, am holpern, am Worte suchen. Ich scheitere daran, ihm meine These zu sagen. Ich weiß meine These und ich habe einiges zu ihr und den Texten und Büchern, die ich zu der Thematik gelesen habe, zu erzählen. Ich verspüre seine Skepsis und beginne meinen Satz immer wieder neu, mein Kopf leer, während ich nach den richtigen Worten suche und suche. Ein wenig oberflächliches Gedöhns findet den Weg aus meinem Mund, vor allem aber der wenig aussagende Satz „Ja, es macht mir einfach Spaß, ich finde das alles ganz toll, was denkst du darüber?“ Er erklärt mir, ich solle meine These schmal halten, nicht zu ausführlich werden, sonst würde ich nie fertig werden und eine Doktor-</i></p>
<p><i>anstatt eine Bachelorarbeit schreiben. Ich pflichte ihm zu, dass ich um diese Problematik wisse. Am Abend fahre ich zu meiner Mutter zurück und berichte ihr von dem Nachmittag, dem Kirschen pflücken, den darauf folgenden Gesprächen beim Kaffee, bei denen ich dann stille Zuhörerin geworden bin. Ich sage ihr „Ich fühle mich nicht gesehen, unsere Lebensrealitäten sind meilenweit entfernt.“ Ich sage vieles mehr, da ich einige Gedanken zu dem Geschehenen habe und auf einmal kann ich wieder sprechen.</i></p>
<p>Das heißt meine Annahme über die Haltung meines Gegenübers, anhand meiner Wahrnehmung, wie die Person agiert, bestimmt mein Handeln. Das heißt eine Vermutung bestimmt die Realität. Im Endeffekt ist also die Angst den vermeintlichen Erwartungen des Gegenübers nicht gerecht zu werden der Grund wieso ich dann tatsächlich unklarer werde. Ich beweise mir selbst, dass meine eigenen Zweifel gerechtfertigt sind und schiebe es auf den Habitus einer anderen Person. Das heißt nicht, dass dieser Habitus nicht tatsächlich auch zu meinem Verhalten beiträgt und diese Situation systemisch bedingt ist. Dass sie in vielen Gärten genauso von statten geht. Dass Väter auf Leitern stehen und auf ihre Töchter herabsehen und sie unterschätzen und dass diese Töchter sich deshalb stetig selbst unterschätzen. Aber vielleicht geht es viel mehr darum, mein Verhalten und Selbstbewusstsein nicht länger von der Antizipation, was mein Vater über mich denkt, abhängig zu machen. Sondern mich von dem Drang zu emanzipieren, ihm beweisen zu müssen, dass ich intelligent bin, um etwas wert zu sein.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Texte zum Thema Empowerment gefällig? <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/empowerment/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Hier entlang</strong></a>!</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Marsch</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/12/der-marsch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anton August Dudda]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Dec 2021 07:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=14362</guid>

					<description><![CDATA[&#8222;Meine Jungs sind Kiesel im Atlantik. Meine Jungs werden in zwei Millionen Jahren als Sand an die Deiche gespült.&#8220; Wie es dazu kommt? Das lest ihr heute in einem neuen Text unseres Autors Anton August Dudda. Lyrik oder Prosa? Fiktion oder Realität? Gar nicht so leicht herauszufinden. Wer sind &#8222;seine Jungs&#8220;? Wohin führt sie der]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>&#8222;Meine Jungs sind Kiesel im Atlantik. Meine Jungs werden in zwei Millionen Jahren als Sand an die Deiche gespült.&#8220; Wie es dazu kommt? Das lest ihr heute in einem neuen Text unseres Autors Anton August Dudda. Lyrik oder Prosa? Fiktion oder Realität? Gar nicht so leicht herauszufinden. Wer sind &#8222;seine Jungs&#8220;? Wohin führt sie der Marsch? Findet es selbst heraus:</b></p>
<p><span id="more-14362"></span></p>
<p>Eins, zwei, drei, vier.</p>
<p>Meine Jungs marschieren durch die Gassen, gleich im Schritt und schweren Fußes.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Eins, zwei, drei, vier.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die Leute gucken, doch meine Jungs gucken nicht zurück, meine Jungs gucken sich nur immer gegenseitig ins Gesicht, wenn einer singt, singen die anderen mit, wenn einer lacht, lacht der ganze Trupp. Meinen Jungs gehören all diese Häuser, diese Straßen und die Leute. Eigentlich. Eigentlich gehört uns all das, sagen meine Jungs im Chor.</p>
<p>Eins, zwei.</p>
<p>Meine Jungs sind bei mir.</p>
<p>Drei, vier.</p>
<p>Ich fühle mich frei, hier bei meinen Jungs. Denn solange ich bei meinen Jungs bin, wird mir alles verziehen. Solange meine Jungs bei mir sind, darf ich tun, was ich will. Denn es sind meine Jungs, die bestimmen über richtig und falsch, denn meine Jungs sind die Anarchisten, die Politiker, die Faschisten, die Polizisten, die Manager und Fußballer. Meine Jungs können alles sein, wenn sie es nur wollen, denn meine Jungs können sich nur selbst im Wege stehen.</p>
<p>Eins, zwei, drei, vier.</p>
<p>Kein Mensch traut sich, meine Jungs aufzuhalten. Der Ruf nach Freiheit, den meine Jungs ausstoßen und der sich wie ein Echo von Körper zu Körper wirft, sich tausendfach multipliziert, kann Lawinen auslösen, Berge zum Wanken und Zivilisationen zum Einsturz bringen. Meine Jungs kennen nur das Vorwärts, meine Jungs sind das Blut und das Fleisch, der Kolben und das Motoröl, sie sind eine gewaltige Erfindung von sich selbst, gebaut, um sich zu vereinen, gebaut, um zu erschaffen, gebaut, um zu herrschen, gebaut, um zu zerstören.</p>
<p>Eins, zwei, drei, vier.</p>
<p>Der Takt, zu dem meine Jungs marschieren, ist der Klang ihrer Schuhe auf dem Asphalt. Er kann nicht langsamer werden, er ist wie ein Rausch. Wie Vögel im Schwarm, wechseln meine Jungs sich ab in der ersten Reihe, um den anderen ihren Windschatten zu geben, unter meinen Jungs wird niemand ausgegrenzt. Meine Jungs grenzen mich nicht aus. Wenn meine Jungs die Grenzen der Stadt erreicht haben, dann marschieren sie weiter. Sie reißen Schneisen in die großen Wälder, fressen alles was sie finden können. Hinter meinen Jungs ist verbrannte Erde. Niemand kann meinen Jungs folgen.</p>
<p>Eins, zwei, drei, vier.</p>
<p>Meine Jungs sind so schnell, unter ihren Schritten vibriert das Gestein und bricht entzwei, ein paar meiner Jungs geraten aus dem Gleichgewicht, fallen über das lockere Geröll, schlagen sich die Schädel auf, brechen sich die Beine, doch der Sog zieht sie unerbittlich mit, meine Jungs lassen niemanden zurück, egal wie er auch darum betteln mag.</p>
<p>Eins, zwei, drei, vier.</p>
<p>Ich gehe mit meinen Jungs durch Dick und Dünn. Ihr Blut klebt an meiner Kleidung, mein Blut klebt an ihren Schuhen. Wir alle haben unser Blut auf der Zunge, schmecken uns gegenseitig wie entzündetes Zahnfleisch. Das Blut meiner Jungs schmeckt nach Salz und nach Eisen, das Blut macht meine Jungs so schnell wie nie.</p>
<p>Eins, zwei, drei, vier.</p>
<p>Der Blutrausch meiner Jungs treibt sie an, bis zu den höchsten Bergen, höher noch, der höchste Gipfel ist nicht hoch genug für meine Jungs. Unter meinen Jungs rollen die Steine aufwärts, fließt das Wasser in den Himmel, fällt der Schweiß meiner Jungs als Regen auf sie herunter. Meine Jungs glauben an sich, sie müssen sich nicht beweisen. Meine Jungs sagen, wo es langgeht.</p>
<p>Eins, zwei, drei, vier.</p>
<p>Das Land der Erde hat sich verformt zu einer Himmelsleiter, auf allen sieben Kontinenten marschieren meine Jungs empor, die Welt unter ihnen nichts mehr als ein Ball aus Wasser und über ihnen, Nichts.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Eins, zwei, drei, vier.</p>
<p>Die letzte Stufe ist erreicht und einer nach dem anderen fallen meine Jungs ins Bodenlose. Ihre Marschfüße strampeln hilflos in der Luft. Wie die Käfer nicht gemacht sind, auf dem Rücken zu liegen, so sind meine Jungs nicht dazu gemacht, zu fallen. Meine Jungs lachen. Lachen aus tausenden Kehlen, bis ihre Körper auf dem Salzwasser aufschlagen und in mehr Einzelteile zerspringen, als man zählen könnte.</p>
<p>Eins, zwei, drei, vier.</p>
<p>Meine Jungs sind Kiesel im Atlantik. Meine Jungs werden in zwei Millionen Jahren als Sand an die Deiche gespült.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Für den Fall, dass ihr den ersten, großartigen Text von Anton verpasst haben solltet: <a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/09/das-kind-aus-einer-anderen-welt-und-sein-erstes-fussballtraining/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Hier entlang</strong></a>!</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ruhrgebietskinder: Emre B.</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/12/ruhrgebietskinder-emre-b/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ruhrgebietskinder]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Dec 2021 07:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns riesig, denn wir dürfen sechs Filme von der Landeszentrale für politische Bildung NRW bei uns veröffentlichen &#8211; und damit ein herzliches willkommen an unsere neue Redaktionsgruppe: Ruhrgebietskinder! Heute stellen wir euch Emre vor. Er ist 22 Jahre alt, studiert Soziale Arbeit und ist dafür aus einem Dorf in Bayern nach Duisburg gezogen. In]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns riesig, denn wir dürfen sechs Filme von der Landeszentrale für politische Bildung NRW bei uns veröffentlichen &#8211; und damit ein herzliches willkommen an unsere neue Redaktionsgruppe: Ruhrgebietskinder! Heute stellen wir euch Emre vor. Er ist 22 Jahre alt, studiert Soziale Arbeit und ist dafür aus einem Dorf in Bayern nach Duisburg gezogen. In diesem Film spricht Emre über seine Erfahrungen mit Rassismus, sein Engagement im Netz und seine Leidenschaft für&#8217;s Kochen. Außerdem dürfen wir einige seiner Gedichte hören. Wir wünschen euch viel Spaß dabei, Emre besser kennenzulernen.</strong><span id="more-14356"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Das Video wurde <a href="https://www.politische-bildung.nrw.de/digitale-medien/titelverzeichnis/details/video/ruhrgebietskinder-emre-b" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier</strong></a> erstveröffentlicht. (<span style="font-size: 1.14285rem;">Die auf dieser Seite herunterladbaren Videos stehen unter der </span><a style="font-size: 1.14285rem;" href="https://creativecommons.org/licenses/by-nd/4.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener">Creative Commons-Lizenz CC-BY-ND 4.0</a><span style="font-size: 1.14285rem;">.)</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gefühllosigkeit ist ein Gefühl</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/12/gefuehllosigkeit-ist-ein-gefuehl/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tom]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Dec 2021 07:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Psyche]]></category>
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					<description><![CDATA[Content Note: Psychische Gesundheiten / Krankeiten. Unser Autor Tom fand zwei Jahre lang keine Worte dafür, was er hier im Text aufgeschrieben hat. Im Laufe seiner tiefenpsychologischen Therapie und eigenen Reflexionsversuchen gelang ihm Anfang diesen Jahres der Sprung raus aus der Ego-Ebene und das Erlebte aus der Vogelperspektive zu betrachten. Dieses Essay erschien zunächst im Mantis]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Content Note: Psychische Gesundheiten / Krankeiten. </b></p>
<p><b>Unser Autor Tom fand zwei Jahre lang keine Worte dafür, was er hier im Text aufgeschrieben hat. </b><b>Im Laufe seiner tiefenpsychologischen Therapie und eigenen Reflexionsversuchen gelang ihm Anfang diesen Jahres der Sprung raus aus der Ego-Ebene und das Erlebte aus der Vogelperspektive zu betrachten. Dieses Essay erschien zunächst im Mantis Magazine #11. Für die Veröffentlichung hier auf meinTestgelände ist er nach gut einem Vierteljahr nochmal in das Thema eingestiegen und versuchte sich bewusst zu machen, was das Aufschreiben dieser Geschichte mit ihm gemacht hat.</b></p>
<p><span id="more-14348"></span></p>
<p>Berlin 2019: Als ich gewusst habe, ich fahre, da dachte ich, es kann nur besser werden, doch es kam schlimmer. Schlimmer als all die schlaf-gestörten Nächte, die ich erlebt hatte, während ich<a href="https://www.torial.com/tom.oswald/portfolio/416429" target="_blank" rel="noopener"> die Lebensgeschichte eines anderen aufgeschrieben habe</a>. Schlimmer als die Zurückweisung der für mich damals wichtigsten Person in meinem Leben in einer neuen Stadt, die mich gleichzeitig ermattet und überfordert hat. Schlimmer als die Angst, dass ich nie wieder aus dem Bett kommen werde, das mich in der Zeit angezogen hat wie ein Magnet ein tonnenschweres Auto anzieht, kurz bevor er das Fahrzeug loslässt, kurz vor dem determinierten Fall in die Schrottpresse. Ich hatte Angst, niemandem in meinem Leben und schon gar nicht mir selbst gerecht werden zu können, Angst vor Arbeitslosigkeit, Energielosigkeit und Verlust. In diesem Moment kam keine meiner früheren Aggressionen zum Vorschein. Keine Emotion, die durchbricht. In diesem Moment war ich leer und mein Kopf voller Gedanken, die mir das Gefühl gaben, er explodiert bald. Ich bin implodiert. Habe mich selbst in Ketten gelegt, um die Auswirkungen des Schadens zu spüren und war gefangen in meinem Dasein als weißer, konservativ sozialisierter, 23-jähriger von Geburt an männlich gelesener, deutscher Student aus einem nicht-akademischen Haushalt ohne Migrationserfahrung. Ohne Emanzipationserfahrung.</p>
<p>Den Begriff „Emanzipation“ definiert der Duden mit: „Befreiung aus einem Zustand der Abhängigkeit; Selbstständigkeit; Gleichstellung.“ In gesellschaftlichen Debatten wird dabei meist nur die Emanzipation der <b>FLINTA</b> ( cis <b>F</b>rauen, <b>L</b>esben, <b>I</b>ntersexuelle, <b>N</b>onbinäre Menschen, <strong>t</strong>rans Personen und <b>A</b>gender) diskutiert. Diese Bewegungen sind global, entwickelten sich über Jahrhunderte weiter und dauern bis heute an. FLINTA kämpfen für ihre Rechte. Sie kämpfen gegen die strukturelle Diskriminierung und Unterdrückung im Patriarchat. Und CIS-Männer? Sie mussten nie für ihre Rechte kämpfen, sie halten Macht und Privilegien bis heute inne.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Verinnerlichte Rollenbilder, verinnerlichter Druck</b></p>
<p>Meine Glaubenssätze, wie „Sei ein Mann“ (sei stark, sei tapfer, sei hart, sei bestimmt, sei abgesichert und setze dich solange gegen alles und alle anderen durch, bis du bekommst, was du willst), verfestigten sich mit der Zeit, wie Grabsteine aus flüssigem Beton, in meinem Bewusstsein. Sie waren das Symbol vom Tod meiner Hoffnung. Der Hoffnung auf „Nicht sein zu müssen, wie es vom außen erwartet und mir zugeschrieben wird. Vielmehr so sein zu können, wie ich es im Inneren bin und fühle.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Mit dem Umzug nach Berlin wollte ich aus dieser Sozialisation ausbrechen. Den Ausbruch aus Bayern, den Ausbruch meiner seit Jahren unterdrückten Gefühle erzwingen. Aus dem Zwang mir selbst gegenüber brach ich ein und schon im ersten Jahr meiner Ankunft in mich zusammen. Unter der Saugglocke in meinem Bett, betäubt von Dokus und Serien sah ich mich, gut 10 Jahre später, Anfang/Mitte Dreißig und immer noch im selben Bett liegend. Ich sah, wie ich mich immer noch quälte, von journalistischer Arbeit leben zu können, weil das in all den Jahren das Einzige war, was mich ausmachen würde. Zumindest in meinem Kopf.</p>
<p>Ich wollte heulen. Ging nicht. Wollte all das vergessen, was sich wie mit einem Vorschlaghammer in meine Gedanken schlug. Wollte loslassen. Dabei hatte ich Pläne, auf die ich mich freuen sollte. Ich stand kurz vor dem Aufbruch in die Ukraine. Hatte die Zusage für ein interkulturelles Projekt im Hinterland der Karpaten. Hatte den Anreiz, mein Bett zu verlassen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Zurück in Berlin, Südkreuz, Februar 2019: Als der Zug sich in Bewegung setzte, begann das Grübeln wieder. Ein Gedankenchaos, das sich wie ein gefährlicher Strudel auf hoher See in meinem Kopf ausbreitete und mich in ein tiefes Loch ohne sichtbaren Boden hineinzog. Ich war beschämt. Beschämt von mir und meiner Vergangenheit, beschämt von meinen Eigenschaften als Mann im Patriarchat, beschämt von all den Ungerechtigkeiten in der Welt. Lange Zeit fühlte ich mich als Opfer, in dem Moment sah ich nur den Täter in mir. Ich habe schwarz oder weiß gedacht, schwarz oder weiß gefühlt, die Welt nur schwarz oder weiß gesehen. Da war kein grau mehr. Kein warum? Nur eine Ohnmacht, die mich bewegungsunfähig machte.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Ich muss etwas ändern“, dachte ich. „Jetzt!<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich wollte mir Hilfe von außen holen, eine Therapie machen oder so. Wollte einen gesunden und nachhaltig anhaltenden Weg aus meinem Leid finden und mich von dem durchdringenden Schmerz befreien. Einen Augenblick später tippte ich die E-Mail an die Kassenärztliche Vereinigung Berlin:</p>
<p><b><i>Sehr geehrte Damen und Herren, </i></b><br />
<b><i>ich befinde mich aktuell in einer Phase der extremen Antriebslosigkeit und habe durch Gespräche mit Freunden festgestellt, dass es depressive Anzeichen sind. </i></b><br />
<b><i>Ich weiß nicht mehr weiter&#8230; </i></b><br />
<b><i>Viele Grüße</i></b></p>
<p>Wirklich weitergekommen bin ich in diesem Jahr nicht mehr. Aus Nachhaltigkeit wurde ein Feuerwerk aus Ablenkungen und Kompensationen. Die Bilanz: eine abgebrochene Therapie, eine zweimal beendete romantisch-polygame Beziehung, ein weiteres unbezahltes Praktikum, um mich doch noch im Berufsfeld des Journalismus irgendwie zu etablieren. Und viele Fluchtwege aus meinem Kummer. Darunter: Sieben Festivals im Sommer, sechs Länder bereist und eine Menge abgestumpften Sex auf der Suche nach Nähe und Geborgenheit. Auf der Suche nach einer flauschigen Decke, die mich wohlwollend umhüllt und mich die Welt da draußen für einen Moment vergessen lässt. Auf einen Arm, der mich auffängt und sich um mich legt. Auf einen Neustart. Das Feuerwerk knallte laut und zog in bunten Farben wie Blitze in der Dunkelheit an meinen Augen vorbei. Einen Augenblick war alles um mich herum wieder dunkel. War vergessen. Zurück blieben Asche und das Verlangen nach dem nächsten Kick.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Mitte des Jahres sah ich, dass kein Kick der Welt mich zurück in die Bahn kickt. Stattdessen lag ich betäubt am Straßenrand. Mit dem nächsten Auslandsprojekt, der nächsten Flucht vor mir selbst, schwor ich mir 3 Monate auf viele dieser Ablenkungen zu verzichten. Kalter (Sex)entzug. In der Hoffnung, ich wäre danach dazu fähig, den Neustart-Button drücken.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>2020 ist alles anders. Alles besser?</b></p>
<p>Januar 2020 in Berlin: Ich drückte den Neustart-Button. Eine neue Therapie, neues Bewusstsein für Freundschaften, regelmäßiger Ausgleich durch Theaterarbeit und Schwimmen. Und Sexualität nur nach Gefühl. Nicht um meine Leere zu kompensieren oder meine Unsicherheiten, meinen Zweifel und meinen Hass auf mich selbst. Nein, diesmal will ich anfangen mich zu lieben, mich fair und wertschätzend zu behandeln. Und nicht nur mir zu verzeihen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nicht mehr der Mensch sein, der abends, weil er „nichts Produktives“ geschafft hat, die Verabredung mit seinen Freunden aus Scham absagt und ohne Essen versucht zu schlafen. „Das hast du dir nicht verdient“, sagte meine immer lauter werdende innere Stimme damals.</p>
<p>Nicht mehr der Mensch sein, der sich selbst durch Erfolg im Job, Geld und in Sex bemisst. Das Credo „höher, schneller, weiter“ sollte aus meinen Lebensplänen gestrichen werden. Ebenso die „Base-Theorie“, bei der es darum geht, wie bei einer Checkliste, bei Dates meine Gegenüber möglichst „sicher“ zum Sex zu motivieren. „Wenn ich mit einer Frau schon im Bett liege, muss ich auch mit ihr schlafen. Auch, um dann mir selbst und anderen etwas zu beweisen.“ Eine Theorie aus meiner Kindheit und Jugend, die in meinem damaligen Umfeld heteronormativ und patriarchal kultiviert wurde. Ansonsten warst du als Mann schwach und uncool. Mann macht den ersten Schritt. Mann macht die Show. Mann muss eine Strategie haben, um mit Frau intim zu werden. Was ich heute sofort in die Schublade der Pick-Up-Artists packen würde, war zu Jugendzeiten die Norm. 2020 war ich absolut dagegen. Gegen Diskriminierung aller Art.</p>
<p>Dennoch fällt es mir auch heute noch schwer, meinen eigenen moralischen Ansprüchen zu genügen und eine klare Meinung zu all den Themen zu finden. Politisch und gesellschaftlich: Je mehr Perspektiven, Bildungsfaktoren, Sozialisationen und Lebensrealitäten ich gesehen habe, desto weniger konnte ich mir eine sachliche Meinung darüber bilden. Desto weniger konnte ich im Kopf rational bleiben, auch wenn in eigenen Krisenzeiten auf meinen Rationalen Autopilot immer Verlass ist. Bis heute. Selbst, wenn ich dagegen ankämpfen will. Ist der Schmerz zu groß, schaltet er um. Rationalisiert und legitimiert mein Verhalten, selbst, wenn ich damit geliebten Menschen an meiner Seite nachhaltige Schmerzen zufüge. Er redet mir ein: „Ich bin der Gute.“</p>
<p><b>Sichtbare Wut, unsichtbarer Schmerz</b></p>
<p>Letztendlich kamen die Symptome und die Probleme gar nicht so plötzlich und erst recht nicht die Einsicht, was dagegen zu tun. Ich unterdrückte, seitdem ich denken kann, viel. Nicht bewusst, sondern aus mangelnder Sensitivität. Aus mangelnder Durchlässigkeit und mangelndem Mut, der Mensch zu sein, der ich bin und so zu sein, wie ich bin. Mehrdimensional. Als Mann, als Sohn, als Bruder, als Freund oder als Boyfriend. Mit harten Seiten und mit weichen. Mit zahlreichen Männlichkeiten und ebenso vielen Weiblichkeiten. Mit Gefühlen, die nicht immer sichtbar an der Oberfläche waren und es bis heute noch immer nicht sind. Seit ich denken kann, war ich wütend. Als Kind der Giftzwerg, der sich ausspinnen soll und erst dann wieder kommen darf, wenn er wieder „normal“ ist, später als junger Erwachsener, der Igel mit ausgefahrenen Stacheln, der nicht wirklich einen Menschen an sich ran lässt, zwischenmenschliche Beziehungen schnell wieder abbricht oder gar nicht erst annimmt. Demut und Versöhnungsgedanken, Fehlanzeige. Heute ziert eine tiefe Zornesfalte mein Gesicht.</p>
<p>Doch mein Zorn war nur die sichtbare Spitze eines Eisberges, gegen den selbst mein Autopilot nicht mehr ankommen konnte. Unsichtbar aber da und unterhalb der Wasseroberfläche verbarg sich meine Trauer. Meine Angst und meine Scham. Damals wurde mein Verhalten von außen meist mit Unverständnis bewertet, irgendwann tat ich es selbst nach innen. Ich verstand mich nicht. Verstand nicht, wer dieser Mensch sein mag, der in seinen Wutausbrüchen so in sich zusammen fällt. Der insgeheim nach Hilfe ruft, einen Ausweg aus seiner selbst sucht und dies in seiner Verzweiflung anmaßend als Drohung ausspricht und manipuliert. Der Mensch, der so viele Menschen, die ihm etwas bedeuten, aktiv verletzt hat und es kurz darauf wieder bereute, aber nicht fähig war, diese Reue zu kommunizieren. Ich war passiv und still. In diesen Momenten war nur eines größer als die Scham. Der Selbsthass.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich hasste bis zu meinem unausweichlichen Zusammenbruch 2019 im emotionalen Chaos. Aus mir selbst heraus konnte ich mir nicht helfen und die Reisen oder auch Flucht- und Kompensationsbewegungen nach Außen bewiesen letztendlich nur eines. Ich brauche Hilfe. Spezielle Hilfe. Bei einer meiner Tramperfahrungen lernte ich einen erfahrenen Psychotherapeuten kennen. Er war damals so um die 60 Jahre alt und auf dem Weg zu einem Fachkongress in Berlin, bei dem er selbst einen Vortrag gehalten hat. „Du bist anders“, meinte er damals, „anders als 90% der Menschen in deinem Alter.“ Dementsprechend brauchst du auch eine therapeutische Hilfe, die mit deinem Lebensstil vertraut ist und ihn anerkennt.“ Bevor er mich in Berlin Mitte absetzt, erzählte er mir noch etwas von einem Stürmer und Dränger in mir, abgeleitet aus der Historischen Epoche des Sturms und Drangs. Ich war mehr als verwirrt.</p>
<p><b>Meine Emanzipation: Ich bin am Anfang, aber ich hab angefangen</b></p>
<p>Heute kann ich es immer noch nicht nachvollziehen, wie er mich gesehen hat. Für mich aber zählt: Er hat mich gesehen und letztendlich mich dazu motiviert, einen zweiten Therapieversuch im Januar 2020 zu starten. Eine Stütze, die mir bis heute Stabilität gibt. Aus dieser Stütze entstanden weitere Inseln in einem weiten Meer der Außenwelt und näherem Umfeld in Berlin; Lübeck und an weiteren Orten, an denen mir auf meiner Lebensreise die Türen geöffnet und die Hand gereicht wurde. Orte, wo ich willkommen bin und immer noch aufgefangen werde, wenn ich mich danach fühle und den Mut habe, um Hilfe zu fragen. Sie aber auch anzunehmen gelingt mir nicht immer, Scham, Angst und Sorgen sind noch da, auch wenn der Hass langsam sich auflöst, wie der Nebel an einem kalten sonnigen Morgen im Frühling. Was neu ist, ist die Zuversicht. Die Zuversicht, dass alles gut wird, auch wenn ich meiner Oma damals nach dem Ausspruch dieses Satzes selten geglaubt habe. Vor allem, wenn ich dachte, ich bin kurz davor in den Fluten des Neuen, Aufregenden, Experimentellen und sich ständig veränderten Meeres zu ertrinken. Heute kann ich sagen:, Ich liebe es, in diesem Meer zu schwimmen, tief einzutauchen und mich auch mal treiben zu lassen. Mich frei zu bewegen und frei zu fühlen. Dennoch brauche ich Inseln, um nicht in der Flut, die dieses Leben mit sich bringt, unterzugehen. Eine Insel, auf der ich mich zu Hause fühle. Eine Insel, auf der ich individuelle Familiengefühle spüre. Eine kreative Insel für Theaterarbeit, Körperarbeit, Kunst und Experimente. Eine Insel, auf der ich soft sein und auch Schwäche und Emotionen zeigen kann und auch lernen kann, diese zu zeigen. Eine Insel, auf die ich zu jeder Zeit hin kann, wenn&#8217;s mir schlecht geht. Mit maximalem Vertrauen, Aufrichtigkeit und Respekt vor den Lebensrealitäten und Umständen anderer. Für das Gefühl von Geborgenheit, Sicherheit und Lebendigkeit und der Lust, alle Parameter nach Lebensphase und Gefühl frei und selbstständig justieren zu können. Eine Inselgemeinschaft. (M)ein Leben lang.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><i>Essay, verfasst am 08.02.2021, überarbeitet am 20.07.2021</i></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>In diesem Text stellt Tom die Frage: <a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/05/wann-ist-ein-mann-ein-mann/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Wann ist ein Mann ein Mann?</strong></a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die HeRoes zum internationalen Tag gegen Gewalt an Mädchen und Frauen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/11/internationalertaggegengewalt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HeRoes]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Nov 2021 07:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Solidarität]]></category>
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					<description><![CDATA[Anlässlich des heutigen internationalen Tages gegen Gewalt an Mädchen und Frauen haben die HeRoes Duisburg ein neues Video produziert. In ihrer Arbeit setzen die jungen Männer sich für ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben von Mädchen und Frauen ein. In diesem Video zeigen sie in ihren persönlichen Statements, dass sie solidarisch sind &#8211; und zwar nicht]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Anlässlich des heutigen internationalen Tages gegen Gewalt an Mädchen und Frauen haben die HeRoes Duisburg ein neues Video produziert. In ihrer Arbeit setzen die jungen Männer sich für ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben von Mädchen und Frauen ein. In diesem Video zeigen sie in ihren persönlichen Statements, dass sie solidarisch sind &#8211; und zwar nicht nur an diesem Tag!</strong></p>
<p><span id="more-14309"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von den HeRoes <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/heroes_neu/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Erleben Jungen Sexismus?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/11/erleben-jungen-sexismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jungen* Wettbewerb 2021]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Nov 2021 07:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns, euch heute einen weiteren Text aus den Einsendungen zum Jungen*-Schreibwettbewerb zu präsentieren. Ismail Rahals Beitrag &#8222;Erleben Jungen Sexismus?&#8220; hat uns total überzeugt, räumt er darin doch mit so manchen Vorurteilen auf und hat außerdem noch Lösungsvorschläge parat. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen! Sexismus ist eine Art von Diskriminierung auf Basis]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns, euch heute einen weiteren Text aus den Einsendungen zum Jungen*-Schreibwettbewerb zu präsentieren. Ismail Rahals Beitrag &#8222;Erleben Jungen Sexismus?&#8220; hat uns total überzeugt, räumt er darin doch mit so manchen Vorurteilen auf und hat außerdem noch Lösungsvorschläge parat. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-14297"></span></p>
<p>Sexismus ist eine Art von Diskriminierung auf Basis des Geschlechts. In der heutigen Gesellschaft werden größtenteils Frauen, jedoch auch ein gewisser Prozentsatz an Männern Opfer dieser Form von Diskriminierung. Es gibt beispielsweise soziale (Grundschullehrer, Kindergärtner) oder kosmetische (Make-up-artist) Berufe, in denen Männer unterrepräsentiert sind. Aussagen wie „Männer können doch gar nicht mit Kindern umgehen.“ oder „Für Männer gehört es sich nicht, sich mit kosmetischen Themen zu beschäftigen!“ zeigen, dass Sexismus auch Männer trifft.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich persönlich habe schon mehrmals Situationen erlebt, die von Sexismus geprägt sind. In meiner Kindheit wurde oft zu mir gesagt, dass ein Junge nicht weinen soll, wenn er sich verletzt hat, weil er ein Junge ist und stark sein muss. In meiner Jugend habe ich einmal beim Filmschauen mit meinen Freunden bei einer traurigen Szene geweint. Daraufhin haben mich meine Freunde ausgelacht und meinten, dass ich ein Mädchen sei, wenn ich weine. Ich habe mich durch diese Situationen immer unter Druck gesetzt gefühlt, Dinge zu unterlassen, nur weil ich ein Junge bin. In ähnlichen Situationen habe ich deshalb gezwungenermaßen meine Gefühle unterdrückt und versucht nicht zu weinen, damit ich als stark wahrgenommen und nicht ausgelacht wurde.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Auch in der Kommunikation mit meinem eher konservativ denkenden Vater habe ich öfter zu hören bekommen, dass ich einer Frau meine Gefühle nicht zeigen soll. Dies begründete er damit, dass sonst die Gefahr besteht, dass die Frau die Kontrolle über den Mann gewinnt und ihn ausnutzen könnte. Durch meine jetzige Beziehung habe ich jedoch gelernt, dass es sehr wichtig ist, seiner Partnerin Emotionen zu zeigen, weil man ohne diese viele schöne Gefühle verpasst.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nun möchte ich eine letzte Erfahrung schildern, und zwar, welche Rolle ich in dem Leben meiner Familie einnehmen soll: Weil ich der Junge/große Bruder bin, wurde ich durch die Art der Erziehung indirekt von meinen Eltern gezwungen, mich um meine Schwester zu kümmern und sie zu beschützen. Zudem sollte ich der „Boss“ sein und Dinge wie beispielsweise den Kleidungsstil oder den Freundinnenkreis meiner Schwester für sie entscheiden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Da Sexismus in der heutigen Gesellschaft ein großes Problem darstellt, stellt sich die Frage, wie eine sexismusfreie Gesellschaft erreicht werden kann. Ich denke, dass man dafür vor allem die jüngeren Generationen in Betracht ziehen muss. Schon im Kindergarten können stereotype Geschlechterrollen vermieden werden. Beispielsweise sollte thematisiert werden, dass Jungen und Mädchen mit jedem Spielzeug spielen können, da so die Entwicklung von Geschlechterrollen, die die Basis für Sexismus darstellen, unterbrochen werden kann. Social media hat heutzutage einen großen Einfluss auf die Gesellschaft, sodass man diesen Vorteil nutzen kann, um mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Beispielsweise könnten Kampagnen, die Geschlechterrollen bewusst aufbrechen, als Werbung auf Instagram geschaltet werden, sodass alle Nutzer*innen erreicht werden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Zudem helfen in den Schulen Projektwochen oder Werbung für außerschulische Projekte, um die Schüler*innen an das Thema Sexismus heranzuführen. Beispielsweise habe ich mich durch das Projekt „Heroes“ viel mehr und intensiver mit Sexismus auseinandergesetzt. