Jemand, den ich liebe, ist asexuell

2023-03-23_mT_web_Asexuelle-Fiktion_pexels-ketut-subiyanto-4826709

“‘Ich sage dir nicht, dass du genug seist, denn das würde bedeuten, dass dir etwas fehlen würde.’” – Phuong schreibt eine asexuelle Fiktion.

Deren Liebe ist intensiv, doch ich kann kaum atmen. Ich möchte wegzulaufen, ich möchte auf they zulaufen. Gott sei Dank, bin ich noch am Leben.
Wir haben uns das erste Mal geküsst, als they auf meinem Schoß saß und mir einen süßen Eyeliner malte. Ein kleines Feuerwerk, rosige Lippen.
Es dämmerte bereits, als der Regen seinen Höhepunkt erreichte und deren Bett von unserer Zuneigung geformt war, die wir uns gegenseitig gestanden haben. Morgens sehe ich they gerne beim Schlafen zu – lila in deren verträumten Augen, gelb wie deren schüchternes Lächeln von der Seite, und blau in deren Händen und Lippen, die auf meiner Haut tanzen. Deren Selbsthass spiegelt mir die tiefen Wurzeln unserer Verbindung wider. Während der Herbst mich die Schönheit des Loslassens lehrt, habe ich mich in deren Arme fallen lassen. Diese Liebe besteht aus Kerzen, Kochen, Singen, Weinen, Malen, Tanzen, Rauchen, Poesie, Koexistieren, der klaren Luft des Winters, Waldspaziergängen, kiffen nach dem Aufwachen, heißen Bädern.
They spürt jede Bewegung, ist neugierig über sich selbst, aber they ist auch schamvoll. They will gesehen werden, scheut sich aber auch vor der Liebe, weil they verletzt ist und sich vor ihrer Macht fürchtet. Ich habe gesehen, wie they sich selbst bestraft und sich so sehr anstrengt. Ich möchte they in den Arm nehmen, es tut mir fast weh, aber ich halte mich zurück, weil ich weiß, dass they deren Kämpfe allein ausfechten wird, so wie jedes verdammte Mal.
Manchmal, wenn they Vertrauen gefunden habt, tanzt they so schön mit mir, wie ein Kind, das mit deren Schatten experimentiert. Wenn ich they berühre, atmet they in mein Herz. Ich sehe deren Narben zwischen deren Beinen, deren Angst in deren Nacken, deren Freude in deren Hüften und deren Hoffnung in deren Füßen. Ich erzähle they Geschichten über meine Traurigkeit und Einsamkeit, ich schwimme in deren poetischen Melodie und möchte they unter der Sonne lieben.
Deren Rehaugen haben mir damals gesagt, dass they Angst hat, dass ich they verlasse. Eines Tages habe ich einen Brief erhalten: „Bitte bleib.“ Ich habe beschlossen, meine Füße mit deren unter heißem Wasser zu berühren und they eines meiner Lieblingsgedichte vorzulesen. Ich habe zu they gesagt: „Ich sage dir nicht, dass du genug seist, denn das würde bedeuten, dass dir etwas fehlen würde. Bitte bleib auch.“

Phương (alle Pronomen) findet im Schreiben den Weg aus der Selbstsabotage hin zur Begegnungin zärtlicher Selbstfürsorge. Geboren im Jahr der Katze, unter der Sonne im Skorpion und im Element Wasser übt Phương sich im bedingungslosen Lieben und im Glauben. Künstlerischer Ausdruck unterstütztdie Komplexität, die Phương verkörpert, welche sich durch die multidimensionale Biografiein der (vietnamesischen) Diaspora und einem queeren trans Körper nährt.Schreiben ist eineForm des Loslassen, Zulassen, Verbinden und Atmen für Phương.Instagram: @maro_poebelarts