Wie es einmal war

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„Ich würde so gerne sagen, dass alles ist, wie es war.“ – Sophie schreibt über den Liebeskummer der Person, die aufgehört hat zu lieben.

Ich möchte dich nicht verlieren, aber vielleicht habe ich das schon. Dabei wünsche ich mir nur, dass es so ist, wie es einmal war.

Du warst meine erste große Liebe mit allem Drum und Dran: Herzklopfen, Schmetterlingen im Bauch, gemeinsame Urlaube und gemeinsame Haustiere – das komplette Paket. Die Vorstellung, dich für immer an meiner Seite zu haben, war eine der schönsten Dinge, die es gab. Jetzt fühlt sich alles so anders an und ich würde so gerne sagen, dass alles ist, wie es war.

Und dabei möchte dich nicht verlieren, aber vielleicht habe ich das schon.

Egal wie sehr ich es versuche, das Gefühl von früher kommt nicht zurück. So lange habe ich damit verbracht herauszufinden, was los ist. Warum ich nicht mehr sagen kann, dass ich dich liebe.

Ich möchte dich wirklich nicht verlieren, aber vielleicht hab ich das schon.

Natürlich fragst du, was mit mir los ist. Du bist ein wundervoller Mensch und ich zweifle keine Sekunde daran, dass du wahrscheinlich nicht mal sauer sein wirst, wenn ich irgendwann artikulieren kann, was mit mir los ist.

Ich möchte dich nicht verlieren, aber vielleicht hab ich das schon.

Eigentlich ist nichts anders. Du lachst auf die gleiche Weise, singst beim Kochen mehr oder weniger akkurat die gleichen Lieder und sprichst mit dem gleichen Leuchten in deinen Augen über Dinge, die dich glücklich machen. Es ist ein Gefühl der Ohnmacht, dass alles so vertraut und doch so anders ist.

Ich möchte dich nicht verlieren, aber ich glaube das hab ich schon.

Vielleicht ist es auch die Angst, allein zu sein. Zu wissen, dass du mich nicht mehr auf Familientreffen begleitest. Keine gemeinsamen Pläne für das kommende Wochenende zu haben, nicht mehr von meinen Eltern nach dir gefragt werden. Ich wünsche mir so sehr, dass es ist, wie es vorher war.

Ich möchte dich nicht verlieren, aber vielleicht hab ich das schon und ich kann nichts dagegen tun.
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Ich bin Sophie (21), lebe in Leipzig und denke manchmal, dass ich relativ erfolglos darin bin, meinen Platz in dieser großen und verwirrenden Welt zu finden. Darum schreibe ich neben meinem Musik-und Wirtschaftsstudium und versuche so etwas Ordnung in meinem Kopf zu bekommen. Am meisten beschäftige ich mich mit mentaler Gesundheit, Feminismus und Politik. Ich freue mich, hier die Gelegenheit zu bekommen, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen.