Wenn Männer Röcke tragen

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Heute präsentieren wir euch einen ganz besonderen Beitrag der Story-Teller: Dennis Seidel hat nämlich Nils Pickert von Pinkstinks zum Interview getroffen und ihm einige spannende Fragen gestellt. Zu seiner Arbeit als Autor und Journalist, seinem Verständnis von Gleichberechtigung und Gender — und warum er gerne Röcke trägt. Viel Spaß beim Lesen!

(1). Wie lange und seit wann arbeitest du schon für Pinkstinks? Und was machst du da?

Ich bin seit 2013 bei Pinkstinks. Hauptsächlich schreibe ich Artikel für die Webseite und gebe Vorträge, um zu erklären, was Sexismus ist und was Pinkstinks dagegen tut. Manchmal rede ich auch mit der Presse oder denke mir mit den anderen zusammen Kampagnen aus, mit denen wir mehr Vielfalt für alle hinbekommen können.

(2). Ist es für dich normal in der Öffentlichkeit Röcke zu tragen?

Im Sommer trage ich ganz gerne Röcke, weil es bei Hitze kaum etwas Besseres gibt. Oft finde ich aber Hosen praktischer – schon wegen der Taschen. Ansonsten merke ich natürlich, dass andere das nicht normal finden. Das ist mir aber egal.

Das ist Nils Pickert.

(3). Was verstehst du unter Gleichberechtigung und was bedeutet für dich Gender?

Gleichberechtigung bedeutet, dass alle den gleichen Zugang zur Gesellschaft haben, die gleichen Rechte bekommen und sie für sich nutzen können. Eine Treppe zum Theater, die alle benutzen dürfen, ist zum Beispiel keine Gleichberechtigung, auch wenn es sich vielleicht so anhört. Ein Theater, das auch Menschen mit Behinderung besuchen können, die keine Treppen steigen können – das wäre Gleichberechtigung. Gender bezeichnet das soziale Geschlecht, also die Geschlechterrollen, die wir einnehmen und die uns zugeschrieben werden. Es gibt keinen biologischen Grund, warum du und ich keine Röcke tragen sollten. Es werden soziale Gründe erzählt, warum Männer das angeblich nicht dürfen. Das ist Gender.  

(4). Welche Themen bearbeitest du in Prinzessinnenjungs?

Ich schreibe darüber wie Jungen aufwachsen und was man ihnen darüber beibringt, was es bedeutet, ein Mann zu sein. Dass sie ihre Gefühle verstecken müssen und lernen, Streit und Härte wären männliche Eigenschaften. Ich schreibe darüber, dass Tanzen und Puppen genauso spannend für Jungen sein können wie Fußball und Lego. Und ich schreibe darüber, dass viele Jungen schlagen und geschlagen werden und wie wir das beenden können.

Dennis Seidel beim Theaterspielen. Fotografiert von Christian Martin

Mehr dazu:

  • Dennis Seidel spielt gern Frauenrollen und trägt auch gerne Röcke. Außerdem spielt er Theater in der Theatergruppe MD&H (von Barner 16). Und er sammelt Barbie-Puppen.
  • Nils Pickert ist freier Autor und Journalist, der für Pinkstinks arbeitet (ein Verein, der sich für Gender-Vielfalt einsetzt). Er hat zwei Töchter und zwei Söhne und schreibt über Gleichberechtigung. Sein erstes Buch heißt „Prinzessinnenjungs“. Er trägt gerne Röcke und ist Vollzeit-Feminist. 

Menschen mit Behinderung haben was zu sagen! Wir Story Teller sind die inklusive Schreibwerkstatt Story Teller aus Hamburg. Mit unseren Texten möchten wir von unseren Erfahrungen berichten, Denkanstöße geben und Selbstermächtigung voranbringen.

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