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Insgesamt kann ich also aus meiner eigenen Erfahrung sagen, dass auch Männer von Sexismus betroffen sind. Häufig wurde von mir erwartet, dass ich mich beispielsweise nicht verletzlich, sondern stark zeige, weil ich ein Mann bin. Um eine sexismusfreie Gesellschaft zu erreichen, dauert es sicher noch einige Zeit, da es noch vieler Veränderungen bedarf. Jedoch könnte man den Prozess hin zu einer sexismusfreien Gesellschaft starten, indem man zunächst jüngere Generationen an das kritische Hinterfragen von Geschlechterrollen mithilfe von Kampagnen und Projekten heranführt. Diese Adressatengruppe bildet nämlich die zukünftige Gesellschaft.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/08/verzerrte-sicht/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Der Gewinner-Text des Wettbewerbs</strong></a> stammt aus der Feder von Nico Herrmann und trägt den Titel &#8222;Verzerrte Sicht&#8220;.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Robin Hoff &#8211; Thron</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/11/robin-hoff-thron/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robin Hoff]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Nov 2021 07:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Audios]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Rap]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
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					<description><![CDATA[Robin Hoff begeistert uns immer wieder auf&#8217;s Neue mit seinen ausdrucksstarken und authentischen Texten. Heute präsentieren wir euch das großartige Video zu &#8222;Thron&#8220;. Ihr wollt gerne lernen, eigene Raptexte zu verfassen? Dann habt ihr großes Glück: Robin ist dieses Jahr bei unserem #hybrid Gelände mit seinem eigenen Workshop am Start! Infos zum Workshop: Robin Hoff &#8211;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Robin Hoff begeistert uns immer wieder auf&#8217;s Neue mit seinen ausdrucksstarken und authentischen Texten. Heute präsentieren wir euch das großartige Video zu &#8222;Thron&#8220;.</strong></p>
<p><strong>Ihr wollt gerne lernen, eigene Raptexte zu verfassen? Dann habt ihr großes Glück: Robin ist dieses Jahr bei unserem #hybrid Gelände mit seinem eigenen Workshop am Start!<br />
</strong><span id="more-13657"></span><br />
<strong>Infos zum Workshop: Robin Hoff &#8211; Authentisch Texten</strong><br />
<strong>Termin:</strong> <strong>Samstag, 11. Dezember 2021 von 14 bis 16 Uhr </strong></p>
<p>Schreib wie du bist! Vielleicht kennt ihr Robin Hoff noch von seiner Teilnahme bei X-Factor. Dort hat er es ins Halbfinale geschafft, wurde von Sido als Mentor unterstützt und stach mit seinen selbstgeschriebenen, authentischen Rap Texten hervor. Aber wie funktioniert authentisches Texten? Wie kann ich die Musik nutzen, um meine Geschichte zu erzählen?<br />
Wie Rapper*innen es schaffen, im Flow zu bleiben, was genau das mit ein- und dreisilbigen Worten zu tun hat und wie ihr die erste Hürde zur Hook nehmt, erfahrt ihr im Online-Workshop mit Robin Hoff.</p>
<p><strong>Anmeldung unter: <a href="mailto:mail@meintestgelaende.de" target="_blank" rel="noopener">mail@meintestgelaende.de</a></strong></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere #hybrid-Workshops findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/07/hybridgelaende2021/"><strong>hier</strong>.</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schönheitsideale &#038; Patriarchat: Jungs* im Jahr 2021</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/10/schoenheitsideale-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Moritz Mager]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Oct 2021 07:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Pünktlich zum neuen Monat begrüßen wir einen neuen Autoren auf meinTestgelände: Herzlich willkommen, Moritz Mager! Über sich selbst sagt Moritz: &#8222;Ich finde es total wichtig sich mit politischen Themen zu befassen und sich für Progressives einzusetzen. Antifaschismus. Antirassismus. Feminismus. Seit Beginn meiner Politisierung weiß ich, dass ich darüber reden und schreiben muss, da ist es doch]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Pünktlich zum neuen Monat begrüßen wir einen neuen Autoren auf meinTestgelände: Herzlich willkommen, Moritz Mager! Über sich selbst sagt Moritz: &#8222;Ich finde es total wichtig sich mit politischen Themen zu befassen und sich für Progressives einzusetzen. </strong><strong>Antifaschismus. Antirassismus. Feminismus.</strong> <strong>Seit Beginn meiner Politisierung weiß ich, dass ich darüber reden und schreiben muss, da ist es doch wunderbar, wenn es Chancen wie meinTestgelände gibt.&#8220;<br />
</strong><strong>Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen seines ersten Texts über Schönheitsideale für Jungs und Männer im Patriarchat. </strong></p>
<p><span id="more-13448"></span></p>
<p>Hoch gewachsen, breit gebaut, Muskulös, volles Haar, kantiges Gesicht, Jawline, große Hände und Markenkleidung. In meiner Oberstufe gab es genau einen Jungen der so aussah und mindestens ein dutzend Mädchen, die ihn offen begehrten. Das ist nicht mal zwei Jahre her.<br />
Das ist ja nichts verwerfliches, aber das heißt, dass es sie noch gibt, die klassischen Schönheitsideale für Jungs* und ich denke, dass sie auch niemand tot geglaubt hat. Zumindest für einen beträchtlichen Teil unserer erkrankten Gesellschaft.<br />
Diagnose: Patriarchat.<br />
Symptome: Vor allem Sexismus gegen weiblich gelesene Menschen, LGBTIQ+ und auch gegen alle anderen.<br />
Wirt der Krankheit: Alle „westlich“ sozialisierten Menschen, aber wahrscheinlich der allergrößte Teil der Menschheit insgesamt.<br />
Das sind ja erst mal sehr pessimistische Ansichten, sagt der Realist zum Pessimist. Der Optimist darf erst später sprechen.</p>
<p>Nun ist die Schulzeit aber auch ein sehr guter Nährboden für viele stereotypische Situationen.<br />
Schauen wir also Mal kurz über den Tellerrand der ersten großen Bubble. die uns so als Jugendliche*r vereinnahmt, hinaus. Und Bubble ist dabei ein ganz wichtiges Stichwort, denn in jedem sozialen Milieu, in jeder gesellschaftlicher Bubble, gibt es ganz verschiedene Schönheitsideale für Jungs*.<br />
Es ist wirklich nichts auszuschließen, das ist erst mal ganz wichtig festzuhalten in einer pluralistischen Gesellschaft die, vor allem bei jüngeren Menschen, maßgeblich von Social Media geprägt ist. Es gibt also kein richtiges Schönheitsideal und es ist auch nicht erstrebenswert, sich nach einem zu richten. Erstrebenswert ist, sich mit seinem Aussehen wohl zu fühlen und wenn dazu auch ein paar persönliche Ideale gehören, die nah am gesellschaftlichen Konsens liegen, ist das nicht schlimm. Es lässt sich aber auch nicht verneinen, dass es immer noch ideale Ansprüche an männlich gelesene Personen gibt.<br />
In Zeiten von einem „Body Positivity Movement“ auf Plattformen, die seit Jahren für eine verzerrte und unrealistische Wahrnehmung von Schönheitsidealen sorgen, scheint es so, als gehe es zum ersten Mal seit langem wieder in die richtige Richtung. Jungs* müssen nicht den muskulösesten Körper haben um einem Schönheitsideal gerecht zu werden. Und sobald mensch aus einem postpubertären Alter heraus ist, spielt meistens auch die Markenkleidung keine Rolle mehr, sie dient dann lediglich einem fiktiv oktroyiertem Statussymbol.<br />
In erster Linie ist es wichtig, dass man zufrieden mit sich selbst ist, und ja, das ist eine verdammt große Herausforderung.</p>
<p>Leider hält das Patriarchat auch nach der Pubertät und auch nach viel Reflexion einiges an grundlegenden Schönheitsidealen für Jungs* bereit. Da kommt auch schon wieder Social Media ins Spiel, geht ein heteronormativer junger erwachsener Mann auf Datingplattfpormen, die auf Oberflächlichkeit basieren, lernt Mann schnell, dass Mann vielleicht Stelzen braucht, denn auf einmal scheint die Größe das wichtigste Attribut zu sein. Ein Attribut auf das niemand Einfluss nehmen kann und ja Ansprüche an Ideale auf die niemand Einfluss hat gibt es noch viel öfter und auf andere Arten. Dazu sind solche Datingplattformen typisch für zahlreiche toxische Ansprüche.<br />
Besonders an dem Attribut Größe ist, dass es sich leider oft bis ins komplett reale Leben zieht und davon können sich auch manche linke Feminist*innen noch nicht freisprechen, so zumindest meine Erfahrung.<br />
Feminismus verfolgt, kurz gesagt, das Ziel die Geschlechterhierachien aufzuheben. Dabei wird Feminismus, vor allem von konservativer Seite aus, oft vorgeworfen Männerhass zu erzeugen. Ich halte Männerhass an manchen Stellen auch schon fast für gerechtfertigt. Worauf ich aber eigentlich hinaus möchte ist, dass Menschen die sich mit Feminismus beschäftigen, meist auch mit dem Begriff der „Toxic masculinity“ vertraut sind.</p>
<p>„Ein I****** kennt keinen Schmerz“, ein Elternsatz um kleinen Jungs* die Legitimation zum weinen zu nehmen. Ich persönlich kenne den Satz von meinem Vater.<br />
„Toxic masculinity“ bedeutet in etwa, dass Jungs* und Männer im Patriarchat Druck auf das eigene Geschlecht und dessen Bild erzeugen, wie also z.B. keine Emotionen offen zeigen zu dürfen. Aber das Prinzip lässt sich natürlich auch auf ein Schönheitsideal anwenden.<br />
Das fängt ja schon bei simplen Bizeps vergleichen an und in unausgesprochenen Dresscodes. Ich nehme zwar eine schleichend positivere Entwicklung in den letzten Jahren wahr aber bis es als normal gilt, dass ein Junge* einen Rock trägt, werden vermutlich noch Jahrzehnte ins Land gehen. Jedenfalls finde ich die kritische Sicht und das Erkennen von toxischer Männlichkeit in unserer Gesellschaft ist eine weitere wichtige Facette des Feminismus und damit auch ein unterbewertetes Argument für Feminismus. Abgesehen davon, dass ein Argument reicht.<br />
Der Kampf des Feminismus ist ein Kampf für Menschenrecht.</p>
<p>Der Optimist in mir springt auf, wie so oft in Texten wurde er vergessen. Bis jetzt.<br />
Ein aktuell hoch angehimmelter Wert im Sinne eines Schönheitsideals in der Gesellschaft bei Jungs* ist in gewisser Weise der Individualismus. Was bedeutet das?<br />
