Wir hoffen viel

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(c) Philipp Zieger:  on my way....  (CC BY-NC-ND 2.0)

Warum hoffen wir? Worauf hoffen wir? Und warum ist ein Leben ohne Hoffnung so schwer? Birgit Hohnen und Tamy Keitel von den story-tellern haben sich diesen Fragen gestellt.

Hoffnung.
Hoffnung ist sehr wichtig. Man hofft, dass man gutes Wetter hat … oder vieles mehr … Man hofft auf Frieden, NICHT auf Krieg, sondern auf Frieden. Hoffnung bedeutet einfach Ruhe, Stille und Warten. Denn die Hoffnung ist ein innerlicher Effekt. Wir bangen ja immer auf die Hoffnung der anderen; uns geht es gut, und wir hoffen, dass es den anderen auch gut geht.
Liebe ist wie Hoffnung. Die Liebe mag die Hoffnung. Bei Liebesschmerz hofft man sehr, dass es besser wird; wenn man sich glücklich fühlt, hofft man, dass es für immer so bleibt. Hoffnung kommt ganz auf die Situation an.
Du kannst durch Hoffnung andere Menschen aufbauen. Zeige den Leuten, dass du für sie da bist. Es ist wichtig, dass man nicht nur für sich hofft, sondern auch für andere. Dass man zum Beispiel mal die Daumen für einen Freund drückt und somit hofft, dass der Freund die Prüfung in der Universität besteht. So zeigst du anderen Menschen, dass du für sie da bist.
Wir arbeiten nicht mit Waffen oder Bomben. Wir arbeiten mit dem Glauben und der Hoffnung. Wir Menschen brauchen die Hoffnung. Ohne Kraft haben wir keine Hoffnung, und wenn wir keine Hoffnung haben, haben wir auch keine Kraft, und Kraft braucht man, um zu leben. (von Birgit Hohnen)

Hoffnung.
Wir hoffen viel. Wir hoffen, dass der Tag nicht so stressig wird, wir hoffen auf Genesung, besseres Wetter, auf gute Ergebnisse, auf Erfolg. Und wir hoffen, dass einer uns den Arsch rettet.
Warum hoffen wir? Unsicherheit, Zweifel, Angst, etwas nicht unter Kontrolle zu haben? Hoffen als Glaube daran, dass alles gut wird? Der letzte Strohhalm, wenn das Wissen aufhört?
Manchmal ist es gut zu hoffen, aber manch einer ist an Hoffnung schon zerbrochen. Unerfüllte Hoffnung ist frustrierend und schmerzhaft. Man vertröstet sich selbst, um in einer Situation, in der man machtlos ist, nicht durchzudrehen. Selbstschutz, um sich vor der Ohnmacht zu bewahren. Man kann viele Dinge nicht ändern. Aber wir können ja immer noch hoffen.
Wenn das Hoffen zu einem positiven Ergebnis kommt, sind wir dankbar. Wir danken Gott, unseren Freunden und sind happy. Aber wehe wenn nicht. Dann bin ich verzweifelt, traurig. Dann verschwindet alle Farbe.
Hoffnungslosigkeit ist schlimm. Hoffnungslosigkeit heißt: Da ist auch kein letzter Strohhalm mehr. Realität in brutaler Größe. Zum Beispiel beim Tod: Da nützt kein Hoffen mehr. Da hat die Realität gewonnen. Man wird vor eine vollendete Tatsache gestellt. Nur wenn Tatsachen noch nicht feststehen, gibt es Raum für Hoffnung.
Man sagt, die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich habe oft das Gefühl, meine Seele stirbt zuerst.
Die Farbe der Hoffnung ist grün. Warum eigentlich? Vielleicht weil Grün auch die Farbe von Pflanzen ist? Pflanzen wachsen und leben. Hoffnung lebt ja auch, irgendwie. Aus ihr kann etwas wachsen, Kraft zum Beispiel. Der Weihnachtsbaum ist grün. Schnee ist weiß und steht für Unschuld, glaube ich. Aber vielleicht kann man grüne Weihnachten als Hoffnung deuten? (von Tamy Keitel)

Mehr dazu:

  • In der Hoffnung auf ein neues Leben haben die “Iraki Brothers” ihre Heimat  verlassen…
  • Hoffen und Träumen liegen nah beeinander. Wie Die Welt von Dennis Lange  aussehen würde, liest du in dieser Utopie.

Menschen mit Behinderung haben was zu sagen! Wir Story Teller sind die inklusive Schreibwerkstatt Story Teller aus Hamburg. Mit unseren Texten möchten wir von unseren Erfahrungen berichten, Denkanstöße geben und Selbstermächtigung voranbringen.

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