Inter*Happiness

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Hybrid via Unsplash

Wir haben unglaublich viel mitgenommen und gelernt von Ikas Kolumne zum Thema Inter* hier auf meinTestgelände! Heute präsentieren wir euch mit „Inter*Happiness“ den vorerst letzten Text aus dieser Reihe, und Ika gibt uns und euch gleich noch einige Tipps für Self-Care fernab von falschen Glücksversprechen mit auf den Weg. Vielen Dank, Ika, für die Einblicke in dein Leben, deine ehrlichen und direkten Worte, deine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Strukturen und deinen Blick darauf, wie sie uns alle beeinflussen.

Wenn irgendwo im Internet schon wieder etwas zu Selbstliebe steht, bin ich ehrlich gesagt eher skeptisch.
Ich glaube nicht daran, dass Mensch sich nur selber lieben muss – dann wird alles gut.

Weil niemand allein ist auf dieser Welt. Mein Glücklichsein ist also auch abhängig von anderen. Manchmal von Umständen, die ich gar nicht beeinflussen kann.

Auf der Suche nach Wohnungen und Jobs zum Beispiel sind wir eben nicht – alle gleich.

Zu behaupten, „Erfolg“ läge hier nur in meiner Hand und Verantwortung, würde ignorieren, dass oft Machtstrukturen mit entscheiden.

Trotzdem glaube ich auch nicht, dass alles nur von außen bestimmt wird.

Immer wieder kann ich Entscheidungen treffen. Dinge tun, die mir gut tun. Sachen hinter mir zu lassen, die mich einschränken.

Dazu kommt dann wohl auch noch ein bisschen Zufall.

Trotz diesem Zufall aber wird es immer leichter sein, auch in schwierigen Umständen Glück zu finden – wenn ich lerne überhaupt nach dem Glück zu suchen. Wenn ich mir selber dieses Glück gönne.

Darum schreibe ich hier jetzt doch einen Inter*empowerment-Text – Tadaa.

Es soll diesmal also nicht um Diskriminierungen gehen, sondern um die Dinge, die mir geholfen haben, mich als Inter* zu lieben – wie ich bin.

Vielleicht können ja auch andere etwas damit anfangen.

Mein Inter* sein hat leider lange dazu geführt, kein besonders gutes Gefühl zu meinem Körper zu haben.

Sport hat mir manchmal geholfen – mich wieder zu spüren. Außerdem setzt zum Beispiel Krafttraining Adrenalin frei. Ein bisschen wie ein Rausch – nur ohne Kater.

Auch Tattoos waren eine tolle Entdeckung für mich. Hier habe ich endlich das Gefühl bekommen, selber über meinen Körper zu bestimmen. Es war toll zu fühlen, dass mein Körper veränderbar ist – und dass ich selber aussuchen kann, wo ich welche Farbe haben will.

Musik war für mich immer ein sehr direkter Weg, Gefühle die sonst unterdrückt werden mussten, rauszulassen.

Lange hatte ich das Gefühl, mit meinem Inter*sein allein zu sein.

Hier war es gut und wichtig, andere Inter* zu treffen. Sich auszutauschen.Von anderen zu lesen. Zu lernen.

Es hat mir geholfen meine eigene Perspektive ernst zu nehmen, wenn ich von anderen Inter* mitbekommen habe, dass es ihnen ähnlich geht.

Da war es auch gut und wichtig, mich mit den Strukturen zu beschäftigen die uns als Inter* unterdrücken. So kann ich lernen mir selber zu verzeihen. Wenn mir manches nicht so leicht fällt wie anderen. Wenn ich wieder denke, dass ich selber schuld daran bin.

Wenn ich gerade zu wenig auf meinem Körper klar komme, um mich auf Nähe zu anderen Menschen einzulassen, dann kann es mir gut tun, mit einer Katze oder einem Hund zu kuscheln.

Wenn ich mal wieder etwas verwirrt und überfordert davon bin, wie diese Welt so funktioniert. Dann hilft genau das hier. Schreiben.

Das ist wie Aufräumen im Kopf – manchmal anstrengend, aber nachher ist alles etwas sortierter und klarer.

Darum möchte ich auch nochmal ein herzliches Dankeschön an das meintestgelände-Team sagen, dass ich hier diese Kolumne schreiben konnte.

Allen Inter* und Trans* da draußen möchte ich schreiben: It’s okay not to be okay.

Mann kann nicht jeden Mist, den einem das Leben so hinwirft, zu Gold machen.

Aber wenn die Möglichkeiten da sind, wenn man sich mal wieder selber im Weg steht, weil man dieses Glück doch noch gar nicht kennt oder gewohnt ist, dann gilt auch: It’s okay to feel good!

Mehr dazu:

Ich bin Ika Elvau. Weil ich selber keine Geschichten kannte von Leuten die so sind wie ich, nämlich Inter*, habe ich einfach angefangen welche zu schreiben. Ich freue mich hier auf meinTestgelände eine Plattform zu bekommen damit die Pubertät für andere, jüngere Inter* vielleicht nicht ganz so verwirrend und überfordernd wird wie für mich.

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