Es wird oft als besonders und unumstritten schön empfunden, etwas Besonderes an sich zu haben, sei es die Augenpartie, eine bestimmte Art die Haare zu tragen oder auch subversive Styleelemente wie z.B. Nagellack. Das Beste an diesem Ideal, „besonders sein“ ist, dass jeder von uns besonders ist und Besonderheiten subjektiv auf jeden Menschen wirken können.<br />
Jeder von uns Menschen ist irgendwie besonders schön für andere Menschen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Viele unserer Autor*innen setzen sich mit dem Thema Männlichkeit auseinander &#8211; <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/maennlichkeit/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier findest du weitere Beiträge</strong></a>!</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Adrian Adu &#8211; Rollenbildnis</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/09/adrian-adu-rollenbildnis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Adrian]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Sep 2021 07:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
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					<description><![CDATA[Unser wunderbarer Slammer und Texter Adrian bietet im Rahmen unseres #hybridgelände einen Online-Workshop zu Spoken Art an. Angefangen bei der Inspiration &#38; Motivation bis hin zum fertigen, selbst geschriebenen Text, geht es in diesem Workshop darum, Grundlagen und Vertiefungen für das Schreiben eigener Poetry-Texte zu vermitteln. Termin: 05.10.2021 von 12 bis 14 Uhr – Online-Workshop Kostenlose Anmeldung]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="" dir="auto">
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<div class="kvgmc6g5 cxmmr5t8 oygrvhab hcukyx3x c1et5uql ii04i59q">
<div dir="auto"><strong>Unser wunderbarer Slammer und Texter Adrian bietet im Rahmen unseres <a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/07/hybridgelaende2021/">#hybridgelände</a> einen Online-Workshop zu</strong></div>
<div dir="auto"><strong>Spoken Art an. Angefangen bei der Inspiration &amp; Motivation bis hin zum fertigen, selbst geschriebenen Text, geht es in diesem Workshop darum, Grundlagen und Vertiefungen für das Schreiben eigener Poetry-Texte zu vermitteln.</strong></div>
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<div dir="auto">Termin: <strong>05.10.2021</strong> von <strong>12 bis 14 Uhr</strong> – Online-Workshop</div>
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<p>Kostenlose Anmeldung über <a href="mailto:mail@meintestgelaende.de" target="_blank" rel="noopener">mail@meintestgelaende.de</a></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Noch mehr tolle Workshops im Rahmen unseres #hybridgelände findet ihr <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/07/hybridgelaende2021/">hier.</a></strong></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Oberkörperfrei</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/09/oberkoerperfrei/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nev]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Sep 2021 07:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Eigentlich ist nichts passiert, ABER&#8230;&#8220; Ganz ehrlich, so beginnen doch die besten Geschichten! Wir freuen uns über ein Update-Video von Nev, in dem er unter anderem von einem ganz besonderen Erlebnis erzählt: Sich zum allerersten Mal oberkörperfrei in der Öffentlichkeit zeigen. Mehr dazu: Mehr zum Thema trans*-Identität findet ihr hier.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Eigentlich ist nichts passiert, ABER&#8230;&#8220; Ganz ehrlich, so beginnen doch die besten Geschichten! Wir freuen uns über ein Update-Video von Nev, in dem er unter anderem von einem ganz besonderen Erlebnis erzählt: Sich zum allerersten Mal oberkörperfrei in der Öffentlichkeit zeigen.</strong></p>
<p><span id="more-13352"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr zum Thema trans*-Identität <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/trans/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>cis oder stirb</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/09/cis-oder-stirb/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jungen* Wettbewerb 2021]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Sep 2021 07:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
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					<description><![CDATA[Isaak Eden schreibt über Geschlechterrollen, Hass, schädliche Erwartungen und Normen in unserer Gesellschaft, die nicht nur Frauen, sondern alle Geschlechter und damit auch Männer betreffen. Er plädiert für eine zarte Männlichkeit. Volle Zustimmung! Mit diesem Text hat er den 3. Platz bei unserem Jungen*Wettbewerb belegt. Wir gratulieren herzlich und wünschen euch viel Freude beim Lesen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="page" title="Page 1">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p><strong>Isaak Eden schreibt über Geschlechterrollen, Hass, schädliche Erwartungen und Normen in unserer Gesellschaft, die nicht nur Frauen, sondern alle Geschlechter und damit auch Männer betreffen. Er plädiert für eine zarte Männlichkeit. Volle Zustimmung! Mit diesem Text hat er den 3. Platz bei unserem Jungen*Wettbewerb belegt. Wir gratulieren herzlich und wünschen euch viel Freude beim Lesen.</strong></p>
<p><span id="more-13339"></span></p>
<p>Männer sollen in Deutschland 180cm groß sein, aber ich werde immer kompakte 170cm bleiben. Männer sollen einen Bart und stark behaarte Beine haben, aber mein Körper produziert eher wenig Haare. Sie sollen eine (also nicht mehrere oder keine) Frau heiraten, aber ich habe kein Interesse an Frauen, was über Freundschaft hinausgeht. Und zu guter Letzt sollen sie auch noch einen mittelgroßen Penis und zwei Hoden haben. Die cissexistische, patriarchale, deutsche Gesellschaft stellt eine Bandweite an Anforderungen an mich (und alle anderen Männer), bei deren Erfüllung jedoch ein angenehmes, sorgenfreies Leben wartet&#8230; oder? Oder?</p>
<p>Ich konnte und kann nur wenige Männlichkeits-Erwartungen erfüllen, was mich vor allem während meiner Schulzeit sehr deprimierte. Wie viele andere Jungs und Männer vor mir, dachte auch ich, dass irgendetwas mit mir nicht stimmt, dass ich unmännlich sei, ein Mann zweiter Klasse, ein Mensch zweiter Klasse. Ich war wirklich fest davon überzeugt, dass ich eine schlechte Person sei, weil ich z.B. schon seit dem Kindergarten gerne pink trage, „obwohl“ ich doch ein Junge (bzw. jetzt Mann) bin.</p>
<p>Nachdem ich einige Menschen, Bücher und Dokumentationen im Internet kennengelernt hatte, wurde mir zum Glück bewusst, wie arbiträr und vor allem sinnlos und gewalttätig diese ganzen Männlichkeits-Ideale sind &#8211; warum zur Hölle gilt Queerness als unmännlich? Was sagt es über uns als Gesellschaft aus, wenn wir nur Personen mit Bartwuchs als Männer akzeptieren und somit (oftmals) trans* und inter* Männer abwerten?</p>
<p>Für feministische, gesunde, zarte Männlichkeit gibt es in der deutschen Mehrheitsgesellschaft einfach keine Grundlage, ganz im Gegenteil: Jungs, Kleinkindern und sogar Neugeborenen wird von den meisten (!) Eltern leider immer noch u. A. gesagt: „nein du darfst nicht damit spielen, weil das nur für Mädchen ist und ich keine trans* Frau als Kind haben möchte, wenn du dich im Laufe deines Lebens als trans* outen solltest, enterbe ich dich sofort :)“, „wein mal nicht lol“, „zieh das nicht an, sonst wirst du schwul und ich hasse Schwule“ etc.</p>
<p>Natürlich sprechen Leute selten so explizit queerfeindlich, sondern verpacken ihren Hass als „wohlgemeinte Ratschläge“, aber am Ende des Tages ist es doch genau das – Geschwister, Cousins, Eltern wollen nicht, dass ihre Söhne z.B. schwul sind, weil sie selbst schwule, trans*, bisexuelle, pansexuelle, queere Männer hassen.</p>
<p>Ähnlich verhält es sich mit allen Dingen, die mit Frauen oder Weiblichkeit assoziiert werden: weil unsere Gesellschaft eben Frauen hasst, sind z.B. Tätigkeiten wie Nähen, Kinderbetreeung, Pflege, nett sein, Make Up tragen eine Schande für Männer. Das liegt nicht daran, dass z.B. Kinderbetreuung besonders schlecht für die Umwelt wäre, sondern einzig und allein daran, dass es angeblich eine „Frauensache“ ist, was schon ausreicht.</p>
<p>Wenn wir die Situation für Männer verbessern (also sie nicht mehr verachten wollen, wenn sie z.B. Nagellack tragen) wollen, dann kommen wir nicht drum herum, unseren Frauenhass abzubauen. Sobald etwas nämlich nicht (mehr) als „Frauensache“ gilt, werden Männer auch nicht dafür verurteilt, diesem Hobby nachzugehen.</p>
<p>Briefmarken sammeln? Klar, warum nicht. Schwimmen gehen? Sure, go for it. Röcke tragen? Nee sorry Mann, das machen in Deutschland nur Frauen und Frauen werden hier gehasst, weißte doch selber.</p>
</div>
</div>
</div>
<div class="page" title="Page 2">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p>Um zum Anfang zurück zu kommen: Dass Männer wie ich, welche die Ideale nicht erfüllen, deshalb ausgeschlossen werden und unangebrachte Kommentare abbekommen, ist leider nicht verwunderlich. Aber was passiert mit den Leuten, die das Glück haben, perfekt in diese willkürlichen Standards reinzupassen?</p>
<p>Nun ja, der Witz ist, dass Männer, selbst wenn sie alle Ideale erfüllen, groß, durchtrainiert und normschön sind, es sie trotzdem nicht vor Trans*feindlichkeit und Frauenhass bewahrt. Heute bist du vielleicht Kfz-Mechatroniker, aber morgen hast du einen Arbeitsunfall, kannst deshalb nicht weiter arbeiten und musst zu Hause bleiben, während deine Ehefrau weiterhin Anwältin ist: tja, tut mir Leid, aber für deine Freund*innen bist du jetzt leider „die Hausfrau“ und wirst deshalb belächelt und beleidigt weil -und das kann man nicht oft genug betonen-, unsere Gesellschaft alles, was mit Frauen zu tun hat, hasst.</p>
<p>Oder okay, du hast vielleicht heute zwei Hoden, aber was ist, wenn bei dir nächstes Jahr Hodenkrebs entdeckt wirst und ein (oder sogar zwei) Hoden entfernt werden muss? Ich sage, dass du immer noch ein Mann bist, aber deine Arbeitskolleg*innen, Freund*innen und wahrscheinlich sogar deine eigene Familie wird mir da leider widersprechen, weil sie Männer ohne Hoden (was vor allem trans* und inter* Männer sind) eben hasst. Und da ist es egal, dass du ein cis Mann bist und dich nie als trans* Mann outen musstest, von Geburt bis heute als Mann gelebt und so wahrgenommen und akzeptiert wurdest – in unserer trans*feindlichen Gesellschaft gilt das Motto: kein Hoden, kein Mann.</p>
<p>Und wenn du cis Mann ohne 2 Hoden auch ausgeschlossen, ausgelacht, ausgegrenzt, diskriminiert wirst, ist das den Leuten in deinem Umfeld wahrscheinlich egal.<br />
