Heimat #1

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(c) U.S. Fotografie:  Heimat  (CC BY-ND 2.0)

Heimat bedeutet für jede*n etwas anderes. In dieser dreiteiligen Serie  lest ihr die Antworten von insgesamt 6 jungen Menschen aus 4 verschiedenen Ländern aus unserer Redaktionsgruppe Connecting auf die Frage, was für sie Heimat ist, welche Erinnerungen und Orte damit verknüpft sind. Wir starten mit Ibrahim aus Eritrea und Shahram aus Afghanistan.Was denkt ihr zum Thema?

Ibrahim (Eritrea)

Heimat bedeutet für mich, dass ich einen Ort habe, an denen ich viele Menschen kenne, denen ich vertrauen kann. Diese Menschen sprechen meine Sprache, sie haben die gleiche Religion, sie haben die gleiche Kultur und dieselbe Tradition wie ich. Der Ort, der für mich Heimat bedeutet, muss für mich sicher sein und ich muss dort mit meiner Familie und mit meinen Freunden in Frieden leben können.

In den meisten Fällen ist Heimat der Ort, an dem man wohnt, aufgewachsen ist und die eigenen Wurzeln hat. Heimat ist der Ort, an dem ich Arbeit finde, damit ich meine Familie und mich ernähren kann und meine Kinder zur Schule gehen können. Heimat ist der Ort, an dem wir alle in Frieden leben können.

Der Ort der Heimat kann sich ändern, wenn ich dort keine Perspektive für meine Familie und Freunde habe. Dann suche ich mir einen neuen Ort, der vielleicht wieder für mich zu einer neuen Heimat werden kann.

Ich denke, dass man zwei Heimaten haben kann. Bei mir ist es so, dass meine erste Heimat immer noch Eritrea ist, aber Deutschland zu meiner zweiten Heimat geworden ist.

Heimat ist für mich etwas Positives, weil ich mit Heimat Sicherheit, Respekt und menschliche Grundrechte verbinde.

Mit dem Begriff „Heimat“ verbinde ich Frieden, Respekt, Sicherheit, Menschlichkeit und Lebensperspektive.

 

Shahram (Afghanistan)

Man kann seine Heimat verlassen, aber nicht vergessen. Heimat ist, wo man geboren worden ist. Wenn man sich an einem Ort wohl fühlt, dann ist es auch eine Heimat. Ich fühle mich wohl, wenn es keinen Krieg gibt, jeder seine eigene Meinung sagen darf und jeder leben kann wie man möchte. Meine Heimat ist an dem Ort, an dem ich geboren bin, nämlich in Herat-Afghanistan. Seit fast zwei Jahren wohne ich in Hamburg. Hamburg ist nun meine zweite Heimat. Wenn in der Heimat kein Krieg ist und jeder in Frieden leben kann, dann ist die Heimat ein positiver Ort. Wenn Krieg herrscht und man deshalb seine Heimat verlassen muss, dann ist die Heimat ein negativer Ort.

Mit dem Begriff „Heimat“ verbinde ich Kultur, Vorfahren (auch Menschen, die zur Familie gehören und schon gestorben sind), Stolz, Politik (in einem Land, wo immer Krieg ist, spielt die Politik eine wichtige Rolle), Erinnerung (wenn man seine Heimat verlässt, hat man immer noch die Erinnerung daran, wie man dort gelebt hat).

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