Flüchtlings(helfer)erfahrungen

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(c) Christian Mayrhofer:  SOLIDARITÄT!  (CC BY-NC-ND 2.0)

Zusammen mit meiner Mutter bin ich zu einem Treffen für freiwillige Flüchtlingshelfer*innen gefahren. Wir beide hatten in dem Bereich noch keine Erfahrung und wollten mal schauen wo man so helfen kann. Ich wurde direkt positiv überrascht, der Raum war rappel voll und man schaute direkt in eine Menge motivierter freundlicher Gesichter. Es waren ungefähr doppelt so viele Frauen wie Männer da. Die Alterspanne war sehr groß, von jugendlich bis Rentenalter war alles vertreten. Obwohl es nicht wirklich viele in meinem Alter (18) gab. Leider blieb meine gute Laune nicht konstant, nach einiger Zeit kam es mir so vor als ob einige Menschen nur erschienen sind, um sich selbst zu profilieren. Fairerweise muss ich dazu anmerken das auf einen dieser Individuen zehn andere kamen die sich einfach nur engagieren wollten. Ein weiteres nettes Erlebnis kam zustande als sich drei Mädchen, die einzigen weiteren Jugendlichen auf der Veranstaltung zu Wort meldeten und Hilfe anboten. Sie stellten sich als arabisch stämmig vor und beherrschten die Sprache und kannten sich mit der Kultur aus. Nach dem Treffen wurde uns dann eine junge Familie vorgestellt, sie waren sehr freundlich und konnten schon ein wenig deutsch und gutes Englisch. Da sie aus Serbien kommen, sind ihre Chancen hier bleiben zu dürfen ziemlich gering. Vor allem, weil sie aus einem sicheren Heimatland sind und manche sie auch als „Wirtschaftsflüchtlinge“ betiteln würden, genau wie die Flüchtlingsfamilie, die wir danach betreut haben. Ich finde diese Einteilung wirklich gefährlich und ungerecht! Erstens ist es wesentlich leichter Menschen in Schubladen zu stecken, um sie dann abzuschieben und zu verurteilen. Generell rückt es sehr oft in den Hintergrund, dass es sich bei egal welchem Flüchtling um einen Menschen handelt. Es sollte nämlich nie vergessen werden, dass es eine Zeit gab, als Millionen Deutsche auf der Flucht waren, von denen man viele Heute auch als Wirtschaftsflüchtlinge bezeichnen könnte. Ich möchte mit diesem Text keine politische Stellung beziehen. Viel mehr möchte ich einen Impuls geben, dass Menschen nicht einfach kategorisiert werden. Wenn ich in der gleichen Situation wäre, würde ich mich wahrscheinlich genauso verhalten… und ihr?

Seit ich lesen kann, hab ich irgendwie versucht auch zu schreiben.

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