Ein paar werden (wenn du Glück hast) vereinzelt sagen, dass du ihnen furchtbar leid tust und sie dich natürlich immer noch als Mann sehen, aber wie sehr kannst du ihnen das glauben?</p>
<p>Wie sehr möchtest du ihnen das glauben, wenn dieselben Leute auch meinten, dass sie deine Bekannte Maria, eine trans* Frau, selbstverständlich als Frau sehen würden, aber sie trotzdem regelmäßig als „er“ ansprechen, mit der Begründung, „er habe ja noch nicht mal eine Vagina“?</p>
<p>In unserer cissexistischen Mülltonne von Gesellschaft heißt es „cis oder stirb“, „Frauen sind weniger wert als Männer“ und von Rassismus und Nazis bei der Polizei muss ich gar nicht erst anfangen.<br />
Natürlich will ich bei sowas nicht mitmachen. Ich weiß, dass ich ein Mann bin, egal, was mir besagte Mülltonne durch Arbeitskolleg*innen und Medien vermitteln will. Außerdem muss ich im Gegensatz zu den allermeisten Männern nicht betonen, wie sehr ich Frauen und/ oder Queers hasse, da meine Männlichkeit weder von Misogynie noch Queerfeindlichkeit abhängt. Let that sink in.</p>
<p>Ich hab überhaupt keinen Bock mehr auf diesen Hass gegen queere Menschen. Ich habe gar keinen Bock mehr darauf, jeden Tag meine Menschlichkeit mit Leuten, „die es ja nur nett meinen“, verhandeln zu müssen. Queere Männer leben &#8211; ich lebe und ich verdiene denselben Respekt wie cishetero Männer. Ich verdiene dasselbe Adoptionsrecht, dasselbe Blutspendegesetz, denselben Schutz vor Diskriminierung am Arbeitsplatz, dieselbe Lebensqualität. Respect our existence or expect resistance.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier kommt ihr zum <strong>Text, der den 2. Platz</strong> belegt hat, und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/08/verzerrte-sicht/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier zum Gewinner-Beitrag</strong></a>.</li>
</ul>
</div>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Kratzen &#8211; Lukas Kluge</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/09/das-kratzen-lukas-kluge/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jungen* Wettbewerb 2021]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Sep 2021 07:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=13325</guid>

					<description><![CDATA[Heute präsentieren wir euch den Text, der ganz offiziell den 2. Platz bei unserem Jungen*-Wettbewerb belegt hat! Es ist ein Gedicht, und geschrieben hat es Lukas Kluge. Herzlichen Glückwunsch! Und jetzt viel Spaß beim Lesen:  Es kratzt Es kratzt an meiner Haut Von innen Es kratzt an der Hülle Ein langer Nagel auf einer Tafel]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="page" title="Page 1">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p><strong><strong>Heute präsentieren wir euch den Text, der ganz offiziell den 2. Platz bei unserem Jungen*-Wettbewerb belegt hat! Es ist ein Gedicht, und geschrieben hat es Lukas Kluge. Herzlichen Glückwunsch! Und jetzt viel Spaß beim Lesen: </strong></strong><span id="more-13325"></span></p>
<p><span style="font-size: 1.14285rem;">Es kratzt</span></p>
</div>
</div>
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p>Es kratzt an meiner Haut</p>
<p>Von innen<br />
Es kratzt an der Hülle</p>
<p>Ein langer Nagel auf einer Tafel<br />
Es kratzt lang und unaufhörlich<br />
Es streckt, greift, beißt, schlägt von innen zu</p>
<p>Es will raus und schnürt mir den Hals ab.</p>
<p>Ich wasche mich und rubbel so lange bis die Haut rot ist<br />
Egal wie lange ich reibe,<br />
Es lässt sich nicht abwaschen.</p>
<p>Ich schneide meine Haare ab in dem Versuch, meinen Körper zurückzugewinnen.</p>
<p>Der Wunsch zu sein ist endlos.<br />
Nur zu sein gibt mir die Freiheit, frei zu sein.</p>
<p>Ich will leben, ohne täglich damit konfrontiert zu sein, wie andere mich sehen.<br />
Ich will mich dem Blick der Welt entziehen.</p>
<p>Ich sehe meinen Körper im Spiegel und schaue ihn so lange an, bis es nicht mehr mein Körper ist.<br />
Dann ist es ein Körper, Muskeln, Sehnen, Fett, Haaren, Haut, Nägeln, Knochen, Gliedmaßen,<br />
Venen, Gelenke, Poren, Talg, Pickel, Muttermale,<br />
und er bewegt sich<br />
und er atmet<br />
und er ist.<br />
Er ist weich und hart, beweglich und fest, manchmal ganz groß und manchmal ganz klein, kalt und warm, rund und eckig, sensibel und robust.<br />
Er ist alles.</p>
<p>Alles an ihm ist beweglich, statisch und dynamisch.<br />
Der Körper ist mein Leben und doch ist mein Leben viel mehr als mein Körper.</p>
<p>Das Zimmer ist kalt und ich spüre, wie sich die Gänsehaut auf dem Körper ausbreitet.<br />
Ich sehe, wie sich die Haare aufstellen und spüre die Kälte.</p>
<p>Auch wenn ich für ewig mit diesem Körper verbunden bin,<br />
spüre ich die Vollkommenheit, die das einfach Sein in mir auslöst.<br />
Und in diesem Moment lässt das Kratzen nach.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier könnt ihr euch nochmal den <a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/08/verzerrte-sicht/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Gewinner-Beitrag von Nico Herrmann anhören</strong></a>.</li>
</ul>
</div>
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</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Das Kind aus einer anderen Welt und sein erstes Fußballtraining</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/09/das-kind-aus-einer-anderen-welt-und-sein-erstes-fussballtraining/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anton August Dudda]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Sep 2021 07:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns, einen neuen Autoren auf meinTestgelände begrüßen zu dürfen: Anton August Dudda! So stellt er sich selbst vor: &#8222;Ich bin Anton, studiere Szenisches Schreiben an der UdK in Berlin und habe in meinen früheren Twenties einen Bachelor in Philosophie gemacht. Hier versuche ich, über das Teilen von Erfahrungen und spekulatives Erzählen an so]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns, einen neuen Autoren auf meinTestgelände begrüßen zu dürfen: Anton August Dudda! So stellt er sich selbst vor: &#8222;Ich bin Anton, studiere Szenisches Schreiben an der UdK in Berlin und habe in meinen früheren Twenties einen Bachelor in Philosophie gemacht. Hier versuche ich, über das Teilen von Erfahrungen und spekulatives Erzählen an so etwas wie einer positiven Vision von Maskulinität zu forschen.&#8220; Und jetzt wünschen wir euch viel Spaß mit seinem ersten Text:  </strong></p>
<p><span id="more-13316"></span></p>
<p>Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen abgefahren, aber ich glaube ehrlich gesagt, das macht nichts. Jedenfalls ist vor einiger Zeit eine Bankfiliale bei uns in der Stadt abgebrannt. Nicht ganz so bis auf die Grundmauern, aber schon so, dass die Bank dort mit Sack und Pack ausziehen musste und das Gebäude dann leer stand. Ich war damals auf der Suche nach einem Ort für meine Experimente mit Tachyonen-Teilchen und fand es praktisch und auch irgendwie witzig, in einer ehemaligen Bankfiliale an Dimensionslöchern zu forschen, also brachte ich mein Zeug einfach dort hinein und baute mein Labor auf. Lange Rede kurzer Sinn, ich weiß nicht genau wie es passieren konnte, aber jetzt steht ein Kind vor meiner Tür, so ungefähr 12 Jahre alt und fragt mich, ob ich der Typ bin, der das Portal gebaut hat, durch dass es grade in diese Welt gefallen ist. „Das Portal in der Bank meinst du?“ frage ich, „ja, der bin ich“. Vor lauter Erstaunen vergesse ich, begeistert zu sein, dass meine jahrelangen Forschungen offenbar zu einem Ergebnis geführt haben, auch wenn dieses Ergebnis klein, schmächtig und dunkelblond ist, ein rotes Fußballoutfit trägt und ich noch so überhaupt nicht weiß, was ich davon halten soll. „Es ist schön hier, aber ich habe auch ein bisschen Angst“, sagt das Kind. „Wie hast du mich gefunden?“, frage ich, „Das Portal ist doch ganz schön weit weg.“. Das Kind holt eine meiner Visitenkarten aus seiner Trikottasche. „Das hier lag in dem kaputten Gebäude. Ich habe eine Frau gefragt, wie ich zu dieser Adresse komme, dann hat sie mich mit ihrem Auto hierher gefahren.“. Ich nehme dem Kind verwundert die Karte ab und hole meine Schlüssel. „Komm, ich bring dich zurück. Das Portal muss vermutlich nur einige Zeit aufladen, damit man wieder hindurch kann.“. Einige Minuten später sitzen wir in meinem Auto und ich überlege fieberhaft, was ich fragen könnte. Woher kommt es? Aus der Zukunft? Einer anderen Dimension? Es sieht eigentlich ganz gewöhnlich aus. „Ist was?“, fragt es, als es meine Neugierde bemerkt. „Sorry, ich würde nur gerne so viel von dir wissen und ich bin mir nicht sicher, wo ich anfangen soll.“. Das Kind zuckt mit den Schultern. Dann beschließe ich, einfach das erste zu fragen, was mir in den Sinn kommt. „Du spielst Fußball, oder?“, das Kind nickt. „Erzählst du mir, wie es war, als du zum ersten Mal zum Training gegangen bist?“.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Und das hier ist, was das Kind mir erzählte:</p>
<p>Ich habe mit acht angefangen Fußball zu spielen, also in der F-Jugend. Meine Eltern haben lange mit mir zusammen überlegt, welcher Verein für mich gut wäre und wir waren bei einigen Orientierungsveranstaltungen. Ich habe mich dann für den FC Nordstadt entschieden, weil ich den Platz so schön fand. Als ich bei meinem ersten Fußballtraining mit meinen Eltern auf das Vereinsgelände kam, hat uns zuerst das Team begrüßt. Die Trainerin und der Trainer haben sich vorgestellt, danach die Sozialpädagogin und ihr Assistent, dann der Diversitybeauftragte und am Schluss die drei Vertrauensspielerinnen und -spieler aus der D-Jugend. Alle waren sehr nett zu mir und haben mir total spannende Fragen gestellt zu meiner Schule, was ich gerne mache, ob ich schonmal Fußball gespielt habe und so weiter. Die Erwachsenen sind danach kurz mit meiner Mutter ins Vereinsheim gegangen, um alles Wichtige zu besprechen und mein Vater ist mit mir und den dreien aus der D-Jugend zum Platz gegangen, um schonmal ein bisschen zu spielen.</p>
<p>Nach einer halben Stunde fing dann das richtige Training an. Alle anderen Kinder aus der F-Jugend kamen auf das Gelände und haben sich mir und meinen Eltern kurz vorgestellt. Dann kamen die Trainerin und der Trainer mit der Sozialpädagogin aufs Feld und wir haben erstmal alle von unserer letzten Woche erzählt, wie es so in der Schule läuft und sowas. Ein Junge, Rafael hieß er, hat erzählt, dass sein Hamster gestorben ist und musste weinen. Wir anderen haben dann überlegt, was wir tun könnten, um ihn aufzumuntern und haben entschieden, dass er sich nachher im Trainingsspiel aussuchen darf, auf welcher Position er heute spielen möchte. Das hat ihn gefreut und er war schnell wieder auf anderen Gedanken.</p>
<p>Danach sind wir zum Aufwärmen ein paar Runden um den Platz gelaufen. Die Regel war, alle so lange wie sie können und dann noch eine Runde mehr. Ich weiß noch, dass ich als erstes nicht mehr konnte, da kam ein Vertrauensspieler zu mir und ist einfach ein bisschen mit mir mitgelaufen und hat mir was über sein erstes Training erzählt. Das fand ich so spannend, dass ich gar nicht gemerkt habe, wie ich noch zwei Runden weitergelaufen bin. Nach dem Laufen haben wir uns gedehnt und dann angefangen mit Abschlusstraining. Also die Torhüterin stand im Tor und wir haben nacheinander geschossen, bis wir müde waren. Dann gab es eine kurze Pause, in der wir machen durften, was wir wollen. Ich habe viel mit Nadia geredet, wir haben uns total gut verstanden und am Ende noch Pokémonkarten getauscht. Meine Eltern hatte ich, glaube ich zu dem Zeitpunkt schon fast vergessen.</p>
<p>Nach der Pause haben wir ein richtiges Trainingsspiel gespielt. Allen wurden ihre Positionen zugelost, nur Rafael durfte sich seine Position aussuchen. Er hat Linksaußen gespielt. Das Spiel hat total Spaß gemacht. Ich war in der Innenverteidigung. Immer wenn es ein Foul gab, wurde sich hochgeholfen und entschuldigt, das fand ich toll.</p>
<p>Nach dem Training konnten wir im Vereinshaus duschen und uns umziehen. Der Trainer hat mich gefragt, in welche Umkleidekabine ich möchte. Da bin ich dann zu den Jungs gegangen.</p>
<p>„Wie schön.“, sage ich, als ich den Motor ausmache und mich abschnalle, „darf ich die Geschichte weitererzählen?“. Das Kind schaut mich an. „Warum willst du sie weitererzählen?“, fragt es. „Weißt du, ich habe auch mal Fußball gespielt. Hier, in unserer Welt, in unserem Berlin.“, ich steige aus und öffne seine Tür, „wir sind da, komm.“. Schweigend betreten wir die abgebrannte Bankfiliale. Das Dimensionsportal schwebt noch immer stumm in der hintersten Ecke, dort, wo mal der Kontoauszugdrucker stand. Ich merke, wie ich das noch immer witzig finde. „War dein Fußballverein nicht schön?“, fragt das Kind. „Nein“, sage ich, „Ich war Torwart und immer, wenn wir in einem Spiel ein Tor kassiert haben, hat mein Trainer mich angeschrien. Er ist richtig rot geworden dabei und hat so pulsierende, blaue Adern bekommen, hier am Hals“, ich deute auf meine Halsschlagader. „Das ist ja scheiße.“, sagt das Kind und mir fällt auf, wie recht es damit hat. „Es gab einen Spieler bei uns“, erzähle ich weiter, „von dem wussten wir, dass er zuhause geschlagen wird, wenn wir verlieren.“. Das Kind schweigt. Es scheint plötzlich sehr schnell in seine Welt zurückzuwollen. „Hast du trotzdem immer weitergespielt?“ fragt es schließlich. Ich nicke. „Warum?“ fragt es. „Ich weiß es nicht. Ich glaube, ich hatte gedacht, es wäre irgendwie richtig so und dass ich mich nur dran gewöhnen müsse. Ich muss einfach besser werden, keine Tore mehr kassieren, dann werde ich nicht mehr angebrüllt und niemand wird geschlagen, weil wir verlieren. Das habe ich gedacht.“. „Aber“, sagt das Kind erstaunt und schaut mich an, „das macht dann doch gar keinen Spaß.“. „Das stimmt.“, sage ich und muss lächeln. „Los, rein mit dir, dann schaffst du es zum Abendessen noch nach Hause.“. Das Kind geht langsam zum Portal. Kurz bevor es hindurch steigt, dreht es sich zu mir um, lächelt kurz und winkt. Ich winke zurück. „Kannst mich ja irgendwann mal besuchen, wenn du magst und mir mehr von deiner Welt erzählen.“, sage ich. Das Kind nickt. Dann macht es einen Schritt und ist verschwunden.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Einige andere Autor*innen haben sich auch schon mit dem Thema Männlichkeit auseinandergesetzt. <a href="https://www.meintestgelaende.de/?s=Männlichkeit" target="_blank" rel="noopener"><strong>Hier geht es zu ihren Texten</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Abwarten und Dranbleiben</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/08/abwarten-und-dranbleiben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nev]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Aug 2021 07:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns über ein Update-Video von unserem Autoren Nev! Er berichtet über den Wechsel vom Testo-Gel zur Spritze und wie dies seinen Alltag etwas unkomplizierter macht, außerdem erklärt er, warum es wichtig ist, die Narben im Sommer ordentlich mit Sonnencreme einzucremen. Wir wünschen dir, lieber Nev, weiterhin alles Gute &#38; euch allen viel Spaß]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns über ein Update-Video von unserem Autoren Nev! Er berichtet über den Wechsel vom Testo-Gel zur Spritze und wie dies seinen Alltag etwas unkomplizierter macht, außerdem erklärt er, warum es wichtig ist, die Narben im Sommer ordentlich mit Sonnencreme einzucremen. Wir wünschen dir, lieber Nev, weiterhin alles Gute &amp; euch allen viel Spaß beim Anschauen.</strong></p>
<p><span id="more-13285"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Videos von Nev <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/nev/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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		<item>
		<title>Verzerrte Sicht</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/08/verzerrte-sicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jungen* Wettbewerb 2021]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Aug 2021 09:42:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Audios]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Rap]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns, Euch heute den 1.Platz unseres Jungen* Wettbewerbs 2021 vorstellen zu dürfen. Gewonnen hat Nico Herrmann mit seinem Song »Verzerrte Sicht«. Viel Spaß beim Anhören. &#160;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns, Euch heute den 1.Platz unseres Jungen* Wettbewerbs 2021 vorstellen zu dürfen.</strong><br />
<strong>Gewonnen hat Nico Herrmann mit seinem Song »Verzerrte Sicht«.</strong><br />
<strong>Viel Spaß beim Anhören.</strong></p>
<audio class="wp-audio-shortcode" id="audio-13259-1" preload="none" style="width: 100%;" controls="controls"><source type="audio/mpeg" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Nico-Herrmann-Rap-komprimiert_2.mp3?_=1" /><a href="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Nico-Herrmann-Rap-komprimiert_2.mp3">https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Nico-Herrmann-Rap-komprimiert_2.mp3</a></audio>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Nein heißt Nein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/07/nein-heisst-nein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HeRoes]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jul 2021 07:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[[CN: Sexualisierte Gewalt.] Die HeRoes Duisburg haben sich für dieses Video mit Übergriffigkeit und sexualisierter Gewalt auseinandergesetzt — und sie sind sich einig: Auch wenn ein &#8222;Nein&#8220; viele verschiedenen Formen haben kann, es bedeutet immer exakt dasselbe: Nein. Ein Nein ist ein Nein ist ein Nein! Und das sollten gefälligst alle respektieren. Vielen Dank für das reflektierte]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>[CN: Sexualisierte Gewalt.] Die HeRoes Duisburg haben sich für dieses Video mit Übergriffigkeit und sexualisierter Gewalt auseinandergesetzt </strong><b>—<span class="Apple-converted-space"> </span></b><strong>und sie sind sich einig: Auch wenn ein &#8222;Nein&#8220; viele verschiedenen Formen haben kann, es bedeutet immer exakt dasselbe: Nein. Ein Nein ist ein Nein ist ein Nein! Und das sollten gefälligst alle respektieren. Vielen Dank für das reflektierte Video!</strong></p>
<p><span id="more-13168"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von den HeRoes <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/heroes_neu/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wettbewerb für Jungen* zwischen 15 und 21 Jahren &#8211; Einsendeschluss: 30. Juli!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/07/wettbewerb-einsendeschluss/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jungen* Wettbewerb 2021]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jul 2021 10:35:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Wettbewerb]]></category>
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					<description><![CDATA[Kleine Erinnerung: Noch bis zum 30. Juli 2021 könnt ihr beim Wettbewerb für Jungen und junge Männer mitmachen! meinTestgelände hat im letzten Jahr den Dieter Baacke Preis in der Kategorie &#8222;Speak out &#38; connect&#8220; erhalten. Da diese Auszeichnung nur durch die tollen Beiträge junger Autor*innen auf unserer Website möglich war, haben wir uns entschieden das]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Kleine Erinnerung: Noch <em>bis zum 30. Juli 2021</em> könnt ihr beim Wettbewerb für Jungen und junge Männer mitmachen!</b></p>
<p><b>meinTestgelände hat im letzten Jahr den Dieter Baacke Preis in der Kategorie &#8222;Speak out &amp; connect&#8220; erhalten. Da diese Auszeichnung nur durch die tollen Beiträge junger Autor*innen auf unserer Website möglich war, haben wir uns entschieden das Preisgeld im Rahmen eines Beitragswettbewerbs an euch zurück zu geben. </b></p>
<p><span id="more-13184"></span></p>
<div class="page" title="Page 1">
<div class="section">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p>Wir prämieren eure Beiträge in Form von Videos, Audios und Texten zu diesen Themenfeldern:</p>
<p><em>Fitness, Ernährung, Nagellack &#8211;</em><br />
<em>Welchen Schönheitsidealen müssen/wollen Jungs* in 2021 entsprechen?</em></p>
<p><em>Liebe, Sex, Beziehungen &#8211;</em><br />
<em>Was sind eure Wünsche an eine Partner*innenschaft in Zeiten von Online Dating und vielfältigen Beziehungsmodellen?</em></p>
<p><em>Erleben Jungs* Sexismus? &#8211;</em><br />
<em>Wenn ja, in welcher Form ist euch das passiert, wenn nein, warum, denkt ihr, ist das so, und wie könnten wir eine sexismusfreie Gesellschaft erreichen?</em></p>
<p>Für deine Fragen + Einreichungen: <a href="mailto:mail@meintestgelaende.de" target="_blank" rel="noopener"><strong>mail@meintestgelaende.de</strong></a></p>
<p>Einsendeschluss: 30. Juli 2021.</p>
<p>1. Preis 300 €<br />
2.-4. Preis 200 €<br />
5.-6. Preis 50 €<br />
7.- 10. Preis je ein T-Shirt oder eine Tasche mit Motiv</p>
<p>Wir freuen uns auf Deinen Beitrag!<br />
Bei Fragen oder benötigter technischer Hilfe z.B. für Aufnahmegeräte oder Videoschnitt kannst Du gerne bei uns unter mail@meintestgelaende.de anfragen.</p>
<div class="page" title="Page 1">
<div class="section">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p>* Angesprochen sind Alle, die sich selbst als Jungen/junge Männer verstehen.</p>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vielleicht wollen nackte Menschen einfach nur für sich nackt sein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/07/nackt-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tom]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jul 2021 07:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Me, Myself & I Sticky]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor ein paar Monaten hat Tom hier schon einmal über Nacktheit geschrieben. Er ist über seinen Schatten und direkt ins kalte Wasser gesprungen und hat sich bei einem Nackt-Shooting im Wald ablichten lassen. Die dabei entstandenen Fotos zeigt er unter anderem auf seinem Instagram-Kanal, und die Reaktionen von außen verwundern ihn etwas. Warum müssen nackte]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor ein paar Monaten hat Tom hier schon einmal über Nacktheit geschrieben. Er ist über seinen Schatten und direkt ins kalte Wasser gesprungen und hat sich bei einem Nackt-Shooting im Wald ablichten lassen. Die dabei entstandenen Fotos zeigt er unter anderem auf seinem <a href="https://www.instagram.com/tom__oswald/?hl=de" target="_blank" rel="noopener"><em>Instagram-Kanal</em></a>, und die Reaktionen von außen verwundern ihn etwas. Warum müssen nackte Körper immer gleich sexualisiert werden?</strong></p>
<p><span id="more-13156"></span></p>
<p>Im Text: <a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/12/was-ist-nacktheit/" target="_blank" rel="noopener"><strong>„Was ist Nacktheit &#8211; für und in (unserer) Gesellschaft)?“</strong></a> habe ich mich mit meinen Erfahrungen mit Nacktheit auseinandergesetzt. Ein kleiner Auszug: „Das Nacktbaden war in unseren Kreisen eine ähnliche Mutprobe wie rückwärts vom 10 Meter Turm zu springen. Und wenn dann doch jemand sich im Waldbad nackt zeigte, ist die Person von allen Seiten beäugt und bewertet worden.“ Mein nackter Körper ist verglichen, beäugt, bewertet und belacht worden. In Situationen, in denen ich nackt nicht aus der Reihe getanzt bin. Beim Duschen nach den Eishockeyspielen zusammen im Team oder bei einem ungezwungenen Festival in Ostdeutschland.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-13158" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-4-480x600.jpg" alt="" width="480" height="600" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-4-480x600.jpg 480w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-4-240x300.jpg 240w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-4-768x960.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-4-1229x1536.jpg 1229w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-4.jpg 1280w" sizes="(max-width: 480px) 100vw, 480px" /></p>
<p>Im letzten Jahr habe ich ein Experiment gemacht und in meinem ersten Nacktfotoshooting vor der Kamera posiert. Frei von Menschen im Wald wurde mein Körper von den Photographen in die Natur integriert. Eingebunden in die Brauntöne des Spätsommerlaubes und die natürlichen Formen der Bäume und Äste. Ich habe meine Körperform zum ersten Mal gezeigt. Nackt. Präsent und für die Leser*innen von MeinTestgelände, meiner Instagramcommunity und allen, die den daraus entstandenen Kalender des Photographen käuflich erworben haben, sichtbar. Ich habe mich sowohl alleine gezeigt, als auch verschlungen mit dem professionellen Male-Model Fridos Meier, einem Mann aus Mönchengladbach, Mitte 50 und mit internationaler Erfahrung im Aktshooting.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Für mich war das ein Schritt, meine Scham zu überwinden und negative Erfahrungen aus der Vergangenheit hinter mir zu lassen. Ich wollte mich zeigen, doch dachte ich nicht daran, wie herausfordernd es sein kann, meinen nackten Körper zu betrachten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b><i>Wie ist es, mit Nacktheit konfrontiert zu werden?<span class="Apple-converted-space"> </span></i></b></p>
<p>„Sei ehrlich. Biste jetzt schwul oder nicht!“ &#8211; fragte mich jemand, den ich seit meiner Kindheit kenne und zu Weihnachten wieder besucht habe. Ich war irritiert.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Ja, da ist doch dieses Foto auf Instagram mit dir und diesem anderen nackten Mann drauf.“ Selbst meine Eltern wurden von vielen Seiten auf meine Fotos angesprochen und gefragt, warum ich das gemachte habe. Der Artikel unter den geposteten Fotos kam allerdings kaum zur Sprache. In diesem Text habe ich versucht, mich mit Nacktheit in Bezug auf meine Männlichkeiten auseinanderzusetzen. In keiner der Zeilen schreibe ich über Homosexualität, das wäre ein anderes Thema. Dennoch sahen manche Menschen durch die Fotos eine Verbindung dazu.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-13161" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-2-800x533.jpg" alt="" width="700" height="466" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-2-800x533.jpg 800w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-2-300x200.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-2-768x512.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-2-1536x1024.jpg 1536w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-2.jpg 2048w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /> <img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-13160" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-6-800x533.jpg" alt="" width="700" height="466" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-6-800x533.jpg 800w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-6-300x200.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-6-768x512.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-6-1536x1024.jpg 1536w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-6.jpg 2048w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /></p>
<p>Wie ich in der Zeit feststellte, hatten meine Fotos eine Wirkung auf Menschen, der ich mir selbst nicht bewusst war. Die Bilder waren teilweise für sie schwer einzuordnen und das warf Fragen auf, die sie sich versucht haben, selbst zu beantworten. Vor allem, wenn ein Mensch sich nackt zeigt, der seinen Körper nicht sexualisiert darstellt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nicht sexualisierte Nacktheit findet im öffentlichen Raum, außer an dafür ausgewiesenen Orten, kaum noch statt. Im digitalen Raum sieht das ganz anders aus. Das Internet ist voll davon. Wer „Nacktheit“ googelt, landet auf heilsamen FKK Yoga Blogs, die dir das Paradies auf Erden versprechen oder gleich in der Pornographie. Wer sich also mit Nacktheit beschäftigen will, kann es kaum erwarten, nackte Menschen auf dem Bildschirm gezeigt zu bekommen. So die Theorie. Wo wir wieder bei der Sexualisierung von Nacktheit sind.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nackt bedeutet für mich persönlich aber nicht gleich Sex. Das Zeigen der weiblichen Brust oder das Weglassen des Büstenhalters nicht: „Komm, sexualisiere mich.“ Auch ein männlicher nackter Körper will nicht unbedingt das Signal senden, bewertet zu werden oder „Der hat&#8217;s aber nötig.“</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-13159" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3-400x600.jpg" alt="" width="400" height="600" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3-400x600.jpg 400w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3-200x300.jpg 200w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3-768x1152.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3-1024x1536.jpg 1024w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3-380x570.jpg 380w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3-760x1140.jpg 760w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3.jpg 1365w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Vielleicht wollen nackte Menschen einfach nur für sich nackt sein, volle Bräune ihres Körpers ohne weiße Streifen oder keine nassen Badeklamotten in ihrer Tasche haben. Vielleicht wollen sie für sich etwas ausprobieren, sich mit ihrem nackten Körper und den Gefühlen dahinter auseinandersetzen. Nackt sein auf ausgewiesenen Plätzen ist keine Einladung zum Gaffen oder viel schlimmer, zum Anfertigen von Fotos. Ein nackter Körper ist kein Interpretationsobjekt. Ein nackter Körper ist in den meisten Fällen nicht und nicht weniger als ein nackter Körper. Körper dürfen Körper sein und bleiben. Nackt, behaart, tattoowiert, gepierct, faltig, glatt und in allen Formen und Farben. Ein Penis oder eine Vulva darf ein gleichwertiges Körperteil sein und bleiben. Fridos, das Model vom Shooting meinte zu mir: „Dein Penis ist genauso viel wert wie Deine Nase. Deine Eichel genauso viel wert wie dein großer Zeh oder Dein Bauchnabel.“</p>
<p>Vielleicht sollten wir uns öfter daran zurückerinnern, wenn wir uns mal wieder den Impuls haben zu kichern, sobald wir einen nackten Körper auf der Liegewiese am See bemerken oder das Aufkommen von Scham verspüren, wenn wir unseren eigenen nackten Körper im Spiegel betrachten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Auch Fee befasst sich mit dem Thema Nacktheit, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/07/von-hier-an-nackt/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier geht&#8217;s zu ihrem Text</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Solidarität leicht gemacht</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/06/solidaritaet-leicht-gemacht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HeRoes]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Jun 2021 07:00:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&#8222;Lass sie doch selber entscheiden, was richtig und falsch ist!&#8220; So unspektakulär dieser Satz auch erst einmal daherkommen mag, wir sollten ihn uns alle häufiger ins Gedächtnis rufen. Und zu unseren Freund*innen sagen, wenn die die Entscheidungen anderer Personen verurteilen oder in Frage stellen. Im neuesten Video der HeRoes Duisburg geht es genau darum. Einfach]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Lass sie doch selber entscheiden, was richtig und falsch ist!&#8220; So unspektakulär dieser Satz auch erst einmal daherkommen mag, wir sollten ihn uns alle häufiger ins Gedächtnis rufen. Und zu unseren Freund*innen sagen, wenn die die Entscheidungen anderer Personen verurteilen oder in Frage stellen. Im neuesten Video der HeRoes Duisburg geht es genau darum. Einfach nur ein Gespräch unter Freunden? So viel mehr als das!</strong><span id="more-13117"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von den HeRoes <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/heroes_neu/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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